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 Ludwig Erhard am Teleskop - welches Modell ?
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darksiteseeker
Meister im Astrotreff

Deutschland
331 Beiträge

Erstellt am: 12.01.2018 :  21:03:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Zusammen,

im Zusammenhang mit einem Artikel in der Zeitung "Die Welt" vom 10.01.2018 über ein Museum für Ludwig Erhard in Fürth wurde das folgende Bild veröffentlicht:

https://www.welt.de/img/politik/deutschland/mobile172332570/0082506847-ci102l-w1024/Ludwig-Erhard-privat.jpg

Um was für ein Modell handelt es sich bei dem Teleskop? Die Montierng erinnert an ein älteres Modell von Celestron.

Was mich irritiert ist das "Schnürchen" das L. Erhard in der einen Hand hält - das sieht aus wie ein Drahtauslöser. War da eine Kamera mit eingebaut ? Das müsste bei dem kleinen Okularauszug so etwas wie eine Minox gewesen sein.

Beste Grüße

Dietmar

oolways wook on the daaak side of sky !

http://darksitefinder.com/maps/world.html

Bearbeitet von: darksiteseeker am: 12.01.2018 21:03:52 Uhr

Jürgen
Senior im Astrotreff

Germany
161 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2018 :  21:11:13 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jürgen's Homepage  Antwort mit Zitat
... es müsste sich um ein Heidenhain Spiegelfernrohr 100/1000 System Newton handeln. Hier gibt es den passenden Katalog: https://www.astrotom-traunreut.de/sternwarte-fa-dr-johannes-heidenhain/prospekte-und-anleitungen-zu-heidenhain-teleskopen/ Danke an Thomas Koch für seine Website!

Gruß in die Runde,
Jürgen

Bearbeitet von: Jürgen am: 12.01.2018 21:16:43 Uhr
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darksiteseeker
Meister im Astrotreff

Deutschland
331 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2018 :  21:53:14 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jürgen,

genial, da hast Du ganz schnell den richtige Griff getan. In der Preisliste des Prospektes von 1968 ist auf Seite 4 das 100/1000 Newton Telekop nahezu baugleich abgebildet.

Das "Schnürchen" ist auch oben am Okularauszug angebracht und läuft schräg über den Tubus. Was es damit auf sich hat, ist allerdings nicht erklärt. Möglicherweise eine eingebaute und über den Drahtauslöser verstellbare Irisblende ? Oder konnte man damit das Teleskop bequemer in der Stundenachse bei offener Klemme nachführen ?

Beste Grüße

Dietmar

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Bearbeitet von: am:
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Jürgen
Senior im Astrotreff

Germany
161 Beiträge

Erstellt  am: 12.01.2018 :  22:24:40 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jürgen's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Dietmar,
der Drahtauslöser war zum "Umschalten" zwischen Sucher- und Fernrohr- Fokus. Nette Konstruktion :o)

Gruß in die Runde,
Jürgen

Bearbeitet von: am:
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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3323 Beiträge

Erstellt  am: 13.01.2018 :  11:27:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ja, der Drahtausloeser bewegte einen Klappspiegel im Okularauszug. So konnte wahlweise das Licht aus einem kleinen 20mm-Achromaten (Sucher) oder das Licht aus dem Newton in das Okular gelangen. Nachteil der Konstruktion war die erhoehte Baulaenge, sodass der Fokus weiter aus dem Rohr kommen und deshalb der Fangspiegel groesser werden musste. Bei f/10 noch nicht so kritisch. Beim groesseren Modell 150/900 hat Heidenhain aber deshalb eine andere, ebenso verspielte Version gewaehlt. Hier wurde das Licht vom gegenueber des Okularauszuges befindlichen Suchers durch das Hauptrohr in einen separaten Okularstutzen geleitet. Da gab es auch keinen Umschalter mehr.

Die Gabelmontierung dieser Teleskope hatte eine Nachfuehrung per Gummi-Reibrad und Synchronmotor. Fuer die Okulare benutzte Heidenhain den gaenigen 23.5mm-Mikroskopokulardurchmesser, wobei der Adapter dafuer herausschraubbar war (M35x1-Gewinde). Hier laesst sich fuer den Klassikerfreund recht einfach ein Adapter auf 1 1/4"-Okulare machen.

Der 100/1000 kostete um 1965 etwa 2500 DM, der 150/900er 6500 DM. Wofuer man damals wohl schon einen neuen VW Kaefer bekam. Irgendwann in den 1970ern stellte Heidenhain die Produktion nochmal um (modernderes Design und verschiedene Maksutovoptiken), und ein paar Jahre spaeter wurde die Produktion eingestellt.

Heidenhain gibt es aber noch - sehr bekannt fuer ihre Prazisionsencoder, die beispielsweise im Maschinenbau eingesetzt werden. Und manchmal auch in Grossteleskopen fuer die Forschung.


Best wishes,

Juergen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

Bearbeitet von: JSchmoll am: 13.01.2018 11:28:53 Uhr
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darksiteseeker
Meister im Astrotreff

Deutschland
331 Beiträge

Erstellt  am: 13.01.2018 :  19:43:43 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jürgen und Jürgen,

das ist ja toll, was Ihr hierzu beigetragen habt. Ich hatte gedacht, auf diese Fragen gibt es kaum eine Antwort. Interessant wäre jetzt natürlich noch, wo dieses Gerät von Ludwig Erhard geblieben ist.

Beste Grüße

Dietmar

oolways wook on the daaak side of sky !

http://darksitefinder.com/maps/world.html

Bearbeitet von: am:
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FrG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1811 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2018 :  01:57:39 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Dietmar,

vielleicht hat er das Teil nie besessen, und das Foto stammt von einem Besuch bei Heidenhain.

Gruß & CS Franjo

Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn Du Deinem Kind den Regenbogen zeigst.
Aber der Regenbogen wartet nicht, bis Du mit der Arbeit fertig bist.

Bearbeitet von: am:
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optikus64
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1015 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2018 :  07:43:08 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin,

zu Heidenhain:

... und nicht zu vergessen CNC-Steuerungen!

CS
Jörg

... to boldly go where no man has gone before ...

Bearbeitet von: am:
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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3323 Beiträge

Erstellt  am: 14.01.2018 :  13:40:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich habe von diesem Foto schon oefter gehoert. Angeblich sei es mal ein SuW-Titelbild gewesen, und Ludwig Erhard soll wirklich Sterngucker gewesen sein. Leider habe ich aber keine zuverlaessigen Quellen.

Das Teleskop waere ein schoenes Exponat fuer das "Haus der Geschichte" in Bonn. Die 100/1000er waren damals relativ weit verbreitet. Mein Gymnasium (Kopernikus-Gymnasium, Rheine) hat zu seiner Gruendung im Jahr 1965 eines angeschafft. Ich wollte damals (1987) eine Astro-AG gruenden und das Teil war derzeit noch in einem Topzustand. Allerdings wohl auch, weil es selten benutzt wurde.

Ich denke, dass Heidenhain dann einfach zu teuer war und sich dem wachsenden Konkurrenzdruck aus Japan beugen musste. 2500 DM (1965!) fuer einen 100/1000er, wo es dann bald einen 114/900er fuer 500DM gab.

Ich habe das Glueck, den 150/900er zu besitzen, der damals 6500DM kosten sollte. Habe ich aber nicht dafuer bezahlt. Das Geraet wurde hier in Nordostengland aus einem Nachlass frei, und da es in einem sehr schlechten Zustand war, hat es mir ein Astroverein geschenkt. Ich habe es aufgemoebelt, Spiegel neu belegen lassen etc und es funktioniert wieder.


Best wishes,

Juergen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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