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 Astronomie – die Wissenschaft
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 Nachthimmel oft heller als gedacht
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Caro
Astrophysikerin

Deutschland
5606 Beiträge

Erstellt am: 29.07.2017 :  07:41:28 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Caro's Homepage  Antwort mit Zitat
Selbst ausgewiesene dunkle Orte wie Sternenparks sind nicht überall so frei von Lichtverschmutzung wie bisher angenommen. Wissenschaftler der Forschungsverbünde Loss of the Night und STARS4ALL beschäftigen sich seit Jahren mit den ökologischen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Lichtverschmutzung. Nun konnten sie mit einer einfachen Messmethode zeigen, wie stark die Lichtverschmutzung über den gesamten Nachthimmel verteilt ist.

Frühere Studien wie der „Weltatlas der Lichtverschmutzung“ haben sich vor allem auf den Nachthimmel direkt über unseren Köpfen konzentriert. Mit den aktuellen Messungen konnten die Forscher nachweisen, dass ein Himmel, der über uns fast frei von Lichtverschmutzung ist, am Horizont deutlich heller sein kann. Die Wissenschaftler untersuchten dazu den nächtlichen Himmel zwischen dem Sternenpark Parc Astronòmic Montsec und der 27 Kilometer entfernten Stadt Balaguer im Norden Spaniens.


Vergleich klarer vs bewölkter Himmel (c) Andreas Jechow, IGB Bild: Andreas Jechow / IGB

Die Messungen ergaben, dass der gesamte Himmel über dem Sternenpark in bewölkten Nächten genauso hell war, wie ein lichtverschmutzter wolkenloser Himmel nur fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Natürlicherweise müsste der bewölkte stadtferne Himmel deutlich dunkler sein, da die Wolken das Licht von Mond und Sternen abschirmen und so den Himmel verdunkeln. 18 Kilometer außerhalb der Stadt war der Himmel direkt über den Forschern kaum lichtverschmutzt. Unter Berücksichtigung des Lichtes aus allen Richtungen aber, war der Himmel 66 Prozent heller als ein natürlicher Himmel in einer sternenklaren Nacht. Bei Bewölkung war er sogar 3,5-mal heller, da die Wolken das Licht vom Boden – erzeugt durch die Beleuchtung der nahen Stadt – reflektierten. Das ist sehr viel zusätzliches Licht für nachtaktive Arten, die sich im Laufe ihrer Evolution darauf verlassen konnten, dass Wolken den Himmel tatsächlich verdunkeln.

Für die Messungen haben die Wissenschaftler ein einfaches und bedienungsfreundliches Abbildungssystem verwendet, das auf kalibrierten, handelsüblichen Kameras mit Fischaugenobjektiv – einer extremen Weitwinkellinse – basiert. „Wir hoffen, dass es diese einfache und relativ kostengünstige Methode vielen ForscherInnen und BürgerwissenschaftlerInnen weltweit ermöglicht, das künstliche Himmelsleuchten unter unterschiedlichen Wetterbedingungen zu kartieren“, erläutert Andreas Jechow, Leiter der Studie und Physiker am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin, die Bedeutung der neuen Messmethode.

Weitere Infos und Bilder unter http://www.igb-berlin.de/news/dunkel-wars-der-mond-schien-helle-nachthimmel-oft-heller-als-gedacht

Bearbeitet von: am:

TGM
Meister im Astrotreff

Deutschland
788 Beiträge

Erstellt  am: 29.07.2017 :  13:45:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Caro

Die Messungen ergaben, dass der gesamte Himmel über dem Sternenpark in bewölkten Nächten genauso hell war, wie ein lichtverschmutzter wolkenloser Himmel nur fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. ...

Das ist sehr viel zusätzliches Licht für nachtaktive Arten, die sich im Laufe ihrer Evolution darauf verlassen konnten, dass Wolken den Himmel tatsächlich verdunkeln.

...
„Wir hoffen, dass es diese einfache und relativ kostengünstige Methode vielen ForscherInnen und BürgerwissenschaftlerInnen weltweit ermöglicht, das künstliche Himmelsleuchten unter unterschiedlichen Wetterbedingungen zu kartieren“, erläutert Andreas Jechow, Leiter der Studie und Physiker am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin, die Bedeutung der neuen Messmethode.




Hallo Caro,

vielen Dank für den Hinweis, der Titel klingt verlockend, doch nach Durchsicht des Artikels, frage ich mich was man Wesentliches über das hinaus was eigentlich Allgemeinwissen ist lernt. Nur an extrem dunklen Plätzen sind die Wolken dunkler als der klare Nachthimmel, in Deutschland sind solche Plätze extrem rar wenn es sie überhaupt gibt. An allen anderen Plätzen sind Wolken heller, in großen Städten ziemlich viel heller als der Sternenhimmel, das kann man wohl kaum übersehen.

Ich denke alle hier im Forum bedauern die Lichtverschmutztung, doch frage ich mich was Sätze
wie „ Das ist sehr viel zusätzliches Licht für nachtaktive Arten, die sich im Laufe ihrer Evolution darauf verlassen konnten, dass Wolken den Himmel tatsächlich verdunkeln.“ aussagen sollen. Gibt es denn überhaupt Tiere, die sich darauf verlassen dass die Wolken den Himmel verdunkeln, oder ist das nur eine Mutmaßung? Nebenbei, insgesamt ist es auf dem Globus immer noch ziemlich dunkel, nur leider in Stadtnähe, da wo auch die meisten Sternfreunde wohnen wird es immer heller. Mit der Landflucht wird der dunkle Teil im manchen Regionen vielleicht sogar größer. Und, auch die Tiere passen sich an, setzten Prioritäten. In Hamburg nisten Uhus, vielleicht ist es ihnen wichtiger einfach an Beute zu bekommen als die Milchstrasse zu schauen...

beste Grüße

Thomas

p.s. Ich kann mit der erhofften Bürgerwissenschaft, dass man bei Wind und Wetter nachts die Himmelhelligkeit kartografiert nicht so viel anfangen, sorry,


p.p.s. Damit kein Mißverständnis entsteht, mein Kommentar richtig sich natürlich an die Verfasser des Artikels, ich weiß allerdings nicht ob sie Astrotreff lesen

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Caro
Astrophysikerin

Deutschland
5606 Beiträge

Erstellt  am: 29.07.2017 :  15:22:45 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Caro's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

ich würde meinen, daß es eben gerade kein Allgemeinwissen ist, daß gerade der bewölkte Himmel in lichtverschmutzten Gegenden nochmal deutlich heller ist, als er sein sollte. Uns Amateurastronomen fällt das auf, aber Otto-Normalbürger nicht - der kennt es ja nicht anders.

Viele Grüße
Caro

Bearbeitet von: am:
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4485 Beiträge

Erstellt  am: 30.07.2017 :  11:13:15 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage  Antwort mit Zitat
Ich sehe das so wie Caro und finde es nach wie vor bemerkenswert, dass Wolken auch außerhalb von Städten oder gar in der Nähe von winzig kleinen Gemeinden von unten heller als der Himmel erscheinen. Es braucht erstaunlich wenig Licht, um den Himmel sichtbar aufzuhellen. Erst bei wirklich entlegenen Gebieten erscheinen Wolken wie dunkle Löcher im Himmel.

Zitat:
insgesamt ist es auf dem Globus immer noch ziemlich dunkel,

Das kann man auch anders sehen. In ganz Mittel- und Südeuropa ist es außer ein paar wenigen entlegenen Fleckchen ganz und gar nicht mehr richtig dunkel - mit Tendenz immer heller und heller mit weitreichenden Folgen für die Ökosysteme. Ich schätze, dass ein Großteil der jüngeren Europäer noch nie in seinem Leben einen ursprünglichen dunklen Himmel gesehen hat - auch nicht im Urlaub außerhalb Europas, da ja die meisten von lichtverseuchten Flughäfen direkt in irgendwelche lichtverseuchten Hotelanlagen landen.

Allgemeinwissen? Unter Deep Sky Astronomen und Insektenforschern vielleicht. Der Rest der Menschheit hat nur eine Grobe Ahnung davon. Da finde ich es schon wichtig, dass die Lichtverschmutzung laufend und mit verschiedenen Methoden wissenschaftlich dokumentiert wird.

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
9469 Beiträge

Erstellt  am: 30.07.2017 :  12:13:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
hmm,
im Grunde ist das doch ein einfaches Rechenspiel.

Wenn man in einem Flieger in etwa der Wolkenhöhe fliegt und einem dabei das nächtliche Panorama unten heller erscheint als der Nachthimmel, dann herrscht da unten die notwendige Emissionstärke an Licht, die Wolken von unten hell erstrahlen lässt. Im Grunde ist die Fliegerhöhe sogar egal, denn mit größerer Höhe addieren sich mehr Lichtquellen zum Gesamteindruck.

Der seitliche Abstand (Reichweite) ist eine Frage der Wolkenhöhe und wie weit man als Beobachter "runter" zum Horizont blicken kann. Abhängig von der Wolkenhöhe verteilt sich das Licht einer Lampe als Lichtkegel nach oben, viele Lampen bewirken eine Art Durchschnittsbildung, die auch Wolken zwischen Quelle und Betrachter noch erreichen.

Am Übergang vom Pfälzer Wald zur Rheinebene habe ich schon mehrfach beobachtet, wie eine Wolke ihre Helligkeit änderte, wenn sie "dunkel" von Westen aus dem Pfälzer Wald heranzog, über Bad Dürkheim aufhellte, danach über ein paar Weinfelder hinweg wieder abdunkelte, bevor sie Richtung Ludwigshafen im nächsten Dorf wieder heller wurde. Die Bergflanken/Ausläufer des Pfälzer Walds bilden zudem gute Streulichtblenden für die Lichtquellen der einzelnen Siedlungen am Rand des Pfälzer Waldes, der den hell/dunkel-Effekt deutlicher werden lässt.

Übrigens wirklich dunkel sind auch in Deutschland Wolken dann, wenn es mehrere Wolkenebenen gibt und die untersten Wolken das "Schmutzlicht" wie eine Blende abfangen.

Kalle - Alles wird gut !
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TGM
Meister im Astrotreff

Deutschland
788 Beiträge

Erstellt  am: 30.07.2017 :  15:11:08 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Caro, hallo Stathis,

ich bin vielleicht mit meiner Kritik etwas über das Ziel hinausgeschossen, wir können uns sehr schnell einigen, dass die Zunahme der Lichtverschmutzung sehr bedauerlich ist, es in unseren Breiten kaum noch dunklen Himmel gibt, viele, gerade die jüngeren nie einen solchen gesehen haben. Und es ist sicherlich sehr sinnvoll die Lichtverschmutzung wissenschaftlich genau zu dokumentieren und zu analysieren.

Doch an dieser Stelle setzt meine Kritik an: Vermutlich gibt es zwischen der Helligkeit des klaren Himmels und des bedeckten Himmels einen Zusammenhang, ohne Lichtverschmutzung wird er dunkler, im Zentrum großer Städte nochmals sehr viel heller. Diesen Zusammenhang hätte man in den Veröffentlichung herausarbeiten können doch statt dessen werden Orte mit verschieden Entfernungen von einer kleinen Ortschaft in Spanien verglichen, der einzige neue Aspekt, Horizont und Zenit können mit dem neuen Messgerät verglichen werden. Doch statt sich die Mühe zu machen, allgemeine Gesetzmäßigkeiten zu finden, ein Model zu entwickeln, mit dem man aus den bekannten, sehr gut dokumentierten und analysierten Daten bei klaren Himmel auf bedeckten schließen kann wird in der Presserklärung der Vorschlag unterbreitet, mit dem 'preiswerten' Messgeräte (Canon 6D Spiegelreflexkamera mit Fisheye, ~ 3000 Euro) durch BürgerwissenschaftlerInnen den Nachthimmel bei allen erdenklichen Wetterlagen zu kartografieren. Vermutlich reichen einfache geometrische Modelle (siehe Kalles Beitrag), Wolken in einer Höhe von einem km kann man aus mehr als 50 km Entfernungen sehen, und umgekehrt können sie natürlich auch von unten aus der Distanz beleuchtet werden.

Kurzum, ich finde den wissenschaftlichen Inhalt reichlich mager, so eine Presserklärung nicht angemessen. Ob es Allgemeinwissen ist oder nicht kann man lange streiten, doch jeder den es interessiert kann nachts bei wolkigen Wetter vor die Tür treten und selber sehen dass die Wolken heller als der Sternenhimmel sind.

Beste Grüße

Thomas

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Wattwurm
Senior im Astrotreff

Deutschland
204 Beiträge

Erstellt  am: 30.07.2017 :  19:32:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
...Vermutlich ging es vorrangigum die Generierung von " Bürgerwissenschaftler", der wissenschaftliche Inhalt stand halt ganz im Hintergrund. Und anscheinend muß man dann " fetzig" formulieren.Steht nur zu hoffen, daß solche Bürgerwissenschaften ein annehmbares Niveau aufweisen...

Grüße

Michael

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