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 Absolut farbreines Fernglas - gibt's das?
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Seite: von 2

Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5263 Beiträge

Erstellt  am: 14.03.2018 :  08:03:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Freunde,

Ich habe gestern Morgen spontan noch mal mein Leica 8x20 eingepackt und in der Mittagspause den Farbrändern meiner Brille nachgespürt. Eine der zahlreichen Hamburger Kirchen bot einen schönen dunklen Kirchturm vor hellem Hintergrund, bei dem man eventuellen Säumen sehr gut nachspüren konnte.

Erst mal: die Brille solo.
Wenn man nicht einfach so happy go lucky drauf los schaut, sondern ganz bewusst auf Farbsäume achtet, sind sie auch da. Und sie sind zumindest bei meinen Gläsern nicht ohne. Schon knapp außerhalb der Mitte deuten sie sich zart an, hellrot und hellblau und eindeutig zu sehen. Richtung Rand werden sie schnell breiter und auffälliger und die Farbe geht kurz vor dem Glasrand in ein sattes rot und blau über. Darüber hinaus hat meine Brille auch noch eine schöne tonnenförmige Verzeichnung, die mir zuvor noch gar nicht aufgefallen ist. Kurz gesagt: am Rand ist alles schön bunt und krumm und auch nicht wirklich scharf. Aber um da hin zu schauen muss man die Augen schon ordentlich verrenken. Aber das macht man eigentlich kaum, deshalb fällt das ganze praktisch nicht weiter auf. Im Zentralbereich ist alles grade und scharf und die feinen Säume fallen nur auf, wenn man bewusst darauf achtet.

Dann: das Leica solo.
Im inneren Drittel fast nichts. Keine echten Farbsäume, vielleicht eine Andeutung davon, wenn die Einblickposition nicht 100%ig stimmt. Aber sonst das, was ich als farbrein bezeichnen würde.
Im mittleren Drittel dann leichte Säume an der Kirchturmkante. Aber nicht rot/blau sondern grün/blau. Lustig.
Im äußeren Drittel werden sie dann deutlicher, aber nicht störend. Immer noch grün/blau mit einem Hauch rot an der grünen Kante. Dafür kommt am Rand noch kissenförmige Verzeichnung dazu, die mir bis heute gar nicht aufgefallen ist. So kann man sein Glas auch kennenlernen.

Letztendlich: das Leica mit Brille.
Tja, was soll ich sagen. Ich konnte es kaum glauben, aber ich konnte nicht wirklich stärkere Farbsäume bei der Kombination Brille/Leica feststellen als beim Glas ohne Brille. Vielleicht ein bisschen mehr, aber das war schlecht festzustellen, weil ich natürlich jedesmal die Brille ab- oder aufsetzen und das Glas umfokussieren muss. Das macht den direkten Vergleich etwas schwierig.

Was ich aber definitv sagen kann ist, dass ich weniger Farbsäume bei der Kombination sehe als mit der Brille allein. Auch wenn ich mir beim Blick durch das Fernglas genau merke, an welcher Stelle ich durch das Brillenglas geschaut habe und hinterher durch die gleiche Stelle der Brille auf die Kirchturmkante schaue, sehe ich ohne Fernglas stärkere Farbsäume als mit!
Normalerweise hätte ich vermutet, dass sich die Farbsäume bei Betrachtung mit Glas addieren oder zumindest genauso stark sind wie bei der Betrachtung ohne Glas. Aber sie sind definitiv geringer.

Ich habe da jetzt offen gesagt keine echte Erklärung für. Ich könnte mir vorstellen, dass Armins Vermutung in die richtige Richtung führt, dass die kleine AP von 2,5 des 8x20 als Blende wirkt, die den Farbfehler verringert. Aber da ich tagsüber beobachtet habe, dürfte meine Augenpupille auch nicht voll geöffnet gewesen sein.
Alternativ könnte die Transmission des Leicas im roten und blauen verringert sein, wodurch die Farbsäume der Brille einfach weggefiltert werden. Um das festzustellen, müsste man die Transmissionskurve des Fernglases analysieren und mit einem Spektrum des Brilenglassubstrats vergleichen. Puuuh, ich glaube, das überlasse ich jemand anderem

Ich bin auf jeden Fall sehr überrascht und werde heute noch mal versuchen, die Ergebnisse zu verfeinern, wenn ich Zeit finde. Zu einem Test mit dem 8x42 komme ich heute nicht. Auf jeden Fall gibt dieses Ergebnis der Frage nach dem Farbfehler der Kombi Fernglas/Brille eine weitere Komponente.

Es bleibt spannend.
Marcus

16" f/3,7 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
Vixen SP-DX und Porta, Star Adventurer
Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle.

Bearbeitet von: am:
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Wega
Senior im Astrotreff


221 Beiträge

Erstellt  am: 14.03.2018 :  08:55:30 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Obwohl mein Leica Ultravid 8x42 ja schon im High End Bereich angesiedelt ist, macht es dennoch auch Farbsäume. Ist mir mal am Chiemsee recht deutlich aufgefallen, wo die sonnenbestrahlten weißen Segel der Windsurfer grüne Ränder bekamen.
Irgendwo sind dann halt die Grenzen der Machbarkeit und der gegebenen physikalischen Grundlagen erreicht.

VG
Michael

C8 Powerstar
16" f 4,5 ES Giterrohrdobson Newton
8x42 Ultravid

Bearbeitet von: Wega am: 14.03.2018 08:55:57 Uhr
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Cleo
Altmeister im Astrotreff


1001 Beiträge

Erstellt  am: 14.03.2018 :  09:11:42 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Marcus,

zu Deinen Tests: ein vernünftig korrigiertes Okular ist durch sekundäres Spektrum limitiert, nicht durch den Farbfehler niedrigster Ordnung, wie ihn die Brille hat. Das erklärt zum einen die anderen Farbverläufe (blau / gelb durch sekundäres Spektrum hat man auch beim achromatischen Refraktor), zum anderen die "seltsame" Addition mit dem Farbfehler der Brille. Wenn das Okular (bzw. Fernglas) so korrigiert ist, dass blau und rot zusammenfallen, wird der Farbfehler der Brille damit nicht größer, sondern biegt sich sozusagen nur ein bisschen anders durch.

So zumindest die Tendenz für die "Hauptverantwortlichen" - im Detail hat man auch Anteile niedrigster Ordnung, die sich übers Feld ändern, etc. pp.

Viele Grüße

Holger

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie.

Bearbeitet von: am:
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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5263 Beiträge

Erstellt  am: 14.03.2018 :  17:49:33 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Holger,

Danke für Deine Erklärung. Aber eines ist mir noch nicht klar.

Dass ein gut konstruiertes Glas die einzelnen Farben bestmöglich zusammenführt habe ich verstanden. Das ist bei einem Achromaten oder Apochromaten ja auch nicht anders. Die Farben werden vereinigt und kommen annähernd gleich aus dem Glas raus. Optimalerweise sollte es keinerlei Differenzen zwischen den einzelnen Farben geben, das Ergebnis wäre ein perfekt aberrationsfreies Bild. Dass das praktisch nicht möglich ist, wissen wir. Aber gute Gläser führen die Farben bestmöglich zusammen, resultierend in minimalen Abweichungen sprich Farbsäumen.

Aber all das findet ja vor der Brille statt. Ich stelle mir das so vor, dass ein annähernd aberrationsfreies Bild hinten aus dem Glas kommt, mit parallel austretenden Farben. Im Grunde wie das Bild das vorne in das Glas eintritt, halt nur vergrößert.
Und dann kommt die Brille, spielt Prisma und fächert die Farben wieder auf. Das Resultat sollten die von mir erwarteten Farbsäume sein.
Aber wie schon gesagt, da sind keine Säume die eindeutig auf die Brille zurückzuführen sind. Und mir ist halt nach wie vor nicht klar, warum nicht.
Klar, in der Sache an sich freue ich mich natürlich. Wenn die Brille mir die Farbkorrektur des Glases so zerschießen würde, wie sie es ohne Fernglas davor tut, hätte ich mir vermutlich kein so hochwertige Glas gekauft. Es hätte sich einfach nicht gelohnt.

Ich freue mich natürlich darüber dass es so ist, aber ich finde es mysteriös. Und Deine Erklärung stellt mich im Moment nicht zufrieden. Oder mache ich einen Denkfehler?
Vielleicht ist es ja auch so, dass sich die Farbsäume der Kombi Fernglas/Brille von den Säumen des einzelnen Glases unterscheiden, der Unterschied aber so gering ist, dass ich ihn ohne den direkten Vergleich nicht sehe.
Schade das der Dioptiensausgleich keine -5,5 korrigieren kann. Dann könnte ich durch eine Seite mit und durch die andere Seite ohne Brille gucken.

Bis dann:
Marcus

16" f/3,7 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
Vixen SP-DX und Porta, Star Adventurer
Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle.

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Wega
Senior im Astrotreff


221 Beiträge

Erstellt  am: 14.03.2018 :  19:14:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Holger,

Dein Gehirn würde aber die beiden Bilder zu einem vermanschen und Du wüsstest dann auch nicht, wu die Farbsäume gerade herkommen.

VG
Michael

C8 Powerstar
16" f 4,5 ES Giterrohrdobson Newton
8x42 Ultravid

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vertigo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2586 Beiträge

Erstellt  am: 14.03.2018 :  19:22:52 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Mettling


Normalerweise hätte ich vermutet, dass sich die Farbsäume bei Betrachtung mit Glas addieren oder zumindest genauso stark sind wie bei der Betrachtung ohne Glas. Aber sie sind definitiv geringer.



Hallo Marcus,

so ich habe jetzt meinen Brille auch mal genau auf CA untersucht!
Leider habe ich z.Zt. keine LED- Lampe zur Verfügung, musste somit an anderen harten Kontrasten testen.
Was ich definitiv sagen kann, wenn ich die Brille auf habe kann ich keinerler CA am Rand erkennen, habe es an mehreren Objekten ausprobiert, (Aufzählung erspare ich mir)besonders dunkle (schwarze) gegen den leicht bewölkten Himmel.
Wenn ich die Brille absetze und in etwa 10-20cm. Entfernung durchschaue sehe ich am Rand die typisch blauen Abberationen (selbe Versuchsobjekte) die sich bei leichten Kippen auch in Gelb/Braun-Töne verändern.
Also, mit aufgesetzter Brille nix, auch beim besten Bemühen nicht.

Ich habe hier zwei Vermutungen warum Du es sehr deutlich wahrnimmst.
1. Durch die doch höheren Dioptrinwerte wird das Licht deutlicher gebrochen und Farben sind somit wesentlich eher erkennbar.
2. Du hast ein ausgesprochen sensibles Farbempfinden, für Dich machen sich CA eventuell viel früher bemerkbar als beim normalen Durchschnittsspechtler?!

Ich habe auch nochmal mit und ohne Brille bei Ferngläsern durchgeschaut, da wo ich CA im Fernglas mit Brille sehe sind sie ohne Brille im gleichen Maße vorhanden, also für mich kein signifikanter Unterschied.

Andreas

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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5263 Beiträge

Erstellt  am: 14.03.2018 :  20:58:47 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Andreas,

Weiter oben schreibst Du, Du hättest 2,25 und 1,75 Dioptrien? Plus oder Minus?
Wenn es Plus ist, könnte die geringere Sehstärke in Verbindung mit den Plus-Gläsern zu ganz anderen Verhältnissen führen als meine deutlich stärkeren Minus-Gläser. Ich habe -5,5 Dioptrien, im Grund lägen wir dann runde sieben Dioptrien auseinander. Und bei meiner Googlesuche nach Berichten über CA bei Brillen wurde das Phänomen immer bei stark kurzsichtigen Brillenträgern beschrieben, von Weitsichtigen war eigentlich nirgendwo die Rede.

Wo Du vermutlich auch richtig liegst, ist meine Empfindlichkeit in Bezug auf CA im allgemeinen. Ich besaß vor ein paar Jahren mal einen Skywatcher 120/600, der aufgrund seines Farbfehlers ja bis max. 100x empfohlen wird. Ich empfand bei meinem die Farbsäume aber schon bei 35x (17mm Nagler) als so ausgeprägt, dass ich ihn nach zwei Beobachtungsnächten wieder verkauft und einen Newton angeschafft habe, mit dem ich deutlich glücklicher war.

Zum Glück stören mich die Säume bei meiner Brille und bei meinen Ferngläsern nicht so stark wie damals bei dem schnellen Refraktor. Tagsüber fallen sie wirklich kaum auf und in der Astronomie bin ich nicht so der große Fernglasbeobachter. Zwei, drei Minuten zwischendurch mal, aber dann hänge ich wieder am Teleskop. Dafür lohnt sich (im Moment) noch kein EL oder SF. Aber vielleicht irgendwann mal ein SLC oder ein Ultravid. Die sind auch noch schön klein.

Bis dann:
Marcus

16" f/3,7 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
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vertigo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2586 Beiträge

Erstellt  am: 15.03.2018 :  22:03:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Mettling

Hallo Andreas,

Weiter oben schreibst Du, Du hättest 2,25 und 1,75 Dioptrien? Plus oder Minus?



Siehste, dass habe ich auch noch vergessen, ich habe Plus...

Hallo Marcus,

wenn Du tatsächlich so farbempfindlich bist hat das beim Fernglasen natürlich Nachteile obwohl CA beim Fernglas natürlich auch nur ein Aspekt neben vielen anderen sind.
Dafür dürftest Du die Natur um Dich herum etwas "saftiger" wahrnehmen als "normal" , man erspart sich Drogen und erlebt so alle Farben intensiver.

Ich hätte hier aber ein noch weiteres Phänomen zu erwähnen das mir vor einiger Jahren beim "Spielen" mit einem Fernglas aufgefallen ist.
Auch für Nichtbrillenträger geeignet...

Ich beobachtet im Frühling die Blätter einen alten Kastanie, während dessen öffnette und schloss ich abwechselnd die Augen... aber was war das?
Das saftige grün der Kastanie wirkte im linken Okular strahlenden, etwas heller und saftiger als im rechten Okular?
Unterschiedliche Farbabstimmung beim Fernglas dachte ich zunächst, wechselte deshalb einfach mal die Augen, linkes Auge rechtes Okular und umgedreht.
Der Effekt blieb allerdings wie zuvor.
Andere Farben, Gelb, Rot, Braun, überall das Gleiche, im linken Auge wirkten die Farben etwas praller, rechts etwas gedimmter.
Natürlich probierte ich auch noch andere Ferngläser, immer das Gleiche!
Meine Vermutung, rechtseitig beginnender grauer Star...

Einige Wochen später hatte ich eh einen Termin beim Augenarzt und den teilte ich natürlich umgehend meine Erlebnis mit.
Zu meiner Überraschung erwähnte er ziemlich lapidar das dieses "Phänomen" nix ungewöhnliches sei, nahezu jeder Mensch hätte eine leicht unterschiedliche Farbwahrnehmung der beiden Augen, bei manchen ist sie sehr deutlich, bei anderen wieder sehr gering, den allermeisten Menschen würde dieses niemals auffallen, häufig benötigt man auch bestimmte Lichtsituationen damit dieser Unterschied deutlich wird.
Weiter erklärte er, so wie sich die Arme, Beine, Gehirnhälften u.s.w. voneinander unterscheiden so unterscheiden sich die Augen natürlich auch.
Das komische ist, ich kann es tatsächlich mittlerweile reproduzieren, dafür muss das Sonnenlicht allerdings in einem etwas schrägen Winkel einfallen, ohne Sonne wird es schwieriger.
Diese "Phänomen" der unterschiedlichen Farbwahrnehmung kann ich bei meinen Augen sehr gut wahrnehmen.
Mittlerweile hatte ich im Birdforum auch einige Berichte von Leuten gefunden die diese unterschiedliche Farbwahrnehmung bei sich festgestellt haben und über den Grund grübelten.

Grundsätzlich zeigen mir diese ganzen Beispiele allein der Farbwahrnehmungen wie schwer und höchst subjektiv es ist ein Fernglas zu beurteilen, je mehr man über solche Dinge erfährt desto vorsichtiger wird man ein eindeutiges Urteil zu fällen, die Augen und die Wahrnehmung des Menschen haben eine sehr große Bandbreite und unterscheiden sich mitunter von Mensch zu Mensch sehr deutlich.
Man bleibt also immer im vagen, im ungefähren...

Andreas

P.S. Marcus, ein SLC, Ultavid, EL, SF u.s.w. würden sich mit Sicherheit für Dich lohnen da Du m.E. über eine sehr sensible und feinfühlige Wahrnehmung verfügst, genau für solche Menschen sind diese Gläser eben auch gemacht, die, die den kleinen Unterschied wahrnehmen können und sich daran erfreuen können...und...CA ist ja nur ein Aspekt eines Fernglases, die Gesamtkomposition ist das Entscheidende...

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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5263 Beiträge

Erstellt  am: 16.03.2018 :  07:45:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Morgen Andreas,

Sehr interessant, was Du über die unterschiedliche Farbwahrnehmung der Augen schreibst. Irgendwo vollkommen logisch, was Dein Augenarzt dazu sagt. Ich denke mal, dass unser Sehzentrum diesen Unterschied normalerweise ausbügelt. Aber Du hast auf jeden Fall vollkommen Recht, dass man mit den subjektiven Beurteilungen von Fernglasnutzern sehr vorsichtig sein muss. Die Wahrnehmungen, die Gewichtung dieser Wahrnehmungen und natürlich die Erfahrung der Beobachter sind einfach zu unterschiedlich. Schließlich sind wir alle nur Menschen.

Tjaaa, und mit den Spitzengläsern triffst Du tatsächlich einen wunden Punkt bei mir. Ich denke auch, dass ich die Qualität dieser Gläser zu schätzen wüsste. Und irgendwann wird es vermutlich auch mal auf so ein Glas hinaus laufen. Mein Favorit ist nach wie vor das 8x42 Ultravid. Nicht weil die Optik besser ist als bei den anderen, ich habe die Spitzengläser noch nicht genau genug verglichen um da ein Urteil abgeben zu können. Sondern weil es einfach toll in der Hand liegt.
Als ich das letzte Mal eines in der Hand hielt, gab es ein saugendes Geräusch und dann sagte das Glas leise "Hier bleibe ich." Ich konnte es nur schwer wieder aus der Hand legen.
Aber im Moment sind mir 1400,- bis 2000,- für ein Fernglas einfach zu viel. Ich werde jetzt erst mal das Königstein ausreizen. Ich freue mich deshalb schon auf die Teleskoptreffen. Da werden sich wieder viele Möglichkeiten ergeben, tolle Ferngläser zu vergleichen. Mal schauen, wie es sich da schlägt.

Bis dann:
Marcus

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vertigo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2586 Beiträge

Erstellt  am: 16.03.2018 :  11:14:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin Marcus,

ja das Ultravid ist schon ganz gut, Du solltest aber bedenken, bei dem Glas ist die AP-Lage "nur" 15,5mm., etwas mehr ist für einen Brillenträger häufig komfortabler.
Zweiter Punkt, die Leica's haben bei den Spitzenferngläsern die meisten CA, (da wären wir wieder bei dem Punkt)diese Disziplin ist nicht unbedingt die Stärke des Herstellers und da Du sowieso etwas anfälliger darauf reagierst solltest Du Dich nicht zwingend auf ein Ultravid festlegen.
Viele Nutzer sind auch sehr von dem SLC angetan, etwa gleicher Kontrast wie die Ultravid und etwas geringe CA, bessere Randschärfe, größeres GF. dazu etwas günstiger, vielleicht eine sinnvolle Alternative?!

Andreas

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Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5263 Beiträge

Erstellt  am: 17.03.2018 :  10:21:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Andreas,

Ja, das SLC ist mir auch schon aufgefallen, die Eckdaten sehen sehr interessant aus. Ich habe noch nie durch eines geschaut, aber der Händler meines Vertrauens hat Swarovski und auch ein paar SLCs da. Ich werde es irgendwann sicherlich mal ausprobieren, wenn der Wunsch nach einem besseren Glas akut wird.
Aber jetzt warte ich erst mal ab, bis beim DDoptics der Zauber der Neuheit verfliegt und es von einem Spielzeug zu einem Beobachtungsinstrument wird. Ich habe das bei meinem Leica erlebt: die erste Zeit war ich mehr damit beschäftigt es anzuschauen, als durchzuschauen.
Erst nach ein paar Monaten war ich dann so abgeklärt, dass ich angefangen habe richtig damit zu beobachten und es eher als Werkzeug zu sehen denn als Spielzeug. Und dann fiel mir erst so richtig auf, dass ihm in der Dämmerung und im Winter schnell das Licht wegbleibt und der Wunsch nach einem 8x42 als Zweitglas wurde wach.
Der Rest ist Geschichte.

Also warte ich erst mal ab, wie sich das Königstein mit der Zeit bewährt. Wie ich in meiner Besprechung ja schon schrieb, die Farbränder sind sichtbar, aber nicht störend. Wenn mich die CAs dann irgendwann doch stören sollten, werde ich mich auf die Suche nach einer Alternative machen. Aber das ist Zukunftsmusik.

Bis dann:
Marcus

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AS-Fan
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2960 Beiträge

Erstellt  am: 17.03.2018 :  11:27:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin,
ich hatte ja vor einiger Zeit mal mein Fuji 10x50 mit dem EL 10x50 verglichen. Das Svaro hatte minimal(st) weniger CA. Marcus, wenn du mal wieder durch mein Fuji schaust und damit zufrieden wärst, wäre das Svaro was für dich. Es ist hinsichtlich Gewicht bzw. Bedienungskomfort besser, auch wegen Mitteltrieb. Da wäre das kleinere EL 8,5x42 wohl perfekt.
Andreas, du hast doch das EL 8,5x42? Wie macht sich das so?

Viele Grüße
Armin

PS...Preis mal außen vor...

Bearbeitet von: AS-Fan am: 17.03.2018 11:30:07 Uhr
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vertigo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2586 Beiträge

Erstellt  am: 17.03.2018 :  12:01:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: AS-Fan


Andreas, du hast doch das EL 8,5x42? Wie macht sich das so?



Moin Armin,

ich wollte immer mal einen Vergleichstest zwischen dem Swaro 8,5x42 und dem Zeiss SF 8x42 schreiben, leider leide ich z.Zt. unter ständigem Zeitdruck, wer hat nur das Arbeiten erfunden?

Ich machs mal kurz, dass Swarovski ist das Glas für die Insel!
Für mich nahezu perfekt.
Zwei Dinge wären verbesserungsfähig, der Mitteltrieb läuft von nah auf fern etwas schwerer als rückwärts, ist aber konstruktionsbedingt und kein Fehler, man ist aber zunächst etwas überrascht.
Streulichtunterdrückung ist die Schwäche der SV-Gläser, zumindest beim 8x32 u. 8,5x42, allerdings kann ich damit ganz gut leben und ist beim 8,5er auch nicht ganz so deutlich wie beim 8er.
Ansonsten kenne ich kein Glas was ein harmonischeres u. brillanteres Bild hat und das Beste für Marcus, CA sind hier kein Thema...
Wenn ich mal Zeit finde werde ich das Swaro gegen das SF genau beschreiben b.z.w. testen, dass braucht aber noch was.

Andreas

Bearbeitet von: vertigo am: 17.03.2018 12:02:27 Uhr
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mfriend
Senior im Astrotreff

Germany
151 Beiträge

Erstellt  am: 15.04.2018 :  20:23:45 Uhr  Profil anzeigen  Sende mfriend eine ICQ Message  Antwort mit Zitat
Ich habe neulich den SF 8x42 und EL 8,5x42 verglichen und mich für den EL entschieden. Der SF war haptisch etwas besser(der Mittel trieb ist ein Traum) aber der EL war im meine Augen optisch überlegen. Beide sind fabrein. Selbst bei der extrem helle Venus der momentan sehr schön zu sehen ist oder am Mond, kann ich kein farbfehler erkennen.

Es ist besser seinen Mund zu halten um für einen Narren gehalten zu werden als den Mund aufzumachen um alle Zweifel zu beseitigen

Lisa Simpson (Am Anfang war das Wort)

Bearbeitet von: am:
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vertigo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2586 Beiträge

Erstellt  am: 15.04.2018 :  22:52:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: mfriend

Ich habe neulich den SF 8x42 und EL 8,5x42 verglichen und mich für den EL entschieden.



Hallo Matthew,

Glückwunsch zu dem Glas...

Ich sehe es genauso wie Du, dass Swarovski ist optisch schwer zu schlagen, ich kenne kein besseres 42er.
Trotzdem hat das SF natürlich auch sein Vorzüge, Mitteltrieb phantastisch, etwas leichter und besser ausbalanciert und dann natürlich das sagenhafte GF.

Das Swaro erscheint mir sogar einen Tick heller, der Unterschied gleicht sich in der Dämmerung aber aus, liegt wohl daran dass das Swaro bei Blau optimiert ist, dass Zeiss eher bei Grün, erkennt man auch in der Farbwiedergabe, was das anbelangt unterscheiden sich die Gläser deutlich.

Andreas

Bearbeitet von: am:
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