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slyv
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
4476 Beiträge

Erstellt am: 17.12.2008 :  16:54:42 Uhr  Profil anzeigen  Besuche slyv's Homepage
Hallo.

Es Weihnachtet wieder sehr
an manchen Quartieren weniger
in manchen Quartieren mehr
bei manchen Leuten im Vorgarten enorm.

Aus gegebenem Anlass also ein Text, welcher hier im Forum vom User "Maurice" am 14. 09. 2005 gepostet wurde:


Exzesse bei der Lichtverschmutzung:

Sonntag, 1. Advent 10 Uhr in der Reihenhaussiedlung Önkelstieg (Bereich Stenkelfeld-Nord) lässt sich Rentnerin Erna B. durch ihren Enkel Norbert drei Elektrokerzen auf der Fensterbank installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude ist groß.

10 Uhr 14: Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des zehnarmigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Önkelstieg im besinnlichen Glanz von 134 Fensterdekorationen.

19 Uhr 03: Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage registriert der wachhabende Ingenieur irrtümlich einen Defekt der Strommessgeräte für den Bereich Stenkelfeld-Nord, ist aber zunächst arglos.

20 Uhr 17: Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96 Halogen-Filmleuchten durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens ans Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.

20 Uhr 56: Der Discothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt, seinerseits einen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laserensemble Metropolis, das zu den leistungsstärksten Europas zählt. Die 40m Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem hässlichen Geräusch zerbröckelt.

21 Uhr 30: Im Trubel einer Jubiläums-Feier im Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage verhallt des Alarmsignal aus Generatorhalle 5.

21 Uhr 50: Der 85-jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des Typs Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem an die tiefhängende Wolkendecke.

22 Uhr 12: Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher Bekleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Onkelstieg. Zuvor war eine Boeing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sydney versehentlich in der mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten Garagenzufahrt der Bäckerei Bröhrmeyer gelandet.

22 Uhr 37: Die NASA Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstraße Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel, die Experten in Houston sind ratlos.

22 Uhr 50: Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks Sottrup-Höcklage. Der gesamte Komplex mit seinen vier Turbinen läuft mit 2.000 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.

23 Uhr 06: In der taghell erleuchteten Siedlung Önkelstieg erwacht Studentin Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um genau 23 Uhr 12 betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.

23 Uhr 12 und 14 Sekunden: In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Sottrup-Höcklage wie Donnerhall. Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verwirrte Menschen. Menschen wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.



Aber eigentlich habe ich einen anderen Text gesucht, der hier auch mal gepostet wurde... (vielleicht errinnert sich Jemand)

Das war quasi ein Dezembertagebuch von Jemandem, der sich anfangs über den Schnee freut - und dann immer weniger - und dann hasst er ihn (und den Nachbarn, weil er recht hatte und das Dach wirklich eingestürzt ist) und zündet zum Schluss sein Haus an.

Der Text endete so ähnlich: "ich mag die bunten Pillen, die ich 3x täglich bekomme. Warum bin ich ans Bett gefesselt?"

Errinnert sich zufälligerweise an den Text und hat eine Kopie oder einen Link davon/dazu?


Orangeblau grüsst Silvio von der MACH1 (Member of Albireo) und wünscht allen klare Sicht

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Maurice
Altmeister im Astrotreff

Netherlands
2771 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2008 :  20:01:48 Uhr  Profil anzeigen
Oh, oh .... daran erinnere ich mich jetzt auch wieder.

Nun muss ich wohl die LED-Lichternetze abbauen und am Besten gleich fachmännisch entsorgen. Damit auch kein anderer mehr diese benutzen kann.

Wie konnte ich bloß so inkonsequent werden?

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Wolfgang
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1298 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2008 :  20:44:32 Uhr  Profil anzeigen
Moin slyv,

meinst Du Schnee schieben? http://blog.pfiff-reisen.de/Schnee-schaufeln-nicht-nur-im-Skiurlaub-68.html

Gruss Wolfgang

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Pit
Meister im Astrotreff


388 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2008 :  21:05:43 Uhr  Profil anzeigen
Hallo

Zitat:
Wenn ich mir noch einmal Wolfgang Petry anhören muss, werde ich sie umbringen.




Hier noch was weihnachtliches aus Stenkelfeld:
http://www.ig-frankreich.de/oenkelstieg-weihnachtsmarkt.htm

Gruß
Pit

Astronomers are funny-looking men with long whiskers who sit on the roof
at night trying to discover new stars (They´d do better at Hollywood).

Astronomen sind ulkig aussehende Menschen mit langen Schnurrbarthaaren, welche auf dem Dach
sitzen und versuchen, neue Sterne zu entdecken (Sie sollten es besser in Hollywood tun)

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Astromaddin
Meister im Astrotreff

Deutschland
757 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2008 :  23:00:43 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Astromaddin's Homepage  Sende Astromaddin eine ICQ Message
Hallo Zusammen!

Immer wieder schön aus Önkelstieg zu hören oder zu lesen! Hatte schon darauf gewartet, bis wieder einer so einen Thread aufmacht.
Ist halt doch immer wieder schön.

Auch die anderen geposteten / Verlinkten Geschichten gefallen mir ;););):D:D:D

CS und eine schöne Zeit wünscht
Martin

P.S.: Hier schneit es gerade, kann das Scheißzeugs nimmer sehen.....

John Dobson: "Macht es euch einfach! Zeigt den Menschen das Universum, damit sie wissen wo wir sind"
------------------------------------------------


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nuazo
Meister im Astrotreff

Deutschland
505 Beiträge

Erstellt  am: 17.12.2008 :  23:11:10 Uhr  Profil anzeigen  Besuche nuazo's Homepage  Sende nuazo eine ICQ Message
echt guter Text, ich hab mich an einigen Stellen totgelacht


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Jogi
Anbieter

Deutschland
2479 Beiträge

Erstellt  am: 18.12.2008 :  06:50:15 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jogi's Homepage
HE leute,

Alles alte Klassiker, aber immer wieder genial zu lesen.

Jetzt bin ich aber auch auf der suche. Da gabs auch mal so ne geschichte wie die mit dem Kraftwerk. Nur das es dabei sich um Raketen an Silvester handelte. Kennt die jemand?


Gruß Jürgen

Meine Ausstattung:
Celestron 150/750 Auf EQ6 oder ADM, und 200/1200 Einarmeigenbaudobson
Lidlskope 70/700
Russentonne ( the one and only Weitwurftonne) 10/1000
Canon EOS 400D
12" F5 Dobson.

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Joern_Seidenstricker
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
33 Beiträge

Erstellt  am: 18.12.2008 :  06:57:53 Uhr  Profil anzeigen  Sende Joern_Seidenstricker eine ICQ Message
weltklasse, das mit dem schnee ist zum tränenlachen.

---------------
Bresser Messier N-130

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slyv
Altmeister im Astrotreff

Schweiz
4476 Beiträge

Erstellt  am: 18.12.2008 :  07:28:01 Uhr  Profil anzeigen  Besuche slyv's Homepage
Hallo.

Wolfgang, ja genau den Text meinte ich! Der ist so hammerhart

Danke!

Orangeblau grüsst Silvio von der MACH1 (Member of Albireo) und wünscht allen klare Sicht

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Sternli
Señorita im Astrotreff

Mitteleuropa
1050 Beiträge

Erstellt  am: 18.12.2008 :  08:12:54 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Sternli's Homepage  Sende Sternli eine ICQ Message
Ich find Schnee toll. Es sind schon 25cm.

"Will man einen Apfelkuchen von Grund auf selber machen, muss man zuerst das Universum erschaffen." Carl Sagan

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Maurice
Altmeister im Astrotreff

Netherlands
2771 Beiträge

Erstellt  am: 18.12.2008 :  09:27:42 Uhr  Profil anzeigen
Auch die Vorweihnachtszeit ist nicht ungefährlich. Geklaut wird anscheinend munter bei den Texten-Machern.

Zitat:

Montag, 11. Oktober

Schönster Altweibersommer! Noch einmal Menschen in T-Shirts und Sandalen in den Straßencafes und Biergärten. Bisher keine besonderen Vorkommnisse in der Hauptstraße.

Dann plötzlich um 10:47 Uhr kommt der Befehl von Aldi-Geschäftsführer Erich B.:
"Fünf Paletten Lebkuchen und Spekulatius in den Eingangsbereich!"

Von nun an überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst reagiert Lidl-Geschäftsführer Martin 0. eher halbherzig mit einem erweiterten Kerzensortiment und Marzipankartoffeln an der Kasse.

15:07 Uhr: Edeka-Marktleiter Wilhelm T. hat die Mittagspause genutzt und operiert mit Lametta und Tannengrün in der Wurstauslage.

16:02 Uhr: Die Filialen von Penny und Extra bekommen Kenntnis von der Offensive, können aber aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht gegenhalten und fordern ein Weihnachts-Stillstandsabkommen bis zum 25. Oktober. Die Gespräche bleiben ohne Ergebnis.



Dienstag, 12. Oktober

7.30 Uhr: Im Eingangsbereich von Karstadt bezieht überraschend ein Esel mit Rentierschlitten Stellung, während zwei Weihnachtsmänner vom studentischen Nikolausdienst vorbeihastende Schulkinder zu ihren Weihnachtswünschen verhören.

Zeitgleich erstrahlt die C&A-Fassade im gleißenden Schein von 260.000 Elektrokerzen. Die geschockte Konkurrenz kann zunächst nur ohnmächtig zuschauen. Immerhin haben jetzt auch Karstadt, Peek&Cloppenburg und Real den Ernst der Lage erkannt.



Mittwoch, 13. Oktober

09:00 Uhr: Edeka setzt Krippenfiguren ins Gemüse. Tchibo bietet Weihnachtsbaumständer und Baumschmuck zum Mitnahmepreis an.

09:12 Uhr: Minimal kontert mit massivem Einsatz von Rauschgoldengeln im Tiefkühlregal.

10:05 Uhr: Bei Karstadt verirren sich dutzende Kunden in einem Wald von Weihnachtsbäumen.

12:00 Uhr: Neue Dienstanweisung bei Extra: An der Käsetheke wird mit sofortiger Wirkung ein "Frohes Fest" gewünscht. Die Schlemmerabteilung von Real kündigt für den Nachmittag Vergeltungsmaßnahmen an.


Donnerstag, 14. Oktober

07:00 Uhr: Karstadt schaufelt Kunstschnee in die Schaufenster.

08:00 Uhr: In einer eilig einberufenden Krisensitzung fordert der aufgebrachte Penny?Geschäftsführer Walter T. von seinen Mitarbeitern lautstark: "Weihnachten bis zum Äußersten" und verfügt den pausenlosen Einsatz der von der Konkurrenz gefürchteten CD: "Weihnachten mit Mireille Matthieu" über Deckenlautsprecher.

Der Nachmittag bleibt ansonsten ruhig.


Freitag, 15. Oktober

08:00 Uhr: Anwohner der Hauptstraße versuchen mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung die nun von Karstadt angedrohte Musikoffensive "Heiligabend mit Peter Maffay" zu stoppen.

09:14 Uhr: Ein Aldi?Sattelschlepper mit Pfeffernüssen rammt den Posaunenchor "Adveniat", der gerade vor Karstadt zum großen Weihnachtsoratorium ansetzen wollte.

09:30 Uhr: Aldi dementiert. Es habe sich bei der Ladung nicht um Pfeffernüsse, sondern um Christbaumkugeln gehandelt.

18:00 Uhr: In der Stadt kommt es kurzfristig zu ersten Engpässen in der Stromversorgung als der von Tengelmann beauftragte Rentner Erwin Z. mit seinem Flak-Scheinwerfer Marke „Varta Volkssturm" den Stern von Bethlehem an den Himmel zeichnet.



Sonnabend, 16. Oktober

Die Fronten verhärten sich; die Strategien werden zunehmend aggressiver.

10:37 Uhr: Auf einem Polizeirevier meldet sich die Diabetikerin Anna K. und gibt zu Protokoll, sie sei soeben auf dem Minimal-Parkplatz zum Verzehr von Glühwein und Christstollen gezwungen worden.
Die Beamten sind ratlos.

12:00 Uhr: Seit gut einer halben Stunde beschießen Karstadt, Edeka und Minimal die Einkaufszone mit Schneekanonen. Das Ordnungsamt mahnt die Räum- und Streupflicht an. Umsonst!

14:30 Uhr: Teile des inneren Stadtbezirks sind unpassierbar. Eine Hubschrauberstaffel des Bundesgrenzschutzes beginnt mit der Bergung von Eingeschlossenen:



Quelle: http://www.ioff.de/archive/index.php/t-101080.html

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Winfried Berberich
Anbieter im Astrotreff

Deutschland
2580 Beiträge

Erstellt  am: 18.12.2008 :  09:39:56 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Winfried Berberich's Homepage
Hallo,

die Geschichten sind nicht nur schööön, sie sind - WAHR!
Genau die Geschichte mit dem Schneepflug der Gemeinde, genauso ergeht es mir. Auch meine Frau meint, ich müsse schaufeln. - Und ich weigere mich, wenn ich eine Stunde später auf unsere 180 Meter Gehweg schaue. Mindestens 30 cm Schnee mehr als vor dem Schaufeln.
Vielleicht sollte ich dem Fahrer auch mal eins überziehen....

Aber ich kann immernoch darüber lachen, Danke für die Links!

Gruß, schaufelnd,
Winfried

Siegfried-Berberich-Sternwarte Gerchsheim

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Jogi
Anbieter

Deutschland
2479 Beiträge

Erstellt  am: 18.12.2008 :  10:54:36 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jogi's Homepage
juhu, ich habs gefunden



Gut 57 Minuten vor dem Jahreswechsel lastet eine schier unerträgliche Spannung über der Siedlung Önkelstieg, dessen Bewohner der Stunde Null entgegenfiebern, um endlich losschlagen zu können.

23:15
Ein ansich unbedeutender Zwischenfall wird sich noch bitter rächen. Nachdem sie in einem Stallgebäude ihres Kleingartens die Kaninchen versorgt hat, entreißt ein Windstoß der Rentnerin Erna B. die Schuppentür, die mit vernehmlichem Knall hinter ihr zufällt. Von nun an überschlagen sich die Ereignisse.

23:17
Der vermeindliche Erstschlag aus der Nachbarschaft trifft den Familienvater Fred S. völlig unvorbereitet. In einer viel zu flachen Flugkurve startet sein hastig gezündeter Raketensatz "Cape Caneveral", dessen Werbeaufdruck, "Eine Zündung - sechs mal Sternenzauber" unterwegs sein Versprechen hält. Ein Sternenzauber findet mit unglücklicher Präzision den Weg in einen Lüftungsschacht der Bäckerei Bröhrmayer. Die anschließende Mehlstaubexplosion in der Backstube macht die vor Wochen vom Bäckermeister Erwin Bröhrmayer großspurig angeregte Firmenaktion "Brot statt Böller" mit einem Schlag unglaubwürdig und zerstreut letzte Bedenken in der Siedlung.

23:23
Der 17jährige KFZ-Lehrling Sven G. verliert als nächster die Nerven. Sein familienfreundliches Sylvestersortiment "Feuerball" mit 17 Leuchtraketen und mehr als 90 bunten Effekten und eine in mühevoller kleinstarbeit selbstentwickelte Bombenkette aus zwölf gegeneinandergeschraubten VW-Zylindern gefüllt mit Schwarzpulver werden von Ihm gezündet.

23:34
Immerhin 15 dieser bunten Effekte erreichen am 3 km entfernten Ostufer des Stänkelfelder Sees den Balkon des 83jähringen Kriegsveteranen und Militärartikelsammlers August R. vom Feuerschein und seinen alten Erinnerungen geweckt beschließt er, sein kostbarstes Sammlerstück der Verteidigung seines Grundstückes, zu opfern. Minuten später gleitet ein acht Meter langer Torpedo der "V-Klasse" vom seinerzeit vor Danzig havarierten "U 435" aus seinem Bootsschuppen und nimmt Kurs auf das gegenüber liegende Seeufer. Nach vier Minuten und zwölf Sekunden erfolgt der Einschlag in die Uferterasse des Gasthofs "Knollmeier".

23:45
Ein Gartenstuhl und zwei Sonnenschirmbetonständer durchschlagen das dünne Holzdach der Wachbarracke der Martin-Luther-Kaserne im Nachbarort Heringsmoor und verfehlen den Wachhabenden Hauptgefreiten Ronald C. nur um Haaresbreite. Der durch den hastigen Genuß von anderthalb Flaschen Küstennebel ungewohnt entschlußfreudige Berufssoldat trifft in dem durch den Weihnachtsurlaub entvölkerten Militärstützpunkt eine einsame Entscheidung. Die 16 Luftabwehrraketen vom Typ "Herkules III" erheben sich majestätisch in den Dezemberhimmel.

23:59
Das Hachmannsfelder Gehölz, die Siedlung Önkelstieg, die Straßenzüge Schmöllerdamm, Bölterkamp, Sögelweg, Blömker Allee, weite Teile des Industriegebiets Sottrupp sowie der Rangierbahnhof Höcklage sind nicht mehr. Durch die rauchenden Trümmer einer Mondlandschaft irren Menschen, Menschen wie Du und ich, die mit ihrem Sylvesterfeuerwerk einfach nicht mehr warten konnten






Gruß Jürgen

Meine Ausstattung:
Celestron 150/750 Auf EQ6 oder ADM, und 200/1200 Einarmeigenbaudobson
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Bearbeitet von: Jogi am: 18.12.2008 10:57:03 Uhr
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GeO
Mitglied im Astrotreff

Deutschland
73 Beiträge

Erstellt  am: 18.12.2008 :  11:07:15 Uhr  Profil anzeigen


War das hier schon?

Mein Adventstagebuch...

* Erster Dezember 2003
Hurra, ich darf das erste Fenster meines Adventskalenders öffnen. Ein Schokoengelchen. Ich liebe den Advent.

* Zweiter Dezember 2003
Eine Glocke. Ich lasse die Schokolade auf meiner Zunge zergehen und bekomme einen zärtlichen Kuss meiner Liebsten. Die Adventszeit ist immer so romantisch.

* Dritter Dezember 2003
Kollege Meier erzählt mir von seinem tollen Adventskalender mit Pralinen und kleinen Geschenkchen. Ich freue mich für ihn. Ich hatte ein Schokoauto.

* Vierter Dezember 2003
Ein Schokokopf. Nichts nennenswertes passiert.

* Fünfter Dezember 2003
Kollege Niederhuber erzählt in der Kantine schmutzige Adventswitze. Habe aus Höflichkeit mitgelacht. Frl. Blasewetter sah pikiert zu Boden. Schokotannenzweig.

* Sechster Dezember 2003
Nikolaustag. Meier kommt mit einem Nikolauskostüm und verteilt Schokolade und Kondome. Lustiger Scherz. Ich mache mich über die Schoki her und schiebe die Kondome unserer jungen, allerdings auch sehr hübschen Azubine zu. Schutz ist heute ja so was von wichtig. Vor allem für die Jugend. Demnächst muss ich mich wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz äußern.

* Siebter Dezember 2003
Meine Liebste scheint sich über den Wischmop den ich ihr zum Nikolaus schenkte irgendwie nicht zu freuen. Ist äußerst muffig heute. Schokoschlitten im Kalender. Kolleginnen gehen mir aus dem Weg. Menschenskind, ich wollte doch wirklich nur das Beste für die Kleine. Frl. Blasewetter murmelte was von "Ja, ja" und ".. sein bestes Stück".

* Achter Dezember 2003
Zweiter Advent. Meine Liebste war wieder versöhnlich. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt als ich mein Sturmfeuerzeug zum Entzünden der zwei Kerzen auf dem Adventskranz zückte. Bei den anderen brannten nur zwei mickrige Kerzen, bei uns der ganze Kranz. Warum war das Holz auch nur so trocken?

* Neunter Dezember 2003
Anschiss wegen Nikolaustag. Die Frauenbeauftragte unserer Firma grinste hämisch. Eintragung in der Personalakte. Als ich wieder an meinen Schreibtisch zurück kam fand ich zwei Kondome auf meinem Platz liegen.. Schnell steckte ich sie ein. Schokoflugzeug.

* Zehnter Dezember 2003
Hatte einen Schokohasen im Kalender und einen eiskalten Hasen mir gegenüber am Frühstückstisch sitzen. Sie hatte die Gummis in meiner Tasche gefunden. Meine Beteuerungen das ich ihr ewig treu bin prallten an ihr ab wie ein Zwerg an Santas Bauch. Frostiger Empfang im Büro und auch am Abend Zuhause. Habe Angst vor Frostbeulen.

* Elfter Dezember 2003
Azubine kam im Minirock. Das macht sie extra. Ignoriere sie geflissentlich. Meier pfeift ihr nach. Blöd, das er das auf der Türschwelle in sein Büro machte und ich allein auf dem Gang stand als sie sich umdrehte. Termin beim Boss für morgen in Outlook eingetragen. Mausi ist immer noch sauer.

* Zwölfter Dezember 2003
Meier schwärmt wieder davon was er heute in seinem Kalender fand. Er geht mir auf den Nerv. Der Boss glaubt mir meine Schilderung des Vorfalls am Vortag nicht. Zweite Eintragung und eine dringende Empfehlung einen Bogen um Auszubildende und Minderjährige zu machen.

* Dreizehnter Dezember 2003
Schatzi spricht wieder mit mir. Ich wünschte nur es wäre was freundlicheres als "Bring den Müll raus". Hatte das Büro für mich allein. Zumindest gingen alle als ich es betrat. Als ich mich in der Kantine zu meinen Kollegen setzte standen diese auf. Mir fiel auch auf das sie mich heute nicht fragten ob ich zum essen gehe. Komisch.

* Vierzehnter Dezember 2003
Die Nachbarkinder machten eine Schneeballschlacht. In einem Anfall eines jugendlichen Gefühls machte ich mit. Blöd das sich ein Stein in meinem Schneeball versteckte. Ich überschlug im Geiste wie viel eine Katze kosten könnte. Was muss das Vieh auch in die Wurfbahn springen.

* Fünfzehnter Dezember 2003
Dritter Advent. Behutsam entferne ich den "Katzenmörder"-Zettel von meiner Haustür. Mein Mäuschen war am Kofferpacken. Sie hatte mit einer Freundin telefoniert die lustigerweise mit einem meiner Kollegen verheiratet war... Meine Erklärungsversuche scheiterten.

* Sechzehnter Dezember 2003
Hatte einen Schokotannenbaum im Kalender. Ich fand Schokolade nicht mehr so spannend. Mausi fehlt mir.

* Siebzehnter Dezember 2003
Hab mit Mausi telefoniert. Konnte sie nach stundenlangen Betteln und Überreden dazu bringen wieder zurück zu kommen. Wir lagen uns weinend in den Armen. Als wir später ins Bett gingen kreuzte ein neues Problem auf. Stress erzeugt tatsächlich Impotenz. Ich war immer stolz darauf dass er stand wie ein Weihnachtsbaum. In dieser Nacht war's eher eine Trauerweide.

* Achtzehnter Dezember 2003
In der Arbeit reißt Meier Pädophilenwitze. Werde dabei von Kollegen lachend angesehen. Gedanken an einen Axtmord durchschleichen meine Hirnwindungen.

* Neunzehnter Dezember 2003
Schokoschlitten. Bin frustriert. Sex hat letzte Nacht wieder nicht geklappt. Mausi seufzt jedes Mal bei meinem Anblick.

* Zwanzigster Dezember 2003
Kleiner Umtrunk. Meier gibt einen aus. Meier will auf kameradschaftlich machen und haut mir auf die Schulter so das ich mein Glas verschütte. Laufe panisch aufs Klo. Solche Flecken bekommt man später nicht mehr raus. Verdammt. Falsche Tür. Stehe nur in Unterhosen vor der Azubine. Sie hat nen Mini an. Das Gute daran: die Impotenz ist augenscheinlich vorbei.

* Einundzwanzigster Dezember 2003
Ich lese zum dritten Mal die Kündigung während Mausi weinend ihre Sachen packt. Ihre Mutter im Auto hupt schon. Hatte eine Schokoweihnachtskugel..

* Zweiundzwanzigster Dezember 2003
Ein Nachbar wünscht mir frohe Feiertage. Ich haue ihm ein blaues Auge... Habe kurz darauf selber eines. Der Freund der Azubine freute sich nicht so sehr über den Behandlungserfolg seiner Freundin bei meinem kleinen Schwellkörperproblem.

* Dreiundzwanzigster Dezember 2003
Die Polizei steht vor der Tür. Ich denke sie sind wegen des kleinen Vorfalls im Supermarkt mit einem verkleideten Weihnachtsmann hier. Egal was mit mir passiert, ER würde keinen Nachwuchs mehr zeugen. Sie drohen die Tür einzutreten. Als Antwort schicke ich ihnen meinen lichterloh brennenden Weihnachtsbaum den ich aus dem Badezimmerfenster im ersten Stock fallen lasse. Ich hätte den Baum doch nicht schon im Wohnzimmer anzünden sollen. Nun hat auch die Feuerwehr ein dringendes Bedürfnis meine Wohnung von innen zu besichtigen. Ich sitze auf dem Dach und singe Weihnachtslieder die nicht unbedingt für Kinderohren gedacht sind.

* Vierundzwanzigster Dezember 2003
Ich feiere Weihnachten mit Bob. Wir teilen uns unsere Zelle. Bob ist sehr nett. Er mag mich. Er sagt er habe ein Geschenk für mich. Ich freue mich schon, wenn ich es auspacken darf. Bob sagt, es ist etwas für jeden Tag. Aber warum kommt der Weihnachtsmann mit dicken Sack und strammer Rute?

Rohe Weihnachten!
G.

http://www.atmn.info

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Pit
Meister im Astrotreff


388 Beiträge

Erstellt  am: 18.12.2008 :  16:48:09 Uhr  Profil anzeigen
Hallo

Einen habbich noch:

Advent im Seniorenheim

Hier noch mal zum Nachlesen.

Gruß
Pit

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meta-physik
Mitglied im Astrotreff


26 Beiträge

Erstellt  am: 21.12.2008 :  11:41:23 Uhr  Profil anzeigen  Besuche meta-physik's Homepage
Danke, danke, danke. Was hab ich dieses Scherzmail das ich vor Jahren bekommen hab verzweifelt und vergeblich in meinen alten E-Mails gesucht. ;)

Es gibt da noch eins über Schnee schaufeln. Hat das vielleicht irgendwer hier?

Weltraumbild des Tages (APOD, deutsch)

Bearbeitet von: meta-physik am: 21.12.2008 11:42:37 Uhr
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