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Cosmo
Meister im Astrotreff
   
Deutschland
273 Beiträge |
Erstellt am: 11.03.2004 : 23:36:55 Uhr
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Hallo, Spiegelfreunde
Ich habe heute mal versucht, meinen kürzlich fertiggestellten Fangspiegel (werd in kürze berichten) zu Versilbern.
Dabei hatte ich geringe mengen Chemikalien ca. 1.5g Silbernitrat in 50ml D.Wasser (weißes Kristalline zeugs) 0,4g Ätznatron 25ml und 30ml 10% Ammoniak zur verfügung. Die ganze Suppe vermischt mit Ammoniak gelöst und mit 0,5g Traubenzucker vermischt.
Zur meinem verblüffen konnte ich kurz ca 20-30 sec Später darauf einen schönen Silberglanz sehen die immer stärker wurde bis ich einpaar graue Punkte sah wo ich dann aufhörte, es ist schon ertaunlich für so ein Chemielaien wie mich die Versilberung live mitzuverfolgen Dumerweise löste sich die Silberschicht beim Reinigen mit Wasserstrahl und Wattebausch teilweiße ab ..
Ich kann mir nicht genau vorstellen warum, möglicherweiße war die Reduktion zu schnell oder aber die Oberfläche nicht sauber genug.
Jedenfals war das für mich ein kleiner Teilerfolg! eine Verpiegelung selbst durchzuführen da kann ich Danist nur zustimmen, der Aaah Ooh effekt ist Vorprogrammiert
Den Fangspiegel habe ich über die Nacht ersteinmal ins Natron eingelegt, hoffentlich wird das keine Saure Gurke ..
Grüße,
Y.Cetin www.ycetin.de |
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Amateurastronom
Altmeister im Astrotreff
    
1073 Beiträge |
Erstellt am: 12.03.2004 : 01:12:02 Uhr
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Cosmo schrieb:
>Zur meinem verblüffen konnte ich kurz ca 20-30 sec Später darauf >einen schönen Silberglanz sehen die immer stärker wurde bis ich >einpaar graue Punkte sah wo ich dann aufhörte, es ist schon >ertaunlich für so ein Chemielaien wie mich die Versilberung live >mitzuverfolgen
Mit Silbersalzhaltigen Lösungen musst Du vorsichtig sein. Jeder Tropfen kann sonst einen schwarzen Silberflecken erzeugen.
>Dumerweise löste sich die Silberschicht beim Reinigen mit >Wasserstrahl und Wattebausch teilweiße ab..
Das kann an der Reinigung liegen. Traditionell benutzt man in der Optik wasserfreie (also 100%, auch rote, rauchende Salpetersäure genannt) Salpetersäure anstelle von Chromschwefelsäure zur Reinigung UNBESCHICHTETER (!) Gläser.
Konzentrierte (69%) Salpetersäure reicht nicht aus, Fettspuren zu entfernen.
Wasserfreie Salpetersäure ist jedoch schwer erhältlich, kann jedoch aus Kaliumnitrat und konz. Schwefelsäure (98%) (unter Zusatz von etwas Silbernitrat) durch Vakuumdestillation in einer Normschliffapparatur gewonnen werden (siehe z.B. das Praktikumsbuch von Jander, Blasius).
Als Alternative kam mir gerade folgende Überlegung: Man könnte auch die Mischung von Kaliumnitrat und konz. Schwefelsäure (Schutzbrille!) direkt auf den Spiegel zur Reinigung einwirken lassen und anschliessend Reste nach dem möglichst vollständigen Abgiessen des Reinigers (!) vorsichtig (konz. Schwefelsäure wird bei Zugabe von Wasser heiss und kann spritzen - nie Wasser in konz. Säure schütten!!) mit dest. Wasser gründlich abspülen. Die Reaktionsmischung enthält dann wasserfreie Salpetersäure und sollte genauso gut reinigen, wobei die Ausgangssubstanzen leichter beschaffbar sind.
Ansonsten habe ich hier eine Versilberungsanleitung beschrieben, die gut funktioniert und von F. Twyman nach Brashear's Originalpaper verfasst wurde: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=selbstbau&Number=113643&Forum=CatSearch-3&Words=twyman&Match=Entire%20Phrase&Searchpage=0&Limit=25&Old=allposts&Main=110662&Search=true#Post113643
>Ich kann mir nicht genau vorstellen warum, möglicherweiße war die >Reduktion zu schnell oder aber die Oberfläche nicht sauber genug.
Wie gesagt halte ich das ebenfalls für möglich. Zur Lösung des Problems siehe die Reinigungsmethode oben bzw. die Anleitung nach Twyman/Brashear.
Theoretisch kann man bei Twyman's Anleitung den Invertzucker (Glucose+Fructose) direkt durch Glucose ersetzen. Evtl. kann es jedoch vorteilhafter sein, die spezielle Anleitung nach Prof. Common zu verwenden (die Temperatur 56° im Text sollte in Fahrenheit gemessen sein): http://adsbit.harvard.edu/cgi-bin/nph-iarticle_query?bibcode=1911PASP...23...13C&db_key=AST&page_ind=3&plate_select=NO&data_type=GIF&type=SCREEN_GIF
>Den Fangspiegel habe ich über die Nacht ersteinmal ins Natron >eingelegt, hoffentlich wird das keine Saure Gurke.
Davon würde ich abraten. Natronlauge greift nur das Glas an und ätzt es, während das Silber nicht gelöst wird. Das Silber löst sich mit verdünnter (ca. 30-35%) Salptersäure in Sekunden auf (Vorsicht, nitrose Gase nicht einatmen!).
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Cosmo
Meister im Astrotreff
   
Deutschland
273 Beiträge |
Erstellt am: 12.03.2004 : 01:42:35 Uhr
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Hallo, Amateurastronom
Vielen Dank für die Auführliche Beschreibung werd mir diese mal genauer anschauen...
Würde es ausreichen das Glas nochmal etwas anzupolieren und dann mit Alkohol und destilliertem Wasser abzuwaschen? da müssten doch keine Rückstände mehr sein. Ansonsten wäre noch die Beschreibung mit Ammoniak und Aufgeschlämmter Kreide...
Zitat: Davon würde ich abraten. Natronlauge greift nur das Glas an und ätzt es, während das Silber nicht gelöst wird. Das Silber löst sich mit verdünnter (ca. 30-35%) Salptersäure in Sekunden auf (Vorsicht, nitrose Gase nicht einatmen!).
Die Silberschicht ließ sich zuvor sehr leicht abbpolieren, jetzt muss ich nur noch an Salpetersäure drannkommen um eventuelle Pannen aufzulößen
Grüße,
Y.Cetin www.ycetin.de |
Bearbeitet von: Cosmo am: 12.03.2004 01:44:18 Uhr |
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Amateurastronom
Altmeister im Astrotreff
    
1073 Beiträge |
Erstellt am: 12.03.2004 : 16:59:13 Uhr
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Cosmo wrote:
>Würde es ausreichen das Glas nochmal etwas anzupolieren und dann mit >Alkohol und destilliertem Wasser abzuwaschen? da müssten doch keine >Rückstände mehr sein. Ansonsten wäre noch die Beschreibung mit >Ammoniak und Aufgeschlämmter Kreide...
Bisher habe ich kleinere Spiegel auch nur nach dem Polieren mit dest. Wasser und konz. Salpetersäure gereinigt. Für grössere Spiegel ist mir das angesichts der Kosten der Versilberungslösung etwas riskant, da ein Fehlschlag etwas zu teuer wird.
Wie gesagt soll wasserfreie Salpetersäure am besten reinigen, ist jedoch schwer beschaffbar und u.U. teuer, wenn man sie nicht selbst herstellt.
Der billigere, leichter zu beschaffende Ersatz aus Nitraten und konz. Schwefelsäure wäre insofern vorteilhafter, wenngleich man zumindest gründlicher nachspülen muss, um Sulfatreste zu entfernen.
Reines Kaliumnitrat kommt nicht nur als Chemikalie sondern auch als Lebensmittelzusatzstoff in den Fachhandel und unterliegt dann nicht den Kontrollen des § 3 Chemikalienverbotsverordnung, die bei Salpetersäure z.T. im Rahmen der allgemeinen Paranoia der letzten 10 Jahre zu Problemen führen konnten. Auch ist es im Unterschied zu Chrom(VI)-Verbindungen in sonst für solche Zwecke beliebter Chromschwefelsäure nicht giftig/krebserzeugend.
Problem bei Ammoniaklösung und Kreide ist, dass Fett nicht gut beseitigt werden kann.
>Die Silberschicht ließ sich zuvor sehr leicht abbpolieren, jetzt muss >ich nur noch an Salpetersäure drannkommen um eventuelle Pannen >aufzulößen
Das wäre am einfachsten. Es soll in Deutschland ein türkischer Reiniger (Por Kötz Rust Dyssolvant (?)) vertrieben worden sein, der halbkonz. Salpetersäure enthielt. Der rief vor einigen Monaten die Behörden auf den Plan, nachdem damit jemand einen Kupferkessel reinigen wollte...
Falls Apotheker usw. zu misstrauisch sein sollten, käme als Ersatz ggf. Eisen(III)-nitrat oder -citrat in Frage. Notfalls sollte auch eine warme Ammoniumperoxodisulfatlösung verwendbar sein. |
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Cosmo
Meister im Astrotreff
   
Deutschland
273 Beiträge |
Erstellt am: 12.03.2004 : 19:26:01 Uhr
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Hallo, Amateurastronom
Mittlerweile habe ich "meine" Apotheke gefunden die mir doch tatsächlich reine 100% Salpetersäure in geringen Laborrmengen anbieten ansonsten ist das Zeug doch sehr Teuer. Da kommt für mich nur noch 65% in Frage, aber besser wie ohne. Die will ich nun bestellen.
Ich werde jetzt einen weiteren Test durchführen den gleich nach der Politur mit reinem Iso-Alkohol gereinigten Spiegel zu Versilbern. Bei 1gr. Silbernitrat ist ein Versuch halb so Wild
Wish me Good Luck
Y.Cetin www.ycetin.de
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Amateurastronom
Altmeister im Astrotreff
    
1073 Beiträge |
Erstellt am: 12.03.2004 : 20:48:38 Uhr
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Hallo!
Cosmo schrieb:
>Mittlerweile habe ich "meine" Apotheke gefunden die mir doch >tatsächlich reine 100% Salpetersäure in geringen Laborrmengen >anbieten ansonsten ist das Zeug doch sehr Teuer. Da kommt für mich >nur noch 65% in Frage, aber besser wie ohne. Die will ich nun >bestellen.
Noch eine Anmerkung: Silbermetall selbst ist in verdünnter Salpetersäure schneller löslich, da sich in konzentrierten Lösungen das Nitrat als Überzug auf dem Metall abscheidet. Zum Entfernen alter Beläge also verdünnte Säure (konzentrierte mit etwa einem gleichen Teil Wasser verdünnen) nehmen.
>Ich werde jetzt einen weiteren Test durchführen den gleich nach der >Politur mit reinem Iso-Alkohol gereinigten Spiegel zu Versilbern.
Ich fürchte, das hält wieder nicht. Denn Isopropanol enthält selbst gerne Verunreinigungen, die auf dem Glas einen Schmierfilm bilden.
Da wäre es evtl. ratsamer, Kalilauge kurz einwirken zu lassen und abzuspülen (auf diese Weise reinigt man z.T. Oberflächen für elektrochemische Untersuchungen mit Anionen). |
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Cosmo
Meister im Astrotreff
   
Deutschland
273 Beiträge |
Erstellt am: 13.03.2004 : 02:34:25 Uhr
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Hallo, Amateurastronom
Zitat: Ich fürchte, das hält wieder nicht. Denn Isopropanol enthält selbst gerne Verunreinigungen, die auf dem Glas einen Schmierfilm bilden.
Da hast du absolut Recht, denn auch die von der Apotheke haben bei mir einen Schmierfilm erzeugt sieht aus wie viele feine Kratzer.
Na wenigstens hält die Fläche diesmal gut und reist nicht mehr ab..Die Oberfläche hatte ich zuvor mit Ammoniak und Alkohol abbgewischt. Bin gespannt wie es weitergeht, wenn ich das Glas dann mit Salpeter reinigen und erneut Versilbern kann.
Hier mal ein erster sichtbarer Erfolg,


Ist ja wie Zauber in einer Hexenküche und macht sogar Spaß
PS: ich habe mal einen Foucault Test im Verspiegelten zustand gemacht, war verblüfft das die Oberfläche unverändert gleichmäßig aussah.
Bin Doppelt begeistert
Viele Grüße,
Y.Cetin www.ycetin.de
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Bearbeitet von: Cosmo am: 13.03.2004 04:53:18 Uhr |
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