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 Spiegelrand rundschleifen (rundieren)
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Seite: von 3

Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4504 Beiträge

Erstellt am: 16.12.2012 :  14:04:37 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Spiegelschleifer,

hier mein Vorschlag zum Spiegelrand rundieren bzw. Rillen rausschleifen und glätten per Hand. Die Idee habe ich vom Texereau uns Alois:

Man nehme einen z.B. 0,5 mm dicken Blechstreifen, der mindestens so breit ist wie die Spiegeldicke, gebe etwas Schleifmittel dazu (ich habe es hier mit K80 gemacht, mit K180 wird es sicher noch feiner), benetze das ganze mit etwas Wasser, damit das Schleifmittel kleben bleibt und ziehe den Blechsteifen mit Kraft am Umfang des Spiegelrohlings entlang, immer hin und her:



Bilder ancklicken zum vergrößern

Wenn der Steifen parallel geschnitten ist und man immer darauf achtet, dass er auf der Unterlage aufliegt, wird der Schliff recht genau senkrecht. Da Stahl (oder anderes Metall) auf Glas effektiver schleift als Glas auf Glas und die Kontaktfläche groß ist, geht das recht flott, zumindest wenn der Rohlingrand zuvor nicht gar zu grob geraten war.

Das Ergebnis vorher / nachher:




Meine Ansicht bisher war, dass es einem egal sein kann, wie der Rand eines Spiegels ausschaut, auf eine möglichst genaue Oberfläche kommt es an. Ein rillenfreier genau senkrechter Rand wird aber bei großen ultradünnen Spiegeln für eine reproduzierbare Aufstellung im Testsand wichtig, vor allem wenn man den Testsandasti durch mehrere Messungen bei unterschiedlichen Drehrichtungen kompensieren will.

Auch bei einer späteren radialen Rollenlagerung in der Spiegelzelle kommt es auf einen senkrechten rillenfreien Rand an, wobei man hier stattdessen auch einen kleinen Blechstrefen mit Silikon aufkleben kann, der zudem bei Transportstößen das Glas schützt.

Kennt jemand noch weitere ATM-taugliche Verfahren, z.B. mit einem Drehteller?

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: Stathis am: 16.12.2012 16:39:20 Uhr

D_SPITZER
Meister im Astrotreff

Deutschland
657 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2012 :  14:26:40 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stathis,

ich habe beim Testen meines 24ers auch vermutet, dass die (bei mir) umlaufenden Rillen Schwierigkeiten beim Aufstellen gemacht haben. Bei der 12h-Position hatte ich nie Probleme, bei der 3h-Stellung dafür umso mehr. Um das zu korrigieren war es bei mir aber zu spät und musste z.T. über 45 min. rumdoktern, bis die Spiegeloberfläche im Interferogramm ähnlih dargestellt wurde, wie bei der 12h-Stellung. Am Ende hatte die 3h-Stellung nicht mehr allzu viel mit der "perfekten" Auflage zu tun, in der Schwerelinie lag der Spiegel da nicht...

Danke fürs Dokumantieren!

viele Grüße + CS,
Daniel
---------------------------
www.deepskyjournal.com

Bearbeitet von: am:
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Kalle66
Forenmeister im Astrotreff

Deutschland
9502 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2012 :  14:38:24 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hi Stathis,
leg den Spiegel doch auf ein paar Streichhölzer, so dass der Blechstreifen sowohl oben als auch unten überstehen kann.
EDIT: Ich seh' grad, du hast schon so Möbelpads darunter.

Wenn Dir die Brühe zu schnell nach unten weglaufen sollte, dann stell den Spiegel hochkant auf bzw. lass ihn auf dem Metallstreifen als Schlinge im Nassbad durchrutschen. Das wäre meine Idee zur Automatisierung dazu.

Gruß

Kalle - Alles wird gut !
Meine Okulardatenbank im Astrotreff: hier
Termine Teleskoptreffen gibt es hier

Bearbeitet von: Kalle66 am: 16.12.2012 14:41:49 Uhr
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4504 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2012 :  16:35:41 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Daniel,
ich denke, diese Kur kann man auch bei einem bereits polierten Spiegel noch machen. Ich würde zur Sicherheit die polierte Fläche mit Pappe und Klebeband abkleben und anschließend gründlich alles waschen.

Hallo Kalle,
die 3 Stk. Möbelpads hatte ich unter den Rohling geklebt, um Rohling und Tisch nicht zu zerkratzen. Für die Prozedur als solche ginge es auch ohne. Ein "Befeuchtungsmechanismus" ist gar nicht nötig, das angefeuchtete Schleifmittel klebt gut genug an Blech+ Rohling.

Kai, liest du mit? Wie hast du deinen Großen aus der Platte geschnittenen rundiert?
Jörg, kannst du deine maschinelle Vorrichtung auf Drehteller zeigen?

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: am:
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Nachtschwalbe
Senior im Astrotreff

Deutschland
171 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2012 :  17:15:51 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stathis,
Das scheint mir eine gute Idee zu sein !
Bei den ganz großen Spiegeln würde es doch auch reichen nur die Stellen zu schleifen die später die Auflager bilden ?
Grüße Alex

Bearbeitet von: am:
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Alois
Altmeister im Astrotreff

Austria
1230 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2012 :  17:55:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stathis.

Gute Idee dies so zu machen.
Ich glaube in dieser Art ist es für jeden machbar, auch wenn er keine Spindel hat
wo er den Spiegel aufkleben und drehen lassen kann.
Jedoch finde ich K 80 etwas zu grob. Ich würde K 180 und dann noch K 320 anwenden.
K 320 deshalb weil es anschließend auch schnell geht und die feinere Fläche sich
nachher beim Polieren viel besser reinigen lässt und nicht so viel Poliermittel in den
tiefen Bohren bleibt, weil das mögen die Leute beim Beschichten gar nicht gerne.
Weil das verunreinigt das Vakuum und macht den Ablauf unsicher.

Viele Grüße
Alois

Bearbeitet von: Alois am: 16.12.2012 17:57:13 Uhr
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2742 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2012 :  18:13:27 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stathis,

ja, ich staune immer wieder über genial einfachen Tricks aus dem Texereau Buch!
Manchmal steht dort in einem verstecktem Satz die Lösung eines lange gesuchten Problems - oft exakt auf den Punkt gebracht.

Beim Rand muss man zwischen der exakten Rundheit und der Oberfläche unterscheiden. Mit dem Blechstreifen würde ich erst ansetzen, wenn erstere ausreichend gut ist. Sicher kein Problem bei den wasserstrahl-geschnittenen Rundlingen.

Weiterhin die Körnungen nur soweit durchschleifen wie absolut nötig.
Ich denke aber, das macht man automatisch wegen dem langsamen Abtrag, oder?

Ich habe das bisher immer mit Diamantfeilen erledigt. Werde aber in Zunkuft dem losen Korn eine Chance geben. Loses Korn hat wirklich viele Vorteile!

Beim aus der Scheibe geschnittenen 33" leif das so:

Zuerst das Übermaß (knapper Zentimeter) per Flex abtragen.
Die damalige Vorrichtung hatte eine Druckfeder im Scharnier.
Damit kann die Flex nach hinten ausweichen! Extrem wichtig!
Ein paar Stunden im Kreis macht jede Ecke rund.



Ergebnis der Aktion ist es exakt runder Rand mit ein paar Ausbrüchen an der Kante.



Weiter gehts auf dem Schleif- und Polier-Drehteller.
Seitlich war eine Diamantfeile mit Federdruck und Anschlag befestigt (es fehlen leider Bilder davon).
Die Fasen wurden genauso gezogen.
War eine lange Aktion und das würde ich aktuell etwas anders lösen.
Entweder mit selbst drehender, langsamlaufender Diamantscheibe oder einer kleinen Drehscheibe mit losem Korn.
Absolut wichtig: der Rohling darf währen der Aktion niemals verutschen! Man kann ihn niemals wieder genauso hinlegen

cs Kai


Bearbeitet von: am:
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PeJoerg
Altmeister im Astrotreff


1090 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2012 :  19:23:42 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Stathis,
Zitat:
Jörg, kannst du deine maschinelle Vorrichtung auf Drehteller zeigen?

ja, aber gerne doch.
Ich hatte nicht mit den Minirillen vom Wasserstrahl zu kämpfen, sondern eher mit einem vom Presslufthammer behauenen Glasklotz.

Das Rondieren hat entsprechend lang gedauert.


Nachdem die groben Ecken weg waren, ging es an die Feinheiten.

Wenn die Diamantscheibe senkrecht steht, muss der Rohling erhöht auf dem Drehteller positioniert werden. Damit der Rohling nicht vom Podest hoppst, liegen fette Gewichte oben drauf.
Und natürlich immer schön Kühlschmierung drauf, auch wenn der Kai jetzt sagt: "Nicht nötig."


Nachher sieht es schon ganz brauchbar aus.

Viele Grüße
Jörg

Ausrüstung: Mehr als ausreichend, aber nie ganz zufriedenstellend.

Bearbeitet von: am:
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Mr_beteigeuze
Meister im Astrotreff

Deutschland
748 Beiträge

Erstellt  am: 16.12.2012 :  22:27:37 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Mr_beteigeuze's Homepage  Antwort mit Zitat
Ich lese und staune mit. Stathis, eine hervorragende Idee. Das kommt bei meinem nächsten Projekt auf jeden Fall auch dazu. Nicht nur wegen der korrekten Auflage im Prüfstand. Alois hat es ja angesprochen: Keine Ceri-Sauerei mehr in den Rillen. Super.
Zu den anderen Vorrichtungen kann ich nur die Kinnlade runterklappenRespekt. Ich bleibe aber trotzdem bei der reinen Handarbeit
CS, Matze

www.sternenpark-schwaebische-alb.de

Bearbeitet von: am:
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2742 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2012 :  07:38:09 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jörg,

Zitat:
Und natürlich immer schön Kühlschmierung drauf, auch wenn der Kai jetzt sagt: "Nicht nötig."

Sehr beeindruckende Bilder! Nicht nur von der Kühlschmierung!

Gerade bei letzterem bin ich schon noch lernfähig und gebe zu, dass der Schnitt sauberer ist, die Scheiben länger halten und der Glasstaub in einer angenehmeren Form anfällt.
In Haus oder Werkstatt ist trockenschleifen sowieso ein absolute No-Go

Allerdings ist das Flexen per Hand mit Borofloat (= Jenaer Glas = hitzefest für Teekannen und Pfannendeckel) eher unproblematisch.

In Deinem Fall würde ich allerdings auch kein Risko eingehen.
Das Glas scheint empfindlicher zu sein. (= braune Glasverpackung eines beliebten Kaltgetränkes?)
Hast Du ein Bild von dem Schmelzofen?

Viele Grüße
Kai




Bearbeitet von: am:
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PeJoerg
Altmeister im Astrotreff


1090 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2012 :  10:27:34 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kai,
Zitat:
Hast Du ein Bild von dem Schmelzofen?

so was habe ich noch nicht, aber ich arbeite dran.

Zur Zeit lasse ich noch extern schmelzen, siehe Link:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e8/VLTMirrorCastG93_SD.ogv/mid-VLTMirrorCastG93_SD.ogv.jpg

Viele Grüße
Jörg

Ausrüstung: Mehr als ausreichend, aber nie ganz zufriedenstellend.

Bearbeitet von: am:
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BennyH
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1863 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2012 :  13:15:34 Uhr  Profil anzeigen  Besuche BennyH's Homepage  Antwort mit Zitat
Hallo Stathis,

danke für diese interessante Vorstellung der Technik.

Zitat:
Ein rillenfreier genau senkrechter Rand wird aber bei großen ultradünnen Spiegeln für eine reproduzierbare Aufstellung im Testsand wichtig, vor allem wenn man den Testsandasti durch mehrere Messungen bei unterschiedlichen Drehrichtungen kompensieren will.


Das heisst aber nun noch nicht, daß du das jedem arglosen kleinen Schleifer rätst oder? ^^ Hab ja schon viel gelesen aber natürlich noch nicht jede Feinheit, sollte man das grundsätzlich vor dem Start eines Schleifprojektes in Angriff nehmen oder ist das wirklich nur für 18"+ relevant?

Viele Grüße Benny


Bearbeitet von: am:
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fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2742 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2012 :  13:44:58 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Jörg,
Zitat:
Zur Zeit lasse ich noch extern schmelzen, siehe Link:

Recht moderne Braunglas-Recycling Anlage, finde ich!
Ich tippe mal auf "Radeberger Pilsner", richtig?

(==>)Benny:
Zitat:
...oder ist das wirklich nur für 18"+ relevant?

Für den 1. Spiegel ist es optional, spätestens beim 3. ist es Pflicht! Wird auch gerne kontrolliert (Teleskoptreffen etc.), nicht umsonst bauen einige erst bei Einbruch der Dunkelheit auf

Im Ernst: Meistens wurden die Borofloat Rohlinge von Schott mit einem geschliffenen Rand ausgeliefert. Mehr oder weniger rillenfrei.
Bei 12" absolut kein Problem.

cs Kai

Bearbeitet von: fraxinus am: 17.12.2012 13:47:31 Uhr
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Roland
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3249 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2012 :  14:57:42 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Tach,

Rand winklig zur Rückseite geschliffen plus Facettierung gibts für wenige Euro Aufpreis bei Schott Jena ab Werk, man muss es nur ordern.
Mach ich seit meinem 21er anno 2004 so.

Gruß Roland

Bearbeitet von: am:
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PeJoerg
Altmeister im Astrotreff


1090 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2012 :  15:55:50 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo Kai,
Zitat:
Ich tippe mal auf "Radeberger Pilsner", richtig?

durchschaut.
Wenn man so einen Ofen mit Alt-Pilsner-Glas füttert, muss man auf Grund der notwendigen Menge höllig aufpassen, dass man nicht zu den Alkoholikern abgleitet.
Viele Grüße
Jörg

Ausrüstung: Mehr als ausreichend, aber nie ganz zufriedenstellend.

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RajHid_TalladaaN
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
40 Beiträge

Erstellt  am: 15.03.2013 :  23:14:45 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Hallo,

Ich bin gerade dabei meinen Rand an meinem 300er zu Glätten.
Der hatte so schöne Längsrillen in der Spiegelebene.
Zuerst habe ich es mit meinem Schleifstein probiert aber das geht schief weil ich den Rand so nicht senkrecht bekomme.

Deswegen will ich jetzt die Blechstreifen Methode probieren.
Problem ist, wo bekomme ich einen min 26mm breiten 1000mm langen und 0.5mm Dicken Blechstreifen her?

Im Obi hab ich nichts gefunden.

Bearbeitet von: am:
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