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 Bath-Interferometer optimieren
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Seite: von 7

MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3383 Beiträge

Erstellt am: 04.05.2017 :  22:56:33 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Leute,

Beinahe haben wir den "Fast and Furious"- Thread in einen Interferometrie-Thread umgewandelt, und ja, ich bin mit dran schuld. Aber nun hab ich die Diskussion zur Messtechnik mal ausgeklinkt und hoffe, hier geht es munter weiter zum Thema Optimierung des Bath-Interferometers.
Der Leser dieses Threads möge sich zunächst die Diskussion im Thread "Spiegel schleifen Fast and Furious" so ab Seite 3 zu Gemüte führen, damit die Ausgangssituation verständlich wird.

Das "Fünflinge-Projekt" hat unsere Messtechnik in der Münchener Gruppe schon mächtig voran gebracht. Ich brauch halt immer eine real existierende Aufgabenstellung, damit ich mich mit einer neuen Technik intensiver auseinandersetze. Nur mal so zum Spielen tue ich mir das nicht an.

Ein irgendwie funktionierendes Bath-Interferometer zusammen zu stöpseln, ging ja noch sehr schnell. Aber ein verlässliches Messinstrument zur Verfügung zu haben, dessen Eigenschaften ich hinreichend durchschaue, um die Qualität meiner Messungen abschätzen zu können, und das sich ohne große Fummelei "schnell mal eben" verwenden lässt, ist wohl nicht ganz so trivial.

Zuletzt war im obigen Thread unter anderem die Brennweite der Aufweitungslinse ein Thema. Ich hatte in einem neuen Interferometer eine Linse mit 10mm Brennweite verbaut, mit der die Ausleuchtung nicht weit genug war.
Mr. Beitegeuze (Matze) hatte gemutmaßt, der Abstand der Linse zum Strahlteiler sei bei mir eventuell zu klein.

Hierzu nun meine Antwort:

Die Linsen-Brennweite beeinflusst durchaus die Größe des ausgeleuchteten Raumwinkels. Allerdings zusammen mit dem Durchmesser des Laserstrahls. Enger Strahl -> kleiner Winkel, kürzere Brennweite nötig. Weiter Strahl -> größerer Winkel, Brennweite darf länger sein.
Der Abstand zwischen Strahlteiler und Linse sollte nach meiner Ansicht eher klein sein, damit die aufgeweiteten Strahlen im Rücklauf Richtung Kamera nicht vignettieren. ich habe im Internet schon ein Bath-Interferometer gesehen, bei dem eine Plankonvexlinse direkt auf den Strahlteiler aufgeklebt war (StefanSLS weiß hoffentlich noch die Quelle).

Falls der Abstand zwischen Laser und Linse einen Einfluss hat, ist der Laser nicht gut kollimiert.

Ich habe die Halbleiterlaser, die ich bisher probiert habe, noch nicht zu 100% "durchschaut", aber bereits festgestellt, dass von ihrer Strahlqualität die Güte des Interferogramms in hohem Maß abhängt.
Ein älterer grüner 1mW Laserpointer und ein 5mW grüner Kleinlaser, beide von Conrad, liefern sehr saubere Interferogramme. Ein letztens gekaufter Laserpointer von Pollin undein älterer 4mW Laser liefern eine sehr ungleichmäßige Ausleuchtung mit vielen Artefakten.
Es ist natürlich sehr unbefriedigend, wenn man auf eine so entscheidende Komponente keinen gezielten Einfluss hat.

Wer von euch kennt sich mit dem inneren Aufbau der von uns verwendeten Laser aus? Da ist doch eine einfache Kollimatoroptik drin, oder? Wie unterscheiden sich die direkt strahlenden Halbleiterlaser (wohl alle roten?) von denen mit Konverterkristall (wohl alle grünen) hinsichtlich der optischen Strahlqualität?
Worauf muss man beim Laserkauf achten?
Welche Laser setzt Ihr erfolgreich ein?
Welche optischen Komponenten setzt Ihr ein? Wo kann man die aktuell bekommen?

Gruß,
Martin

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Leonos
Meister im Astrotreff

Deutschland
417 Beiträge

Erstellt  am: 05.05.2017 :  15:25:29 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,

gute Idee einen Extrathread aufzumachen. Ich bin auch immer wieder dabei mein Bath zu optimieren und vielleicht klären sich hier ja noch ein paar Dinge.



Der Laser scheint tatsächlich das schwächste Glied in der Kette zu sein. So zumindest meine Erfahrung.
Wie er aufgebaut ist weiß ich leider auch nicht. „Verschmutzt“ kann er aber sein. Hier ein Bild vom aufgeweiteten Strahl meines ersten Lasers:



Irgendwas im Inneren hat da ganz bös vignettiert. Trotzdem hab ich damit meinen 400ter erfolgreich vermessen. Das ging also noch





Für ein neues Projekt mit schnellen Spiegel musste dann aber doch ein anderer her.
Der sieht auch schon etwas besser aus:




Aber auch da sind immer noch „bubbles“ zu sehen. Einige resultieren von Staubkörnchen auf den Optiken. Es gibt aber auch welche die sich nicht wegpinseln lassen und mit dem Laser mitdrehen.
Blöd sowas.


Beide Laser hab ich von Picotronic (über Amazon und Conrad bestellt).
Aktuell ist es dieser: https://www.laserfuchs.de/de/punktlaser/lfd532-1-312x60-001
Die übrigen Komponenten stammen von Matze.



Als hilfreich hat sich bei der Stromversorgung ein regelbares Labornetzteil erwiesen. Wenn man den Laser etwas dimmt und dafür die Belichtungszeit verlängert, lassen sich manche bubbles verhindern.




Was ich bei mir im Moment aber nicht befriedigend hinbekommen hab sind Astifreie Aufnahmen. Irgendetwas verzerrt mir die I-gramme.

Hier ein Bild von meiner 6“ Prüfschale:






Dieses I-gramm ausgewertet sieht dann so aus:






Asti dreht sich nicht mit und sollte somit nicht im Glas sein. Das Spiegelchen hat allerdings auch f/2,9.

Habt Ihr oder andere Mitleser schon Ähnliches mit schnellen Spiegel erlebt? Meinen 400ter mit f/4,5 konnte ich noch sauber vermessen. Aber bei diesen extremen Öffnungsverhältnissen stoße ich da offensichtlich an Grenzen.

Gruß
Kay

300mm Selbstschliff(wird grad umgearbeitet), 8" Selbstschliff, 400mm Selbstschliff

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Tassilo_Privat
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
27 Beiträge

Erstellt  am: 05.05.2017 :  21:44:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kay,

wie groß ist denn der f/2.9? Wie groß ist denn der Bündelabstand beim Interferometer? Abseits der optischen Achse gibt es prinzipiell einen Astigmatismus, weil das Bath ja strenggenommen ein Nulltest für eine Ellipse ist, in deren Brennpunkte die Foki von Aufweitungslinse und Umlenkspiegel liegen. Bei kleinen schnellen Spiegeln kann das durchaus eine Rolle spielen, weil ja für eine kurze Brennweite die beiden Strahlen einen großen Winkelabstand haben. Je länger die Brennweite, desto kleiner der Winkelabstand der Strahlen und desto kleiner der Asti, der dadurch verursacht wird.

Clear skies
Tassilo

Öffnung ist durch nichts zu ersetzen außer durch mehr Öffnung - Dieser Spruch wurde gesponsort vom Verband deutscher Orthopäden und Bandscheibenchirurgen

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Leonos
Meister im Astrotreff

Deutschland
417 Beiträge

Erstellt  am: 05.05.2017 :  23:24:08 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Tassilo,

auf die Idee dass das der „Bath-interne“ Asti sein kann bin ich tatsächlich noch nicht gekommen. Schönerweise kann OF den ja berechnen.

Wenn ich da mal die Werte vergleiche:





Der X-Asti liegt bei -0,197. Der Asti-calculator rechnet mir einen von 0,192 aus. Das Strahlenbündel liegt ebenfalls auf der X-Achse. Das sieht auf den ersten Blick erst mal schlüssig aus. Wenn es keine Einwände gibt (weil ich vielleicht doch grade Äpfel mit Birnen vergleiche) würde ich das als Ursache für den Astigmatismus akzeptieren.


Danke für den Hinweis. Dann kann ich mir weitere Versuche den Messaufbau zu optimieren sparen.

Gruß
Kay

300mm Selbstschliff(wird grad umgearbeitet), 8" Selbstschliff, 400mm Selbstschliff

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Tassilo_Privat
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
27 Beiträge

Erstellt  am: 06.05.2017 :  00:07:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kay,

schön das es jetzt passt. Wie sieht denn die Wellenfront aus, wenn Du die Option "Bath-Asti abziehen" anhakst?

Clear skies

Tassilo

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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
9709 Beiträge

Erstellt  am: 06.05.2017 :  00:14:34 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Martin,
ich bin kein Spezialist für Laser, aber hilft nicht ein sog. Raumfilter gegen Inhomogenitäten des Lasers?
Ok, noch eine Komponente macht den Aufbau nicht einfacher. Aber so ein Pinhole vom PDI-Plättchen ... vielleicht kann man das zum Säubern des Laserstrahl zweckentfremden.

Kalle - Alles wird gut !
Meine Okulardatenbank im Astrotreff: hier
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Tassilo_Privat
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
27 Beiträge

Erstellt  am: 06.05.2017 :  00:54:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kalle,

nur ein Pinhole wird nicht der wirkliche Erfolg sein - man schmeißt meiner Einschätzung nach zuviel Leistung weg. Man könnte ausprobieren, ob genug durchkommt, wenn man den Laser mit einer Linse auf das Pinhole fokussiert.
Hat das hier schon mal jemand gemacht?
Clear skies
Tassilo

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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3383 Beiträge

Erstellt  am: 06.05.2017 :  01:32:15 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo allerseits,

Ein Raumfilter sollte schon helfen. Er erfordert auf jeden Fall eine Fokussierung, und selbst dann kann der Lichtverlust erheblich sein. Ein echtes Pinhole muss das eventuell gar nicht sein. Problematisch wird allerdings die Justiererei. Deshalb möchte ich das erst mal vermeiden.

Heute Gestern nachmittag hab ich mal den schlecht funktionierenden grünen 4mW Laser von Pollin zerlegt. Schuld an der fleckigen Ausleuchtung ist eventuell die verbaute Kollimatorlinse. Wenn ich die rausnehme, bekomme ich einen divergenten Strahl mit ca. 7-10cm Fleck auf 1m Abstand, der aber extrem homogen und sauber ausschaut.

Ich hab noch ein paar Glaslinsen mit 6mm Durchmesser und 10mm Brennweite rumliegen. Mal sehen, ob sich dafür eine Fassung basteln lässt, um den schlechten Original-Kollimator zu ersetzen. Im Idealfall sollte das wohl eine Asphäre sein.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: MartinB am: 06.05.2017 15:36:33 Uhr
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Leonos
Meister im Astrotreff

Deutschland
417 Beiträge

Erstellt  am: 06.05.2017 :  09:32:51 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Tassilo,


Zitat:
Wie sieht denn die Wellenfront aus, wenn Du die Option "Bath-Asti abziehen" anhakst?



auf alle Fälle besser.
Man muss allerdings beim Einlesen des Interferogramms aufpassen dass die Ohren richtig orientiert sind, sonst verdoppelt sich der Fehler wenn man den Bath-Asti abzieht.

Hier das einzelne I-gramm was ich oben gezeigt hab mit Asti ein:



Hier mit Bath-Asti aus:




Hier mit Asti komplett aus:




Letzteres gefällt mir natürlich besser.

Frage wäre jetzt ob ich den Asti komplett abschalten kann wenn ich weiß dass der nur vom Testaufbau erzeugt wird, oder ob ich mich da selbst betrüge?


Gruß
Kay

300mm Selbstschliff(wird grad umgearbeitet), 8" Selbstschliff, 400mm Selbstschliff

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mkoch
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2641 Beiträge

Erstellt  am: 06.05.2017 :  14:46:25 Uhr  Profil anzeigen  Besuche mkoch's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,

Zitat:
Original erstellt von: MartinB
Schuld an der fleckigen Ausleuchtung ist eventuell die verbaute Kollimatorlinse. Wenn ich die rausnehme, bekomme ich einen divergenten Strahl mit ca. 7-10cm Fleck auf 1m Abstand, der aber extrem homogen und sauber ausschaut.



Vorsicht! Die herausgenommene Linse könnte auch den IR-Sperrfilter enthalten.

Gruß
Michael

Bearbeitet von: am:
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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3383 Beiträge

Erstellt  am: 06.05.2017 :  15:30:56 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Michael,

Danke für die Warnung!
Ich habe Zugang zu einem kalibrierten Laser-Leistungsmesser bis 500mW (Thorlabs PM16-130) und zu Hamamatsu Mini-Spektrometern, damit sollte sich das eindeutig testen lassen."Quick and dirty" mit Fotodiode und IR-Sperrfilter testen könnte ich auch, aber lieber messe ich "offiziell".

Der Aufbau der grünen Laser scheint komplizierter als ich dachte- sind da tatsächlich drei verschiedene Wellenlängen und zwei Festkörper-Lasermaterialien beteiligt?

Wenn ich ernsthaft anfange, die im englischsprachigen Internet vorhandenen Informationen zu sichten, wird unser Fünflinge-Projekt nie fertig!

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: am:
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Alfredo Segovia
Meister im Astrotreff

Deutschland
286 Beiträge

Erstellt  am: 06.05.2017 :  18:33:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,

zum Thema Bath-Interferometer Optimierung fällt mir auch eine Frage
ein. Ich habe bemerkt, dass wir zusammen am Dienstag mit der
90-Grad Variante des Tassilos´schen Interferometers gearbeitet
haben (übrigens, die Aufnahmen waren tatsächlich ÜBERbelichtet ;-)und
ich muss die Messungen wiederholen, aber das nur am Rande )

Ich selbst habe die 45-Grad Variante. Bei dieser muss ich genauso
wie Alois eine kleines Zwischenfernrohr mit ca. 2x Vergrösserung
zwischenschalten. Erst dahinter kommt die Kamera. Bei unserer Variante der Volkssternwarte haben wir die Aufnahmen DIREKT,ohne dieses Keplerfernrohr gemacht, was in meinen Augen eigentlich sinnvoller ist, da keine weiteren Sekundärinterferenzen oder Artefakte eingefügt werden können - ODER?

Welche Vor/Nachteile haben eigentlich die 45 bzw 90 Grad Varianten?

Weiss das jemand?

Viele Grüße,

Alfredo

Bearbeitet von: Alfredo Segovia am: 06.05.2017 18:35:04 Uhr
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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3383 Beiträge

Erstellt  am: 06.05.2017 :  21:49:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Alfredo,

Ich glaube nicht, dass ein vorgeschaltetes Zwischenfernrohr die Messung deutlich verschlechtert. Trotzdem sind weniger Bauteile sicher besser. Aber wieso brauchst Du ein Zwischenfernrohr? Wenn Du die Kamera über einen Umlenkspiegel ankoppelst, hast Du doch genug Platz?
Möglicherweise fotografiert Alois mit einer einfachen Kompaktkamera und braucht schon deshalb das Zwischenfernrohr?

Bei den preiswerten Strahlteilern vom Surplusshed bin ich mir nicht sicher, ob die Oberflächen einen nahezu unendlichen Krümmungsradius haben. Falls nicht, sollte mit 90° Anordnung zumindest kein Astigmatismus induziert werden, oder?


Der "Dreck" in einigen meiner Interferogramme scheint jedenfalls zu einem sehr großen Teil von der Kollimatorlinse im Laser zu stammen, das will ich jetzt erst mal klären. Kurt hatte ja auch schon angedeutet, dass er noch Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich Strahlaufweitung sieht.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: am:
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Leonos
Meister im Astrotreff

Deutschland
417 Beiträge

Erstellt  am: 07.05.2017 :  18:17:44 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo allerseits,

ich hab noch mal einen Nachtrag zu meinem defekten Laser. Oben hab ich ja ein Bild vom aufgeweiteten Strahl gezeigt wo erhebliche Vignettierung zu erkennen ist.

Das hat mich ja nun in den Fingern gejuckt zu schauen was da los ist. Mutmaßte ich doch dass da was im Weg liegt und den Strahl abschattet.

Ausgangssituation:





in der Mitte des Zylinders erkennt man vielleicht die Trennfuge. Zwei Zangen und zarte Gewalt später ergab dieses Bild:





Das eine Röhrchen beinhaltet das fest eingegossene Lasermodul. Das andere Röhrchen ist leer und hat am Ende nur die Kollimatorlinse. Da lag nix im Weg was man hätte wegräumen können.


Nach etwas rumspielen hab ich aber doch noch spitz gekriegt wo der Hase im Pfeffer liegt. Das Lasermodul ist schlichtweg schief eingegossen. Der Laserstrahl trifft zum großen Teil die Linsenfassung und nicht die Linse selber. So kann das ja nichts werden.


Meine Idee dazu war jetzt das Röhrchen mit der Linse umzudrehen.

So etwa





Also aus einem Stück Alurohr eine neue Halterung gebaut und alles zusammengestöpselt.





Der Rest war Justage.


Zur Belohnung gab es dann so einen schönen Lichtfleck (Aufgeweiteter Strahl aus ein paar Zentimetern Entfernung aufgenommen). Allerdings etwas überbelichtet. Bubbles sind da auch drin.








Das musste natürlich auch getestet werden. Mein 300ter steht ja schon seit Monaten im Teststand und harrt da der Dinge. Willkommenes Opfer.

Der Laser hat mit seinen 5mW aber gleich so viel Power, dass die Bilder überbelichtet waren. So kurz konnte ich die Belichtungszeit gar nicht wählen. Aber dimmen kann ich.











Das hellere I-gramm ist schon gedimmt und mit 1/1600 Sek aufgenommen. Das Dunklere mit 1/320Sek. Man achte auf den großen bubble oben links. Der ist fast verschwunden.


Leider verreißt mir OF auch bei diesen Aufnahmen immer noch den Rand. Aber das ist ein anderes Problem.



Gruß
Kay


300mm Selbstschliff(wird grad umgearbeitet), 8" Selbstschliff, 400mm Selbstschliff

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Mr_beteigeuze
Meister im Astrotreff

Deutschland
754 Beiträge

Erstellt  am: 07.05.2017 :  21:02:01 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mr_beteigeuze's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Kay,
die von Dir gezeigten Kringel im Interferogramm kenne ich nur zu gut, da ich auch schon damit zu kämpfen hatte. Die gute Nachricht zuerst: Durch Neujustierung des Bath habe ich sie erstmal wegbekommen. Die schlechte Nachricht: Ursache nicht geklärt.

Von der Aufweitungslinse scheinen sie jedenfalls nicht zu kommen. Nach einer Reinigung der Linse mit Isopropanol waren alle Artefakte weg, aber diese Kringel nicht. Auch der Laser scheint unschuldig zu sein, denn durch Verdrehen habe ich keinen Unterschied feststellen können.

Eventuell musst Du dir eine andere Stelle im Teilerwürfel aussuchen
Bin da auch etwas überfragt
Grüße, Matze

www.sternenpark-schwaebische-alb.de

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Alois
Altmeister im Astrotreff

Austria
1262 Beiträge

Erstellt  am: 08.05.2017 :  02:27:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin und alle Teilnehmer

Nun komme ich endlich dazu meinen Beitrag zu schreiben.
Derzeit bestelle ich mein Laser alle bei, http://www.roithner-laser.com/laser_modules_dot_532.html
und zwar von den focusiblen, den CW532-005F oder den etwas stärkeren CW532-010F
Die haben alle bereits schon einen Strahldurchmesser von 1,5 mm.
Damit kann man mit einer Aufweitungslinse mit 6 mm Brennweite, einen Lichtkegel von f/4 ausleuchten.
Dies kann man mit der selben Formel f/d wie bei den Teleskopen ausrechnen. 6/1.5 = 4
Dein Parbolspiegel 6 Zoll f/2,9 hat aus dem Krümmungsmittelpunkt aus gemessen eine Öffnung von R/5,8
und wird also mit f/4 gut ausgeleuchtet.
Wenn das bei lichtstärkerer Optik nicht ausreicht, kann man mit einen umgekehrten holländischen Fernrohr
einen Strahlaufweiter machen und diesen Lichtkegel verwenden. Wenn der Lichtkegel größer als 3 mm ist,
kannst du ihn mit einer Blende von 2,5 mm einengen, damit er dann bei der Bündelabstandeinstllung von 6 mm
kein störendes Streulicht mehr macht. Dasselbe kannst du auch mit deinen Laser ohne Optik, mit einer
längerbrennweitigen Linse machen. Du musst halt eine Brennweite wählen, bei der der auftreffende Lichtkegel
auf ihr groß genug ist, wenn sie den Strahl wieder kollimiert hat.
Wie finde ich den Durchmesser des Laserstrahls.
Allgemein ist darauf zu achten dass der Laserstrahl nicht den selben Durchmesser wie die Austrittsöffnung hat
und manchmal auch flach ist. Bei denen kann man nur die Breite als Durchmesser verwenden damit man einen
runden Ausschnitt bekommt.
Am besten sieht man das wenn man den Laserstrahl auf eine schwarze Fläche oder auf einen dunklen Neutralfilter
oder ein Schweißglas richtet. Dann reflektiert er nicht mehr so stark und kann daneben mit einer Schiebelehre
oder mit einen Lineal schätzungsweise gemessen werden. Von diesem Durchmesser sollte man nur 3 Viertel verwenden
weil der Randteil einen starken Helligkeitsabfall hat.
Um zu wissen ob der Laserstrahl sauber ist braucht man ihn nur mit einer Aufweitungslinse auf eine Wand projektieren
und den Projektionsbastand so wählen dass das Bild cirka 15 bis 20 cm groß ist. Dann ein wenig hinein oder heraus
fokusieren bis man alles gesehen hat. So kann man das Innere des Lasers sehen, ohne dass man hineinschauen muss.
Bild. 1






Die Anwendung des Teilerwürfels kann verschieden sein. Welche besser ist kommt auf die Zugänglichkeit an.
Ich verwendete bis jetzt die 45° Stellung und muss den Laserstrahl von der Seite einlenken, damit ich achsial einblicken kann.
Da habe ich dann aber ein seitenverkehrtes Bild welches ich mit einen Zusatzfernrohr und Umlenkspiegeln richtig stelle.
Das Zusatzfernrohr welches auch Alfredo erwähnt hat, hat aber auch noch eine andere Aufgabe.
Bei den Digitalkameras mit Zoomobjektiv ist die Blende zu weit hinten und zu klein und vignetiert bei lichtstärkerer Optik
und ich kann nicht näher dran weil ich sonst am Würfel anstoße.
Das Zusatzfernrohr hat ein 25 mm Okular und da ist die Austrittspupille weiter heraussen und kommt mit der Objektivblende
wieder zusammen und kann nicht mehr vignetieren.
Von der Seite einblicken kann ich nicht weil da ist bei der Autokollimation der Planspiegel zu nahe.
Dieses Problem hat man bei der Messung in CoC nicht.
Habe auch die 90° Stellung des Teilerwürfels probiert. Das geht zum fotogrfieren sehr gut, weil man dort näher dran kommt.
Aber man hat ein Seitenverkehrtes Bild und neben dem Refernezstrahl noch 2 helle Punkte die man nicht weg bekommt.
Diese stören bei der FFT Analyse und müssen mit einen Bildprogramm durch genau positioniertes hineinkopieren der Streifen
aus dem Nebenbereich beseitigt werden.
Für die Messung in CoC halte ich die 45° Anwendung des Teilerwürfels als die Beste.
Weil durch die seitliche Auslenkung ist das Bild aufrecht und Seitenrichtig und hat am wenigsten Arteffakte und der störende Reflex
kann durch Abdecken der Würfelkante fast bis zur Hälfte der Seitenfläche behoben werden.
Zum Fotografieren eignen sich natürlich Kameras mit fixbrennweitigen Wechseloptiken mit großer Blende und manueller Bedienung
deren Brennweite passend für eine formatfüllende Aufnahme ist.
Als beste Aufweitungslinse habe ich die mit Durchmesser 6 mm und Brennweite 6 mm mit der Visual 0 Beschichtung von
Edmund Optics gefunden. Mit ihr kann ich alle Messungen machen und die Visual 0 Beschichtung unterdrückt den Arteffakt
ihrer eigenen Interferenz sehr gut. Jedoch ist ihre Beschichtung sehr weich und kratzempfindlich.
Deshalb liefere ich sie nur so gefasst dass sie beim Ablegen nirgends auf einer schädlichen Fläche ankommen kann.
Siehe das Bild 2 und 3




Bild 3



Habe gelesen dass jemand eine plankonvexe Linse auf den Teilerwürfel gekittet hat, um weniger Refelexionen zu haben.
Davon möchte ich abraten weil das führt zu Fehler in der sphärischen Aberration, weil der hinausgehende Strahl eine
andere sphärische Aberration hat als der hereinkommende Strahl. Deshalb wird auch ausdrücklich darauf hingewiesen
dass es eine gleichseitige Bikonvexlinse ist, aber keine ungleichseitige Bikonvexlinse sein darf.
Der Abstand zum Teilerwürfel ist nicht so wichtig, jedoch hat es Vorteile wenn sie sehr nahe dabei ist, weil dann ist das
Strahlenbündel sehr klein und dadurch kann der Bündelabstand möglichst eng gehalten werden und das Wellenzentrum
Ist im Würfel und daher auch näher beim Ausgang was wider gut für die Fotografie ist.
Nun komme ich zum Astigmatismus Calculator
Dabei ist darauf zu achten dass beim Prüfgerät die Lichtbündellage horizontal gereiht ist, weil die Calculation
gilt nur für Z 4 . Vertikal gereiht bewirkt sie das Gegenteil.
Das gilt auch für die Interferometrie mit dem PDI Interferometer.
Weil auch dort entsteht Astigmatismus durch den Bündelabstand.
Am sichersten ist man wenn man den Spiegel um 90° dreht und dessen interferogramm zurückdreht.
Hoffe ich konnte damit einen brauchbaren Beitrag leisten.

Viele Grüße
Alois




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