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Seite: von 5

Silvia581
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1143 Beiträge

Erstellt am: 11.02.2017 :  19:58:19 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Silvia581's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi,

da Meteorströme manchmal am Tageshimmel, hinter Bewölkung oder wegen Vollmond nicht gut visuell/fotografisch sichtbar sind, möchte ich sie in Zukunft mit Amateurfunkmitteln beobachten.

Prinzipiell erzeugt ein in die Atmosphäre eintretender Meteor einen Ionisationskanal in ca. 100 - 70 km Höhe in der Luft. Visuell sieht man das als "Leuchtspur". An diesem Ionisationskanal werden aber auch Funkwellen reflektiert. Sehr gutes PDF, mit vielen Erklärungen dazu, leider in englisch: http://www.britastro.org/radio/projects/Detection_of_meteors_by_RADAR.pdf

Lizenzierte Funkamateure nutzen seit Jahrzehnten diesen Effekt, um Stationen zu erreichen, die für sie sonst zu weit weg sind.

Ich bin kein Funkamateur, habe auch nicht deren ganzes Geraffel wie Antennen, Funkgerät, diverses Meßgeräte, Oszies, ... und als Stadtmensch ohne eigenen Garten auch keinen Platz, um größere Antennenanlagen zu realisieren. Trotzdem möchte ich in das Thema Meterscattering einsteigen.

Ich habe mitbekommen, daß es jetzt einen reinen Empfänger (SDR-Play) gibt, mit dem man nicht senden kann und so auch als "nichtlizensierter Funker" ganz öffiziell damit arbeiten darf. Mit dem SDR-Play, Software auf dem Rechner und einer geeignetten Antenne kann man Radio hören, Amateurfunk hören, oder eben die Meteorreflexionen an den Ionisationskanälen sichtbar und hörbar machen.

Dazu gibt es für Europa prinzipiell 2 brauchbare Sender, die eine kräftige Trägerwelle in den Himmel schicken, die an den Ionisationsröhren Reflexionen erzeugen können. Zum einen Brams bei Dourbes in Belgien und zum anderen Graves bei Dijon in Frankreich. Brahms sendet auf 49,970 MHz, um den zu empfangen benötigt man eine Antenne für das 6-Meter Band. Eine solche Antenne ist 3 Meter lang (zu sperrig für meinen Balkon). Graves sendet auf 143.050 MHz im 2-Meter Band. Eine Antenne für Graves ist also nur 1 Meter lang, wenn man sie als 4-Element Yagi baut. Die paßt auf meinen Balkon.

Nachdem ich diese Informationens alle mühsam zusammengesucht/herausgefunden hatte, hab ich mir einen Bausatz für eine 4-Element Yagi bestellt, ein Antennenkabel, einenAdapter Antennenkabel <-> SMA und den SDR-Play gekauft und die Software HDSDR auf meinem Rechner installiert. Leider hatte ich die Antenne erst mechanisch fertig, nachdem die Quadrantieden vorbei waren.

Aber es gibt ja auch sporadische Meteore. Jede Nacht sind welche zu sehen. Pro Stunde so ca. 2-3. Also habe ich den Winkel bestimmt (Azimut, Elevation) in dem ich meine Antenne in den Himmel richten muß und mehrere Nächte einfach alles aufgezeichnet, was meine Kombi empfangen hat.

Zu sehen/hören im "Wasserfalldiagramm" waren dabei kurze (underdense) Meteorreflexionen, kräftigere (overdense) Reflexionen sowie mehrere Flugzeugspuren.

Die Ergebnisse möchte ich hier zeigen und ich suche Mitstreiter(gerne auch echte Funkamateure, die ihr Fachwissen einbringen könnten!), die bei so einem Projekt mitmachen würden und mit denen ich mich austauschen kann.

Teileliste für das Projekt:

4-Element Yagi Bausatz (39 Euro): https://shop.nuxcom.de/product_info.php?products_id=488&language=de
bei der Bestellung die Option "N-Buchse" wählen!
Bauanleitung(zwar für 4 bzw. 6 Meter Balun, aber identisch für 2-Meter): http://www.nuxcom.de/pdf/nuxcom-bauanleitung-4-6.pdf

Antennenkabel (N-Stecker beidseitig): (Preis ist abhängig von der Länge und Qualität)

Pigtail (Adapter Kabel (Buchse) auf SDR-Play (SMA-Stecker)): http://www.ebay.de/itm/271260087375

SDR-Play Empfänger https://shop.funk24.net/funktechnik/empfaenger/434/sdrplay-rsp1-sdr-empfaenger-10-khz-bis-2-ghz-inkl.-usb-kabel

Software zum Aufnehmen und Auswerten:
HDSDR, SpectrumLab

So, das war jetzt sehr viel Text, hier ein paar Bilder:

Als erstes mein eingesetztes Werkzeug:



die damit gebaute Eigenbau-Antenne, zuerst die Dose:



die komplette Antenne:



Und nun ein paar Ergebnisse mit dem Geraffel auf dem Balkon:

Meteorreflexionen



Flugzeugspur



Flugzeug + Meteor



nach Sonnenaufgang viele Flugzeugspuren + Meteorreflexion



Das aufzeichnen geht prima, nachdem ich taugliche Einstellungen im Program HDSDR gefunden habe. Ist wie mit den Einstellungen bei Planetenkameras, da muß man auch erstmal rumprobieren, wie hoch der Gain und Kontrast gewählt werden muß.

Und später kann man sich dann im warmen Wohnzimmer die Aufzeichnungen anschauen/anhören. Leider hat das Program HDSDR anscheinend keine Auswertfunktion.

Dazu braucht man wol das Programm SpectrumLab. Ob ich damit meine mit HDSDR aufgezeichnetten Aufnahmen abspielen kann, hab ich noch nicht rausgefunden. Und wie man damit was aufzeichnen kann, weis ich auch noch nicht. Das ist jetzt meine Baustelle für die nähere Zukunft.

Es wäre toll, wenn sich da jemand melden könnte, der sich damit schon befaßt hat...

CS
Silvia

150/750 Newton, 150/1800 Mak, 100/500 FH Cometcatcher, 60/360 Photoline, Sphinx SXW, EQ-5, NP, NEQ-3-2

Bearbeitet von: Silvia581 am: 11.02.2017 20:02:32 Uhr

Tibaul
Senior im Astrotreff

Deutschland
136 Beiträge

Erstellt  am: 11.02.2017 :  20:35:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Silvia,

da hast Du Dir aber schon ordentlich Gedanken gemacht :)

Zuerst gehe ich mal auf ein paar einzelne Sachen ein:

Ja, mithören darfst Du, Sendebetrieb setzt eine Prüfung voraus. Hier gibt es zwei Klassen:
Klasse E (Einstieg - Sendeleitung bis 100Watt EIRP) (DO-Callsigns)
Klasse A (bis 750Watt EIRP)

Insofern kein Problem für Dich.

Zitat:
Brahms sendet auf 49,970 MHz, um den zu empfangen benötigt man eine Antenne für das 6-Meter Band. Eine solche Antenne ist 3 Meter lang (zu sperrig für meinen Balkon). Graves sendet auf 143.050 MHz im 2-Meter Band. Eine Antenne für Graves ist also nur 1 Meter lang, wenn man sie als 4-Element Yagi baut. Die paßt auf meinen Balkon.


Da liegst Du leider falsch. Eine Antenne ist immer ein offener Schwingkreis. Dieser Kreis kann für die Ausbreitung von Wellen auch mehrfach genutzt werden.
Was Du berechnest ist eine Volllambda Antenne. Also Lichtgeschwingdigkeit / Frequenz = 300000 / 49970 = 6,003602161296778 m
Wenn diese Antenne jetzt um die Hälfte verkleinert wird, dann hast Du eine halb-Lambda-Antenne mit 3 Metern. Wenn Du Sie um 75% verkleinern würdest, hättest Du eine 1/4-Lambda und somit noch eine 1,5m Antenne.
Die CB Funker arbeiten auch nicht selten mit 5/8-Lambdas. Es geht also sehr viel.

Mir ist Dein eigentliches Ziel noch nicht ganz klar.
Willst Du eine Art Zählstation aufbauen, die Dir verdächtige Objekte auswertet?
Erklär mir das mal ein bisserl detaillierter, dann kann ich Dir gerne helfen.

Gruß
Timo

Bearbeitet von: am:
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AS-Fan
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3408 Beiträge

Erstellt  am: 11.02.2017 :  20:59:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Silvia,
bei A.de hast du ja schon einiges geschrieben, so auch das Anpeilen vom 340 km entfernten Sender in Dijon. Wie groß ist die Fläche am Himmel in der du Reflexionen empfangen kannst?
Viele Grüße
Armin

Bearbeitet von: AS-Fan am: 11.02.2017 21:05:46 Uhr
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Silvia581
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1143 Beiträge

Erstellt  am: 11.02.2017 :  21:40:33 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Silvia581's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Timo,

wou, so schnell schon ne Antwort. Merci.

Ich hab aus diversen PDF´s, Homepages von Funkamateuren, Webseiten von Schulen, Universitäten und anderen Organisationen herausgelesen, daß ich für erfolgreiches Meteorscattering ne Lambda-Halbe Antenne brauch. Und so ne 4-Element Yagi die technisch am einfachsten für mich zu realisierende Variante wäre, deren Empfindlichkeit hoch genug ist. Da ich kein Funkamateur bin, kann ich das nicht durch eigenes Wissen untermauern. Ich hab es schlicht geglaubt. Weil ich ja irgendwie anfangen mußte...

Falls ich vom Balkon aus auch den Sender Brams empfangen könnte, das wäre natürlich klasse. Denn Graves schickt gepulste Signale, während Brams ein kontinuierliches Signal liefert.

Mein Ziel schaut so aus:
1) ne komplette Station auf dem Balkon aufbauen, die während der bekannten Meteorströme kontinuierlich für mehrere Wochen jede Meteorreflexion aufnimmt. Extra Rechner nur für diesen Zweck ist vorhanden.

2a)Daraus möchte ich eine statistische Auswertung machen. Für die gesamte Zeit. Und anschließend graphisch darstellen. Unten die Zeitachse mit Stunden oder Tageseinteilung, vertikal die Anzahl der overdense Meteorreflexionen.

Diese Graphik dann mit Graphiken für visuelle/fotografische Meteorbeobachtung vergleichen.

2b) und als 2. Datenreihe Reflexionen mit "ungewöhnlichen" Aussehen (Haken, Bögen, Mehrfachbögen). Ich habe mehrmals gelesen, daß solche Ereignisse auf unterbrochene Ionisationsröhren hindeuten. Entweder durch starke Höhenwinde, oder weil der Meteor zerplatzt und einzelne Teile erneut Ionisationsröhren produzieren. Solche Ereignisse könnten der "Nachleuchtspur" im optischen entsprechen. Das möchte ich auch untersuchen...

Bis jetzt muß ich die Auswertungen "händisch" machen, also die Aufzeichnung abspielen und jede Reflexion in eine Excel Liste eintragen. Das braucht verdammt viel Zeit und ist für das Arbeits- und Familienleben sehr störend.

3) Wenn ich weitere Mitstreiter finde, die auch aufzeichnen, könnte ich die Aufzeichnungen vergleichen und hätte eventuell in beiden Aufzeichnungen die selben Reflexionen. Denn bislang habe ich nix dazu gefunden, wie weit 2 aufnehmende Stationen auseinander liegen dürfen, damit die noch die selbe Meteorreflexion "sehen".

Grüße
Silvia

150/750 Newton, 150/1800 Mak, 100/500 FH Cometcatcher, 60/360 Photoline, Sphinx SXW, EQ-5, NP, NEQ-3-2

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Silvia581
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1143 Beiträge

Erstellt  am: 11.02.2017 :  21:48:54 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Silvia581's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Armin,

Zitat:
Wie groß ist die Fläche am Himmel in der du Reflexionen empfangen kannst?


wenn ich das mit der Antennenkeule richtig verstanden hab, "sieht" die ein Himmelsareal von ca. +/- 7,5 Grad...

Wenn ich also +/- 5 Grad beim Azimut oder Elevation ausrichten daneben liege, ist es nicht so tragisch...

Grüße
Silvia

150/750 Newton, 150/1800 Mak, 100/500 FH Cometcatcher, 60/360 Photoline, Sphinx SXW, EQ-5, NP, NEQ-3-2

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Tibaul
Senior im Astrotreff

Deutschland
136 Beiträge

Erstellt  am: 11.02.2017 :  22:35:49 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Silvia,

Meteorscattering findet bei den Funkamateuren immer in einem Frequenzbereich(Spekrum) statt. Hier spielen etliche Faktoren mit.
...und eines Vorweg - Wie bei der Astronomie ist der Aufstellungsort ebenfalls Bedeutung.

Die Empfehlungen für Meteorscattering in den einschlägigen Funkforen beziehen sich meisst auf den Austauch von Wellen - Also nicht nur Empfangs- sondern auch Sendebereich. Und besonders im Sendebereich sollte man mit einer Antenne mit einem anständigen Gewinn arbeiten - daher wohl die Empfehlung zur halb-Lambda.
Bei Dir steht aber der Empfang im Vordergrund - und mit einer abgestimmten Antenne kannst Du da sehr viel Filtern und kannst meiner Ansicht nach auch mit kleineren Antennen arbeiten.

Antennen sind ein sehr spannendes Thema- Die Bibel zum Thema Antennen ist der Rothammel.
Im folgenden Forum habe ich einen Link zu einer frühen Ausgabe gefunden - (SEHR zu empfehlen!)
http://forum.db3om.de/ftopic11800.html

Eine Möglichkeit für die Auswertung kann eine Multifrequenzanalyse sein, die auch schon vieles, wie Flugzeuge, deutlich ausblenden kann. In der Funktechnik gibt es bei Wellen immer eine zweite und dritte harmonische Oberwelle.
Beispiel: WLAN 2,45 GHz --> 5 GHz

Deine Antenne im 6m Band ist also als halb-Lambda für 49.970 MHz, als auch als 1/4 Lambda für ca. 100MHz geeignet. Flugzeuge emittieren aber weniger Störungen im 3m Band. Somit kannst Du schon Ereignisse in der Ionosphäre besser filtern und vergleichen.

Was jetzt noch fehlt ist eine Aufzeichnung, die beide Frequenzen protokolliert und auswertet. Hier könnten wir sicherlich eine Lösung entwickeln. Ich bin mir aber fast sicher, dass es da schon etwas gibt.

Mein Tipp:
Geh doch mal zu Deiner DARC-Ortsgruppe (OG):
http://www.darc.de/der-club/distrikte/p/ortsverbaende/06/

Da gibt es sicherlich versierte Experten, die Dir gerne helfen.

Ich besitze in diesem Feld viel zu wenig Erfahrung. Ich habe da zwar schon "reingehört", aber beim Funken stören mich selbst Polarlichter :)

Gruß
Timo

Bearbeitet von: am:
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Silvia581
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1143 Beiträge

Erstellt  am: 12.02.2017 :  04:36:44 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Silvia581's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Timo,

Zitat:
Meteorscattering findet bei den Funkamateuren immer in einem Frequenzbereich(Spekrum) statt. Hier spielen etliche Faktoren mit.
...und eines Vorweg - Wie bei der Astronomie ist der Aufstellungsort ebenfalls Bedeutung.


ja, das ist mir bekannt. Dazu hab ich schon viel gelesen und auch etliche Vorträge gehört. Ich beschäftige mich ja schon seit 2014 mit dem Thema... Ich will aber nicht senden, sondern nur empfangen. Und genau nach diesem Satz machten bislang alle Amateurfunker im Gespräch oder per e-mail dicht. Weil sie sich nicht in mich hineinversetzen wollten/konnten. Weil es jenseits ihrer "Funkerwelt" lag, daß jemand wirklich nur "zuhören" möchte...

Zitat:
Bei Dir steht aber der Empfang im Vordergrund - und mit einer abgestimmten Antenne kannst Du da sehr viel Filtern und kannst meiner Ansicht nach auch mit kleineren Antennen arbeiten.


das klingt gut. Also "Lambda-Viertel" statt "Lambda-Halbe", 1,5 Meter Boomlänge für Empfang von Brams? Das würde vermutlich so gerade noch auf meinen Balkon passen.

Zitat:
Antennen sind ein sehr spannendes Thema- Die Bibel zum Thema Antennen ist der Rothammel.


jepp. Was der Rothammel und Eigenbauantennen für Funker ist Spiegelschleifen/ATM bei den Optikern.

Ich bin aber eher der "Kauftyp". Spiegelschleifen und Teleskopbauen kommt für mich nicht in Frage. Allerdings optimiere ich dann gekaufte Sachen soweit, bis sie genau das machen, was ich möchte...

Zitat:
Eine Möglichkeit für die Auswertung kann eine Multifrequenzanalyse sein, die auch schon vieles, wie Flugzeuge, deutlich ausblenden kann.


laut meinen Recherchen wäre dafür das Programm Spectrumlab genau richtig. Das ist Freeware und ich hab es auch schon auf meinem Rechner. Ich komm blos noch nicht damit klar, weil es extrem viele Stellen zum "Einstellen" hat... Auch das derzeit von mir für Aufnahmen verwendete Program HDSDR kann "Multifrequenzanalyse". Allerdings hat es keine automatische Auswertfunktion (schreibt keine Daten in eine Excel Liste)...

Zitat:
Deine Antenne im 6m Band ist also als halb-Lambda für 49.970 MHz, als auch als 1/4 Lambda für ca. 100MHz geeignet.


Bis hier hab ich das einigermaßen verstanden. Aber ich hab ja keine Antenne für das 6-Meter Band. Sondern eine für das 2-Meter Band (Graves) als Hardware. Also net doppelte, sondern 3-fache Frequenz. Kann ich die auch als "Lambda-Sechstel" Antenne für Brams verwenden? Muß ich dann am Innenleben vom Balun was ändern? Andere Spule reinmachen, Wiederstände ranlöten, ...?

Oder erneut ne 4-Element Yagi bauen mit 1,5 Meter Boom (= Lambda-Viertel) und passenden Längen für Direktor, Strahler und Reflektor? Könnte ich da den Balun von der vorhandenen Antenne fürs 2-Meter Band wiederverwenden (mit passenden, längeren Strahlern)? Oder müßte ich da auch einen anderen Balun bauen? Das Wickeln der Luftspule für die Anpassung war beim Basteln für mich das schwierigste. Alles rein mechanische hab ich locker hinbekommen...

Zitat:
Was jetzt noch fehlt ist eine Aufzeichnung, die beide Frequenzen protokolliert und auswertet. Hier könnten wir sicherlich eine Lösung entwickeln. Ich bin mir aber fast sicher, dass es da schon etwas gibt.


Die Aufzeichnung (für Graves) hab ich ja inzwischen zum fliegen gebracht. Und wenn ich selber ne passende Antenne für Brams hätte, könnte ich auch dessen Frequenz aufzeichnen. Das ist definitiv nicht das Problem. Hab inzwischen mehrere hundert GB an wav-Files aus mehreren Nächen auf der Platte. Die kann ich jederzeit erneut abspielen und von Hand auswerten. Mein "Problem" ist

a) ne passende Antenne für Brams
b) die Bedienung vom Program SpectrumLab für ne automatische Analyse

Zitat:
Mein Tipp:
Geh doch mal zu Deiner DARC-Ortsgruppe (OG):
http://www.darc.de/der-club/distrikte/p/ortsverbaende/06/


danke auch für den Tipp. Ich hab 2015 mit dem DARC Kontakt aufgenommen. Hab mich vorgestellt, mein Anliegen erklärt und das Ergebnis meiner Anfrage war, daß ich:

- Mitglied werden soll
- an allen Treffen teilnehmen soll
- englisch büffeln soll
- einen Kurs zur Erlangung der Amateurfunklizenz besuchen soll, Inhalte des Kurses:
- physikalische Grundlagen
- elektrische Grundlagen
- gesetzliche Grundlagen
- Morsezeichen
...

dann könnte ich mir meine Fragen in 2-5 Jahren (je nachdem wie schnell ich das alles lernen würde) irgendwann selber beantworten, wenn ich dann genügend Wissen und Erfahrung gewonnen hätte.

Wie krass ist denn so ne Antwort? Ein "tut mir leid, ich weiß es nicht" wäre ehrlicher gewesen...

CS
Silvia

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Astrohardy
Forenmeister im Astrotreff

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7540 Beiträge

Erstellt  am: 12.02.2017 :  04:41:20 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Astrohardy's Homepage  Antwort mit Zitat
Georg Dittie nutzt übrigens einen sehr ähnlichen Aufbau für BRAMS. Seine Halblamda-Antenne ist allerdings ein mächtiger Klopper.

Interessant wäre, ob es statt mit dem teuren SDRlab auch mit einem RTL-SDR-Stick geht. Den benutze ich immer für meine Wetterballonverfolgung, und der kostet nur ca. 15 Euro.

Hartwig

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guck
Neues Mitglied im Astrotreff

Deutschland
15 Beiträge

Erstellt  am: 12.02.2017 :  08:13:00 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Silvia,

vielleicht hilft dir das da weiter:

http://cmhas.wikispaces.com/slmeteor

Gruß
Tom

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Silvia581
Altmeister im Astrotreff

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1143 Beiträge

Erstellt  am: 12.02.2017 :  18:37:21 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Silvia581's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Hartwig,

Zitat:
Georg Dittie nutzt übrigens einen sehr ähnlichen Aufbau für BRAMS. Seine Halblamda-Antenne ist allerdings ein mächtiger Klopper.


ja, ich weiß. Allerdings hat Georg im Gegensatz zu mir ein eigenes Haus mit Garten drum rum. Ihm redet keiner rein, wenn er auf seinem Gartengrundstück eine 3x3 Meter große Antenne Richtung himmel aufstellt.

Ich hab blos nen kleinen Balkon und da darf nix über das Balkongeländer ragen. Ich muß also zwingend mit ner deutlich kleineren Antenne arbeiten...

Zitat:
Interessant wäre, ob es statt mit dem teuren SDRlab auch mit einem RTL-SDR-Stick geht. Den benutze ich immer für meine Wetterballonverfolgung, und der kostet nur ca. 15 Euro.


interessanter Einwurf. Wie schaut Dein Aufbau konkret aus? Was nimmst Du als Antenne und bei welcher Frequenz machst Du die Beobachtung?

Meinst Du mit "SDRlab" den SDR-Play? Also das da: https://shop.funk24.net/funktechnik/empfaenger/434/sdrplay-rsp1-sdr-empfaenger-10-khz-bis-2-ghz-inkl.-usb-kabel

Da Du den RTL-SDR-Stick schon hast, probier es doch bitte mal aus und berichte.

Ich hab es 2015 mit einem FuncubeDongel Pro und ner 3-Meter "Wurfantenne" auf einem Glasfasermast in der freien Wildbahn probiert. Hat nicht so funktioniert, wie ich das wollte... Ob ich dabei was falsch gemacht hab, es also an meiner Unkenntnis lag oder das Setup zu "popelig" war, kann ich nicht beurteilen...

CS
Silvia

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Silvia581
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Erstellt  am: 12.02.2017 :  18:58:32 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Silvia581's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Tom,

Zitat:
vielleicht hilft dir das da weiter:

http://cmhas.wikispaces.com/slmeteor


merci für den Link. Nein, hilft mir (im Moment) noch nicht weiter.

Das ist soweit ich das verstanden habe, ein Plugin für SpectrumLab.

Im Moment brauche ich jemand, der mir hilft, Spectrumlab erstmal prinzipiell zum Laufen zu bringen.

Mich treiben grad diese Fragen um:

- wohin genau im Verzeichnis von SpectrumLab muß ich den Treiber für den SDR-Play installieren, dami er im Auswahlfenster von Spectrumlab als Empfänger auftaucht?
- was muß ich in dem sehr umfangreichen Proggy einstellen, damit ich auf dem Bildschirm das Wasserfalldiagramm überhaupt zum fließen bringe?
- wo stelle ich die gewünschte Frequenz ein?
- wie spreize ich die angezeigten Frequenzbereiche im Wasserfalldiagramm?
- wo ist der Aufnahmeknopf versteckt?
- wo ist der Knopf zum Abspielen von gespeicherten Wav-Files versteckt?

CS
Silvia

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Astrohardy
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Erstellt  am: 12.02.2017 :  20:59:42 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Astrohardy's Homepage  Antwort mit Zitat
Georgs Antenne ist größer als mein Balkon.

Wetterballons senden bei 400-408 MHz, d.h. eine (selbst gebastelte) Halb-Lambda-Yagiantenne ist überschaubar in den Dimensionen, und ich muss (und darf es aus gleichen Gründen wie bei Dir) gar nicht fest installieren. Als SDR-Programm benutze ich SDRsharp, und dazu Software, die mir die Telemetrie der Wettersonden dekodiert. Eines der Programme spuckt sogar Azimut und Höhe des Ballons aus, und dann fahr ich mit dem GOTO-Teleskop auf diese Koordinaten und fotografiere mit der DMK.

Ich fürchte aber, Dein Sender in Südfrankreich ist für mich zu weit weg.

Hartwig

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Silvia581
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1143 Beiträge

Erstellt  am: 12.02.2017 :  22:34:50 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Silvia581's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Hartwig,

merci für Deine Erklärung. Hab wieder was neues gelernt.

Zitat:
Ich fürchte aber, Dein Sender in Südfrankreich ist für mich zu weit weg.


Denke ich net. Der wird ja noch im Wiener Becken, England, Italien oder an der französischen Atlantikküste empfangen...

CS
Silvia

150/750 Newton, 150/1800 Mak, 100/500 FH Cometcatcher, 60/360 Photoline, Sphinx SXW, EQ-5, NP, NEQ-3-2

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Lakritzium
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93 Beiträge

Erstellt  am: 12.02.2017 :  23:03:36 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Ich fürchte aber, Dein Sender in Südfrankreich ist für mich zu weit weg.


Das Problem könnte sein, dass der Sender zu nah ist.
Um ein Gefühl für Reflexionen zu bekommen empfehle ich das Programm AirScout von DL2ALF.

Letztendlich bringt es auch nichts sich auf einen Sender zu versteifen, denn die Meteore kommen aus verschiedenen Richtungen und da wäre trotz eines Vorkommens ggf. keine Ionisationsspur zwischen Sender und Empfänger entstanden und damit auch kein Nachweis möglich.

Empfehlen würde ich das FM-Radio-Band zu nehmen. Hier kann man mit einem TV-Stick 2 Mhz auf einmal empfangen. Man sucht sich eine lokal senderfreie Frequenz und wartet bis irgendein europäischer Radiosender einfällt und ggf. identifiziert werden kann (ggf. sogar anhand von RDS). Damit könnte man gar mutmaßen wo der Meteor durchgeflogen war.

Gruß
Arkadius

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Silvia581
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1143 Beiträge

Erstellt  am: 13.02.2017 :  00:08:37 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Silvia581's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Arkadius,

Zitat:
Das Problem könnte sein, dass der Sender zu nah ist.


bist Du Amateurfunker oder hast Du Praxis-Erfahrung mit Meteorscattering?

Ich bin in Ludwigsburg Luftlinie ca. 350 km vom Sender in Frankreich weg und bei mir funktioniert der Empfang der Meteorreflexionen.
Hartwig sitzt in Hamburg, das ist dann definitiv nicht zu nah am Sender in Dijon.

Zitat:
Um ein Gefühl für Reflexionen zu bekommen empfehle ich das Programm AirScout von DL2ALF.


die Reflexionen von Flugzeugen sind um mindestens 3 Größenordnungen stärker, wegen der deutlich geringeren Flughöhe (max. 12 km Höhe) und ihrer wesentlich größeren Fläche. So ein Jumbojet hat viel mehr reflektierende Fläche als ein Ionisationskanal eines Staubkörnchens mit 1-3 Gramm Masse.

Zitat:
Letztendlich bringt es auch nichts sich auf einen Sender zu versteifen, denn die Meteore kommen aus verschiedenen Richtungen und da wäre trotz eines Vorkommens ggf. keine Ionisationsspur zwischen Sender und Empfänger entstanden und damit auch kein Nachweis möglich.


Alle Beobachter, die erfolgreich Meteorscattering in Westeuropa betreiben und ihre Ergebnisse veröffentlichen, nehmen entweder Brams in Belgien oder Graves in Frankreich. Ich gehe davon aus, daß die wissen, was sie warum tun.

Beobachter in USA oder Asien nehmen weit entfernte TV-Sender. Bei uns in Westeuropa wurde die terrestrische Ausstrahlung der früher dafür genutzten TV-Sender gecancelt. Wo nix sendet, kannst auch keine Reflexionen messen.

Und "auf gut Glück" irgend eine x-beliebige Frequenz einzustellen und auf eine Reflexion an einem fernen FM-Sender zu hoffen, halte ich für nicht zielführend.

Hast Du Dir den Thread überhaupt durchgelesen? Dein Posting ist aus meiner Sicht insgesamt nicht zielführend. Du beantwortest keine meiner konkreten Fragen, schiebst andere Software, andere Empfänger und andere Ziele (Flugzeugreflexionen) in den Vordergrund. Bitte den Thread nicht "kapern".


150/750 Newton, 150/1800 Mak, 100/500 FH Cometcatcher, 60/360 Photoline, Sphinx SXW, EQ-5, NP, NEQ-3-2

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Lakritzium
Mitglied im Astrotreff


93 Beiträge

Erstellt  am: 13.02.2017 :  06:25:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
bist Du Amateurfunker oder hast Du Praxis-Erfahrung mit Meteorscattering?


Beides, seit 25 Jahren.
Aber geh deinen Weg, ich bin hier raus.
Viel Erfolg!

Gruß
Arkadius

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