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 Staub in Spiegelzelle
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Peter_Maier
Senior im Astrotreff

Deutschland
127 Beiträge

Erstellt am: 19.06.2019 :  22:00:22 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Peter_Maier's Homepage  Antwort mit Zitat
Guten Abend miteinander,

nachdem ich nach vielen Jahren meinen Hauptspiegel ausgebaut und einer ausgiebigen Reinigung unterzogen habe, würde ich vor dem Einbau gern sichergehen, dass er nicht in 2 Wochen wieder genauso verdreckt aussieht, weil er den ganzen alten Dreck aus der Spiegelbox abkriegt.
Deshalb überlege ich gerade, wie ich in Zukunft die Spiegelzelle generell staubfreier gestalten kann. Aus meiner Sicht ist diese nämlich ein regelrechter Staubsammler. Einerseits finde ich die Tiefe und Geschlossenheit ja gut, weil es die ganze Sache robust und quasi immun gegen Tau macht (selbst in extrem nassen Nächten ist mir noch nie der HS zugetaut!), andererseits lässt es sich schwer vermeiden, dass sich über mehrere Nächte Staub an den Innenwänden und insbesondere in den unteren Ecken der Box ansammelt und folglich auf den Spiegel fällt...
Ich habe es kürzlich mit feuchtem Lappen die ganzen Innenseiten ausgewischt, aber der Staub scheint an den rauh-matten Innenwänden und dem Holz regelrecht festzukleben und angezogen zu werden. Die Box ist zudem innen schwarz lackiert - evtl. staubt auch die Farbe und das Material an sich? Da habe ich einfach zu wenig Ahnung.
Jedenfalls sieht meine Box nach kurzer Zeit wieder so aus wie auf den Bildern unten (siehe Dreck-Ecken in rechtem Bild...):



Meine Frage:
- gibt es evtl. einen Hersteller, der passgenaue Abdeckungen für Newtonspiegel (in meinem Fall 14,5") anfertigen kann, damit ich wenigstens den Spiegel sicher schützen kann? Ich stelle mir so eine Art Tortenbox vor, die exakt über den Spiegel gestülpt werden kann mit etwas Luft über der Spiegeloberfläche)
- gibt es eine spezielle Behandlungsmethode oder Lack für solche Holzboxen, der dafür sorgt, dass der Staub nicht haftet und auch das Holz selbst nicht mehr staubt?

Selbstbautechnisch bin ich ein absoluter Laie und würde auch aus Gründen der Originalität dieses alten ICS-Dobosn gern darauf verzichten, eine größere Umbau-Action zu starten, die ich dann doch nicht allein fertigbekomme.

Viele Grüße,
Peter

Astronomiefreunde Ingolstadt
www.astronomie-ingolstadt.de

Bayerisches Teleskopmeeting 2020 - 20.August - 23.August
http://www.astronomie-ingolstadt.de/btm/

Bearbeitet von: Peter_Maier am: 19.06.2019 22:02:27 Uhr

Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10146 Beiträge

Erstellt  am: 19.06.2019 :  23:50:16 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Lass Dir einfach eine Siebdruckplatte 9mm im Baumarkt zusägen und lege sie auf die Spiegelzelle. Damit die Platte nicht verrutscht vier billige Gummifüße (Türstopper) drunter ... fertig. Je zwei auf gegenüberliegende Seiten so weit in die Ecken, so dass sie von den Eckversteifern/Stangenbefestigungen gegen seitliches Verrutschen gehindert werden. Die Platte soll nicht auf den Stoppern liegen, die sollen das Verrutschen verhindern.

Achte darauf, ob der Spiegelkasten quadratisch ist. Wenn nicht, dann auf die Ausrichtung achten. Wenn die Abweichung vom Quadrat nur so ~3mm ist, einfach quadratisch mit dem kürzeren Maß wählen. Es lohnt sich eh ein Millimeter unter der Außenabmessung zu bleiben. Nimm noch ein Blatt 120er Schmiergelpapier und verrunde damit Ecken und Kanten etwas.

Ganz ohne Schrauben geht es auch. Dazu nimmst du einfach ein selbstklebendes Türdichtungsband und klebst auf die zugeschnitte Siebdruckplatte vier Streifen, so dass diese genau innen neben die Kanten des Spiegelkasten fallen. Die Stellen mit den Eckversteifern dann einfach frei lassen. Genau heißt hier: 1mm Platz ist ok, so legt sie sich immer sauber rein und klemmt nicht.

Vorteil dieser Lösung: Am Dobson selbst wird nichts geändert. Ob das jetzt eine Siebdruckplatte, 6mm Sperrholz ist, ein Scheibe Plexiglas oder HPL-Platten (bekannt auch als Resopal) ist Geschmackssache und was du ausgeben willst. Siebdruckplatten sehen zwar nicht hübsch aus, aber sind absolut wetterfest und robust (LKW-Ladeböden sind aus dem Zeugs); gleiches gilt für HPL-Platten, die aber deutlich teurer sind.

Kalle - Alles wird gut !
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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5758 Beiträge

Erstellt  am: 20.06.2019 :  07:27:25 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Peter,

Erst mal eine Bitte:
Gewöhne Dir bitte ab die Bilder nebeneinander in Deinen Postings zu platzieren. Nicht jeder sitzt vor einem 27“ 4K-Monitor wenn er hier liest. Auf meinem iPad zum Beispiel sind Deine Postings kaum zu lesen.
Achte bitte auf eine maximale Breite von 1000 Pixeln bei Deinen Bildern und ordne sie untereinander an. Größere Bilder kannst Du dann ja verlinken.
Danke.

Dass Dein HS nicht zutaut, liegt nicht an der geschlossenen Spiegelbox sondern an der nach unten offenen Spiegelzelle. Der Spiegel empfängt über die offene Konstruktion Wärmestrahlung vom Erdboden, zugleich ist der HS gegen Wärmeverlust Richtung Nachthimmel durch die Spiegelschicht isoliert. Deshalb bleibt seine Temperatur über dem Taupunkt und er taut nicht zu. Im Gegensatz zum Fangspiegel, bei dem die Verhältnisse genau umgekehrt sind. Deshalb muss der FS beheizt werden, der HS aber nicht.

Ich würde die Spiegelbox so lassen wie sie ist und wie von Kalle vorgeschlagen nur eine Abdeckung der ganzen Box für die Zeit zwischen den Beobachtungen basteln. Wenn Du dann alle 2-3 Jahre den HS mal reinigst, saugst Du die Box kurz mit dem Staubsauger aus und fertig. Mach Dir da nicht zu viel Aufwand mit der Sauberkeit, das ist eine Spiegelbox und kein Operationssaal.
Die raue Oberfläche hat auch einen Vorteil: Staub der sich da absetzt wird festgehalten und kann nicht wieder auffliegen und sich auf den HS setzen. Und eine raue Oberfläche feucht zu wischen ist ohnehin nicht optimal. Aussaugen und eventuell mit einem trockenen Wedel (Swiffer o.ä.) nachficheln und gut. Das reicht völlig aus.

Bis dann:
Marcus

EDIT:
Kalle, Du bist über die 10.000 Postings rüber und ich habe das gar nicht mitbekommen. Herzlichen Glückwunsch.

16" f/3,7 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
Vixen SP-DX und Porta, Star Adventurer
Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle.

Bearbeitet von: Mettling am: 20.06.2019 07:29:30 Uhr
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Peter_Maier
Senior im Astrotreff

Deutschland
127 Beiträge

Erstellt  am: 22.06.2019 :  22:09:26 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Peter_Maier's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Kalle, hallo Marcus,

danke Euch für die Tipps und auch den Hinweis bzgl. der Bildanordnung - werd ich nächstes Mal gern berücksichtigen!

Ich werd jetzt versuchen, mir wie beschrieben einen Deckel zu machen, um die Spiegelbox von oben verschließen zu können. Das wird hoffentlich helfen, einen großen Teil des anfallenden Staubs fernzuhalten. Außerdem werde ich in Zukunft immer versuchen, den Spiegel irgendwie senkrecht bzw. schräg zu lagern und nicht mehr waagrecht, da ich den Eindruck habe, dass der Spiegel bei waagrechter Lagerung noch mehr Dreck sammelt und dieser sich festsetzt. Mir ist aufgefallen, dass der Spiegel zwar nie während der Beobachtung beschlägt, dafür aber meistens hinterher beim Einlagern. Am Schlimmsten ist, wenn nach einer Beobachtungsnacht die Spiegelbox im Auto bleibt und erst am nächsten Morgen wieder entladen wird: Wenn ich den Deckel abnehme, kann ich fast sicher sein, dass der ganze Spiegel "schwitzt". Denke, das verursacht über längere Zeit auch die meisten Tauflecken und entsprechend festklebenden Staub...

Viele Grüße,
Peter

Astronomiefreunde Ingolstadt
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Bearbeitet von: Peter_Maier am: 22.06.2019 22:09:55 Uhr
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
10146 Beiträge

Erstellt  am: 23.06.2019 :  12:58:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Peter,
wenn er regelmäßig beschlägt, weil er noch kalt ins Auto oder ins "Lager" kommt, dann hilft der Deckel nur teilweise. Denn es geht um die 20 Minuten, wo der Spiegel selbst noch kalt ist und in eine warme Umgebung kommt. Die warme Luft dort speichert mehr Wasser und die kondensiert dann am kalten Spiegel aus. Der Deckel vermindert den Luftaustausch mit der unerwünschten warmen Innenraumluft nur insoweit, wie auch der Boden der Spiegelzelle abgedichtet ist. Alternativ kann man das Beschlagen durch ein Gebläse verhindern, die den Spiegel in diesen 20 Minuten einfach trocken bläst und die Anwärmephase verkürzt.

Grundsätzlich hilft beim Einpacken das Abtrocknen der Spiegelbox (bis auf den Spiegel selbst) nach dem Motto: Gib dem Wasser keine Chance, die Luft nahe des Spiegels zu befeuchten.

Kalle - Alles wird gut !
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Specht
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1284 Beiträge

Erstellt  am: 23.06.2019 :  18:09:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo!

Ich hatte mir für meine damalige Meade-Lightbridge 16 eine runde Scheibe aus der IKEA-Bürostuhlunterlage Kolon gesägt, die konnte ich passend über den unteren Teil des Gitterrohrdobsons legen. War leicht und half ziemlich gut gegen Staub.

Mein altes Baader Hyperion 8mm hatte innen eine klebrige Lackierung (irgendwas aus Leim und Farbe), die angeblich Staubteilchen binden sollte. Sowas würde ich lassen. Wenn man das mal mit dem Finger berührt und dann versehentlich auf eine optische Fläche kommt, oje...

Ich blies den Staub nach etwa jeder Woche mit einem kleinen Foto-Blasebalg von Hama weg, viel kam da nicht zusammen.

PS: Bitte stellt doch die Bilder wie empfohlen mit einer Breite von maximal 800 Pixeln einzeln ein.

>Kalle: Huiii, 10000 Beiträge, das wäre eigentlich einen sechsten Stern wert... Respekt, auch wegen des Inhalts deiner Beiträge!

Viele Grüße, Volker.

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