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mrtelescope
Senior im Astrotreff

Deutschland
144 Beiträge

Erstellt am: 12.10.2018 :  22:17:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi^^

Warscheinlich denkt ihr euch jetzt alle schon: was ist den das für eine bescheuerte frage? Keine Ahnung! XD

Naja jesenfalls: ich habe einen Artikel auf einer Website gelesen die über praktische deep sky Beobachtung "belehrt" dort waren verschiedene Objekte aufgelistet und es war beschrieben wie wann und wie gut sie zu beobachten sind... dann wären da solche Objekte wie der eskimo nebel bei dem dieser Typ sagte er habe mit 6" Öffnung einen bmaustich gesehen und bei dem katzenaugennenel könnte man schon in einem 4zöller leichtes grün erkennen! Also entweder erzählt der absoluten Schrott oder ich habe da was falsch verstanden...

Kann mich da irgendeiner aufklären bezüglich farbsehen im teleskop? Sind nicht alle Objekte bis vllt auf den orion nebel schwarz weiß?

Gruß
Noah :D

Omegon 70/900 eq1, (bald) skywatcher Skyliner dobson 200mm

Bearbeitet von: am:

Sselhak
Mitglied im Astrotreff

Österreich
98 Beiträge

Erstellt  am: 12.10.2018 :  23:23:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Noah,

etwas vereinfacht gesagt geht es bei dieser Frage darum:
Das menschliche Auge erkennt Farben nur bei sehr hellen Objekten. Darum sehen die meisten Objekte (auch auf der Erde) in der Nacht auch farblos aus - das Bild ist einfach zu dunkel als dass die Zapfen in unseren Augen, die für das Farbsehen zuständig sind, arbeiten können. Daher auch das Sprichwort "Nachts sind alle Katzen grau".

Daher gilt: Je heller das Bild bzw. Objekt umso eher kann man Farben erkennen.
Planeten wie Mars oder Jupiter sind in fast allen Teleskopen hell genug und man sieht Farben.
Nebel, Galaxien, usw. sind in fast allen Teleskopen zu dunkel um Farbe zu sehen.

Ich selbst erkenne Farben in den hellsten Nebeln wie Orionnebel oder Blue Snowball ab etwa 10'' Öffnung.
Um Farben im Eskimo oder Katzenaugennebel zu sehen … hmmm … also der 50cm Spiegel in der Sternwarte hier bei uns reicht dafür nicht aus, dass ich da Farbe sehe.

Von daher betrachte ich Aussagen, man sehe sie in 4-6'' Teleskopen sehr skeptisch!
Man muss aber auch sagen, dass das Farbsehen sehr individuell ist und es Menschen gibt, die schnell mal Farben in Nebeln sehen, während andere nie welche sehen.
Daher: Unglaubwürdig, aber nicht völlig unmöglich (wenn er extrem farbsensitive Augen hat). Aber auf jeden Fall wäre es sehr ungewöhnlich.

Grüße, Mario

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30sec
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1960 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2018 :  01:45:30 Uhr  Profil anzeigen  Besuche 30sec's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Noah,
es geht wohl mehr um die Flächenhelligkeit. Ich sehe sehr wohl Farben bei sehr kleinen und hellen PN und die Farben der Sterne sehe ich ja auch, sogar mit bloßem Auge. Der Katzenaugennebel ist z.B. im Übersichtsokular ein knatschgrüner Stern.
Gruß,
ralf

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CorCaroli
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3915 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2018 :  02:18:41 Uhr  Profil anzeigen  Besuche CorCaroli's Homepage  Antwort mit Zitat
Servus Noah,

Bei Flächenhellen Objekten ist es durchaus möglich, Farben zu erkennen. Infrage kommen Objekte wie helle Planetarische Nebel oder auch der Orionnebel.

Den von dir genannten Eskimo-Nebel sehe ich mit 6" Öffnung in einen leichten Blauton. Den Katzenaugennebel mit 6" als eine deutlich grüne Scheibe.
Den Blue Snowball habe ich mit 6 und 8" in grünlicher Farbe gesehen, mit 12" in blassblauer Farbe.
Den Orionnebel sehe ich in grünlichen Farben.

Wichtig ist es, ohne Filter zu beobachten, wenn man an diesen und anderen Objekten Farben erkennen will.
Ein Filter würde einen Farbeindruck entweder verfälschen oder unsichtbar machen.

Gruß
Gerd

Amateur- und Hobbyastronomie - corcaroli.de

Bearbeitet von: am:
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mrtelescope
Senior im Astrotreff

Deutschland
144 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2018 :  09:58:58 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Also habe ich das richtig verstanden?: jedes sieht das anders un des kommt auch auf die Helligkeit/flächenhelligkeit an und es kam zwar sein zum Beispiel mit 6 zoll Farben zu sehen aber nur leicht und bei sehr hellen Objekten?

Gruß
Noah^^

Omegon 70/900 eq1, (bald) skywatcher Skyliner dobson 200mm

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CorCaroli
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3915 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2018 :  10:23:36 Uhr  Profil anzeigen  Besuche CorCaroli's Homepage  Antwort mit Zitat
Servus Noah,

Das hast du so richtig verstanden.
Bei ausgedehnten Objekten sehen wir keine Farben. Es gibt dann einfach zu wenig Licht, um unsere Farbrezeptoren zu aktivieren.

Bei kleinen flächenhellen Objekten ist es durchaus möglich, schon mit 6" Öffnung Farben sehen zu können.
Man darf sich aber keine "knalligen" Farben vorstellen, sondern eher Pastelltöne.

Das Farbsehen ist auch für jedem individuell. Manche Beobachter sehen Farben, andere wieder nicht.

Viele Grüße
Gerd

Amateur- und Hobbyastronomie - corcaroli.de

Bearbeitet von: am:
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
9819 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2018 :  11:13:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Es gibt genau genommen zwei Effekte hinsichtlich Farben.

Die s/w-empfindlichen Stäbchen (Nachtsehen, skotopischen Sehen) habe eine zu den farbempflindlichen Zäpfchen (Tagsehen, photopisches Sehen) andere wellenlängenabhängige Empfindlichkeit. Der Effekt bewirkt z.B. dass der Mond tagsüber etwas mehr gelblich/bräunlich wirkt, nachts aber kaltweiß wirkt (Purkinje-Effekt). Bedeutsam ist auch, dass die H-Alpha-Linie nachts nicht gesehen werden kann, denn dieses Tiefrot wird von den nachtempfindlichen Stäbchen praktisch nicht mehr wahrgenommen, wohl aber von den rotempfindlichen, aber nur tagtauglichen Zäpfchen. Insgesamt verschiebt sich nachts die Empfindlichkeit hin zu kurzwelligeren Bereichen. Die höchste Empfindlichkeit von grün zu bläuchlich grün.

Die Umstellung des Auges von Tag- auf Nachtsehen erfolgt auf verschiedenen Ebenen. Wenn wenig Licht einfällt, geht zunächst die Pupille auf, das Auge arbeitet sozusagen mit Offenblende. Zeitlich verzögert werden die Stäbchen aktiviert und über die Nerven in der Netzhaut zusammengeschaltet. Die Lichtempfindlichkeit steigt unter Verlust des Auflösungsvermögen des Auges; Aber man sieht nur noch schwarz-weiß. Die Zäpfchen sind nicht empfindlich genug, um überhaupt etwas wahrzunehmen.

Im Übergangsbereich von Tag- zu Nachtsehen (mesopisches Sehen) sind beide Arten von Sehzellen beteiligt. Das passiert beim Blick durchs Teleskop, wenn genug Helligkeit vorhanden ist. Ein typisches Beispiel ist der Doppelstern Albireo, der in kleinsten Teleskopen bunt (gelblich-rot und blauweiß) erscheint. In einem Riesendobson (30"-Öffnung) ist auch der Orion so hell, dass via Zäpfchen noch der H-Alpha-Bereich von den rotempfindlichen Zäpfchen wahrgenommen wird. Der Orionnebenel z.B. wird dann farbig (grün-> OIII-Linie und rot->H-Alphalinie sowie bräunliche Mischfarben) wahrnehmbar.

Zu Guter letzt: Manche Farben bildet man sich auch nur ein, weil das Hirn die einer Erscheinung zuordnet. Z.B. wird man mit Blut immer die Farbe "rot" verbinden.
Und manche Glasvergütungen vor allem aber Filter bewirken einen Farbstich.

Ein Grenzfall ist tagsüber die Kalziumlinie im blau bis ultravioletten Bereich. Manche Menschen sehen die noch visuell bei Sonnenbeobachtung, andere (ich zum Beispiel) sehe da nichts mehr.

Kalle - Alles wird gut !
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Bearbeitet von: Kalle66 am: 13.10.2018 11:15:35 Uhr
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Sselhak
Mitglied im Astrotreff

Österreich
98 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2018 :  12:02:15 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich scheine ja eine echt miese Farbwahrnehmung zu haben!

Ihr seht echt "Der Katzenaugennebel ist z.B. im Übersichtsokular ein knatschgrüner Stern" oder "Den von dir genannten Eskimo-Nebel sehe ich mit 6" Öffnung in einen leichten Blauton. Den Katzenaugennebel mit 6" als eine deutlich grüne Scheibe."

Ich sehe die selbst im 50cm Spiegel unserer Sternwarte völlig farblos, auch bei nicht zu hoher Vergrößerung!

Tja - schönes Beispiel wie unterschiedlich die Farbwahrnehmung einzelner Personen ist!

Grüße, Mario

Bearbeitet von: Sselhak am: 13.10.2018 12:03:47 Uhr
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mrtelescope
Senior im Astrotreff

Deutschland
144 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2018 :  19:41:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Gibt es da noch bestimmte nebel bei denen man Farben besonders gut sehen kann? Also besonders gut was Astronomie angeht xD...

Gruß
Noah

Omegon 70/900 eq1, (bald) skywatcher Skyliner dobson 200mm

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Grafzahl66
Meister im Astrotreff

Deutschland
255 Beiträge

Erstellt  am: 13.10.2018 :  20:39:46 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich selber habe so richtig Farben zumindest bisher eigentlich nur bei Sternen und Planeten gesehen, da können sie dann aber den wirklichen Reiz ausmachen. Bei Nebeln muß, wie andere schon erwähnt haben, viel Postives (guter Himmel, gute Augen und viel Öffnung) zusammenkommen, um Farben definitiv wahrnehmen zu können.

Gruß Horst

16" Dobson Taurus T400 pro, 15x70 Celestron Skymaster auf Martinimontierung, Omegon Porrostar 10x50, Revue 7x50, VisionKing 5x25

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