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Seite: von 5

TGM
Meister im Astrotreff

Deutschland
639 Beiträge

Erstellt am: 14.12.2015 :  22:22:20 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

wie ein Blick auf die Mondsichel oder die Milchstraße im Fernglas zeigt geht von der binokulare Beobachtung ein ganz besonderen Reiz aus. Auf diesen Luxus und die Bildästhetik wird wegen zusätzlichem Gewicht und erhebliche Mehrkosten ganz häufig zu Gunsten des Wunsch nach einem größeren Teleskopen verzichtet.

Doppelrefraktoren kombinieren die Vorteile eines Fernglases mit denen eines Teleskops und sind im Gegensatz zu Newton-basierten Lösungen (z.B. http://arieotte-binoscopes.nl/Image53%20fullb.JPG) einfach und bequem zu handhaben und zu transportieren, allerdings gibt es nur wenig kommerziell erhältliche Geräte. So wundert es nicht, dass im Selbstbaubereich viele interessante Projekte (hier nur eine kleine Auswahl) entstehen oder entstanden sind, im Hinblick auf maximale Lichtstärke :

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=186666
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=183195

oder auch in Richtung hohe Auflösung:

http://www.doppelteleskope.de/c11.html
http://www.page.sannet.ne.jp/mazmoto/ap2.jpg
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=167847

für die Sonnenbeachtung:

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=188576

Übrigens, ein einzigartiger Doppelrefraktor kann durch aus preiswert gebaut werden:

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=186666

Vor 6 Jahren habe ich mit der Planung und dem Bau eines Doppelrefraktors begonnen, der nun hoffentlich endgültig fertig ist. Bevor ich mich hierzu entschloss, hatte ich nach mehr als 20 Jahren Astro-Beobachtungs-Abstinenz einen kommerziellen Doppelrefraktor mit 115 mm Öffnung erworben. Seinerzeit war die Alternative entweder ein möglichst großes Fernglas oder ein großes Spiegelteleskop anzuschaffen. Ich entschied mich damals für die Fernglas-ähnliche Lösung. Mein drittes Selbstbauprojekt beim Übergang von Schule zum Studium, ein 250 mm Cassegrain - nach kleinen Schiefspieglern und Astrokameras - war wegen der Größe viel zu selten zum Einsatz gekommen.

Obwohl das 115 mm Bino ein super Gerät ist kam schnell der Wunsch nach mehr Öffnung, für Galaxien ist 115 mm doch recht knapp und so begann ich mit der Planung eines größeren Doppelrefraktors. Ursprünglich sollte es ein 180 ED f/6 Gerät werden, doch die die Objektive wurden nie geliefert und so wich ich dann auf 'nur' 160 mm aus. Eine wichtige, ehrgeizige Randbedingung, das neue sollte wenn möglich nicht schwerer als das kleinere Bino werden.

Die erste Version des Bino war bereits 2011 fertiggestellt. Seinerzeit habe ich nach heutigen Standards nur recht knapp berichtet

http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=113552

ich war mit vielen Punkten noch nicht so zufrieden und hoffte bald bessere Lösungen zeigen zu können, doch dies zog sich immer weiter hinaus. Jetzt ist das Teleskop scheinbar fertig gestellt (wird es jemals ganz fertig ? ) und ich möchte daher etwas ausführlicher auf die Konstruktion und auch einige Details eingehen.
Ich werde keinen super-langen Bericht zu verfassen - den mag vermutlich niemand lesen - sondern werde in unregelmäßiger Folge wenn ich Zeit finde auf die verscheiden Aspekte eingehen:

- der Doppelrefraktor, was ist überarbeitet
- die Montierung und das Stativ, beide sind ganz neu, über das Stativ habe ich hier schon einiges geschrieben
- Zubehör

Zum Einstieg etwas über die Optik des Teleskops, zwei 160 mm f/6.5 Apo Linsen von GPU Optical gefertigt, Pal Guylai designt die Optik für die CFF-Refraktoren

http://www.cfftelescopes.eu/optical-design.html

Bei den Linsen handelt es sich um ölgefüllte Tripletts mit FPL 53 Glas von Ohara als zentrales Element von zwei N-ZK7 Menisken eingeschlossen. Mit dieser Glas Kombination werden chromatische Fehler selbst bei f/6.5 in der Praxis bedeutungslos. Im Hinblick auf minimales Gewicht im Bino hat Pal das mittlere Glas deutlich dünner als üblich dimensioniert, so dass die Optiken zusammen 7 kg statt 8.5 kg auf die Waage bringen. Um bei dem recht großen Öffnungsverhältnis einen Strehlwert von besser als 0.95 zu erzielen waren asphärische Korrekturen notwendig. Heutzutage sind ölgefügte Tripletts nicht so verbreitet, vielleicht auch da das korrigierte Bildfeld nicht so groß wie bei Luftspalt-Tripletts ist. Der visuellen Beobachter wird dafür neben dem geringen Gewicht mit maximalem Kontrast und Transmission belohnt, bei nur zwei Glas-Luftgrenzflächen werden Reflexe minimiert, die theoretische Transmission bei 532 nm beträgt 98.5%. (irgendwann schaffe ich vielleicht mal dies nach zu messen). Wenn man mit einem Laserpointer in die Objektive hinein leuchtet erkennt man neben den Reflexen an den beiden Luft-Glas-Übergängen Streulicht von den beiden N-ZK7 Menisken, aber keine Reflexe und auch kein Streulicht an der zentralen FPL53 Linse. Die Tripletts verfügen über keine Justierschrauben, Pal hat mir seinerzeit versichert, dass mit Justierschrauben das Risiko der Dejustierung steigt und mir als ich skeptisch war angeboten, nachträglich welche anbringen zu können. Nach 4 Jahren Einsatz, Transport im Auto über Feldwege und im Flugzeug habe ich Anfang Dezember die Tripletts am künstlichen Stern auf einem 70 m langen, gleichmäßig temperierten Flur bei 450 facher Vergrößerung überprüft. Das Beugungsscheibchen zeigt nach wie vor makellose Ringe, ob die bemerkenswerten Strehlwert der beiden Linsen von anfänglich 0.99 erhalten sind zeigt so ein Test natürlich nicht. Anderseits zeigen die Messprotokolle und der visuelle Test, dass eine maßvoll dünnere mittlere Linse die Leistung nicht signifikant mindert. Thermische Problem habe ich höchsten im Winter in der ersten Viertelstunde bemerken können, hier sind die ölgefügten Linsen den Luftspalt-Tripletts, die ich vorher hatte deutlich überlegen.

Hier der Glasblock aus dem die Menisken Linsen gefertigt wurden:


Abb. 1

Die Fassungen sind sehr schlank und werden direkt in die Tuben eingesetzt


Abb. 2

Viel Spaß beim Lesen, Fortsetzung folgt.

Beste Grüße

Thomas

Bearbeitet von: TGM am: 20.12.2015 15:35:57 Uhr

stefan-h
Altmeister im Astrotreff


13726 Beiträge

Erstellt  am: 14.12.2015 :  23:45:51 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,
Zitat:
zwei 160 mm f/6.5 Apo Linsen von GPU Optical gefertigt
Puaahhh, du Wahnsinniger, bitte nicht

Da hat mein Kollege in der letzten Oktoberwoche seinen 160mm CFF APO abgeholt und in der Warte auf die Montierung geschraubt. Diese mistige perfekte Optik wirkt mit ihren nur 160mm nun schon seit Wochen mit schlechtem Wetter- wie lange wirkt dann erst ein Bino mit 2 solchen Objektiven?

Bin schon gespannt auf den Rest deiner Geschichte und mehr Fotos davon

Gruß
Stefan

12" Galaxy Dobson * 105mm William ZS - 66mm William ZS - Tak FSQ85
Vixen Atlux - Skysensor 2000 PC - GP DX Skysensor 2000 / auf Berlebach Planet
Sonnenbeobachtung: 2" Baader Herschelkeil - SolarMax 60 mit BF15

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AS-Fan
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2190 Beiträge

Erstellt  am: 15.12.2015 :  00:06:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Sowas hier zu zeigen ist echt gemein! Nicht, daß ich neidisch wäre...nee nee, auf keinen Fall...also wirklich nicht...na gut ein ganz kleines bißchen

Bearbeitet von: am:
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portaball
Meister im Astrotreff

Germany
362 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2015 :  09:13:47 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

Deine 160 mm f/6.5 APOs sind meiner Meinung nach das Erstrebenswerteste, was es für die binokulare Beobachtung gibt.
Viel Öffnung, wenig Brennweite, beste Qualität und Transparenz und trotzdem ist der Doppelrefraktor immer noch in einem Grössen- und Gewichtsbereich, den ich als grab & go bezeichnen würde.
Leider leider ist es inzwischen aber auch mit Geld und guten Worten nicht mehr möglich diese Linsen einzeln zu bekommen :-(

Ich bin schon sehr auf Deine weiteren Ausführungen gespannt und es würde mich auch interessieren, welche 180 ED f/6 Linsen Du damals im Auge hattest.

Grüsse Jochen

www.doppelteleskope.de
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Nikon: 2x54 "Gucki" - 8x30 E II - 10x70 6.5° - 18x70 IF
Canon: 10x42 L IS - 15x50 IS
Demnächst: APM 140 ED APO Doppelrefraktor

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TGM
Meister im Astrotreff

Deutschland
639 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2015 :  08:23:23 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat

Hallo Stefan, Armin und Jochen,

vielen Dank für eure netten Kommentare, ich freue mich, dass euch das Teleskop zu gefallen scheint.


Ich fang mal mit der konkreten Frage zu den180 mm f/6 ED Linsen an, vor einigen Jahren hatte APM solche angekündigt, das ED Element sollte aus FLP 51 Glas gefertigt werden, doch gab es irgendwie ein Problem, das Projekt dann ad acta gelegt, Markus Ludes kann da sicherlich mehr zu sagen. Ein 180 mm ED klingt natürlich für ein Bino sehr viel versprechend, die Spot-Diagramme waren aber nicht so berauschend besonders im Violetten (vermutlich habe ich sie noch irgendwo auf meinem Rechner), bei 180 mm und f/6 ist FPL 51 im Dublett vermutlich nicht das geeignete Glas. Seitdem habe ich nie wieder ein Angebot für eine ähnlich große, lichtstarkes ED Linse gesehen. Für den Bau eines großen Binos sicherlich eine sehr interessante Optik, doch wer sonst ist bereit sehr viel Geld für Linsen hinzulegen die erhebliche Farbfehler zeigen?

Mit der 160 mm Optik von GPU habe ich echtes Glück gehabt, ich bin durch zwei sehr positive Reviews über Refraktoren von GPU bei Cloudy Nights auf Pal Gyulai gestoßen und habe ihn direkt kontaktiert. Das 160 mm Triplett war damals gerade entworfen, ich habe wohl die Linsen aus der ersten Charge bekommen (vielleicht sogar die ersten?), denn das Glas (Foto oben) wurde erst bestellt, nachdem ich mich verbindlich für zwei Linsen entschieden habe. Pal ist auf alle meine bisweilen recht exotischen Wünsche immer eingegangen, und hat mich in unzähligen Mails in vieles mir völlig Unbekanntes eingeweiht. Im Nachhinein bin ich mit dem Wechsel hochzufrieden, nicht nur wegen dem extrem farbreinen Bild, denn schon ein 160 mm Bino ist recht groß, mit Tasche passt es in unserem Auto nur auf die Rücksitze, der Kofferraum ist nicht breit genug, die Ausschnitte für die Hinterräder stehen im Weg.

So viel erst mal

beste Grüße

Thomas

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Sunmoon
Meister im Astrotreff

Deutschland
251 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2015 :  17:52:34 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

Es freut mich hier endlich von Dir und deinem Bino zu lesen.
Seinerzeit hast Du mich ja auf dem Laufenden gehalten.
Es freut mich insbesonders, daß Du Dir, genau wie ich, Träume verwirklichst.

Viele Binogrüße
Achim
VStW-Köln

Linsen, H-Alpha-Sonne
Der Reiz eines Teleskops liegt nicht im Anblick sondern im Durchblick
Wer behauptet "Das geht nicht!", sollte nie jemanden stören, der es gerade tut

Bearbeitet von: am:
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TGM
Meister im Astrotreff

Deutschland
639 Beiträge

Erstellt  am: 20.12.2015 :  15:33:04 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo zusammen,

vorweg etwas Wichtiges und dann einige Fotos.
Dies ist kein klassisches Selbstbauprojekt, die wesentlichen Beiträge stammen von Pal Gyulai, es findet sich jetzt auch ein Hinweis auf die von ihm gefertigten Optik auf dem Bino,


Abb. 3 Blick auf die Brücke des Binos von hinten

dann von Tatsuro Matsumoto, von ihm stammen die Spiegelsysteme



Abb. 4. EMS Spiegelsystem, erste Version

und besonders Steffen Noack (Great Star) der nicht nur die vielen CNC-Teile gefertigt, sondern von dem ganz zentrale Ideen und große Beiträge zur Konstruktion stammen und der die CAD-Zeichnungen angefertigt hat.


Abb. 5 Blick auf die Montierung

Diesen dreien möchte ich nochmal ganz herzlich danken.

Wenn man ein möglichst kompaktes, leichtes Bino bauen möchte ist es unerlässlich das Teleskop und die Montierung zusammen zu betrachten. Beim Doppelrefraktor ist eine parallaktische Montierung extrem aufwendig (z. B. http://www.page.sannet.ne.jp/mazmoto/15301.jpg), es bieten sich eher zweiarmige oder einarmig Gabelmontierungen an. Einarmige Gabeln sind übrigens seit langen bekannt:




Abb. 6 Titelseite des Zeiss Katalogs über Aussichtsfernohre, ca. 1915.

Im Hinblick auf das minimales Gewicht sind Einarmgabeln optimal, allerdings gibt es bei ihrer Dimensionierung ein Problem: Den Abstand zwischen den beiden Teleskopen möchte man gerade bei großen, lichtstarken Binos möglichst gering halten. Andernfalls benötigt man sehr großes Spiegelsysteme um die beiden Bilder zusammen zuführen. Einen zu schmale Gabel gefährdet allerdings die Stabilität. Montierung und die Spiegelsysteme sollten daher zusammen betrachtet werden.

Man kann die Bilder den Augen mit 1, 2 oder 3 Spiegeln oder auch mit Prismen zuführen. Jede Lösung hat naturgemäß Vor- und Nachteile. Beim Entwurf meines Binos habe ich mich für die EMS-Systeme von Matsumoto entschieden ( siehe Abb. 4).
Im Gegensatz zu den ein- und drei-Spiegelsystemen liefern sie bei zwei Reflexionen unter 60 Grad ein seitenrichtiges, aufrechtes Bild, die Plejaden sehen dann so aus wie man sie vom Foto oder mit bloßem Auge kennt. Außerdem besitzen die EMS-Systeme dank Silbermehrschicht-Verspiegelung mit 97.5 % im grünen einen sehr hohe Transmission. Den Augenabstand kann über den Abstand der beiden Spiegel einstellen, mit den zwei kleinen Schrauben bringt man die Bilder zur Deckung.
Tatsuro Matsumoto bietet die Spiegelsystem in verschieden Größen und Varianten an, so dass man sie auf das eigene Projekt optimal anpassen kann. Die benötigte Größe des ersten Spiegels hängt vom Abstand der Teleskopachsen und dem Öffnungsverhältnis ab, bei großen Binos muss man aufpassen, dass das vignitierungsfreie Bildfeld nicht zu klein gerät. Zwischen den Spiegeln in leichten Aluguss-Gehäusen finden sich Auszüge mit denen sich der Augenabstand einstellen lässt. Die ursprünglichen Crayford-Auszüge (siehe oben, Abb. 4) scheinen mir für schwere 2“ Okulare zu schwach und ich habe sie dann durch die helische Auszüge ersetzt.



Abb. 7 Helische Auszüge für die Einstellung des Augenabstandes

Sie sind in achsialer Richtung deutlich stabiler doch weisen sie ein kleines Winkelspiel auf das meist völlig unproblematisch ist (z.B. bei Kamera-Objektiven). Doch hier beim Bino kann wegen der 60 Grad Ablenkung eine leichte Verkippung resultieren, so dass beim Okularwechsel die Bild auseinanderlaufen können. Kein großes Problem, doch mich hat es etwas gestört. Hier eine Lösung, Steffen hat zwei Hülsen gefertigt, die in die helischen Auszüge eingesetzt und geklemmt werden. Ein Passstift (orange) läuft in einer präzise gefertigten Bohrung und reduziert das Spiel.



Abb. 8 Stabilisierung für die helische Auszüge

Mittlerweile sind auch die Okularauszüge ersetzt, hier die deutlich stabilere Version:



Abb. 9 Okularauszüge für schwere 2“ Okulare von Tatsuro Matsumoto

Diese Ergänzungen und Modifikationen finde ich für schwere Okulare (bis 800 g getestet) und hohe Vergrößerung lohnend. Momentan überlege ich die kleinen Rädchen am Fokussierer mit einer Untersetzung auszurüsten, vielleicht hat jemand einen Tipp wo man passende Rädchen mit Getriebe bekommt.


Viel Spaß beim Lesen, Fortsetzung folgt.

Beste Grüße

Thomas


Bearbeitet von: TGM am: 20.12.2015 23:17:11 Uhr
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portaball
Meister im Astrotreff

Germany
362 Beiträge

Erstellt  am: 20.12.2015 :  16:58:37 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

schön, dass Du Dein Bino jetzt so schön im Detail beschreibst.
Ich persönlich würde gerne noch mehr Details zu Deiner Zentralgabel sehen, ich bin ja auch ein grosser Fan dieser Montierungsart und habe die Variante von Tatsuro kopiert.
Deine Version ist aber völlig anders aufgebaut und leider ist mir das Funktionsprinzip aus den bisherigen Bildern noch nicht klar.

Was die Fokussierer angeht hatte Tatsuro Deine Version nur sehr kurz angeboten, ich glaube es gibt maximal 10 Stück davon.
ich hatte mich damals auch für diese Lösung interessiert und auch überlegt sie selbst nachzubauen.
Mein Plan war damals Retrofits von Starlight zu verwenden und ich denke man müsste die auch an Deine focuser adaptiert bekommen:



http://starlightinstruments.com/store/index.php?route=product/product&path=37_80&product_id=121

Die Frage ist aber ob sich der Aufwand lohnt, wirklich günstig sind die Dinger nämlich nicht.
Für praktisch das selbe Geld bekommst Du auch die neuen focuser von Tatsuro, mit denen ich bezüglich Traglast und Feinfühligkeit sehr zufrieden bin.
Es gibt sie in 2 Versionen, rechts die Verstärkte Variante mit zusätzlicher Klemmung der Achse.



Grüsse Jochen

www.doppelteleskope.de
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Canon: 10x42 L IS - 15x50 IS
Demnächst: APM 140 ED APO Doppelrefraktor

Bearbeitet von: portaball am: 20.12.2015 17:02:34 Uhr
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TGM
Meister im Astrotreff

Deutschland
639 Beiträge

Erstellt  am: 20.12.2015 :  23:19:48 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jochen,

Informationen zur Montierung kommen in Kürze. Hier nur vorweg, die Einarmgabeln von Tatsuro sind – das war bisher mein Eindruck - in erster Linie für die Adapation von zwei einzelnen Refraktoren nacheinander gedacht, ich vermute schon wegen des Gewichtes (die beiden 15cm Refraktoren hier im Bild bringen zusammen mit den Spiegelsystemem wohl ca. 20 kg auf die Waage, wer möchte dies auf einmal auf die Montierung heben?).

http://www.mazmoto.sakura.ne.jp/image/fm15bn1.jpg

Ich musste daher schon aus Platzgründen eine etwas andere Lösung finden, bin noch dabei die Fotos und Zeichnungen zusammen zu suchen.

Zu den focussern, deine Version ist neueren Datums und ich hatte vor einigen Monaten Tatsuro gefragt ob er mir den Umstieg empfiehlt. Er riet mir mit einer etwas diffusen Begründung ab ('in total, I still think the original Craifordeyefocuser (your set) is more excellent than the new one'), meinte 'meine' Version wäre in der Herstellung viel zu aufwendig gewesen, daher hätte er nur ganz wenige Exemplare gefertigt. Ich werde wohl dabei bleiben, auch weil sie mit 34 mm einen recht großen Hub besitzen.

Vielen Dank für den Hinweis auf den Retrofits von Starlight. Ich hatte gehofft, es gäbe eine Lösung, bei der man lediglich die Einstell-Rädchen austauscht.


beste Grüße

Thomas

p.s. Die fehlenden Abbildung 8 habe ich jetzt weiter oben eingefügt

Bearbeitet von: am:
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portaball
Meister im Astrotreff

Germany
362 Beiträge

Erstellt  am: 21.12.2015 :  08:51:10 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

ich denke beide focuser haben Vor-und Nachteile.
Deine Version ist extrem robust und trägt auch schwerste Okulare ohne Murren.
Dafür ist er aufwändig in der Herstellung und somit zu teuer für eine Serienproduktion.
Der Nachteil ist der grobe Antrieb.
Meiner hat durch die Gewindesteigung einen feinen Antrieb und ist günstig herzustellen.
Dafür kann er bei hohen Winkeln mit schweren Okularen etwas verkippen, was aber bei der Variante mit Feststellschraube zumindest kompensierbar ist.
Dafür ist er einfach in der Herstellung.

Was bei Deinem focuser auch gehen könnte wäre de Antriebsachse dünner zu machen, dadurch wäre der Trieb feiner aber halt permanent, sprich nur noch Feintrieb.
Mit halbwegs parfokalen Okularen aber sicherlich machbar.

Oder Du schlachtest zwei China-Crayfords mit Grob- und Feintrieb um an deren Antriebsmechanismus zu kommen.
Vielleicht reicht es sogar nur die Drehrädchen mit der Untersetzung tauschen, das müsste man sich mal ansehen.

Grüsse Jochen

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s_noack
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
97 Beiträge

Erstellt  am: 22.12.2015 :  10:54:34 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

bitte gern geschehen :) Vielen Dank auch von mir, das Du dir die Mühe machst über den Werdegang deines Binos zu berichten. Da bekomme ich gleich wieder Gänsehaut... der Bau hat wirklich unheimlich viel Spaß gemacht (wenn auch länger gedauert, als gedacht) und ich habe heute noch ein breites Grinsen im Gesicht, wenn ich daran zurück denke. Wir haben damit ja auch schon einige schöne Stunden am Nachthimmel verbracht und ich kann bestätigen, optisch ist das Teil wirklich eine Klasse für sich.

Nun noch mal kurz zu deinen Okularauszügen. Kennst Du diese Knopfautomaten?

http://www.reichelt.de/index.html?&ACTION=3&LA=2&ARTICLE=42140&GROUPID=3139&artnr=KNOPFAUTOMAT

Die sind allerdings für Potis gedacht und ob die Kraft reicht um auch 800g schwere Okulare zu bewegen, oder der Feintrieb durchrutscht müßte man testen. Die dürfte es auch bei Conrad in Berlin geben, da kannst Du ja mal probieren.

Viele Grüße,
Steffen


Präzision ist Leidenschaft.

astronomisches Zubehör
feinmechanische CNC-Werkstatt
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Alpha SCO
Altmeister im Astrotreff

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3408 Beiträge

Erstellt  am: 22.12.2015 :  19:21:42 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Alpha SCO's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi

zum Thema Knopfautomat: Das war vor Jahren mal ein Renner. Habs auch probiert.
Mit schwerern Okularen ging es nur bedingt, siehe http://deepsky-brothers.de/Verbesserung%20GSO600.htm

CS

Armin
www.deepsky-brothers.de

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TGM
Meister im Astrotreff

Deutschland
639 Beiträge

Erstellt  am: 23.12.2015 :  14:15:26 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Achim, Jochen, Steffen und Armin,

== > Achim

Zitat:
Original erstellt von: Sunmoon



Es freut mich hier endlich von Dir und deinem Bino zu lesen.
Seinerzeit hast Du mich ja auf dem Laufenden gehalten.
...





Achim, inzwischen ist mir klar geworden, worauf du anspielst, du hattest mal darüber nachgedacht ein Bino aus 178 ED Meade Refraktoren zu bauen, f/9 Geräte, das wäre etwas wirklich Großes. Bist dann aber glaube ich auf TMB 115 und später auf 150 mm FH umgeschwenkt. Oder vermische ich dann etwas? Das Bino für die Sonne ist noch in der Mache?

beste Grüße und viel Erfolg weiterhin!


== > Jochen,

vielen Dank für die Infos zu den Fokussierern und den Möglichkeiten für eine feinere Untersetzung, da gibt es offensichtlich diverse Aspekte und wohl noch keine endgültige Lösung (ich schreib auch noch was zur Montierung, habe deinen Frage nicht vergessen...).

== > Steffen

Zitat:
Original erstellt von: s_noack




Wir haben damit ja auch schon einige schöne Stunden am Nachthimmel verbracht und ich kann bestätigen, optisch ist das Teil wirklich eine Klasse für sich.

...

Nun noch mal kurz zu deinen Okularauszügen. Kennst Du diese Knopfautomaten?


Viele Grüße,
Steffen





ja, die Planung und der Bau des Binos war eine schöne Zeit auch wenn wir zusammen einige Umwege gehen mussten. Und nicht nur die Optik, auch die Mechanik find ich Klasse, dies gilt auf jeden Fall für die Teile die aus deiner Werkstatt stammen.

Zu den Knopfautomaten, vielen Dank für den Hinweis, die sind ja im Vergleich zu all den anderen Lösungen auch recht preiswert. Ich werde sie auf jeden Fall ausprobieren! Wenn ich im nächsten Frühjahr mal zum Beobachten vorbei komme sind sie vielleicht installiert.

== > Armin,

vielen Dank für das Link und all die Infos. Mir ist nicht klar, wozu die Holzkonstruktion notwendig ist. Wenn die "Knopfautomaten" ein Planetenradgetriebe beinhalten, sollte es doch reichen, wenn man den unteren Teil mit der Achse verbindet. Oder übersehe ich etwas? Und wieso gab es bei schwereren Okularen Probleme, ist das Planetradgetriebe zu schwach?

beste Grüße

Thomas

Bearbeitet von: am:
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portaball
Meister im Astrotreff

Germany
362 Beiträge

Erstellt  am: 23.12.2015 :  15:43:24 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Thomas,

ich denke der Knopfautomat benötigt einen Gegenhalter, schau auch mal hier:

http://www.balkonsternwarten-netzwerk.de/index.php/Thread/1429

Grüsse Jochen

www.doppelteleskope.de
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Bearbeitet von: portaball am: 23.12.2015 15:43:47 Uhr
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Alpha SCO
Altmeister im Astrotreff

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3408 Beiträge

Erstellt  am: 23.12.2015 :  19:46:09 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Alpha SCO's Homepage  Antwort mit Zitat
Hi
genau Jochen hat Recht. Der Knopfautomat hat 2 dünne Zapfen die ihn fixieren und als Gegenhalter dienen.
In dieser einfach Testkonstruktion einfach mit 2 Holzplättchen gemacht. Natürlich geht das auch viel schöner und in Metall aber auch das ist nicht optimal, wenn es um die ganz schweren Okulare (Nagler 31 etc) geht.
Im Bereich 4-500g Oku klappt das gut.

Hübscher konstruiert hat er z.B. : http://www.himmel-und-er.de/tipps.htm
cs

Armin
www.deepsky-brothers.de

Bearbeitet von: am:
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FrG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1519 Beiträge

Erstellt  am: 23.12.2015 :  23:01:06 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Leute,

macht Euch nicht zu viele Gedanken über die Tragfähigkeit von Knopfautomaten.
Senkrecht heben und senken muss er das Okular nur bei horizontaler Ausrichtung des Teleskops, was bekanntlich bei Himmelsbeobachtung eher selten der Fall ist
Ich habe einen an meinem Dobson, und selbst das 25mm 100° Monster von ES mit über 1 Kg Lebendgewicht wird klaglos bewegt.
Und selbst wenn der Knopfautmat mal durchdrehen sollte: Schwere Okulare haben eine lange Brennweite, bei der geringen Vergrößerung reicht auch das andere Rädchen ohne Untersetzung

Schönes Projekt, Thomas!
Mehr Bilder bitte!

Gruß & CS Franjo

Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn Du Deinem Kind den Regenbogen zeigst.
Aber der Regenbogen wartet nicht, bis Du mit der Arbeit fertig bist.

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