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j.gardavsky
Senior im Astrotreff

Deutschland
138 Beiträge

Erstellt am: 29.05.2019 :  14:27:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Freunde,

die Zeiten liegen schon ziemlich zurück, als Michael Paur in Teleskop Service mir den Sky-Watcher (Synta) achromatischen Refraktor vorführte, und ich traf sofort die Entscheidung.

Kurz und leicht, einfach transportabler in einer Golftasche von Lidl oder Aldi und immerhin 6“, also ein mobiles „rich field“ Fernrohr.
Und seitdem, und mit den wachsenden Ansprüchen, erfuhr dieses Fernrohr einige Aufrüstungen, die ich hier zeigen möchte.



Das erste Bild zeigt den Aufbau auf dem Cullmann Titan CT200 Stativ. Die Säule des Stativs ermöglicht es mit einer Kurbel die optimale Höhe des Refraktors schnell einzustellen, und das macht die Beobachtungen mehr komfortabel als ständig die Sitzhöhe verstellen zu müssen. Die Schiene des Fernrohrs sitzt auf dem Cullmann CT60 Neigekopf.

Und jetzt zum Fernrohr.
Weil das Streulicht der beobachtenden Astronomie ihr Feind ist, habe ich eine raue schwarze Fußmatte zusammengerollt und auf das Objektiv als Schutz gegen das Streulicht gesetzt. Und es hat sich sehr gut bewährt.

Und später geschah es, dass die Witwen nach den Liebhabern der Vögel Beobachtung die Optiken auf den Markt brachten, und ich kaufte einige gebrauchten Okulare von Leica, Swarovski und Zeiss in Vereinigten Königreich. Nun sind diese Okulare intrafokal, und sie benötigen etwa 3 cm mehr Weg in das Fernrohr. Damit war der Okularauszug knapp und wurde durch ein GSO ersetzt. Die Anpassung machte Teleskop Service.

Es hält kaum etwas so ab, wie ein Wechsel von Filtern. Deshalb sitzt auf dem 2“ Zenitspiegel ein Filterrad.

Die meisten Beobachtungen der DSOs mache ich mit dem 99% dielektrischen Quarz Zenitspiegel.
Nach den Tests von Wolfgang Rohr habe ich mich entschieden für die höchsten Vergrößerungen ein Zenitprisma einzusetzen, und mit Glück konnte ich das Wild Heerbrugg 2“ Prisma aus dem Nachlass von Manfred Pieper kaufen. Das Prisma wurde in ein anderes 2“ Gehäuse von TS eingebaut. Das zweite Bild zeigt die Baugruppe und die blaue AR-Beschichtung auf dem Prisma.



Hiermit kann ich bis zu 300x (0,5mm Austrittspupille) noch mit einem guten Kontrast vergrößern.

Das Glasprisma kompensiert bis zu einem gewissen Ausmaß die sphärochromatische Aberration des Fraunhofer Achromats. Es hängt auch davon, wie gut das Okular zu dem Achromat mit einem Prisma passt, oder auch nicht. Bei den sehr hohen Vergrößerungen ist es auch ratsam den UV-blauviolett und den rot-IR Bereich abzuschneiden, wie mit dem Baader UV/IR cut Filter (420nm – 680nm Durchlass). Damit wird der Kontrast von Details in den Mondkratern und von den Rimae noch höher.
Viel besser war auch die Auflösung der Sterne im Hercules Cluster M13.

Danke für die Geduld mit diesem langen Text


JG
6" F/5 achro Sky-Watcher
Okulare: Baader, Docter, Leica, Pentax, Tele Vue, Zeiss, ...
Leica APO Televid 82mm
Ferngläser: Docter, Leica, Nikon Astroluxe, Swarovski,Zeiss, TS(BA8, FB)
Backyard in Erlanger Oberland


Bearbeitet von: am:

C.Hay
Senior im Astrotreff


198 Beiträge

Erstellt  am: 29.05.2019 :  15:07:40 Uhr  Profil anzeigen  Besuche C.Hay's Homepage  Antwort mit Zitat
Lieber Juri,

Danke für Deinen interessanten Bericht. Ich bin neugierig, was den Baader UV/IR Filter betrifft, da auch ich einen 6-Zoll Fraunhofer (allerdings F8) benutze. Verbessert dieser auch die Trennung von Doppelsternen? Wie verändert sich die Farbe des Bildes - farbneutral oder gibt es einen Farbstich?

Beste Grüße, Christopher


Freunde der Nacht - BAfK Beobachteratlas für Kurzentschlossene


Bearbeitet von: am:
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1426 Beiträge

Erstellt  am: 29.05.2019 :  17:44:42 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Juiri,

sehr schön, ich mag diese getunten f/5-Achromate :-). Das Filterrad ist ein Traum und steht bei mir auch als nächstes auf der Liste.

Bei meinem 120/600 hatte der Vorbesitzer ebenfalls vom Fachhändler einen besseren 2"-Auszug nachrüsten lassen, allerdings dergestalt, dass es bei der Beobachtung mit Zenitspiegel bereits in der Feldmitte munter vignettierte und effektiv nur 100 mm Öffnung übrigblieben. Hast Du das bei Dir mal überprüft? Ich habe dann kurzerhand einen 3"-Auszug spendiert, damit die Vignettierung im Feld auch im Rahmen bleibt.

Etwas erstaunt bin ich über die von Dir genutzten hohen Vergrößerungen, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.
Schönes Gerät auf jeden Fall, macht sicher Spaß!

Viele Grüße

Holger


Machen ist wie wollen, nur krasser.

Bearbeitet von: Cleo am: 30.05.2019 08:22:26 Uhr
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j.gardavsky
Senior im Astrotreff

Deutschland
138 Beiträge

Erstellt  am: 29.05.2019 :  19:26:50 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Christopher, hallo Holger,

und besten Dank für die Antworten!
1. Baader UV/IR: Dieser Interferenzfilter scheint mir gut in RGB balanciert zu sein, die blaue Farbe ist ein bischen mehr gesättigt als erwartet. Einen farbstich habe ich nicht bei den "terrestrial tests" gesehen.
2. Filterrad: Das Filterrad TS (Taiwan) ist mechanisch ein bischen ..., es soll irgendwann mit einem alten Atik ersetzt werden.
3. Okularauszug: Davor war ein 2" montiert, jetzt ist es der 3" GSO.
4. Vignettierung: Das Filterrad und ein kurzer 1,25" Einstecktubus für die Okulare ist kurzbauend montiert, ich konnte keine Vignettierung feststellen. Das Feld ist auch mit dem Docter 12,5mm 85° sehr gut ausgeleuchtet.
5. Für die maximalen Vergrößerungen benutze ich die folgenden Okulare:
Pentax O-6, KK Fujiyama HD Or 5, Baader 3,6mm Symmetric Diascope Edition, Pentax XW 3,5mm, Pentax XO 2.5
Das Tele Vue Nagler Zoom 3mm - 6mm ist in der Reserve.

Klaren Himmel!

PS: Mein Vorname ist Jiri, nicht Juri
JG ist mein Kürzel, was mir irgenwannmal in München verpasst wurde, ha, ha

JG
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1426 Beiträge

Erstellt  am: 30.05.2019 :  08:23:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jiri,

Zitat:
Original erstellt von: j.gardavsky
3. Okularauszug: Davor war ein 2" montiert, jetzt ist es der 3" GSO.

Danke für die Info, das täuschte wahrscheinlich einfach, weil ich den 120/600 mit dem kleineren Tubusdurchmesser gewohnt bin. Dann vignettiert natürlich auch nix.

Viele Grüße, Holger

Machen ist wie wollen, nur krasser.

Bearbeitet von: am:
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j.gardavsky
Senior im Astrotreff

Deutschland
138 Beiträge

Erstellt  am: 30.05.2019 :  13:55:21 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Holger,

die schnellen Achromate, wie F/5, sind auf die Wahl der passenden Okulare sehr empfindlich.
Im f=25mm Bereich gibt es jetzt drei interessante Stücke, die ich bereits im Arsenal habe:
a) Das Carl Zeiss Jena Plössl (military grade), besser als das Tele Vue Plössl
https://www.ebay.de/itm/291338904674?format=1&hlpv=1&cond=1
b) Das Leica HC Plan, mit dem praktisch gleichen Aufbau wie das überteuerte legendäre asphärische Carl Zeiss (West) E-Pl #44 42 31 https://www.ebay.de/itm/Leica-Mikroskop-Okulare-Paar-HC-Plan-10x-22-Brille-M-507804/293098797117?hash=item443e0cb83d:g:n1QAAOSwx85c5FRs&frcectupt=true
c) Und das Carl Zeiss (West) E-Pl #44 42 32 mit einem Meniskus statt der Asphäre, neu erworben von haristar, aber hier noch ein Stück erhältlich
https://www.ebay.de/itm/ZEISS-WEST-E-Pl-10x-20/153494010377?hash=item23bcf4ba09:g:S~cAAOSw9ZZc4D7T&frcectupt=true

In etwa 2 Wochen werde ich einen Aufsatz über die Mikroskopokulare, die für die Astronomie geeignet sind, schreiben.

Es gibt immer wieder ein Risiko, dass das CN Forum einen "hype" in die Luft setzt, und dann schießen die Preise in die Höhe.
Aber die ersten beiden Okulare sind echt Klasse, das dritte ist immer noch super, und ich habe durch diese Okulare einige Emissionsnebel vom Backyard aus gesehen, die mich des Atems beraubten.

Klaren Himmel


JG
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