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Seite: von 11

PeJoerg
Altmeister im Astrotreff


1097 Beiträge

Erstellt  am: 05.07.2016 :  11:04:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,
Zitat:
Für diese Zeichnung hat Uwe Glahn an meinem 180mm Reisedobson sein 6er Ethos verwendet!

der Uwe läuft außerhalb der Konkurenz. Als einer, der mit Augen eines Cyborgs ausgerüstet ist, "terminiert" er regelmäßig alle andern Beobachter um sich herum.
Viele Grüße
Jörg

Ausrüstung: Mehr als ausreichend, aber nie ganz zufriedenstellend.

Bearbeitet von: am:
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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3384 Beiträge

Erstellt  am: 05.07.2016 :  12:17:00 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jörg,
Zitat:
der Uwe läuft außerhalb der Konkurenz. Als einer, der mit Augen eines Cyborgs ausgerüstet ist, "terminiert" er regelmäßig alle andern Beobachter um sich herum.

Das kannn ich aber so nicht stehen lassen
Ich bin der Meinung, das sind zu 90% Ausreden der Leute, die nicht so geduldig und sorgfältig beobachten und dokumentieren wie der Uwe. Und die den Hintern nicht hoch kriegen, ab und zu sehr gute Beobachtungsstandorte aufzusuchen.

Ich habe schon mehrmals mit ihm zusammen beobachtet, als er noch seinen 16-Zöller hatte und ich meinen 18er. Ich sehe mich als durchschnittlicher Beobachter, und von der Wahrnehmung her war der Uwe etwa so viel besser wie sein Teleskop weniger Öffnung hatte. Mit anderen Worten, wir sahen "dank" seines kleinen Handicaps bei der Öffnung etwa gleich viele Details.

Was hier viel mehr ausmacht ist, die verlinkte Zeichnung wurde auf der Edelweißspitze auf 2560m bei Top-Seeing und Top-Transparenz angefertigt.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: am:
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PeJoerg
Altmeister im Astrotreff


1097 Beiträge

Erstellt  am: 05.07.2016 :  15:51:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,
Zitat:
Das kannn ich aber so nicht stehen lassen
Ich bin der Meinung, das sind zu 90% Ausreden der Leute, die nicht so geduldig und sorgfältig beobachten und dokumentieren wie der Uwe. Und die den Hintern nicht hoch kriegen, ab und zu sehr gute Beobachtungsstandorte aufzusuchen.

ja, ja, einverstanden. Er nutzt jede Gelegenheit und hat es nicht so weit zu den besten Plätzen und das übt selbstverständlich die Beobachtungsgabe ungemein.
Die Hardcorebeobachter stehen zum anderen auch im Wettstreit, wer welches Objekt mit möglichst wenig Öffnung knackt.
Hm, ich gebe zu, dass ich mich da nicht unbedingt stundenlang geißel um bestimmte Sachen zu erahnen, da gehe ich den bequemeren Weg und vergrößere mit schlechter werdenden Augen einfach die Öffnung.
Solange ich die großen Trümmer noch schleppen kann, ist alles gut.
Viele Grüße
Jörg

Ausrüstung: Mehr als ausreichend, aber nie ganz zufriedenstellend.

Bearbeitet von: am:
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4599 Beiträge

Erstellt  am: 07.07.2016 :  10:27:38 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage  Antwort mit Zitat
Der Bau von Reisebobsons ist für mich persönlich die Königsdisziplin des Teleskopbaus, weil so ziemlich JEDES noch so kleine Teil von allen anderen abhängt. ...und weil ein Reisedobson ohne Zweifel die beste Erfindung seit dem Fahrrad ist

Dieses Gemeinschaftsprojekt stellt an mich ganz neue Herausforderungen. Jetzt sind da zwei weitere Minimalismus Manjacks, die zu Glasdicke, Höhenradkrümmung, Alurohr Wandstärken - ja zu jeder Gewindesteigung eine eigene Meinung haben und sie erschreckend fundiert verteidigen können. Als Gegensatz kommt ein Mädel hinzu, die noch keinerlei Meinung zu dem hat und sehr pfiffig CAD- konstruieren kann . All das macht die Sache nicht einfacher, aber um Lichtjahre amüsanter.

Eigentlich brauche ich keinen neuen Reisedobson. Auch wenn meine 6 Zoll und 10 Zoll nach heutigen Maßstäben adipöse Spiegel haben, sind sie sehr kompakt und funktionieren auch nach vielen Jahren bestens. Vielleicht sollte ich anfangen, sie mehr zu verleihen.

Ein Leben ohne Reisedobson ist möglich aber sinnlos

p.s.
Die Festlegung auf 1,25" Okulare spart viel Geschleppe und vermeidet Balance Probleme. 2 Zoll Okulare vermisse ich da so viel wie den Fahrradkorb beim Alpenpässe hochradeln. Ich habe nicht vor, damit den Galaktischen Cirrus nachzuweisen. Den Nordamerikanebel und die Andromeda Galaxie kann ich abfahren, die muss ich nicht komplett im Okular haben.

3 Okulare für unterwegs:
- 24 mm Panoptic für die Übersicht. Wiegt 232 g, macht 45-fache Vergrößerung mit maximal möglichem 1,4° Gesichtsfeld. Die 5,3 mm Austrittspupille passt perfekt zu meinen Augenpupillen.
- 7 mm Nagler (alter Typ) als Arbeitspferd. Wiegt 188 g, macht 154x und eine AP von 1,5 mm.
- 4,8 mm Nagler (alter Typ). Wiegt 154 g, macht 225- fach und eine AP von ca. 1 mm.

Statt 7 mm Nagler hätte ich auch ein 9 mm Nagler T6.

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: Stathis am: 07.07.2016 11:39:18 Uhr
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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3384 Beiträge

Erstellt  am: 07.07.2016 :  12:55:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stathis,

Deinen Ausführungen kann ich nur zustimmen.
Das Schöne an diesem Projekt ist, der materielle Aufwand hält sich in erstaunlich engen Grenzen. Was man vom Aufwand an Hirnschmalz nicht sagen kann. Aber wir haben das ja so gewollt.
Zitat:
Ein Leben ohne Reisedobson ist möglich aber sinnlos
Genau!

Deine Okularzusammenstellung passt sicher hervorragend. Ein 24er Panoptic hätte ich auch gern, kostet aber > 1 Euro pro Gramm.
Mein altes Meade 24,5mm ist am 180er Reisedobson bei f/5,3 wunderbar, aber bei f/4,5 dürfte das Panoptic wesentlich besser dastehen.

7er Nagler Typ 1 hab ich auch noch zur Auswahl. Das 4,8er kann ich von einem Geretsrieder Vereinskollegen bekommen. Der Augenabstand ist speziell bei dieser Brennweite leider ziemlich klein. Da sind die aktuellen Typ 6 mit 5mm Brennweite deutlich besser. Dann würd ich mir allerdings eher das 4,7mm ES zulegen, das hat den gleichen Einblick wie Typ 6 Nagler, kostet aber nur 139 Euro.
Ein großer Vorteil deines Okularsets ist, sie sind alle homofokal!

Ich finde aber, ein Okular unterhalb 4,8mm Brennweite macht unterwegs auch noch Sinn! Die günstigen Planetary 3,2mm und 2,5mm finde ich hier richtig, weil Preis und Gewicht in sehr gutem Verhältnis zur Leistung stehen.

Gruß,
Martin


Bearbeitet von: MartinB am: 07.07.2016 12:58:58 Uhr
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Emil Nietlispach
Meister im Astrotreff

Schweiz
395 Beiträge

Erstellt  am: 16.07.2016 :  10:38:01 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin, Hallo Stathis,

hochinteressantes Projekt, das ihr da startet! Da ich im Januar für 2 Monate nach Chile gehe, muss ich mich ziemlich auf die Socken machen, um so etwas noch hinzukriegen.

Zu den optischen Daten habe ich nichts beizufügen, mache ich genau so. Aber zum Truss-Tube schon: Es geht mit weniger Gewicht und platzsparender: Die Uebelegung ist die:

Bei Flugzeug-Reisen hat man genügend Zeit für den Zusammenbau am Zielort, die Kompliziertheit des Aufbaus ist sekundär, Platzsparung und Gewicht sind primär. Bei Benutzung vor Ort ist Schnelligkeit des Auf-und Abbaus wichtig. Verstauung des Scopes im Rucksack kann man ganz vergessen, wenn noch Zelt Schlafsack und Wäsche etc. mit dabei sein müssen. Kein Kamel macht da mit.

Das führt mich zum 16-Stangen Truss-Teleskop. Also die ganz klassische Gitterbau Konstruktion nach Herr Serrurier.

Für die Flugreise wird alles total auseinander genommen. Man hat dann 16 halbsolange Stangen, 2 Ringe und 4 Kurzprofile für das Mittelteil (und einen Sack Nylon- Schrauben!). Der Spiegel kommt als Sandwich in zwei Holzrondellen. Der Rest gehört in die Okularkiste.
So etwas lässt sich problemlos im Reisekoffer mit der Wäsche zusammen verstauen, da alle Teile wenig Grösse haben. Zu den lästigen Höhenrädern habe ich auch eine Mini-Lösung, aaber vielleicht später mehr dazu.

Am Zielort oder bei einer Rucksackreise îm eigenen Land ist der 16-Stangen Newton eben auch das Beste, weil er robuster und leichter ist als die Kistenlösung:
Man nimmt zu diesem Zweck nur die beiden Spiegel heraus und montiert den ganzen Newton an den Rucksack. Mit einem geschätzten Eigengewicht von 1,5kg kein Problem. Also der Newton bleibt während des Aufstiegs zum Gipfel draussen.

Das wäre so in etwa mein Plan, es bleibt mir nicht mehr viel Zeit, herumzuträumen, wenn das Scope im Januar realisiert sein will.

Gruss Emil

Bearbeitet von: am:
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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3384 Beiträge

Erstellt  am: 17.07.2016 :  11:29:58 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Emil,

Das Schöne an einem selbst geplanten und gebauten Teleskop ist, man kann es ganz auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Trotzdem gibt es einige grundsätzliche Vorgaben und viele technische Einschränkungen.

Wenn ich ein Reiseteleskop komplett neu plane, fange ich mit Hauptspiegel, Fangspiegel und Okularauszug an. Die Dicke des Hauptspiegels wähle ich so gering wie möglich mit der Vorgabe, dass ich mit üblichen Bearbeitungsmethoden eine ordentliche optische Qualität hinbekomme.

Der nächste Schritt ist die Einblickposition bei verschiedenen Objekthöhen über dem Horizont.

Nun muss ich überlegen, wie der Kraftfluss bei der Aufhängung dieser Komponenten ist, wie die Optik kollimiert werden kann, und wie die Kräfte mit guter Steifigkeit der Konstruktion über die zwei beweglichen Achsen bis zu den drei Auflagepunkten zum Erdboden übertragen werden.

Nun wird's schon richtig kompliziert, weil der Drehpunkt in der Höhenachse vom Tubusschwerpunkt inkl. Okular und Sucher abhängt, aber dessen Lage wiederum von der Konstruktion. Sowas lässt sich nur iterativ bestimmen, wenn die Höhenräder Teil der Trusskonstruktion sind, was aber besser vor dem Bau über Tabellen oder 3D CAD gemacht wird.

Zusätzlich sollten natürlich Aspekte wie Ergonomie beim Beobachten, einfacher Auf- und Abbau, Justierbedarf nach dem Aufbau, sowie die Kompaktheit und Robustheit im Transportmodus beachtet werden.

Bei unserem Projekt sind ein paar Kompromisse nötig, es soll ja für mehrere Leute passen. Ein Vorteil ist, es existiert quasi schon ein Prototyp. Daher wissen wir, dass das Konzept grundsätzlich funktioniert.

Den Flugreise-Transport plane ich auch im Reisekoffer, nicht im Rucksack. Kleidungsstücke sind eine hervorragende Polsterung.
Wir werden allerdings die Spiegelbox so gestalten, dass der Spiegel darin arretiert werden kann, dann muss er zum Transport nicht entnommen werden. Eine Spiegel-Transportbox würde das Gesamtgewicht und die Transportabmessungen zusätzlich erhöhen.

Dass der Umfang der Zerlegung abhängig von der Transportmethode gewählt wird, ist natürlich sinnvoll. Bei unserem Konzept betrifft das hauptsächlich Okularhalter und Fangspiegel.

Die Größe der Höhenräder relativiert sich, wenn man bedenkt, dass dadurch 4 von 6 Stangen kurz genug werden zum ungeteilten Transport im Reisekoffer.

Den Aufbau möchte ich werkzeuglos machen können, mit möglichst wenigen losen Kleinteilen. "Steck + Klemm" mit unverlierbaren Rändelschrauben ist daher günstiger als eine Verschraubung mit loser Schraube durch ein Loch. Für die üblichen Schnellspanner ist diese Teleskopgröße wohl noch zu klein. Und Schrauben sollten für den Transport nicht überstehen, was eine überraschend heftige Einschränkung für die Konstruktion ergibt.

Dein Konzept mit "Zwischenring" und 16-Stangen Truss hatte ich bei der Vorplanung meines 180mm Teleskops auch als mögliche Alternetive ins Auge gefasst. Die viel höhere Zahl von Einzelteilen ohne signifikanten Vorteil bei der Steifigkeit sprach dann letztlich dagegen. Machbar ist es auf jeden Fall.
Bei einem Truss mit zusätzlichem Ring und 16 Stangen kannst Du je 8 Stück mittels Verbindungsstücken zu Bündeln zusammen fassen und zum Aufbau entfalten wie einen Regenschirm. Dann ist die stark erhöhte Zahl von Teilen zumindest entschärft.
Ich bin sehr gespannt, wie Du die Sache umsetzen wirst, und freue mich bereits auf deinen Bericht im Astrotreff!

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: MartinB am: 17.07.2016 11:31:52 Uhr
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Emil Nietlispach
Meister im Astrotreff

Schweiz
395 Beiträge

Erstellt  am: 22.07.2016 :  18:07:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,

Zitat:
Das Schöne an einem selbst geplanten und gebauten Teleskop ist, man kann es ganz auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.


Exakt!

Ich bleibe bei meinem Konzept, habe aber noch eine Frage zu deiner Skizze (Seite 1), weil das Problem bald auf mich zukommt:

Warum nehmt ihr den Okularauszug unter den Ring und nicht über den Ring?
das hätte im wesentlichen 3 Vorteile:
1. Der Okularauszug könnte direkt über einem Stangenpaar positioniert werden und er würde rein statisch betrachtet, nicht auf dem Ring federn.
2. Der Ring kann dann gefahrlos für den Fangspiegel abgestellt werden, er ist besser geschützt.
3. Die Stangen werden geschätzte 6-10cm kürzer.

Eine Straffung der Streben durch Spannung ist ja sowieso nicht gut möglich bei einem schwachen Alu-Monoring, es sei denn man nimmt einen gequätschten Ring in Kauf.

Gruss Emil


Bearbeitet von: am:
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MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3384 Beiträge

Erstellt  am: 22.07.2016 :  21:58:05 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Emil,

Danke für deinen Diskussionsbeitrag!

Den Fangspiegel und den OAZ vor dem Ring zu positionieren, ist durchaus möglich. Bei meinem vorigen Projekt (180mm Reisedobson) hatte ich mir dazu ausführlich Gedanken gemacht, diese Variante aber letztlich verworfen (wie mindestens 23 andere).
Mein erster Reflex war, das hat sich doch schon erledigt, aber jetzt hast Du mich ins Grübeln gebracht, ob da nicht doch was ginge. Unsere Tendenz geht momentan allerdings eher in Richtung erprobte Lösungen ohne Risiko, und in Richtung komplett CFK-freie Konstruktion.

Zitat:
1. Der Okularauszug könnte direkt über einem Stangenpaar positioniert werden und er würde rein statisch betrachtet, nicht auf dem Ring federn.
Mit montiertem Okular erzeugt der OAZ ein Torsionsmoment und eine Biegung. Die Biegung könnte man mit dem Stangenpaar abstützen, das Torsionsmoment nicht. Die Stangen können im Prinzip nur Zug- und Druckkräfte aufnehmen.
Die Darstellung in dem CAD-Entwurf ist aber irreführend. Der OAZ wird beim tatsächlich gebauten Teleskop schräg nach hinten seitlich positioniert, nahe bei einem Stangenpaar. In diesem Fall dürfte der Unterschied zwischen der Montage unter- und oberhalb keine entscheidende Rolle spielen.

Zitat:
2. Der Ring kann dann gefahrlos für den Fangspiegel abgestellt werden, er ist besser geschützt.
Das stimmt. Aber beim 180mm Reisedobson war das nie ein Problem. Bevor man anfängt, das Teleskop zu zerlegen, werden zuerst beide Spiegel geschützt. Der Hauptspiegel durch einen Deckel, der Fangspiegel durch eine Schraubdose mit Schlitzen im Unterteil. Dieses wird von vorn über den Fangspiegel gestülpt und das Oberteil dann von unten drangeschraubt. Voilà, der FS ist geschützt. Alternativ würde man den FS abnehmen und über seine Halterung in der Transportdose anschrauben.

Zitat:
3. Die Stangen werden geschätzte 6-10cm kürzer.
Klar, das ist ein echter Vorteil. Vielleicht könnten wir dadurch auf die Teilbarkeit derhinteren Stangen verzichten, aber ich fürchte, das geht erst bei 15-20cm kürzeren Stangen. Eher würde ich die Stangenlänge beibehalten und das Öffnungsverhältnis entspannen, z.B. auf f/4,8 bis f/5.

Als größten Nachteil sehe ich, dass beim Monoring hinten die Fangspiegel-Aufhängung komplett anders konstruiert werden müsste.
Unsere Metallkonstruktion ist selbstverständlich für eine auf Zug vorgespannte Fangspiegelspinne vorgesehen. Unterschätze nicht die möglichen Zugkräfte bei so einem Ring. Über 100N Zug pro "Spinnenbein" sind bei einem Ring aus 15x10x1,5mm Alu-Rechteckrohr ganz bestimmt locker möglich. Vielleicht mag das mal jemand rechnen?

Wird dagegen der Fangspiegel vorn platziert, haben wir im Prinzip zwei Möglichkeiten:
Entweder werden vier schräg aufragende Streben verwendet, dann können sowohl Zug- als auch Druckkräfte auftreten und die Konstruktion bleibt halbwegs symmetrisch. 0,5mm Blech für die Streben wie bei unserer "klassischen" Variante ist dadurch ungeeignet. Wenn es so eine Konstruktion sein soll, würde ich sowohl die Streben als auch den Ring nach Möglichkeit aus CFK "nass in nass" laminiert aufbauen und überwiegend Längsfasern einsetzen. Trotzdem müssten die Spinnenstreben wohl etwas dicker und auch breiter sein als bei unserer Lösung. Weiterer Nachteil: Der Platzbedarf beim Transport wäre kaum geringer als beim Zweiring-Hut. Diese Variante hat für mich zu viele Nachteile.

Die Alternative wäre ein ganz anderes Konzept: Eine etwas dickere Strebe verläuft von der dem OAZ gegenüber liegenden Seite zur Fangspiegelhalterung. Diese Strebe nimmt alle Kräfte außer der seitlichen Verschiebung des Fangspiegels auf. Gegen die seitliche Verschiebung wird noch quer hinter dem Fangspiegel ein dünner Draht gespannt.

Das Ganze dann so flach zu bauen, dass nach Demontage des Fangspiegels und des OAZ für die Reise nur ein flacher Ring übrig bleibt, sehe ich aber als ziemliche Herausforderung!

Ohne den Querdraht habe ich sowas schon mal bei meinem 97mm f/4,3 Sucher gebaut, und viele einfache kleine Newtons sind mit einer Einzelstrebe aufgebaut.
Hier überträgt die FS-Strebe aber wiederum ein Torsionsmoment auf den Monoring. Leider wirkt sich das durch Verschiebung der Bildposition zusätzlich zum Defokus unmittelbar auf die Kollimierung aus, anders als bei Torsion am OAZ, wo in erster Näherung nur ein Defokus auftritt.

Bei einem etwas größeren Teleskop, so ab 12" und mit 2" Okularauszug, könnte dein Konzept langsam interessant werden. In dem Fall käme auch f/4,0 oder noch etwas kürzer und die Verwendung eines Komakorrektors prinzipiell in Frage.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: am:
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Emil Nietlispach
Meister im Astrotreff

Schweiz
395 Beiträge

Erstellt  am: 23.07.2016 :  12:11:40 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,
Leider funktioniert bei meinem Compi das Zitieren nicht mehr richtig,(früher immer no problem).Ich fasse deshalb thematisch zusammen:


1a.Zum Problem der Torsion und Biegung:

du kannst mit einer entsprechenden Stangenfixierung (z.B. Schrauben) auch das Torsionsmoment verkleinern.
Mit einer Ringstärke von 15/10mm hast du eine sehr geringe Steifigkeit, ich bin mir da nicht sicher, ob nicht die direkte Platzierung des O-Auszuges über den Stangen wichtig ist.

1b) optimale Positionierung
Ich habe beim Bau meines 400er Teleskops umgebaut, weil gerade die Stangen einer optimalen (bequemen) Positionierung des O-Auszuges in die Quere kamen. Der O-Auszug war zu tief bei Schräglage des Teleskops, was Genickstarre beim Beobachten bewirkt hätte.


2.Nachteil des Platzbedarfs:

Der Platz unter dem Ring, wo in deiner Lösung der Fangspiegel sitzt, wird dafür frei. Irgendwie kommt das auf dasselbe hinaus.


3.Das mit der Strebendicke:

Da hast du natürlich recht. Sie müssen etwas dicker sein. Ich habe zuerst beim 400er mit o,5mm Stahlblech eine wackelige Sache bekommen, mit 0.8mm scheint es zu genügen. Kriege nimmt bei seinem käuflichen 450mm Scope, glaube ich mich richtig zu erinnern, gar 3mm! Bei einem Reise-Dobs, wo die Werkstatt weit entfernt in der Heimat ist, würde ich aber auf robust machen. Wäre doch blöde, wenn in der kristallklaren Atacama-Nacht die Beobachtung ins Wasser fallen müsste, wegen einer optimierten Konstruktion. (Deshalb gehört z.B. ein Spinnendraht nicht in den Traveller für mich.)

4.Zum Schluss in Klammern gesagt, ist für mich eben die Aesthetik beim Teleskop-Bau auch ein Argument. Es sieht einfach besser aus, das Scope strebt förmlich zum Sternenhimmel, ansonsten duckt es sich weg nach unten.

Gruss Emil

Bearbeitet von: Emil Nietlispach am: 23.07.2016 16:23:36 Uhr
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NormanG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1292 Beiträge

Erstellt  am: 30.11.2016 :  23:50:59 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ja Leute, so sind denn die Fünflinge?

Wir wollen Ergebnisse sehen!

Is ja nu schon ein Weilchen her hier...

CS
Norman

gepimpter 12" Sumerian-Dob mit f/4,5-Nauris-HS, 72 mm Lacerta Apo

- who stands the rain deserves the sun! -

Bearbeitet von: am:
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StefanSLS
Meister im Astrotreff

Germany
919 Beiträge

Erstellt  am: 01.12.2016 :  19:47:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Norman,

Nicht so ungeduldig#128521; im Geiste steht schon Alles....in der Realität noch nicht. Drei Spiegel sind auspoliert, zwei noch im Feinschliff...

Stay tuned#128526;

Viele Grüße,
Stefan

Bearbeitet von: am:
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NormanG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1292 Beiträge

Erstellt  am: 01.12.2016 :  21:11:58 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stefan,

okay - danke für die Info :-)
Ich dachte, ihr hättet parallel schon langsam was zurechtgezimmert, mit nem Dummy in der Box

Na dann noch viel Erfolg - ich bin gespannt :-)

Schöne Grüße
Norman

gepimpter 12" Sumerian-Dob mit f/4,5-Nauris-HS, 72 mm Lacerta Apo

- who stands the rain deserves the sun! -

Bearbeitet von: NormanG am: 01.12.2016 21:12:31 Uhr
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StefanSLS
Meister im Astrotreff

Germany
919 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2016 :  21:27:03 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Norman,

Sagen wir mal so: Der Martin war schon fleißig und hat bereits die Auszüge gedrehtach ja, und geeignete große Rucksäcke habe ich auch schon ausfindig gemacht- DAS Zubehörteil überhaupt!

Übrigens weisen die bereits auspolierten Spiegel fast identische Brennweiten auf- nur 4mm Unterschied! Sind wir gut oder gut?

Viele Grüße,
Stefan

Bearbeitet von: am:
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NormanG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1292 Beiträge

Erstellt  am: 02.12.2016 :  22:34:41 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stefan,

nich schlecht - witzig mit der brennweite :-)

rucksack - oha... ich nehme an, das sieht dann so aus:

http://i.ebayimg.com/00/s/NTAwWDQ0MA==/z/o-EAAMXQrhdTVipN/$_3.JPG?set_id=2



Im Ernst, Hauptsache, ihr achtet auf einen sehr guten, stabilen Hüftgurt und stabiles, verstrebtes Rückenteil. Sonst zieht es ganz fies im Nacken und - ja - IM Kopf. Schwer zu beschreiben, dafür umso unangenehmer. Aber ihr schleppt ja sicher weniger als ich herum

Schöne Grüße
Norman

gepimpter 12" Sumerian-Dob mit f/4,5-Nauris-HS, 72 mm Lacerta Apo

- who stands the rain deserves the sun! -

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