Statistik
Besucher jetzt online : 117
Benutzer registriert : 21159
Gesamtanzahl Postings : 1041961
Astroshop
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Astronomie - die Beobachtungen, Bilder, Ereignisse
 Beobachterforum Planeten & Sonnensystem
 Saturn mit Newton 14" La Palma 2018
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Vorherige Seite | Nächste Seite
Autor  Thema Nächstes Thema
Seite: von 3

Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4764 Beiträge

Erstellt  am: 14.09.2018 :  06:42:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jan,
das mag sein, dass es schon ab etwa 8" möglich ist. Allerdings scheiden sich da die Geister. Herr Encke hatte damals einen 9,4" Refraktor.
Dazu in der Wikipedia:
https://en.wikipedia.org/wiki/Rings_of_Saturn#Encke_Gap
Die Englische Wiki geht davon aus, dass erstder Herr Keeler mit deutlich mehr Öffnung diese "Encker Lücke" also Encker Teilung sehe konnte.
In der Deutschen Wiki hat es der Herr Encke gesehen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Encke-Teilung

Es ist die Frage ob Du in 8" die Engeteilung neben dem Enckeminimum sehen kannst, alsi beide dunklen Linien. Auszuschließen ist es nicht, auch wenn die Auflösung von 8" schon grenzwertig ist.
Hier Aufnahmen mit meinem 6"
https://www.astrobin.com/191783/?nc=user
Das scheint das Enckeminimum zu sein.
Auf
https://www.astrobin.com/200567/?nc=user
wirkt die Linie weiter außen. Ich vermute aber, dass da beide Linien zusammenfallen. Und je nachdem wirkt es weiter außen oder weiter innen. Der 6" kann nach meinen Tests die letzten Jahren nicht zwischen Enckeminimum und Encketeilung getrennt auflösen. Einen ganz hohen Stand hab ich noch nicht erwischt.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

TheCCDAstronomer
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
3977 Beiträge

Erstellt  am: 14.09.2018 :  21:18:32 Uhr  Profil anzeigen  Besuche TheCCDAstronomer's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Roland,

ja da geb ich Dir recht, da muss man genau beschreiben was man gesehen hat. Robert und ich haben uns auch schon darueber unterhalten, was in den stacks vielleicht wirklich Encke (die Teilung und nicht das Minimum) oder eher ein Schaerfungsartefakt ist. Visuell war das aber was ganz anderes, das kann nur die Teilung gewesen sein. Uebrigens war ich nicht alleine, wir waren zu dritt und jeder konnte die Sichtung bestaetigen.

Es ist zwar schon einige Jahre her, aber solche magischen Momente vergisst man nicht. Es war bereits nach 3 Uhr, Saturn stand relativ hoch und die lokalen Winde hatten sich komplett beruhigt. Der 8" f8.5-Newton mit perfektem Spiegel und 18% Obstruktion war zu dieser Zeit natuerlich bestens temperiert.

Weil ich Encke bereits ein paar Naechte zuvor schon mal sehen konnte, wollte ich das den anwesenden zwei Kollegen zeigen. Et voila, bei 400x war sie wieder da! Und zwar als feine dunkle Linie schoen nahe der Ringkante, wo sie damals Raumsonden-Aufnahmen zeigten und die Verarbeitungen von Robert natuerlich auch.

Sehr schoen zu sehen war auch das feine Flimmern der hoeheren Atmosphaerenschichten. Wir probierten dann mit 300x und konnten sie nicht mehr ausmachen. Bei gegen 500x fiel der Kontrast zusammen weil der Ring zu dunkel wurde. Das war nun wirklich eine Beobachtung an der Leistungsgrenze einer sehr guten 8"-Optik.

Find ich toll, dass Robert und Torsten sich auch die Zeit fuer visuelles Beobachten genommen haben! Das habe ich leider zuwenig gemacht bei meinem letzten Besuch auf La Palma ... Gratulation nochmal zu den hervorragenden Ergebnissen!

Liebe Gruesse
Jan

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4764 Beiträge

Erstellt  am: 14.09.2018 :  23:36:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Grüß Dich Jan,
es könnten auch Beugungseffekte oder eben tatsächlich die Encketeilung. Ausschließen möchte ich es nicht.
Komisch ist dann allerdings warum die Englische Wiki vermutet, dass der Herr Encke mit seinem 9,4" Refraktor die Encketeilung nicht gesehen hat. Möglicherweise stinkt den "Amis" dass ein Deutscher mit einem kleineren Teleskop die Teilung schon lang vor dem Herrn Keeler gesehen hat ... ? ;)
Wie auch immer. Es muss eine tolle Beobachtung gewesen sein und die vom Robert natürlich auch.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Lars73
Senior im Astrotreff

Deutschland
147 Beiträge

Erstellt  am: 15.09.2018 :  09:41:11 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Lars73's Homepage  Antwort mit Zitat
Guten Morgen allerseits,
die Darstellungen in der deutschen Wikipedia (Encke hat 1837 die Teilung entdeckt) und der wesentlich ausführlicheren englischen Version (Keeler hat sie 1888 entdeckt und zu Ehren von Encke nach diesem benannt) Wikipedia sind tatsächlich nicht auf einen Nenner zu bringen.
Was Encke gesehen hat sollte man am besten der älteren originalen Literatur entnehmen können, nur auf die Schnelle ist im Netz nichts zu finden.
In dem Buch "Diesterwegs populäre Himmelskunde und mathematische Geographie" habe ich in der 26. Auflage von 1941 erstmal nur das hier gesehen:



Es ist unklar was man davon halten soll: Die "Trennung" oder "Bleistiftlinie" ist mittig im A-Ring eingezeichnet, wo die (echte) Encke-Teilung nicht hingehört. Diese liegt ja etwa 1/4 der Breite des A-Rings von dessen Außenkante entfernt. Wenn man die Cassini-Aufnahmen als Referenz heranzieht, ist in der Mitte des A-Rings aber auch kein ähnlich deutliches "Minimum" erkennbar, so daß es auch ein falsche Positionierung in der Zeichnung sein könnte.

Von Keeler ist hier nichts ausgeführt, aber das muss nichts heißen. Der Text in der 26. Auflage ist gegenüber der 20. Auflage von 1904 nur unwesentlich geändert, und schon 1904 findet sich kein Hinweis auf Keeler.


Gruss Lars

www.sternwarte-usedom.de

Bearbeitet von: Lars73 am: 15.09.2018 09:43:32 Uhr
Zum Anfang der Seite

Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4764 Beiträge

Erstellt  am: 15.09.2018 :  11:16:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Lars und hallo Jan,
ja, das ist ein schwieriges Thema. Auf den Bildern vom Robert sieht man meiner Meinung nach beide "Linien", das Enckeminimum und die Encketeilung. Das Enckeminimum ist sogar umlaufend erkennbar.
Auf der Hubblespaceaufnahme sieht man, dass da keine echte Lücke ist, aber eine dunklere Zone.
Jan, wie war das bei Deiner Sichtung der Encketeilung. Hast Du da beide "Linien" gesehen, also die Ecketeilung und das Enckeminimum?

Bei der Saturnzeichnung fehlt mir auch das Enckeminimum oder eigentlich richtiger gesagt, fehlt außerhalb des Enckemminimums die Encketeilung.
Ich vermute aber eher, dass der Zeichner nicht unbedingt der Beobachter war und daher diese Details fehlen.

Hallo Robert,
wie ist Deine Erfahrung. Du hast ja Newtons von 8" bis 13" und hast mit jedem Deiner Teleskope wubderschöne Aufnahmen und vermutlich auch Beobachtungen gemacht. Wie ist Deine Erfahrung mit der Encketeilung mit Bildbearbeitung und visuell mit den verschiedenen Öffnungen?
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Lars73
Senior im Astrotreff

Deutschland
147 Beiträge

Erstellt  am: 15.09.2018 :  12:21:53 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Lars73's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Roland,

bei dem Begriff "Encke-Minimum" ist mir bis heute nicht klar, was damit genau gemeint sein soll.
Wenn ich mich an frühere Diskussionen dazu erinnere meinte ich das so verstanden zu haben, daß man damit bei visuelle Beobachtung die Sichtung der Encke-Teilung meinte, weil eben klar ist, daß eine echte "Auflösung" der 0,05" breiten Teilung mit 8 oder 10 Zoll Öffnung nicht möglich ist. Daß trotzdem ein Helligkeitsminimum sichtbar ist wird ja allgemein akzeptiert. Wir wissen auch von der Cassini-Teilung, daß ein 63mm-Refraktor eine dunkle "Linie" zeigt, obwohl ein echter schwarzer Zwischenraum im Ring von 1" Breite von diesem Gerät nicht abgebildet werden kann, sondern nur eben ein Minimum im Helligkeitsverlauf.
Die Hubble- und Cassini-Aufnahmen wiederum zeigen in der Mitte des A-Rings durchaus einen dezenten Helligkeitsabfall, aber kein ausgeprägtes Minimum im Sinne eines "Einbruchs" der Helligkeit, die Helligkeit nimmt im Abstandsverlauf eher stetig ab und wieder zu. Bei der Bildbearbeitung besteht natürlich immer die Gefahr, daß die subtilen Kontraste bzw. Helligkeitsverläufe durch die Schärfung stark überhöht werden und Details vortäuschen.

Das beste Beispiel sind die beiden Varianten die Robert weiter oben dankenswerterweise eingestellt hat (11.09., 20:04 Uhr):
In der stärker geschärften Version hat der Schatten der Kugel auf dem Ring links einen hellen Saum, der nicht real sein kann und es nicht ist - siehe die schwächer geschärfte Version. Der Detailvergleich beider Bilder zeigt sehr schön, wie sich die Helligkeitsverteilungen mit dem Schärfungsgrad verändern, z.B. die Außenkante des B-Rings wird übertrieben hell. Auch wird die Encke-Teilung bzw. das sie repäsentierende Helligkeitsminimum zu breit - sie hat doch real nur 1/20 der Breite der Cassini-Teilung.

Von daher würde ich einen überdeutliches "Minimum" in der Mitte des A-Rings immer der Schärfung zuschreiben und nicht als wirklich abgebildetes Detail ansehen. Man erkennt auch an dem schwächer geschärften Bild von Robert, daß der Helligkeitsabfall in der Mitte des A-Rings viel geringer ist als die Encke-Teilung selbst.

Bei der Zeichnung oben spricht die Darstellung und Beschreibung als Linie schon dafür, daß es die echte Encke-Teilung ist und nur die Lage im Ring ungenau wiedergegeben ist.
Es wäre schön, dazu einen originalen Bericht von Encke zu lesen. Vielleicht kennt jemand eine Quelle ?

Gruß Lars

www.sternwarte-usedom.de

Bearbeitet von: Lars73 am: 15.09.2018 12:23:52 Uhr
Zum Anfang der Seite

Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4764 Beiträge

Erstellt  am: 15.09.2018 :  12:38:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Lars,
ein dünnes Haar mitten auf weißem Papier ist auch dann noch zu erkennen, wenn es unter der Auflösung des Auges breit ist.
legt man das Haar aber am Rand des Blattes hin, so dass der Abstand unterhalb der Auflöungsgrenze ist, dann verschwindet das Haar. Mal man daneben einen dunkelgrauen Bereich hin, der vom Kontrast schwächer ist aber den nötigen Abstand hat, dann wird diese dunkelgraue oder graue Linie ähnlich dem Encheminimum sichtbar sein.
So ist es meiner Ansicht nach auch mit der Encketeilung. Die Breite der Encketeilung ist nicht so sehr das Problem sie sehen zu können, sondern der Abstand zum Rand. Wenn der gut aufgelöst wird ist diese klarer zu sehen wie das Enckeminimum.
So meine Erklärung. Übrigens hab ich meine Bilder bewußt so geschärft, dass sie in etwa dem visuellen Kontrast entsprechen.
Nochmal zurück zu den Bildern. Wenn man die echte Enketeilung auf Robert seinen Bildern anschaut, dann kann diese nur in den äßeren Bereichen links und rechts aufgelöst werden. Weiter innen reicht die Auflösung nicht auf und da ist wieder nur das Enckeminimum zu sehen, das umlaufend sichtbar ist. Das passt zu meiner Theorie.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

TorstenHansen
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2478 Beiträge

Erstellt  am: 15.09.2018 :  12:51:34 Uhr  Profil anzeigen  Besuche TorstenHansen's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo,

wenn man nicht zu stark schärft, bekommt man Encketeilung resp. Encke-Minimum ja auch von Deutschland aus zu sehen (unten mit 28cm Öffnung). Dies ist übrigens unabhängig vom verwendeten Bildbearbeitungsprogramm!




Ich war bisher davon ausgegangen, dass das Encke-Minimum eine photo- bzw. videobasierte, bildliche Darstellung der durch Beugung verbreiterten Encke-Teilung ist.

Da die oben ziteirte amerikaniche Quelle aus dem cloudynights-Forum zwischen Encketeilung und -minimum unterscheiden muss, liegt nach meiner Einschätzung an der Überschärfung der Bilder. Ich vermute, dass der dunkle Bereich weiter Richtung Zentrum des A-Rings (in der cloudynights-Quelle als Encke-Minimum bezeichnet) durch einen Überschwingereffekt erzeugt wird ähnlich der Doppelkanten bei Mondkratern oder Planetenrand, etwa Mars. Das dieses Enckeminimum dann mal besser, mal schlechter definiert erscheint, könnte an der Qualität des Ausgangsmaterials liegen.


Grüße
Torsten

Astronomische Arbeitsgruppe Ulm

http://aau.telebus.de/aau/default.php

Bearbeitet von: TorstenHansen am: 15.09.2018 13:56:37 Uhr
Zum Anfang der Seite

Lars73
Senior im Astrotreff

Deutschland
147 Beiträge

Erstellt  am: 15.09.2018 :  13:31:38 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Lars73's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Leute,

die Auflösung der Verwirrung findet sich in dieser schönen Arbeit, die eine Zeichnung von Encke aus dem Jahr 1837 wiedergibt:

http://www.astrosurf.com/re/encke_division_saturn_2017_PRe.pdf

Zitat:
"In 1837 Johann Franz Encke, director of the Berlin observatory, using a 246 mm refractor observed a dark “minimum” of intensity on the northern face of ring A and obtained micrometre measures of its position (Figure 6).
William Lassel and William Dawes (1843) observed the Encke minima with a 9-inch refractor and another division near the edge of ring A (Figure 7). Dawes described these observations:
Having obtained a fine adjustment of the focus, I presently perceived the outer ring to be divided into two. This coincided with the impression Mr. Lassell had previously received (...) With 400x the secondary division was perceptible during occasional best views of the planet. occasionally, for several seconds together,I had by far the finest view of Saturn that I was ever favoured with. Theoutlineof the planet was very hard and sharply defined with power 450x and the primary (Cassini’s) division very black and steadily seen all round the southern side. When this was most satisfactorily observed, a dark line was pretty obvious on the outer ring. I was not only perfectly satisfied of its existence, but had time during the best views carefully to estimate its breadth, in comparison with that of the division ordinarily seen (...) It is certainly rather outside the middle of the outer ring, and is broadest at the major axis, being in this respect precisely similar to the primary division. It was equally visible at both ends of the ring. "

Also ist das historische Encke-Minimum - von Encke selbst beobachtet - das Intensitätsminimum in der Mitte des A-Rings.
Die Encke-Teilung dagegen wurde erstmals 1843 von Lassel und Dawes gesichtet.

Gruß Lars

PS: Habe mir gerade in Stellarium die Situation von 1837 angeschaut. Saturn war Anfang Mai in Opposition bei einer Deklination von -13,5 Grad. Das bedeutet, der gute Encke in Berlin hatte kaum Chancen, die später nach ihm benannte Teilung selbst zu entdecken....

www.sternwarte-usedom.de

Bearbeitet von: Lars73 am: 15.09.2018 13:48:28 Uhr
Zum Anfang der Seite

TorstenHansen
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2478 Beiträge

Erstellt  am: 15.09.2018 :  14:00:55 Uhr  Profil anzeigen  Besuche TorstenHansen's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Lars,

mir war Pedro Re völlig unbekannt, aber die Quelle scheint brauchbar zu sein, insbesondere, was die Definition der Begriffe angeht.
Außerdem geben die zitierten Originalquellen wohl recht deutlich die visuelle Sichtbarkeit beider Phänomene wieder.


Grüße
Torsten

Astronomische Arbeitsgruppe Ulm

http://aau.telebus.de/aau/default.php

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

TheCCDAstronomer
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
3977 Beiträge

Erstellt  am: 15.09.2018 :  18:22:51 Uhr  Profil anzeigen  Besuche TheCCDAstronomer's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

> Jan, wie war das bei Deiner Sichtung der Encketeilung. Hast Du da beide "Linien" gesehen, also die Ecketeilung und das Enckeminimum?

Wie schon beschrieben, da gab es nur eine feine dunkle Linie zu sehen, und zwar weit weg von der Cassiniteilung nahe der Ringkante. Torsten und Robert, koennt ihr eure Sichtung etwas genauer beschreiben?

Gefaellt mir auch sehr gut die Zusammenstellung von Pedro Re! Danke fuer den link.

Viele Gruesse
Jan

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1246 Beiträge

Erstellt  am: 18.09.2018 :  00:00:44 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kollegen,
jetzt sind wir mitten drin im Thema Bildbearbeitung Fake und Realität . Die Bilder, die ich oben gezeigt habe, strotzen vor Schärfungsartefacten und Überschwingern in den Ringen. Hart zu entscheiden, was nun Realität und was nun Fake ist.

Was hab ich visuell bei 580x gesehen? Eine ganz klare deutliche, sehr schmale Trennung außen am A-Ring, ungefähr 60° umlaufend, vielleicht auch etwas mehr. Die Trennung hatte schwarzen Kontrast und war 80% der Zeit sauber haltbar. Sie war ein vielfaches schmaler als Cassini. Wir habe einige Tage später Saturn bei schlechtem seeing im 90 mm Refraktor bei 100 x beobachtet, da sah Cassini ähnlich aus .

Im Lifebild am Laptop war schmale Trennung außen am A-Ring in allen Kanälen (L, IR, R, G, B) über ca. 50% der Aufnahmezeit gut zu sehen, dito in den aufgenommenen Filmen.

Hab inzwischen versucht, Encke in Einzelbildern aus der Nacht zu erkennen - geht nicht, Einzelbilder zu verrauscht. Wenn ich 50 gute Bilder stacke, ist Encke ohne Schärfung gut zu erkennen, am besten in einem Blaukanal (2018-07-28-2251_3-B) und einem Rotkanal (2018-07-28-2227_6-R), aber auch im L-Kanal ohne jeden Filter. Dass wie nur ca. 60° umlaufend erkennen konnten im Gegensatz zu Damian Peach auf Barbados 2016 mit C14, lag an der niedrigen Lage von Saturn. Hätten wir wohl doch den ADC gebraucht. Das sieht man klar in den L-Aufnahmen ohne Filter: da ist die Trennung am kürzesten und auch Cassini bekommt in Hochachse Probleme und ist auch nur in den Ansen ganz sauber.

Kann hier gerne Stacks ohne Schärfung einstellen (die AutoStakkert 3 Stackung wirkt allerdings auch wie eine Schärfung, werde auch noch giotto Stack machen).

Was sagen die Profis? Interessant die Bilder von Cassini-Huygens Mission 2008 aus NASA Photojournal siehe https://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA11142

"Details of Saturn's icy rings are visible in this sweeping view from Cassini of the planet's glorious ring system. This natural color mosaic, taken from 10 degrees below the illuminated side of the rings, shows, from left to right, radially outward from Saturn, the C ring (with its Colombo and Maxwell gaps); the B ring and the Cassini division beyond, with the intervening Huygens gap; the A ring (with its Encke and Keeler gaps); and, on the far right, the narrow F ring. The total span covers approximately 65,700 kilometers (40,800 miles)."

"The images in this view were obtained by NASA's Cassini spacecraft on Nov. 26, 2008, at a distance of approximately 1.1 million kilometers (700,000 miles) from Saturn and at a sun-Saturn-spacecraft, or phase, angle of 28 degrees. Image scale in the radial (horizontal) direction is about 7 kilometers (4.3 miles) per pixel."

Cassini hat ja bis 15.09.2017 Bilder von Saturn aufgenommen. Diesen Bildern traue ich am meisten Detailtreue zu. Ein sehr schönes spätes Bild ist auch am 25.April 2016 entstanden:

https://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA21046.jpg

Dem Bild 17.06.2017 vom Pic Du Midi (1-Meter Teleskop, D. Peach, E. Kraaikamp, F. Colas, M. Delcroix, R. Hueso, G. Therin, C. Sprianu, S2P, IMCCE, OMP)
https://apod.nasa.gov/apod/ap170617.html traue ich nicht wirklich. Hab Rohbilder und Bearbeitungen von diesem Bild gesehen. Die Astronomy Picture of the Day Bearbeitung sieht mir nach akuten Überschwingern aus Bildbearbeitung aus, diesmal den Überschwingern eines 1 m Spiegels. Sind halt viel kleiner als bei 14", haben aber alle den selben Abstand - sehr verdächtig.

Es folgen später einige Untersuchungen meinerseits, die ich noch verschönern und richtig zitieren muss.

Meine klare Ansage: Encke-Trennung in den Ansen zu erkennen war visuell kein Problem bei super seeing 8...9/10 am 28.07.2018 auf La Palma / Roque de los Muchachos mit 348 mm Öffnung bei 580x.

LG
Robert

Bearbeitet von: RobertR am: 18.09.2018 00:23:04 Uhr
Zum Anfang der Seite

TorstenEdelmann
Senior im Astrotreff


180 Beiträge

Erstellt  am: 18.09.2018 :  07:17:52 Uhr  Profil anzeigen  Besuche TorstenEdelmann's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Robert & Torsten,
Also erstmal Glückwunsch zu Eurer gemeinsamen Reise und den fantastischen Aufnahmen ! Wenn man bedenkt, dass Saturn auf La Palma auch nicht so viel höher steht, dann müssen die Bedingungen wirklich extrem gut gewesen sein. Man sieht es den Aufnahmen einfach an, eine Qualität von der wir hier in D auch in den nächsten Jahren wohl nur träumen können...


Zitat:
Original erstellt von: RobertR
...
Dem Bild 17.06.2017 vom Pic Du Midi (1-Meter Teleskop, D. Peach, E. Kraaikamp, F. Colas, M. Delcroix, R. Hueso, G. Therin, C. Sprianu, S2P, IMCCE, OMP)
[url]https://apod.nasa.gov/apod/ap170617.html[url] traue ich nicht wirklich. Hab Rohbilder und Bearbeitungen von diesem Bild gesehen. Die Astronomy Picture of the Day Bearbeitung sieht mir nach akuten Überschwingern aus Bildbearbeitung aus, diesmal den Überschwingern eines 1 m Spiegels. Sind halt viel kleiner als bei 14", haben aber alle den selben Abstand - sehr verdächtig.
Robert



Robert, bei allem Respekt, aber wo siehst Du denn hier "Überschwinger" bei der Bearbeitung noch dazu "verdächtig" ? Ich hab das jetzt sehr lange verglichen und kann irgendwie keinen Grund für Deine Bedenken finden... Wenn ich Kontrast und Auflösung einer Cassini-Aufnahme anpasse und vergleiche, dann wird meiner Meinung nach erstmal deutlich, welche Qualität und welchen Meilenstein dieses Team mit der Aufnahme erreicht hat:




Gruß, Torsten

----------------------------------
http://www.firecapture.de
http://www.wonderplanets.de

Bearbeitet von: TorstenEdelmann am: 18.09.2018 07:26:44 Uhr
Zum Anfang der Seite

RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1246 Beiträge

Erstellt  am: 18.09.2018 :  22:34:52 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Torsten,
will das Aufnahmeteam nicht beleidigen. Keinen Zweifel, das APOD-Bild selbst und seine RGB Kanäle sind sicher eine der oder die beste Aufnahmen, die von der Erde bisher aus je von Saturn gemacht wurden. In irgend einem Forum wurde die Entstehung des Bildes intensiv diskutiert, vermute mal Cloudy Nights - hab das damals intensiv verfolgt und die Verbesserung des Bildes bewundert. Hatte damals nicht die geringsten Zweifel an der Schärfung....

Cassini ist eine gute Quelle für gute Ringaufnahmen. Hier eine detailierte Ringaufnahme aus der Cassini Mission aus 2008 mit Beschreibung der Ringdetails:



Verdächtig im Apod Bild ist für mich die gleichmäßige Abfolge von hellen und dunklen Zonen im C-Ring, die auch an anderen Stellen im Bild genau den gleichen Abstand haben. Diese war in den ersten Präsentationen des Teams nicht zu sehen. Im C-Ring gibt es die Maxwell Trennung, die wir wohl auch erwischt haben und eine Abfolge von helleren und dunkleren Zonen. Eventuell ändert sich die Optik und Abstände der Ringzonen?

PS: Welche Cassini Aufnahme hast Du verwendet? Ich vermute 26.04.2016 NASA PIA21046? Das Cassini Bild aus 2016 sieht wirklich ähnlich zum 2017 APOD-Bild aus und damit anders als das Bild aus 2008....

LG
Robert

Bearbeitet von: RobertR am: 18.09.2018 22:40:09 Uhr
Zum Anfang der Seite

RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1246 Beiträge

Erstellt  am: 18.09.2018 :  22:59:16 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kollegen,
zum Thema Encke hier auch noch eine Cassini-Aufnahme vom A-Ring:



An dieser Position sollte Encke zwischen Cassini und A-Ring sitzen. Was mit Enckeminimum gemeint ist, habe ich nicht verstanden. A-Ring außerhalb Encke und nahe Cassini ist wohl etwas heller als A-Ring zwischen Cassini und Encke. Ist das gemeint?

LG
Robert

Bearbeitet von: RobertR am: 18.09.2018 23:32:40 Uhr
Zum Anfang der Seite
Seite: von 3  Thema Nächstes Thema  
Vorherige Seite | Nächste Seite
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Springe nach:
Astrotreff - Astronomie Treffpunkt © Astrotreff 2001 - 2015 Zum Anfang der Seite
Diese Seite wurde in 1.1 sec erzeugt. Snitz Forums 2000

Der Astrotreff bedankt sich für die Unterstützung von:



?