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skytom85
Mitglied im Astrotreff


43 Beiträge

Erstellt am: 08.10.2018 :  21:52:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Leute,

ich bin Lehrer für Geographie an einem Gymnasium in Bayern. Zusammen mit einem Physiklehrer bin ich am überlegen, ein Schulteleskop anzuschaffen. Ich selber besitze zwei Dobsons (10 und 16 Zoll). Aus diesem Grund war mein Vorschlag auch sehr dobsonlastig:

10" GSO Deluxe Dobson
Hyperion-Okulare in 8, 13 und 31mm
Baader OIII in 2"
Telrad+Reiseatlas

Das Equipment ist glaub ich für einen gehobenen Einstieg gut geeignet. So... jetzt zu meinen Fragen:

1. Welche Erfahrungen habt ihr mit Schulteleskopen?
2. Ist die Fixierung auf visuell zu einseitig?
3. Werden die Angebote im Regelbetrieb auch von Schülern nachgefragt?
4. Habt ihr andere Empfehlungen bezüglich Teleskop und Ausstattung?

Viele Grüße
Thomas

16" Explore Scientific Dobson
10" GSO Dobson

Bearbeitet von: skytom85 am: 08.10.2018 21:55:32 Uhr

Funfood
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
1108 Beiträge

Erstellt  am: 08.10.2018 :  22:43:16 Uhr  Profil anzeigen  Sende Funfood eine ICQ Message  Antwort mit Zitat
Ich bin ehrlich gesagt ziemlich skeptisch, was den Einsatz von Schulteleskopen angeht. Man benötigt schon eine sehr enthusiastische Schülergruppe, damit sich das lohnt. Bedenke: die wenigsten Schüler haben Lust freiwillig zu später Stunde noch mal in die Schule zu gehen. Und wegen des Wetters ist an langfristige Planung eh nicht zu denken.
Ich selbst habe am Gymnasium vor Ort immer mal angeboten was zu machen (Schulhaus genau gegenüber), aber bis auf die letzte SoFi kam noch nichts zustande (und da auch nur weil ich halt draussen stand und die Klassen dann zu mir raus sind).
Evtl. wären ja Beobachtungsausflüge zu Sternwarten in der Umgebung eine Option? Oder der Lehrer nimmt eine interessierte Schülerschar einfach mal mit aufs Feld :)

Grüße, Heiko

Bearbeitet von: am: 09.10.2018 07:27:18 Uhr
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Rieger
Meister im Astrotreff

Deutschland
482 Beiträge

Erstellt  am: 08.10.2018 :  23:29:58 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kollege,

ich bin zwar an einer NRW-Gesamtschule mit Geschichte und Kath. Religionslehre für den Himmel zwar eher im metaphysischen Sinne zuständig, leite dort aber auch die Astronomie-AG und werde am kommenden Wochenende mit Schüler zu meiner Sternwarte ins Sauerland fahren (Rainer-Ludwig-Sternwarte Medebach).

Ich selbst habe nie "gedobst" und gerade für öffentliche Führungen oder Schulveranstaltungen mit wechselnder Besetzung aus im Beobachten unerfahrenen Schülern ist eine nachgeführte Optik zwingend, denn du wirst nach jedem einzelnen Schüler das Teleskop wieder neu ausrichten müssen. Läuft das Objekt aus dem Gesichtsfeld, schieben die Schüler unwillkürlich das Teleskop in die umgekehrte Richtung, weil ihnen der Anblick "auf dem Kopf" natürlich unvertraut ist. Ich habe mittlerweile selbst das kleinste 2-zöllige Gerät mit einem simpelsten Nachführmotor ausgestattet, um das zeitraubende Wiedereinstellen der Objekte zu vermeiden.

Wenn du aus verständlichen Kostengründen einen Dobson anschaffen willst, so unbedingt mit einer EQ-Plattform, die 1-2 Stunden nachführt. Ferner sollte man an einen Dobson Bügel über die Höhenräder basteln, die mit einer Schraube angezogen werden können und damit die Bügel die Höhenräder etwas hemmen oder fixieren können. Etwas ähnliches zum Hemmen der drehbaren Plattform wäre auch nützlich.

Es entgehen dir und den Schülern sonst wertvolle Beobachtungszeit, deine Geduld als Aufsichtführender wird geschont, wenn der Beobachtungsabend dadurch langweilig für die wartenden Schüler wird, weil du ständig einen Dobson auf die Objekte wieder neu einstellen musst, anstatt dass die Schüler rasch nacheinander an einem nachgeführten Teleskop beobachten können.

Das beantwortet bislang schon deine Fragen 1 und 4: Unbedingt nachgeführte Schulteleskope!

Zu 2 noch schnell: Wenn dein Standort dunkel ist, gibt es so viel mit den Kindern zu bestaunen, dass man sich kaum mit einem Foto von einem Objekt allein in der Nacht aufhalten will. (Wenn du aus einer Großstadt heraus beobachten musst, dann wäre das anders, denn da kriegt man mit moderner Fototechnik wohl möglich überhaubt erst etwas dedektiert.)

Zu 3: Die Jahrgänge 5 und 6 sind immer sehr empfänglich und wenn die Feuer gefangen haben, bleiben die bei der Sache. Bis die Mofa-AG und andere Interessen stärker durchkamen (Mädels) waren bis Ende letzten Schuljahres 5 Jungs bis Ende der 8 Klasse dabei, die visuell am Ende schon richtig versiert waren, so dass denen der Saturnmond Hyperion schon aufgefallen war, ehe ich ihn selbst zum ersten Mal wahrnahm.

Soweit meine Erfahrungen aus NRW an Bayern,

Hubertus


Bearbeitet von: am: 09.10.2018 07:27:18 Uhr
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Sselhak
Mitglied im Astrotreff

Österreich
99 Beiträge

Erstellt  am: 09.10.2018 :  00:06:55 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo!

Ich unterrichte auch an einer Schule (in Österreich) und leite dort das Freifach Astronomie.
Und wir verwenden ebenfalls einen Dobson (8" Skywatcher).

Mit den älteren Schülerinnen und Schülern (die sind hier 14-18) klappt es gut, die jüngeren kommen mit dem Nachschubbsen nicht zurecht. Hier hilft nur GoTo oder eine EQ-Plattform, damit sie selbst nur noch durchsehen müssen.

Wir betreiben die Beobachtung nur visuell (mit dem Dobson und Ferngläsern) und das reicht völlig aus. Ab und an versuchten Schülerinnen und Schüler mit dem Handy durchs Dobson zu fotogarfieren, deshalb haben wir eine Handyhalterung angeschafft mit der man Handys vor dem Okular fixieren kann. Alle sind zufrieden - damit gab es schon recht schöne Mond- und Planetenfotos!

Bei uns ist die Nachfrage nach dem Astronomie-Freifach groß - mittlerweile sind es alleine bei den Oberstufenschülern (= 14-18jährige) 2 Gruppen!

Ich finde ein Dobson ideal, da es einfach zu bedienen ist, das justieren können die Schülerinnen und Schüler auch gleich lernen und man kann so gut wie alles damit beobachten! Und wir haben ein altes kleines (mein eigenes erstes Dobson) an dem die Schülerinnen und Schüler herumschrauben können - Spiegel ausbauen, optische Tests machen, usw. - das kommt super an! Daher nein, ich finde Dobsons in der Schule perfekt.
Auch die Ausstattung mit Telrad, Okularen und OIII finde ich gut.
Filter für den Mond nicht vergessen - der ist schon in 8" zu hell ohne Filter!

Wir haben auch noch ein Bino angeschafft, da sich vor allem die jüngeren sehr schwer tun mit nur einem Auge zu beobachten! Ich möchte es nun nicht mehr missen!

Grüße aus Österreich,
Mario


Bearbeitet von: am: 09.10.2018 07:27:18 Uhr
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Kerste
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1167 Beiträge

Erstellt  am: 09.10.2018 :  16:18:56 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Kerste's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi!

Nach meiner Erfahrung von der Heilbronner Volks- und Schulsternwarte würde ich sagen: Sachen für den Schulbetrieb müssen atombombenfest sein, wenn Schüler und Lehrer dran dürfen. Und da ich mitkriege, dass es immer schwerer wird, Abends was zu organisieren (nicht nur wegen der Motivation, sondern auch wegen den Regeln und Genehmigungen), würde ich die Sonne nicht vernachlässigen. Das meiste wird doch tags/nachmittags stattfinden. Ein kleines Lunt dazu wäre natürlich optimal.

Meine Empfehlung wäre ein Refraktor mit 90-100mm Öffnung, Leuchtpunktsucher (Deckel von optischen Suchern gehen verloren, und dann wird Sonne beobachtet) plus Sonnensucher und Herschelkeil auf einer robusten Montierung (Klasse HEQ-5) mit Nachführung und Goto. Entweder was azimutales mit Goto (wegen schnell aufgebaut) oder parallaktisch, um die Erddrehung besser zu zeigen. Optimal wäre irgendwo eine Säule, damit das Einnorden keine große Zeit in Anspruch nimmt. Smartphone-Adapter für Mondfoto ist heute auf jeden Fall sinnvoll. Klar zeigen 8" an Deep Sky mehr, aber wie oft wird es an der Schule benutzt?

Die Sonnenblende SB2 von Euro-EMC habe ich gestern an unserem Tag der offenen Tür auch wieder zu schätzen gelernt.

Bei der Motivation macht es einen Unterschied, ob man eine normale Klasse hat, die mal durch das Teleskop schaut (ein paar Interessierte sind dabei, aber die Hälfte macht Blödsinn), oder eine wirklich interessierte Astro-AG – für die wäre ein Dobson meiner Meinung nach sinnvoll, für normale Klassen nicht. Wer ist die Zielgruppe?

=> Mario: Deine Erfahrung mit dem Bino finde ich interessant – ich benutze den Bino-Ansatz für die Öffentlichkeit gar nicht mehr, weil ziemlich viele Gäste schon mit dem Fokussieren überfordert genug sind und dann noch den Augenabstand einstellen müssten. Viele beobachten dann einfach monokular (egal ob an Teleskop oder Mikroskop). Bei jungen Kindern beobachte ich oft, dass sie ziemlich schräg in das Okular schauen wollen. Auch das gilt wieder nicht für die Astro-AG, sondern für die, die nur einmalig einen Blick durch das Fernrohr werfen. Bei einer kleinen, interessierten Gruppe lohnt sich das Bino.

Und ganz wichtig: Ein Koffer mit Fächern, in dem alles seinen Platz hat, und ein Bild, das zeigt, was wohin gehört. Ich habe mir bei https://www.koffermarkt.com/koffer-schaumstoff-konfigurator mittlerweile schon ein paar Hartschaumeinlagen maßfertigen lassen. Das erhöht die Chancen ungemein, dass keine Teile verloren gehen. Thomann fertigt Flightcases nach Maß an.

Beste Grüße,
Alex

Literatur zur Astronomie mit dem Fernglas:
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Bearbeitet von: am: 10.10.2018 07:24:44 Uhr
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skytom85
Mitglied im Astrotreff


43 Beiträge

Erstellt  am: 09.10.2018 :  19:33:22 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Leute,
vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen. Der Himmel bei uns wäre ganz brauchbar. Ich hab vom Pausenhof aus mit meinem eigenen Dobson Galaxienhaufen beobachtet. Unsere Schule hat ein Internat. Von daher wären immer Schüler auch am Abend vor Ort. Die Frage ist halt nur die, ob die dann auch Interesse habendes ganze ernsthaft zu betreiben.

Bevor wir sowas anschaffen wollen wir uns ein Nutzungskonzept überlegen. Mit Physik und Geographie könnte man schöne Seminarthemen anbieten, bei denen die Gerätschaften miteinbezogen werden könnten.

Die Idee mit der EQ-Plattform finde ich sehr gut. Das ständige Zwischenschubsen ist bei einer größeren Gruppe nervig. Ein SC scheidet für mich aus, da er nur gespiegelte Bilder liefert, die eine Orientierung mit der Sternkarte nahezu unmöglich macht. Ein Refraktor ist teuer und hat nur wenig Öffnung. Bleibt nur der Newton. Einen 10Zöller auf Montierung stelle ich mir in vielen Situationen einblickkritisch vor. Bleibt nur der Dobson übrig.

Liebe Grüße
Thomas




16" Explore Scientific Dobson
10" GSO Dobson

Bearbeitet von: am: 10.10.2018 07:24:44 Uhr
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Kerste
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1167 Beiträge

Erstellt  am: 10.10.2018 :  09:16:17 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Kerste's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: skytom85

Bleibt nur der Dobson übrig.

So viel zu Frage 4)...

Aber your mileage may vary, wie's so schön heißt.

Beste Grüße,
Alex

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Bearbeitet von: am: 10.10.2018 09:39:05 Uhr
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Sselhak
Mitglied im Astrotreff

Österreich
99 Beiträge

Erstellt  am: 10.10.2018 :  11:44:51 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

Internat und guter Himmel ist schon mal eine super Voraussetzung!
Das mit dem ernsthaften Interesse würde ich vor der Anschaffung prüfen indem ich ein paar Beobachtungseinheiten mit dem eigenen Teleskop und ein paar Ferngläsern organisieren würde.
Meiner Erfahrung nach sind es nur wenige Schülerinnen und Schüler pro Klasse, die wirklich Interesse haben. Daher halte ich astronomische Beobachtungen für ganze normale Klassen nicht für sinnvoll. Als eigene Freifachklassen (in Deutschland sind das dann wohl AGs) ist es aber super, denn dafür melden sich dann doch nur die, die Interesse haben.

Bei mir wurde es der Dobson einfach auf Grund der finanziellen Lage. So ein 8'' Dobson ist schnell besorgt, kostet nicht all zu viel und wenn es nicht klappt, lässt er sich auch wieder gut verkaufen.
Dazu kam bei uns schnell ein Coronado PST für die Sonne, da wir kein Internat sind und daher vor allem unter Tags beobachten können.
Wäre nicht der finanzielle Aspekt, hätte ich aber ein SC oder einen Refraktor entsprechender Größe bevorzugt.



Und an Alex:
Ich kenne das Mono/Bino Problem vom Mikroskopieren (ich bin Biologielehrer). Hier ist das gut erforscht und es gibt mehrere Arbeiten dazu die zeigen, dass die Möglichkeit zum exakten einäugigen Sehen sich erst mit der Pubertät ausbildet. Jüngere Kinder brauchen in der Regel einfach beide Augen um etwas zu erkennen, da selbst beim Zuhalten oder Schließen des anderen Auges das Gehirn beide Bilder überlagert und sie dann einäugig alles extrem dunkel sehen.
Daher haben wir (und alle anderen Schulen die ich kenne) in der Mikroskopie Stereolupen oder andere Mikroskope mit Bino für die Unterstufenschüler (in Österreich sind das die bis 14 Jahre) und nur für die älteren Schülerinnen und Schüler die größeren monokularen Mikroskope.
Bei Teleskopen ist es genau so, was mir auch von der nächstliegenden Sternwarte bestätigt wurde. Die machen Kinderführungen auch alle mit Bino und plötzlich kommt bei den Kinders das Wow-Erlebnis!

Und ja, beim Einstellen muss nicht nur der Fokus sondern auch der Augenabstand eingestellt werden. Aber das bekommen zumindest hier die Schülerinnen und Schüler recht schnell mal hin, vor allem wenn man das Beobachten mit Ferngläsern beginnt (wo es ja das gleiche ist). Somit kann ich es wirklich nur wärmstens empfehlen!

Grüße, Mario




Bearbeitet von: Sselhak am: 10.10.2018 12:42:02 Uhr
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stardust3
Altmeister im Astrotreff


2820 Beiträge

Erstellt  am: 10.10.2018 :  12:40:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

in der Schule würde ich auch Wert auf "Messung" und "Auswerten" legen. Das wäre zugegebenermaßen Physik ;-).
Also ein Okular mit Fadenkreuz und noch besser mit Skalen. Vielleicht kann man ein Okular der Biologen verwenden? Allerdings müsste das beleuchtet sein.

Ich ziele auf die Richtung Doppelstern Bewegung ab. Vielleicht auch Variable Sterne. Aber auch mal Kometenbewegung, Asteroidenbewegung, Near Earth Asteroiden, Mondkraterdurchmesser,...Auch daher fände ich was parralaktisches nicht völlig daneben.

Jetzt bin ich Techniker und daher vielleicht zu sehr auf das Messbare fixiert ;-), jedenfalls zu pädagogischen Zwecken (im Hobby mach ich ja auch nix drartiges) ...

CS,
Walter

Nachtrag - so etwas:
https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p474_Baader-12-5mm-ABBE-ORTHO-Microguide-Vermessungsokular.html


LLAP

Bearbeitet von: stardust3 am: 11.10.2018 12:04:46 Uhr
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Kerste
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1167 Beiträge

Erstellt  am: 10.10.2018 :  13:07:35 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Kerste's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Mario,

interessant. Ich hatte sogar im Grundstudium an der Uni beobachtet, dass einige Komillitonen anfangs lieber monokular am Stereo-Mikroskop arbeiteten... Aber Kinder sind auch eher aufgeschlossen, mal an Fokus oder Augenabstand was zu verstellen als die Erwachsenen

Beste Grüße,
Alex

Literatur zur Astronomie mit dem Fernglas:
http://www.fernglasastronomie.de
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Bearbeitet von: am: 11.10.2018 16:55:15 Uhr
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Wimsy
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
26 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2018 :  15:00:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,
ich betreue die Sternwarte an einem Gymnasium. Wir haben ein C14 (ein kleineres, ev gebraucht ist natürlich erschwinglicher) mit Goto (Koch FS2) auf Gabelmontierung.
Der Vorteil eines Cassegrains und der Gabelmontierung ist, dass der Einblick mit Zenitprisma (fast) in jeder Position sehr einfach ist. Ein weiterer Vorteil: Das große Brennweite und das Öffnungsverhältnis f/11 zeigen schon mit sehr einfachen und damit günstigen Okularen (auch mein Budget ist sehr begrenzt) z.B. Planeten, Kugelsternhaufen und planetarische Nebel in ansehnlicher Größe.
Das Interesse der Schüler ist sehr groß, neben einem Wahlkurs (über 20 Schüler) habe ich auch ein P-Seminar Astronomie, das Beobachtungsabende für ganze Klassen, andere Schulen, Kindergärten und Vereine organisiert.
Man glaubt gar nicht, wie viele sich für Astronomie interessieren. Beim letzten öffentlichen Beobachtungsabend waren über 100 Besucher da, die leider teilweise nicht bis zur Sternwarte hochgekommen sind.
Ach ja: Für größere Gesichtsfelder (ein Nachteil des Cassegrains) und damit die Wartezeit nicht zu lang wird, habe ich noch einen Refraktor huckepack.
Auf jeden Fall viel Spass mit deinem Wahlkurs!

Servus, Stephan

Bearbeitet von: am: 11.10.2018 15:08:26 Uhr
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
9820 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2018 :  15:58:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Leute,
macht es nicht komplizierter als es ist.

Praktische Astronomie muss erst mal in den Lehrplan passen.
Dann braucht man Schüler, die mitmachen. Klassen mit über 20 Schülern ... zum Glück bin ich kein Lehrer um die zusammenhalten zu müssen. Ich täte so eine Klasse aufteilen auf Gruppen von bis zu 7 Schülern. Es findet eh außerhalb vom Stundenplan statt und muss nicht in einer Nacht stattfinden.

Astrometrie (Positionsbestimmungen) täte ich an Planeten üben. Da kann man z.B. die Schleife in Opposition aufzeigen. Ansonsten klassisch Sternzeitbestimmung (Astronomie als Uhr) mit Meridiandurchgängen. Galt vor der Atomzeit lang genug als Referenz. Viel mehr "Stunden" werden für das Fach kaum zur Verfügung stehen.

Nice-to-have sind besondere astronomische Erscheinungen, wie Kometen, Transits etc.

Ich täte Wert darauf legen, das Ganze interdisziplär aufzuziehen. Z.B. in Verbindung mit Geschichte (Renaissance/Reformationszeit: Kopernikus, Galileio, Kepler ... Aufklärung: Ole Römer's Messung der Lichtgeschwindigkeit bis Newton. Und Antike: Ptolemäus etc.), Mathematik sowie Physik.

Die eigentliche Beobachtung sollte m.E. entspannt stattfinden. Es dürfte schon schwierig genug sein, jedem zu erklären, wie man überhaupt durch ein Teleskop schaut. Dazu kommen die Probleme mit Brillenträgern, Tau, falsche Klamotten (frieren) etc.

Wenn ich an die vielen Rückfragen von Anfängern bezüglich parallaktischen Montierungen mit Goto hier lese ... Finger weg im Schulbetrieb. Lehrer sind auch Anfänger, wenn die das nur zweimal im Jahr machen. Das geht schon los mit dem Kabelgedöns, wo was hingehört. Man darf so was nicht von einer Person abhängig machen, die sich auskennt. (Die könnte ja mal krank werden, ihre Arbeitsstelle wechseln etc.)

Kalle - Alles wird gut !
Meine Okulardatenbank im Astrotreff: hier
Termine Teleskoptreffen gibt es hier

Bearbeitet von: am: 11.10.2018 16:55:25 Uhr
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roblindau
Meister im Astrotreff

Deutschland
494 Beiträge

Erstellt  am: 11.10.2018 :  16:04:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

ich bin zwar kein Lehrer, habe aber immer wieder Jugendgruppen oder Schüler zu Besuch auf meiner kleinen Rolldachsternwarte.

Mein festes Instrument in der Sternwarte ist ein SCT (Celestron CPC 925) mit Binoansatz. Daneben stelle ich meist einen 4" Refraktor auf parallaktischer Montierung und einen 12" Dobson im Garten auf.
Das CPC und der Dobson sind bei den Kindern und Jugendlichen die
beliebtesten Instrumente.

Der Anblick von Mond und Planeten im SCT mit Binoansatz löst Begeisterung aus. Ferner ist der Einblick am gabelmontierten SCT in jeder Stellung komfortabel. Die Gotosteuerung, die sich auch mit diversen Planetariumprogrammen ansteuern lässt, begeistert die Kinder ebenfalls. Alles in allem, ein gabelmontiertes nachgeführtes SCT wäre sehr gut für deine Zwecke geeignet. Für Planeten und Mondfotos oder Lucky Imaging ebenfalls hervorragend geeignet.

Ok, die Bilder im SCT sind spiegelverkehrt. Wen das stört kann ein Zenitprisma für aufrechte und seitenrichtige Bilder verwenden. Sternkarten lassen sich auch spiegelverkehrt ausdrucken.
Die Objekte sucht man aber mittels Sucher oder Leitteleskop.

Der Dobson ist einfach und intuitiv bedienbar, was den Jugendlichen gefällt. Mit einem Telrad-Sucher und einer Sternkarte lassen sich viele Objekte im Handumdrehen auch von weniger geübten Beobachtern finden.

Also meine Wahl wäre entweder ein Goto-SCT auf Gabelmontierung oder ein Dobson ggfs. mit Nachführplattform.

Eine kleine Rolldachsternwarte für das Internat wäre ebenfalls einen Gedanken wert. Die könnte z.B. im Rahmen eines Schülerprojekts selbst gebaut werden, Als Basis kann z.B. ein handelsübliches Gartenhäuschen dienen, das relativ einfach zur Rolldachhütte umgebaut werden kann.

Viele Grüße
Robert

Bearbeitet von: am: 11.10.2018 16:55:36 Uhr
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