Statistik
Besucher jetzt online : 175
Benutzer registriert : 21731
Gesamtanzahl Postings : 1070680
Astroshop
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Astronomie – die Wissenschaft
 Neues aus der Astronomie (Astronews)
 Entstehung von koronalen Massenauswürfen
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Autor Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema  

Caro
Astrophysikerin

Deutschland
6016 Beiträge

Erstellt am: 10.03.2019 :  12:55:51 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Caro's Homepage  Antwort mit Zitat
Die Ergebnisse von Forschungen an der Universität Graz, der University of Science and Technology China und der Universität Potsdam beschreiben erstmals die Entstehung eines koronalen Massenauswurfs aus Mini-Flussröhren

Koronale Massenauswürfe auf der Sonne, die sich in den interplanetaren Raum ausbreiten, sind für die stärksten Störungen des Weltraumwetters verantwortlich. Ihre Auswirkungen können bis zur Erde reichen und hier zu Störungen des Flugverkehrs oder gar Stromausfällen führen. Astrid Veronig vom Institut für Physik und Observatorium Kanzelhöhe der Universität Graz erforscht die Vorgänge auf der Sonne. Ein detailliertes Verständnis der hochenergetischen Prozesse soll dazu beitragen, genauere Vorhersagen zum Weltraumwetter treffen zu können. „Nun konnten wir erstmals zeigen, dass sich koronale Massenauswürfe aus einer Vielzahl sehr kleiner Plasmastrukturen in Form einzelner magnetischer Flussröhren entwickeln“, berichtet Veronig über neue Erkenntnisse, die soeben im renommierten Forschungsjournal „Science Advances“ veröffentlicht wurden. Erstautorin der Publikation ist Tingyu Gou von der University of Science and Technology China (USTC). Ihre Forschungen machte sie während eines einjährigen Aufenthaltes als Dissertantin an der Universität Graz in Zusammenarbeit mit Astrid Veronig.

Koronale Massenauswürfe zählen zu den energiereichsten Prozessen in unserem Sonnensystem. „Dabei werden riesige Wolken von magnetisiertem Sonnenplasma in den interplanetaren Raum geschleudert, wo sie sich mit Geschwindigkeiten bis zu einigen Millionen Kilometern pro Stunde ausbreiten“, erklärt Veronig.


Entwicklung eines koronalen Massenauswurfs durch Verschmelzung einer Vielzahl kleiner magnetischer Flussröhren. Bild: Tingyu Gou et al., The birth of a coronal mass ejection, Science Advances, 6. März 2019

Dass einem solchen Auswurf Magnetfeldverschmelzungen in der Sonnenkorona zugrunde liegen, ist bekannt. Wie diese jedoch im Detail ablaufen und wie die kleinskaligen physikalischen Prozesse zu den großräumigen Massenauswürfen führen, wurde nun in einer internationalen Kooperation von der Universität Graz, der USTC und der Universität Potsdam erstmals beantwortet. Dazu haben die ForscherInnen Aufzeichnungen eines koronalen Massenauswurfs aus dem Jahr 2013, aufgenommen vom Solar Dynamics Observatory (SDO) und von der Satellitenmission RHESSI – beide von der NASA – analysiert.
Aus den Daten, die Informationen über Dichte, Temperatur und Magnetfeld des Sonnenplasmas sowie über hochenergetische Teilchenströme lieferten, wurde deutlich: „Alles beginnt mit vielen kleinen magnetischen Flussröhren von einigen Tausend Kilometern Durchmesser, die sich nacheinander durch Magnetfeldverschmelzung ablösen, wodurch – ähnlich dem Schneeballeffekt – immer großräumigere Strukturen entstehen, bis die magnetischen Flussröhren innerhalb von dreißig Minuten Ausmaße von mehreren Millionen Kilometern erreichen“, beschreibt Veronig den Vorgang.

Diese Einsichten können jetzt in Modelle einfließen und so dazu beitragen, die physikalischen Prozesse, die zur Eruption von koronalen Massenauswürfen führen, besser zu beschreiben und letztlich auch ihre Auswirkungen auf der Erde besser voraussagen zu können.

Weitere Infos auf den Seiten der Uni Graz unter https://news.uni-graz.at/de/detail/article/geboren-aus-der-sonne/

Bearbeitet von: am:
  Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema  
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Springe nach:
Astrotreff - Astronomie Treffpunkt © Astrotreff 2001 - 2019 Zum Anfang der Seite
Diese Seite wurde in 0.25 sec erzeugt. Snitz Forums 2000

Der Astrotreff bedankt sich für die Unterstützung von:



?