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 Kontrast - Deep Sky Reiseführer
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GünterD
Meister im Astrotreff


412 Beiträge

Erstellt am: 23.03.2017 :  11:19:46 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

das Thema Kontrast vs. Kontrastreserve im Deep Sky Reiseatlas hat bei mir ein paar Fragen ausgelöst. Vielleicht könnt ihr mir da helfen, bzw. der Autor Ronald Stoye selbst.

S. 27 "Der Kontrast ... berechnet sich aus der Differenz der Flächenhelligkeit von Objekt und Himmelshintergrund, multipliziert mit dem Faktor -0,4." Ich habe das zunächst so verstanden, daß man objekte bei negativem Kontrast (Himmel heller als Objekt) nicht sehen kann. Ich sehe aber M 51 (21,9) bei SQM 19,7 durchaus und frage mich deshalb, welche Hilfe der nach dieser Formel berechnete Kontrast dem Einsteiger eigentlich bietet.

S. 28 Tab. 24: Die Kontrastreserve in Beispielsituationen.
Die Kontrastreserve berechnet sich "aus der Differenz von Kontrast und Kontrastschwelle." Kontrast berechnet, wie S.27 erläutert? Und was bedeutet hier Kontrastschwelle? Die Angaben in der Tabelle zeigen jedenfalls, daß die Kontrastreserve durchaus positiv sein kann, auch wenn der Himmel heller ist als das Objekt.
Nach etwas Stöbern konnte ich die für NGC 891 angegebenen Werte für die Kontrastreserve mit diesem online-Rechner http://www.bbastrodesigns.com/VisualDetectionCalculator.htm
nachvollziehen. Hier ergibt sich die Kontrastreserve (object contrast minus detection contrast*) unter Einbeziehung der Summe der Helligkeiten von Objekt und Himmel, wobei Öffnung, SQM und integrierte Helligkeit, sowie Größe des Objekts eingehen. Die von Ronald Stoyan erwähnte software Eye & Telescope ist möglicherweise ähnlich oder identisch mit der des online Rechners.

* ist vermutlich gleichbedeutend mit "Kontrastschwelle"

Bearbeitet von: GünterD am: 24.03.2017 07:51:54 Uhr

Dobsenschubser
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1339 Beiträge

Erstellt  am: 24.03.2017 :  08:59:43 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Dobsenschubser's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Günter,

das ist ein ziemlich komplexes Thema, mit dem ich mich auch schon beschäftigt habe. Das Problem ist, dass sich die Objekte nicht sonderlich für eine Formel interessieren. M51 ist dafür ein sehr schönes Beispiel, M31 ist da noch extremer. Beide kann ich sogar bei noch schlechterem Himmel sehen. Aber eben nicht komplett. Die Flächenhelligkeit ist ja nicht gleichmäßig über die gesamte Größe verteilt. Es gibt einen hellen Kernbereich und sanft auslaufende Spiralarme. Die Flächenhelligkeit ist aber ein Wert, der die Helligkeit gleichmäßig über die gesamte Fläche angibt.
Die Spiralarme in M51 oder der Staubstreifen in M31 werden erst sichtbar, wenn der Hintergrund ausreichend Kontrast bietet und das Auge auch trainiert ist, diesen überhaupt zu erkennen.
Gerade der letzte Punkt ist oft entscheidend! Zeichnen am Teleskop hilft hier ungemein zu lernen, feinste Kontraste zu erkennen.
Die Formel bietet daher nur eine grobe Richtung. Anfänger werden bei Grenzobjekten Probleme bekommen. Ein geschultes Auge wird das Objekt erkennen aber eben nicht komplett. Objekte die deutlich darunter sind, wird man aber nicht sehen können.
In Eye&Telescope kann man die Kontrastschwelle auf seine individuellen Sehfähigkeiten und den Himmel anpassen.
Mit der Zeit verfeinert man diesen Wert und für mich ist das eine sehr gute Hilfe. Objekte, die nicht sichtbar sind, filtere ich aus dem Beobachtungsplan raus. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass E&T seltenst daneben liegt.

Gruß Dirk

12" f/5 Dobson, Lunt LS60THa, FH 127/1200, ED 90/900, 30/88° Leitz Planokular, 20mm & 14mm ES 100, 10mm Pentax, 5mm Pentax, 3mm LE, i.Nova PLB-Mx, cooled ASI224
Ferngläser 10*50, 20*60

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http://astro.lichterzaehler.de


"Time to take a BATH!"
(Mel Bartels)

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GünterD
Meister im Astrotreff


412 Beiträge

Erstellt  am: 24.03.2017 :  18:01:33 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Dirk,

Zitat:
Original erstellt von: Dobsenschubser

Die Spiralarme in M51 oder der Staubstreifen in M31 werden erst sichtbar, wenn der Hintergrund ausreichend Kontrast bietet und das Auge auch trainiert ist, diesen überhaupt zu erkennen.
Gerade der letzte Punkt ist oft entscheidend! Zeichnen am Teleskop hilft hier ungemein zu lernen, feinste Kontraste zu erkennen.
Die Formel bietet daher nur eine grobe Richtung.

Ich werde üben müssen, um feine Unterschiede zu erkennen. Der online Rechner von Mel Bartels scheint als Entscheidungshilfe ausgelegt zu sein, ob ein Objekt unter gegebenen Voraussetzungen und ohne Rücksichtnahme auf Feinheiten überhaupt zu sehen ist. Ich habe das mit meinem 10" Newton mehrfach geprüft und es kommt hin. Z.b. ist an meinem Standort M 101 grenzwertig und so sieht es auch der Rechner. Gut finde ich, daß er auch Vergleichsdaten (Kontrastreserve bei halber und doppelter Öffnung, jeweils im Bereich von 1 - 7 mm AP) liefert.

Zitat:
Original erstellt von: DobsenschubserIn Eye&Telescope kann man die Kontrastschwelle auf seine individuellen Sehfähigkeiten und den Himmel anpassen.


Meinst du hier die Kontrastreserve? Kannst du mir einen Tipp geben, wie ich zu der Eye&Telescope software komme? Geht das auch online?

Mir ging es zunächst um die Klärung der im Deep Sky Reiseführer erwähnten Begriffe Kontrast, Kontrastschwelle und Kontrastreserve. Und warum die Helligkeiten von Himmel und Objekt eimal subtrahiert und einmal addiert werden.

Grüße, Günter


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