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 Firstlight an M81 und ein paar Fragen
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Doc HighCo
Meister im Astrotreff

Deutschland
312 Beiträge

Erstellt am: 18.02.2018 :  22:30:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

endlich habe ich mich mal daran gewagt, meine etwas größeren Sachen auszuprobieren. Für meinen GSO 200/800-Newton war es gestern erstes richtiges "First light", obwohl er schon ein paar Monate bei mir Zuhause auf seinen Einsatz wartet. Mein Ziel war die Bode Galaxie M81 mit ASI178MC und ASI178MM aufzunehmen und daraus ein L-RGB-Bild zu machen. Ich hatte gehofft ein paar Stunden zusammen zu bekommen. Obwohl der Chip der ASI178 noch relativ klein ist habe ich einen Komakorrektor benutzt (Baader MPCC Mark III).

Schief lief dann:
- Ich konnte das Goto meiner AVX nicht justiert bekommen. Es lag immer mehrere Grad daneben. Ich habe dann über Platesolving mein Ziel gesucht.
- Vermutlich hatte ich falsche Settings bei der Aufnahme mit der ASI178MC verwendet und die Optik war bei <-7°C total beschlagen bzw. vereist. Das habe ich erst beim Wechsel auf die ASI178M bemerkt und bin dann mit einem Heizlüfter dagegen angegangen. Die Farbaufnahmen waren ein Totalverlust.
- Bei den Monoaufnahmen habe ich vermutlich den Meridianflip verpasst. Die Nachführung blieb stehen und ich habe eine Stunde Sternstriche aufgenommen. Vieleicht war die AVX auch nur eingefroren:-)

Was ging:
- Einnorden über Sharpcap ging prima - Ausrichtung "Excellent". Ich habe kein Guiding verwendet. Trotzdem hatte ich fast keine Drift bemerkt.
- Zielsuche über Platesolving geht.
- Der Komakorrektor tut was er soll, soweit ich das beim kleinen Gesichtfeld bemerken konnte. Jedenfalls habe ich nichts bemerkt, was ich auf den Komakorrektor zurückführen würde.

Insgesamt konnte ich ca. 40 Minuten Monobilder retten. Um etwas Farbe rein zu bekommen, habe ich die Farbe einer mäßigen Aufnahme mit dem Firstscope 76/280 als "RGB-Lieferant" benutzt. Deshalb die etwas seltsamen Farbeffekte:



Jetzt meine Fragen:
Lohnt es sich eigentlich bei 10 Sekunden Aufnahme und guter Einnordung zu guiden? Oder ist eine langsame stetige Drift den eventuell abrupten Steuerimpulsen des Guiding vorzuziehen?

Empfiehlt es sich bei einer Monokamera wie der ASI178MM auch bei einem Newton einen Filter zu benutzen (z.B. L-Filter)? Mir erscheinen die Sterne im Bild etwas dicker zu sein als sie sein müßten. Führt der Infrarot- und UV-Anteil dazu? Oder führt sogar der Komakorrektor hier zu so etwas wie chromatischer Aberration?

Viele Grüße

Heiko


Vom Einsteigerforum verschoben. Stathis

Bearbeitet von: Stathis am: 10.04.2018 13:11:03 Uhr

Doc HighCo
Meister im Astrotreff

Deutschland
312 Beiträge

Erstellt  am: 10.04.2018 :  11:46:31 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

so jetzt antworte ich mir einfach selber. Ich hatte in den letzten klaren Nächten noch mal auf M81 mit dem GSO200/800-Newton auf der AVX gehalten - nur nachgeführt, kein Guiding. Dieses Mal hatte ich die Farbversion der ASI178 benutzt. Belichtet habe ich mit 30 Sekundenframes in ca. 2 Std. Das Schwarzweißbild von oben habe ich zum Luminanzkanal der neuen Aufnahme addiert.


(Durch einen etwas besseren Stack und Bearbeitung ersetzt)

Auch hier erscheinen mir die hellen Sterne etwas dick. Könnte das am Seeing oder am Dunst liegen? Eventuell am Komakorrektor oder erwarte ich hier zu viel? Ansonsten bin ich ganz zufrieden. Ich muß mich aber noch mal mehr in die Bildverarbeitung einarbeiten, um hier auch mit Ebenenmasken etc. ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Gruß

Heiko

Bearbeitet von: Doc HighCo am: 15.04.2018 20:08:11 Uhr
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Silvia581
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1113 Beiträge

Erstellt  am: 10.04.2018 :  13:01:30 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Silvia581's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Heiko,

nachdem noch keiner geantwortet hat, mach ich mal den Anfang.

Gratulation zum First Light.

Beim ersten Bild bemerke ich sofort Doppelspikes. Beim 2. Bild auch, aber nicht ganz so stark. Das sollte nicht sein. Kontrolliere mal die Fangspiegelstreben. Eine könnte verbogen oder nicht richtig fest angezogen sein.

Nun mein Senf zu Deinen Fragen:

Zitat:
Lohnt es sich eigentlich bei 10 Sekunden Aufnahme und guter Einnordung zu guiden? Oder ist eine langsame stetige Drift den eventuell abrupten Steuerimpulsen des Guiding vorzuziehen?


bei 10 Sekunden Belichtungszeit brauchst bei wirklich guter Einnordung und ruhigem Lauf der Montierung noch kein Autoguiding. Aber bei 30 Seunden dann schon.

Zitat:
Empfiehlt es sich bei einer Monokamera wie der ASI178MM auch bei einem Newton einen Filter zu benutzen (z.B. L-Filter)? Mir erscheinen die Sterne im Bild etwas dicker zu sein als sie sein müßten. Führt der Infrarot- und UV-Anteil dazu? Oder führt sogar der Komakorrektor hier zu so etwas wie chromatischer Aberration?


Schon um den Chip vor Staub und Pollen zu schützen verwende ich immer einen L-Filter bei meinen Kameras. Die "dicken" Sterne kommen von nicht penniebler Justage des Newtons. f/4 ist da sehr anfällig. Und auch vom Scharfstellen. Das muß ebenfalls exakt passen. Da muß mann sich Zeit nehmen. Ist Übungssache...

Nun zum 2. Bild. Das erscheint mir unschaf zu sein. Kann am Seeing gelegen haben, ich tippe aber eher auf die Justage und das Scharfstellen. Bei den kleinen Pixeln der Kamera fällt das sofort auf. Hast ne 1/10 Untersetzung am OAZ? Die ist zwingend nötig aus meiner Sicht. Ich hab mir sogar nen Motorfokusser gegönnt, seither kann ich wirklich feinfühlig scharfstellen... Außerdem sollte man spätestens alle Stunde die Aufnahme unterbrechen und die Schärfe kontrollieren. Wieder neu scharfstellen wegen Temperaturdrift. Auch die ist bei f/4 stärker als bei langsameren Newtons...

Wenn Du L-RGB´s aus 2 Kameras zusammendengelst, solltest auch die einzelnen Summenbilder zeigen. Im 2. Bild kann man nämlich nicht erkennen, ob die Doppelspikes von der Farbaufnahme oder der Luminanz kommen...

CS
Silvia

200/1000 Newton, 150/750 Newton, 150/1800 Mak, 100/500 FH Cometcatcher,
Sphinx SXW, NP, NEQ-3-2

Bearbeitet von: am:
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Doc HighCo
Meister im Astrotreff

Deutschland
312 Beiträge

Erstellt  am: 10.04.2018 :  22:14:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Silvia,

danke für die Antwort. Klar, die Doppelspikes entsehen, wenn man 2 Luminanz-/Monobilder addiert, wenn die Ausrichtung nicht genau gleich ist. Das wäre wahrscheinlich die Erklärung.
Ich habe eine 1/10 Untersetzung und gebe mir Mühe zu Fokusieren, aber mit dem zwischenzeitlichen Nachfokusieren das muß ich noch mal probieren.
Und mit den dicken Sternen, da müßte ich mal testen ob ich den richtigen Arbeitsabstand beim Komakorrektor habe (55mm). Kann das davon kommen? Sieht man das dann überall oder nur wieder in den Ecken? Ansonsten würde ich eher auf schlechtes Seeing oder Dunst (Schleierwolken) tippen. Ich wohne in einer Niederung neben einem Bach. Da gibt es leider sehr oft Dunst und Nebel.

Viele Grüße

Heiko

Bearbeitet von: am:
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Doc HighCo
Meister im Astrotreff

Deutschland
312 Beiträge

Erstellt  am: 11.04.2018 :  15:44:49 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

ich habe jetzt noch mal auf dem Internet geschaut und stelle fest, daß bei vielen Bilder von M81 bei ähnlichem Abbildungsmaßstab die Sterne in der Umgebung vergleichbar dick aussehen.:

Z.B. hier: http://www.astrocruise.com/galaxies/m81.htm
oder hier: http://cosmicphotos.com/gallery/image.php?fld_image_id=152&fld_album_id=12
oder hier: https://www.cloudynights.com/uploads/monthly_03_2017/post-240822-0-90740800-1488427131.jpg

Gibt es Bilder mit schärferen Sternen? Ist das vielleicht einfach so und mein Bild ist gar nicht so unscharf und mein Setup mehr oder weniger OK?

Gruß

Heiko

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