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 Passende Pixelgröße...?
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hanswerner
Meister im Astrotreff

Deutschland
718 Beiträge

Erstellt am: 05.03.2018 :  13:46:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich bin, was die CCD-fotogtrafie abelangt, blutiger Einsteiger. Bislang
habe ich immer mit meiner EOS600D fotografiert.
Letztes Jahr legte ich mir die ASI 178MC zu um Mond und Planeten zu filmen (heißt das ja wohl). Ich bin mit dem Ergebnis am Mond auch zufrieden. Bei den paneten muss ich noch üben.
Aber was hat das zu bedeuten, dass die Brennweite und-oder das Öffnungsverhältnis des Teleskops in Bezug zur Pixelgröße der Kamera steht. Wer kann mich dazu aufklären?

Viele Grüße

Hanswerner

Bearbeitet von: am:

stefan-h
Altmeister im Astrotreff


16940 Beiträge

Erstellt  am: 05.03.2018 :  14:04:56 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Hanswerner,

einfach ausgedrückt musst du das Öffnungsverhältnis deines Teleskops an die Pixelgröße der Kamera anpassen, um dadurch die optimale Auflösung zu erreichen.

Einfache Faustformel dafür- man multipliziert die Pixelgröße mit einem Korrekturfaktor, für SW-chips etwa Faktor 3, für Farbchips etwa Faktor 5. Das Ergebnis ist dann das nötige Öffnungsverhältnis.

Beispiel: Deine ASI 178 hat eine Pixelgröße von 2,4µm, also 2,4* Faktor 5 ergibt rund f/12. Wenn du mit einem f/6 Teleskop arbeitest würde dir also eine 2x Barlow helfen, um das Nyquist-Kriterium zu erfüllen. Bei einem Chip mit 5µm Pixel müsste man per 5x Barlow auf f/20 gehen.

Schönes Tool auch zum berechnen http://astrofotografie.hohmann-edv.de/grundlagen/optik.berechnen.php

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

Bearbeitet von: am:
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mintaka
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
14663 Beiträge

Erstellt  am: 05.03.2018 :  14:28:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Hanswerner,

Ziel ist es, das Auflösungsvermögen des Teleskops auszunutzen, ohne übermässig lange Belichtungszeiten zu bekommen. Bei einer Farbkamera und gutem Seeing hat sich Öffnungszahl = 5 * Pixelgrösse in µm bewährt.
Das Auflösungsvermögen hängt vom Durchmesser der Optik ab, die Abbildungsgrösse von der Brennweite. Bei gleichem Durchmesser bildet einer Optik mit doppelter Brennweite gleiche Details doppelt so gross ab. Darum sollte die Kamera auch doppelt so grosse Pixel haben.
Bei gleicher Brennweite bildet eine Optik mit doppeltem Durchmsser halb so grosse Details ab. Darum sollte eine Kamera in diesem Fall halb so grosse Pixel haben, um alle vom Teleskop gelieferten Details abzubilden.
Die Öffnungszahl ist dabei die Kombination aus Durchmesser und Brennweite und steht in einem linearen Verhältnis zur benötigten Pixelgrösse.
Man kann auch sehr kleine Pixel nehmen, um das Auflösungsvermögen des Teleskops mit grosser Sicherheitsreserve auszunutzen. Aber kleine Pixel haben weniger lichtsammelnde Fläche und schlechteres Rauschverhalten, was für die Bildqualität schlecht ist. Ausserdem werden die Bilder durch zu viele Pixel unnötig gross.

Gruss Heinz

Bearbeitet von: am:
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hanswerner
Meister im Astrotreff

Deutschland
718 Beiträge

Erstellt  am: 05.03.2018 :  15:35:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Vielen Dank Stefan und Heinz,
jetzt wird es mir ein wenig klarer warum das so ist.
Ich fotgrafiere mit einem C11 F6,5 (F =1820mm)und eben der ASI 178MC.
Wenn ich das so recht sehe, dann ist das Verhältins zwischen F und Pixelgröße nicht optimal:

The ideal pixel size for OK Seeing (2-4" FWHM) seeing is: 0.67 - 2" / pixel.

This combination leads to slight over-sampling. Will require a good mount and careful guiding.
Laut astronomy.tools, die Seite hab ich gerade gefunden , bin ich
"over-sampled". Was das wieder bedeutet...

Viele Grüße

Hanswerner

Bearbeitet von: am:
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hanswerner
Meister im Astrotreff

Deutschland
718 Beiträge

Erstellt  am: 05.03.2018 :  15:50:56 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Im Umkehrschluss hiese das, eine Pixelgröße von 1,3 wäre bei meiner verwendeten Brennweite ideal...?

Viele Grüße

Hanswerner

Bearbeitet von: am:
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toM81
Meister im Astrotreff


346 Beiträge

Erstellt  am: 05.03.2018 :  16:00:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Hanswerner,

Man sollte zwischen Planetenfilmerei und Deepsky Fotografie unterscheiden.

Die Planeten sind relativ hell und klein, da will man natürlich so nahe wie möglich an die theroretisch mögliche Auflösung des Instruments kommen. Die Belichtungszeit ist ebenfalls sehr kurz, man versucht das Seeing hier so gut es geht zu umgehen.

Anders bei Deepsykfotographie. Da ist fast alles zappenduster. Da stellt man sich das Equipment so zusammen, dass man das zu erwartende Seeing etwa ausnutzen kann. Sonst kämen da viel zu lange Belichtungszeiten zusammen. Ich bin hier bei 1,34"/Pixel und finde das passt immer. Noch mehr Auflösung würde ich hier an meinem Standort eher selten nutzen können, denn das Seeing ist das Limit.

mfg.
Thomas

http://www.astrobin.com/users/Nippo81/

Bearbeitet von: toM81 am: 05.03.2018 16:02:57 Uhr
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mintaka
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
14663 Beiträge

Erstellt  am: 05.03.2018 :  16:09:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Im Umkehrschluss hiese das, eine Pixelgröße von 1,3 wäre bei meiner verwendeten Brennweite ideal...?
Richtig, mit Reducer wäre für Planeten eine Farbkamera mit 1,3 µm Pixel ideal. Wenn du den Reducer rausnimmst, passen die 2,8 µm Pixel für nicht ganz so gutes Seeing. Bei gutem Seeing wäre ca. 20% mehr Brennweite wünschenswert.
Die Aussage mit dem Oversampling trifft eher auf Langzeitbelichtungen zu, wo sich das Seeing stärker auswirkt. Bei Planetenaufnahmen sind die Verhältnisse anders, da muss unterschieden werden.

Bearbeitet von: mintaka am: 05.03.2018 16:12:31 Uhr
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hanswerner
Meister im Astrotreff

Deutschland
718 Beiträge

Erstellt  am: 05.03.2018 :  21:08:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Mal konkret nachgefragt - wie weit wirkt sich die Dissonanz bei der Aufnahme von Galaxien um die 10mag aus?
Wird das Einzelbild grieselig, oder was passiert dabei. Ist da nicht gleich wieder eine digitale Spiegelreflexkamera weniger umständlich im Handling bei fast gleichem Ergebnis?
Sorry, dass ich wahrscheinlich so dumme Fragen an euch habe, aber das Wetter läßt momentan auch keine Fotografiererei zu und ich kann es nicht selbst austesten.

Viele Grüße

Hanswerner

Bearbeitet von: am:
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PeterW
Senior im Astrotreff

Deutschland
114 Beiträge

Erstellt  am: 29.04.2018 :  13:52:08 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Hanswerner!

Zitat:
Original erstellt von: hanswerner

Ich bin, was die CCD-fotogtrafie abelangt, blutiger Einsteiger. Aber was hat das zu bedeuten, dass die Brennweite und-oder das Öffnungsverhältnis des Teleskops in Bezug zur Pixelgröße der Kamera steht. Wer kann mich dazu aufklären?


Falls Du Interesse an Mond/Planetenfotografie hast, schau doch mal in das unten verlinkte Tutorial. Da habe ich auf viele Fragen eine Antwort gegeben. Viel Spaß beim Stöbern....

Gruß, Peter

Tutorial Fotografie

Bearbeitet von: PeterW am: 29.04.2018 13:52:52 Uhr
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Starlightfriend
Meister im Astrotreff


434 Beiträge

Erstellt  am: 03.05.2018 :  14:36:06 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Starlightfriend's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Hanswerner,

es gib zu diesem Thema viele Abhandlungen und mehr oder weniger wissenschaftliche Erklärungen, die richtig sind. In der Praxis haben wir allerdings keine Laborbedingungen und Seeing, Windböen, chromatische Effekte durch Linsen oder Reducer beeinflussen die Abbildungsgüte und das Sternscheibchen ist nicht ideal... Daher, grober Daumenwert, lange Brennweite, eher große Pixel, kurze Brennweite, eher kleine Pixel, wobei das Seeingscheibchen mindestens zwei - drei Pixel überdecken sollte. Ich habe kürzlich mit einer ASI290mm ( pixelsize 2,9 µm ) und einem C11 bei 2800 mm Brewnnweite "gearbeitet", eigentlich gnadenlos oversampelt, hat aber auch funktioniert

Clear Skies
Peter

www.pixlimit.com

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