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 ASASSN-18ey / MAXI J1820+070
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Bikeman
Meister im Astrotreff

Deutschland
445 Beiträge

Erstellt am: 07.06.2018 :  01:40:46 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zu diesem spannenden Objekt habe ich in der Suche hier noch nichts gefunden:

Der Helligkeitsausbruch dieses Objekts wurde praktisch gleichzeitig von zwei sehr unterschiedlichen Instrumenten gefunden: zum einen von der optischen All-Sky Automated Search for Super Novae (ASASSN), ein Netzwerk von Kleinteleskopen (14 cm Öffnung!), und andererseits von dem Röntgenteleskop MAXI, das auf der ISS angebracht ist.

http://www.astronomerstelegram.org/?read=11399

Wie man an der großen Anzahl von ATELs zu dem Objekt sehen kann hat dieses Ereignis in der Fachwelt große Beachtung gefunden: es handelt sich wohl um ein Low-Mass-XRay-Binary https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6ntgendoppelstern#LMXB_(Low_mass_X-ray_binaries) , in diesem Fall speziell um ein Schwarzes Loch mit einer von einem Begleitstern gespeisten Akkretionsscheibe. Und im Moment scheint das System einen starken Helligkeitsausbruch zu haben, der es Forschern ermöglicht, das System besonders genau zu studieren.

Derzeit hat es eine Helligkeit von etwa 13.5 und ist somit auch für Amateure relativ leicht zu erreichen.

Gestern nacht habe ich dann mal meinen 8" Newton mit einer ZWO ASI 178mm (ohne Filter) etwa 2 Stunden lang auf ASASSN-18ey gerichtet und dabei alle 10 Sekunden ein Bild aufnehmen lassen, insgesamt sind etwa 700 Bilder dabei herausgekommen bevor einige Wolken aufgezogen sind.

Die Auswertung der Bilder als Zeitreihe kann man z.B. mit AIP4WIN machen. Im wesentlich gibt man der Software ein Bild der Serie vor, markiert den zu messenden Stern, Vergleichssterne und einen Stern als "Guide-Stern". Anschließend führt AIP4Win die Messung selbständig aus und gleicht Ungenauigkeiten der Nachführung automatisch aus, indem der gewählte "Guide-Stern" als Referenz dient.

Das Ergebnis:



Die Kurven sind (von unten nach oben):

  • gemessene Helligkeit (alle 10 Sekunden ein Messpunkt) von ASASSN-18ey, ohne Filter, bezogen auf die Helligkeit eines Vergleichsterns im V Band


  • der Durchschnitt aus jeweils 10 der obigen Messungen (und um 0.5 mag nach "oben" verschoben damit man die Kurve besser sehen kann)


  • zur Kontrolle: gemessene Helligkeit eines weiteren (Kontroll)sterns im Feld


Wie man sieht habe ich in der Beobachtungszeit ein Maximum erwischt. Dieses ATEL http://www.astronomerstelegram.org/?read=11596 berichtet von einer Periode von 3.4 Stunden und vermutet einen Zusammenhang mit der Umlaufperiode des Binärsystems. Wenn ich mir die Lichtkurve bei der AAVSO anschaue sieht es allerdings nicht so aus als ob die Periode wirklich stabil wäre....muss ich mir aber nochmal genauer anschauen.

Die Amplitude der Schwankung ist mit > 0.3 mag erstaunlich hoch und anscheinend größer als zu der Zeit, als obiges ATEL verfasst wurde. Das System ist also nach wie vor sehr dynamisch und vielleicht noch für Überraschungen gut.

Vielleicht ist das ein schönes Objekt auch für Anfänger in der Photometrie, da die Periode recht klein, die Amplitude aber recht gewaltig ist. Und wann kann man schon mal einem Schwarzen Loch "bei der Arbeit" zusehen?

Der Übergang von diesem Stadium (Ausbruch) zurück zum "normalen" Zustand wäre auch für die Profis sehr interessant, deswegen macht es Sinn dieses Objekt fortlaufend zu beobachten und Veränderungen z.B. an die AAVSO zu melden.

CS
HB

6" f/5 GSO Newton, 8" f/5 Omegon Newton, GP2+SBS, HEQ5Pro SynScan, Canon EOS 1100D, ZWO ASI 178mm, StarAnalyser 100, Legacy smc Pentax Objektive (50mm 1:1.4, 85mm 1:2, 135mm 1:2.5, 300 mm 1:4)

Bearbeitet von: am:

TomR
Senior im Astrotreff

Deutschland
175 Beiträge

Erstellt  am: 13.07.2018 :  23:57:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Gestern Abend habe ich das Objekt mit 12,9 mag gemessen, nachdem es die Tage zuvor immer bei 13,3 mag herumdümpelte. Da scheint sich also gerade etwas zu tun.

Bearbeitet von: am:
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