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Seite: von 11

Mr_beteigeuze
Meister im Astrotreff

Deutschland
817 Beiträge

Erstellt  am: 20.04.2017 :  12:38:39 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mr_beteigeuze's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Daniel,
ja, Dein Rand hängt ebenfalls hinterher. Es scheint jedoch nicht so ausgeprägt wie bei meinem 6 Zöller zu sein. Die gute Nachricht die ich Dir mitgeben kann: Im Foucault sieht das alles viel dramatischer aus, als es ist.

Ich habe mittlerweile einiges an Erfahrung bei meinem Projekt gesammelt und hoffe es die nächsten Tage zusammenfassen zu können. Das sollte Dir dann auch weiterhelfen.
In der Zwischenzeit kannst Du dich um dein Kratzerproblem kümmern Das ist neben dem Randproblem auch ein ganz gemeines Spiegelschleiferproblem.

Grüße, Matze

www.sternenpark-schwaebische-alb.de

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daniel1976
Senior im Astrotreff


182 Beiträge

Erstellt  am: 23.04.2017 :  10:08:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo liebe anscheinend zahlreiche Mitleser (wow, 8000 mal aufgerufen, wobei die Hälfte davon war ich bestimmt selber :-))

Gestern habe ich habe zu meinem Kratzerproblem entweder den ultimativen Befreiungsschlag oder die ultimative Dummheit gemacht.

Ich hatte mein Granittool bisher ständig unter Wassser gelagert. Das hat den Nachteil, dass man den Stein immer nur beim Polieren mal trocken erlebt.
Habe das Teil also mal trocken gemacht und mit sauberen Fingern auf der Oberfläche rumgerieben. Und siehe da, alle paar Minuten hatte ich ein winziges schwarzes Teilchen mit einer winzigen glänzenden Fläche am Finger. Also sehr wahrscheinlich ein Kristallchen aus dem Stein. Immer schwarz. Es hat auch nichts mit der Flanke oder Kante zu tun, sondern mitten auf der Fläche.

Insofern muss ich wohl leider schlussfolgern, dass die Zusammensetzung von Granit als Naturmaterial unvorhersehbaren Schwankungen unterliegt. 100 Spiegelschleifer können Glück haben und der 101. erwischt ein Teil mit solchen Effekten.
Warum es beim Feinschliff keine Probleme gab, könnte daran liegen, dass die Kräfte und die Reibung beim Polieren nun deutlich höher sind. Ein weiterer Unterschied ist, dass das Tool beim Schleifen trocken gelagert wurde, beim Polieren aber tagelang unter Wasser. Das könnte auch das unterschiedliche Verhalten erklären. Sind aber alles nur Spekulationen.

Als letzte Chance zur Rettung meines ansonsten sehr geschätzten Granittools steht also Versiegeln der Oberfläche an. Nun habe ich mangels Verfügbarkeit von Epoxy einfachen Sprühlack auf Kunstharzbasis aus dem Baumarkt genommen. Mit Aceton, wie ich leider hinterher erst gelesen habe * auweia*.
Aceton eignet sich prima zum Reinigen von Pechverschmutzungen. Oder anders gesagt, es löst Pech.
Der Lack, der auf den Rand meiner Pechhaut gekommen ist, hat also diese auch sogleich in eine schmierige Pampe verwandelt.
Über Nacht trocken gelagert (auch zum Auslüften des Lackgestanks) hat sich die Pampe zum Glück wieder verfestigt, ähnlich wie bei erkaltendem Pech. Von den Kacheln wurde zum Glück nicht viel angegriffen.
Ich lagere das Tool ab jetzt lieber in einer Tüte statt unter Wasser.
Ich weiss noch nicht, ob ich mit der Pechhaut jetzt noch polieren kann, werde hier berichten...

Schönen Sonntag

Daniel


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daniel1976
Senior im Astrotreff


182 Beiträge

Erstellt  am: 25.04.2017 :  21:02:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

mit dem Lack auf dem Granittool scheinen keine neuen Kratzer dazuzukommen.

Mit weiteren 1,5h Polieren habe ich den Ringwall weiter abgesenkt, so dass der Zentralberg noch stärker rauskommt (CC wieder auf 0 zwecks Vergleichbarkeit). (Leider unsaubere Igramme, deshalb so unruhig)

Ich denke aber die abgesunkene Kante damit ganz gut geschärft zu haben, oder ?
Im Interferogramm zeigt der Linienverlauf am Rand eigentlich keinen schlimmen Knick mehr. Im Foucault ist die Sichel schmaler geworden, aber noch zu sehen.

Erstmal so weiter machen mit dem Schärfen der Kante ?
Dann kommt der Zentralberg immer weiter raus. Kriege ich so einen Berg ohne Komplikationen weg, komme ich dann gut zur Sphäre ?











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daniel1976
Senior im Astrotreff


182 Beiträge

Erstellt  am: 25.04.2017 :  22:20:52 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ich habe mich hier noch mal künstlerisch betätigt, um die Strichführung darzustellen, mit der ich grade versuche, der abgesunkenen Kante zu Leibe zu rücken. Bloß nicht zuviel Überhang des Tools über die Spiegelkante. Den Ringwall scheint es abzutragen, ein Berg in der Mitte bleibt stehen.




Gruß
Daniel

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daniel1976
Senior im Astrotreff


182 Beiträge

Erstellt  am: 26.04.2017 :  06:14:32 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat



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AlexK
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
93 Beiträge

Erstellt  am: 26.04.2017 :  12:43:00 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Daniel,

Ich bin einer von Stathis' Daumenjüngern und hab gestern an einem Abend zum zweiten mal erfolgreich einen abgesunkenen Rand an meinem 7" mit der Daumenmethode gerettet.

Klingt zwar alles sehr grausam und man muss vielleicht 1-2 Maniküren in die Gesamtkosten des Teleskops mit einberechnen, ist aber durchaus effektiv.

Stathis hat gestern mal ein Foto vom Schlachtfest gemacht:

Der Zeigefinger läuft an der Außenseite des Spiegels entlang und dient dem Daumen als Führung.
Dadurch kann ich durch ein- und ausfahren des Daumens den Auflagewinkel und damit die bearbeitete Fläche variieren. Von anfänglich spitz und hart knapp unter dem Fingernagel (kurz geschnitten!) bis zu weichen, breiteren Strichen hat man da eine schöne Auswahl an "Tools".
Wichtig ist, dass du mit dem Daumen die Kante NICHT spürst, sondern nur möglichst knapp innerhalb deine Bahnen ziehst.

Man sieht auf dem Foto auch das Cero-Muster das beim Arbeiten entsteht. Das sind diese üperlappenden Kreise. Ich schiebe den Daumen immer mit
KRÄFTIGEN SCHÜBEN ca 1cm weiter, so dass es möglichst laut quietscht.
Nach ca einer viertel Runde drehe ich den Spiegel in die entgegengesetzte Laufrichtung und arbeite mich wieder vor. quietsch quietsch quietsch...

Immer ordentlich Cero auf den Rand pinseln und natürlich drauf achten, dass nichts eintrocknet.


Du kannst nach 15min mal im Foucault gucken, dann siehst du einen erschreckenden breiten Streifen in der Breite deiner Daumenbahnen.

Jetzt gehts erst richtig los! wenn du jetzt nochmal mindestens doppelt so lange däumelst, trennst du diesen Streifen in der Mitte durch.

(Habs mal illustriert, wir konnten gestern kein Bild davon machen)

Übrig bleibt ein schöner Rand und diese hässliche Zone.
Dieser kannst du zuerst mit dem Daumen zu Leibe rücken, indem du den Anstellwinkel verringerst und mit weichem Daumen aber noch viel Druck ein paar runden drehst. Währenddessen hab ich mal kontrolliert, ob nicht ein Knochen oder falscher Druck einen zweiten Ring direkt daneben setzt.

Wenn der innere Ring deutlich an Leuchtkraft verloren hat, kannst du anfangen, mit dem großen Tool und neutralem Strich die Zone endgültig zu glätten.

Bei 12" dauert das natürlich ein bisschen länger (ca 1std. für den Graben würde ich sagen) aber du hast auf jeden Fall eine zielgerichtete Methode für eine schöne Kante. ...und eine Blase am Daumen

Probier's mal aus wenn du magst.

Grüße

Alex

Edit: Jetzt sind auch Bilder dabei!





http://alexknierer.tumblr.com/

Bearbeitet von: AlexK am: 26.04.2017 16:15:57 Uhr
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Stefanie_St
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
73 Beiträge

Erstellt  am: 26.04.2017 :  16:32:52 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:

Ich bin einer von Stathis' Daumenjüngern und hab gestern an einem Abend zum zweiten mal erfolgreich einen abgesunkenen Rand an meinem 7" mit der Daumenmethode gerettet.


Glückwunsch
Wie man sich in der K-80-Ecke zuraunt, ist dein Spiegel wohl gerade auf dem Weg zur Perfektion. Hut ab.

Was ich aber eigentlich fragen wollte (rein aus künstlerischer Neugier):

Zitat:



(Habs mal illustriert, wir konnten gestern kein Bild davon machen)


Du hast DAS illustriert? WIE? Mit welcher Technik?

LG
Stefanie

Bearbeitet von: am:
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AlexK
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
93 Beiträge

Erstellt  am: 26.04.2017 :  21:07:45 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stefanie,

Zitat:
Wie man sich in der K-80-Ecke zuraunt, ist dein Spiegel wohl gerade auf dem Weg zur Perfektion. Hut ab.


Danke, danke aber das musst du unter all dem Geknirsche wohl falsch verstanden haben

Zitat:
Du hast DAS illustriert? WIE? Mit welcher Technik?

Ganz altertümlich mit Kohle. Jetz hab ich einen roten und einen schwarzen Daumen.

Grüße
Alex

http://alexknierer.tumblr.com/

Bearbeitet von: am:
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daniel1976
Senior im Astrotreff


182 Beiträge

Erstellt  am: 26.04.2017 :  23:01:47 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Alex,

ganz vielen Dank für die detaillierteste Beschreibung der Daumenmethode, die ich bisher finden konnte.
Ich habe davor noch immer etwas Respekt und habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, mit meiner "wachsender Zentralberg Methode" oder besser gesagt, dem Abtrag des Ringwalls bis an die Spiegelkante auch noch eine schöne Kante zu bekommen. Immerhin tut sich ja was in die richtige Richtung. Es sei denn, die Experten sagen, dass das so nix wird.
Ansonsten mach ich erst mal so weiter.

Gruß
Daniel

Bearbeitet von: am:
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Stefanie_St
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
73 Beiträge

Erstellt  am: 27.04.2017 :  09:36:34 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:

Ganz altertümlich mit Kohle.

Wow, kommt echt gut, sehr schöne Spuren. Ich glaub' ich muss auch meine Kohle mal wieder auspacken.

Zitat:

Jetz hab ich einen roten und einen schwarzen Daumen.





Zitat:
Original erstellt von: daniel1976


Ansonsten mach ich erst mal so weiter.



Moin Daniel, auf jeden Fall sehr interessanter Thread und spannende Problemlösungen, ich lese hier immer gerne mit. Halt uns auf dem Laufenden

LG
Stefanie

Bearbeitet von: Stefanie_St am: 27.04.2017 09:37:11 Uhr
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Mr_beteigeuze
Meister im Astrotreff

Deutschland
817 Beiträge

Erstellt  am: 27.04.2017 :  22:10:50 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mr_beteigeuze's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Daniel,
sorry, ich mache mich derzeit etwas rar, aber ich bin zeitlich leider etwas eingespannt. Ich finde Deine Randsituation hat sich schon deutlich gebessert. Ein Zentralberg ist im Vergleich zu einem hängenden Rand überhaupt kein Problem. Den bekommt man relativ einfach weg. Ob bei dir auch eine Daumenkur fällig ist lass ich Dich entscheiden. Mit der super-Anleitung von Alex wüsstest Du ja wie vorzugehen wäre
Eine Sache ist mir noch bei Deinem Foucaultbild aufgefallen: Kann es sein, dass Du nicht richtig im Fokus lagst? Der Rand wirkt irgendwie unscharf. Vielleicht liegt es auch daran, dass Du ohne Fernauslöser arbeitest?
Grüße, Matze

www.sternenpark-schwaebische-alb.de

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daniel1976
Senior im Astrotreff


182 Beiträge

Erstellt  am: 27.04.2017 :  22:51:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Matze,

danke für Deine kurze Meldung trotz Stress.
Hast ja recht, das letzte Foucault Bild war unscharf. Einfach nicht richtig fokussiert. Meine Kamera ist fest am Tester angebracht und ich habe eine 10 Sekunden Auslöseverzögerung. Ohne diese wäre es undenkbar. Die Empfindlichkeit des Interferometers ist einfach unfassbar: In den ersten paar Sekunden nach Auslösung schwingen die Ringe im Takt meines Herzschlags nach (!) Wenn meine kleine Tochter zwei Etagen über mir in ihrem Zimmer hopst, wackeln im Keller die Igramm Ringe im Takt mit ! Muss aber auch nochmal meinen Interferometertisch nachbessern ...
Ich sollte mir auch mal angewöhnen, den Spiegel immer in gleicher Orientierung zu prüfen, das hilft bei der Einschätzung von neuen Kratzern und Asti.
Hier also nochmal ein scharfes Foucaultbild und Igramm nach weiteren 45 min Politur mit meiner Strichführung.
Ich wäre jetzt fast geneigt, die abgesunkene Kante für erledigt zu erklären ?







Gruß
Daniel

Bearbeitet von: am:
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Mr_beteigeuze
Meister im Astrotreff

Deutschland
817 Beiträge

Erstellt  am: 28.04.2017 :  23:30:35 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mr_beteigeuze's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Daniel,
das letzte Foucaultbild sieht top aus. Du hast Deinen Rand richtig gut hinbekommen und auch bei weitem nicht so lange rumgeeiert wie ich
Ich würde ebenfalls sagen, das Thema kannst Du abhaken und zur nächsten Hürde übergehen.

Grüße, Matze

www.sternenpark-schwaebische-alb.de

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daniel1976
Senior im Astrotreff


182 Beiträge

Erstellt  am: 29.04.2017 :  08:35:31 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Danke Matze für die Bestätigung, dann muss der Berg jetzt wieder weg und dabei hoffentlich auch ein paar Kratzer.
Hier also die Ausgangslage nach Beseitigung der abgesunkenen Kante mit meinem Mount Everest mit fast 300nm über Spiegelnull




Gruß
Daniel

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daniel1976
Senior im Astrotreff


182 Beiträge

Erstellt  am: 29.04.2017 :  20:53:22 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Leute,

bin auf der Suche nach der richtigen Strichführung zum Abtrag meines Zentralberges.
Habt Ihr in diesem Zusammenhang eigentlich schon mal das kleine Tool "polsim" ausprobiert ?
Da kann man simulieren, wie sich seitl. Überhang und Strichlänge auf den Abtrag der Oberfläche auswirken.
So zum Beispiel, wie schon eine relativ kleine Verringerung von Überhang und Strichlänge über abfallende Kante oder gute Kante entscheidet. Siehe die linken beiden Bilder.
Dass diese Zusammenhänge anscheinend alles andere als trivial sind, zeigt sich bei der Simulation von mittiger Strichführung: Da hätte ich erwartet, dass die Mitte am stärksten abgetragen wird, aber es entsteht ein Ringgraben ? Deckt sich das mit Euren praktischen Erfahrungen ?

Gruß
Daniel



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