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Gerrit Erdt
Neues Mitglied im Astrotreff


13 Beiträge

Erstellt am: 14.05.2019 :  18:40:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

ich betreibe regelmäßig Astrofotografie mit Kamera und Objektiv mit einer Brennweite von maximal 300mm. Die Poljustage hat mir die letzten Male einiges an Zeit gekostet, daher habe ich überlegt, wie ich dies beschleunigen könnte. Nun meine Überlegung:

Wenn man einen digitalen Kompass und eine Wasserwaage mit ausreichender Genauigkeit (ich schätze mal 3 Nachkommastellen reichen, würde mich jedoch über eine fundierte Meinung diesbezüglich freuen) verwendet, um zuerst das Stativ waagerecht zu platzieren. Anschließend müsste man den Kompass auf der Nachführung befestigen, dort, wo sich normalerweise das Teleskop bzw. die Kamera befindet. Dann müsste man die Kamera exakt Richtung geografischer Nordpol ausrichten und die Polhöhe mithilfe der Wasserwaage einstellen (deshalb muss man das Stativ auch zuerst waagerecht aufstellen).

Wäre diese Technik in dem von mir genannten Brennweiten-bereich sinnvoll einsetzbar und kennt jemand einen Kompass und/oder eine Wasserwaage, die eine entsprechende Genauigkeit haben?

Danke für Antworten im Voraus

Bearbeitet von: am:

stefan-h
Altmeister im Astrotreff


16942 Beiträge

Erstellt  am: 14.05.2019 :  19:33:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Gerrit,

Kompass und Metall verträgt sich üblicherweise nicht, der Kompass zeigt dadurch falsch an. Außerdem ist das Ergebnis ungenau, selbst wenn der Kompass korrekt funktionieren würde.

Die Wasserwaage verhilft dir nur zu einer reproduzierbaren Aufstellung, die waagrechte Ausrichtung des Stativs ist grundsätzlich nicht nötig. Wenn du an unterschiedlichem Standort aufbaust ist das aber hilfreich, du musst dann nur noch halbwegs passend einnorden.

Falls kein Polsucher vorhaden ist- schaff dir einen an. Falls vorhanden- üben, dann klappt das einnorden auch schneller.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

Bearbeitet von: am:
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Heljerer
Senior im Astrotreff

Deutschland
214 Beiträge

Erstellt  am: 14.05.2019 :  19:43:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Gerrit!

Ich bin zwar rein visuell unterwegs, hantiere aber viel mit Kompass und Wasserwaage herum. Ich verwende beides aber fast ausschließlich am Taghimmel.

Kompass-Genauigkeit:
Ich verwende nur analoge Kompasse. Nach Studium diverser Foren musste ich mich überzeugen lassen, dass digitale Kompasse allenfalls im extrem hochpreisigen Profibereich an einen sehr guten analogen Kompass herankommen. Ein sehr guter Peilkompass hat eine Genauigkeit von ca. 0,2°.

Genauigkeit Wasserwaage:
Eine normale analoge Wasserwaage misst auf 1 mm pro Meter genau. Das 1 mrad also ca. 0,06°. Damit kannst du die Montierung in die Waage bringen. Der größte Fehler sind dabei die nicht exakt gearbeiteten Oberflächen des Montierungsblocks und nicht die Ungenauigkeit der Wasserwaage. Für die Polhöhe brauchst du eine digitale Wasserwaage. Meine dig. Wasserwaage hat eine Auflösung von 0,1°. Die Genauigkeit ist nur unwesentlich schlechter.

Abweichung in der Praxis:
Ich messe regelmäßig die Abweichung zwischen der Anzeige der Wasserwaage und der wahren Höhe der Gestirne. Bei meinen Teleskopen sind das ca. 0,2 - 0,4°. Das liegt daran, dass der Tubusmantel nicht exakt parrallel zur optischen Achse ist. Diese Korrektur muss ich daher immer vornehmen.

Beim Kompass ist es deutlich kniffeliger. Ich habe keine Montierung, die frei von Stahl ist. Daher kann ich den Kompass nur in einiger Entfernung davon verwenden. Das ist auch nicht schlimm, denn mit Peilkompass kann ich sowieso eine höhere Genauigkeit erzielen als mit einem Kartenkompass. Ich peile am Horizont mit dem Kompass genau Norden an und merke mir die Position. (Wahres Nord! Also Missweisung berücksichtigen!) Dann bringe ich die Gegengewichtsstange in die Horizontale und fixiere die Rektakaszensionsachse. Dann schaue ich durch's Hauptrohr und stelle es durch Drehen des Montierungsblocks und der Deklination auf die zuvor gemerkte Position ein. Fertig! Die Genauigkeit der Nordrichtung liegt somit bei ca. 0,5°. Das aber nur bei einem sehr guten Peilkompass (Preis ca. 100 - 150 Euro). Mit Allerweltskompassen schafft man nur etwa +/- 2°, mit viel Übung vielleicht auch mit Mühe +/- 1°.

Für die visuelle Tagbeobachtung reichen 0,5°. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass diese Methode für die Fotografie ausreicht.

Gruß
Wolfgang

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HHausHH
Meister im Astrotreff


384 Beiträge

Erstellt  am: 15.05.2019 :  01:28:40 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin Gerrit,

Wenn du eine Montierung mit Polsucher hast, google mal etwas nach "Kochab-Methode". Dazu brauchst du keinen Kompass und auch keine Wasserwaage, und es geht unschlagbar schnell. Dein Stativ muss auch nicht ganz genau senkrecht stehen. Hauptsache, die Drehachse ist parallel zu Erdachse. Bei 300 mm Brennweite dürfte die Einnordung mit Kochab für etwa 30 Sekunden Belichtung ausreichend sein.

Gruß Helmut

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mag16
Senior im Astrotreff

Deutschland
218 Beiträge

Erstellt  am: 15.05.2019 :  11:10:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Gerrit,

wenn Du einen Polsucher mit Beleuchtung hast, kann ich die folgende App empfehlen:
https://itunes.apple.com/de/app/polar-scope-align/id970157965?mt=8

Sie berechnet automatisch die Position von Polaris in den Polsucherkreisen, was ein sehr schnelles (wenige Minuten) und genaues Einnorden möglich macht.

Viele Grüße,
Marco

Bearbeitet von: am:
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Monoceros
Meister im Astrotreff

Colombia
484 Beiträge

Erstellt  am: 27.05.2019 :  18:36:29 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Gerrit,

schau Dir mal das Video an.

https://www.youtube.com/watch?v=xY4Fo5ESubI

Grüße

Robert

BPC5 8x30
6" f7.1 Selbstschliff
10,6" f5.3 Selbstschliff

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