Statistik
Besucher jetzt online : 111
Benutzer registriert : 20398
Gesamtanzahl Postings : 1006892
Der Astronomie-Chat ... Live Diskutieren, Fragen stellen, Kontakte knüpfen ... Jederzeit mit anderen Sternfreunden in Echtzeit plaudern ...
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Astronomie - der Teleskop-Selbstbau (ATM)
 Das Teleskop-Selbstbau Technikforum
 Wir bekommen Fünflinge!
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Nächste Seite
Autor Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema
Seite: von 8

MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3313 Beiträge

Erstellt am: 03.07.2016 :  18:12:28 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo allerseits,

Einige haben es schon mitbekommen: Bei den Münchner Spiegelschleifern und Teleskopbauern ist mal wieder was los!

Wer nur an der Technik interessiert ist, lese bitte beim nächsten Beitrag "Das Projekt" weiter.


Die Vorgeschichte

Angefangen hat alles beim letzten Tag der Offenen Tür auf der Volkssternwarte München.
Dort stellten die Spiegelschleifer und Teleskopbauer wieder mal ihre Aktivitäten vor und einige Instrumente aus, unter anderem mein superleichtes 180mm Reiseteleskop und den 10-Zöller von Stathis mit seinem ersten selbst fertig geschliffenen Spiegel - der ist nun schon ca. 25 Jahre alt.
StefanSLS war auch mit dabei.

Mein 180mm Reisescope ist von der Handhabung und der Mechanik her nahezu perfekt, nur die optische Qualität ist mäßig und das Packmaß nicht ganz optimal. Außerdem lassen die 180mm Öffnung doch manchmal etwas Lichtleistung vermissen.
Aus diesen Gründen war ich mental bereits auf einen Neubau eingestellt.

Es wurde heftig untereinander gefachsimpelt und zwischendrin die Teleskope immer wieder den Besuchern erklärt. Auch das Spiegel schleifen und die optische Vermessung wurden vorgeführt.
Einige Besucher waren komplette Laien, die noch nie davon gehört hatten, dass man sich eine Teleskopoptik selbst herstellen kann.
Andere waren erfahrene Selbstbauer, z.B. Alfredo, mit dem ich ein interessantes Gespräch hatte.

Stefan schien auch nicht abgeneigt, noch ein weiteres Reiseteleskop zu bauen. Sein derzeitiges Instrument hat 13" Öffnung und wiegt etwas über 10kg, wenn ich mich richtig erinnere.
Der komplette Aufbau aus dem Reisezustand ist wohl relativ komplex.
Er interessierte sich daher für ein deutlich kleineres und leichteres Instrument. Unsere Vorstellungen ähnelten sich so stark, dass wir sofort über ein Gemeinschaftsprojekt nachdachten.

Eine Besucherin, die in München studiert, bekundete Interesse an einem eigenen Teleskop. Schnell stellten wir fest, dass ein leichtes Reiseteleskop mit "vernünftiger" Öffnung auch für sie eigentlich die beste Lösung wäre, der für sie unerschwingliche Preis einer guten "Fertiglösung" aber dagegen spräche. Schnell war aber auch klar, dass das für sie ein zu anspruchsvolles Projekt wäre, um es als erstes Teleskop allein zu bauen.
Spontan boten wir an "Hey, Du könntest dich uns anschließen, dann ziehen wir das gemeinsam durch". Das Angebot war durchaus ernst gemeint, aber ich schätzte die Wahrscheinlichkeit deutlich kleiner als 50%...

Mittlerweile überlegte auch Stathis, er bräuchte mal wieder ein handliches Reisescope, das technisch auf dem aktuellen Stand ist.
Unser Vorhaben gefiel ihm. Seine Ansage: "Ich baue eins mit".

Als wir gegen Mitternacht unsere Instrumente transportfertig machten, hatten Stathis, Stefan und ich uns schon mehr oder weniger geeinigt, wie ein optimales Reiseteleskop aussehen könnte, das noch leicht per Rucksack transportabel sein sollte und trotzdem genug Öffnung hat, um viel Spaß beim Beobachten zu bieten.

Am folgenden Dienstag beim regulären Treffen wurde die Sache weiter gesponnen, und zu unserer Überraschung war die Besucherin vom letzten Samstag auch mit dabei und bekundete ihre klare Absicht, unser Angebot zum Mitbauen anzunehmen.

Schnell stellte sich heraus, dass sie als einzige von uns mit einem 3D CAD-Programm umgehen konnte. Bisher hatte ich meine Teleskope mit Bleistift, Geodreieck und Papier konstruiert oder bestenfalls per CorelDraw in 2D am PC. Ich wusste, für dieses Projekt war das nicht die optimale Methode.
Nach weiteren intensiven Diskussionen kristallisierten sich dann die endgültigen Daten der Optik heraus.

Zwischenzeitlich besuchte ich das ITV, und anschließend war ich mit meinem Münchner Vereinskameraden BenN noch eine Nacht auf der Hohen Geba. Ben ist kein begnadeter Selbstbauer, aber ein sehr aktiver und erfahrener visueller Beobachter.

Ben hatte seinen schon fast historischen 10" Coulter dabei, ein Direktimport aus den USA, den er sich vor 30 Jahren angeschafft hat. Dieses Teleskop ist von der Konstruktion her ein echter Dobson, komplett mit Tailgate, und die Holzteile sind aus OSB-Platten. Mit ca. 30kg aber nicht wirklich leicht transportabel.
Mein superleichtes 180mm Instrument hatte ich direkt daneben stehen. Natürlich erzählte ich Ben von unserem Projekt.

Unser Gespräch verlief sinngemäß so:
Ich: "Bald habe ich ein Teleskop mit der Leistung von deinem, das nicht viel mehr Packmaß haben wird als mein kleines Reisescope hier".
Er:"Tolles Projekt. So ein leichtes Teleskop erschließt Beobachtungsplätze, die man mit so einer großen und schweren Kiste wie meiner nicht erreichen kann. Das wär auch was für mich, man wird ja auch nicht jünger."
Spontan beschloss ich, gleich zwei Exemplare zu bauen, falls er eins wollte.
Er wollte. Schnell wurde Stathis informiert, einen Spiegelrohling mehr zu bestellen. Gerade noch rechtzeitig, er hatte die Bestellung schon fast abgeschickt.


Bearbeitet von: MartinB am: 04.07.2016 00:56:41 Uhr

MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3313 Beiträge

Erstellt  am: 03.07.2016 :  18:13:59 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Das Projekt

Nach intensiven Diskussionen ergaben sich folgende Daten der Optik:

Öffnung 240mm.
Brennweite 1080mm
Öffnungsverhältnis f/4,5.

Spiegeldicke 18mm (Stathis, Eli), 15mm (Martin, Stefan, Ben)
6-Punkt Spiegelzelle, laterale Lagerung mit 2 Kugellagern im lateralen Schwerpunkt.

Fangspiegel ca. 50mm

Okularauszug 1,25" (maximales Gesichtsfeld 1,4°).
Sucher Leuchtpunkt oder Rigel.

Beim Aufbau werden wir uns weitgehend an mein 180mm Teleskop anlehnen: Monoring-Hut, 6-Stangen Gitterwerk, Höhenräder darin integriert. Spiegelbox aus Flugzeug-Birkensperrholz, Rockerbox ebenso.
Einige Materialquerschnitte werden vergrößert, andere beibehalten.

Zielvorgabe ist ein Gesamtgewicht um 5kg.


Alle Daten wurden nach sorgfältiger Überlegung bewusst so gewählt.

Weil das ein Selbstbau ist, mussten wir keine Rücksicht auf marktübliche Optiken nehmen.
Eine der Vorgaben war, mit einem 1,25" Okularauszug auszukommen.
Kommerzielle Anbieter meinen offenbar, auch bei leichten Reiseteleskopen müsse immer ein 2" Auszug dran. Das führt bei kleineren Instrumenten zu sehr unausgewogenen Ergebnissen. Extremfall ist der 8" Hofheim-Dobson, dessen Design übrigens ganz offensichtlich bei Michael Koch abgekupfert wurde. So ein Teil mit einem 31er Nagler auszurüsten, kann ich nur als völlig bescheuert bezeichnen.

Wir haben bewusst eine Zwischengröße bei der Optik gewählt. Ich selbst wollte zuerst 255mm, habe mich dann aber von 240mm überzeugen lassen. Die Gründe:

1. Um mit 1,25" OAZ noch ein ordentliches Gesichtsfeld zu bekommen, sollte die Brennweite nicht viel über 1m liegen. Bei Koffertransport müssen dann auch nur die 2 längsten der 6 Trussrohre für den Transport geteilt werden.
2. f/4,5 ist für uns "Grenze des Zumutbaren" für das Beobachten ohne Komakorrektor.
3. Die Spiegelbox sollte für den Transport im Rucksack möglichst kompakt sein

Bei der Spiegeldicke sind wir uns nicht ganz einig geworden. Auch dafür gibt es gute Gründe.

18mm sind bei 240mm Durchmesser noch ganz gut zu beherrschen. 15mm sind schon sehr anspruchsvoll, und die Gerfahr von Asti beim fertigen Spiegel ist deutlich größer. Stefan und ich sind aber der Meinung, das kriegen wir hin. Für Eli ist das sicher zu anspruchsvoll, und Stathis möchte dieses Teleskop eher als "Nebenbei-Projekt" durchziehen und nicht zu viel Zeit mit 3cm Poliertools verbringen.

Die übrigen Daten wurden weitgehend von bewährten Konstruktionen übernommen. Einige Details haben wir noch nicht endgültig festgelegt, z.B. den genauen Aufbau der Rockerbox und des Fußes und auch die genaue Fangspiegellagerung.

Ein offener Punkt ist noch die Beschaffung der Fangspiegel.
Optimale Größe wäre 50mm. In dieser Größe gibts aber praktisch nur die einfachen Kalknatronglas-Fangspiegel aus Fernost.
Hochwertige Fangspiegel mit Interferogramm aus Pyrex oder Quarz gibts offenbar nur in 46mm oder 55mm. 46mm ist sehr knapp, 55mm eigentlich schon zu groß.
Falls ein Mitleser eine Quelle kennt, bitten wir um einen Hinweis.

Hier noch ein Screenshot zum aktuellen Stand der Planung:


Gruß,
Martin

Bearbeitet von: MartinB am: 03.07.2016 19:59:47 Uhr
Zum Anfang der Seite

Fintel
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1675 Beiträge

Erstellt  am: 03.07.2016 :  20:10:22 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
hallo Leute,

Martin:
schönes Projekt! Wär was auch für mich gewesen.
Schade das M soweit weg liegt...
Ich habe just einen Reisedobson 10" f/4.5 fertig gestellt.
Kern ist ein kommerzieller "nur" 25mm starker Spiegel mit Selbstbau 9Pkt Zelle und zwei Auflagewippen.
Ich habe einen Standart 50mm FS eines bekannten Münchener T.- Anbieters verwendet.
Erste Testbeobachtungen zeigten eine sehr schöne Abb.ohne Asti auch bei hoher Vergr.
Ich habe kein max. Leichtgewicht gebaut.
Euer Projekt ist natürlich extremer, aber ich denke vom ganzen her die richtige Wahl mit ca. 10" und f/4.5.

Welche Okulare habt Ihr denn angedacht ?

Gruß
Christian

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

starrookie
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1515 Beiträge

Erstellt  am: 03.07.2016 :  20:45:03 Uhr  Profil anzeigen  Besuche starrookie's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,
Danke, dass Du mal wieder Daten zu einem Selbstbauprojekt postest. Meine erste Reaktion auf das Bild war die Frage: Warum ist der Einblick eigentlich von oben und nicht 30-45° seitlich? Dann muss man sich nicht so drüberbeugen und an Höhe verliert man z.B. bei 30° auch nicht sooo viel.
DS, Holger

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

KarstenF
Neues Mitglied im Astrotreff

Deutschland
19 Beiträge

Erstellt  am: 03.07.2016 :  20:58:25 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Mein 300mm/f5,6 Dobson ist gerade kurz vor der Fertigstellung (werde danach über Bau und Selbstschliff berichten). In einer knappen Auslegung unter Ausnutzung der Fokallage des sonst kaum nutzbaren 2" Steckanschluss meiner Hyperion Okulare verwende ich einem 2,14" ICS Standard Fangspiegel aus Pyrex mit Protokoll. Nachgemessen hat mein Exemplar 53mm auf der kleinen Achse über die Kanten, wobei noch ca. 52mm optisch übrig bleiben.

Karsten

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

BenN
Meister im Astrotreff


404 Beiträge

Erstellt  am: 03.07.2016 :  22:17:38 Uhr  Profil anzeigen  Besuche BenN's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,

der Entwurf macht schon mal Appetit . Ich freu mich drauf, danke dir nochmal

Servus
Ben

http://cougar.bakonyi.de/~ben/astro/index.html

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

StefanSLS
Meister im Astrotreff

Germany
904 Beiträge

Erstellt  am: 03.07.2016 :  23:00:31 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Christian,

Konsequent wären leichte Weitwinkelokulare mit f/4 Tauglichkeit. Ich schiele da auf Explore Scientific 82°. Als Übersichtsokular habe ich ein 22mm LVW, das mit ca. 450g aber bedeutend schwerer ist.

Viele Grüße,
Stefan

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Leonos
Meister im Astrotreff

Deutschland
416 Beiträge

Erstellt  am: 03.07.2016 :  23:39:04 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,

5kg Gesamtgewicht bei 9,5“ Öffnung ist mal ne Ansage. Das sollte als Rucksackgewicht zu packen sein. Bin gespannt auf die Gesamtkonstruktion. Ich selbst stecke zwar grade im RC-Projekt, aber so ein leichtes Reiseteil ist schon interessant.

Habt ihr schon einen OAZ ausgesucht? 1,25“ verwundert mich.


Ich wünsch Euch jedenfalls viel Erfolg und berichte weiter.

Gruß
Kay

300mm Selbstschliff(wird grad umgearbeitet), 8" Selbstschliff, 400mm Selbstschliff

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3313 Beiträge

Erstellt  am: 04.07.2016 :  01:23:13 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
(==>)Christian:
Das Öffnungsverhältnis f/4,5 stellt natürlich schon gewisse Anforderungen an die Okulare. Meine aktuelle Wahl für unterwegs ist:
18mm 82° Maxvision (gibts nicht mehr zu kaufen)
9mm 82° Nagler Typ 6
4,8mm 82° Nagler Typ 1 (oder entsprechendes Explore Scientific)
2,5mm 60° Planetary

Das ergibt folgende Vergrößerungen:
60x bei 4mm Austrittspupille und 1,4° Gesichtsfeld
120x bei 2mm AP und 0,7° GF
225x bei 1,07mm AP und 0,37° GF
432x bei 0,56mm AP und 0,15° GF

(==>)Holger:
Zitat:
Warum ist der Einblick eigentlich von oben und nicht 30-45° seitlich?
Das wird beim tatsächlichen Bau natürlich anders gemacht. Der abgebildete Entwurf ist mein erster Versuch, eine Konstruktion mit FreeCAD 0.16 zu realisieren. Ich bin noch ziemlich unbeholfen mit echter 3D Konstruktion, und das kostenlose FreeCAD kann momentan im Gegensatz zu den exorbitant teuren Profiprogrammen noch kein echtes Assembly, d.h. einzelne Baugruppen mit lokalem Koordinatensystem verwalten.

(==>)Kay:
Zitat:
Habt ihr schon einen OAZ ausgesucht? 1,25“ verwundert mich.

Okularauszüge bauen wir selbst. Wir werden wohl wieder den HC-1 mit metrischen Schrauben und Kugellagern nachbauen. Das habe ich für andere Teleskope schon mehrfach gemacht. In der Volkssternwarte München haben wir ja unter anderem eine komplett ausgestattete Metallwerkstatt.

Was verwundert dich an 1,25"?
Das maximale Gesichtsfeld genügt für fast alle Himmelsobjekte, und schwere Okulare mit 2" Anschluss sind sowieso untauglich für so eine leichte Konstruktion. Mich verwundert eher, wie man auf die bescheuerte Idee kommen kann, einen leichten 8" f/4 Reisedobson mit einem 2" Auszug zu verunstalten.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: MartinB am: 04.07.2016 01:50:35 Uhr
Zum Anfang der Seite

Mettling
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
5005 Beiträge

Erstellt  am: 04.07.2016 :  08:25:04 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,

Ein tolles Projekt, ich bin gespannt wie es weitergeht.
Ein 1,25" OAZ ist auch völlig ausreichend. Mein (von Christian (Fintel) erbauter) 6"-Flugreisedobson hat auch nur einen 1,25" Helical-OAZ. Als Übersichtsokular hat sich ein altes 22mm Panoptic bewährt, auch wenn es etwas schwer ist. Bei dem alten Okular kann man aber die 2"-Steckhülse abbauen und es dadurch sehr schön nutzen. Ob das beim aktuellen 24er auch geht, weiß ich nicht.

Viel Erfolg:
Marcus

16" f/3,7 Dobson, 6" Reisedobs, C8, ED 80/560, Sunlux (Skylux/PST-Mod)
Vixen SP-DX und Porta, Star Adventurer
Zeige mir einen Dobson und ich zeige Dir eine Baustelle.

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Leonos
Meister im Astrotreff

Deutschland
416 Beiträge

Erstellt  am: 04.07.2016 :  10:00:02 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,

an einen Selbstbau des OAZ hatte ich nicht gedacht, sorry. Ich hatte da die 1,25“ Auszüge im Kopf die bei TS u.A. angeboten werden. Das hätte irgendwie nicht gepasst.
Favorisiert hätte ich als Zukaufteil den HC-2. Wobei die Reduzierung auf 1,25“ auch schon wieder 80g wiegt.Wer aber selbst drehen kann ist natürlich klar im Vorteil.

Gruß
Kay

300mm Selbstschliff(wird grad umgearbeitet), 8" Selbstschliff, 400mm Selbstschliff

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

PeJoerg
Altmeister im Astrotreff


1092 Beiträge

Erstellt  am: 04.07.2016 :  11:12:44 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Martin,
ich wünsche viel Erfolg bei dem Projekt. Ich bin mal gespannt, wie ihr die Vermessung der Spiegel bei mur einem Interferometer regelt. Muss man da eine Nummer ziehen und im Warteraum Platz nehmen, bis man dran ist? Immerhin brauchen die Spiegel im Teststand eine nicht unerhebliche Anpassungszeit. Bei 5 Spiegeln ist 2018 schnell da.
Zitat:
Mich verwundert eher, wie man auf die bescheuerte Idee kommen kann, einen leichten 8" f/4 Reisedobson mit einem 2" Auszug zu verunstalten.

Auch wenn man es nicht oft braucht, 8" f/4 mit dem 26er Nagler hat 6,5mm AP und 2,7°. Gerade an dunklen Orten, wo man gewöhnlich mit einem Reiseteleskop hinfährt, hat das schon seinen Reiz.
Ich gebe zu, dass stellt einige Anforderungen an die Konstruktion.
Bei der Gelegenheit möchte ich auch mal die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Monoringes in den Raum stellen.
Die vermeintliche Gewichtsersparnis wird meines Erachtens, durch Instabilitäten am OAZ und des notwendigen sorgsamen Umgangs mit dem Fangspiegel beim Transport bzw. dessen Ausbau und separater Verpackung, mehr als wett gemacht.
Viele Grüße
Jörg

Ausrüstung: Mehr als ausreichend, aber nie ganz zufriedenstellend.

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3313 Beiträge

Erstellt  am: 04.07.2016 :  17:13:12 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jörg,

Danke für die konstruktive Kritik!
Genau das brauchen wir, um die Konstruktion noch mal kritisch zu prüfen und zu überdenken.

Die Interferometer werden sich bei uns sicher ganz schnell vermehren.
Wir werden bestimmt nicht den gesamten Spiegelschliff und Politur gemeinsam dienstags abends in der Sternwarte machen. Dann müsstet Ihr zu lange auf erste Beobachtungseindrücke warten, und das können wir den Astrotrefflern doch nicht antun.

StefanSLS hat bereits zu Hause ein Bath-Interferometer. Stathis und ich planen jeweils eins aufzubauen. Einige Komponenten sind schon beschafft. Ist ja keine Hexerei, und beim Krümmungsradius unter 220cm ist praktisch jeder Raum groß genug außer vielleicht Toiletten und Besenkammern. Ein Messtunnel ist auch schnell eingerichtet. Eli braucht eh unsere Hilfe, die werden wir überwiegend in der VSWM "versorgen".

Bei den sehr dünnen Spiegeln habe ich festgestellt, dass der Temperaturausgleich im Wasserbad mit Zimmertemperatur sehr schnell geht.
Zumindest bis Beugungsbegrenzt sollte das Messen also sehr flott gehen, danach natürlich immer sinniger. Es wird mein erstes Projekt mit Interferometer-Kontrolle, aber Stefan hat damit schon Erfahrung und es soll ja auch einen Lerneffekt haben. Ich bin gespannt!

Die Entscheidung, bei dieser Teleskopgröße einen 2" Okularauszug zu verwenden, würde zu einer völlig anderen Konstruktion führen und letztlich in einer Art Kettenreaktion ein ganz erhebliches Mehrgewicht zur Folge haben. Nach vorsichtiger Schätzung würde es das Gesamtgewicht des Equipments mehr als verdoppeln, denn wenn man schon einen 2" Auszug hat, kann man ja auch die guten Ethos-Okulare mitnehmen...
Der Monoring-Hut wäre dann natürlich auch in Frage zu stellen, da stimme ich dir zu. Aber so ein Teleskop wollen wir eben nicht.

Unsere Zielvorgabe war die Rucksacktauglichkeit. Da ist kein Spielraum für schwere Okulare à la Nagler 26mm (auch wenn das ein sehr schönes Okular ist, ich hab selbst so eins und benutze es gern).

Wir planen hier aber in Größenordnungen von 1 kg für alle Okulare zusammen, nicht allein für das Übersichtsokular. Maximal sinnvolles Okulargewicht ist hier ca. 400g. Das schließt leider alle bekannten 100° Okulare von vorn herein aus.

Wenn Du außer dem Teleskop auch warme Bekleidung, Isomatte, Schlafsack, Brotzeit und 3l Getränk selbst auf einen Berg schleppen musst, verzichtest Du freiwillig auf den Koffer mit der kompletten Ethos-Serie.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

StefanSLS
Meister im Astrotreff

Germany
904 Beiträge

Erstellt  am: 04.07.2016 :  20:09:00 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

Wenn es ums kompakte Packmaß geht, führt kein Weg am Monoring vorbei. Sehr wichtig bei Flugreisen (Handgepäck). Auch beim Rucksack.

Martin, das 6mm Ethos ist im Rennen- das bringt nur 400g auf die Waage und verfügt auch über 1 1/4" Anschluss.

Ein 2" 26er Nagler schreit bei f/4 nach einem Komakorrektor- und flugs baumelt weit über 1kg am Monoring. Bei kleinen Teleskopen mit leichtem Spiegel äußerst problematisch bzgl. Balance.

Viele Grüße,
Stefan

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

MartinB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3313 Beiträge

Erstellt  am: 04.07.2016 :  23:04:11 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stefan,
Zitat:
Martin, das 6mm Ethos ist im Rennen- das bringt nur 400g auf die Waage und verfügt auch über 1 1/4" Anschluss.
Danke, dass Du mich erinnerst - Für diese Zeichnung hat Uwe Glahn an meinem 180mm Reisedobson sein 6er Ethos verwendet!

Das ist auch eine schöne Bestätigung, wie viel ein guter Beobachter schon mit relativ kleiner Öffnung sehen kann, wenn die Bedingungen perfekt sind.

Gruß,
Martin

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

PeJoerg
Altmeister im Astrotreff


1092 Beiträge

Erstellt  am: 05.07.2016 :  10:58:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stefan,
Zitat:
Wenn es ums kompakte Packmaß geht, führt kein Weg am Monoring vorbei. Sehr wichtig bei Flugreisen (Handgepäck).

nicht ganz, schau mal, es geht: 14 Zoll im Handgepäck und kein Monoring, Fang- und Hauptspiegel bleiben in ihren Einbaupositionen für Transport als auch für den Himmel unverändert und sind gleichzeitig auch transportgeschützt.

Stangen und Höhenräder sind im Koffer, die würden aber bei einem Monoring trotzdem nicht ins Handgepäck gehen.

Zitat:
Ein 2" 26er Nagler schreit bei f/4 nach einem Komakorrektor- und flugs baumelt weit über 1kg am Monoring. Bei kleinen Teleskopen mit leichtem Spiegel äußerst problematisch bzgl. Balance.

Bei Flugreisen würde ich das 26er Nagler aus Gewichtsgründen zu hause lassen, wenn nicht, würde ich den Kompromiss ohne Komakorrektor eingehen. Bei f/4 wäre es zu verschmerzen.
Auch wenn eine Übersicht mit großem Gesichtsfeld reizvoll ist, würde ich, so wie ihr es vor habt, auch nur einen 1,25" OAZ verbauen.
Selbst bei meinem 14er ist meist nur die 1,25" Hülse aktiv, sogar beim Suchen.
Viele Grüße
Jörg

Ausrüstung: Mehr als ausreichend, aber nie ganz zufriedenstellend.

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite
Seite: von 8 Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema  
Nächste Seite
 Neues Thema  Zum Thema antworten
 Druckversion
Springe nach:
Astrotreff - Astronomie Treffpunkt © Astrotreff 2001 - 2015 Zum Anfang der Seite
Diese Seite wurde in 1.81 sec erzeugt. Snitz Forums 2000

Der Astrotreff bedankt sich für die Unterstützung von:



?