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 Sonnenfinsternisse
 SOFI - Allgemein
 vor 17 + 1 Jahren: Totale Sofi in Deutschland
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Seite: von 2

sweeper
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4685 Beiträge

Erstellt  am: 12.08.2016 :  22:51:34 Uhr  Profil anzeigen  Besuche sweeper's Homepage  Antwort mit Zitat
Happy 17th Astronomie jubiläum to me *sing*

Ich interessierte mich schon immer irgendwie für das "da oben" - aber die Initialzündung gab dieses Ereignis - an das ich mich noch sehr gut erinnern kann.
Ich bilde mir sogar ein, das Gefühl noch zu kennen, als die Sonne verfinstert war.

Wir waren damals Studenten in einer WG in der Nähe Freisings. Wir wohnten in einem kleinen Häuschen und beschlossen für dieses Ereignis auch die Uni zu schwänzen - eine der wenigen Gelegenheiten wo wir eine Ausrede hatten.
Jedenfalls hatte ich mich darauf vorbereitet und allerhand gelesen.
Viel Quellen gab es nicht - ich besorgte mir Literatur aus der Unibibliothek und surfte im Internet - google gabs damals zwar schon, aber es war noch nicht populär als Suchmaschine. Aber Altavista und yahoo. Man surfte mit dem Netscape Navigator... falls das noch jemand kennt.

In Freising erkoren wir uns unseren "Finsternishügel". Die Auswahl erfolgte nach weniger strengen und gänzlich "unastronomischen" Gesichtspunkten. Einziges Kriterium war, dass der Hügel in Fussweite unseres Häuschens lag und der Kasten Bier somit mitgenommen werden konnte.
Ich erinnere mich noch, wie es mich beeindruckte einige Astronomen mit Teleskopen und Kameras zu sehen. "Bestimmt Wissenschaftler", dachte ich mir.
Es war nass-kalt ähnlich dem gestrigen Wetter hier - aber schon damals zeigte sich mein Potential als Finsterniss-Glücksschwein: Pünktlich zum ersten Kontakt riss es auf und seitdem ist es tatsächlich so, dass ich jede Finsternis, welche ich beobachten wollte auch beobachten konnte.
Falls jemand ein Maskottchen für die Sofi 2017 in den Staaten braucht - ich stelle mich zur Verfügung.

Jedenfalls kann ich mich noch gut erinnern, wie mich das Schauspiel begeisterte und ich die Effekte wie den aufkommenden Finsterniswind und den Temperatursturz bemerkte.

Hach - ich erinnere mich gerne an diesen Zeitpunkt zurück.

CS und Gruss
Robert
-------------------
"Es passen mehr Atome in ein Lichtjahr als es Sterne im Universum gibt!"
robert-blasius.de
www.avso.de
http://www.facebook.com/AVSO.de
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Dietmar
Altmeister im Astrotreff


1269 Beiträge

Erstellt  am: 13.08.2016 :  01:23:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Bei mir war die SoFi 1999 quasi der Start in das astronomische Hobby.

Nach Radioberichten (SWR3, Partyaufruf) schien die SoFi nur inStuttgart stattzufinden, hauptsächlich am Neuen/Alten Schloss.
Wir hatten uns schon einen Beobachtungsplatz in den Weinbergen östlich des Neckar ausgesucht,
als uns am SoFi-Tag der Wetterbericht animierte, von Stuttgart nach Westen zu fahren bis besseres Wetter kommt.
Anreisende Freunde aus Frankfurt leitete ich morgens um 9 Uhr nach Karlsruhe um.

Nach Abfahrt aus Stuttgart um 10 Uhr wurde aus der einstündigen Fahrt nach Karlsruhe zwei, denn auf der Autobahn ging es regelrecht beschaulich zu.
Die Sonne war ja bereits teilbedeckt, die Autos trödelten dahin und der Standstreifen wurde zum längsten Parkplatz de Republik.

Wir kamen jedenfalls 15 Minuten vor Beginn der Totalität am Bahnhof Karlsruhe an – auf der Rückseite.
Unsere Freunde hatten auf der Eingangsseite das Stativ aufgebaut, so blieben wir während der Totalität getrennt.

Wir bemerkten das Aufflammen der Lampen in Telefonzellen und an anderen öffentlichen Stellen,
auch stiegen aus einem aus Polen ankommenden Bus verschlafenen Gestalten aus,
die mit der beginnenden SoFi nichts anzufangen wussten.

Ich beobachtete die Sonne mit einem (heute noch einwandfrei funktionierenden) Canon 15x45 IS.
Von den im Fernsehen gezeigten züngelnden Protuberanzen (Zeitraffer - bäh) war zu meiner Enttäuschung nichts zu sehen.

Immerhin hatten wir während der Totalität freie Sicht und ich konnte den Mondschatten an der hohen Bewölkung heranrauschen sehen - sehr eindrucksvoll.

Nach der Totalität kamen wir mit unseren Freunden zusammen, dazu gesellten sich zwei Japanerinnen,
die sich auf Deutschlandreise von ihre Gruppe in Hamburg abgemeldet hatten und zur SoFi nach Karlsruhe fuhren.

Wir waren überrascht und beeindruckt. Ebenso war meine damals 88-jährige Schwiegermutter sehr angetan von der SoFi.

Clear Skies

Gruß Dietmar

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arminius
Altmeister im Astrotreff


1403 Beiträge

Erstellt  am: 13.08.2016 :  07:43:08 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Sofifreunde,
Hier nun auch zum 17jährigen meine Story.
Meine Frau und ich wohnen in Remscheid und hatten uns vorgenommen Richtung Stuttgart zu fahren.
Da unsere Tochter normalerweise Schule hatte haben wir die Lehrerin gebeten ihr für dieses Ereignis
freizugeben damit sie mitfahren konnte. Dies wurde bejaht und ich bot an, der Schule evtl. gelungene
Aufnahmen zur Verfügung zu stellen.
Früh morgens fuhren wir los, die Stimmung war super trotz wolkenverhangenem Himmel.
Auf der Autobahn zeigte sich allerdings das wir nicht die Einzigen waren welche dorthin wollten.
Noch vor Koblenz war sie so dicht das wir Angst hatten die Zeit würde uns davon laufen. Ist ja auch
nicht nett von der Sofi, das sie nicht auf uns warten wollte. Noch von der Autobahn konnten wir mit Hilfe
unserer Brillen sehen dass die Sichel immer schmaler wurde. Es war auch schon etwas Verdunkelung der
normalen Umgebung zu erkennen. Stuttgart konnten wir abschreiben. Langsam und zäh ging es weiter
während im Radio die Sender Lieder spielten wie: Hab Sonne im Herzen…… , Lieber Gott laß die Sonne wieder
scheinen……, u.s.w.
Nun schlichen wir im Stau weiter bis wir zu einer Abfahrt Richtung Hunsrück kamen.
Also, besser 30sec. Totalität als gar keine. Runter von der Bahn und in Windeseile Richtung
Hunsrücker-Höhenstraße. Nun hieß es Ausschau halten nach einer Wolkenlücke. Noch 3 min. bis zur
Totalität. Seitlich von uns war eine große Lücke zu sehen. Wagen gewendet, Querstraße genommen und aufs Gas.
(Mache ich sonst nie). Da war auch ein kleiner Parkplatz. Noch 2 min. Wagen angehalten, Newton raus, gegen den
Wagen gelehnt, Kamera drauf, Richtung Sonne gehalten und nun noch 30sec. Wusch, auf einmal war es dunkel.
Deckel vom Teleskop runter, fokussieren und draufhalten. Unsere Tochter meinte nachdem ich sie gewarnt hatte
einfach so in die Sonne zu sehen, „ Papa darf ich jetzt die Augen aufmachen“? Ich rief „Jaaaaaaa, na klar.
Schau hin, es sieht fantastisch aus“.
Hier nun ein paar bescheidene Schüsse.









Später erfuhren wir dass in Stuttgart die Sofi wegen regenverhangenem Himmel gar nicht zu sehen war.
Ich hoffe ich habe euch mit meinem kleinen Bericht nicht gelangweilt.

Sofigrüße,
Armin

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AstroErwin
Meister im Astrotreff


254 Beiträge

Erstellt  am: 13.08.2016 :  07:55:08 Uhr  Profil anzeigen  Besuche AstroErwin's Homepage  Antwort mit Zitat
Morgen Leute, Morgen SoFi
Wir sind extra von Zürich nach Esslingen gefahren. Zu meinen Metzger Kollegen WW, dort angekommen ging es ja gleich ans aufbauen. Aufbau fertig, wurde es rasant dunkler und dunkler und ganz ruhig wie in der Nacht. Durch die Wolken konnte man etwas über uns graues erahnen.
Dann war der Spuk auch schon vorbei. Danach gab es Weisswürste.
Habe das ganze bis jetzt noch nicht vergessen, die wahren einfach lecker. Danke Wolfgang
Gruss an Alle.
Erwin

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Ronald 1968
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
50 Beiträge

Erstellt  am: 13.08.2016 :  08:05:52 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Armin,

langweilt gar nicht Dein Bericht. Da habt Ihr ja echt Glück gehabt mit dem Wetter.
Danke für die Bilder, besonders für das kurz nach der Totalität. Da sieht man rechts oben diese kleine Protuberanz. Der Zeitpunkt ähnelt stark meine superschlechten Version weiter oben im Thread, bei der ich mich immer gefragt hatte, ob der Fleck an der gleichen Stelle ein Bearbeitungsartefakt ist oder doch eine Protube. Jetzt weis ich es

Viele Grüße
Ronald

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blauemaus
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1197 Beiträge

Erstellt  am: 13.08.2016 :  12:13:01 Uhr  Profil anzeigen  Besuche blauemaus's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo an Euch,

war damals auch dabei, ein kleiner Bericht auf meiner HP: http://www.mschmiedecke.de/sofibay/sofibay.htm

Viele Grüße,

Micha

http://www.mschmiedecke.de

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mmpgb
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1201 Beiträge

Erstellt  am: 13.08.2016 :  18:51:24 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Armin,
und natürlich auch alle anderen, nein, mich langweilen diese Berichte nicht im geringsten, im Gegenteil, es sind geteilte Erfahrungen, die die eigenen wieder lebendig werden lassen. Und ich finde es toll, dass ein solches Ereignis einen so lange beschäftigen kann und die Erinnerung an viele Details noch so klar ist als wäre es erst letzte Woche geschehen.

Dabei ist mir auch noch einmal klar geworden, wie dicht Glück und Pech bezüglich Wetter bzw. Beobachtungsort nebeneinander lagen.
Aus meinem "Sonnenfinsternis-Foto-Album habe ich noch einmal zwei Bilder abfotografiert; hier eines, das nur wenige Minuten nach der Totalität aufgenommen wurde:






Die dunklen Regenwolken kamen von Nordwesten aus Richtung Rhein herüber, wo es so aussah:





Dort wären wir eigentlich gelandet, wenn die Straßen nicht so verstopft gewesen wären - nur wenige Kilometer entfernt.

Gruß,
Manfred

53°15'N; 08°49'O

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Rigel7
Mitglied im Astrotreff


43 Beiträge

Erstellt  am: 08.04.2017 :  20:30:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hey,
schöner Thread hier. Da werde ich mich hiermit auch mal verewigen. Ich bin damals, zusammen mit meiner Mutter, in den Süden gefahren, bewaffnet mit meinem 20x60 Fernglas, Sofi-Brillen und einer einfachen, analogen, zoomlosen Plastikkamera. In den Tagen danach hatte ich einen Erlebnisbericht darüber verfasst den ich hier mal teilen möchte, garniert mit einigen Bildern die ich damals aufgenommen hatte.

Die letzten Tage vor der Sonnenfinsternis sind schrecklich. Der tägliche ( und am letzten Tag stündliche) Wetterbericht ist spannender und dramatischer als jeder Thriller. Hier in Sachsen hat man noch relativ gute Chancen, die partielle SOFI zu sehen. Die Wetterprognosen für Bayern sind dagegen wenig vielversprechend. Irgendwie komme ich mir veralbert vor, da die ganzen Wochen vorher super Wetter war und nun ein riesiges Tiefdruckgebiet aufzieht.
Ich überlege schon, nicht nach Bayern zu fahren und stattdessen hierzubleiben, um überhaupt etwas zu sehen. Allerdings habe ich bereits eine partielle Sonnenfinsternis hinter mir (12. Oktober 1996).
Gerademal bei 20% liegt die Wahrscheinlichkeit für freien Blick auf die Sonne im Reiseziel, der Gegend um München. Im Saarland sieht es dagegen anders aus. Dort stehen die Chancen bei 70% recht gut. Leider reichen Zeit und Geld nicht mehr, um noch einmal umzudisponieren (zum Glück, wie sich später herrausstellt). Also fahren wir nach Bayern. Ich freue mich seit ca. 12 Jahren auf dieses Ereignis und lasse mich nicht von einem Tiefdruckgebiet aufhalten! Ich möchte wenigstens erleben, wie es mitten am Tag dunkel wird.
Mit dem Zug geht es nach Freising. Unterwegs gibt es immer wieder sorgenvolle Blicke gen Himmel, nicht nur bei mir sondern auch bei den anderen SOFI-Touristen, die sich wie Heringe im Zug drängeln. Oft fahren wir an verstopften Autobahnen vorbei. Mit dem Auto hätte man es wohl gerademal bis nach Hof geschafft.
Nach ca. 6 Stunden Fahrt sind wir da. Wir werden mit einem Regenguss empfangen, der die Stimmung nicht sonderlich hebt. Mit der S-Bahn geht es etwa 1,5km weiter südlich bis Pulling, einem ländlicheren Fleckchen. Pünktlich zum ersten Kontakt reißt die Wolkendecke auf, wenige Minuten später ist bereits eine kleine Delle rechts oben an der Sonne zu sehen. Wir suchen uns einen geeigneten Platz auf freiem Feld

Der Blick nach Süden:

Schnell packe ich meine Utensilien aus, bevor sich die nächste Wolke anschickt, den Blick auf die Sonne zu verdecken. Mit dem Fernglas projiziere ich immer mal wieder das Sonnenbild auf eine weiße Fläche. Die Sonne ist mittlerweile fast zur Hälfte verdunkelt.

Ich erkenne, wie der Mond langsam einen größeren Sonnenfleck abdeckt. Skeptisch beobachte ich eine größere Wolkenlücke, die sich von Westen nähert. Ob sie es wohl bis zur Totalität schafft? Als die Sonne zu 80-90% abgedeckt ist, fällt mir zum ersten Mal auf, dass das Licht seltsam fahl und bleich geworden ist. Die Umgebung wird in ein grau-violettes Licht getaucht.


Etwa 10-5 Minuten vor dem zweiten Kontakt wird es merklich kälter. Wind kommt auf, und ich hoffe, dass er die Wolkenlücke etwas beschleunigt. Im Dorf höre ich Hunde bellen.
Dann, kurz vor dem zweiten Kontakt, ist die Wolkenlücke über uns und gibt den Blick auf die Sonne frei. Unglaublich! Direkt über uns freier Himmel und rundherum nur Wolken. Im Süden, über München, hängt eine riesige Gewitterfront. ich schaue wieder auf meine Projektion. Nicht zu fassen, dass eine so schmale Sichel noch so hell sein kann.
Die letzten Sekunden vor der Totalität sind an Spannung nicht mehr zu überbieten. Mein Herz pocht vor Aufregung. Das ist er nun... Das ist der Moment auf den ich seit meinem 6. Lebensjahr gewartet habe. Damals hatte ich zum ersten Mal von diesem Ereignis gehört und fieberte seitdem dem heutigen Datum entgegen.
Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Um 12:37 Uhr wird es von Sekunde zu Sekunde dunkler. Im Westen sieht man den Kernschatten des Mondes heranrasen. Es geht jetzt alles so schnell, dass ich gar nicht weiß, wo ich denn nun hingucken soll. Beobachte ich den Kernschatten im Westen? Schaue ich mir auf meiner Projektion die Perlschnur an, oder genieße ich den Diamantring?. Die Beobachtung der fliegenden Schatten, für die wir extra ein weißes Tuch auf dem Boden ausgebreitet haben, vergesse ich völlig.
Und schon ist der Kernschatten da. Ich blicke zur Sonne und sehe den Diamantring majestätisch aufleuchten, dann verschwindet auch er. Es ist nun dunkel wie in einer Vollmondnacht. Links von der Sonne erkenne ich sofort die Venus. Merkur und die restlichen Sterne sind hinter Wolken verborgen.
Überwältigt von diesen Ereignissen lehne ich mich zurück und genieße den Anblick der verfinsterten Sonne. Die Korona strahlt hell durch hauchdünne Wolkenschleier hindurch, an manchen Stellen ist das rötlich-pinke Schimmern der Chromosphäre zu sehen. Selbst mit bloßem Auge sind einige Protuberanzen zu erkennen.

Der Horizont ist aufgehellt wie beim Abendrot, aber eben nicht nur im Westen sondern in allen Himmelsrichtungen.

In der Ferne höre ich Gleichgesinnte jubeln und klatschen. Plötzlich fällt mir auf, dass die Vögel verstummt sind. Wie um mich zu widerlegen, krächzt irgendwo hinter mir ein Rabe. Er bleibt aber der einzige, der sich zu Wort meldet. Die nahe Fabrik auf der eben noch emsig gearbeitet wurde ist ebenfalls still. Es ist eine gespenstische aber nicht beängstigende Atmosphäre.
Dann, nach etwa 2 Minuten und 17 Sekunden beginnt sich der Himmel im Westen aufzuhellen. Es ist als würde jemand mit einem stufenlosen Schalter das Zimmer aufhellen. Wieder taucht der Diamantring auf, wirklich einer der ergreifendsten Momente einer totalen Sonnenfinsternis.

Schnell wird es wieder hell. Dünne Wolken ziehen wieder vor die Sonnensichel. dadurch kann man nun einen Effekt beobachten, der sich "irisierende Wolkenbänder" nennt. Die Wolken um die Sichel herum leuchten in allen Regenbogenfarben. Der gleiche Effekt ist manchmal auch bei Vollmond zu sehen, allerdings ist er hier um ein Vielfaches farbenfroher. Die Vögel fangen wieder an zu zwitschern. der abziehende Mond ist nun weniger interessant. Auf dem Weg zurück zur S-Bahn bemerken wir auch einige italienische Sternengucker, die sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen wollten. Eine andere Gruppe feiert das Erlebte mit Sekt. Eine halbe Stunde später schüttet es schon wieder wie aus Kübeln.
Zuhause erfahre ich, dass es ausgerechnet im Saarland zur Totalität geregnet hat.
Soviel zu Wahrscheinlichkeiten...


PS: Die Fotos haben beim Einscannen leider ein klein wenig an Qualität eingebüßt

Gruß,
Peter

Bearbeitet von: Rigel7 am: 08.04.2017 20:59:30 Uhr
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FrG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1730 Beiträge

Erstellt  am: 08.04.2017 :  22:20:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Zusammen,

dann lass uns mal erinnern:

Die Prognose für das Rheinland war mau, also haben ein paar Kollegen und ich uns auf den Weg in Richtung Karlsruhe gemacht.
Ab Koblenz wurde die A61 immer belebter, so dass wir bei Alzey auf die B 271 auswichen - toller Plan!

Die war genauso voll mit nervendem Stop and Go. Die Sonnenscheibe schrumpfte vor sich hin, und in der Nähe von Grünstadt hieß es: Jetzt aber Nix wie raus und ab auf den nächsten Hügel!

Gerade noch rechtzeitig erreichten wir zu Fuß eine Anhöhe mit hervorragendem Blick auf das Rheintal.

Wunderbar konnte man den Mondschatten wandern sehen. In der einsetzenden Dunkelheit verflogen sich einige Vögel, die haben aber zum Glück weder Personen noch sich selbst verletzt.
Obwohl wir es nicht ganz in die Totalität geschafft hatten, war kurzfristig die Korona zu sehen, wie schön!

Fotografische Versuche hatte ich mir selbst vereitelt:
An einem kurz vorher auf dem Flohmarkt erworbenen Teleobjektiv 1:6,3/400mm hatte ich natürlich (!) rumgespielt.
Als es spannend wurde, kriegte ich das verdammte Ding nicht in den Fokus - Barlowelement draußen gehabt und falsch herum wieder eingebaut, Schwachkopf!

Trotz und alledem ein beeindruckendes Erlebnis.
Für die unmittelbare Rückschau und Verdauung des Erlebten haben wir noch ein Weinlokal mit Tischen im Freien heimgesucht, zum Glück war ich nicht der Fahrer.

Danke Dir Manfred für den Reminder, den ich erst jetzt gesehen habe.

Gruß & CS Franjo

Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn Du Deinem Kind den Regenbogen zeigst.
Aber der Regenbogen wartet nicht, bis Du mit der Arbeit fertig bist.

Bearbeitet von: FrG am: 09.04.2017 00:22:09 Uhr
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mmpgb
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1201 Beiträge

Erstellt  am: 11.08.2017 :  11:11:16 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Tag allerseits,

vor jetzt mittlerweile 18 Jahren begann etwa um diese Zeit, kurz nach 11 Uhr MESZ, begann die Sonnenfinsternis über Süddeutschland, und die Erinnerung daran ist noch immer sehr präsent.
Zur Feier des Tages trage ich wieder das T-Shirt, das damals vom Verlag Bild der Wissenschaft, wenn ich mich richtig erinnere, herausgegeben wurde:





Und daneben liegt eins der Bilder, die damals analog entstanden sind, teilweise mit vor Aufregung zittrigen Händen, auch wegen der heranziehenden Wolken, die man erkennen kann. So hatte ich z.B. erst nach der Entwicklung gemerkt, dass in der Kamera, mit der Übersichtsaufnahmen gemacht werden sollten, der Film nach dem Einlegen nicht transportiert worden war. Ein einziges etwas überbelichtetes Dia war das Ergebnis.

Heute ist hier wieder Finsternis, feinster Nieselregen ....

Viele Grüße
Manfred

53°15'N; 08°49'O

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roblindau
Meister im Astrotreff

Deutschland
464 Beiträge

Erstellt  am: 11.08.2017 :  22:49:51 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ja das war der 11. August 1999, was soll ich sagen. Totale SoFi und das vor der eigenen Haustüre.

So ein Ereignis kann man sich als Sterngucker nicht entgehen lassen.

Also vom Bodensee nicht allzu weit auf der A7 Richtung Zentralzone nach Ulm. Mit Sack und Pack, meine Frau und zwei Kinder 4 und 2 Jahre alt. Nördlich von Ulm runter von der Autobahn gleich aufs Feld. Oh, da stehen ja schon ca. 20 Leute. Scheint ein beliebtes Feld zu sein.

Was ich an Equipment dabei hatte, weiß ich nicht mehr genau. Auf jeden Fall eine Videokamera mit Sonnenfolie und meinen alten 114er Newton auch mit Filter.

Das Wetter war zunächst bescheiden, es hat auf dem Hinweg sogar mal geregnet. Den ersten Kontakt haben wir nicht mitbekommen. Dann bis zur Totalität immer öfter Wolkenlücken oder dünne Wolken, durch die man die Sonne ganz gut sehen konnte. Während der Totalität war die Sonne meistens frei und ich konnte ein schönes Video aufnehmen, das ich mir schon lange nicht mehr angesehen habe. Am Newton standen die Leute Schlange.

Interessant waren auch die fliegenden Schatten und der auffrischende Wind während der Totalität.

Ein tolles und einprägendes Erlebnis. Danke für den Thread und euere Erinnerungen

Grüße Robert

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pescadorTT
Meister im Astrotreff

Deutschland
385 Beiträge

Erstellt  am: 11.08.2017 :  23:24:27 Uhr  Profil anzeigen  Besuche pescadorTT's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo liebe Leute,

die SoFi 1999 war wohl für jeden ein bleibendes Ereignis, der dieses miterleben konnte. Bei mir war es zu meiner Zivildienstzeit im Krankenhaus im Bergischen Land. Zur SoFi stand das Krankenhaus praktisch still: Patienten, Ärzte, Pflegepersonal und Besucher, die die Möglichkeit hatten / ergriffen, standen im Krankenhauspark und schauten mit ihren Brillen gen Sonne. Toll war das. Vor allem für Patienten, die dadurch für den Moment von ihrem Leid abgelenkt waren.

Ein guter Freund von mir (US Amerikaner) wohnt in Denver und freut sich riesig auf die SoFi am 21.08. in den Vereingten Staaten. Ich finde es schon sehr schade, nicht zu diesem Zeitpunkt vor Ort sein zu können, vor allem, da ich zwei Wochen später mit meiner Familie in San Francisco bin, aber dann ist der Spuk ja schon lange vorbei....

Nächstes Jahr können wir ja wenigstens eine MoFi genießen.

Viele Grüße und danke für den schönen Fred,
Sven


| Celestron 9.25 XLT | Losmandy G11 | Gemini 2 | Berlebach Planet | MGEN | ED 70/420 | Vixen 102M | Tal 1 | EOS 750D BCF MOD | ZWO ASI 120MC |



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mmpgb
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1201 Beiträge

Erstellt  am: 12.08.2017 :  22:44:34 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Da sind ja wieder einige interessante Berichte dazu gekommen, und jeder ruft das eigene Erleben mit in Erinnerung. Und ich habe auch jetzt erst gemerkt, dass ich Franjos und Peters Beiträge vom April nicht wahrgenommen hatte; in der Zeit konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht am PC arbeiten.

In neun Tagen findet ja das nächste Großereignis statt, und als ich die Informationen darüber im Kosmos Himmelsjahr noch einmal nachgelesen hatte, war ich doch sehr erstaunt, dass man im äußersten Nordwesten unseres Landes den Beginn der Finsternis miterleben können soll: in Aachen geht die Sonne beim ersten Kontakt unter, in Emden findet der Untergang ganze 4 Minuten nach dem ersten Kontakt statt, bei einem Bedeckungsgrad von 2,2%. Da wird man wohl nur an der Nordseeküste eine Chance haben. Bin gespannt.

Viele Grüße
Manfred

53°15'N; 08°49'O

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