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Seite: von 3

JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3895 Beiträge

Erstellt am: 08.03.2017 :  00:29:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Gerade hier im Klassikerforum schwaermen viele von den alten Jugendtraeumen. Damals unbezahlbar und heute technisch ueberholt, halten sie sich hartnaeckig im Gedaechtnis und ganz sicher war frueher alles besser.

Wirklich ?

Dieser Thread soll mal aufzeigen, was frueher in der "guten alten Zeit" nicht so toll lief und wo schon damals Pfusch am Werk war. Ich werde als erste Beispiele mal aus meiner Sammlung einen 40x40-Refraktor und einen 100/800er Newton vorstellen.

Schon mal jetzt liebe Gruesse aus dem (virtuellen) Spreewald!

Best wishes aus Nordostengland,

Jurgen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

Bearbeitet von: JSchmoll am: 08.03.2017 00:29:48 Uhr

JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3895 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  00:45:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hier der (versprochene) 40x40, baulich nicht unaehnlich zu dem (nicht mehr erhaltenen) 40x40, mit dem ich meine Astronomie anfing (das Yps-Fernrohr mal ausgeklammert).



Es verfuegt ueber ein Tischstativ, einen Schiebefokussierer ohne Arretiermoeglichkeit und ueber ein terrestrisches Abbild. Vier Linsen in vier Gruppen: Objektiv-Einlinser, Bildumkehrlinse, und zwei Linsen eines Huygensokulares, das vielleicht 20 Grad scheinbares Gesichtsfeld bringt.



Das Design des Kartons gibt es auch bei groesseren Geraeten desselben Herstellers, und alles sind Gurken, was ich bislang davon gesehen habe. Der 100/800er Newton im naechsten Beitrag war in einem gleich gestalteten Karton verpackt, mit diesem Orbit drauf.

Und ja, das Teleskop passt so gerade nicht in einem Stueck in den Karton. Man muss den Tubus von der Montierung schrauben. Die "Montierung" ist hierbei eine simple Plastikgabel mit ueber einen Knauf einstellbarer Rutschkupplung.





Ein Blick ins Objektiv offenbart die Reflexion von zwei Glasluftflaechen, die nicht verguetet sind. 8% Licht weg. Die Blende hinter dem Objektiv schluckt noch deutlich mehr Licht.



Nach Entnahme der Linse (sehr rauher Rand, Presspolitur ?) sieht man hinter der ebenfalls entnommenen Blende eine weitere Blende. Diese glaenzt silbern, was zum nicht geschwaerzten weissen Plastiktubus passt. Die paar Photonen, die den Weg zum Beobachter finden, werden wohl noch ein paar Freunde mitbringen.





Was zeigt das Instrument? Mondkrater erscheinen am Mondrand irgendwie "griesig", da man so gerade anfaengt, selbige aufzuloesen. Der Beobachter muss bei Verwendung dieses Statives und hoch stehendem Mond eine gute koerperliche Konstitution mitbringen. Luft anhalten, auf Tauschstation gehen, Mond wiederfinden, fokussieren (und Fokus halten, sonst rutscht es wieder - und beim Festhalten wackelt alles natuerlich), dann ein paar Sekunden beobachten, bevor der Sauerstoff knapp wird.

Wer ein solches Geraet astronomisch ueberlebt hat, wird wahrscheinlich theoretischer Kosmologe oder Instrumentendesigner.

Best wishes aus Nordostengland,

Jurgen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

Bearbeitet von: JSchmoll am: 08.03.2017 18:27:36 Uhr
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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3895 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  01:01:53 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hier nun ein 100/800er Newton der Marke "Panorama". Ich vermute, er stammt aus den 1980er Jahren.





Es faellt gleich auf, dass das Geraet fuer 800mm recht kurz baut und extrem leicht ist. Gruende hierfuer sind ein extrem langer Fokussierer, die Verwendung von Plastik und sehr duenne Holzstativbeine. Die "Montierung" hat auch im geklemmten Zustand sehr viel vertikales Spiel. Sie besteht komplett aus Plastik und die Fluegelmutter, die die Reibung fuer die Hoehenverstellung einstellen soll, ist nicht besonders feinfuehlig. Entweder geht es sehr schwer, mit einem toten Gang von ca. 1cm am Tubusrand, oder das Rohr verstellt sich von alleine.



Kurzer Tubus, lange Brennweite - sodann ein langer Okularauszug. Der spindelduerr ist. Vignette spielt aber keine Rolle, denn der Fangspiegel ist eh viel zu klein.






Der Blick durch den Okularauszug, den man zum Erreichen des Fokus ziemlich weit herausziehen muss, zeigt keinen runden Fangspiegel in einem runden Hauptspiegel, sondern ein Quadrat im Quadrat.





Ja, der Fangspiegel ist rechteckig. Auf einer flachen Blechstrebe montiert, laesst er sich zwecks Justage hinbiegen, denn Justierschrauben gibt es nicht.



Ein klassisches Lehrstueck, wie man einen Newton NICHT bauen sollte.

Was kann man sonst noch falsch machen ? Einige Klassiker haben ja noch achromatische 5x24-Sucher. Normalerweise sind das heutzutage Einlinser mit Blende und Fadenkreuzokular.

Das Sucher hier, von der Groesse einem 5x24 nachempfunden, hat nicht mal ein Fadenkreuz. Das ginge auch gar nicht, denn es hat eine galileische Optik! Hier habe ich es mal ins Sternbild Fische gehalten, um einen Eindruck zu vermitteln. Das Gesichtsfeld ist winzig (sicher die Kernkompetenz eines Suchers) und so richtig scharf will es auch nicht werden (auch nicht ausserhalb des Aquariums oder im Unendlichen).



Warum sollte man sich einen solchen Klassiker anschaffen ? Um zu dokumentieren, dass frueher nicht alles besser war!

Best wishes aus Nordostengland,

Jurgen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

Bearbeitet von: JSchmoll am: 08.03.2017 01:06:54 Uhr
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hasebergen
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3396 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  13:25:49 Uhr  Profil anzeigen  Besuche hasebergen's Homepage  Antwort mit Zitat
Okay Jürgen,

das sind tatsächlich überzeugende Argumente für die Nicht-Gurkenfreiheit der "klassischen Zeit"

Greetz Hannes

Diverses klassisches Zeugs - Klassikerseite: http://amateurastronomie.com/index.htm - Bereich Klassiker

--> 07-2019: Erstellung eines Einsteigerbüchleins: Was ist zu bedenken beim Einstieg - welches Teleskop ist wirklich ein "Einstiegsgerät" etc.

Facebook - Gruppe Klassische Teleskope https://www.facebook.com/groups/1101191130018058/

Bearbeitet von: am:
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Baffin
Meister im Astrotreff

Deutschland
364 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  16:50:07 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Klassiker Freunde :-)

Ich möchte auch mal kurz was zu solch einer Klassischen Gurke sagen:-)
1992 kaufte ich mir mein erstes Teleskop im Kaufhaus , mein wunsch war ein Teleskop mit möglichst hoher Vergrößerungsleistung, bin dann auch gleich Fündig geworden im Kaufhaus .
Die Verpackung versprach mir 450 fache Vergrößerung und ein Buntes Universum mit einem Spiegeldurchmesser von 76mm und einer Brennweite von 700mm:-)lach 200,- DM hat mich das gute teil gekostet, voller Erwartung hab ich dann am Abend gleich den Mond anvisiert, nach 1/2 Stunde Beobachtung wusste ich das ich den Mond viel Besser ohne Teleskop sehen konnte als mit:-)
Mein Fazit , es war eine Klassische Gurke...
Ich glaub diese Erfahrung gehört einfach mal zum Hobby dazu:-)

Viele Grüße
Andre

Baffin1234(==>)gmx.de





Bearbeitet von: Baffin am: 08.03.2017 16:51:22 Uhr
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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3895 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  18:02:30 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Andre,


das ist der typische heutige "Tchibotorpedo". Den gibt es auch schon recht lange, z.B. als klassischen Tasco 3T. Um 1985 kosteten die mal um 400 DM. Sie standen jedoch im Schatten ihres nur etwas teureren 114/900ers, der auf einer deutlich besseren parallaktischen Montierung daherkam.

Spaeter wurde das azimutale 760700er Newton-Genre wieder aufgegriffen und ins Billigsegment verfrachtet, in dem er oftmals in Kaffeelaeden (deshalb o.g. Spitzname) oder Supermaerkten angeboten wurde.


Best wishes aus Nordostengland,

Jurgen

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Baffin
Meister im Astrotreff

Deutschland
364 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  18:42:07 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Juergen,


Ja das Teil war wirklich billig, es hatte die Farbe rot und war glaube sogar ein Tasco obwohl Tasco auch vernünftige sachen zu der Zeit angeboten hatte ,es gab halt auch wirklich echte Gurken,
Ich konnte es auch nicht lassen und besorgte mir danach von Quelle ein 60/900 Refraktor mit Prallaktischer Montierung.
Der hat dann schon 700,- DM gekostet und war aus heutiger sicht völlig überteuert, trotzdem konnte man damit schon richtig was sehen , zum ersten mal bei 100 fach den Saturn gesehen " welch ein Erlebnis" wenn ich mich heute daran erriner muss ich oft schmunzeln:-)

Viele Grüße
Andre

Baffin1234(==>)gmx.de





Bearbeitet von: Baffin am: 08.03.2017 18:42:42 Uhr
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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3895 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  18:57:48 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Unter Sammlern von Tascofernrohren wird rot auch gern als "Warnfarbe" bezeichnet. Als die Tuben rot wurden, liess die Qualitaet merklich nach. Der Anfang von Ende.


Best wishes aus Nordostengland,

Jurgen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

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pescadorTT
Meister im Astrotreff

Deutschland
882 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  19:01:18 Uhr  Profil anzeigen  Besuche pescadorTT's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Jürgen,

Dein 100/800er erinnert mich arg an mein eigenes erstes Teleskop
Dieses hatte zwar d114mm, aber es war gleichfalls eine wahnwitzige Gurke.
Leider habe ich kein Foto des "Instrumentes" mehr, aber evtl. wird in diesem Thread ja noch eines gezeigt, welches meinem ersten Abflussrohr gerecht wird.

Schöner Thread

Beste Grüße,
Sven

| 8"/ f4 TS UNC Newton auf Celestron AVX | 12,5"/ f4,7 Christian Busch Spiegel im Dieter Martini Truss |
| ED 70/420 | Vixen 102 M auf AZ | TAL1 | Revue 60/700 | Revue 60/910 |



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Saierlaender
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
64 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  19:57:21 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,
manche Geschichten hören sich ja wirklich gruselig an umd die Bilder sprechen ja auch eine deutlich Sprache.
Ich möchte aber trotzdem eine Lanze für die "Klassiker" brechen,und die werden doch in diesem Forum behandelt, die es aber nach meiner Meinung in den 80er oder 90er Jahren nicht mehr zu finden gibt! Nicht als Anfängergerätschaften teils zu Dumpingpreisen und schon gar nicht im Kaufhaus oder im Versandkatalog.Das mag noch in den 60ern ganz anders ausgesehen haben.
Klassiker sind für mich Fernrohre aus Glas und Metall und maximal mit ein bischen Holz hergestellt. Fertig!
Die Grenze ziehe ich beim Einzug von Kunststoffen in den Instrumentenbau.
Sorry, Abflussrohre, Vollkunststoffkanonen und Plastiklinsen sollten bei den Klemptnern behandelt werden.
CS
Saierländer

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Mondbasis
Mitglied im Astrotreff


82 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  20:01:40 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo miteinander,

ich habe auch eine Gurke, es ist ein Skylux 70/700 ("Lidlscope") mit der blauen Metalltaukappe, also der Version, die immer wieder so hoch gelobt wird. Ich bin mir nur nicht so recht sicher, ob es hier schon als "Klassiker" durchgeht, vielleicht eher als Youngtimer.

Interessanterweise sind die anderen beiden Skyluxe, die wir in der Familie haben und die beide die schwarze Kunststofftaukappe haben, deutlich besser. Ich kann mit diesen z.B. Planeten oder Mond bis 140-fach hochvergrößern (nicht mit den beigelegten Okularen, sondern mit besseren) und habe eine gute Abbildung und auch gute Sterntestbilder mit den zwei Geräten. Nur das mit der Metalltaukappe ist ein Reinfall, da bekomme ich keine halbwegs scharfe Abbildung hin.
Aktuell dient es als Ersatzteillager, vielleicht mache ich mal Versuche mit Linsen drehen, umdrehen oder ähnliches (anderer Abstandsring herstellen). Mal sehen, ob das noch was möglich ist.

Ein Vixen VMC 110 L hatte ich auch mal (auch eher Youngtimer denn Klassiker?), das war nur bis ca. 70x einigermaßen verwendbar und hatte wohl einen Fehler im Hauptspiegel. Ich hatte mir da mehr erwartet und auch die Aussage eines bekannten Astrohändlers, dass die angegebene Höchstvergrößerung mit Vorsicht zu genießen ist hat mich dann überrascht. Einerseits da Vixen eher als Hersteller mit höherer Qualität bekannt ist (zumindest für die in Japan hergestellten Optiken), andererseits weil die Händler auf den Webseiten gern die Höchstvergrößerung ohne weiteren Kommentar angeben und ich diese Angabe natürlich dann als realistisch hinnehme (gut, oft passt das ja auch).

Ich denke auch, früher war nicht alles besser und es gab schon immer Gurken.

Ich freue mich über den Klassiker-Thread und diesen Ableger hier.

CS und gurkenfreie Zeit
Jürgen

Bearbeitet von: am:
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winnie
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1820 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  20:30:18 Uhr  Profil anzeigen  Besuche winnie's Homepage  Antwort mit Zitat
Moin Jürgen!

> ich habe auch eine Gurke, es ist ein Skylux 70/700 ("Lidlscope") mit der blauen Metalltaukappe, also der Version, die immer wieder so hoch gelobt wird.

Hm, da gab es damals solche und solche. Man mußte die Teile quasi handverlesen, bis man mal eine brauchbare Optik erwischte. Ich hab' in der Zeit damals, als Lidl die Dinger raustat, bestimmt mehr als ein halbes Dutzend vor der Nase gehabt. Um mal ein Beispiel zu nennen, weil ich einen 1:1-Vergleich mit zwei Lidls hatte: mit dem einen konnte ich gut die Streifenbänder auf Jupiter erkennen, beim anderen war die Jupiterscheibe nur ein runder, heller Fleck, nichts zu machen.

Auf der anderen Seite sind damals gerade mit diesem Lidl-Modell (blaue Alu-Kappe) bei Kollegen hervorragende Planetenbilder gelungen, aber auch wiederum nur mit ausgesiebten Optiken.

Der einzige Lidl mit schwarzer Kunststoff-Kappe, den ich je hatte, besaß tatsächlich auf Anhieb eine merkbar bessere Optik, allerdings ging's da bei Bresser (welche die Dinger importierten) schon mit den Sparmaßnahmen los: die windanfällige Taukappe wer das Erste, die schwarze Lidl-Montierung (deutlich leichter als die alte) der zweite Anhaltspunkt. Das neuere Stahlrohrstativ war trotz des hypen Aussehens nicht stabiler als das vorherige aus Alu.

Ziemlich schnell wurde dann auch noch diese EQ-Montierung eingespart, und die Optik auf eine flatterige Azimutal-Krücke geschnallt. So gab es den Lidl noch ein-, zweimal im Angebot zu Weihnachten oder Ostern. Dann war der Zauber vor ca. 10 Jahren vorbei.

Wollen wir jetzt noch vom Tchibo-Torpedo anfangen? Da kann ich eine ganze Menge zu erzählen...

Bye 4 now, Micha

Winnie's Heimatseite + Kometenseiten

"Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd"

Bearbeitet von: winnie am: 08.03.2017 20:33:48 Uhr
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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3895 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  21:33:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Klassiker sind für mich Fernrohre aus Glas und Metall und maximal mit ein bischen Holz hergestellt. Fertig!
Die Grenze ziehe ich beim Einzug von Kunststoffen in den Instrumentenbau.


Hallo Karl,

frueher gab es mehr Instrumente aus "klassischen" Materialien wie Holz und Metall. Aber dieser Thread soll zeigen, dass eben auch damals nicht alles lupenrein war. So kann verhindert werden, dass ueber die alten Geraete verklaert berichtet wird. Und das passiert sehr schnell, da

- man die Geraete aus den Katalogen, die man als Heranwachsender sabbernd studierte, kannte

- die Geraete unerschwinglich teuer waren und deshalb einfach gut sein mussten

- gute alte Geraete mit hoeherer Wahrscheinlichkeit erhalten bleiben, anstatt irgendwann entsorgt zu werden


Ich hoere oft, heute sei alles so schlecht und ich sehe das anders. Wobei es heute natuerlich viele potthaessliche Plastikgurken gibt, deren Design aus einem Comicheft entnommen zu sein scheint.

Dass Hersteller teure Konkurrenzprodukte sehen und dann entscheiden, es billiger zu koennen (ohne Ruecksicht auf Verluste), ist ein Problem, das wahrscheinlich schon so alt ist wie das Teleskop selbst. Nur sind viele dieser weniger glorreichen Werke den Weg der Evolution gegangen und nicht erhalten geblieben.


Best wishes aus Nordostengland,

Jurgen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

Bearbeitet von: JSchmoll am: 08.03.2017 21:33:57 Uhr
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FrG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1911 Beiträge

Erstellt  am: 08.03.2017 :  22:07:06 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Juergen,

ganz wichtiger Punkt den ich ebenso sehe.

Die alten Gurken sind mittlerweise vergammelt oder zu Recht unter Staub und Schutt begraben. Was heute noch in erträglichem Zustand erhältlich ist, sind die damaligen Juwelen die überlebt haben - und die gab und gibt es - definitiv.
Genauso gibt es auch heute noch die Gurkenfraktion, die ist langlebiger als Manchem lieb ist.
Ich sage nur "Firstscope" und "Big Boss" - für manchen potentiellen Enthusiasten sind diese Dinger dann leider auch das "Lastscope"......................"



Gruß & CS Franjo

"Es ist besser seinen Mund zu halten und für einen Narren gehalten zu werden als den Mund aufzumachen
und alle Zweifel zu beseitigen."

Lisa Simpson


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JSchmoll
Altmeister im Astrotreff

United Kingdom
3895 Beiträge

Erstellt  am: 09.03.2017 :  00:21:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Franjo,

Zitat:
Die alten Gurken sind mittlerweise vergammelt oder zu Recht unter Staub und Schutt begraben. Was heute noch in erträglichem Zustand erhältlich ist, sind die damaligen Juwelen die überlebt haben - und die gab und gibt es - definitiv.


Das Stichwort hier ist "Auswahleffekt". Die guten alten Dinge ueberleben, die schlechten nicht. Ergo entsteht der Eindruck, frueher waere alles gut gewesen. Und nicht nur bei Teleskopen. Wenn ich da nur an Architektur denke. Manchmal ist das auch bedenklich. Die schoenen Fachwerkhaeuser muessen erhalten werden, die Plattenbauten aus den 1960ern nicht. Jahrhunderte spaeter moegen Historiker fragen, in welchen Bauten die Menschen in den 1960ern wohl gelebt haben.

Ist vielleicht unsere menschliche Natur, das zu erhalten, was sich langfristig als besser herausgestellt hat. Evolution arbeitet ja aehnlich.

Ich wundere mich, wieviele Sterngucker der naechsten Generation sich an den "Big Boss" erinnern koennen, im Vergleich zu gut funktionierenden Geraetschaften.

Best wishes aus Nordostengland,

Jurgen

Wenn Du als Sterngucker keine Freunde hast, besorge Dir eine Drehbank und die Dinge aendern sich.

Bearbeitet von: JSchmoll am: 09.03.2017 00:22:51 Uhr
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Saierlaender
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
64 Beiträge

Erstellt  am: 09.03.2017 :  01:32:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jürgen,
ich komme gerade von draussen. Ich hatte für zwei Stunden einen guten Mond hier oben auf 600üNN.
Mein heutiges Instrument war ein 4" aus den 30ern ,ganz aus Messing und Glas mit etwas Holz.Die Okulare sind genau so alt.
Mir bereitet das Beobachten damit viel Freude.
Für mich ist das ein Klassiker.
Ich stimme Dir auch zu,nicht jedes hölzerne Stativ macht einen Klassiker.Das habe ich auch nicht gesagt.
Wer also meint sich ein "Teleskop" anschaffen zu müssen wie auf Deinen Bildern zu Beginn dieser Diskussion gezeigt und in nachfolgenden Beiträgen beschrieben z.B. "Lidlscope" darf das tun.
Es spricht nichts dagegen!
Aber auch bitte nicht das Heulen anfangen und von Verklärung sprechen wenn es den Erwartungen nicht entspricht und dem Vergleich mit einem Instrument nicht stand hält.
CS
Saierländer

"Es wird zu viel erzählt von zu wenig erlebtem"

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