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 Statement der VdS zu Starlink
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Caro
Astrophysikerin

Deutschland
6067 Beiträge

Erstellt am: 11.06.2019 :  14:40:54 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Caro's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo miteinander,

die folgende Pressemitteilung gibt die VdS heute anläßlich der Beeinträchtigung (amateur)astronomischer Beobachtungen durch Satellitenkonstellationen wie Starlink heraus.

Viele Grüße
Caro

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Die Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS) und ihre Mitglieds-Sternwarten der haben in den vergangenen zwei Wochen eine Vielzahl von teils besorgten Anfragen von Sternfreundinnen und Sternfreunden, aber auch aus der allgemeinen Bevölkerung erhalten. Hintergrund sind 60 Satelliten der vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX geplanten Satellitenkonstellation „Starlink“, die am 24. Mai 2019 in eine Erdumlaufbahn gebracht wurden. Insbesondere in den Tagen unmittelbar nach dem Start waren die Satelliten als eine extrem auffällige Kette von über den Himmel ziehenden, hellen Lichtpunkten wahrnehmbar und lösten dadurch entsprechende Aufmerksamkeit und Verunsicherung aus. Zwar haben sich die einzelnen Satelliten mittlerweile räumlich verteilt und ihre Helligkeit hat durch das Anheben und Stabilisieren ihrer Umlaufbahnen nachgelassen, dennoch sind sie nach wie vor sporadisch als helles Aufblitzen sichtbar und durchgehend fotografisch nachweisbar.


Oben: Güterzug der Gestirne: Drei Tage nach ihrem Start tauchten die 60 Starlink-Satelliten als leuchtende Perlenkette am Nachthimmel auf. Unten: Satelliten stören Sternbilder: Wenn bereits 60 Satelliten für solche Spuren zwischen den Sternbildern sorgen, wie wird der Himmel erst mit den geplanten 12.000 Satelliten aussehen? Bildnachweis: Vereinigung der Sternfreunde e.V./Sven Melchert


SpaceX will mit Starlink eine satellitenbasierte Infrastruktur für Hochgeschwindigkeits-Internetanbindungen weltweit bereitstellen. Hierfür sind im endgültigen Ausbau der Konstellation etwa 12.000 Satelliten vorgesehen, was die Zahl aller sich zur Zeit in der Erdumlaufbahn befindlichen Satelliten bei weitem übersteigt. Weitere Unternehmen wie Amazon planen ähnliche Konstellationen, hier steht der Start der ersten Satelliten jedoch noch aus. Die VdS ist sich der Bedeutung des Internets und der Entwicklungschancen durch die Anbindung auch weniger privilegierter Regionen der Erde bewusst. Gleichwohl birgt der anstehende gewaltige Zuwachs an künstlichen Satelliten in der Erdumlaufbahn auch Risiken, mit denen verantwortungsvoll umgegangen werden muss.

Für die VdS ist als bundesweitem Interessenverband der Amateurastronominnen und Amateurastronomen in Deutschland der Schutz des Anblicks des gestirnten Himmels als einzigartigem Kulturerbe der Menschheit ein zentrales Anliegen. Das Erleben dieses Naturwunders ist bereits jetzt in großen Teilen der Erde in höchstem Maße durch ineffiziente und übermäßige künstliche Beleuchtung stark beeinträchtigt und würde durch die Vielzahl an zu erwartenden neuen künstlichen Satelliten möglicherweise auch in bislang von der Lichtverschmutzung weitgehend unbehelligten Regionen der Erde irreparablen Schaden erleiden. Bereits vor dem Start der ersten Starlink-Satelliten waren am Nachthimmel unzählige künstliche Satelliten beobachtbar. Mit zehntausenden zusätzlichen Objekten in der Erdumlaufbahn ist es kein unrealistisches Szenario mehr, dass am Nachthimmel mehr über das Firmament ziehende Satelliten als Sterne zu sehen sind. Dies könnte unser Bild des Nachthimmels, der die Menschheit seit Anbeginn begleitet, für immer verändern. Zudem werden die Beiträge von Amateurastronominnen und Amateurastronomen zur Erforschung des Universums ähnlich wie die der Kolleginnen und Kollegen aus der professionellen Astronomie beeinträchtigt. Zu nennen sind hier beispielsweise Zeitreihen von Helligkeitsmessungen lichtschwacher oder ausgedehnter Objekte oder Verfolgung von Kleinkörpern im Sonnensystem. Auch fotografische Aufnahmen von Himmelsobjekten, die seit jeher die Faszination der Astronomie in die Bevölkerung tragen und einen Beitrag zur Allgemeinbildung leisten, sind betroffen.

Die VdS befasst sich im Rahmen der Arbeit des gesamten Vereins auf allen Ebenen und insbesondere in ihrer Fachgruppe Dark Sky mit dem Schutz des nächtlichen Sternhimmels. Aus diesem Grunde möchten wir unsere Besorgnis zum Ausdruck bringen und gleichzeitig dazu aufrufen, beim zukünftigen Ausbau von Satellitenkonstellationen wie Starlink den Schutz des Nachthimmels als menschliches Kulturgut zu gewährleisten und durch Aufnahme eines Dialoges die Belange von Amateur- wie Profiastronomie miteinzubeziehen.

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HHausHH
Meister im Astrotreff


385 Beiträge

Erstellt  am: 11.06.2019 :  15:23:20 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Warum reicht eigentlich nicht EIN System für alle. Das ist ja wie bei uns, wo jede Telefongesellschaft ihre eigenen Masten baut.

Helmut

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Kriegerdaemon
Meister im Astrotreff

Deutschland
460 Beiträge

Erstellt  am: 11.06.2019 :  21:23:56 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: HHausHH

Warum reicht eigentlich nicht EIN System für alle. Das ist ja wie bei uns, wo jede Telefongesellschaft ihre eigenen Masten baut.

Helmut


Weil dieses eine System dann eine Monopolstellung hätte und die Preise beliebig nach Oben treiben könnte. So ist das in der Wirtschaft. Dort kennt die Gier weder Maß noch Anstand. Also findet sich ein Zweiter, der - selbst, wenn er nur die Hälfte abkriegt, immer noch die Hoffnung auf Profit hat. Und das geht so weiter, bis es sich nicht mehr lohnt, weil die Ressourcen restlos ausgebeutet sind oder keine Nachfrage mehr besteht.

Wie zahlreich sind die Dinge doch,
derer ich nicht bedarf!
(Sokrates, beim Anblick der Waren auf dem Athener Markt)

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mag16
Senior im Astrotreff

Deutschland
238 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2019 :  09:42:51 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich finde es gut und wichtig, dass die VdS dieses Thema hochbringt und halte das Argument "Kulturerbe der Menschheit" auch für absolut angemessen. Seit zehntausenden von Jahren haben unsere Vorfahren zum Nachthimmel aufgeschaut und diese Erfahrungen flossen in zahlreiche Kulturen und Religionen ein. Nun sind wir dabei, dieses ganz grundlegende Erlebnis innerhalb weniger Jahrzehnte zu zerstören. Für mich ist das schlimmer als beispielsweise das Kolosseum in Rom oder das Taj Mahal abzureißen, um dort ein IT-Gebäude hinzustellen.

Was noch hinzukommt, ist der Vermüllungs- und Risikoaspekt eines solchen Projektes. Ich frage mich ernsthaft, wie bei zehntausenden weiterer Satelliten zukünftig noch eine bemannte Raumfahrt und Erschließung unseres Sonnensystems möglich sein soll. Bislang ist die bemannte Raumfahrt zwar noch nicht über den Mond hinausgekommen, aber es ist doch realistisch anzunehmen, dass in 50, 100 oder 200 Jahren die Grenzen der Raumfahrt andere sein werden. Allerdings nur, wenn es überhaupt möglich ist, kollisionsfrei die Erde zu verlassen.

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HHausHH
Meister im Astrotreff


385 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2019 :  13:46:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Das mit der Raumfahrt sehe ich nicht so problematisch. Die Bahnen sind bekannt, die ISS weicht ja heute auch schon öfter mal einem Bruchstück aus.
Vor dem ersten Weltkrieg hätte auch niemand für möglich gehalten, dass ein Bordgewehr durch den laufenden Propeller schießen könnte, ohne den zu treffen.

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mag16
Senior im Astrotreff

Deutschland
238 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2019 :  14:19:03 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Na ja, ich weiß nicht. Solange es sich um funktionierende Satelliten auf stabilen Bahnen handelt, mag das stimmen, aber irgendwann haben die Satelliten ja auch ausgedient und die Frage ist, wie man diese dann sauber entsorgt. Manchmal prallen auch zwei Satelliten zusammen, wobei im ungünstigsten Fall tausende Kleinteile entstehen, die sich jeder Kontrolle entziehen. In dem folgenden Artikel sind ein paar Beispiele zu finden, was in der Vergangenheit bereits vorgefallen ist; unter anderem die Kollision eines Iridium 33 Satelliten mit dem russischen Aufklärungssatelliten Kosmos 2251.

https://www.br.de/themen/wissen/weltraumschrott-satelliten-bruchstuecke-100.html

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