Statistik
Besucher jetzt online : 177
Benutzer registriert : 21595
Gesamtanzahl Postings : 1063984
Der Astronomie-Chat ... Live Diskutieren, Fragen stellen, Kontakte knüpfen ... Jederzeit mit anderen Sternfreunden in Echtzeit plaudern ...
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Astronomie - die Beobachtungen, Bilder, Ereignisse
 Deep Sky Objekt des Monats
 OdM Dezember 2016 - Barnard's Loop
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Nächste Seite
Autor Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema
Seite: von 3

oliva
Senior im Astrotreff

Deutschland
213 Beiträge

Erstellt am: 30.11.2016 :  16:34:39 Uhr  Profil anzeigen  Besuche oliva's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Leute,

ich habe mir ein Objekt ausgesucht, dass man ganz ohne Teleskop beobachten kann. Dennoch ist es nur etwas für fortgeschrittene Beobachter, da man zumindest mit Filtern umgehen können muss.

Bei Barnard's Loop bzw. Sh2-276 handelt es sich um einen sehr großen Emissionsnebel im Sternbild Orion. Er erstreckt sich nördlich der Gürtelsterne als fast halbkreisförmiger Bogen bis hinunter zu den markanten Sternen Saiph und Rigel. Die Beobachtung gestaltet sich in der Regel schwierig, da insbesondere der Orion in unseren Breiten nicht sehr hoch steht. Dennoch ist ein Beobachtungsversuch lohnend. Voraussetzung dafür sind ein sehr dunkler Beobachtungsplatz und eine exzellente Transparenz, die wir wohl in Deutschland nur an sehr wenigen Stellen finden. Hochgebirgsstandorte sind natürlich noch mal im Vorteil.

Ich habe das Objekt bereits vor Jahren das erste Mal von La Palma aus mit bloßem Auge beobachtet, wo der Orion über 20° höher steht als bei uns. Dort gelang es mir mit einem OIII-Filter die hellsten Nebelteile zu sichten.

Bei einer erneuten Beobachtung in diesem Jahr habe ich mich deutlich intensiver mit dem Objekt beschäftigt. Dabei habe ich auch verschiedene Filter an unterschiedlichen Tagen durchprobiert. Es hat sich gezeigt, dass ein H-Beta Filter am besten funktioniert. Hilfreich scheint auch eine Beobachtung mit beiden Augen, so dass man zwei Filter verwendet. Aber das kann ja jeder einmal selbst ausprobieren.

Zunächst zeigt sich ein diffuser Abschnitt etwa mittig auf der Verbindungslinie zwischen Saiph und Betelgeuse, der nach Nordwesten abbiegt und schmaler wird, um dann schwach auszulaufen. Bei intensiver Beobachtung werden auch der südliche Bogen sichtbar, wenn auch nur schwer und auch nur blickweise, der sich bis zwischen Saiph und Rigel verfolgen lässt.

Soweit die Beobachtung mit bloßem Auge. Habe vor Jahren auch versucht den hellsten Teil mit einem 3 Zoll Refraktor und minimaler Vergrößerung (12 fach) zu erhaschen, was mir mit UHC-Filter aus der Erinnerung heraus auch gelang. Leider habe ich aber keine Aufzeichnungen mehr dazu gefunden.

Anbei eine Zeichnung von mir, sowie aus Fotografiezeiten ein Mosaik, dass aus insgesamt sechs analogen Mittelformataufnahmen auf Kodak E200 zusammengesetzt worden ist. Aufnahmeort war der Roque de los Muchachos auf La Palma. Die Zeichnung entstand ebenfalls auf La Palma auf ca. 1300m üNN in den Weinbergen über Puntagorda.







Soweit so gut. Komme gerade von einer bzw. zwei excellenten Beobachtungsnächten auf der Wasserkuppe (28. & 29. November) zurück. Dort traf ich am Dienstag Mathias alias Moonchild_27. Wir kamen ins Gespräch und ja, ich verriet, dass ich jetzt dran sei. Da mir eine Sichtung aus Deutschland nicht bekannt war, wollte ich es von der Wasserkuppe aus versuchen. Mathias machte spontan mit. Und ja Barnard's Loop war auch von der Wasserkuppe aus sichtbar. Am Besten mit H-Beta. Mit UHC (Astronomik) war er zumindest zu erahnen. Dabei sind die o.a. Beobachtungen bestätigt worden.

Bin gespannt auf eure Beobachtungen.

Gruß

Oliver


Bearbeitet von: am:

hajuem
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1215 Beiträge

Erstellt  am: 01.12.2016 :  12:05:35 Uhr  Profil anzeigen  Besuche hajuem's Homepage  Antwort mit Zitat
Servus Oliver

Puhh! Keine leichte Aufgabe hast du uns da ausgesucht! Aber sehr gute Wahl und mal eine Abwechslung zu den bisherigen kleineren Objekten! Ich werde berichten!

Hajü
www.astromerk.de

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Klotzi
Meister im Astrotreff

Deutschland
451 Beiträge

Erstellt  am: 01.12.2016 :  13:20:19 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Klotzi's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Oliver,

ein schweres Objekt hast du da ausgesucht aber es gibt zumindest eine Sichtung aus Deutschland ;-)

Bei dem Objekt fällt mir sofort eine wundervolle Beobachtungsnacht auf dem Schauinsland mit Reiner Vogel ein, in der diverse Sharpless-Objekte im Brennpunkt standen (den vollständigen Bericht gibt es hier:
http://www.blackskynet.de/bericht100115.html ). Anbei ein Auszug aus dem Beobachtungsbericht:

"Motiviert durch den Erfolg am Californianebel versuchte Reiner sich alsbald am Barnard´s Loop S276, einem ausgedehnten Supernova-Überrest im Orion. Mit H-Beta Filter lies sich der Bogen im im24er PanO am 22"-Dobson schön abfahren. Im 4"-Bino war es möglich den nördlichen Teil des Bogens mit zwei UHC-Filtern (Reiner hatte ergänzend zu meinem einen baugleichen dabei) an den 30mm Ultimas (AP 6mm) auszumachen. Bei 4mm AP in den 19mm PanO´s war das bereits nicht mehr möglich!"

Ich habe später mit dem gleichen Gerät (APM SemiApo-Bino 4") und zwei H-Beta Filtern die Beobachtung noch mal betätigen können. Mit H-Beta-Filtern war es erwartungsgemäß noch einfacher! Dennoch ist das Objekt schwer zu sehen und sicherlich kein auffälliges Objekt, man braucht etwas Beobachtungserfahrung dafür.



---------------
Grüße
Thomas
http://www.blackskynet.de

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

glahn
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1368 Beiträge

Erstellt  am: 01.12.2016 :  22:21:25 Uhr  Profil anzeigen  Besuche glahn's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Oliver, hallo Forum,

nicht schlecht, mal was ganz anderes. Und die Idee ist so einfach wie genial. Zumindest kann man eine fehlende oder negative Beobachtung nicht mehr auf die mangelnde Öffnung schieben, finde ich gut.

Zitat:
Da mir eine Sichtung aus Deutschland nicht bekannt war...


Gibt es Oliver, gibt es, auch wenn die österreichische Grenze in Sichtweite lag. Das Objekt hatte ich schon mehrfach mit bloßem Auge beobachten können, meist jedoch vom österreichischen Hochgebirge aus. Eine Sichtung existiert jedoch auch aus den bayrischen Voralpen.

Von der Schwierigkeit etwa zwischen der optiklosen Detektion vom Californianebel (Hß) und Rosettennebel ([OIII]) einzustufen, wobei der Californianebel etwas schwerer ist.

So konnte ich eine bogenförmige, schmale Aufhellung auf ca. 12° Länge verfolgen. Ich notierte damals "einfach", also problemlos ständig indirekt. Sehr ähnlich zu deiner Beobachtung habe ich den Abschnitt über M 78 als hellsten Abschnitt wahrnehmen können, sehr ähnlich also wie im Teleskop. Die südlichen Ausläufer wirkten breiter, wohl ach wegen der schwächeren Flächenhelligkeit.

Noch drei Anmerkungen.
- Um Reflexionen zwischen Filterfläche und Auge zu vermeiden, sollte man durch die Hände Streulicht von der Seite abschirmen...ähnlich der Haltung eines Fernglases. Alternative dazu ist es die Jacke, Kapuze oder den Pullover über den Kopf zu hängen. Aber Obacht, Filtervorderseiten frei lassen
- Falls keine zwei Hß Filter zur Verfügung stehen, kann man durchaus auch eine Kombination aus UHC und Hß bilden. Mit der Zeit vereint das Gehirn der beiden unterschiedlich gefilterten Eindrücke.
- Auch wenn es logisch und nicht erwähnenswert erscheint, viele stolpern über den Gedanken - es langen auch 1 1/4" Filter.

Viele Grüße, uwe

www.deepsky-visuell.de

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Moonchild_27
Meister im Astrotreff


676 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2016 :  00:24:03 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Oliver,

Dank unserem zufälligen Treffen hab ich das Objekt bereits am Montag beobachten können.
Bin immer noch tief beeindruckt davon, allein die Größe ist der Wahnsinn und
die Freiäugige Sichtbarkeit mit einem H-Beta Filter, das war mal was ganz anderes für mich, toll.


Beobachtung auf der Wasserkuppe(Rhön), sehr gute Transparenz, mit bloßem Auge (ein Auge, genaue Öffnung also Unbekannt)
und einem H-Beta Filter. Der Teil des Nebelbogen war schwach indirekt zu sehen und begann sehr schwach ungefähr
Südöstlich der Gürtelsternen bei zwei übereinander liegenden schwachen Sternen. Nach Westen wurde der Nebel heller
bis zu dem hellsten Teil (der auch im UHC Filter auszumachen war), gegen ende wird er wieder schwächer und dünner.
Eine Nacht später (auf einem anderen Berg) könnte ich die Sichtung Wiederhohlen, kurz hatte ich das Gefühl auch
den Südliche Bogen zu sehen, aber das gelang nur einmal, also sehr unsicher, es bleibt bei der Sichtung aus
der Nacht zuvor.

Meine Zeichnung:



Liebe Grüße
Mathias

Nauris Mirrage 21" f/4
Obsession 18" f/4,5 Classic
Traveldob 14" f/4,8
Traveldob 12" f/5,3
Galaxy 10" Dobson f/5
Leica 8x42 Ultravid HD


Freunde der Nacht


Bearbeitet von: Moonchild_27 am: 02.12.2016 01:01:28 Uhr
Zum Anfang der Seite

fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2886 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2016 :  08:28:14 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Oliver,

sehr gute Wahl, wie Uwe schrieb kann sich niemand wegen mangelnder Öffnung rausreden - abgesehen von der Öffnung der Nebelfilter
Meine erste Sichtung der Loop gelang mit einem 7x42 Feldstecher mit 2" Filtern vor den Objektiven, festgeklebt mit Tesa.
An den Anblick kann ich mich noch sehr gut erinnern, es war nicht wirklich schwer den oberen, linken Bogen zu sehen. Etwa so wie auf den Zeichnungen von Dir und Mathias.
Leider weiß ich nicht mehr welche Filter das waren. Vermutlich war es die Kombination H-beta und OIII.

Filter vor dem Okularen, so wie die Nebelfilter vom Fujinon 16x70, sind eher enttäuschend.

Freiäugig mit Filtern war nichts zu machen. Damals hatte ich noch vieles doppelt, unter anderem einen 2" und 1,25" H-beta, diese Kombination war freiäugig ganz sicher dabei.

Viele Grüße
Kai






Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

oliva
Senior im Astrotreff

Deutschland
213 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2016 :  09:16:45 Uhr  Profil anzeigen  Besuche oliva's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Leute,

Das sind ja nun schon einige positive Beobachtungen. Übrigens die Filterreihenfolge (schlecht zu besser) bei mir war: OIII, UHC, H-Beta.

(==>)Thomas: Schöner Bericht über die Sichtung. Mit zwei mal 4" und Filtern. Da können die meisten binotechnisch nur mit einem Feldstecher i.d.R. 2" mithalten.

(==>)Mathias: Schöne Zeichnung. So haben wir ihn gesehen.

(==>)Uwe: Danke für den Hinweis mit dem H-Beta. Der Filter ist etwas tricky in der Benutzung. Da hast du absolut recht. Das mit dem Rosetten- und Californianebel muss ich auch mal probieren. Hatte bisher auch immer beidäugige Beobachtung UHC + H-Beta favorisiert. Musste aber vor ein paar Tagen feststellen, dass einäugig (Beobachtungsauge) + H-Beta besser geht. Ich glaube bei Mathias auch.

(==>)Kai: Habe auch einen Fujinon Feldstecher 10x50. Wegen der Kälte aber nicht eingesetzt. Die Nebelfilter habe ich auch sind aber von der Wirkung her nicht so gut. Hab's mal vor Jahren auch an Barnard's Loop ausprobiert. Allerdings war die Beobachtungserfahrung eher gering.

Oliver

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Moonchild_27
Meister im Astrotreff


676 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2016 :  10:22:55 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
(==>)Oliver

Zitat:
Musste aber vor ein paar Tagen feststellen, dass einäugig (Beobachtungsauge) + H-Beta besser geht


Das wollte ich noch erwähnen. Wir hatten ja den Luxus 2x H-Beta Filter
(vom gleichen Hersteller) zu nutzen. Die Sichtung mit beiden Augen
ging aber deutlich schlechter bis garnicht. Vielleicht ist das einfach
gewöhnungssache. Indirektes Sehen mit 2 getrennten Augen ? . Geht das überhaupt ?

Liebe Grüße
Mathias


Nauris Mirrage 21" f/4
Obsession 18" f/4,5 Classic
Traveldob 14" f/4,8
Traveldob 12" f/5,3
Galaxy 10" Dobson f/5
Leica 8x42 Ultravid HD


Freunde der Nacht


Bearbeitet von: Moonchild_27 am: 02.12.2016 10:25:12 Uhr
Zum Anfang der Seite

oliva
Senior im Astrotreff

Deutschland
213 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2016 :  12:44:22 Uhr  Profil anzeigen  Besuche oliva's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Mathias,

guter Punkt. Stimmt! Ich glaube, dass man mit dem Beobachtungsauge am besten "trainiert" ist. Wie schon mal diskutiert ist es das Auge, welches die größere AP erreicht. Vielleicht liegt es auch daran.

Gruß

Oliver


Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

ReneM
Meister im Astrotreff

Deutschland
518 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2016 :  16:45:00 Uhr  Profil anzeigen  Besuche ReneM's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo allerseits,

und juhu Oliver, endlich mal keine Galaxie und dafür eine unheimlich motivierende Aufgabe.
Im Sommer habe ichauch schon mal mit Filtern vor meinem 8x42-Fernglas (nichtmal festgeklebt, nur vorgehalten) experimentiert ... mit überraschenden Ergebnissen. Nun bin ich echt gespannt, ob und wie sich Barnards Loop offenbaren wird.

Ich habe den Loop vor zwei Jahren ganz unbedarft mit 14" probiert. Leider habe ich mir nichtszum benutzten Filter notiert, vermutlich UHC. Begonnen habe ich am Sternhaufen NGC 2112. Dabei war gut zu erkennen, dass südwestlich des Sternhaufens ein heller Rand verläuft, während der Haufen selbst in einem deutlich dunklerem Umfeld im Nordosten liegt. Ich habe dann versucht, den Rand nach Süden abzufahren, aber mit 1° Gesichtsfeld ging der helle Schimmer meist recht schnell verloren.
Ein positives Fazit dennoch: Für Teleskopbeobachtungen ist der Sternhaufen NGC 2112 sicherlich ein hilfreicher Ausgangspunkt.

Viele Grüße

Rene


Freunde der Nacht

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

glahn
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1368 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2016 :  17:28:00 Uhr  Profil anzeigen  Besuche glahn's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Oliver und Mathias,

dass ihr die Beobachtung mit nur einem Auge durchgeführt habt UND dieses auch noch als einfacher einstuft, ist mir neu. Ehrlich gesagt habe ich es noch nie mit einem Auge versucht, allein die abschreckende Wirkung bei einem Fernglas mal ein Objektiv abzudecken, haben mich davon abgehalten. Ein Fehler? Ich werde es mal mit einem Auge versuchen und berichten.

Richtig ist, dass indirektes Beobachten im binokularen Modus schwerer fällt, aber nicht unmöglich ist. Die Beobachtung aber mit der AP zu erklären halte ich für falsch. Erstens kommt das zweite Auge ja zusätzlich zum trainierten Auge dazu und zweitens ist die AP Öffnung meines Wissens nicht trainierbar, sodass beide Augen gleiche AP Öffnungen aufweisen sollten. Anders sieht es mit der Fähigkeit kleine Details wahrzunehmen (Visus) aus. Dieser lässt sich sehr wohl trainieren. Aber auch hier gilt: ein trainiertes Auge + ein untrainiertes Auge ergibt einen höheren binokularen Visus als der Visus des trainierten einzelnen Auges.

Viele Grüße, uwe

www.deepsky-visuell.de

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Robin
Meister im Astrotreff

Deutschland
543 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2016 :  20:55:16 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Oliver et al. :-)

Barnard's Loop ist für mich einer der beeindruckendsten Nebel überhaupt wegen seiner Größe und Form, auch wenn ich ihn bisher noch nie mit größerer Öffnung beobachtet habe.

Habe gerade in meinen Aufzeichnungen nachgeschaut. Im Februar 2007 hatte ich ihn wie oben beschrieben mit bloßem Auge und H-beta Filter einäugig beobachtet (das linke Auge deckte ich zu). Das war unter exzellenten Bedingungen von einer Hochebene im nördlichen Colorado aus. So trockene kalte Luft hätte ich hier auch gerne. :-) Damals hatte ich eine Grenzgröße mit bloßen Augen von 7 mag, allerdings haben meine damaligen Brillengläser nicht mehr gut korrigiert, sonst hätte ich schärfer und mehr gesehen... Gesehen habe ich einen kleinen Fleck, der an der Stelle war, wo man in Uwes Zeichnung den hellsten Bereich des Nebels sieht.
Ich notierte damals noch, dass ich den Nebel bei indirektem Sehen halten konnte. Den Filter habe ich zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten und die restlichen Finger der rechten hand als Streulichtschutz dahinter gehalten.

Später von Namibia (Fish River Canyon) aus beobachtete ich ihn mit einem 60 mm Refraktor bei 17x Vergrößerung als ein lichtschwaches Band, das sich einigermaßen gut vom Himmelshintergrund abhob. Dessen Breite schätzte ich etwa auf ein halbes Grad.

In der Literatur liest man ja manchmal, dass sich H-beta Filter erst ab etwa 8 Zoll Öffnung lohnen würden. Barnard's Loop ist da ein sehr gutes Gegenbeispiel. :-)


Clear skies

Robin

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5575 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2016 :  23:52:08 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Moin,

Ich habe den Loop sowohl mit dem 16"er als auch mit dem 80/560er ED beobachtet. Beide Male mit Lumicon H-Beta. Unter leidlich guten Bedingungen (m5,5) ging das auch aus meinem Vorstadtgarten. Der sehr engbandige Lumicon hat da wohl den Erfolg gebracht. Im 16"er ist Barnards Loop dann recht einfach, aber auch wenig beeindruckend. Man schwenkt von Gürtel des Orion nach links und irgendwann wird der Hintergrund heller. Das ist er. Man kann den Nebel dann recht gut mit dem Dobson abfahren, aber man erkennt kaum Strukturen und die Bogenform gar nicht. Er ist einfach zu groß. Im Refraktor bleibt er zwar auch strukturlos, aber man erkennt wenigstens die Bogenform.

Ich habe im Keller noch ein altes 10x50 Monokular liegen. Das wollte ich immer mal mit einer 2"-Filterfassung vor dem Objektiv ausrüsten. Das sollte dann für den Loop eigentlich optimal sein.

Bis dann:
Marcus

16" f/3,7 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
Vixen SP-DX und Porta, Star Adventurer
Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle.

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Moonchild_27
Meister im Astrotreff


676 Beiträge

Erstellt  am: 03.12.2016 :  07:22:28 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Zitat:
Original erstellt von: Rene_Merting

Hallo allerseits,

und juhu Oliver, endlich mal keine Galaxie und dafür eine unheimlich motivierende Aufgabe.
Im Sommer habe ichauch schon mal mit Filtern vor meinem 8x42-Fernglas (nichtmal festgeklebt, nur vorgehalten) experimentiert ... mit überraschenden Ergebnissen.



Hallo Rene,

Hast du noch das kleine "Gucki" , dieses Kleinfernglas was 28 Grad Himmelsauschnitt zeigt und ca. 2mag mehr an Grenzgröße bringt ?
Das dürfte doch einen deutlichen Vorteil bringen, wenn man H-Beta und UHC irgendwie davor befestigt, oder ? Dann ist um den Loop
noch genug Feld und die erkennbarkeit evtl. besser.

Liebe Grüße
Mathias


Nauris Mirrage 21" f/4
Obsession 18" f/4,5 Classic
Traveldob 14" f/4,8
Traveldob 12" f/5,3
Galaxy 10" Dobson f/5
Leica 8x42 Ultravid HD


Freunde der Nacht


Bearbeitet von: Moonchild_27 am: 03.12.2016 07:36:16 Uhr
Zum Anfang der Seite

oliva
Senior im Astrotreff

Deutschland
213 Beiträge

Erstellt  am: 03.12.2016 :  14:03:13 Uhr  Profil anzeigen  Besuche oliva's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi Leute,

Heute habe ich eine Beobachtung mit dem 10x50 Feldstecher zusammen mit 2 Zoll Filtern versucht. Links war der Astronomic UHC Filter auf die Frontlinse aufgelegt und rechts der Lumicon H-Beta Filter. Dabei kann das hellste Stück von Barnard's Loop Nordöstlich von M78 recht gut erkannt werden. Störende Sterne können ausgeschlossen werden, da sich der Nebel zwischen zwei Sternenketten befindet und im Bogensegment keine nennenswerten hellen Sterne stören. Das Segment lässt sich bis auf Höhe der Gürtel Sterne weiter verfolgeln, wobei dieses allerdings schwächer ist. Insgesamt zeigt sich somit ein ähnlicher Eindruck wie mit bloßem Auge. Bei der Beobachtung mit bloßem Auge ist tatsächlich die einäugige Beobachtung auffälliger mit H-Beta gegenüber der beidäugigen mit UHC. Am Feldstecher ist dieser Eindruck so nicht zu bestätigt werden.

Mit 14 Zoll und 40 facher Vergrößerung sowie H-Beta Filter wird Barnard' Loop leicht sichtbar. Einfaches schwenken auf Höhe von M78 reicht aus um den Nebel sehr leicht zu sehen. Es zeigt sich sogar, dass er zur Mitte hin heller wird und an dieser Stelle ein lang gezogenes "S" beschreibt. Lässt sich nach Süden hin ebenfalls fortsetzen wird dabei aber deutlich schwächer. Im Grunde zeigt sich das gleiche Bild wie mit bloßem Auge d.h. der Nebel ist bis auf Höhe der Gürtel Sterne sehr gut sichtbar. Man kann von hier aus versuchen ihn weiter zu verfolgen wobei dieser immer schwächer wird bis man schließlich zu Saiph gelangt. Wo der Nebel genau aufhört bleibt unklar. Man hat aber den Eindruck, dass er schwächer werdend fast bis zu diesem Stern reicht. Zwischen Saiph und Rigel werden auch immer wieder von Ost-West verlaufende Nebelfetzen sichtbar. Sie können aufgespürt werden etwa auf der Höhe von M 42 in Richtung Riegel. Es empfiehlt sich einfach die Gegend im Zick Zack zu scannen und sofern man einen Nebelteile identifiziert hat die Position im Sucher zu überprüfen. So bekommt man ein Gefühl, ob man richtig liegt oder nicht und es hilft Fehlsichtungen nahezu auszuschließen.

Gruß

Oliver

Bearbeitet von: oliva am: 03.12.2016 14:17:54 Uhr
Zum Anfang der Seite

glahn
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1368 Beiträge

Erstellt  am: 04.12.2016 :  10:56:01 Uhr  Profil anzeigen  Besuche glahn's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Oliver,

ich habe mich gestern nochmal an Barnards Loop probiert. Wie gefordert von Deutschen Boden aus, auch wenn ich mich über 1500m hoch befand und Österreich 10 Schritte (kein Scherz) entfernt war. Ein durchgeführter Länderwechsel brachte aber keine signifikanten Verbesserung

Die Aufhellung war beidäugig mit UHC und Hß (vor Beobachterauge) gut zu verfolgen, wenn auch recht schwer zu sehen. Das spricht für die top Bedingungen in der Rhön. Der Californianebel war mit ähnlicher Schwierigkeit auszumachen. Einäugig war die Aufhellung (B. Loop) zwar auch zu sehen, beidäugig fiel mir dies aber deutlich leichter. Gegencheck am Californianebel und Rosettennebel (dann mit [OIII]) bestätigten die bessere Sichtbarkeit jeweils beidäugig.

Das widerspricht euren Erfahrungen. Ich kann mir nur vorstellen, dass dies an der Sehtechnik liegt, speziell binokular. Meine Binozeiten liegen nun zwar nun schon 13 Jahre zurück, verlernen tut man sowas aber wohl nicht?

Entscheidend ist, dass man wohl beide Varianten (einäugig/beidäugig) probieren sollte. Vielleicht kann noch wer seine Erfahrungen mit dem Fernglas beisteuern. Dort könnte man den Wechsel monokular/binokular mit den entsprechenden Filter auch durchspielen. Eine Beobachtung mit dem "Gucki" würde mich übrigens auch interessieren.

schönen Sonntag, uwe

www.deepsky-visuell.de

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite
Seite: von 3 Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema  
Nächste Seite
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Springe nach:
Astrotreff - Astronomie Treffpunkt © Astrotreff 2001 - 2019 Zum Anfang der Seite
Diese Seite wurde in 0.46 sec erzeugt. Snitz Forums 2000

Der Astrotreff bedankt sich für die Unterstützung von:



?