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jochB
Meister im Astrotreff

Österreich
644 Beiträge

Erstellt am: 28.01.2017 :  14:24:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

nachdem das Wetter bereits letzte Woche gut vorhergesagt war fieberte ich bereits die ganze Woche auf den Freitag zu. Zwischenzeitlich wurden zwar Wolken berechnet diese verschwanden aber Zusehens in den Wetterkarten. Somit war alles klar. Gleich mal etwas früher aus der Arbeit um mich vielleicht noch etwas hinzulegen. Aus dem aber aufgrund der Aufregung nichts wurde. Die Ausrüstung zusammengesucht hatte ich ja schon am Vortag.

Zuvor musste ich mich aber noch beim Astronomieverein (dem ich mittlerweile auch angehöre), dem die Sternwarte und der Parkplatz wo ich dann beobachtete gehört melden. Zu meiner Überraschung meinte er, dass da heute wohl niemand oben sein wird. Auch egal, bin ja unabhängig. Allerdings zwischenzeitlich mal in der Sternwarte aufwärmen wäre auch super. Egal, in der Höhe sollte es sowieso wärmer sein als im Tal. Also mal zusammengepackt. Der 16“ passt dabei genau in den Kofferraum! Wurde ja auch so gebaut, dass es sich ausgeht !

Los ging es dann um ca. 18:00 in Richtung Alm, auf nicht ganz 1200m Höhe, bei gerade einmal -4°C. Ich hoffe noch, dass es in der Höhe wärmer wird. Nach 40min fahrt bin ich dann an der Sternwarte angekommen. Leider ist es in der Höhe dann doch nicht wärmer sondern kälter geworden. Das Autothermometer zeigt -7°C. Zu meiner Überraschung war dann aber doch Licht an der Sternwarte.

Beim ersten Blick in den Himmel schwante mir dann aber bereits böses. Die ganzen Sterne blinken vor sich hin auch die Venus! Das werden wohl keine guten Bedingungen, somit kann man die Vorhersagen zum Seeing wohl getrost vergessen. Das hatte nämlich sehr gut ausgesehen. Egal, jetzt bin ich da. Also nach einem kleinen Gespräch mit dem Vereinschef, (Auf meine Frage warum er jetzt doch da ist, meinte er nur: „Den Blick durch einen 16“er lässt er sich nicht entgehen!“ ) Teleskop aufbauen. Das ist dann in 30min erledigt.



Gleich mal einen ersten Blick in den Himmel auf den Orionnebel. Oje, alle 4 Trapezsterne werden fallweise zu einem großen matschigen Fleck.


Nach ein wenig Herumspazieren am Himmel M31, M33, Eulenhaufen, Orionnebel ging es mal zum Aufwärmen in die Sternwarte. Ich hoffte, dass das Seeing doch noch besser wird. In der Zwischenzeit ist auch ein Astrofotograf aufgeschlagen. Der gab es dann aber gleich auf, da durch das schlechte Seeing nichts zu machen war. Das Seeing wurde dann zwar etwas besser aber doch noch zum vergessen.

Ab 22:00 war ich dann alleine dort. Auf meiner Liste standen nur zwei Objekte M48 und NGC2359 (Thor´s Helm OdM des Monats Jänner). Aber zuerst musste, inspiriert durch Heiko (http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=206348), der Pferdekopfnebel genauer angesehen werden.

B33 habe ich bereits mehrmals versucht bin aber immer gescheitert. 1.Versuch mit dem 31er Nagler, nichts zu sehen. Ok, versuchen wir´s mit UHC-Filter. Den habe ich aber nur in 1.25“ (Baader UHC-S) also musste mein 25mm Plössel herhalten. An der richtigen Stelle hingesehen und siehe da, da ist ein schwarzer Fleck an der richtigen Stelle. Ich habe es fast nicht glauben können, direkt zwar nur schwer zu halten indirekt aber dann doch eindeutig zu sehen. Den Nebel (IC434) konnte ich aber interessanterweise nicht ausmachen nur eben eine dunkle Stelle am Himmel. Diese konnte ich dann auch im 31er ohne Filter sehen.

Die positive Sichtung ist dabei sicher auch auf meine letzte Modifizierung meines Dobsons zurückzuführe. Hut wurde mit Velour ausgekleidet, die Fangspiegelkante geschwärzt und eine Blende am Hut angebracht.

Danach ging es gleich weiter zu M48 ein lockerer Sternhaufen und damit auf meiner Messierliste abgehackt. Da waren es nur mehr 18. Diese befinden sich alle tief im Süden und sind erst im Sommer wieder zu sehen. Das ist auch der Grund warum sie mir noch fehlen, da bei meinem bisherigen Beobachtungsplatz vor dem Haus die Sicht nach Süden extrem eingeschränkt ist.

Nicht weit entfernt davon geht’s gleich zu NGC2359. Also Teleskop zwischen Prokyron Sirius und alphaMon gestellt und da war er auch schon. Die Form einer Schnecke mit Haus sticht sofort ins Auge. Nach kurzem Überlegen ob OIII-Filter oder nicht entschloss ich mich ihn einzuschrauben. Beim Blick mit Filter kam mir dann ein WAU! aus. Ich dachte schon ich sehe nicht richtig. Eindeutig, das ist ja ein Wikingerhelm. Also da muss eine Zeichnung her.



Ich bilde mir sogar ein Strukturen im Helm zu sehen, konnte sie aber nicht wirklich halten. Wahrscheinlich auch dem Seeing geschuldet. Bei wirklich gutem Seeing muss der ja gewaltig aussehen. Die Zeichnung ist nicht ganz so gut gelungen, ich mache das leider viel zu selten. Der Anblick im Okular stand aber einer Fotografie um nichts nach!

Mittlerweile gab es auch immer wieder mal Windböen sodass ich nur mehr ein wenig Sightseeing machte wie M51, NGC2903 oder auch das Leo Triplet. Um 0:30 begann ich dann zusammenzupacken, sodass ich mich dann um ca. 1:00 wieder auf den Weg nach Hause machte. Überaschenderweise zeigte das Thermometer bereits wieder 0°C an. Auf der Fahrt ins Tal wurde es dann mit stellenweise -10°C wieder richtig kalt und nebelig.

Die Nacht war trotz schlechten Bedingungen dann doch noch recht erfolgreich. Ich hoffe jedenfalls, dass ich gleich wieder mal dort hoch zum Beobachten komme. Es ist dort nun mal um Klassen besser als bei mir vor dem Haus und die Fahrt ist es auf jeden Fall Wert.

Schöne Grüße,
Bernhard

Bearbeitet von: jochB am: 29.01.2017 18:43:57 Uhr

stardust3
Altmeister im Astrotreff


3545 Beiträge

Erstellt  am: 28.01.2017 :  19:26:44 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Bernhard,

schön, mal einen BB aus einer anderen ecke zu lesen :-)!

Ja das mit dem Entgegenfiebern einer auswärtigen Beobachtungsnacht das kann ich gut nachfühlen. Bin auch vor dem Losfahren etwas aufgekratzt.

Holla das mit dem 16er, da scheint Dein Auto schon recht gut gepackt zu sein. Muss ich mir echt noch überlegen, mir so ein Trumm, auch wenn es auseinandergenommen ist, zu holen.

Was wiegt die schwerste Einheit? Also wohl der HS-Kasten? Das ist ein Golf oder?

Die Bedingungen scheinen ja nicht 100 Prozent gewesen zu sein, aber auch das gehört ja dazu. Man muss halt durch häufiges Rausfahren seine Chancen erhöhen ;-).

Dennoch hast Du ja was geschafft, das ist schön. Um das Pferd haben sich anscheinend mehrere bemüht die letzte Woche ;-)! Prima dass es bei Dir geklappt hat. Mit 16" und an einem anderen Abend vielleicht. Obwohl Du schreibst mieses Seeing, aber fürs Pferd braucht man nur Transparenz - wie war diese?

Thors Helb habe ich (mit 8") wohl nur als Gasklumpen (Helm ohne Hörner) gesehen und gewundert was daran ein "Wickinger Helm" ist. Aber nach Deiner Zeichnung - hmm muss ich nächstes Jahr mal nachzuvollziehen versuchen.

Sag mal wie hast Du Dein Stimmungsbild beleuchtet? es ist alles so gleichmäßig dezent in weisslicht beleuchtet.

Schönen Gruß und noch viele Erfolge dort droben.

Walter

LLAP

Bearbeitet von: am:
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jochB
Meister im Astrotreff

Österreich
644 Beiträge

Erstellt  am: 29.01.2017 :  15:14:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Walter

Ja,ist ein Golf. Das Teleskop passt da wie angegossen in den Kofferraum. Man benötigt für meines einen Würfel von ca. 60x60x50cm Platz! Schwerstes Teil ist wie du schon meintest der HS-Kasten mit 14kg. Das ganze Teleskop kommt dann mit 4.5" Sucher auf etwa 35kg. Wobei ich beim Bau eigentlich nicht sehr auf Leichtbau geachtet habe.

Die Bedingungen waren wirklich nicht gut. Dafür war ich letzte Nacht nochmals oben. Auto war ja von der Vornacht noch nicht ausgepackt. Somit ersparte ich mir die 30min zum einladen. Diesmal war die Luft richtig ruhig. Das hätte ich mir am Vortag gar nicht vorstellen können, das das geht. Der Orionnebel war der reinste Wahnsinn sodass ich jetzt noch eine Gänsehaut bekomme! Diesmal war auf der Sternwarte auch was los. Am Abend war eine Führung und Fotografiert wurde auch wieder. Dem Astrofotografen habe ich dann noch die Zeit verkürzt indem ich ihm ein paar Sachen gezeigt habe. Thor´s Helm hat ihn auch richtig begeistert. Der wurde von ihm auch schon Fotografiert und das man den so gut im Teleskop sieht hat ihn überrascht.

Die Nacht hatte so um die fst. 6mag. Ich weiß nicht ob das für das Pferdchen reicht. Ich bin mir aber sicher, das ich es gesehen habe und denke nicht das nur der Wunsch es zu sehen zur Sichtung geführt hat. Wie schon geschrieben, habe ich den Nebel IC434 nicht wirklich sehen können, aber einen dunklen Fleck an der richtigen Stelle!

Das Stimmungsbild habe ich mit einer kleinen LED-Taschenlampe beleuchtet. Dazu musste ich während der Belichtung (80sek) den Lichtkegel immer über die gewünschten Bereiche schwenken.

Ich bin mit dem Wochenende sehr zufrieden. Von den zwei Nächten kann ich jetzt die nächsten Wochen zehren!
Auf das das Jahr so weitergeht wie es begonnen hat!

Schöne Grüße,
Bernhard

Bearbeitet von: am:
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stardust3
Altmeister im Astrotreff


3545 Beiträge

Erstellt  am: 29.01.2017 :  23:36:39 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Danke Bernhard,

also ein Eigenbau, sieht gut aus! Alle Achtung.
Ich war ja aufm Kieker auf das ES16", aber dessen Spieglkasten ist mit fast 24kg angegeben.
Das habe ich mal zu heben versucht (Wasserkasten plus noch ein paar Flaschen) - nee nix für meinen Rücken :-(. Mein Limit sind 18kg hab ich festgestellt, selbst wenn es nur das Hochwuchten in den Kofferraum ist.

Also bis zum nächsten BB und in diesem Sinne...

...CS!
Walter

LLAP

Bearbeitet von: am:
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jochB
Meister im Astrotreff

Österreich
644 Beiträge

Erstellt  am: 30.01.2017 :  19:03:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Walter,

also 400mm Öffnung können schon was!

Die 14kg von meinem sind für mich gut zu handeln. 24kg sind dann aber schon eine ganz andere Nummer. Also Selbstbau !

Ich benötige dann nur noch unbedingt eine neue EQ-Plattform. Meine aktuelle funktioniert leider mit dem 16"er überhaupt nicht mehr.

schöne Grüße,
Bernhard

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