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Seite: von 3

Ein_Franke
Neues Mitglied im Astrotreff

Deutschland
11 Beiträge

Erstellt am: 11.06.2018 :  21:20:24 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Abend miteinander.

Ich bräuchte bitte die Hilfe von Fachkundigen Menschen. Ich bin schon lange interessiert an Astronomie. War dann vor ca 2 Jahren mit einem Mitglied des Forums (danke nochmal) zum Fotografieren draussen. Leider besitzt der gute Mann Ausrüstung im Gegenwert eines Autos, steht dafür aber der Nasa kaum nach...

Fotografie ist auch erst mal nicht das was ich möchte. Ich würde gerne einfach schauen. Habe vor 2 Jahren von meiner Frau ein Lidl Scope bekommen trotz dem Ärger mit Wackeln und dergleichen habe ich mich damals gefreut wie ein kleines Kind im Süssigkeitenladen als ich das Erste mal Jupiter mit 3 kleinen Punkten gesehen habe. Aber richtig gesehen hat man natürlich nichts. Man konnte ahnen wie die Bänder laufen (was mit Stellarium dannach verglichen wurde).

Nun solls dann doch mal etwas solieder werden.

Zur Verfügung habe ich ca 1500 €.

Zum Beobachtungsplatz ist zu sagen dass ich einen Garten habe den ich ebenerdig erreichen kann. Es ist dunkel, aber nicht perfekt. Jedoch habe ich in 20 min perfekte Plätze um mich. Aber für den Anfang kann man hier gut was machen.

Nun dachte ich folgendes:

Ein Dobson mit 254/1200 mm (Skywatcher 579€)
Telrad Sucher (62,-)
Justierlaser (59,-)
Filter Mond, Nebel ( 69,-& 69,-)
Reinigungsset (20)

Damit würden mir noch knapp 700€ für Okulare bleiben...Oder für andere essentielle Dinge?

Ich möchte gerne so vielseitig wie möglich beobachten (Sonnenfilter?) um richtig festzustellen was mir gefällt.
Und nach dem ich mich so lange geärgert habe mit dem kleinen Scope (Es ist furchtbar wenn du 30 Minuten brauchst um Jupiter zu finden und du verlierst ihn wieder auf der Wackligen Montierung, musst wieder Okular wechseln....)hätte ich gerne "ordentliches" Equipment.

Macht der Plan so Sinn? Wäre es sinnvoller eine kleinere Optik und weniger Okulare zu kaufen, dafür eine parallaktische Montierung (viel. mit GoTo)? Oder ist ein Dobson gut und ich kaufe bei entsprechender Begeisterung und Sparzeit eine NEQ-6 auf die ich das Rohr von der Dobson befestige. (und geht das überhaupt).

Ich habe so unglaublich viele Fragen, werde aber dann in 2 Wochen zu einem Händler fahren (komme aus Franken, kennen jetzt die 2 Großen Händler rechts und links von München, gibt es da vieleicht eine Empfehlung?)

Habt Ihr vielleicht einen Rat, eine Empfehlung oder Denkanstöße für mich? Ich bin, obwohl ich seit Wochen darüber nachdenke, absolut Hilflos.

Meine Frage ist im Endeffekt: Wenn Ihr erfahrenen Leute nochmal mit 1500,- anfangen würdet, was würdet ihr kaufen und warum in dieser Konstellation.

Ich hoffe ich verlange nicht zu viel von euch, aber bei dem Wetter,...

Danke schonmal,
Mfg Hannes


Betreff "Ich glaub jetzt reicht das Geld...." präzisiert. Stathis

Skywatcher 254/1250

Bearbeitet von: Stathis am: 12.06.2018 07:44:45 Uhr

stefan-h
Altmeister im Astrotreff


16332 Beiträge

Erstellt  am: 11.06.2018 :  22:05:18 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Hannes,

erst mal noch ein Willkommen vom Franken zum Franken. (wohne leider zu weit von dir weg, sonst hättest du mich mal besuchen können)

Bezüglich Dobson geht die Denke schon in die passende Richtung. Aber ich würde diesen 250/1250 GSO (klick mich) vorziehen.

Die Gründe dafür- der GSO hat f/5, der Skywatcher f/4,7 und ist damit anspruchsvoller bezüglich weitwinkligen Okularen. Dazu bekommst du mit dem GSO ein 2" Oular mit 30mm und größerem Eigengesichtsfeld. Das hilft bei der Aufsuche und bietet auch mehr Feld bei Übersichtsbeobachtungen. Das 25m beim Skywatcher zeigt deutlich weniger Feld.

Sonnenfilter- Folie für Selbstbau passende Größe. Die Halterung muss sicher sitzen, Sucher beim Beobachten abnehmen, da guckt man aus Versehen schnell mal durch- Und Kinder (und auch unerfahrene Erwachsene) nie alleine Sonne beobachten lassen.

Restliches Budget- ein Okular für höhere Vergrößerung so um 6-7mm mit angenehm großen Eigengesichtsfeld und ein guter OIII Filter für Nebelstrukturen. Da kommt derzeit eigentlich nur einer in Frage- OIII Filter in 2" , der ICS Filter ist identisch mit dem Astronomik, nur für ICS gelabelt. Von den günstigen Chinafiltern besser die Finger lassen, die taugen häufig wenig bis nichts. 2" für die großen Nebelstrukuren mit dem Übersichtsokular. Bei Nutzung mit 1,25" Okularen wird der Filter vorn in die 2"-1,25" Reduzierung eingeschraubt.

Telrad- passt. Justierlaser- entweder einen wirklich guten oder besser ein Cheshire oder das Concenter. Mondfilter muss nicht unbedingt sein, Mond mit etwas höherer Vergrößerung ist dunkel genug. Reinigungsset- nö, den Spiegel wäscht man bei stärkerer Verschmutzung mit Wasser, Spüli und gegebenenfalls Isopropyl-Alkohol, abspühlen dann mit destilliertem Wasser.

Aufsuchkarte- zum Telrad passend der Deepsky Reiseführer und zum Betrachten der Karten eine möglichst dunkelrote und nicht zu helle Lampe.

Gruß
Stefan

edith: Link zum Dobson repariert

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

Bearbeitet von: stefan-h am: 12.06.2018 11:41:18 Uhr
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pescadorTT
Meister im Astrotreff

Deutschland
548 Beiträge

Erstellt  am: 11.06.2018 :  22:26:57 Uhr  Profil anzeigen  Besuche pescadorTT's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Hannes,

auch von mir ein herzliches Willkommen! Deine Auswahl scheint schon sehr solide. Das Gute: der Skywatcher besitzt schon einen Pyrex Spiegel und kostet bei TS zum Vergleich zu Intercon gerade 20,-€ weniger: https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p1994_Skywatcher-Skyliner-250PX---254-1200mm-Dobson-Teleskop.html
Einzig die Höhenräder würde ich irgendwann anpacken und der OAZ scheint leider keine Untersetzung zu haben (Feinjustage). Aber damit könnte man erstmal gut leben für den Preis.... Was Stefan schreibt passt natürlich auch. Der GSO hat zwar keinen Pyrex Spiegel, dafür aber die Untersetzung von 1:10 und die f5 sind wirklich einfacher zu handhaben.

Zu den Okularen kann ich Dir sagen, dass ich höchst zufrieden mit den 100° in 9mm, 13mm, sowie 20mm von APM bin, siehe hier: https://www.apm-telescopes.de/de/okulare/mehr-74-ultraweitwinkel/andere/lunt-engineering-hdc-9-mm-100-okular.html
Ich benutze sie an einem 12,5" / f4,7 und hatte das 9mm und 20mm vorher auch an meinem alten C9.25 in Gebrauch. Super Preis-Leistungsverhältnis, aber für den Start evtl. zu teuer?!

Zu Deinem Telrad würde ich auch direkt den Deep Sky Reiseatlas mit besorgen. Dann findet man direkt die Objekte seiner Wahl und lernt den Himmel wunderbar einfach kennen. Das gibt es auch direkt als Set: https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p2720_Telrad---Deep-Sky-Reiseatlas---die-Alternative-zu-GoTo.html

Und dann noch eine gute Seite zum Auffinden von guten Spechtelplätzen in Deiner Umgebung: die Light pollution map https://www.lightpollutionmap.info/#zoom=4&lat=5759860&lon=1619364&layers=B0FFFFTFFFF

In diesem Sinne; wünsche Dir eine gute Kaufentscheidung und ordentlich viel Spaß beim baldigen Beobachten.

Beste Grüße,
Sven



| 12,5"/ f4,7 Christian Busch Spiegel im Dieter Martini Truss auf gepimpter G11 mit Gemini II |
| ED 70/420 mit Mgen II | Vixen 102 M auf AZ | TAL1 | Revue 60/700 | Revue 60/910 |



Bearbeitet von: am:
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NormanG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1588 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2018 :  09:46:52 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Morgen Hannes und ein herzliches Willkommen auch von mir :-)

So hilflos bist Du doch gar nicht, das ist erstens eine sehr gute Wahl von Dir und an der Art der Fragestellung sieht man es auch.

Lass die Filter weg. Das am Anfang einzuplanen ist verfrüht. Erst mal gute Okulare. Auch der Tipp von Stefan mit dem OIII - um Himmels Willen Stefan (nix für ungut), es geht darum, dass Hannes sich reinfindet und Vorlieben feststellt. Da kann man doch nicht gleich 200 Euro in einem exklusiven Zubehörteil versenken. Das kann man sich mal ausleihen oder auf Treffen ausprobieren.

Zu Okularen gibts für f5-Geräte haufenweise Tipps, ich finde, entsprechend aussagekräftige Threads sollte man mal sichten/ auswählen und im Board oben anpinnen - Hallo Moderatoren...

Insofern, wühl Dich ein wenig durch die Okularthematik. Deine Augen und Vorlieben kennst Du selbst am besten.

Zur Frage, was kaufen, wenn jetzt neu anfangend und 1500 über habend. Hm. Wenn ich ein Auto hätte - auch ein 10-12"-Dobson. Ohne Auto 8"-Reisedobson den man zerlegen kann oder kleinen Apo - s. Signatur :-)
Und von Anfang an gute Okulare. Habe ich bei meinem Anfang übrigens auch gleich so gehandhabt.

Manche würden ggf. auch ein Großfernglas wählen. Viele von uns haben ihre Vorlieben und würden jetzt entsprechend was anderes wählen.
Aber das benannte sind so die Optionen die ich für das Budget sehe, inkl. Okularen.

Schöne Grüße und viel Spaß beim Planen/ Wählen/ Schauen :-)



Edit: achso Stefan, Frage am Rande - warum denn ausgerechnet der ICS-Filter, warum nicht gleich den Astronomik, wenn es Deiner Aussage nach die gleichen sind? Der Preis ist doch der gleiche.

Und noch eine Ergänzung zur Frage, warum ich dies und das jetzt wählen würde als Equipment: wenn man richtig richtig gute Pätze aufsucht, ist ein 70er Röhrchen erstaunlich leistungsfähig und macht richtig Spaß - offene haufen, sogar Kugelhaufen, größere Nebel und Galaxien - allerdings ist da nicht allzuviel mit Galaxien, es sei den man nimmts so richtig sportlich. Falls du Fan bist/ werden solltest von Kometen, großen realen Sehfeldern, ist so ein Miniröhrchen ggf. die bessere Wahl als ein Dobson.

Ansonsten war und ist bei mir immer die Prämisse, möglichst viel Öffnung für das Geld, aber ohne Abstriche bei der Okularqualität. Bedenke - das Okular ist das HALBE Teleskop!

CS
Norman

gepimpter 12" Sumerian-Dob mit f/4,5-Nauris-HS, 72 mm Lacerta Apo

- who stands the rain deserves the sun! -

Bearbeitet von: NormanG am: 12.06.2018 10:03:28 Uhr
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1136 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2018 :  10:02:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Hannes,

ich bin schon länger mit 12" f/5 unterwegs - das reicht im Prinzip fürs ganze Leben :-). Wenn ich mir anschaue, was ich wann dazugekauft und auch wieder abgegeben habe, möchte ich zwei Dinge anmerken:

1.) Einiges Zubehör fällt in die Kategorie "hätt ichs mir doch schon lange angeschafft" - aber das sind meist Ausgaben, die man als Anfänger nicht tätigen will. In meinem Fall: ein voller Filtersatz (UHC, OIII, H-Beta) in 2" und ein Filterschieber, sowie eine EQ-Plattform.

2.) Bei den Okularen habe ich am meisten rumprobiert - da würde ich unbedingt erst mal viel Erfahrung sammeln und bis dahin nur gebrauchte kaufen (damit beim Wiederverkaufen kein Wertverlust anfällt) und bei Kollegen, Teleskoptreffen etc. viel ausprobieren. Die Wahrscheinlichkeit, gleich am Anfang das Okular zu erwischen, mit dem man auf Dauer glücklich ist, halte ich für relativ klein, da sind die individuellen Unterschiede viel zu groß. Und man kann es auch einfach nicht einschätzen, was und wie man später gerne beobachten wird.

Ansonsten: viel Spaß! Am wichtigsten ist, dass die Erstausrüstung nicht so daneben ist, dass man sich den Spaß an der Astronomie gleich wieder verdirbt, alles andere wird schon... Und da bist Du schon mal auf einem guten Weg. Hast Dich ja bisher nicht abschrecken lassen :-)

Viele Grüße

Holger

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

Bearbeitet von: Cleo am: 12.06.2018 10:03:58 Uhr
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NormanG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1588 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2018 :  10:05:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Holger,

Punkt 2 ist absolut super auf den Punkt gebracht!

CS
Norman

gepimpter 12" Sumerian-Dob mit f/4,5-Nauris-HS, 72 mm Lacerta Apo

- who stands the rain deserves the sun! -

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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1136 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2018 :  10:19:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Danke, Norman!

Ich würde noch ergänzen: und als Anfänger sieht man es halt auch überhaupt nicht ein, für ein Okular mehr auszugeben als für das ganze Teleskop :-)

Vielleicht mal zur Orientierung - wo steckt bei einem langjährigen visuellen Beobachter wie mir das Geld drin:

Teleskope + Upgrades: 40%
Okulare: 35%
Filter: 10%
Montierungen/Stative: 10%
Sonstiges Zubehör: 5%

Hannnes, insofern liegst Du mit rund 600 € fürs Teleskop genau richtig :-)

Viele Grüße, Holger

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

Bearbeitet von: am:
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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


16332 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2018 :  11:58:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Norman,

bei dem Restbudget für Zubehör bleibt entweder genug für teurere Okulare oder günstigere und noch was dazu. Für richtig teure Okulare sollte man erst mal einige probeschauen und/oder etwas Erfahrung gesammelt haben.

Die Frage nach Filtern für Nebel kommt meist auch recht schnell, daher hab ich hier also den OIII vorgeschlagen und gleich mit vor den Chinafiltern gewarnt.

Und weshalb die ICS-Ausgabe statt direkt Astronomik? Weil ich wegen der passenden Größe Baader Sonnenfolie schon die Seite von ICS offen hatte.


Hallo Sven,

zu dem Pyrex Spiegeln von SW- Corning liefert schon lang keine Rohlinge der Sorte Pyrex® 7740, also temperierte oder fine annealed behandelte Rohlinge. Die gab es früher nur bei den Galaxy-Dobson, nachdem die nicht mehr lieferbar waren, wurden dafür als Ersatz Quarzsspiegel angeboten. Und nicht temperiertes Pyrex hat gegenüber BK7 oder anderen Spiegelträgermaterial kaum einen Vorteil.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
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pescadorTT
Meister im Astrotreff

Deutschland
548 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2018 :  13:07:16 Uhr  Profil anzeigen  Besuche pescadorTT's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Stefan,

gut zu wissen - war mir noch nicht bekannt mit den Pyrex Spiegeln.
Man lernt nie aus

Beste Grüße,
Sven

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C.Hay
Senior im Astrotreff


161 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2018 :  13:25:37 Uhr  Profil anzeigen  Besuche C.Hay's Homepage  Antwort mit Zitat
Holger,

Ich finde Deine Auflistung der prozentualen Ausgaben sehr interessant. Ich präsentiere mal meine alternative Auflistung als langjährigen Beobachter, der viel liest und den es zum Fernglas hingezogen hat:

Fernglasartige Doppelteleskope einschl. ihres Zubehörs: 45%
Reguläre Ferngläser einschl. ihres Zubehörs: 20%
Mono-Teleskope einschl. ihres Zubehörs: 20% [je ein Drittel davon: Teleskope; Okulare+Filter; Montierungen+Stative]
Literatur und Kartenwerke: 15%

Um nun also auf Hannes' Ausgangsfrage "Wenn Ihr erfahrenen Leute nochmal mit 1500,- anfangen würdet, was würdet ihr kaufen und warum in dieser Konstellation." konkret zu antworten - Wenn, sagen wir mal, alles in einer Feuersbrunst unterginge und ich 1500 EUR für den Wiederanfang hätte:

Doppelteleskop würde ich mir abschminken bis bessere Zeiten kommen.

Zunächst würde ich mir einige zentrale Druckwerke wieder beschaffen, also jene Bücher und Kartenwerke, die sich über die Jahre als wertvoll erwiesen haben. Hier hätte ich die größte Qual der Wahl. Einsatz: 500 EUR.

Für Weitfeld, Orientierung am Himmel und schlichte Freude würde ich ein Nikon 2x54 mir machen.
siehe hier: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1223584/Re:_Kleine_Weitfeld_Bastelei_(
Einsatz: 100 EUR. Das wären, neben dem Interstellarum Deep Sky Atlas, die am Besten eingesetzten 100 EUR aus meinem Budget.

Ich würde für Planeten, Mond und gelegentlich Sonne einen gebrauchten 60mm-Refraktor auf superleichter azimutaler Montierung beschaffen, mit ein/zwei Okulare für mittlere/hohe Vergrößerung. Das wäre ein System, das ich mit einer Hand schnell bewegen könnte für schnelle und somit häufige Blicke auf diese Objekte. 60mm weil diese Öffnung für mich einen grossen Charme hat und ich bei 80/100mm anfangen würde, über 100/125mm zu grübeln. Einsatz: 400 EUR.

Mit den verbleibenden 500 EUR würde ich versuchen, ein gebrauchtes Grossfernglas einschliesslich Montierung zu ergattern. Das könnte knapp werden, eventuell müsste ich ein wenig auf Literatur verzichten, oder eine Weile sparen bis ich 700 EUR beisammen hätte - dafür ginge es bestimmt.

Und dann: auf das genannte 10-Zöller hin sparen.

Das geht jetzt alles in eine ganz andere Richtung als die bisherigen Beiträge, ist mir klar. Ist auch nur als Anregung gemeint. Zentral dabei ist mir nicht die Frage Fernglas/Teleskop, sondern die Betonung der Wichtigkeit guter Karten und Literatur, sowie die Anregung, das Obige als Grundstock aufzufassen und den 10-Zöller später drauf zu setzen.

CS, Christoher


Freunde der Nacht - BAfK Beobachteratlas für Kurzentschlossene


Bearbeitet von: C.Hay am: 12.06.2018 13:33:23 Uhr
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Ein_Franke
Neues Mitglied im Astrotreff

Deutschland
11 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2018 :  21:18:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo, und vielen herzlichen Dank erst mal!

Zur Literatur, momentan besitze ich den Karkoschka Atlas, den Deep Sky Atlas, das Cosmos- Himmelsjahr 2016/17/18 und eine drehbare Himmelskarte. Damit sitze ich dann abends auf meinem Gartenstuhl und schaue. und träume von mehr Licht ;) Sollte für den Anfang genügen, bis ich mal neben den 3 "großen" Planeten (habe Saturn und Mars noch nie gesehen, und Jupiter nur erahnt) die Messier Objekte gesehen habe vergehen wahrscheinlich doch mehrere Jahre oder Monate. Wahnsinn wie oft es bewölkt ist wenn man mal darauf aufpasst...

Was ich jetzt ansonsten mitgenommen habe ist: Das Teleskop an sich ist nicht verkehrt, aber besser mehr Brennweite.
Die Filter kann ich mir gleich sparen. Wenn dann direkt mehr Geld dafür in die Hand nehmen.
Okulare testen.

Nun kann ich ja nicht mit den mitgelieferten Okularen auskommen (Wie die Erfahrung zeit eher Schrott als Sinnvoll) aber da werde ich wohl noch etwas lesen in welchen Brennweiten man einkauft. 3*250€ oder besser 5*150€ ich kann Qualität leider kaum einschätzen.

Was mir auch immer klarer wird ist dass ich da wohl noch etwas mehr lernen muss. Lesen in allen Ehren, aber ich glaube eine Unterhaltung unter 4 Augen kann kaum ersetzt werden. Habt ihr einen Tipp im Süddeutschen Raum für Händler die mir nicht das Geld aus der Tasche ziehen sondern Sinnvoll abgestimmt mit mir zusammen aussuchen?

Und die letzte Frage, eine "Dobson" Optik eventuell später auf eine NEQ6 oder dergleichen, geht das? Weil wie ich mich kenne werde ich in 2 Jahren dasitzen und will dann doch irgendwann Fotos machen...

Erst mal vielen Herzlichen dank für eure tolle Hilfe!

Clear Skys sagt man glaube ich?
Mfg Hannes

Skywatcher 254/1250

Bearbeitet von: am:
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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


16332 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2018 :  22:05:47 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Hannes,
Zitat:
Das Teleskop an sich ist nicht verkehrt, aber besser mehr Brennweite.
Mehr Brennweite? Nö, nicht unbedingt. Oder hast du meine Anmerkung zu dem Punkt- lieber 1250 statt 1200 bei 250mm Öffnung damit gemeint? Es geht dabei um das Öffnungsverhältnis, also Brewnneite durch Öffnung geteilt.

Ein 200/1200 hat ebenso f/5 wie ein 250/1250, der 250/1200 SW dagegen kommt auf f/4,7- und zeigt damit mehr Koma und weitwinklige Okulare verlieren etwas mehr bei der Randschärfe, jedenfalls die günstigeren.
Zitat:
Nun kann ich ja nicht mit den mitgelieferten Okularen auskommen (Wie die Erfahrung zeit eher Schrott als Sinnvoll)...
Auch jain- Schrott bei den üblichen Dobson bekommst du nicht, aber eben meist realtiv einfache, Typ Plössl oder reversed Kellner. Bei dem von mir gelinkten GSO wäre ein Okular Typ Erfle dabei, bietet mehr sichtbares Feld, gehört aber zu den günstigen Weitwinkel und ist damit nicht bis zum Rand hin wirklich scharf abbildend.

Die typiosch 2 im Beipack enthaltenen kann man schon eine Weile nuzten und erst mal die fehlenden Brennweiten nachkaufen. Den Beipack ersetzen kann man später immer noch, außer man nimmt gleich beim Teleskopkauf genug Geld in die Hand. Aber Beipack in Zahlung geben- bringt nicht sehr viel Geld zurück, die Händler hätten in kurzer Zeit das Lager mit diesen Rückgaben voll.
Zitat:
Und die letzte Frage, eine "Dobson" Optik eventuell später auf eine NEQ6 oder dergleichen, geht das?
Ja, aber en 250/1250 ist da selbst für eine EQ-6 schon zu groß und zum Einstieg auch ungeeignet. Visuell und Foto trennen, den großen Dobson für das Auge, eine kleinere Optik parallaktisch montiert für Foto- macht mehr Sinn.
Zitat:
Habt ihr einen Tipp im Süddeutschen Raum für Händler die mir nicht das Geld aus der Tasche ziehen sondern Sinnvoll abgestimmt mit mir zusammen aussuchen?
Ja, ICS in Augsburg. Da bekommst du eine gute und ehrliche Beratung. Die ICS-Dobson namens Galaxy (von GSO) sind aktuell leider aber ausverkauft. Alternative Dobson sind aber vorrätig, anrufen, Termin abstimmen und hinfahren. Ansonsten Fernrohrland bei Stuttgart oder TS in München.

Gruß
Stefan

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pescadorTT
Meister im Astrotreff

Deutschland
548 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2018 :  22:12:54 Uhr  Profil anzeigen  Besuche pescadorTT's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Hannes,

wenn Du ein 10" Dobson mit f5 parallaktisch montieren willst, musst Du an das Gewicht und vor allem an den langen Hebel denken. Ein 10"/f4 Newton ist auf einer EQ6 noch gerade vom Handling visuell denkbar (im Bezug zu Gewicht und Länge, nicht zum Öffnungsverhältnis und den dadurch resultierenden Bedingungen), aber fotografisch spielt das schon nicht mehr mit - geschweige denn 10"/f5, es sei denn, Du stellst es auf eine Säule, die dann auch noch Wind geschützt steht und auch das könnte schon sehr grenzwertig sein.

Wenn Du also für die Zukunft solch eine Anpassung planst, würde ich evtl. auf ein sehr gutes 8" Dobson zurück greifen (z.B. ein Galaxy mit Premium Spiegel von ICS). Dieses könntest Du dann mit Rohrschellen ausstatten und auf einer EQ6 montieren. Das sollte wunderbar funktionieren. Ich hatte damals auch mal ein 8"/f5 GSO Newton auf einer EQ6, was gut funktioniert hatte.

Wenn Du mehr Größe wünschst, benötigst Du auch eine schwerere Montierung. Mein 12,5"/f4,7 Truss wird von einer Losmandy getragen (bis 30KG), was gut passt, ein 12" Volltubus wäre aber wohl auch schon wieder eine andere Ansage (wahrscheinlich zu schwer zur Fotografie), da ja noch Zusatzequipment wie Adapter, Leitrohr, Kamera, etc. dazu kommen.



Ich würde Dir im Grunde aber erst einmal zum 10" Dobson raten und dann kannst Du später immer noch mit kleinerem zusätzlichen Equipment parallel fotografieren. Das könnte z.B. einfach nur die DSLR mit Objektiv oder mit kleinem 3" Refraktor auf einer kleinen Montierung sein.

Setz Dir selbst Prioritäten, damit Dein Geld bestmöglich angelegt wird.

Beste Grüße,
Sven


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Ein_Franke
Neues Mitglied im Astrotreff

Deutschland
11 Beiträge

Erstellt  am: 12.06.2018 :  22:33:55 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Danke Stefan, höchst aufschlussreich deine Erklärungen. Top Sache.

Lieber Sven, das macht wahrscheinlich weit mehr Sinn... Ich bin immer begeistert wenn ich Bilder von Andromeda sehen, die nur mit einer Camera aufgenommen sind.
Ja etz erst mal so guggen lernen, man wird weiter sehen:)

Mfg Hannes

Skywatcher 254/1250

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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
9861 Beiträge

Erstellt  am: 13.06.2018 :  09:00:22 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin,
nur zur Orientierung ... Meine Okulare kosten ein mehrfaches meines Teleskops (8"-Dobson). Die Teile muss man ausprobieren und am Ende für sich das passende auswählen. Nebenbei: Erfle-Weitwinkel an f/5 ist nicht jedermanns Sache. Ich erspare mir aber jetzt hier die Gründe dazu.(siehe Satz zuvor)

Warum ich kein größeres Teleskop habe? Weil es dann nicht mehr so bequem ins Auto passt. Vielleicht hätte es von Anfang an auch ein 10"-f/5-Dobson sein können. Alles, was größer ist, sollte man aber zerlegen können und dann ist 1500 Euro schon wieder zu wenig.


PS: Gekauft hatte ich mein Teil - ich glaub 2004 - bei ICS, als ich zufällig mal eine Urlaubswoche im Allgäu verbrachte. Ich täte kurzfristig vorab anrufen.

PPS: Ein Tagesbesuch auf einem Teleskop-Treffen (tagsüber anreisen, mit Leuten quatschen und wenn das Wetter mitspielt in der ersten Nachthälfte als Gast mit durchschauen) erspart viele Seiten Internet-Recherche oder das Gefühl, ne Katze im Sack zu kaufen. Die 50 Euro Spritgeld sind bestens angelegt, selbst wenn es bewölkt sein sollte. Auf ein paar Wochen mehr oder weniger bis zum Kauf kommt es sicher nicht an.

Kalle - Alles wird gut !
Meine Okulardatenbank im Astrotreff: hier
Termine Teleskoptreffen gibt es hier

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simon92
Meister im Astrotreff

Deutschland
287 Beiträge

Erstellt  am: 13.06.2018 :  20:52:38 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Hannes,

Zitat:
PPS: Ein Tagesbesuch auf einem Teleskop-Treffen (tagsüber anreisen, mit Leuten quatschen und wenn das Wetter mitspielt in der ersten Nachthälfte als Gast mit durchschauen) erspart viele Seiten Internet-Recherche oder das Gefühl, ne Katze im Sack zu kaufen. Die 50 Euro Spritgeld sind bestens angelegt, selbst wenn es bewölkt sein sollte. Auf ein paar Wochen mehr oder weniger bis zum Kauf kommt es sicher nicht an.


In deiner näheren Umgebung sind mir auf die Schnelle folgende Astro-Gemeinschaften eingefallen:
-Astrofreunde-Franken
-Nürnberger Astronomische Arbeitsgemeinschaft e.V.
-Forum Stellarum

Ich bin mir sicher, dass du dort die Möglichkeit haben wirst, die Teleskope auch mal in die Hand nehmen zu können und auszuprobieren. Beim zuletzt genannten Forum Stellarum findet der kommende Stammtisch am 28. Juni in Gerchsheim statt. Es sind zwar von dir aus knapp 80 km, jedoch kann ich bei Bedarf meinen Dobson mitbringen, damit du ihn mal "trocken" ausprobieren kannst. Du kannst mir ja bei Bedarf einfach eine Nachricht schreiben.

Gruß
Simon

Forum-Stellarum
Astronomie in Franken

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