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Robin
Meister im Astrotreff

Deutschland
481 Beiträge

Erstellt am: 11.04.2018 :  22:15:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

nach sehr langer Zeit kommt hier mal wieder ein Beobachtungsberich von mir außerhalb der Objekte des Monats. In letzter Zeit habe ich die wenigen Wolkenfreien Abende hierzulande hauptsächlich für die Objekte des Monats genutzt. Letzes Wochenende dann aber auch noch etwas mehr.

Beobachtet habe ich mit meinem 12 Zoll Dobson von zwei verschiedenen Standorten aus: An einem Abend oberhalb des oberen Donautals am Rand der Schwäbischen Alb und am nächsten Abend vom hessischen Spessart aus.
Von der Himmelshelligkeit dürften beide Standorte zumindest zenitnah ähnlich gewesen sein. Am ersten Abend (Alb) sah ich zenitnah mit bloßen Augen bis 6.5 mag. Am zweiten Abend (Spessart) bis 6.7 mag. Allerdings habe ich im letzteren Fall vorher eine Dreiviertelstunde lang durchs Okular bei höherer Vergrößerung geschaut und das andere Auge abgedeckt. Die Dunkeladaption dürfte da noch ein bisschen besser gewesen sein. Im Spessart stört nur am Westhorizont die Aufhellung durch das Rhein-Main-Gebiet. Horizontnah ist es auf der Alb besser.

Angefangen habe ich mit den Objekten des Monats März 2018 und April 2018. Die zugehörigen Zeichnungen habe ich drüben schon gepostet.

Am Freitagabend stand der Komet C/2016 N6 (PanSTARRS) recht nah an der Galaxie UGC 4305 (Holmberg II). Kometen gehören ja hier nicht her, deswegen nur ein Link rüber zum Sonnensystem-Unterforum:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=223878


UGC 4305 (Holmberg II)

Diese Galaxie erschien im 12“ Dobson bei 49x Vergrößerung als recht große, lichtschwache und diffuse Aufhellung bei einer Gruppe von 3 Sternen 12. Bis 14. Größe, die beim indirekten Sehen etwas störten. Der beste Eindruck war bei 84x Vergrößerung, bei 168x Vergrößerung war die Galaxie extrem schwierig zu erkennen. Im Vergleich mit dem DSS-Bild fiel mir auf, dass ich anscheinend nur den hellsten Bereich in der Mitte der Galaxie beobachtet hatte. Die Galaxie hat in Nord-Süd-Richtung noch schwächere Ausläufer.
Zur Beobachtung dieser Galaxie ist ein dunkler Himmel äußerst wichtig. Unter den exzellenten Bedingungen in den Rocky Mountains konnte ich diese Galaxie auch mit 8“ Öffnung erkennen.




Messier 106

Diese Galaxie im Sternbild Jagdhunde ist für mich eine der schönsten Galaxien überhaupt. Warum auch immer ich sie seit März 2006 nicht mehr beobachtet habe (damals noch mit dem 5.5“ Celestron Comet Catcher).
Im 12“ Dobson bei 275x Vergrößerung füllte sie praktisch die gesamte Diagonale des Gesichtsfelds des 100° Okulars.
In der Mitte sah ich einen stellaren Kern, umgeben von einer hellen, etwas länglichen Scheibe. Weiter nach außen „zwiebelschalenartige“ Abstufungen der Helligkeit. Auf den nordwestlichen und südöstlichen Seiten große Spiralarme. Insbesondere der nordwestliche Spiralarm ist deutlich gekrümmt. Auf der östlichen Seite sind mitten in der Galaxie gebogene Strukturen erkennbar.

Egal, was ich für Einstellungen am Scanner vornehme, die schwachen mit Wischer gezeichneten Strukturen gibt der Scan leider kaum wieder. Da musste ich mit Photoshop ein bisschen an den Enden der Spiralarme nachhelfen.




Die Galaxie Messier 106 befindet sich in einer Region mit sehr hoher Galaxiendichte. Die Galaxienvielfalt auf der westlichen Seite hielt ich nach Beobachtung bei 49x Vergrößerung auf einer Zeichnung fest.


NGC 4248
Dies ist ein rundlicher Fleck, nicht allzu hell.

NGC 4231
NGC 4232
Dies ist ein Paar aus dicht nebeneinanderliegenden Galaxien.

NGC 4220
Diese Galaxie hat einen etwas länglichen Zentralbereich, umgeben von einem schwächeren Außenbereich.

NGC 4217
Dies ist eine recht helle, große, sehr längliche Galaxie.

Cartes du Ciel listet direkt südwestlich von NGC 4217 eine angebliche Galaxie PGC 4318533 auf (angeblich 14.9 mag). An dieser Stelle sah ich bei 275x Vergrößerung etwas Stellares. Ein Blick auf das DSS-Bild bestätigte, dass hier nur ein Stern ist, aber keine Galaxie. Klingt auch seltsam mit der 7-stelligen PGC-Nummer.

NGC 4226
Diese Galaxie befindet sich 7 Bogenminuten südöstlich von NGC 4217 und erschien als kleinerer runder Fleck.







Sternfeld neben Messier 106

In einem relativ leeren Sternfeld nördlich von Messier 106 (also recht zenitnah) bestimmte ich die visuelle Grenzgröße im 12“ Dobson bei 275x Vergrößerung. Im anschließenden Vergleich mit Cartes du Ciel zeigte sich, dass ich Sterne bis 15.6 mag recht leicht erkennen konnte. Bei schwächeren Sternen wurde das graduell schwieriger. Ich konnte mehrere Sterne mit 15.9 bis 16.0 mag regelmäßig aufblitzen sehen. Einen 16.2 mag Stern, der in Cartes du Ciel verzeichnet ist, konnte ich nicht sehen.
In der Vergangenheit konnte ich schon Sterne bis 16.2 mag erkennen, allerdings unter mutmaßlich noch etwas dunklerem Himmel. Mit bloßen Augen im Zenit kam ich auf 6.5 mag.


Messier 51

Im 12“ Dobson hob sich die Galaxie bei 49x Vergrößerung am deutlichsten vom Hintergrund ab, die Spiralarme wirkten aber am konstrastreichsten bei 168x Vergrößerung. Etwas mehr Details sah ich bei 275x Vergrößerung. Das Zentrum der Galaxie erschien von innen nach außen graduell schwächer.


NGC 5195

Diese Galaxie hat einen hellen Kern, dessen Helligkeit nach außen hin abnahm. In Richtung des äußeren Spiralarms von Messier 51 war ein krummer Fetzen erkennbar, allerdings keine direkte Verbindung zu diesem Spiralarm. Gegenüber davon hatte NGC 5195 einen etwas weitläufigen diffusen Randbereich.





Südlich von Messier 51 gibt es einige schwächere Galaxien ab 12. Größe. Diese haben eine etwas 6 mal größere Radialgeschwindigkeit als Messier 51, sie scheinen sich also im Hintergrund zu befinden.

IC 4263
Dies ist die schwächste dieser Galaxien. Bei 168x Vergrößerung blitze immer wieder ein elongierter Fleck auf. Bei 49x und 84x Vergrößerung konnte ich die Galaxie nicht sehen.

Die anderen Galaxien passten bei 168x Vergrößerung zusammen ins Gesichtsfeld. Bei 49x Vergrößerung passte auch Messier 51 mit ins Gesichtsfeld, jedoch waren die anderen Galaxien dann zu unscheinbar bzw. PGC 47323 nicht sichtbar. Bei 168x Vergrößerung ergab sich also der beste Gesamteindruck.

NGC 5169
Bei dieser Galaxie sah ich einen länglichen Zentralbereich, der von einem länglichen Außenbereich umgeben war.

NGC 5173
Diese Galaxie befindet sich an einem länglichen, etwa 5 Bogenminuten langen Trapez von 14 mag Sternen. Ich sah einen flächigen Zentralbereich, der von einem diffusen schwächeren Außenbereich umgeben war.

PGC 47323
Hier erkannte ich bei indirektem Sehen immer wieder einen diffusen schwachen Fleck.

NGC 5198
Diese Galaxie befindet sich bei einer Gruppe von 14 bis 15 mag Sternen. Sie erschien mit einem flächigen Zentralbereich und einem diffusen Außenbereich.




NGC 4565
Sehr beeindruckend! Diese Galaxie in Kantenlage füllt bei 275x Vergrößerung diagonal praktisch den gesamten Gesichtsfelddurchmesser. Ich musste das Teleskop hin und her bewegen, damit die Außenbereiche auf dem Bereich optimalen indirekten Sehens meiner Netzhaut abgebildet wurden.
Die Galaxie hat einen stellaren Kern, der von einer elongierten Scheibe umgeben war. Drumherum sieht man die zentrale Wölbung der Galaxie, dessen Dicke nach außen hin abnahm und insgesamt rund aussah.
Über ein ganzes Stück konnte ich das Staubband in der Mitte dieser Galaxie in Kantenlage verfolgen. Auf der „unteren“ (nordöstlichen) Seite konnte ich gegenüber vom Staubband den anderen Teil der zentralen Wölbung und darüber hinaus einen länglichen Ausläufer erkennen. Dies zeigt, über welche Länge man das Staubband erkennen kann. Die „obere“ (südwestliche) Seite war noch über das Staubband hinaus scharf abgegrenzt.


Auch bei NGC 4565 sieht man einige weitere Galaxien in der Umgebung, die 12“ Öffnung zugänglich sind. Der Radialgeschwindigkeit nach handelt es sich nur bei NGC 4563 um eine Begleitgalaxie von NGC 4565.

NGC 4562
Hier sah ich bei 275x Vergrößerung einen diffusen elongierten Fleck.

IC 3546
Hier sah ich bei 168x Vergrößerung einen diffusen, schwachen und elongierten Hauch. Bei 275x Vergrößerung nur erahnbar. In Cartes du Ciel ist diese Galaxie auch als NGC 4565B geführt, auch wenn es sich um eine Hintergrundgalaxie handelt.

IC 3582
Bei 275x Vergrößerung sah ich eine kompakte Galaxie mit relativ hellem Zentrum und diffusem Außenbereich.




Sue French stellte in ihrem Artikel „The Crab and the Water Monster“ (Sky&Telescope 03/2018, Seiten 54-56) unter anderem zwei großflächige planetarische Nebel in den Sternbildern Hydra und Cancer vor, die ich nachbeobachten wollte. Sie erwähnte Sichtungen mit 80 mm Öffnung und O-III-Filter. Aber ich denke, dazu müssten die noch höher am Himmel stehen (äquatornahe Breiten) und der Himmel noch dunkler sein.

Abell 33
Bei 49x Vergrößerung ohne Filter konnte ich einen schwachen, kontrastarmem Hauch erahnen. Mit O-III-Filter war der Kontrast etwas besser, der Nebel wirkte aber immer noch recht lichtschwach. Er erschien nicht ganz rund, sondern auf der nördlichen Seite etwas ausgebeult. Bei 84x Vergrößerung konnte ich den Nebel auch erkennen, aber nicht so gut wie bei 49x Vergrößerung.



Abell 31
Bei 49x Vergrößerung ohne Filter konnte ich diesen sehr großflächigen planetarischen Nebel nicht erkennen. Mit O-III-Filter sah ich eine sehr großflächige schwache Aufhellung im Vergleich zum Himmelshintergrund.
Etwa 10 Bogenminuten südöstlich von Abell 31 fiel mir ein enger Doppelstern aus zwei etwa 10 mag Komponenten auf. Laut Cartes du Ciel sind das die Sterne 3UC-198-112742 und TYC-811-1967-1, die laut Cartes du Ciel nur einen Abstand von etwa 2.5 Bogensekunden zueinander haben sollen.





Clear skies

Robin



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Dominik Braun
Meister im Astrotreff

Deutschland
306 Beiträge

Erstellt  am: 12.04.2018 :  08:26:14 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Dominik Braun's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Robin,

Frühlingshimmel, Galaxien, 12" – genau mein Wetter. Um es gleich vorweg zu sagen: Deine Zeichnungen sind sehr gelungen und sehen nach deutlich mehr Öffnung als 12" aus. Siehst du Objekte wie M51 und NGC 4565 wirklich so kontrastreich? Falls ja, mache ich wohl was falsch.

Die Objektauswahl finde ich ebenfalls gelungen, interessant sind auch die kleineren, weniger prominenten Galaxien. Auch wenn es bei denen wenig bis gar keine Details zu entlocken gibt.

Bitte mehr von deinen Zeichnungen und Berichten!

Viele Grüße

Dominik

Sky-Watcher Skyliner 300P
Sky-Watcher Explorer 130PDS

Bearbeitet von: Dominik Braun am: 12.04.2018 09:22:49 Uhr
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Robin
Meister im Astrotreff

Deutschland
481 Beiträge

Erstellt  am: 12.04.2018 :  17:08:29 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Dominik,

danke für die netten Worte! :-)
Ehrlich gesagt finde ich es schwierig, die Kontrastverhältnisse auf der Zeichnung genau darzustellen. Mein Scanner gibt das dann auch nie genau so aus wie es auf der Zeichnung ist (insbesondere die diffuseren Strukturen, die ich mit Wischer zeichne).
Ich denke, um die Kontrastverhältnisse genau darzustellen, müsste man auch mit hellgrauen Stiften auf dunklergrauem Papier zeichnen, weil der Himmel ja nicht so perfekt schwarz wie auf der Zeichnung (invertierte Datei eines Scans von weißem Papier) ist.


Clear skies

Robin

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BenN
Meister im Astrotreff


450 Beiträge

Erstellt  am: 16.04.2018 :  13:32:37 Uhr  Profil anzeigen  Besuche BenN's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Robin,

ein schöner und detaillierter Bericht ! Im April mit seinen vielen tollen Galaxien ist die Auswahl an interessanten Objekten wirklich geradezu unbegrenzt .

Ich bin auch ein alter Fan von M106, mit ganz unterschiedlichen Öffnungen. Im 16-Zöller konnte ich die Spiralstruktur schon öfters recht gut erkennen, mit dem "schiefstehenden" Balken dazwischen; und bei sehr guten Bedingungen ansatzweise auch schon mit 10-Zoll. Unvergessen ist für mich eine Nacht am ITV 2004, mit spektakulären Details bei M106 in Erhard's 42-Zöller - bei sehr gutem Rückseitenwetter nach Regen. Und NGC 4565 ist immer wieder grandios !

Interessant auch dein zweiter Post. Supernovae hatte ich letztes Wochenende gar nicht auf dem Schirm; da haben wir mit Ralph's 20-Zöller in einer tollen Nacht Fr/Sa in den bayrischen Alpen beobachtet - Bericht folgt noch.

Servus
Ben


http://cougar.bakonyi.de/~ben/astro/index.html

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Cleo
Meister im Astrotreff


957 Beiträge

Erstellt  am: 16.04.2018 :  14:38:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Robin,

danke für Deinen Bericht - immer interessant zu sehen, was andere mit der gleichen Öffnung beobachten. Und dank Deiner sehr guten Zeichnungen kann man auch wunderbar vergleichen.
Die kleinen Galaxien neben einer großen bekannten finde ich auch immer spannend und versuche die mitzunehmen - ich habe ein ähnliches Programm rund um M81 absolviert. NGC 2976 fand ich hübscher ("wattebauschiger") als die bekanntere NGC 3077, und Coddington's Nebel IC 2574 ist definitiv einen Besuch wert, wenn der Himmel es hergibt, die ist richtig groß. Man findet dazu aber kaum Beobachtungsberichte.

Viele Grüße, Holger

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

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hajuem
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1185 Beiträge

Erstellt  am: 16.04.2018 :  15:46:02 Uhr  Profil anzeigen  Besuche hajuem's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Robin

Da hast du den Frühlingshimmel ja fast komplett angegrast!
Coole Ergebnisse hast du präsentiert! Und bei solchen Bedingungen!
An welchen 2 Nächten warst du draußen! Ich war am 6.4. draußen, da hatte ich anfangs alles andere als deine Bedingungen. Schön das es auf der Alb diese Bedingungen noch gibt!
M 106 wird leider oft vernachlässigt. Ist aber ein absolutes Highlight. Vorallem unter diesem interessanten Umfeld. Den oberen Spriralarm ist bei deinen Bedingungen sehr gut zu sehen. Der südliche Arm ist schwächer wie der nördliche Arm. M 106 steht bei mir mal auch wieder auf der Liste.
M 51 ist auch so ein Objekt. Sehr schwierig zu zeichnen, aber visuell ein absolutes Must have!
Du hast mit deinen 12 Zoll und deinen guten Bedingungen alles gesehen was ging. Sehr gut!
Hab mich an diesem Objekt auch am 6.4. 2018 versucht.
https://www.astromerk.de/logbuch/2018/380-m-51-ngc-3521-arp-160-arp-199.html

Danke Robin für deinen Bericht!

Viele Grüße Hajü
www.astromerk.de

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Robin
Meister im Astrotreff

Deutschland
481 Beiträge

Erstellt  am: 16.04.2018 :  22:11:07 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

es freut mich, von euch zu lesen!

(==>)Ben: Vielleicht sind ja die Supernovae noch hell genug, wenn der Mond demnächst verschwindet. Oder wenn Ende der Woche das Wetter wieder gut wird und man nach Monduntergang noch schauen kann. Die Helligkeit hält sich ja eine Weile.

(==>)Holger: Messier 81 ist auch eine tolle Gegend für solche Durchmusterungen. Da kann man einige Abende mit verbringen!


(==>)Hajü: Ich war am 06./07. April und am 07./08. April draußen. Und für die Supernovae nochmal am 13./14. April. In den ersten beiden Nächten waren die Bedingungen schon recht gut, wobei ich aber gerade um die Jahreszeit auch schon bessere Bedingungen auf der Alb erlebt hatte.
Aber ich habe extrem auf die Dunkeladaption aufgepasst (schwache Rotlichtlampe nur zum anfänglichen Sternkartenlesen, lange Zeit nur durchs Okular geschaut, selbst zum Zeichnen kein künstliches Licht verwendet). Da sieht man dann schon recht viel.


Insgesamt war ich aber mit meiner eingescannten Zeichnung von Messier 106 nicht zufrieden, weil das Ergebnis irgendwie anders aussieht als das Original auf weißem Papier. Deswegen habe ich vorhin noch ein bisschen experimentiert.

Hier ist nochmal die gleiche Zeichnung, aber mit DSLR-Kamera abfotografiert. Mein Drucker-Scanner-Gerät (Canon Pixma MG3650) bekommt die schwachen mit Wischer gezeichneten Ausläufer nicht gut hin. Hier ist die fotografierte Variante, wobei ich das Histrogramm so angepasst habe, dass der Hintergrund einigermaßen dunkel ist. Die Spiralarmausläufer passen besser mit denen auf dem Papier überein:




Alternativ habe ich das Histogramm nicht so verstellt, dass der Hintergrund dunkel ist. Zumal ja ein realer Himmel auch nie schwarz ist. Man sieht aber mehr Unebenheiten auf dem Papier und Rauschen vom Kamerasensor:




Außerdem habe ich heute beim lokalen Künstlerbedarfshändler ein Zeichenbuch mit grauen Seiten gekauft (The Grey Book von Hahnemühle, 120 g/m^2, "lichtgraues Skizzenpapier mit geschlosser Oberfläche").
Weil ich denke, dass man kontrastarme Galaxienausläufer in nichtschwarzem Himmel vielleicht auf grauem Papier realistischer darstellen könnte. Die Zeichnung habe ich dann wieder abfotografiert:




Eure Meinungen dazu würden mich sehr interessieren! :-)


Clear skies

Robin








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hajuem
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1185 Beiträge

Erstellt  am: 17.04.2018 :  14:32:26 Uhr  Profil anzeigen  Besuche hajuem's Homepage  Antwort mit Zitat
Servus Robin

Man sieht die Problematik von uns Zeichner hervorragend. Das fängt an am Teleskop bei schwächstem Rotlicht Objekte mit Details zu zeichnen und zu Hause die ganze Geschichte ins Reine zu zeichnen. Aber für mich ist die Kette beim Scanner am Schwierigsten. Das Objekt relativ 1:1 nach dem Scannen zufriedenstellend darstellen zu können ist für mich der schwierigste Part!Die Übergänge werden oft hart und nicht so wie auf dem Zeichenpapier!Aber trotz alledem macht es Spaß und freue mich aufs nächste mal!
Und Robin, ein Treffen auf Alb oder Allgäu wäre mal eine super Geschichte, oder?

Viele Grüße HaJü
www.astromerk.de


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Dietmar
Altmeister im Astrotreff


1304 Beiträge

Erstellt  am: 17.04.2018 :  14:47:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Robin

Grau in grau finde ich vieeeel besser! Danke fürs Experimentieren.

Clear Skies

Gruß Dietmar

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Astro-Rolf
Meister im Astrotreff

Deutschland
323 Beiträge

Erstellt  am: 17.04.2018 :  19:48:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Robin,

ein "sportliches" Programm das du in zwei Nächten absolviert hast.

Bin zwar kein Zeichner, aber es ist für mich doch erstaunlich was mit einem 12-Zoller unter gutem Himmel alles geht. Glückwunsch zu den Zeichnungen.

Da ich aus dem Kreis Böblingen komme würde es mich mal interessieren wo genau du auf der Schwäbischen Alb warst; vielleicht ist der Platz für mich noch gut erreichbar?

Grüße Rolf

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Galaxien-Spechtler
Meister im Astrotreff

Deutschland
554 Beiträge

Erstellt  am: 17.04.2018 :  22:35:34 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
servus Robin,

ein sehr schöner Bericht.
Ich hab mir die schwachen IC-Galaxien bei NGC 4565 notiert. Obwohl ich diese edge-on schon so oft gesehen habe, sind mir diese beiden noch nie aufgefallen - ich wusste aber auch nicht, dass die da sind.
Wird bei nächster Gelegenheit nachgeholt.
Dein Himmel scheint ja wirklich gut zu sein, die Details in M 106 und M 51, die Du gesehen hast, sind beachtlich.

CDS
Stefan

"In meinem Alter ist man nicht mehr erfahren, sondern schon Zeitzeuge"
14.5" f/4.7 ICS Dobson
Lichtenknecker FFC 4.0/760mm

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Robin
Meister im Astrotreff

Deutschland
481 Beiträge

Erstellt  am: 19.04.2018 :  17:35:28 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

danke nochmal für euer Feedback! Im Nachhinein würde ich das letzte Bild nicht ganz so hell machen...

Hajü, das ist wirklich so, beim Scannen muss man sich dann nochmal viele Gedanken machen.

Eine Beobachtungsaktion auf Alb oder Allgäu wäre echt eine tolle Idee. Ich würde mir ja auch gerne mal den Platz bei Ittenhausen anschauen. Vielleicht klappt es ja an einem der nächsten mondlosen Wochenenden, bevor es zu lange zu hell bleibt. Kann sein, dass ich Mitte Mai nach Stumpertenrod fahre, aber vielleicht auch nur für einen Teil des langen Wochenendes.

Rolf, ich habe Dir gerade eine PN geschickt.


Clear skies

Robin



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