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 M57 - Kameratest QHY-183 color/cooled
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Reverend_Coyote
Meister im Astrotreff

Deutschland
442 Beiträge

Erstellt am: 11.07.2018 :  11:45:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo liebe Kollegen,


hier ein erster Test meiner gekühlten QHY-183 Farb-Astrokamera (back-illuminated chip, 5544x3694 pixels, 12Bit, 2.4um Pixel).

Ich habe den M57 genommen weil er verschiedene Farbbereiche von Rot bis Blau aufweist. Kameratemp. -24C, 207x1min, Flat/Dark/Skim Kalibration. Nasmyth-Cassegrain Teleskop 1065/15000mm bei f=3900mm (Fokalreduktor). Observatorium Hoher List (Eifel).

Man beachte die Balkenspirale IC-1296 links oben (15.4mag).

Die roten Farbsäume an den hellen Sternen sind vom Fokalreduktor (O.26x), der eigentlich nur zur Spektroskopie gedacht war.

http://www.coyote-point-observatory.de/NET_IMAGES/FORUM/ASTRONOMIE.DE/M57_final.jpg

SharpCap (Kamerasteuerung), AstroArt (Stacking), StarTools (Bearbeitung).


Grüße, Gerd


Es schaute mich an - und ich schaute Es an.
Und errötend wich Es zurück - das Universum.

Meade ETX-70/80, Lidl Spektiv, Minolta Bino, Kasai s'Gucki

Bearbeitet von: Reverend_Coyote am: 11.07.2018 11:46:39 Uhr

hobbyknipser
Meister im Astrotreff

Deutschland
792 Beiträge

Erstellt  am: 11.07.2018 :  13:07:20 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo, Gerd,

M57 kommt gut heraus, die Sterne sind klar zu erkennen. Prima!
Ich habe aber auch etwas Kritik für Dich:
Zum gleichen Ergebnis wärst Du auch mit einem viel, viel kleineren Teleskop und einer normalen DSLR gekommen. Das soll hier jetzt aber nicht der Punkt sein!
Das Seeing ist hier der ausschlaggebende Faktor!
Bei diesem Riesenteleskop und dieser großen Lichtstärke hätte ich bei sehr kleinem Gain Deiner benutzten Kamera (niedriges Rauschen) mit ein paar 1000 1-5 sec Einzelbelichtungen (Beginn des Lucky Imaging) versucht und dann nach dem Stacken versucht, das Zwischenergebnis mit verschiedenen Schärferoutinen noch zu verbessern. Große Teile von M57 sind ja überbelichtet. Die 60 sec sind viel zu lang.

viele Grüße und häufiger cs
Andreas

Bearbeitet von: am:
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Reverend_Coyote
Meister im Astrotreff

Deutschland
442 Beiträge

Erstellt  am: 11.07.2018 :  13:52:28 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Andreas,

ich hatte an dem Abend gerade kein anderes Teleskop zur Hand - man nimmt, was man bekommt. Und die Bequemlichkeit vom Kontrollraum aus ohne Nachführung arbeiten zu können ist ja auch etwas wert.

Was die Lichtstärke anbelangt ist die momentan nicht mehr so groß wie üblich, da die Spiegel dringend neu belegt werden müssen, was auch etwas Streulicht verursacht. Aber vom Seeing sind wir alle abhängig, das stimmt.

Das war mein erster Versuch zum Thema Lucky DS Imaging. Ich hatte zuerst drei Bilder mit 60s/120s/300s gemacht, die 60s Aufnahme zeigte deutlich weniger Störungen durch das Seeing. Da ich das Rauschverhalten beim ersten Test nicht einschätzen konnte habe ich die 60s mit Default-Gain (gut ein Drittel vom möglichen) verwendet und vorsichtshalber noch einen kleinen Untergrund-Offset aufaddiert.

Die nächsten Experimente mache ich mit Belichtung und evtl. etwas höherem Gain, da ich keinerlei unmäßiges Rauschen auf den Bildern habe. Was ich auch testen muß ist wie die Tiefe der Aufnamhmen sich verhält bei vielen/wenigen Bildern mit kürzeren/längeren Belichtungszeiten. Den M57 hatte ich genommen weil er hoch steht und viele Farben bietet.

Meine 60Da DSLR bringt auch gute Ergebniss, die habe ich leider vor einigen Wochen 'erlegt' !? Ich hatte sie nach der Beobachtungsnacht ausgeschaltet, den Akku gewechselt gegen einen vollen und dann ging sie nie wieder an! Der einzige Unterschied zu anderen Batteriewechseln war, daß ich das USB-Kabel noch im Datenerfassungsrechner stecken hatte. Sie ist jetzt beim Canon Service (Voranschlag € 286).

Aber man sollte den mechanischen Verschluß nicht mit Lucky Imaging im Eiltempo kaputt machen, dafür ist mir die Kamera zu schade.

Grüße und clear skies, Gerd

Es schaute mich an - und ich schaute Es an.
Und errötend wich Es zurück - das Universum.

Meade ETX-70/80, Lidl Spektiv, Minolta Bino, Kasai s'Gucki

Bearbeitet von: am:
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hobbyknipser
Meister im Astrotreff

Deutschland
792 Beiträge

Erstellt  am: 11.07.2018 :  14:10:22 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo, Gerd,

Lucky Imaging fängt meiner Meinung erst ab unter 5 sec Belichtungen an. Es gibt aber auch Ausnahmen (NGC 4490; 20 sec; GA-HAMAL; Cloudy Nights)
Ich habe es mit 30 sec, dann mit 10 sec, mit DSLR versucht: Es gibt einen Schärfe-Sprung zw. 30 sec und 10 sec. Versuche bei 6 sec sahen etwa schärfemäßig so aus wie 10 sec. Unter 5 sec ist bei mir mit der DSLR im Einzelbild zu wenig zu sehen, bei f/6.3.
Ein Kollege meinte, dass es bei 1-2 sec-Aufnahmen erste Erfolge bezügl. der Umgehung des Seeings gibt. Das Tanzen des Sternes wird stark reduziert; nur die Aufblähung des Sternes gibt es noch wie immer.
Also: wenn Du mal wieder eine solche Gelegenheit haben solltest: versuch es nächstes Mal mit 1-5 sec und mach viele Aufnahmen. Bei solch hellen DSO's wie M57 solltest Du bei einigermaßen Seeing ein viel besseres Ergebnis erzielen können. Ist zumindest meine Ansicht.

P.S. der 0,26x Reducer interesssiert mich. Hast Du einen link, wo man Näheres dazu findet? Könnte ich an meinem C9.25 mal testen...

viele Grüße
Andreas

Bearbeitet von: hobbyknipser am: 11.07.2018 15:03:04 Uhr
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Lars73
Senior im Astrotreff

Deutschland
102 Beiträge

Erstellt  am: 11.07.2018 :  18:23:51 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Lars73's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Gerd,

der Empfehlung von Andreas möchte ich mich anschließen:

M57 hat eine hohe Flächenhelligkeit und reagiert sehr gut auf wirkliche Kurzzeitbelichtung. In 2015 hatte Ralf (30sec) hier einen Super-M57 mit tausenden Einzelbelichtungen von 1 sec am C11 gezeigt. Das habe ich am 160er Refraktor dann auch mal probiert, wobei 1,5 sec in Luminanz mit einer ASI290mm möglich waren. Bei der Bearbeitung merkt man erst, wieviel Detail in den hellen Partien steckt, lauter kleine Knoten und Sterne, die schnell in die Überbelichtung gehen.
Wenn du das Bild 90° nach rechts drehst ist ja ungefähr Norden oben und nördlich vom Ring stehen zwei Sterne eng nebeneinander. Über dem linken von beiden befindet sich wiederum ein schwacher Doppelstern. Dieser in Auflösung ist mit der Kurzzeitbelichtung herauszuholen.

Gruss Lars

Bearbeitet von: am:
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Reverend_Coyote
Meister im Astrotreff

Deutschland
442 Beiträge

Erstellt  am: 11.07.2018 :  20:21:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Andreas und Lars,

der Fokalreduktor wird ein wenig zu 'sperrig' sein für das C9.25 - der ist einen guten Meter lang und aus solidem Stahl gefertigt. Den kann man nur per Flaschenzug und Montagebühne demontieren, außerdem ist es eine einmalige Spezialanfertigung. Auf dem Bild ist es der lange, weiße Tubus am Teleskopende:

http://www.coyote-point-observatory.de/HOHER-LIST/user/pictures/geschichte/1m_telescope.jpg

Es gibt ein PDF der Uni Bonn über den Entwurf und Bau des Reduktors:

http://www.coyote-point-observatory.de/HOHER-LIST/user/documents/instrumentarium/fokalreduktoren/FocalReducer_HoherList_2.pdf

Danke an euch für die Ermutigung zu extrem kurzen Belichtungen, die nächste klare Nacht werde ich (auch an M57) in diesem Sinne durchbelichten. Wie lange mein Rechner dann zum Stacken braucht?

Grüße, Gerd

Es schaute mich an - und ich schaute Es an.
Und errötend wich Es zurück - das Universum.

Meade ETX-70/80, Lidl Spektiv, Minolta Bino, Kasai s'Gucki

Bearbeitet von: Reverend_Coyote am: 11.07.2018 23:15:37 Uhr
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