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Seite: von 5

PeterKn
Meister im Astrotreff

Deutschland
478 Beiträge

Erstellt  am: 01.01.2019 :  06:28:04 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Boah ... ich bin platt!
Genial was Du aus den Darks ausgelesen und analysiert hast.
Auch Danke für die Einschätzung welchen Nutzen ich (und alle anderen 60D bzw. 80D Nutzer) aus dem Ergebnis ziehen können.

Mal sehen was später im Vergleich zur 80D rauskommt ... Und wer weiß? Evtl. wird sich ja herausstellen dass eine der Beiden nur im Winter brauchbar ist, die andere dagegen erst im Sommer seine wahre Stärke zeigt.

Ich wünsche Dir und allen Anderen ein gutes neues Jahr!

Gruß aus Bayern.
Peter

Bearbeitet von: PeterKn am: 01.01.2019 06:28:35 Uhr
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ErwinL
Senior im Astrotreff

Deutschland
101 Beiträge

Erstellt  am: 01.01.2019 :  19:46:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Peter,

auch dir ein gutes neues Jahr mit vielen klaren Nächten!
Ich hab jetzt die 80D-Bilder ausgewertet. Das ist gar nicht so kompliziert, man muss nur immer die Unterschiede zwischen den Pixeln zweier Bildern bestimmen, quadrieren, mitteln und noch auf den quadrierten Mittelwert beziehen, dann hat man schon die Varianz. Die Wurzel daraus ist dann das Rauschen.

Die Auswertung der beiden 80D Reihen ergibt ein ganz ähnliches Bild wie für die 60D:



Das thermische Rauschen ist sehr ähnlich wie bei der 60D unter gleichen Umgebungsbedingungen. Bezogen auf die Sensor-Temperatur rauscht sie allerdings etwas stärker als die 60D, weil deren Sensor um ca. 3° wärmer wurde - warum auch immer. Wenn man das rausrechnen würde, wäre das Rauschen der 60D um einen Faktor von ungefähr 0.8 geringer. Bei der Kühlschrank-Temperatur holt die 80D schon merklich auf, sie hat offenbar einen höheren Temperaturkoeffizienten.

Der Warm-Pixel-Beitrag der 80D zum Rauschen, gemessen als Unterschied zwischen der Varianz aller Pixel und der Pixel in der unteren Hälfte des Hauptpeaks fällt etwa doppelt so hoch aus wie bei der 60D.
Rein rechnerisch ist das aber nicht die Welt: Dadurch rauscht die 80D thermisch ca. 10% mehr als ohne die Warm-Pixel und bei Raumtemperatur etwa 25% mehr als die 60D. Der gesamte Unterschied liegt damit in einem Bereich, wo eine ungenaue Temperaturmessung der Kamera alle Schlussfolgerungen unsicher macht.

In der Praxis könnte subjektiv mehr stören, dass der Rauschanteil der Warm-Pixel nur von einem relativ kleinen Teil der Pixel kommt, die dann aber stärker rauschen - auch nachdem man den mittleren Warm-Pixel-Beitrag durch ein Dark korrigiert hat. Ich glaube aber inzwischen, dass das auch nicht so gravierend sein dürfte: Zwar erstreckt sich der Warm-Pixel Peak der 80D bei 32°C schon über 7000 ADUs, aber der mittlere Dunkelstrom, den man im Histogramm nicht sieht, weil ihn die Kamera schon abgezogen hat, beträgt auch schon etwa 4000 ADUs.

Anders als ich bisher dachte, könnte es also durchaus sein, dass du die 80D auch im Sommer gut verwenden kannst, weil ihr thermisches Rauschen abgesehen von diesem ausgeprägten Warm-Pixel Peak mit dem der 60D durchaus vergleichbar ist. Ob die subjektive Wirkung der Warm-Pixel schlimmer ist als die rechnerische, müsste man wohl wirklich durch Ausmaskieren prüfen.

Ich werd als nächstes noch meine 600D und 1100D mit den anderen Kameras vergleichen und auch die Temperaturkoeffizienten bestimmen (für einfache Rechenregeln für den Temperatureinfluss).

Viele Grüße, Erwin

Bearbeitet von: am:
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PeterKn
Meister im Astrotreff

Deutschland
478 Beiträge

Erstellt  am: 04.01.2019 :  06:43:18 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zwischendurch mal was zum ankucken und als Auflockerung zu den nackten Zahlen...

Beim Aufräumen der Festplatte habe ich ein paar ältere Lights gefunden die eigentlich gelöscht werden sollten.
(Teleskop schlecht justiert und Kamera verkippt. Sieht man u.a. sehr deutlich an einigen Spikes...)

Weil ich aber dabei bin mich wieder in PixInsight einzuarbeiten, und aktuelle Lights nicht zur Hand sind, habe einfach mal die "Schrott-Lights" und die neu erstellten Darks BIAS FLATs durchs Batch-Preprocessing gejagt. Eigentlich wollte ich nur testen wie lange PixInsight für die Bearbeitung braucht. War aber dann doch etwas überrascht was daraus geworden ist ... frisch aus dem Stacking PreProcess und quasi bereit zum PostProcess (ColourManagement, WB, Schärfen, usw, usf.)

Kamera: EOS 60D am GSO 10"/1250mm.

Wird zwar nie etwas werden was man sich an die Wand hängen würde, aber zum weiteren Spielen und Einarbeiten in den PostProcess von PixInsight reichts alle mal...

Aber das nur nebenbei. Und vor Allem als mahnenede Erinnerung an mich selbst, dass nicht nur die Kameratechnik zählt. Wenn das Teleskop schlecht justiert oder Nachführung ungenau ist, hilft Dir selbst die beste Kamera der Welt nicht weiter...

Euch Allen ein gutes neues Jahr!

Gruß aus Bayern.
Peter

Bearbeitet von: PeterKn am: 04.01.2019 06:55:45 Uhr
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bimobil
Neues Mitglied


9 Beiträge

Erstellt  am: 05.01.2019 :  15:54:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo an alle , ein paar Fotos von mir von Ende Dezember mit der Canon 800Da.
https://picload.org/view/dccpailo/comp_packman_1.jpg.html
https://picload.org/view/dccpaill/comp_m33_2.jpg.html
https://picload.org/view/dccpailc/comp_ciriusneu4_1.jpg.html
Aufgenommen in Rosenheim sehr schlechte Bedingungen
CS Guido

Bearbeitet von: am:
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ErwinL
Senior im Astrotreff

Deutschland
101 Beiträge

Erstellt  am: 06.01.2019 :  23:31:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Schöne Bilder habt ihr da!
Ich hab auch noch eins, ein Dunkelstrom-Vergleich der neuen mit älteren Kameras.
Es sind noch vier von meinen Kameras zum Gesamtvergleich dazugekommen: 650D, 600D(a) und zwei 1100D:



Wie man sieht, gibt es große Unterschiede zwischen den Modellen. Aber auch innerhalb einer Modellreihe gibt es starke Streuung: Hier zwischen den beiden 1100D und wie wir früher schon gesehen hatten bei der 80D.
Aber so unterschiedlich die Warm-Pixel-Zahlen auch sind, der Hauptpeak mit der weit überwiegenden Zahl von Pixeln sieht immer sehr ähnlich aus. Und dessen Breite hängt auch sehr direkt mit der Varianz, also dem Dunkelstrom zusammen.
Dass die beiden 1100D hier besonders gut aussehen, liegt vor allem daran, dass dieses Modell ein höheres Gain hat. Wenn man das korrigiert und das Rauschen ISO-unabhängig in Elektronen umrechnet, sind sie nur noch ein paar Prozent besser als der Rest - aber immerhin.

Jetzt muss aber noch die Pixelzahl eingerechnet werden: Für die gleiche Auflösung kann man über mehr Pixel mitteln, wenn die Pixelzahl größer ist. Das Rauschen verbessert sich dadurch um die Wurzel aus dem Pixelzahlverhältnis.
24 Megapixel gegenüber 18 ergeben dann ein um den Faktor sqrt(18/24) = 0.867 geringeres Rauschen, für 12/24 ergibt sich 0.707.
Aber auch damit stimmt der Vergleich noch nicht so ganz. Die einzelnen Modelle haben auch noch unterschiedliche 'echte' ISO-Werte. So haben die 80D und 200D statt der eingestellten 800 nur 532, während die älteren Sensormodelle um die 20% mehr hergeben. Die Sache ist also wirklich schwer zu durchschauen.

Hier die gesammelten Daten für 20 min, ISO 800 (ohne Gewähr, solange es niemand nachgerechnet hat):



Das gemessene Rauschen beinhaltet hier auch das Ausleserauschen. Wenn man es rausrechnet, sinken die Werte um 1 bis 2 Counts.
Bis auf die 60D, die um 3 Grad höher liegt, erwärmen sich die Sensoren aller Modelle (bei geschlossenem Gehäuse) um ca. 11°C bis 12°C. (Diese Exif-Werte liegen teils ziemlich daneben: Eine meiner 1100D startet 3 Grad über Raumtemperatur, eine andere um 1 Grad darunter.)
Die Elektronik-Temperatur der Kameras liegt nach Magic Lantern Anzeige nochmals um 15 Grad höher.

Jetzt fehlen noch die Regeln zur Umrechnung auf andere Zeiten und Temperaturen. Das ist nicht mehr viel, aber heute ist's mir doch schon zu spät.

Viele Grüße, Erwin

Bearbeitet von: ErwinL am: 07.01.2019 20:53:25 Uhr
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astro-cansoni
Neues Mitglied


7 Beiträge

Erstellt  am: 07.01.2019 :  14:10:16 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo in die Expertenrunde...

habe mich als Einsteiger durch alle Beiträge und Quellen durchgearbeitet, weil mich das Thema: welche Canon APS-C ist gut für Astro geeignet, beschäftigt hat.

Dazu die Frage: Canon hat selbst eine Astro-Kamera auf dem Markt: 60DA

Warum kam die hier nie in einen Vergleich?

Die müsste doch deutliche bessere Werte (bei ISO und Noise) bringen als die normale 60D?

Nach dem ich mit meinen 3 Sony-Bodys (ältere) wegen der Star-Eater-Thematik bei Astro nun doch wieder auf Canon switche, suche ich eine APS-C die mind. 24MPix bringt. Oder kann ich mit meiner alten Canon 7D noch was anfangen?

Eine Canon 6d würde ich gerne auf Astro umarbeiten lassen. Aber das ist KB für UWW usw..

Ratlose Grüße
Ekkehard


Astro-Schnuppern

Bearbeitet von: am:
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Nobbi
Meister im Astrotreff

Deutschland
251 Beiträge

Erstellt  am: 07.01.2019 :  19:39:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Ekkehard,

die 60DA ist auch nur eine 60D mit modifiziertem Filter.
Vom Rauschen her ist die identisch mit der 60D.
Dafür hat man einen recht ordentlichen Mehrpreis bezahlt, und musste sich nicht mit Garantie oder der Sorge um die Fokuslage herumplagen.
Der Preis war(ist) halt recht hoch, insbesondere da man die andern Modelle gebraucht viel günstiger bekommt. Ist eher eine Stückzahlfrage.

Die 7D kenne ich nicht persönlich , aber von den Daten her sieht die doch nicht schlecht aus, Liveview hat sie auch, also kann man erst mal loslegen.

Gruß
Norbert

Bearbeitet von: am:
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astro-cansoni
Neues Mitglied


7 Beiträge

Erstellt  am: 07.01.2019 :  20:05:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Vielen Dank, Norbert, das hilft mir weiter.

Astro-Schnuppern

Bearbeitet von: am:
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ErwinL
Senior im Astrotreff

Deutschland
101 Beiträge

Erstellt  am: 07.01.2019 :  21:24:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
So, hier ist noch ein bisschen Umrechnung auf andere Aufnahmebedingungen.

Belichtungszeiten:
Das Dunkelstromsignal wächst gleichmäßig mit der Zeit, sein Rauschen also mit der Wurzel daraus: doppelte Zeit rauscht 1.414-fach mehr. Oder umgekehrt: Mit jedem Vierteln der Belichtungszeit halbiert sich das thermische Rauschen.
Das Ausleserauschen bleibt natürlich gleich und gewinnt so einen immer höheren Anteil.

Bei t = 2 min (= 20 min / 10) beträgt das thermische Rauschen dann z.B. statt 60 nur noch 60/sqrt(10) = 19 ADU.

Umrechnung auf andere Temperaturen:
Der Temperaturkoeffizient oben gibt für die drei Kameras, für die ich Dark-Serien bei zwei verschiedenen Temperaturen habe an, für welche Temperaturerhöhung sich der Dunkelstrom verdoppelt bzw. das thermische Rauschen auf das 1.414-fache zunimmt. Das Ausleserauschen ist davon praktisch nicht betroffen.

Für einen Temperaturkoeffizienten von 5° halbiert sich das thermische Rauschen, wenn die Umgebungstemperatur um 10°C sinkt. Für T=0°C werden dann aus 60 ADU bei 20°C etwa 60/4 = 15 ADU thermisches Rauschen.

Beide Umrechnungen überlagern sich ungestört, so dass für 2 min bei 0°C von 60 ADU nur noch etwa 60 / sqrt(10) / 4 = 5 ADU übrig bleiben.
Das liegt schon weit unter dem Ausleserauschen, so dass man sich um thermisches Rauschen nicht mehr groß kümmern muss.

Etwas anders sieht es für eine warme Sommernacht und/oder lange Zeiten z.B. für Schmalbandfilter oder schwache Objekte an einem dunklen Himmel aus.
Solange das thermische Rauschen deutlich über dem Ausleserauschen liegt, kann ich auch mit einem älteren Kameramodell bei Bedarf zu kleineren ISOs gehen und vom geringeren Warm-Pixel-Rauschen profitieren.
Es sei denn, das Weginterpolieren von einer oder einer halben Million Warm-Pixel hat - wie ich vermute - keine merkliche negative Wirkung auf die Auflösung.
Ich glaube, ich werde das einfach mal mit einer 600D Aufnahmereihe (ungekühlt) exzessiv testen.

Umrechnung auf andere ISOs:
Rauschen und Signal werden mit dem ISO-Verhältnis multipliziert. Es ändert sich zunächst also nichts (außer dem Dynamikumfang).
Allerdings nimmt in den älteren Modellen das Ausleserauschen bei ISOs unter 1600 überproportional zu, weshalb wir sie ja bei 800 oder 1600 einsetzen. Bei den neuen Sensoren ist dieser Effekt aber fast verschwunden.
Wenn aber die Nacht warm (oder der Himmel hell) ist und das Ausleserauschen nebensächlich wird, ist das auch egal. Dann stört bei kleinen ISOs allenfalls noch das Banding, das dabei auch verstärkt auftritt.

--> Ekkehard: Hast du eigentlich eine 6D? Deren thermisches Rauschen soll ja super gut sein. Das würde ich mir gern mal ansehen.

Bearbeitet von: am:
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astro-cansoni
Neues Mitglied


7 Beiträge

Erstellt  am: 07.01.2019 :  21:53:00 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Erwin, ich bin noch beim Aufbau meiner Ausrüstung und da Ü70 geht das finanziell etwas langsamer.

Von Canon sind eine 7d und eine 6d vorhanden und ich überlege beide auf Astro umzurüsten. Vermutlich erst die 6D.
Bin mir aber noch nicht ganz sicher mit welcher Technik und von welchem Anbieter.

VG Ekkehard

Astro-Schnuppern

Bearbeitet von: am:
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ErwinL
Senior im Astrotreff

Deutschland
101 Beiträge

Erstellt  am: 07.01.2019 :  22:09:25 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Falls du Lust hast, mit der 6D ein paar Darks aufzunehmen, sag Bescheid.

Viele Grüße, Erwin

Bearbeitet von: am:
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Gendra
Neues Mitglied


9 Beiträge

Erstellt  am: 09.01.2019 :  20:00:46 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Gendra's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo

wirklich beeindruckend, was man alles aus den Dateien herausarbeiten kann.

(==>)Erwin: Falls noch Interesse besteht habe ich nochmal eine Dark-Reihe mit meinen beiden Kameras gemacht:
Canon EOS 200d: https://www.dropbox.com/sh/2erf0vnbzbvshlw/AAC6cDnFcim__CStttgwlleSa?dl=0
Pentax K-5 II: https://www.dropbox.com/sh/kpmj6hocb24a17m/AABx_PSXca9Vh0R8MiO-qKira?dl=0

Ich habe auch jeweils 5 Biasframes dazu gepackt.


Zitat:
Original erstellt von: ErwinL
Inzwischen habe ich mir mal die Darks deiner Pentax K5 II angeschaut und war doch etwas erstaunt, was da zu sehen war. [...]
Die Darks der haben kein Bias drauf, so dass beim Auslesen (oder durch nachträgliche "Aufbesserung") die Hälfte der Pixel null Signal haben. Tatsächlich sind es sogar zwei Drittel der Pixel, die völlig gelöscht sind. Soweit ich das erkennen kann passiert das schon in der Kamera und nicht beim Lesen der Raws.
Im Gegensatz dazu sind die Canon Raws immer mit einem Offset (meist 512, 1024 oder 2048) versehen, so dass vor dem Stacken nichts abgeschnitten wird (was für die Gesamt-Siganlqualität auch gut ist).
Erstaunlicherweise hat die Bias-Aufnahme deiner Pentax aber sehr wohl einen Offset (von 512).
Scheinbar scheint Pentax die RAWs intern abhängig von der Belichtungszeit unterschiedlich zu bearbeiten. Ich hatte bei meinen Fotos selbst den Eindruck, dass trotz abgestellter Rauschreduktion etc. bei Belichtungszeiten über 30s eine intere Rauschreduktion statt findet. Was mir aufgefallen war, war das bei Bildern mit 30s Subframes einige Hotpixel zu sehen waren, auf vergleichbaren Bildern mit längerer Belichtungszeit jedoch fast nie welche, so dass ich schon vermutet habe das irgendwo eine Manipulation der Daten stattfinden. Falls es nicht zu sehr Off-Topic ist habe ich in der Pentax Ordner auch mal je 2 Darks mit 30s sowie mit 32s gepackt, vielleicht ist hier schon ein Unterschied in der Verarbeitung zu erkennen.


Zum Schluss aus der Praxis (bei ca. 0°C) nochmal ein third-light der EOS 200d, diesmal mit dem 8" Newton und 27x150s, ebenfalls ohne Darks und nur mit "intrinsischem" Dithering (irgendwo ist noch ein Drift zwischen Teleskop und Leitrohr):

M35 und NGC2518

https://www.astrobin.com/384027/

CS Tilmann

Ausrüstung: TS 10x50 Fernglas, Skywatcher 200/1000 PDS auf HEQ5, Star Adventurer
Pentax K5-II & Canon EOS 200d
Bilder: https://www.astrobin.com/users/Gendra/

Bearbeitet von: Gendra am: 09.01.2019 23:18:43 Uhr
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ErwinL
Senior im Astrotreff

Deutschland
101 Beiträge

Erstellt  am: 10.01.2019 :  16:46:08 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Tilmann,

danke für die neuen Dark-Serien, ich schau sie mir am Wochenende mal an.
Deine Vermutung zur Pentax Rauschreduktion erscheint plausibel. Bin gespannt ob's sich bestätigt.

Deine M35/NGC2518 Kombination gefällt mir.
Ich verwende übrigens immer nur "intrinsisches" Dithering: Das bekommt man ja, sobald der Leitstern etwas außerhalb sitzt, umsonst dazu. Oder kann deine Nachführung das korrigieren?

Viele Grüße, Erwin

Bearbeitet von: am:
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ErwinL
Senior im Astrotreff

Deutschland
101 Beiträge

Erstellt  am: 16.01.2019 :  08:56:49 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Es dauert doch meist länger als man denkt, aber jetzt hab ich zumindest mal die 200D durch:
Die Dark-Serie der 200D zeigt keine Überraschungen. Der Temperaturverlauf ist fast identisch wie bei der 80D und auch der Dunkelstrom. Und die Zahl der Warm-Pixel ist natürlich immer noch auf dem etwas niedrigeren Niveau.
Hier die ergänzten Daten für 20 min, ISO 800:



Aus den Bias-Aufnahmen ergibt sich für das Ausleserauschen bei ISO 800 ein Wert von 9.85 ADU, wenn jeweils 2 Bias verglichen werden.
Aus nur einem einzelnen Bias ergeben sich 9.88 ADU, eine erstaunlich gute Übereinstimmung. Deshalb habe ich auch noch aus dem 80D Bias von Peter das Ausleserauschen bestimmt und bin auf 11.3 ADU gekommen.
Beide Werte liegen näher an dem besseren Fit1-Wert von http://www.photonstophotos.net/Charts/ReadNoise_ADU.htm als am Fit2-Wert, den ich weiter oben mal aufgeführt hatte.
Die 200D scheint sogar besser als der Fit1-Wert zu sein, aber das hat einen speziellen Grund, den man am Vergleich der Bias-Histogramme von 80D und 200D gut sehen kann:



Oben auf dem Hauptpeak der 200D sitzt noch ein kleiner Extra-Peak, der praktisch kein Rauschen hat - etwas das es eigentlich nicht geben sollte. Obwohl er in der logarithmischen Auftragung ziemlich mickrig aussieht, besteht er doch aus mehr als 700000 Pixeln.
Wenn man eine Gauss-Kurve an den Hauptpeak anpasst (eine andere Methode die Varianz zu bestimmen) und dabei diesen Extra-Peak ignoriert, bekommt man ein um etwa 1 ADU höheres Ausleserauschen, etwa 10.9, also recht nah am Wert der 80D.
Die Einbrüche im Histogramm der 80D im Abstand von knapp 7 ADU habe ich auch schon bei anderen EOS-Kameras gesehen. Ich vermute das ist ein Digitalisierungseffekt, ein ADU entspricht hier ja nur etwa 4 Elektronen.
Warum der jetzt bei der 200D nur ganz schwach auftritt, weiß ich auch nicht. Eventuell wird in der 200D das Bild ein wenig anders aufbereitet als in der 80D.

Viele Grüße, Erwin

Bearbeitet von: am:
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ErwinL
Senior im Astrotreff

Deutschland
101 Beiträge

Erstellt  am: 18.01.2019 :  12:27:25 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Und dann war da noch die Pentax (K5 II). Ich beginne mal wieder mit einem Vergleich der Histogramme:



Wie Tilmann richtig vermutet hat, sieht für Zeiten bis 30 Sekunden alles ganz 'normal', also ähnlich wie bei den EOS aus. Um das Signal nicht zu verfälschen, wird ein Offset addiert. Diesen Offset von 512 habe ich im Bild oben abgezogen, ebenso wie den Offset von 2048 der EOS 200D, die ich zum Vergleich mit drin habe.
Ab 32s fehlt dann die linke Hälfte des Haupt-Peaks bzw. steckt in der feinen aber hohen Spitze bei Signal null. Die rechte Hälfte ist für 1200s sehr, sehr breit durch das Dunkelstromrauschen, für 32s aber praktisch noch identisch mit dem Verlauf bei 30s und beim Bias. Außer dem Weglassen des Offsets scheint hier also nicht viel zu passieren.
Allerdings sieht es so aus, als ob auch schon bei 30s (und vermutlich auch darunter) am Signal gearbeitet wird: Der Hauptpeak des Bias hat (auch bei den Canons) einen verbreiterten Sockel, also eine zusätzliche Art von Rauschen oder Störung, deren Ursache mir aber unklar ist. Der Verlauf ist bei Pentax und Canon sehr ähnlich, allerdings sind bei der Pentax achtmal mehr Pixel betroffen (etwa 100.000).
Die Darks mit 30s und 32s haben diesen Sockel aber bis auf kleine Reste nicht mehr. Das könnte die Folge einer Aufbereitung, aber auch eines entspannteren Auslesevorgangs sein.
Der Effekt ist auch in der statistischen Auswertung zu sehen: Für das Bias bekomme ich ein Ausleserauschen von 8.1 ADU (also etwas besser als die 200D mit ihren kleineren Pixeln), für 30s beträgt das gesamte Rauschen nur noch 7.5 ADU.
Für 32s ergeben sich sogar nur 4 ADU, was durch das Abschneiden des Signals kommt. Deshalb ist es auch nicht einfach, den Dunkelstrom und sein Rauschen bei längeren Zeiten zu bestimmen. Das ergibt nämlich Werte, die sogar geringer sind als bei den EOS, obwohl der Hauptpeak viel breiter ist.
Deshalb habe ich versucht, die Varianz durch Anpassen einer Gauss-Funktion zu bestimmen. Das geht zwar auch nicht sehr gut, weil die Form durch Warm-Pixel auseinander läuft, aber sie ist eindeutig breiter.
Für die Varianz (und damit den Dunkelstrom) bekomme ich so etwa den 5-fachen Wert der Canons, für das Dunkelstrom-Rauschen also gut das Doppelte.

Viele Grüße, Erwin

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