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 Buchrezension "Die Astronomin" von Eva Maaser
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Sternli
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
1589 Beiträge

Erstellt am: 15.06.2009 :  09:39:31 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Forengemeinde,

ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch hier einstelle, ist es doch aus dem letzten Jahrhundert. Da sich allerdings sowohl in der elektronischen Bucht als auch bei Amazon noch einige Exemplare zum Verkauf befinden und es somit eine reelle Chance gibt, ein solches Buch zu erstehen, habe ich mich dafür entschieden.

Ich stelle euch heute eine Roman-Biografie über eine Frau vor, die eigentlich immer nur "Mitläufer" war. Eigentlich wollte sie Sängerin werden - doch ihr Bruder hatte andere Pläne und so nahm ihr Leben entscheidende Wendungen. Heute ist sie als "die Kometenjägerin" bekannt - Caroline Herschel.


DIE ASTRONOMIN – von Eva Maaser
Erschienen im Rütten & Loenning Verlag
ISBN 3-352-00707-1

Klappentext
„Meine Geschichte ist eine Liebesgeschichte. Obwohl sie für alle sichtbar verlief, hat sie nie jemand so recht bemerkt – nicht einmal ich selbst. Das ist umso erstaunlicher, weil sie schliesslich alles enthielt, was Liebesgeschichten in den Brennpunkt allgemeiner Aufmerksamkeit rückt: Es ist die Geschichte eines langen, zähen Ringens und unaufhörlichen Werbens, und das Ziel rechtfertigt jede Mühe.

Im Jahr 1750 wird in Hannover Caroline Herschel geboren, ein aufgewecktes Mädchen, das sich in nichts von anderen unterscheiden sollte als durch den strikten Wunsch, ebensoviel zu lernen wie seine Brüder. Alle Hartnäckigkeit scheint vergeblich, bis sie mit Anfang Zwanzig mit dem Mut der Verzweiflung ihrem Bruder nach England folgt, wo ihre grösste Herausforderung auf sie wartet.“


Meine Rezension
Das Buch „Die Astronomin“ entführt in die aufregende und spannende Geschichte der ersten anerkannten Astronomin, der legendären Kometenjägerin Caroline Herschel.
Caroline Lucretia Herschel, wie sie mit vollständigem Namen hiess, wurde am 16. März 1750 in Hannover geboren, als eines von insgesamt 6 Kindern des Militärmusikers Isaak Herschel und seiner Frau Anna Ilse Herschel.

Ihr Vater Isaak Herschel war ein sehr ehrgeiziger und naturwissenschaftlich interessierter Mann. Ihm hatte Caroline es zu verdanken, dass sie gegen den Willen ihrer Mutter (die sie für einen „rohen Klotz“ hielt und deswegen lieber im Haushalt ausbilden wollte) die Garnisonsschule besuchen und somit lesen und schreiben lernen konnte.

Der Roman beginnt im Jahre 1755 – zu diesem Zeitpunkt ist Caroline 5 Jahre und für ihr Alter schon sehr aufgeweckt und neugierig. Sie ist fasziniert von den wissenschaftlichen Zeichnungen und Gesprächen, die ihr Bruder Wilhelm und ihr Vater führen. Eines Nachts schleicht sie hinter Ihnen her, als die beiden Männer sich auf den Weg zu einem Wall machen, um astronomische Beobachtungen durchzuführen. Entgegen ihrer Befürchtung wieder zurückgeschickt zu werden, erklären ihr die beiden die sichtbaren Sternbilder.
Die Sterne ziehen Caroline in ihren Bann und sie erliegt der Faszination, welche sie ein Leben lang begleiten wird.
Doch die Wege und Aufgaben, die das Leben für einen bereit hält sind nicht immer einfach. Ihr Vater, der verfrüht aus dem Krieg heimkehrt, besiegelt vorerst ihr Schicksal, denn er kann es sich nicht mehr leisten sie weiter zur Schule zu schicken. Caroline, die sich nur schwer mit ihrem Schicksal abfinden kann, muss wieder ihrer Mutter im elterlichen Haushalt helfen. Nach wenigen Jahren erleidet ihr Vater noch dazu einen Schlaganfall und muss rund um die Uhr betreut werden. Bis zuletzt pflegt sie ihn.
Auch ihr geliebter Bruder Wilhelm, der unehrenhaft aus der Armee austritt, kehrt dem schönen Hannover den Rücken und versucht sich als Lehrkraft in England.
Nach dem Tod ihres Vaters hadert sie mit ihrem Schicksal. Immer noch von der Liebe ihres Bruders überzeugt, wartet sie auf den alles entscheidenden Brief, mit dem Wilhelm sie nach England einlädt. Doch dieser bleibt aus – schliesslich kommt sie über die Musik, im speziellen den Gesang, und mit der Hilfe ihres Bruders Alexander, doch noch zu ihrer lang ersehnten Einladung. Mit neuem Mut und voller Hoffnungen macht sich die nun 22jährige Caroline mit Wilhelm auf den Weg nach England.
Doch was sie dort erwartet, hätte sie sich im Traum nicht vorstellen können.



Mein Fazit

Das Buch ist aus der Sicht von Caroline Herschel geschrieben. Diese lässt, nunmehr 90-jährig, ihr Leben noch einmal Revue passieren. Der Erzählstil ist sehr leicht und locker, und auch wenn es sich nicht um einen Aktionroman handelt, sehr spannend geschrieben.
Er sagt sehr viel über die damaligen Verhältnisse aus und man bekommt ein sehr lebendiges Bild ihres Lebens.
Mir als astronomisch interessierter Frau, fiel es natürlich sehr leicht, mich in sie hinein zu versetzen.

Es ist eine Geschichte wie wirklich nur das Leben sie schreiben kann, ich denke viele Menschen kennen diese Irrwege und Ablenkungen, die das Leben parat hält und über dessen Sinn und Zweck man erst im Nachhinein mehr erfährt.

Mit 439 Seiten ist das Buch zwar eher ein „dicker Wälzer“, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen.
Alles in allem eine sehr interessante Biografie über eine der ersten Astronominnen, die ein sehr bewegtes und langes Leben führte.
Allen, die gerne ausführliche Lebensbiografien lesen, kann ich dieses Werk nur ans Herz legen.

Viel Spass beim Lesen wünscht

Sternli

Bearbeitet von: am:

Günter
Meister im Astrotreff

Deutschland
719 Beiträge

Erstellt  am: 16.06.2009 :  01:15:48 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Sternli.

Werde das Buch mal versuchen, über die Fernleihe zu bekommen.

Die Frau hatte Glück - Damals war der Himmel noch nicht so
Lichtverschmutzt.

Grüsse aus Lünen(Nähe Dortmund)

Günter

Bearbeitet von: am:
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Polarlicht
Mitglied im Astrotreff


36 Beiträge

Erstellt  am: 01.07.2009 :  21:31:03 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Polarlicht's Homepage
Hallo!

Besten Dank für die Rezension. Ich werde es wohl auch mal versuchen. Gute Idee, Sternli.

Und Günter, viele Grüße von meinem Mann....der Typ mit dem Steffiscope!


Polarlicht

Bearbeitet von: am:
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Günter
Meister im Astrotreff

Deutschland
719 Beiträge

Erstellt  am: 03.07.2009 :  17:28:31 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Polarlicht.

Die Grüsse gehen zurück - an den Mann mit dem Steffiscope 3.0

Günter

Bearbeitet von: am:
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