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 Titan auf der Nachtseite heller
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Caro
Astrophysikerin

Deutschland
5681 Beiträge

Erstellt am: 29.04.2017 :  08:23:37 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Caro's Homepage  Antwort mit Zitat
Nicht nur bei den in jüngster Zeit entdeckten extrasolaren Planeten, also Planeten, die um andere Sterne als um unsere Sonne kreisen, gibt es Neues zu erforschen. Auch unser eigenes Sonnensystem gibt immer wieder Rätsel auf. Ein Astrophysiker der TU Berlin konnte nun beim Saturnmond Titan ein Phänomen nachweisen, das bisher rätselhaft schien.

Der Saturnmond Titan, immerhin der zweitgrößte Mond in unserem Sonnensystem, zeigt ein eigenartiges Verhalten. Entgegen aller Erwartung erscheint die Nachtseite des Mondes heller als seine Tagseite. Insbesondere die Dämmerungszone an der Grenze zwischen Tag- und Nachtseite trägt zu der außerordentlichen Helligkeit der Nachtseite bei. Dr. Antonio García Muñoz vom Zentrum für Astronomie und Astrophysik an der TU Berlin aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heike Rauer, hat mit seinen Kollegen durch Modellrechnungen gezeigt, dass die Dämmerungszone bis zu 200-fach heller ist als die Tagseite.

Dieses Phänomen, das nur der Saturnmond Titan aufweist, ist auf dessen ausgedehnte Atmosphäre und auf die effektive Streuung des Sonnenlichts durch Dunstteilchen zurückzuführen. Kein anderer Mond oder Planet im Sonnensystem zeigt ein ähnliches Verhalten.

„Dies ist eine höchst interessante Perspektive auch für die Erforschung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, den Exoplaneten“, bestätigt Prof. Dr. Heike Rauer vom TU-Zentrum für Astronomie und Astrophysik, die gleichzeitig Leiterin der Abteilung „Extrasolare Planeten und Atmosphären“ am Deutschen Institut für Planetenforschung (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) ist. Sie beschäftigt sich mit der Modellierung der Atmosphären von Exoplaneten. „Würde man dieses Phänomen bei einem extrasolaren Planeten finden, könnte man dessen Atmosphäre genauer charakterisieren, etwa die atmosphärische Schichtung oder die Dunstglocke, die den Planeten umgibt.“

Weitere Infos auf den Seiten der TU Berlin unter http://www.pressestelle.tu-berlin.de/menue/tub_medien/publikationen/medieninformationen/2017/april_2017/medieninformation_nr_612017/

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