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Seite: von 3

Gelegenheitsgucker
Senior im Astrotreff

Deutschland
165 Beiträge

Erstellt am: 04.11.2018 :  19:37:43 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Sonntag-Abend,

nachdem ich bereits zwei parabolische Spiegel geschliffen habe und die dazugehörigen Teleskope gebaut sind wächst der Wunsch in mir mal etwas exotischeres zu verwirklichen. Dabei bin ich auf den Yolo gestoßen und recht angetan von diesem Konzept. Über weitere Recherchen bin ich dann noch auf den Stevick-Paul genannten Typ aufmerksam geworden. Dieser hat natürlich im Vergleich zum Yolo gleich mal die doppelte Anzahl an Spiegeln mit den daraus resultierenden Nachteilen (geringere Bildhelligkeit, höheres Gewicht, etc.). Aber ich frage mich nun ob es letztlich lohnenswerter wäre diesen Typ zu bauen weil das korrigierte Bildfeld deutlich größer ist und es damit das universeller einsetzbare Instrument wäre? Dieser Punkt wäre für mich eigentlich der ausschlagkräftigste.

Lohnt sich der Mehraufwand, was meint ihr dazu?

Beste Grüße
Georg


Bearbeitet von: am:

Cleo
Altmeister im Astrotreff


1107 Beiträge

Erstellt  am: 05.11.2018 :  09:45:03 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Georg,

meine Meinung: vollkorrigiert ist schön, wäre aber nur für Fotografie relevant, und da würdest Du bei dem langsamen Öffnungsverhältnis sowieso nur Planeten und Ahnliches fotografieren, die man mittels Nachführung in der Bildmitte halten kann. -> Lohnt sich nur wegen der Freude, etwas Besonderes gebaut zu haben. Ich würde erst mal beim Yolo bleiben, für visuelle Beobachtung und Planetenfotografie ist der auf jeden Fall gut genug und hat noch ein übliches Öffnungsverhältnis, so dass man keine exotischen langbrennweitigen 3"-Okulare braucht.

Viele Grüße, Holger

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

Bearbeitet von: am:
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2871 Beiträge

Erstellt  am: 05.11.2018 :  10:15:20 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Georg,

sehe ich auch so wie Holger: zwei Spiegel sind genug

Wenn du unbedingt vier Spiegel schleifen möchtest, dann sollten zu den zwei Yolo Spiegeln noch ein Planspiegel und eine Referenz-Sphäre dazukommen.
Den Planspiegel braucht es zum Test des Yolo, eigentlich unabdingbar wenn es wirklich gut werden soll.
Und die Referenz-Sphäre braucht es zum Test des Planspiegels.

Viele Grüße
Kai


Bearbeitet von: am:
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Astromiesel
Meister im Astrotreff

Deutschland
494 Beiträge

Erstellt  am: 05.11.2018 :  17:06:03 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Astromiesel's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Georg,

ich bin selbst überzeugter Yoloianer.
Und sehe es ebenfalls wie Cleo.
Wenn du noch eine kleinere zusätzliche Herausforderung brauchst poliertst du auch noch die torische Form hinein.

Ich verwende ausschließlich Spannfassungen.
Bei allen drei von mir gebauten Yolos.
Funktioniert bei 6" genauso wie bei 14". Und ich gehe davon aus das der 20" auch demnächst so funktionieren wird.

Habe meine Spiegel bisher immer mit Focault vermessen und hervorragende Abbildungen erziehlt die bei optimalem Seeing immer an die theoretische Auflösung heran reichten.

Kai`s Empfehlung sehe ich daher als Kür.

Gruß
Ralf

155/2040 Yolo auf Selbstbau-Monti
14"/20"-Yolo in der Testphase
www.astroattack.eu
52°59' Nord / +10°06' Ost

Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7040 Beiträge

Erstellt  am: 05.11.2018 :  17:30:38 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Georg,
exotischeres? Dann schau mal z.B.:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=102469
In diese Richtung gibt es sicher noch einiges mehr zu exotisieren.

Viel Spaß und Erfolg beim recherchieren und realisieren wünscht dir
Kurt

Bearbeitet von: am:
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Guntram
Meister im Astrotreff

Österreich
665 Beiträge

Erstellt  am: 05.11.2018 :  22:12:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Georg.

Zu deiner Eingangsfrage: Das Stevick-Paul Teleskop (SPT) hat, auf den ersten Blick, die geradezu perfekte Bildqualität.
Auf den zweiten Blick ist dieser Entwurf nicht besonders zum Nachbau geeignet. Der erste Grund liegt in der massiven Bildfeldneigung, die bei üblichen Lichtstärken nahezu zehn Grad beträgt und dadurch große Teile des Bildfeldes unscharf abbildet. Eventuell können junge Beobachter, deren Augen noch voll akkommodieren können, diesem Umstand noch entrinnen, aber für die Generation 45+ wird die visuelle Nutzung, noch dazu mit Weitwinkelokularen, kritisch.
Der zweite Grund ist die schlechte Zugänglichkeit der Brennebene. Man hat nur extrem wenig Schnittweite zur Verfügung, und muss den vierten Spiegel so nahe an das Strahlenbündel heranrücken, dass effektiv nur die axialen Strahlen obstruktionsfrei sind. Ein Teil des Bildfeldes wird durch den vierten Spiegel obstruiert. Die Ausblendung von Streulicht ist auch nicht ganz einfach.
Drittens ist die Baulänge dieses Entwurfes prizipbedingt sehr groß, und das Instrument wird unhandlich. Verkürzt man die Baulänge, geht die praktisch perfekte Bildqualität verloren.

Der Yolo ist von vornherein gutmütiger als das SPT: Die Feldneigung ist wesentlich geringer und in der Praxis vernachlässigbar. Zwar hat der Yolo deutlichen Astigmatismus im Feld; es ist aber fraglich, inwiefern er mit den üblichen Weitwinkelokularen sichtbar wird. Wenn ich mich richtig erinnere, hat Kurt an einem f/12 Yolo mit einem Nagler-Okular bis zum Feldrand scharfe Sterne gesehen.

Bezüglich der oft kritisierten Zahl von vier Spiegeln ist Entwarnung angesagt. Die Yolos sind zwar 2-Spiegelsysteme, werden aber aus praktischen Gründen fast immer mit drei Reflexionen betrieben, denn der Strahlengang lenkt das Bild ähnlich wie beim Refrakor nach unten, so daß ein Zenitspiegel oder -prisma benutzt werden muss. Ob dann drei oder vier Spiegel im Spiel sind, macht den Braten auch nicht mehr fett. Die Profis arbeiten ja auch mit mehreren Spiegeln: Das im Bau befindliche ELT ist ein Entwurf mit fünf Reflexionen, und die Planetenkameras des Hubble-Teleskops nutzten fünf bis sieben Reflexionen.
Bei den verschiedenen Tetra-Schiefspieglern, die ich gebaut habe, waren stets vier Spiegel involviert, was ich nicht als Nachteil empfinde.
Ein Planspiegel ist für die Herstellung eines Yolo oder Schiefspiegler nicht notwendig.

Bei der Auswahl aus den zahlreichen obstruktionsfreien Spiegelsystemen würde ich dir empfehlen, dich von deinen Fähigkeiten als Spiegelschleifer und Konstrukteur, und dem geplanten Einsatzgebiet leiten zu lassen.
Welche Öffnung und welches öffnungsverhältnis schwebt dir denn vor?

Viele Grüße,

Guntram

Newton 160mm f/5,2
Kutter Schiefspiegler 110mm f/26 und 130mm f/25
Tetra-Schiefspiegler 200mm f/12

Bearbeitet von: Guntram am: 05.11.2018 22:19:57 Uhr
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Gelegenheitsgucker
Senior im Astrotreff

Deutschland
165 Beiträge

Erstellt  am: 06.11.2018 :  21:14:25 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Vielen Dank für Eure zahlreichen Rückmeldungen!

Als maximale für mich noch sinnvolle Öffnung habe ich 6" angesetzt. Lieber klein und fein denn es soll ja noch auf die Montierung passen (Vixen GP oder Giro Ercole). Und größer kann man ja später immer noch bauen.
Bei dem Öffnungsverhältnis bin ich mir weniger sicher was hier günstig ist. Um die Baumaße und damit den Hebel gering zu halten würde ich ungern langsamer als 1:10 gehen.
Als Einsatzgebiet schwebt mir vor allen Dingen die Planetenbeobachtung vor. Für was, abgesehen davon, nutzt Ihr Eure Yolos noch?

Über solche Dinge wie die Neigung des Bildfelds habe ich ehrlich gesagt noch garnicht nachgedacht. Bis jetzt dachte ich man kippt das Okular halt auch und gut ist.
Auch an einen Planspiegel habe ich bis jetzt nicht gedacht, damit testet man in Autokollimation, richtig?

Viele Grüße
Georg


Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7040 Beiträge

Erstellt  am: 10.11.2018 :  17:30:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Georg,
Zitat:
Als maximale für mich noch sinnvolle Öffnung habe ich 6" angesetzt...
dann wäre z.B. ein 6" f/8 Newton mit 25 mm Fs (ca. 17% Obstruktion) zu empfehlen. Ich glaube nicht dass man den mit einem 6" Kutter oder Yolo merklich überbieten kann. Nur exotisch wäre an so einem zierlichen Newton garnix.

Übrigens, meinen 9" Kutter mit dem komatisch korrigierten Hs hab ich nur deshalb gebaut weil es wahrscheinlich bis dato so etwas noch nicht gegeben hat

Gruß Kurt

Bearbeitet von: am:
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rainer-l
Meister im Astrotreff


494 Beiträge

Erstellt  am: 10.11.2018 :  20:34:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Georg

Wie wäre es mit einer 3D Konstruktion zB. der von Arthur Leonard ?
Das sollte exotisch genug sein .

www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=107037

Viele Grüße Rainer



Bearbeitet von: am:
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Gerd-2
Meister im Astrotreff

Deutschland
961 Beiträge

Erstellt  am: 11.11.2018 :  15:05:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Georg,

Zitat:
Als maximale für mich noch sinnvolle Öffnung habe ich 6" angesetzt. Lieber klein und fein denn es soll ja noch auf die Montierung passen (Vixen GP oder Giro Ercole).


dann wäre vielleicht auch so etwas hier für dich interessant.

https://forum.astronomie.de/threads/kompakt-schiefspiegler.154626/#post-874490

Ich hab für meinen Entwurf auch noch mal einer Zeichnung erstellt mit allen Maßen.
Ich wollte den selber mal bauen aber hatte nie die Zeit dafür gefunden

Zitat:
Bis jetzt dachte ich man kippt das Okular halt auch und gut ist.


Das mag aber das Okular gar nicht und reagiert mit heftigen Aberrationen wenn es schräg zur Achse gestellt wird.
Für Foto geht das da kann man einfach den Sensor entsprechend kippen aber mit Okular geht das wie gesagt gar nicht.
Leider, daher ist ein deutlich geneigtes Bildfeld visuell durchaus ein Problem.
Einen Stevick-Paul würde ich schon deshalb nicht favorisieren, von der sperrigen Konstruktion und dem schwer zugänglichen Fokus ganz zu schweigen.

Grüße Gerd

Bearbeitet von: am:
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Luzista
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1031 Beiträge

Erstellt  am: 11.11.2018 :  18:05:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Georg,

eine besonders exotische Möglichkeit wäre es, als Gegenspiegel eine HS-große planparallele Platte mit 50% Verspiegelung zu verwenden. Sie müsste natürlich für den Lichteintritt Objektivqualität haben und innenseitig ein guter Planspiegel sein. Es gehen zwar 75% Licht verloren, aber Obstruktion würde doch nicht entstehen! Man könnte sich f/10 erlauben und den Focus durch geringes Kippen des GS außerhalb vom Tubus anordnen.
Als Nicht-Selbstschleifer kann ich jedoch die Fertigungschwierigkeit nicht beurteilen. Und die Teil-Verspiegelung ist wohl auch ein Problem. Deshalb ist obiges wohl nur eine Schnapsidee. Aber heute ist ja der 11.11....

es grüßt Lutz

Bearbeitet von: am:
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1107 Beiträge

Erstellt  am: 11.11.2018 :  19:30:20 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Lutz,

mit einem Planspiegel würde ich doch eher sowas hier bauen: https://opticaleds.com/unusual-telescope-designs/window-scope/

Viele Grüße, Holger

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

Bearbeitet von: am:
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Guntram
Meister im Astrotreff

Österreich
665 Beiträge

Erstellt  am: 11.11.2018 :  19:48:30 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Georg.

150mm Öffnung sind für dein Projekt ideal.

Zitat:
Um die Baumaße und damit den Hebel gering zu halten würde ich ungern langsamer als 1:10 gehen.


Es ist meiner Ansicht nicht sinnvoll, einen Yolo oder Schiefspiegler mit einem schnelleren Öffnungsverhältnis als f/10 zu bauen. Es ist mit dem einen oder anderen Entwurf zwar möglich, aber wegen der rasch enger werdenden Toleranzen, kleiner werdendem nutzbarem Bildfeld und anderer Nachteile nicht ratsam; zumindest nicht als Erstlingsinstrument. Schließlich möchtest du ein hervorragend gutes Instrument, und nicht eines, das nach viel Arbeit gerade noch akzeptable Bilder liefert. Denn dann wäre der von Kurt empfohlene 150mm f/8 Newton die bessere Wahl gewesen.

Ein ausgezeichneter Entwurf für den Yolo ist der Standard-Yolo der Aktion Yolo mit f/12. Beat Küchler hat ein phantastisch gutes Instrument nach diesem Entwurf gebaut.
Der Yolo von "Astromiesel" Ralf ist wegen gewisser Details mit ca. f/13 noch empfehlenswerter.


Viele Grüße,

Guntram

Bearbeitet von: am:
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Luzista
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1031 Beiträge

Erstellt  am: 11.11.2018 :  21:15:15 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Holger,

meine Spinnerei hat das Ziel, Georgs Streben nach mehr Exotik zu dienen.
So ein großer halbdurchlässiger Spiegel ist wahrscheinlich ohnehin Quatsch, weil er neben der schwierigen Fertigung und dem Lichtverlust wohl auch die Bildgüte beeinträchtigt (ein Rauscheffekt?). Was Du als Optikexperte aber besser beurteilen kannst.
Der unproblematische HS und die halbierte Tubuslänge werden die o,g, Bedenken vermutlich nicht beheben.
Jedenfalls werde ich für meinen "Wunderreflektor" kein Patent beantragen!

Lutz


Bearbeitet von: Luzista am: 11.11.2018 21:19:40 Uhr
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AS-Fan
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3150 Beiträge

Erstellt  am: 11.11.2018 :  21:27:44 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Lutz,
eigentlich ne geniale Idee! Für hohe Vergrößerungen bei lichtstarken Objekten, wie Mond und Planeten perfekt, wenn der Herstellungspreis deutlich unterm APO läge!

Gruß Armin

Bearbeitet von: AS-Fan am: 11.11.2018 21:29:10 Uhr
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Luzista
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1031 Beiträge

Erstellt  am: 12.11.2018 :  10:05:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
wenn der Herstellungspreis deutlich unterm APO läge!

...und die optische Qualität etwa gleichwertig! Was jedoch z.B. durch Mehrfachreflexionen in der Scheibe schon fraglich ist.
Ist eben doch nur Scnapsidee!

es grüßt Lutz


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