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Axel_B
Neues Mitglied im Astrotreff

Deutschland
19 Beiträge

Erstellt am: 10.09.2017 :  14:47:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin Leute,
Die SoFi2017 ist vorbei, und ich habe es nicht bereut, ins dünn besiedelte Wyoming gefahren zu sein!
Im trockenen und öden Wyoming gibt es Rinder, Antilopen (auch auf den Highways... :-/ , verdorrtes Gras und den 'Devils Tower', den wir aus Spielbergs 'Begegnung der 3. Art' kennen. Die Zentrallinie lief hier durch das Städtchen Casper, in dem astronomische Eclipse-Events auch schon vor dem 21.08. angeboten wurden, und hier gab es natürlich eine große 'publlic viewing area', und Merchandizing.
Viele Leute mit Autos bedeutet immer: Stau und Generve. Darauf hatten wir keine Lust, also haben wir uns das kleine Dorf Glendo, ebenfalls auf der Zentrallinie, ausgesucht. 202 Einwohner gibt es hier, eine Kirche, und eine freie Steppenfläche auf dem 'Thomas-Memorial-Airport', die hier als Viewing-Area nominiert wurde, für viele tausend Besucher.
O.K., auch viele Leute... Aber im angrenzenden State-Park mit einem schönen See und traumhafter Landschaft sollte es garantiert ruhiger werden, ein paar Dollar Eintrittskosten für den Park schreckt hoffentlich viele von dieser Location ab. Im Park gab es diverse Camping Areas, also war auch Infrastruktur vorhanden.
Am Sonntag sind wir schon mal vom 200km entfernten Hotel in Gillette hingefahren, um die Gegend kennen zu lernen. Auf dem Flugplatz sah man schon viele Camper, vom kleinen Zeltchen bis zu vielen gigantischen Wohnmobilen. Im Park war es vergleichsweise ruhig, ein paar Teleskope, aber die meisten gingen ihren normalen Freizeitbeschäftigungen nach, fuhren mit ihren Booten auf dem See, oder paddelten im Wasser.




Montag Morgen... das Wetter war wie geplant phantastisch, kein Wölkchen am Himmel, morgens 14°, und 30° sollten es noch werden. Der Highway bis zum Zielort war erfreulich leer, nur nach der Ausfahrt in Glendo war etwas zähfließender Verkehr, dann sofort rechts ab in den Park. Wir kamen hier um 10 Uhr an, also sehr spät, denn der erste Kontakt (Mond trifft Sonne) war schon in ca. 40 Minuten.
Nach einiger Zeit hatten wir einen schönen Parkplatz am See gefunden, 15 Autos, hier werden ansonsten die Boote in den See transportiert. Die zu Hause bereits ausprobierte Kombi "Baader ND5 Sonnenfilter auf Tele-Linse auf FZ150 auf SkyTracker auf Reisestativ" war fix aufgebaut und grob eingenordet.




Ein erster Blick zeigte, dass der Mond schon ein Stückchen von der Sonne angeknabbert hatte. Einige Sonnenflecken haben sich schön in der Mitte der Sonne plaziert, das war ein netter Anblick.




Nun hatte ich Zeit für weitere Planungen. Meine kleine Sony RX100 hatte ich auch dabei, damit wollte ich einen Film aufnehmen, wie sich die Landschaft während der SoFi verändert. Ein Baum am See bot sich als Standort an, also hängte ich die Kamera kopfüber mit einem GorillaPod an einen Ast und startete die Filmaufnahme über den See in Richtung Westen. Vielleicht sieht man ja den Schatten, der aus Westen herankommt?

Erst sehr spät (ca. 10 Minuten vor der totalen Verfinsterung) wurden es merklich dunkler und kühler, der Wind legte sich, die Farben sahen unwirklich fahl und grau aus.
Als die Sonne komplett verdeckt war, erschien schlagartig die Korona, die Beobachter jubelten. Der Himmel war dunkel, hell strahlte die Venus, auch ein paar Sterne waren zu sehen. Auf den Bildern ist Regulus zu sehen, so nahe stand er an der Sonne. Die Strahlen der Korona empfand ich erstaunlich groß, einige Sonnendurchmesser lang.




Ein erstes Bild ohne Sonnenfilter und mit 'Automatik'-Einstellung zeigte gut die Ausdehnung. Der Anblick des Himmels war überwältigend, auch wenn die Augen sich nicht so schnell an die Dunkelheit gewöhnen konnten. Am Horizont war der Himmel glutrot, da kam also das gestreute Licht von 'außerhalb' der Finsternis durch, wie beim Sonnenuntergang.




Der Anblick der Korona war außergewöhnlich schön, ich verstehe nun die SoFi-Junkies, die von einer SoFi zur nächsten fahren.
Bei kurz belichteten Aufnahmen sah man auch einige Protuberanzen direkt am Sonnenrand, die sah ich mit bloßem Auge natürlich nicht.




Gut zu sehen waren die fein gegliederten 'Strahlen' der Korona.




Die 2 1/2 Minuten Totalität waren viiiiel zu schnell vorbei! Schon wurde es wieder dämmrig hell, aber noch immer waren Sterne zu sehen. Die Venus konnte ich noch -zig Minuten problemlos am heller werdenden Himmel wiederfinden, bis sie nach einer halben Stunde im Blau verschwand. Schade, auch hier mit klarer Luft konnte ich sie also nicht ohne Hilfsmittel tagsüber sehen, einige Leute können das anscheinend.
Die Filmkamera am See hat über eine halbe Stunde lang brav ihre Arbeit gemacht, den Film werde ich mal als Zeiraffer weiterbearbeiten, er steht ja noch auf dem Kopf. (... das Bild mit dem roten Horizont über dem See ist aus diesem Film...)




Einige Wagen verließen sofort nach der Totalität den Parkplatz, ohne die 'zunehmende Sonne' zu würdigen.
Als wir uns zwei Stunden später auf den Heimweg machten, wussten wir, dass der frühe Aufbruch vielleicht doch besser gewesen wäre.... Wir brauchten 4 Stunden, um wieder auf den nahen Highway zu kommen. Tausende Wagen verstopften trotz polizeilicher Verkehrsführung und eingerichteter Einbahnstraßen alle verfügbaren Wege. Für die nächste Planung also unbedingt merken: Nicht am Eclipse-Tag das Gelände verlassen!

Per Fernauslöser habe ich ein paar Bilder gemacht, auch RAW, mal sehen, ob ich die stacken kann, ähnlich wie Planetenbilder. Erfahrungen mit dem Stacken von Korona-Bildern werden wohl nur wenige Leute anbieten können, für Tipps bin ich dankbar!

Viele Grüße,
Axel



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