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Seite: von 6

Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5114 Beiträge

Erstellt  am: 03.11.2018 :  10:59:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Karl Heinz,
rechts ist vermutlich auch ein Teil von Syrtis Marjor zu sehen. Ich denke, dass nur die kleinen Flecken Artefakte sind. Das dunkle Gebiet ist denk ich zu groß für ein Artefakt und vermutlich eben ein Ausläufer von Syrtis Major wenn wir vom selben reden. Noch weiter oben etwas links ist noch ein kleinerer dunkler Fleck der Deuteronilus Mensae sein könnte, oder ein Artefakt.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: am:
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RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1287 Beiträge

Erstellt  am: 03.11.2018 :  23:49:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Roland,
ja, es gibt Saturnfilme mit der ASI224 Farbkamera. Sind auch nicht schlecht. Über die besten Zeitpunkte ist allerdings immer die ASI290 auf dem Teleskop gewesen - war vermutlich kein Fehler .

Material haben wir mehr als genug aufgenommen: Stimmungsaufnahmen bei Tag und bei Nacht, Mondfinsternis, Mond hochvergrößert, Jupiter, Saturn und natürlich Mars.... Ob wir das wohl jemals vollständig auswerten werden? Es bereitet Überwindung, auch an schlechterem Material zu arbeiten

Hier weitere Detailversuche von der zweitbesten Marsnacht am 28/29.07.2018:

Rotkanal aus den besten 3 Filmen:



Mars UT 00:35 Rot-Kanal

Grünkanal aus den besten 2 Filmen:



Mars UT 00:39 Grün-Kanal

Blaukanal aus den besten 3,8 Filmen, leider 20 min früher aufgenommen:



Mars UT 00:21 Blau-Kanal

erlaubt dann ein sehr glattes L(R)-RGB:



Ist nicht wesentlich anders als das schon gezeigte. Mehr Auflösung geht halt mit dem 14" nicht ! Im Blaukanal ist Kontrastunterschied zwischen Marsoberfläche und Polkappe groß. Trotzdem sind die Sandfüllungen und der kleine Doppelsturm auch im Blauen zu sehen. Wenn man das Histogramm entsprechend staucht, kann man mehr sichtbar machen.

Über den Abfall der seeing Qualität hatte ich ja schon berichtet. Aus einer fast stehenden Scheibe auch im Blaukanal wurde der in unseren Breiten gewohnte Zappel-Philipp in allen Kanälen. Auf die finale Auflösung hatte das gar keinen sooo entscheidenten Einfluß, sehr wohl aber auf das Randartefact, das dann wieder aufwendig bekämpft werden will.

Wer mit unserem Material spielen möchte, kann gerne einige Brocken haben. Ich hoffe, Torsten hat nichts dagegen.

LG
Robert

Bearbeitet von: RobertR am: 03.11.2018 23:56:33 Uhr
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Karl-Heinz Buecke
Meister im Astrotreff

Deutschland
347 Beiträge

Erstellt  am: 04.11.2018 :  19:46:03 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Karl-Heinz Buecke's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Roland,
ich möchte mich hier mit meinem Problem wieder zurückziehen. Danke für deine Antwort. Nun habe ich meine Filme neu bearbeitet, diesmal nicht AS3, sondern AS2. Hier komme ich in diesem Fall besser zurecht und das dunklere Detail am Marsrand zeigt sich nicht mehr. Meine Erfahrung hieraus: die Bildbearbeitung kann bei schlechtem Material auch manchmal Dateils vortäuschen, die ganz nicht vorhanden sind. Ich habe in meiner Homepage für den 11.10.2018 die neu bearbeiteten Bilder aufgenommen.

Viele Grüße
Karl-Heinz
https://www.buecke-info.de

Bearbeitet von: am:
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RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1287 Beiträge

Erstellt  am: 06.11.2018 :  22:17:31 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Karl-Heinz,
Fehler schleichen sich nicht nur bei Material ein, das unter hiesigen Bedingungen aufgenommen wurde. Auch bei unserem Material kommt man an Grenzen. Hier Versuche, den Blaukanal weiter auszureizen.

Das hatten wir schon gezeigt:

Mars 29.07.2018 UT 00:21


Ein weiterer Blaukanal UT 00:43 mit winjupos hinzuaddiert, aufgrund 20 min Zeitabstand war Einsatz winjupos nötig.



Randartefact läßt sich nun mit winjupos etwas wegdrehen. Man kann mit winjupos Blaukanl Darstellung auf die Uhrzeit des Rotkanales stellen.



Von Schärfe und Dichte des Bildes sollte das eine Steigerung darstellen, auch wenn die Bearbeitung wohl schon übertrieben ist. Am 27./28.07. war im Blaukanal zwischen 00:18 UT und 00:44 UT wohl nicht mehr zu holen. Ganz glücklich bin ich nicht damit. Ein Blaukanal um 01:13 ist ebenfalls brauchbar, den werde ich wohl auch noch aufbereiten.

Das kann man nun in den Rotkanal und das RGB von Torsten einarbeiten:



Die kleinen Artefacte bei den Kratern stammen von mir. Sonst ist das nun schon ganz nett, geht wohl sicher noch besser (ohne Artefacte).

LG
Robert

Bearbeitet von: RobertR am: 17.11.2018 11:32:00 Uhr
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RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1287 Beiträge

Erstellt  am: 17.11.2018 :  09:53:55 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Planetenfreunde,
versuche zwischenzeitlich, das aufgenommene Material systematisch aufzuarbeiten. In den bereits gezeigten Mars-Bildern steckt unsere lange Erfahrung, Material schnell zu sichten und kurzfristig und effektiv das beste herauszuholen. Wenn man später tiefer bohrt, kann jedenfalls ich meist nur noch wenige Prozent an Qualität heben. Risiko ist auch, dass man über das Ziel hinausschießt. Schlechteres Material zu bearbeiten, ist zudem wenig prickelnd. Das ist der Nachteil, wenn man kurz hintereinander an mehreren Tagen sehr viel gutes Material aufnimmt. Trotzdem wäre es schade, wenn Material auf den externen Platten vergammelt - auch schlechtere Filme sind meist immer noch besser als das beste, was ich bisher von Mars aus Deutschland aufgenommen habe. Nur wenige Filme sind so schlecht, dass man sie sofort löschen kann.

Wende mich gerade dem Material aus der Nacht 01./02.08.2018 zu. Das sind 115 Filme. Wir haben wir Mars von 00:13 (30° über Horizont) bis 03:30 (24° über Horizont) aufgenommen. Bestes Seeing herrschte nach Höchststand Mars um 0:55 (mit 35,3° über Horizont) ab 1:08 (mit Mars 35° über Horizont) bis 02:35 (mit Mars 30° über Horizont). Im Zeitraum 01:08 bis 01:45 war der 14" voll ausreizbar, jedenfalls im R und IR. Unter 30° Horizonthöhe Mars haben wir dann primär mit IR-Filtern gearbeitet. Es sind dabei immer noch erstaunlich brauchbare Filme entstanden. Diese können natürlich nicht mit den bisher gezeigten besten mithalten. In den folgenden Bildern werde ich nun zum ersten Mal auch IR verwenden.



Mars 02.08.2018 01:16 UT 6 Rotfilme und ein IR Film

IR bringt mehr Kontrast, aber auch Vergröberung Details (finde ich jedenfalls). Beim Versuch, Farbbilder mit IR Anteil zu machen, kommt momentan noch seltsame Farbe zum Vorschein - Ihr seht schon, ich bin kein rechter IR-Freund.

LG
Robert

Bearbeitet von: RobertR am: 01.12.2018 15:30:37 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5114 Beiträge

Erstellt  am: 17.11.2018 :  11:40:22 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Robert,
jedes Bild, dass Du zeigst ist sehenswert. Danke für das Weiterbearbeiten. Besonders interessant ist auch, wenn die Rotation von Mars einen leicht geänderten Bereich zeigt. Von daher lass Dich nicht entmutigen, wenn manche Videos nicht die Spitzenqualität zeigt. Es ist alles Welten besser, wie das was ich mit meinem 6" f/8 Newton am Balkon gefilmt und gesehen hab :)
Das Referenzbild
https://www.astrobin.com/359323/C/
https://www.astrobin.com/358466/B/
kennst Du ja schon und da war ich schon glücklich.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: am:
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RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1287 Beiträge

Erstellt  am: 17.11.2018 :  12:29:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Roland,
mein Ziel war ja eigentlich eine komplette Karte bzw. Umdrehung. Das war mit 14 Tage Urlaub eh schon knapp geplant. Mars braucht ja 24 h 37 min 22 s für eine Umdrehung. Es geht also jede Nacht nur 9° weiter. Pro Nacht hatten wir maximal 3 h für gute Aufnahmen wegen 30° über Horizont, also 45° Drehung. Selbst im optimalen Fall hätten wir keine ganze Umdrehung aufnehmen können. So 50° Drehung werden wir anbieten können aus unseren 4 guten Tagen. Den Rest müssen auch wir aus Chile, Japan und Australien bewundern.

LG
Robert

Bearbeitet von: RobertR am: 17.11.2018 12:31:30 Uhr
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RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1287 Beiträge

Erstellt  am: 26.11.2018 :  01:00:39 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Planetenfreunde,
bin weiter am Entwickeln. Irgendwie hatten wir ja das Glück, neben den mit Staub vollgeschütteten Valles Marineris die Region Argyre Planitia mit den Kratern Galle, Wirtz, Helmholz und Lohse mehrfach zu erwischen. Von der Region gab es schon früh tolle Sondenaufnahmen von der Viking Mission aus 1976:



Blick über Argyre Planitia auf die Krater Galle, Wirtz, Helmholz und Lohse (links bis zum Horizont)

Landkartentechnisch ist die Region gut erfaßt z.B. in den NASA Explore Mars Map



Zu unserem Aufnahmezeitpunkten muss entweder Sonne sehr günstig gestanden haben oder in den Kratern lag auch Staub oder Eis.



Nachbearbeitung Fitswork auf möglichst detailreiche Abildung der Region Argyre Planitia mit den Kratern Galle, Wirtz, Helmholz und Lohse

Wenn man den besten Rotfilm nach besten Bilder sortiert, hat man über 2000 Bilder nahezu keinerlei Bewegung im Bild, am Rand sowieso überhaupt nicht. Hab testhalber nur die besten 2000 Bilder gestackt, dann ist aber der Kontrast zu schwach. Mehr Bilder ist hier wohl effektiver. Das ist nun die erste Schärfung mit Giotto (so wie ich das normalerweise mache). Der Kontrast scheint mir dadurch höher zu sein. Werde das Verfahren auch noch mit weiteren Bildern probieren.

Im Vergleich zu den früheren Bildern von Sebastian Voltmer (20" ICS/Hakos) und den späteren Bildern von Damian Peach (1m Chilescope) ist deutliche Änderung auf Mars zu erkennen. Obwohl Damian Peach eine wesentlich höhere Auflösung in den Valles erzielt hat, sind die strahlenförmigen Gebilde um die Region Argyre Planitia und die Krater Wirtz, Helmholz und Lohse in den Chilescope Bildern aus September http://alpo-j.asahikawa-med.ac.jp/kk18/m180908z.htm kaum mehr auszumachen, während Sebastian Voltmer ähnliches abbilden konnte.
In jedem Fall zeigt dieser Rotkanal mehr Details als die Aufnahmen vom 29.07.2018. Ursache eventuell immer weniger Staub in der Athmosphäre.

LG
Robert

Bearbeitet von: RobertR am: 26.12.2018 23:20:18 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5114 Beiträge

Erstellt  am: 26.11.2018 :  10:23:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Robert,
der Vergleich mit den Aufnahmen von Damian Peach ist schon erstaunlich. Während Galle im September besser aufgelöst herüberkommt, sind die kleineren Krater Wirt, Helmholz und Lohse auf dem Bild kaum zu erkennen. Die Helle "kanalartige" Querstruktur auf Deinem Bild, ist im Novemberbild von Peach auch nicht mehr zu sehen:
http://alpo-j.asahikawa-med.ac.jp/kk18/m180908h2.jpg
Ich hab das Bild entsprechend gedreht um die Bilder besser vergleichen zu können.
Offenbar, war am Ende des Staubsturms manches besser sichtbar wie im September?
Die andere Aufnahme vom Kollegen mit 20" hab ich nicht gesehen. Du bist aber wirklich einer der wenigen Menschen, die mit einem ergebundenen Teleskop diese Krater auf einem Foto festhalten konnte.
Ich hab noch etwas mit Google gesucht und noch eine Aufnahme von Damian Peach im August gefunden:
https://pbs.twimg.com/media/Dliz8a7W4AAXi3m.jpg
Da sind die kleinen Krater tatsächlich auch zu sehen. Dennoch bleibe ich bei meiner Aussage. :)
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: Niklo am: 28.11.2018 07:19:48 Uhr
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RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1287 Beiträge

Erstellt  am: 01.12.2018 :  19:19:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Roland,
danke für deine Recherche. Würde mich interessieren, wie die besten Bilder vom Pic du Midi dazu aussehen.

Inzwischen habe ich alle 115 Filme vom 02.08.2018 gesichtet und in verschiedenen Versionen bearbeitet. Mir ist nun klar, wo die besten Bilder stecken. Nur 2 Filme waren zum Löschen. Das Material kurz nach Höchststand hat gleiches Niveau wie das Material vom 29.07.2018, wahrscheinlich sogar etwas mehr Kontrast. An dem Tag hatten wir den längsten nutzbaren Beobachtungszeitraum: von CM 19,5° bis CM 68,5°, also fast 50°. Erstaunlicherweise sind auch Bilder bei sehr niedrigem Stand brauchbar:




Mars 02.08.2018 UT 02:54 R (25° über Horizont)
Newton 348/1600 f4.6 verlängert mit 3x Barlow auf 6100 mm
ASI290MM USB3.0

Artefacte am Rand (Andeutung "Zwiebel") sind beim Nachschärfen des Summenbildes aus Winjupos entstanden, die bringe ich sicher noch weg.

Am Ende der Sitzung haben wir noch IR Filme mit den Astronomik Filtern IR742 und IR805 aufgenommen. Diese haben theoretische immer schlechtere Auflösung wegen längerer Wellenlänge und Belichtungszeit als Aufnahmen mit Rotfilter. Zum Schluss stand Mars "nur" noch 24° über Horizont.



Mars 02.08.2018 UT 03:15 Astronomik IR742



Mars 02.08.2018 UT 03:24 Astronomik IR805

Hab die Bilder auf Seite 1 nun durch bessere ersetzt und Seite 1 auch textlich ergänzt.

Kann mit dem Bildmaterial vom 02.08. sicher noch im Kleinstdetail bessere Bilder erzeugen, indem ich noch mehr Bilder stacke und im Hinblick auf Artefacte vorsichtiger vorgehe. Einige Bilder hab ich nun auch schon gelöscht und durch bessere ersetzt, da nachträglich gesehen unschön bearbeitet. Der Beitrag lebt also noch, Mars Material habe ich noch mehr als genug, und Blaukanäle sind noch nachzureichen....

LG
Robert


Bearbeitet von: RobertR am: 02.12.2018 00:07:28 Uhr
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RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1287 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2018 :  22:36:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Planetenfreunde,
hier Nachschlag mit schlechterer Bildqualität:

zwischen ZM 20° und ZM 60° war Bildqualität an mehreren Tagen gut. Den besten Überblick hatten wir am 02.08.2018 mit ZM 20° bis ZM 60° bei guten bis excellenten Bedingungen.



Mars 02.08.2018 UT 00:18 R ZM 20° - erstes R-Bild dieser Nacht



Mars 02.08.2018 UT 02:54 R ZM 58° - letztes R-Bild dieser Nacht in sehr guter Qualität, danach ging es mit dem Planet und seeing abwärts

Bei deutlich schlechterem seeing wegen ungünstigem Standort (LP4 Parkplatz am Fußweg zum Monumento al infinito am Pico de la Nieve) war einige Tage früher der Blick auf die Vulkanebene mit Olympus Mons möglich:



Mars 28.07.2018 UT 00:32 R ZM 68°



Mars 28.07.2018 UT 01:43 R ZM 85° (Olympus Mons rechts unten)
Newton 348/1600 f4.6 verlängert mit 2x Barlow auf 4200 mm

Längere Brennweite war am 28.07.2018 nicht sinnvoll. Vom Pico de la Nieve kam ein kalter Fallwind herunter. Ein Standort weit vom Gipfel ist nicht zu empfehlen. Er wurde wegen Mondfinsternis gewählt. Ein solches Niveau hätte ich wohl auch von Deutschland aus erzielen können.

Noch schlechteres Material haben wir auch aufgenommen. Auch das ist auf La Palma möglich. Richtig gut ist seeing nur im Gipfelbereich und das auch nicht immer, wie dieses Bild aus den letzten Tagen unseres Ausflugs zeigt:



Mars 03.08.2018 UT 23:34 R ZM 352°
Newton 348/1600 f4.6 verlängert mit 3x Barlow auf 6000 mm

Aus dem letzten Bild läßt sich wohl noch etwas mehr machen. Die Bildbearbeitung ist so wie von zuhause gewohnt .

LG
Robert


Bearbeitet von: RobertR am: 16.12.2018 09:38:37 Uhr
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RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1287 Beiträge

Erstellt  am: 09.12.2018 :  14:21:54 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Planetenfreunde,
Wetter am Alpennordrand ist derzeit schlecht. Hatte keine Chance, die Mars/Neptun Begegnung abzulichten. Es ist die richtige Zeit, an den Bildern von La Palma weiterzumachen. Kann ja noch einige Zeit vom Vorrat leben. Mir wird jedenfalls so schnell nicht fad.

Mehr Spaß, als am schlechteren Bildmaterial herumzuwursteln, macht es mir, an den besten Serien zu arbeiten. Verspreche mir noch einiges davon, sehr viele gute Bilder aus vielen Filmen zusammenzuaddieren. Das hat dann eine Drizzle Wirkung und erlaubt weitere rauschfreie Vergrößerung. Wenn ich dabei dann wirklich alle schlechten Bilder aussortiere, kommt sicher noch etwas mehr Detail schöner zum Vorschein.

Hier also erste Gehversuche:



Mars 02.08.2018 UT 01:18 L(R)
Addition von ca. 100.000 R-Bildern über 33 Minuten
weiche decon Schärfung, winjupos Addition von 8 R-Filmen



Mars 02.08.2018 UT 01:22 B
Addition von 40.000 B-Bildern über 34 Minuten
weiche decon Schärfung, winjupos Addition von 3 B-Filmen

Man muss hier den richtigen Kompromis aus Stackung und Schärfung finden - ich bevorzuge, möglichst wenig und mit möglichst kleinen Filtern zu schärfen. Es ist dann nur minimale Randnachbearbeitung einzelner Pixel nötig, wenn man sauber mit winjupos addiert. Zur Einrichtung in winjupos verwende ich folgende Hilfskarten, die ich für jeden Film mit winjupos erzeuge:



Das ist eine eigene Kunst, die ich nun immer besser in den Griff bekomme. Durchwegs gute Blaufilme sind seltener als gute Rotfilme. Werde wohl in den schlechteren Blaufilmen noch nach guten Bildern suchen und damit die Bildmenge weiter erhöhen.

Mit diesen Bildern konnte ich folgende L-RGB erzeugen:



Mars 02.08.2018 UT 01:19 L(RB)-RGB eher blaulastig [N8]



Mars 02.08.2018 UT 01:18 L(RRB)-RGB eher rotlastig [N9]

Das ist in Dichte, Kontrast und Detailreichheit nochmal eine Steigerung zum bisher gezeigten. Hab trotzdem noch Luft nach oben , auch wenn einen Verbesserungen nun wohl nicht mehr direkt anschreien werden. Ein echtes RGB ist mir derzeit noch zu bunt, steht aber noch aus. Die gezeigte Qualität ist über 30 min beliebig darstellbar, eine kurze Drehung also möglich.

LG
Robert

Bearbeitet von: RobertR am: 16.12.2018 09:35:36 Uhr
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RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1287 Beiträge

Erstellt  am: 15.12.2018 :  16:59:55 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Planetenfreunde,
inzwischen hat sich ein Astrokollege von der Insel am Bildmaterial versucht:



Mars 02.08.2018 UT 01:20

Bild zeigt im Gegensatz zu meinen Versuchen deutlich mehr Kontrast und Farbe. Gehe ich zu weich vor? Um Meinungen wäre ich dankbar.

LG
Robert

Bearbeitet von: RobertR am: 15.12.2018 17:01:00 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5114 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2018 :  11:07:04 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Robert,
mir gefalleb Deine Versionen besser, da sie näher an den visuellen Kontrasten und Farben liegen und natürlicher ausschaut.
Von den Details sieht man auf Deinen Bildern genauso viel. Das passt also meiner Meinung nach recht gut.
Ich denke, dass Du das maximal mögliche aus Deinen sehr guten Marsvideos herausgeholt hast.
Hast Du mal die Saturnfarbfilme gesichtet ob sich da etwas machen lässt bzw. wie da das Ergebnis ausschaut?

Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: am:
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RobertR
Altmeister im Astrotreff

Österreich
1287 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2018 :  17:04:24 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Roland,
danke für Dein Feedback! Wenn man wochenlang an dem Material macht, ist man sich nicht mehr so sicher, was Sache ist. Meine Familienmitglieder können keinen Mars mehr sehen. Inzwischen müssen meine Arbeitskollegen daran glauben. Was John da aus dem Material gemacht hat, ist mir zu heftig, scheint aber der Geschmack jener zu sein, die sich weniger mit Planeten beschäftigen und in Folge mehr sehen wollen, als real mit Augen zu sehen ist. Bin trotzdem ganz glücklich, dass jemand an dem Material rumprobiert. Da darf dann ruhig auch was anderes herauskommen als bei mir. Hoffe , dass auch Torsten nochmal was nachschiebt in den Weihnachtsferien. Ist ja irgendwie Schade um diese große Menge Filme.

Zum visuellen Eindruck: Am Okularauszug waren Polkappe und Wolkenlayer bei weitem dominant. Unterschiedliche Farbe Polkappe-Wolken ist mir nicht aufgefallen. Beides war gleisend weiss. Die Oberflächendetails waren ein grünlicher Schleier auf heller oranger Fläche. Die Oberflächenkontraste waren sehr blass, noch blasser als in meinem Bild N8 (das blaulastige auf Seite 1). 600 x mußte sein, sonst wäre das ganze zu hell gewesen. Für höhere Vergrößerung hatte ich nichts passendes dabei. Man hätte einen Graufilter gebraucht, um die Helligkeit von Mars abzudämpfen.

Saturn hab ich bisher nicht weiter probiert. Von den Details ist klar, was dort zu sehen war. Hexagon, Stürmchen und Wolkenwirbel brauchen jedenfalls eine andere Bildbearbeitung als der Ring mit seinen Trennungen, ist aber nichts neues. Lokale Schärfung oder Ausschneiden, verschieden Schärfen und wieder Zusammenfügen ist mir dann doch zu viel Bastelei. In einer ruhigen Minute werde ich sicher noch probieren, ob ich hier schönen Kompromiss mit meinen Möglichkeiten zusammenbringe. Damian Peach hat Ende August eine schöne Vorlage erstellt mit dem 1 m Chilescope, wenn auch stark IR lastig. Mit so großen Geräten geht das wohl nicht anders.

An Mond-Bildbearbeitung hab ich mich versucht, da sind auch gigantisch scharfe Sachen entstanden. Bei Mond bin ich nicht soo fit in der Bearbeitung . Es reicht jedenfalls, um sagen zu können, dass auch da der 14" voll ausgefahren werden konnte. Präsentation wäre schwierig, man könnte hier nur Ausschnitte zeigen. Mond war auf La Palma reiner Beifang, wenn auch logischer, wenn er schon so hell leuchtet.

LG
Robert

Bearbeitet von: RobertR am: 16.12.2018 17:18:23 Uhr
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