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Daniel1983
Neues Mitglied

Deutschland
5 Beiträge

Erstellt am: 11.01.2017 :  13:00:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,
ich heiße Daniel und bin neu hier im Forum und auch Neuling, was Teleskope betrifft. Vor kurzem konnte ich mit etwas glück relativ günstig ein gebrauchtes Bresser Messier AR90/900 erwerben. Der Refraktor steht auf einer EXOS-1 Montierung.

Was mich irritiert...
Ich habe das Gefühl, dass die Montierung in beiden Drehachsen zu schwergängig läuft. Ich glaube das, da mir beim austarieren folgendes aufgefallen ist:
RA-Achse - Selbst wenn ich das Gegengewicht um mehrere Zentimeter auf der Stange schiebe, bleibt die Achse unverändert in Position. Somit ist es mir nicht möglich den optimalen Punkt des Gegengewichtes zu finden. Zwar bewegt sich das Teleskop nicht von selbst, aber ich kann mir vorstellen, dass das Getriebe sehr dennoch zu sehr belastet.
DEC-Achse - Hier ähnliches Spiel. Egal auf welcher Position der Refraktor festgeschraubt wird. Eine durch Gravitation verursachte Eigenrotation findet nicht statt. Das sah mir in den Videos, die ich zu diesem Thema geschaut habe völlig anders aus.

Die Achsen laufen, abgesehen von der Schwergängigkeit, ohne zu stocken. Auch ist die Schwergängigkeit in allen Drehpositionen gleichbleibend schwer.

Ich hoffe ich konnte ein gutes Bild davon abgeben, was ich hier meine. Meine Sorge ist einfach, dass wenn ich in Zukunft einen RA-Motor anbringe, dieser durch den zu hohen Widerstand nicht nachführen kann und der kleine Motor überlastet ist. Auch möchte ich die Getriebe natürlich möglichst entlasten um sie zu schonen.

Danke schon mal vorab, für die Zeit die Ihr euch nehmt mir zu helfen :)

Gruß

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wynnie
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
68 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2017 :  13:19:54 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Daniel,

wenn die Montierung schon etwas älter ist, kann es gut sein, dass das Fett verharzt bzw. sehr zäh geworden ist (man spricht in diesem Zusammenhang auch von 'Chinahonig' ;-).

Du kannst das aber beheben indem Du die Montierung zerlegt, reinigst und anschließend neu Fettest (mit geeignetem Fett z.B. : http://cg-5.de/html/fett.html)
Eine Anleitung dazu gibt es im Netz. Die EXOS-1 ist ja soweit ich weiß baugleich zur NEQ-3. Daher sollten Anleitungen für diese auch passen.

Ich habe das vor einiger Zeit mit einer alten CG-5 gemacht die die gleichen Symptome gezeigt hat wie Deine Montierung.
Man muss kein ausgebildeter Mechaniker sein um das hinzukriegen. Wichtig ist alles per Foto zu dokumentieren und vorsichtig zu sein. Das ist ja alles 'Weichmetall' also Aluminium und Messing das keine grobe Behandlung verträgt.

Viele Grüße
Michael

_________________________
per aspera ad astra ...

Skywatcher Explorer-150PDS
Kaufhausnewton 114/900
Vixen GP mit goto4all

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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


14809 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2017 :  13:30:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Daniel,

willkommen hier auf Astrotreff.

Hast du die Achsklemmungen gelöst? Sowie du es beschreibst, könnte das nicht der Fall sein.

Anleitung Montierung EXOS II / I (klick mich)

Schau mal in die Anleitung zur EXOSII/I rein. Auf Seite 3 sind die beiden Montierungen abgebildet. Bei der EXOS II sind die Achseklemmungen mit den Ziffern 17 und 33 gekennzeichnet (#17 ist der schwarze Knebelgriff).

Auf dem Bild ist das bei der EXOS I nicht erkennbar, aber ich kann mir nicht wirklich vorstellen, das diese kleinere Montierung keine Achsklemmungen hat.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

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Daniel1983
Neues Mitglied

Deutschland
5 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2017 :  13:48:07 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Das ging ja schnell :)

Die Achsklemmungen habe ich selbstverständlich gelöst, da ansonsten nur mit Anwendung brachialer Gewalt da noch Bewegung ins Spiel kommen würde
Aber trotzdem guter Hinweis. Ich kann mir vorstellen, dass gerade Anfänger (wie ich) das gerne mal übersehen...
Die Anleitung habe ich mir bereits vorab ausgedruckt und brav komplett durchgelesen

Der Hinweis mit dem `Chinahonig` könnte tatsächlich die Ursache sein vom Gefühl her. Dazu habe ich just, die Polsucherschutzkappe gelöst und hatte das Glück dort einen Tropfen Fett erspäht zu haben. Dieser ist wahrscheinlich bei der Produktion der Montierung bereits dort hingelangt. Jedenfalls ist eben dieser kleine Tropfen seeeehr zäh. Hat eher was von dickflüssigem Flüssigkleber. Ich nehme mal an, dass dieses Fett dasselbe Fett ist, welches sich im Getriebe befindet.

Ich werde mir frisches geeignetes Fett besorgen und mich an die Arbeit machen. Bis ich dafür die Ruhe und die Zeit habe kann es allerdings noch etwas dauern. Ich halte euch auf den laufenden!

Danke für eure Tipps!

Gruß

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stefan-h
Altmeister im Astrotreff


14809 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2017 :  14:33:28 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Daniel,

naja, bei nicht mit Gewalt angezogenen Klemmungen kann man die durchaus überdrücken, von selbst bewegt sich in dem Fall dagegen nicht, daher der Gedanke daran.

http://www.cg-5.de/html/montierungen.html

Schau mal auf die Seite. Die EXOS I ist nicht aufgeführt, aber vielleicht hilft die Beschreibung einer der gelisteten- unter Montierungen/FAQ zu finden.

Was auch denkbar ist, die Klemmschrauben drücken meist nicht direkt auf die Achse, da ist ein Klemmstück (Metallstreifen oder Bolzen) dazwischen. Wenn dieses Stück sich nicht richtig löst, führt das auch zu erhöhtem Kraftaufwand.

Aber egal ob es das Klemmstück oder verharztes Chinafett im Lagerbereich der Achsen ist- um ein weitgehendes Zerlegen wirst du kaum herumkommen. Die Teile mit Waschbenzin oder Terpentinersatz mit Hilfe eines Pinsels nass waschen, danach mit einem halbwegs hochwertigem Fett versehen.

Vielleicht auch hilfreich- es gibt eine Mitarbeiterin von Bresser als User hier im Treff- AnkeMo (klick mich). Wenn du Anke per PN kontaktierst kann sie vielleicht auch helfen.

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

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Daniel1983
Neues Mitglied

Deutschland
5 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2017 :  15:29:14 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hmm...
Ich überlege gerade, ob es sinn macht meine Montierung in erfahrene Hände zu geben für eine Wartung. Entscheidend ist schlicht weg der Preis. Sofern dieser zu hoch sein sollte, lohnt sich für mich der Kostenaufwand nicht, da der Nutzen (längere Lebensdauer der Montierung, Möglichkeit einer Motor-Nachführung) dem bei dem günstigen Schnapper nicht entgegen steht. Da würde ich dann nun doch irgendwann mal Nägel mit Köpfen machen und mir eine neue Montierung besorgen.

Habt ihr eine Idee, was eine Solche Wartung vom Fachmann kosten könnte? (Angenommen, dass nur neu gefettet werden muss)


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Daniel1983
Neues Mitglied

Deutschland
5 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2017 :  15:30:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
...oder natürlich selbst es wagen, alles zu zerlegen und selbst neu zu fetten... mit dem Risiko ein totales Debakel herbeizuführen ...

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stardust3
Altmeister im Astrotreff


2132 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2017 :  15:52:43 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Daniel,

im Link von Stefan sind doch Preisbeispiele angegeben (ca. 85 EUR für EQ5 - entspricht ca. EXOS-2). Übrigens vertreibt der Mann auch eine Füllung guten Schmierstoffs zum selber machen. Ich würde es selbst probieren, dann lernst Du was bei begrenztem finanziellen Risiko. Wenn Du später eine gebrauchte "ordentliche" Montierung kaufst, weisst Du was auf Dich zukommt ;-). Nur nicht vergessen, schön fleißig Fotos machen, wegen dem Zusammenbau...

Gruß,
Walter

LLAP

Bearbeitet von: stardust3 am: 11.01.2017 15:59:39 Uhr
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Daniel1983
Neues Mitglied

Deutschland
5 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2017 :  16:05:57 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hmm ok, ich versuche es selbst. Das Argument, dass man dabei was lernt hat mich überzeugt.

Ein eventueller Kollateralschaden würde auch nicht so schmerzen, weil günstiges Versuchsobjekt!

Handwerklich traue ich mir das absolut zu, mit einer ausführlichen Fotodokumentation knipse ich mir die Bauanleitung zusammen


Also, wenn "Operation Chinahonig" erledigt ist, poste ich hier mal ein paar Beweisbilder. Drückt mir die Daumen!


Vielen Dank für eure direkte Hilfe und Überzeugungsarbeit!

Bearbeitet von: am:
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stardust3
Altmeister im Astrotreff


2132 Beiträge

Erstellt  am: 11.01.2017 :  16:46:19 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Daniel,

dann toi, toi, toi. Gutes Lager-Fett gibt es eventuell auch bei der nächsten Autowerkstatt, falls Du online-Shopping nicht magst. Auf was (Bezeichnungen, Fettspezifikationen) man achten muss lässt sich prima er-g00geln {z.B nach China Honig Fett Montierung}. Man kann sich nämlich auch selbst was zusammenpanschen (Graphit+MOS2; säuerefrei; arktisfest oder so ähnlich oder anders ;-) )...

Ich wollte das anfangs auch mal prophylaktisch an meiner Skywatcher HEQ5 durchziehen, aber selbst im 4.Jahr läuft das Ding auch bei Minus-5 noch recht leichtgängig (nach Lösen der Klemmhebel, keine Ahnung wie hart die elektrische Nachführung ackern muss, die HEQ5 hat keine Handkurbeln mehr).

Gruß,
Walter

LLAP

Bearbeitet von: stardust3 am: 11.01.2017 16:49:39 Uhr
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