Statistik
Besucher jetzt online : 308
Benutzer registriert : 22660
Gesamtanzahl Postings : 1115511
Astroshop
Benutzername:
Passwort:
Passwort speichern
Passwort vergessen?

 Alle Foren
 Astronomie - der Teleskop-Selbstbau (ATM)
 Das Teleskop-Selbstbau Optikforum
 Anschliff 28" f/3
 Neues Thema
 Druckversion
Vorherige Seite | Nächste Seite
Autor Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema
Seite: von 7

fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2901 Beiträge

Erstellt  am: 09.01.2010 :  20:39:55 Uhr  Profil anzeigen
Ein freundliches Hallo in die Runde,

und ein gesundes Neues Jahr!

(==>)Thomas
danke für die Wünsche!
Nun, mit einem meinsatzbereiten 21" sehe das recht locker wann der Spiegel fertig wird, wenn ich Lust habe wird ein wenig poliert. Bis hierher ging alles recht flott und reibungslos, wie gesagt viele Nebenarbeiten konnte ich einsparen wegen der Nutzung von alten Tools und Pechhäuten.
Der Spiegel wiegt nun knappe 16kg, also könnte das Teleskop auch relativ leicht werden. An Okularen habe ich ein paar Nagler T6, ein Paracorr soll auf alle Fälle eingesetzt werden, dann wird man sehen was damit geht. Wird sicher eine Überraschung!

Nun ein paar Bilder.
Über die Feiertage wollte ich regelmäßig täglich eine halbe Stunde effektiv polieren, länger geht kaum wegen Überschuss an Kraftmangel. Für eine halbe Stunde Politur brauche ich aber über eine Stunde bis alles vor und nachbereitet ist, also wurde aus der Regelmäßigkeit nicht viel...

Zunächst habe ich den Buckel in der Mitte mit Microgrit 9my eingebnet, fünf Wets MOT mit etwas Druck auf die Mitte und das Werk war vollbracht:


Das geht doch schon in die richtige Richtung, 1/4 Parabel oder sowas ähnliches!
Also habe ich versucht mit dieser Form das Auspolieren zu starten. Das 24" Tool vom 21'er lang seit Sommer in der Wanne und durch einige Warmpress-Aktionen konnte ich das Pech auf dem schweren Glasklotz anpassen.
Und so sieht so eine Zyklus aus:
-Pechhaut anwärmen
-Ceri aufpinseln
-Spiegel feucht abwischen und auflegen
-Gewicht drauf und lospolieren
-halbe Stunde schuften, Schweiß abwischen und mit letzter Kraft das Gewicht abheben und die Pechhaut wieder einlagern






Der Fortschritt ist hier schön zu sehen, die Mitte poliert zuerst, der Rand gar nicht. Da habe ich dann etwas nachgeholfen und den Rand einzeln poliert. Dazwischen liegen leider mehrere 1/2 Stunden Aktionen:




Das rote Leuchten ist kein Foucault-test sondern das Streulicht vom Laser, es zeigt sehr schön wo der Spiegel bereits gut poliert ist und wo nicht.

Der innere 14" ist fertig - leider sind das nur 1/4 der Gesamtfläche.

Die jetzige Form sieht so aus, bezogen auf die "Best-Fit-Conic" von CC=-0.339, die Nanometer beziehen sich auf die Oberfläche:

Hier in der Countour-Ansicht von Openfringe, in Nanometer-Wavefront:

Und das ganze im Foucault, gedreht für gewohnten Anblick mit Messer von rechts. Das I-Meter stand im Weg und weil ich das ungern wieder veschiebe, wurde die Klinge waagerecht eingschoben. Am Rand sieht man die Folgen von eingetrockneten Ceri, so wie es Stathis widerfahren ist, ist alles halb so wild, der Rand ist noch lang nicht fertig.

Nächstes Ziel ist, den Rand und besonders die 70% Zone gründlich auszupolieren, das wird ein Stück dauern...
To be continued!
Kai

Bearbeitet von: fraxinus am: 09.01.2010 20:47:54 Uhr
Zum Anfang der Seite

Roland
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3249 Beiträge

Erstellt  am: 09.01.2010 :  21:59:19 Uhr  Profil anzeigen
Hi Kai,
Zitat:
Für eine halbe Stunde Politur brauche ich aber über eine Stunde bis alles vor und nachbereitet ist

ich glaube das muss so sein wenns gut werden soll, das Verhältnis ist bei mir ähnlich, etwa 1:1
Möge dich der Asti verschonen - go on

Gruß Roland

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

D_SPITZER
Meister im Astrotreff

Deutschland
675 Beiträge

Erstellt  am: 15.01.2010 :  21:30:20 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kai,
erkenne ich das im 2. Bild deines letzten posts richtig, dass du nen Pt-Widerstand zur Temperaturmessung des Wasserbades im Becken hast?
Grüße, daniel

viele Grüße + CS,
Daniel
---------------------------
www.deepskyjournal.com

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

GerdHuissel
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1643 Beiträge

Erstellt  am: 16.01.2010 :  09:52:13 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kai,

seit Beginn an verfolge ich mit größtem Interesse
Dein Projekt und die Fortschritte.

"Wow" und grossen Respekt :-)

Grüssle vom Gerd
ein Backnanger Sterngucker

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

huxtebude
Senior im Astrotreff


157 Beiträge

Erstellt  am: 17.01.2010 :  00:37:41 Uhr  Profil anzeigen
Zitat:
Original erstellt von: D_SPITZER

Hallo Kai,
erkenne ich das im 2. Bild deines letzten posts richtig, dass du nen Pt-Widerstand zur Temperaturmessung des Wasserbades im Becken hast?
Grüße, daniel



Ich denke, dass das was du meinst ein Heizstab für Aquarien ist.

Grüße,
Florian

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

D_SPITZER
Meister im Astrotreff

Deutschland
675 Beiträge

Erstellt  am: 20.01.2010 :  10:06:08 Uhr  Profil anzeigen
Ahhh, ok... Danke, Florian!

Grüße, daniel

viele Grüße + CS,
Daniel
---------------------------
www.deepskyjournal.com

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Monoceros
Meister im Astrotreff

Colombia
545 Beiträge

Erstellt  am: 20.01.2010 :  14:05:58 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kai!

Wahnsinn dieser Spiegel!

Gutes Gelingen und nochmal vielen Dank für die Hilfe bei meinen 6"!

Grüsse vom Einhorn

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2901 Beiträge

Erstellt  am: 31.01.2010 :  15:49:05 Uhr  Profil anzeigen
Einen schönen Gruß in die Runde...

...und danke für das anhaltende Interesse am Werdegang des Spiegels!

Leider hat mich das Pech verfolgt, zuerst Blutvergiftung im linken Arm, danach septischer Schock. Zwei Wochen Krankenhaus, davon eine volle Woche Intensivstation. Nur noch Kabel, Schläuche und Kanülen, was für ein Gefitze!
Jetzt kann ich wieder tippen, mit dem kompletten Satz von 10 Fingern! Yep!

Der Spiegel wird wohl bis zum Frühjahr im Teststand bleiben müssen, da geht erst einmal gar nichts.
Aber am I-meter kann ich sicher demnächst etwas dran rumbasteln.

Ach ja, das *war* wirklich ein 150W-Heizstab für Aquarien, der hat's aber hinter sich, hab ihn aus dem Wasser genommen und vergessen vorher abzuschalten - Peng!
Sehr praktisch mit Zeitschaltuhr zum schonenden Aufheizen des Wasserbades auf ungefähr 30 Grad. Vorher musste ich die Sandmuschel immer ausschöpfen und neu befüllen.

Viele Grüße
Kai

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2901 Beiträge

Erstellt  am: 04.04.2010 :  22:24:10 Uhr  Profil anzeigen
Hallo zusammen...

und frohe Ostern
So jetzt geht' hier mal weiter! Bin wirklich froh, daß ich alles hier dokumentiert habe, der Spiegel steht noch immer noch wie im Januar liegengelassen aber meine Erinnerung hat ein paar Lücken.

Ein paar Tools habe ich vorbereitet bzw recycled und die möchte ich zusammen mit einer vermutlich neuen Poliermethode vorstellen.

Das Problem bei dünnen Spiegeln ist die Durchbiegung bei der Bearbeitung mit TOT und großen Tools. Es droht Asti. Nimmt man kleine Tools, besteht kaum Asti-Gefahr aber am Rand ist kein gescheites Arbeiten damit möglich. Bei meinem 21"er habe ich verschiedenes probiert:

1. Fullsize Tool zum Ringtool eingepresst - jede Menge Arbeit mit dem Tool und kaum vorhersagbare Ergebnisse. Falls man wieder ein gleichmäßig greifendes Fullsize-Tool braucht, hat man ein Problem. Ewiges Pressen und es wird trotzdem nie wieder "das Alte".

2. der scharfe Daumen - das ist natürlich der Klassiker. Habe ich anfangs intensiv genutzt - in Form von Zeige und Ringfinger - die Wirkung ist mit sattem Druck einfach grandios aber schwierig zu dosieren. Üben, üben, üben ist angesagt.

3. die Methode von Alois mit den kreisenden Minitools - das funktioniert ganz prima aber eben sehr langsam. Eher was für die letzten Nanometer wo es maximale Kontrolle braucht.

4. Dreieckstools für den Rand - ziemlicher Mist, die Dinger kippeln und man pflügt schnell mit der Kante ins Glas. Ganz schnell verworfen bzw entsorgt.

5. Dann kam ich auf die Idee zwei Dreieckstools zu kombinieren und eine Art Brett zu verwenden. Es ist so lang wie der Spiegel, hier circa 540mm und 150mm breit. Aus Glas 15mm dick. Das sieht dann so aus:

An den Enden ist das "Brett" schräg angepasst um eine gleichmäßige Pechdicke zu gewährleisten:

Und so sieht die Pechauflage aus. Die Form ist eine Art Dreieck und entspricht theoretisch und im Idealfall der sogenannten "Star-Lap-Pattern" von Tom Krajci. Der Link zum atmsite funktioniert gerade nicht, ich reiche das nach. Damit wäre eine Parabolisierung jenseits der 70% Zone automatisch möglich. Naja, theoretisch.


So funktioniert das Arbeiten mit diesem Hobel.
Spiegel unten, drehen auf Drehteller oder eben herumlaufen, Runden zählen.
Das "Brett" hat eine Mittenmarkierung, diese wird über der Spiegelmitte hin und hergeschoben. Gleichzeitig hat man eine kontrolle über die Finger die am Spiegel entlanggleiten. Lange Striche lassen die Zonen verschmelzen, kurze Striche arbeiten sehr lokal. Durch Abkratzen der obersten grauen Ceri-Schicht (nur einen Hauch) lassen sich Teile der Pechhaut deaktivieren und durch Warmpressen auch sehr schnell wieder reanimieren. Wenn man zb nur den letzten Zentimeter aktiv hat ist das ganze eine Art Dauenersatz. Das habe ich sehr oft so genutzt. Die aktiven Zonen kann man mit einem Zirkel direkt auf dem Pech anzeichen bzw einkratzen. Dafür habe ich die Mittenmarkierung zum Einspießen extra eingekörnt. Das ganze ist ein Kompromiss aus schneller Pechhautpflege und ausreichender Pechhautfläche. Man kann mit etwas Druck sehr schnell viele Nanometer weghobeln.


Damit das Ceri nicht in den Spiegel hineinläuft und dort festbäckt fülle ich diesen mit Wasser.

Und hier noch die weiteren Tools, die ich vorbereitet habe, ein neues 710mm Tool für außen. Damit werde ich den Rand des 28" zunächst auspolieren. Und ein 400mm Tool für ganz innen, das stammt noch vom 21'er. Das Innentool hat auch wieder etwa die Star-Lap Form zum automatischen Parabolisieren.
Es macht sich gut, wenn man ein Tool für die äußeren 70% und eins für die inneren 70% hat. Dann hat man jeweis die Hälfte der Pfeiltiefe anzupassen. Ich habe nun drei solche Zonenhobel und hoffe damit auszukommen.


Schlafen tun die Tools in der Sandmuschel unter Wasser. Der Deckel kommt natürlich drauf damit kein Staub reinfällt. Das dienstälteste liegt dort seit zwei Jahren, ja es ist etwas hart geworden aber funktioniert noch...

Viele Grüße
Kai

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

Erposs
Senior im Astrotreff


203 Beiträge

Erstellt  am: 14.04.2010 :  14:43:33 Uhr  Profil anzeigen
Hey es geht weiter, schön, daß es Dir wieder gut geht! Ich bin allein von der Größe schon beeindruckt.
Gruß, Jörg!

Gruß, Jörg!

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

JoergB
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2535 Beiträge

Erstellt  am: 15.04.2010 :  08:08:23 Uhr  Profil anzeigen  Besuche JoergB's Homepage
Ja, schön, dass Du wieder aufrecht bist!

Ich verfolge den Beitrag auch von Anfang an, super spannend und interessant!

Gruß,
Jörg Borchardt

Bearbeitet von: JoergB am: 15.04.2010 08:09:05 Uhr
Zum Anfang der Seite

fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2901 Beiträge

Erstellt  am: 15.04.2010 :  15:37:34 Uhr  Profil anzeigen
Danke für Euer Interesse! Sobald es wärmer wird schwinge ich wieder die Pechhaut, freue mich schon drauf

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2901 Beiträge

Erstellt  am: 15.06.2010 :  11:59:39 Uhr  Profil anzeigen
Hallo,

nun ist doch sowas wie Sommer hier angekommen, satte 20 Grad ohne zu heizen, wow!
Nach einer herrlichen Beobachtungsnacht mit dem 21" am letzten Freitag hat mich der Ehrgeiz wieder gepackt und es geht weiter mit dem 28". Zwei Tage polieren war allerdings gleich etwas zu viel - habe Probleme mit der Hand. Irgendwie ist der dauerhafte, extreme Druck beim Schieben des Tools nicht gut. War bisher nie ein Problem, nur in dieser Größe ist man immer mit 100% Maximalkraft im Einsatz, zusätzlich habe ich auf das große 70cm-Brett-Tool noch ein frisch gegossenes 11kg Bleigewicht aufgelegt damit es überhaupt vorwärts geht. Dafür ist eine Hand aber vermutlich nicht designed worden....

Also hab ich zur Regeneration etwas interferometriert.
Immerhin sind die inneren 40cm praktisch auspoliert (entspricht leider nur 1/3 der Spiegelfläche!) und der Rand glänzt auf den ersten Blick schon sehr schön. Mit einer hellen LED Taschenlampe ist dort noch ein Schleier zu sehen, aber es geht laaaangsaaaam in die richtige Richtung. Die I-Gramme gelingen nun auch 1A und haben viele krumme Streifen. Die Auflösung liegt in echt bei 2000x2000 Pixeln. Das macht den Begriff "Asphäre" recht anschaulich:

Das Foucault Bild dazu sieht so aus, die Klinge war aus Platzmagel (hinter dem I-Meter) wieder waagerecht eingschoben, danach ist das Bild für den gewohnten Anblick gedreht worden:


Im Moment ist die Best-Fit-CC bei knapp -0.5
Das Profil, bezogen auf die angestrebte Parabel, zeigt noch einen Zentralberg und den hohen Rand, allerdings sind die Dimensionen so gigantisch, daß sämtliche anderen Unregelmäßigkeiten darunten verschwinden. Einheit ist "Nanometer Wavefront", also so wie in FigureXP gewohnt:
edit: das ist nicht richtig! FigureXP zeigt in "Nanometer Surface" an. Also alle Werte halbieren. Lasse das Bild einfach so wie es ist und bei der nächsten Auwertung wird es gleich richtig gemacht!


Jetzt kann man im OpenFringe sehr schön die einzelnen Fehler ausknipsen (Zernikes - View Terms) und sich ein umfassendes Bild über die Oberfläche verschaffen. Der riesige 1.Sperical Term überdeckt ansonsten fast alles.
Praktisch ist zB den 1.Sperical auszuschalten um die verbleibenden Zonen zu sehen und damit eine gleichmäßige Parabolisierung zu steuern.
Oder gleich alle Spherical Terme verschwinden zu lassen um alle nicht-rotationsymmetrischen Fehler zu aufzuspüren (Asti, Treefoil...) Das sind die Fehler, die übrigbleiben selbst wenn man sehr gleichmäßig im Kreis herum arbeitet.
Und so sieht das hier aus. Eigentlich ein absolut hoffnungsloser Fall weil nach Abzug aller rotationsymmetrischer Fehler sowas wie ein nasser Bierdeckel übrigbleibt. Mit Strehl von sagenhaften 0,006 ! Wie gesagt, wenn ich ab jetzt eine perfekte, zonenfreie Parabel reinpolieren könnte, dann würde dennoch das hier übrigbleiben:


Das geht natürlich gar nicht! Hier muss ich gezielt lokal nachhelfen.
Nur sind die abzutragenden Glasberge einfach überwältigend.

Und deshalb eine Frage:
Wer hat Erfahrung mit Polierpads oder anderen "groben" Methoden mit denen man Meter machen kann?
Dann würde ich nämlich den Spiegel am liebsten grob "ausmeißeln" und danach so gut es geht mit Pech glätten. Messtechnisch wäre das überhaupt kein Problem. Nur übersteigt die Ceri+Pechmethode im Moment meine Kräfte.

Viele Grüße
Kai

Bearbeitet von: fraxinus am: 20.06.2010 16:50:49 Uhr
Zum Anfang der Seite

FHarry
Meister im Astrotreff

Deutschland
929 Beiträge

Erstellt  am: 15.06.2010 :  16:59:17 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kai,

ich gebe jetzt weniger einen Tip, vielmehr hab ich grade ein bis mehrere Fragezeichen.

Du schreibst, daß nach Abzug aller rotationssymmetrischer Fehler irgendwas ala Bierdeckel übrig bleibt. Und damit kannst du keine perfekte Parabel zaubern.

OK, das würde doch heißen du gehst davon aus, daß:
- die Messung ansonsten 100%ig korrekt ist. Kein Einfluss von Lager-Asti oder sonstigen Schweinereien, keine Artefakte durch Luft-Bewegung und was weis ich sonst noch.
- du beim anschließenden Parabolisieren wieder absolut 100%ig rotationssymmetrisch arbeitest.

Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, daß alle diese Parameter keinen Einfluss mehr haben. Oder ich kapier irgendwas nicht ganz? Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann möchtest du den Bierdeckel mit einzelnen lokalen, nicht rotations-bezogenen Retouchen bearbeiten?

Grüße,

Harry

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite

fraxinus
Altmeister im Astrotreff


2901 Beiträge

Erstellt  am: 15.06.2010 :  23:50:47 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Harry,

man bekommt in der Tat schnell einen Knoten ins Hirn bei den Auswertungen, geht mir auch so. Sind einfach zu viele Baustellen gleichzeitig. Ich wollte diesesmal nicht erst eine Sphäre anstreben sondern den Spiegel auf dem Weg zur Parabel auspolieren. Ob das größere Probleme mit den nicht-rotationssymmetrischen Fehler gibt wird sich zeigen. Es ist aber an der Zeit mal etwas dagegen zu unternehmen. Je steiler die Kurve, desto lokaler müssen die Retouchen sein.

Normalerweise startet man mit einer streng rotationssymmetrischen Form, das muss nicht unbedingt eine Sphäre sein, und hofft, daß sich bis zum Endkampf mit der Parabel keine einseitigen Fehler einschleichen. Der Asti ist der bekannteste und großflächigste dieser Art. Bis jetzt hatte ich noch nie das Glück mit einer sauberen Form zu starten. Beim 21" war ein riesen Asti drin, den hat mir die Maschine da reingewürgt beim Versuch das Ding ohne viel Muskelschmalz auszupolieren. Hier beim 28" habe ich zuviel mit Gewichten experimentiert weil mir das alles zu langsam ging, aber besser ist es auch nicht geworden, nur unregelmäßiger

Mit anderen Worten, ich bin da recht salopp beim Polieren weil das (hoffentlich diesesmal auch) alles wieder ins Lot kommt, zum Feinschliff bin ich noch nie zurück. Bei sehr gewissenhafter Arbeit könnte das aber erheblich besser aussehen.

Fakt ist, die Bierdeckelform bleibt definitiv so bestehen wenn man immer mit vollen, regelmäßigen Runden weiterpoliert. Die verschwindet nicht von selbst, wie auch? Die wird nur tiefergelegt. Irgendwann muss man einseitig an der richtigen(!) Stelle rangehen.

Wegen der Messfehler:
Den Lagerasti konnte ich noch nicht genau quantifizieren. Es scheint aber erfreulich wenig zu sein. Im Moment mache ich noch keine regelmäßigen um 90 Grad gedrehten Messungen. Das wird sicher interessant!

Luftschlieren sind eher ein kleineres Problem.
Ich fotografiere immer 5-8 Igramme und werte davon dann 3-4 aus. Davon dann den Mittewert und so sind die Schlieren (fast) weg. Ich habe es gerade probiert, die Differenz aus diesem Mittelwert und den drei Einzelmessungen zu bilden. Die Abweichung lag jedesmal um 1/20 Wavefront RMS, was circa Strehl 0,9 bedeutet. Insgesamt und incl Lagerasti ist eine sichere Beurteilung bis Strehl 0,8 möglicherweise ein Herrausforderung. Aber es gibt noch Tuningmöglichkeiten. Zum Beispiel könnte ich die Tür zum Messraum schließen

cs Kai

Bearbeitet von: am:
Zum Anfang der Seite
Seite: von 7 Vorheriges Thema Thema Nächstes Thema  
Vorherige Seite | Nächste Seite
 Neues Thema
 Druckversion
Springe nach:
Astrotreff - Astronomie Treffpunkt © Astrotreff 2001 - 2020 Zum Anfang der Seite
Diese Seite wurde in 0.92 sec erzeugt. Snitz Forums 2000

Der Astrotreff bedankt sich für die Unterstützung von:



?