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Seite: von 8

Skysprinter
Meister im Astrotreff


826 Beiträge

Erstellt  am: 29.04.2017 :  06:11:16 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Skysprinter's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Niklo

Hallo,
ich möchte nochmal betonen, dass mich besonders die langbrennweitigen FH freuen. FHs mit einer Öffnung von 90 mm und 102 mm bei f/13 gab es lange Zeit praktisch überhaupt nicht mehr...


Die bekommst du bei Ji#345;í Drbohlav in Tschechien und das zu anständigen Preisen
http://www.dalekohledy-drbohlav.cz/deutsch/refraktor.html und guter Qualität.

Super, dass Bresser da was macht, aber zu welcher Qualität? Hat mich bislang nicht überzeugen können!

Sternklare Grüße & 73 von

Ulrich Emanuel

Astro-Fuhrpark:
12" Dobson FlexTube manuell ("Klappergestell“) auf SW Dob-Trolley mit Lufträdern

Modifizierte SW-Säule mit Lufträdern, Lenkstange usw.

„Astronomie treiben heißt, die Gedanken Gottes nachlesen.“ (Johannes Kepler)

Bearbeitet von: am:
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4863 Beiträge

Erstellt  am: 29.04.2017 :  08:35:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Manuel,
was meinst Du mit Qualität? Meinst Du die optische Qualität oder die mechanische. Ich vermute, dass die optische Qualität von Bresser gut ist, aber an den mechanischen Komponenten gespart wird. So war das zumindest bei meinem alten 114/900 Newton.
Die Linsen werden sicher für den Preis gut sein ...
Der OAZ wird funktionieren aber nicht so "toll" sein und beim Objektiv wäre ein justierbares und zentrierbares Objektiv wie z.B. beim 127/1200 oder 152/1200 FH) noch schöner.
Ja, der tschechische Anbieter ist auch interessant. Schön ist auch, dass er in unserem Nachbarland fertigt. Bei den 300 Euro für einen 4" f/15 bekommst Du natürlich nur das nackte Objektiv. Vergütung der Linsen, Tubus usw musst Du natürlich extra zahlen.
Das Hauptproblem ist aber, dass ich kein Tschechisch kann. Die Frau vom Junior kann Englisch. Somit kann man auch ohne Tschechischkenntnisse kommunizieren. Meine Erfahrung ist, dass die Familie nett ist, gute Optik herstellt, die Kommunikation mit dem Senior aber schwierig ist. Die Optik wird auch nicht verschickt. Du musst also vorbeifahren oder einen Treffpunkt ausmachen, wo die Ware persönlich übergeben wird. Ich habe eine 4" f/15 gekauft. Der Tubus mit Optik hat 700 Euro gekostet und der Tubus wiegt 9 kg. Da wird richtig Stahl verbaut. ;)
Es natürlich ganz anders wie bei Bresser, SW oder GSO. ;)
Das Rohr ist damit vermutlich doppelt so schwer wie der Bresser 102/1350. Du brauchst dann natürlich eine stärkere Montierung...
Dann kommt man spätestens bei 5" f/15 zusammen mit der Montierung, Stativ schon auf die Summe eines 5" APOs.
Kurzum ich finde das Angebot von Bresser schon gut, wenn die Linsen und das Objektiv im Bereich eines SW 4" f/10 Objektivs gut sind. Den OAZ kann man später nachkaufen und man muss halt das Fernrohr am Stern testen und bei Problemen mit der Justage und Zentrierung an Bresser zurückschicken.
Das tschechische Angebot ist auf seine Weise gut, aber nichts für den breiten Markt.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: Niklo am: 29.04.2017 08:54:47 Uhr
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donadani
Meister im Astrotreff


604 Beiträge

Erstellt  am: 29.04.2017 :  10:00:39 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Roland,

interessant! hattest Du den mal irgendwo vorgestellt? Wie gut ist die Optik des Tschechischen Kollegen denn so im Vergleich zu Vixen und Co.?

Gruß
Christoph

Bearbeitet von: am:
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Skysprinter
Meister im Astrotreff


826 Beiträge

Erstellt  am: 29.04.2017 :  10:56:48 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Skysprinter's Homepage  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Niklo

Hallo Manuel,
was meinst Du mit Qualität? Meinst Du die optische Qualität oder die mechanische. Ich vermute, dass die optische Qualität von Bresser gut ist, aber an den mechanischen Komponenten gespart wird. ...
Die Linsen werden sicher für den Preis gut sein ...

Von Leuten die sich damit befassen bekam ich zu hören, dass die Optik grottig sein soll. Selber habe ich aber noch keinen getestet.
Mir sagt die Firma/Bresser recht wenig und ich habe meine Stammmarken
Zum Qualitätssegment scheint sie nicht zu gehören, eher zum unteren Preissegment?

Sternklare Grüße & 73 von

Ulrich Emanuel

Astro-Fuhrpark:
12" Dobson FlexTube manuell ("Klappergestell“) auf SW Dob-Trolley mit Lufträdern

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Bearbeitet von: am:
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4863 Beiträge

Erstellt  am: 29.04.2017 :  12:17:44 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Christoph,
der 4" f/15 bildet meiner Einschätzung nach gut ab. Der Blausaum fällt natürlich deutlich geringer aus wie beim 4" f/11 FH. In meiner Erinnerung fast geringer wie beim 80L was ja eigentlich nicht sein sollte.
Ich hab tagsüber Testaufnahmen gemacht und da war der lange tschechische Refraktor dem kürzeren f/11 merklich überlegen und war knackiger in der Abbildung. Er hat allerdings einen Nachteil. Er hat als "Klassiker" unvergütete Linsen. Das heißt, dass er ein dunkleres Bild hat wie der f/11 Refraktor. Vielleicht reduziert das den sichtbaren Blausaum zusätzlich? ;)
Ein weiterer Nachteil ist der schwere Stahltubus, der auch der GPD2 zu schaffen macht. Daher hab ich geplant einen leichteren Tubus anzuschaffen oder eine stärkere Montierung. Der 6" f/8 Newton ist dagegen kein Problem auf der GPD2.
Momentan geht von meinem Balkon aus sowieso kein Jupiter. Daher muss ich mobil sein und nehme hauptsächlich die kurzen Teleskope mit maximal 1,2 m Brennweite.
Von der Optik würd ich den 4" f/15 auf Vixen Niveau sehen. Der Tubus ist ähnlich robust wie man es vom russischen Tal 2 Tubus kennt.
Es ist klar, dass unser Fl102s von der Farbreinheit nochmal eine deutliche Steigerung ist. Ich hab leider keinen direkten Vergleich gemacht, aber in der Kontrastleistung ist der Vixen APO sicher auch noch etwas besser wie der FH. Was bei den f/15 FHs toll ist, dass sie über das ganze Gesichtsfeld gut abbilden. Der F9 APO ist da aber auch ordentlich.

Hallo Manuel,
Bresser hat früher manchmal auch japanischen Optik verbaut.
Das gilt für den alten 114/900 und für den Vixen FL102s und den 100 f/10 Newton. Das ist heute natürlich anders. Ich kenn aber den 152/1200 FH. Der ist auch ordentlich gefertigt. Das Objektiv ist voll justier- undf zentrierbar. Das findet man sonst in dem günstigen Bereich nirgends. Die optische Leistung des 152/1200 war auch gut (klar, der Farbfehler ist da, aber sonst war die Abbildung gut).

Der Andreas IV hatte den 150/1200 FH von SW und den von Bresser und soweit ich mich erinnere hat er den Bresser besser gefunden. Ich denke, dass er nmit SW mithalten kann. Die alten Vixen aus Japan waren im Durschnitt vermutlich noch besser ...
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: Niklo am: 29.04.2017 12:21:44 Uhr
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Gerd-2
Meister im Astrotreff

Deutschland
961 Beiträge

Erstellt  am: 06.05.2017 :  11:21:07 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Mathias,

Zitat:
Noch etwas würde mich interessieren. Zenitprismen verlagern den Fokus weiter nach außen und vergrößern damit den Backfokus weshalb sich ihr Einsatz besonders empfiehlt, wenn es auf jeden Millimeter Fokusreserve ankommt, z.B. bei einem Binoansatz. An schnellen FHs bringen Zenitprismen aber wegen der Glasdispersion einen Tick mehr Farbe ins Spiel.


na ja bei schnellen FH fällt die Verschlechterung der Farbkorrektur halt nicht so auf wie bei schnellen APOs oder EDs da schnelle FH ja eh einen recht ausgeprägten Farbfehler haben.

Zitat:
Es gibt jedoch einige ältere, kürzere ED-Doubletts, bei denen es genau anders herum ist, die also mit etwas zusätzlichem Glasweg umgekehrt farbreiner werden. (Beim den Vixen ED 114 oder 115 SS z.B. war das glaube ich der Fall). Könnte das bei dem Bresser vielleicht auch so sein? Oder, falls nicht, könnte man hier zur Ergänzung evt. an ein spezielles Prisma aus einem passenden günstigen Glas denken, das den Farbfehler durch einen Gegenfarbfehler nochmal etwas verringern würde?


Ob sich die Farbkorrektur eines Refraktors mit Glasweg verbessert oder verschlechtert hängt von seinem Korrekturzustand ab.
Ein Glasweg verlängert in Relation zu Grün gesehen die Schnittweite für Blau und verkürzt die für Rot.
Fällt Blau kürzer als Grün bringt ein Glasweg eine Verbesserung.
Fällt Blau länger als Grün kann es zu einer Verschlechterung kommen, das hängt davon ab ob die konkrete Wellenlänge also zb. 486nm nun kürzer oder länger als optimal fällt.
486nm sollte im Idealfall etwa halb so weit wie 656nm fallen.

Zu Streuungen im Korrekturzustand kommt es wegen Streuungen der Glasschmelzen.
Wird das Design nicht auf die konkrete Schmelze hin optimiert kann es im Extremfall sogar passieren das das eine Exemplar mit Glasweg besser wird während ein anderes Exemplar bei dem eine andere Schmelze verwendet wurde schlechter wird.

Beim Bresser fällt F wie du an den Messungen von Tommy siehst länger als Grün, die Lage ist zwar in Relation zu C noch nicht ganz optimal aber schon recht gut.
Diesen Korrekturzustand findet man aber bei sehr vielen Refraktoren so auch beim von Tommy getesteten Skywatcher.
Der Bresser ist also auch diesbezüglich ganz normal und reagiert daher auch auf einen Glasweg so wie die meisten Refraktoren.

Das sekundäre Spektrum also der Durchschnitt der Schnittweiten von F und C wird durch einen Glasweg nur geringfügig beeinflusst.
Es ist daher nicht möglich eine grundlegende Verbesserung der Farbkorrektur zu erreichen die über die Optimierung der Lage der Schnittweiten zueinander hinausgeht.

Zitat:
Wobei die CA-Ratio als Maß für den Farbfehler aber im Grunde auch nichts anderes ist als ein RC-Wert, denn zwischen beiden besteht, wenn ich das richtig sehe, eine einfache umgekehrte Proportionaliät: RC-Wert = 12,903 / CA-Ratio (Wenn man mit F,e,C als Referenzwellenlängen die achromatische Schnittweitendifferenz mit f/1800 ansetzt)


Ja das ist richtig aber Faktor 12,9 ist nur korrekt wenn man die CA Ratio in Zoll berechnet.
So wie ich es hier schon geschrieben hatte.

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1271708/Re:_Frage_zum_Farbfehler_bei_f#Post1271708


Zitat:
Dass der RC-Wert gegenüber der CA-Ratio den Vorteil hätte dimensionslos zu sein, wie Du seinerzeit meintest, kann ich allerdings nicht erkennen - dass es aber besser ist SI-Einheiten zu verwenden, statt anglo-amerikanische, steht außer Frage.


Aus den vereinfachten Formeln die ich angegeben habe kann man das tatsächlich nicht direkt ableiten.
Die eigentliche Berechnung des RC Wertes beruht aber auf dem Verhältnis von der gemeinsamen Schnittweite von F und C bzw. wenn es keine gemeinsame gibt dann vom Durchschnitt der beiden zur Wellenoptischen Schärfentiefe.
So ein Verhältnis ist immer Dimensionslos denn diese kürzen sich weg.
Ein RC Wert von 1 bedeutet also das die Schnittweite genau so groß ist wie die wellenoptische Schärfentiefe.

Also zb Schnittweite 0,1mm wellenoptische Schärfentiefe 0,1mm
RC = 0,1mm / 0,1mm
RC = 1 die mm kürzen sich weg.
Das Gleiche geht natürlich auch in Zoll
Dann eben
RC = 0,0039 Zoll / 0,0039 Zoll
RC = 1 die Zoll kürzen sich weg.

Das ist der große Unterschied zur CA Ratio, diese ist immer von der Längeneinheit abhängig in der man rechnet.

Grüße Gerd

Bearbeitet von: Gerd-2 am: 06.05.2017 11:24:48 Uhr
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wambo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3594 Beiträge

Erstellt  am: 06.05.2017 :  22:23:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Roland,

ich stoße erst jetzt auf dieses Thema. Das ist ja eine interessante Entdeckung, die Du da gemacht hast ! Endlich mal wieder lange FH's und dazu noch zu einem erstaunlich günstigen Preis.

Für mich als ehemaliger Sammler und Liebhaber klassischer Refraktoren natürlich erfreulich.

So einen würde ich direkt gern mal testen.

Leider scheint gerade beim 90er der OAZ wohl ein recht spartanisches Modell zu sein, da sieht der OAZ am 102er schon etwas wertiger aus.

Die günstigen Preise sind aber schon fast "verdächtig", so dass ich befürchte, Bresser hat da eine an für sich gute Geräteklasse vielleicht doch etwas lieblos umgesetzt ?

Eine justierbare Linsenzelle gehörte bei den klassischen,langen Refraktoren zum guten Ton, aber seien wir mal ehrlich : wie oft hat man sie gebraucht ?

Natürlich ist es ein schönes "nice to have"...ist aber nicht zwingend notwendig. Vor allem dann, wenn es wie der Herr von Bresser schon sagt, um Kostenminderung geht.

Wichtiger wäre da schon eine vernünftige Optik an sich und ein kippelfreier OAZ zum Beispiel. Auch ein brauchbarer Sucher und kein Spielzeug-Gucki wären gut.

Konnte schon jemand testen ?

MfG Michael

Restaurierung und Reparatur ( nicht nur ) klassischer Astro-Gerätschaft
"Ich mache es nicht !"
( Lothar Matthäus )


Bearbeitet von: am:
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AS-Fan
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3150 Beiträge

Erstellt  am: 07.05.2017 :  07:20:56 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,
die Justage eines Refraktorobjektivs betraf doch eigentlich nur das komplette Objektiv um es im rechten Winkel zum Tubus zu bekommen und nicht um die Einzellinsen in der Fassung verstellen zu können. Das letztere ist doch sehr schwierig für Laien.
Bei den AS-Objektiven wurden Abstandsplättchen eingesetzt und das wars dann doch auch. Da käme ich nie auf die Idee selbst ohne Erfahrung, ohne optische Bank usw. dran rumzumurksen! Jetzt lese ich hier häufiger(allgemein im Forum und nicht nur in diesem Thread), es wäre vorteilhaft, wenn auch das Linsenpaket in sich justierbar sein soll und das vorteilhaft wäre....? Oder hab ich da was falsch verstanden? Die Zeiss C-Objektive waren verkittet/verklebt und damit auch nicht mehr justierbar und brauchten es auch nicht zu sein und hielten/halten problemlos
quasi ewig, zumindestens Jahrzehnte!

Das müßte doch auch heute machbar sein, zumal es ja keine High End-Technologie ist.
Eigentlich ist ein justierstabiles (in sich) Refraktorobjektiv, das Mindeste, was ich erwarten würde!
Gruß Armin

PS. Da ist es doch von Bresser ne vernünftige Entscheidung, das die Objektive nicht justierbar sind.

Edit. Doppelpost gelöscht

Bearbeitet von: AS-Fan am: 07.05.2017 14:56:50 Uhr
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Avier50
Meister im Astrotreff


982 Beiträge

Erstellt  am: 07.05.2017 :  10:20:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Armin,
du spricht mir aus dem Herzen. Jedem Spezialisten dürfte bekannt sein, dass eine sehr geringe Verkippung eines f:15 Objektives keine Auswirkung auf die Bildguete hat. Bei einem f:5 sieht das natürlich ganz anders aus.
Zeiss hat seinen AS Refraktorobjektiven eine sehr durchdachte temperaturkompensierte Fassung gegeben. Das Objektiv wurde zwar ins Rohr eingeschraubt, aber nicht das (sehr lockere) Gewinde uebernahm die Führung, sondern ein Flansch, der sehr genau im Rechten Winkel gedreht werden konnte.Zeiss hat aber auch die Linsen genau definiert in die Fassung gesetzt! Da gibt es nichts zu durch zusätzliche Justierung zu verbessern!
Heutzutage ist das anders. Da werden die drei Linsen eines APO mit Plaste-Madenschrauben justiert, müssen Fassungen teurer Objektive aus gedreht werden, damit die Linsen nicht mehr unter Spannung stehen, bestehen Linsenfassungen generell aus Thermoplast usw. Die muss man natürlich justieren können, um eine vernünftige Abbildung zu haben.
Polemisch gesagt:
die Fertigstellung der Optik wird dem Benutzer über lassen. Er kriegt eine Rohware, die er selbst fertigstellen muss. Gelingt ihm das, zeigt die Optik, was sie eigentlich von Anfang an zeigen müsste.
Gelingt ihm das nicht, schwadroniert er dann ewig über Farbwerfer, Chinaboeller bzw. sind für ihn eben alle Refraktoren bunt und das Fernrohr fängt beim 8" Dobson an.
Alibi ist immer der Preis. Für kleines Geld könne man eben keinen guten Refraktor bauen. Man muss es aber nur wollen.
Manche koennen ja auch kein gutes Refraktorobjektiv für viel Geld bauen (siehe die Apos in Plastefassungen mit Plastejustierschrauben).
Schaut euch mal so eine Temperatur kompensierte AS Fassung an. Was soll daran so sauteuer und wirtschaftlich nicht umsetzbar sein?
Gruesse
Andreas

Bearbeitet von: am:
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4863 Beiträge

Erstellt  am: 07.05.2017 :  11:04:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Michael, Andreas und Armin,
bei den gute alten Zeissobjektiven hat alles gepasst. Da musste nichts mehr zentriert werden, da hat es gepasst. Die Verkippung hat man auch nicht ändern müssen. So ist es prinzipiell auch bei meinem alten Vixen 80L.
Heute ist es aber oft anders. Die Objektivfassungen haben entwder zu viel Spiel oder zu wenig. Dann Keilfehler bei der Linsenfertigung dazu und dezentrierte Linsen.
Der Andreas IV hatte einen Bresser 6" f/8 FH Achromat. Da hat der Zenrierung optimiert und damit eine bessere Abbildung erreicht. Die Fassung des großen 6" war aus Metall und es gab für beide Linsen Zentrierschrauben. Das Objektiv war auch verkippbar. Gut, es war nur ein f/8, aber trotzdem.
Hier gibt es das halt nicht und man muss halt per Sterntest schauen, ob alles passt. Wenn es passt, dann passts. )
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

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Rieger
Meister im Astrotreff

Deutschland
482 Beiträge

Erstellt  am: 07.05.2017 :  11:22:33 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Andreas, hallo ihr Anderen,

am vergangenen Wochenende brachte ein Besucher meiner Sternwarte seinen Refraktor mit, mit dessen Abbildung er unzufrieden war. Es handelte sich zwar nicht um die oben genannten langen Refris, aber es war immerhin ein 90x900er aus der Messier-Serie von Bresser, d. h. mit Kunststoff-OAZ und Kunststoff-Sucherhalterung. Natürlich schaute ich sofort durch eine Unterlegscheibe von hinten in den OAZ zum verdunkelten Objektiv und die Reflexe, die von den Linsenflächen zurückkamen, ließen sich nur übereinander bringen, wenn man vom extremen Rand der 1,25"-Okularaufnahme aus hineinblickte. ==> Ergo wichen Tubusachse und optische Achse um etwa 16mm in der Nähe des Brennpunktes voneinander ab. Wäre hier das Objektiv jetzt justierbar gewesen, hätte dem Mann in 5 min. geholfen werden können; ging so aber nicht.
Zudem muss das Objektiv auch noch einen Keilfehler besessen haben, den quer durch das Bild war am Jupiter ein Farbverlauf zu sehen, der ihm links oben einen roten und rechts unten einen blauen Rand bescherte (wohlbemerkt nicht senkrecht, wie man es von der atmosphärischen Dispersion erwarten könnte). Der ließ sich zwar mittels meines Korrektors gegen atmosphärische Dispersion korrigieren. Aber es zeigt, mit welcher "Liebe" das Teil zusammengeschustert war. Wenn die neuen "Langen", die ja ebenfalls unter dem Label "Messier" gedealt werden, auch so eine Fertigungspräzision aufweisen, bin ich skeptisch.

Grüße,

Hubertus

Bearbeitet von: Rieger am: 07.05.2017 18:52:36 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4863 Beiträge

Erstellt  am: 07.05.2017 :  11:57:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Hubertus,
die große FH also der Bresser 127/1200 und der 152/1200 haben ein voll jusier- und zentrierbares Objektiv, was in dem Preisbereich sehr gut ist. (die 127/1200 sind auch sehr günstig).
Daher wäre meine Empfehlung die 50 Euro mehr zu verlangen und dann für 300 Euro eine gut justierbare Optik zu haben. Der Andreas IV hatte das Problem ja auch und konnte es selber korrigieren. So muss man halt die Geräte an Bresser zurückschicken und die müssen das Gerät entweder nach China zurückschicken oder entsorgen. Ob man sich da etwas spart ...?
Viele werden fürcht ich einfach so einen "schlechten" FH als Farbwerfer in die Ecke stellen, weil die Abbildung nicht gut ist. So etwas find ich sehr traurig und fördert die Wegwerfgesellschaft. Im günstigen Bereich ist die Justierbarkeit meiner Meinung nach sehr viel wert. Eigentlich versteh ich es nicht, dass man beim 5" und 6" FH alles zu günstigen Preis gut gemacht hat und hier am falschen Ende gespart wird. Sucher und wegen meiner auch OAZ können später einfach getauscht werden. Beim Objektiv geht das nicht.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: am:
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AS-Fan
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3150 Beiträge

Erstellt  am: 07.05.2017 :  12:30:14 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,
das Zeiss AS 150/2250 ist auch mit einer justierbaren Dreipunkthalterung an unserem Coudé gelagert. Aber, das betrifft eben nur die komplette Objektivzelle zum Erhalt des rechten Winkels und nicht das innere Linsenpaket.
Bis zum AS 130 gabs das Außengewinde während die großen Brüder, das AS 150 und 200/3000, mit drei Schraubenlöchern versehen sind.
Auf die neuen Bressergeräte bin ich mal gespannt. Das Konzept der "Langen" gefällt mir eigentlich und wenn alles klappt, bin ich auch beim ITV.
Da kann ich ja meinen AS 100/1000 zum Vergleich nehmen.
Bis dahin sollten wir uns zurückhalten und überraschen lassen.

Viele Grüße
Armin

Bearbeitet von: AS-Fan am: 07.05.2017 12:32:20 Uhr
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Niklo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4863 Beiträge

Erstellt  am: 07.05.2017 :  12:57:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Arnmin,
ich habe schon die Hoffnung, dass die neuen Refraktoren großteils gut sind. Die Idee eines langbrennweitigen FHs find ich jedenfalls schon sehr gut.
Dennoch find ich die 5" und 6" FHs von ihrer Justierbarkeit vorbildlich. Das wär halt noch a Zuckerl für den Käufer.

Klar, mit Zeiss kann Bresser von der Qualität vermutlich nicht vergleichen. Das ist ein anderes Pressegment.
Servus,
Roland

Freund kleiner und klassischer Teleskope

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

wambo
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3594 Beiträge

Erstellt  am: 07.05.2017 :  13:29:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

wenn ich das richtig sehe, gibt es den 90er für 159€ und den 102er für 259€ ! Bei diesen Dumping-Preisen kann man nicht ernsthaft eine voll justierbare Zelle verlangen - auch nicht bei China-Löhnen. Auch eine solide Mechanik dürfte zu diesen Preisen kaum machbar sein. Immerhin hat der 102er aber ja den Hexafoc.

Nachdem ich mir die verfügbaren Infos zu den Geräten durchgelesen habe, denke ich schon, dass die Zielgruppe ganz klar Anfänger/Einsteiger sind, welche noch nie ein Teleskop hatten und demzufolge Schwachstellen der Geräte gar nicht bemerken.

Für einen erfahrenen Sternfreund bzw. jemanden, der gute Qualität schätzt und auch beurteilen kann, wird das evtl. eine kritische Nummer. Dumpfbackenmäßig gelöst finde ich z.B. die fixe Taukappe - die kann man nicht abnehmen ? Ehrlich ?
Wie komme ich an das Objektiv ran, wenn zur Not ,Mal die Frontlinse gereinigt werden muss ?

Von daher bin ich mal gespannt, wenn einer der Kollegen hier das Gerät mal live anfassen und vor allem auch durchschauen kann.

MfG Michael

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Bearbeitet von: wambo am: 07.05.2017 13:33:33 Uhr
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