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Seite: von 2

piu58
Meister im Astrotreff

Deutschland
924 Beiträge

Erstellt am: 16.09.2007 :  10:05:55 Uhr  Profil anzeigen  Besuche piu58's Homepage
Liebe Beobachter,

ich komme gerate vom Herzberger Teleskoptreffen zurück. In der Nacht vom Freitag zum Samstag hat es geregnet, nur morgens ab 3h30 hatten wir einen schönen klaren Himmel. Dieser wurde jedoch weit überboten durch das, was wir vergangene Nacht sehen durften. Durch die Rückseitenlage war der Himmel klar wie noch nie dort.

Daniel Restemeier und ich haben für die astronomischen Novizen eine Führung durch den Nachthimmel veranstaltet. Von den zahlreichen Objekten des Nachthimmels haben wir einige augewählt, mit einem Laserpointer den Weg dorthin gezeigt und schließlich in Fernrohren und Ferngläsern gemeinsam angesehen.

Der Himmel war so gut, dass selbst schwierige Objekte von Anfängern gesehen werden konnten. Uranus war freisichtig überhaupt kein Problem. Die Andromedagalaxie war 3° über den Himmel zu verfolgen - freisichtig. In Daniels 16-Zöller sahen wir zwei Staubbänder ohne jede Anstrengung.
Die Dreiecksgalaxie M33 war ein auffälliges Objekt für das freie Auge. So einen Himmel habe ich noch nie erlebt.

Gegen 0h30 versuchten wir uns am Gegenschein. Den habe ich im zeitigen Frühjahr schon einmal hoch am Himmel stehend vom Gebirge aus gesehen. Jetzt steht der Gegenschein etwas unterhalb des Himmelsäquators, ist also deutlich schwieriger zu sehen. Allerdings stört auch hier die Milchstraße nicht.
Während Daniel und ich die Ausdehnung der Erscheinung durch indirektes Sehen abgrenzen wollten, stellten wir fest, dass wir die ganze Lichtbrücke sahen, die mit einen etwa 2° breiten schwachen Schimmer den Verlauf der Ekliptik am Himmel markierte. Mittendrin der ohne Schwierigkeiten mit dem freien Auge sichtbare Uranus. Das war für Daniel und mich die bedeutendste Sichtung des Abends. Wir riefen über die Lautsprecheranlage die Beobachter zusammen, etwa 30 Personen standen um uns herum. Ich erklärte wieder mit dem Laserpointer Lage und Verlauf des Leuchtbandes. Bei dieser "Kollektivbeobachtung" wurde klar, dass diese Sichtung erfahrene Beobachter erfordert. Auf die Frage hin, wer das alles sicher sah, hoben sich etwa 5 Hände.

Am Ende des Abends versuchte ich in einem Stuhl liegend, den Feuervogel mit einem 10x50-Fernglas. Der schwache Nebelstreif war zu sehen, auch für Daniel. Gegen 1h30 zogen dann Wolken auf und ich kroch zufrieden in den Schlafsack.


Bleibt dran, am Okular.
--
Uwe Pilz, http://piu58.bplaced.net/ ~ FG Kometen: http://kometen.fg-vds.de

Bearbeitet von: piu58 am: 17.09.2007 19:39:38 Uhr

SigurRósFan
Altmeister im Astrotreff


1697 Beiträge

Erstellt  am: 16.09.2007 :  10:41:38 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Uwe,

wirklich eine sehr schöne Schilderung dieses Erlebnisses. Aber eins musst du mir noch erklären. Wie passen 65 Hände zu 30 Personen?

Ich selbst habe letzte Nacht versucht, Campbells Wasserstoffstern mit dem 10x50 aufzuspüren. Doch leider hat's nicht gereicht, da ich mit Streulicht zu kämpfen hatte; meine bescheidenen Gartenverhältnisse eben. Dafür konnte ich chi Cygni zumindest für einen kleinen Augenblick indirekt sehen. Besser als nichts.

Gruß - Nico

clear skies,
Nico

Mein Blog: ZauberDerSterne.de

Bearbeitet von: am:
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piu58
Meister im Astrotreff

Deutschland
924 Beiträge

Erstellt  am: 16.09.2007 :  10:50:41 Uhr  Profil anzeigen  Besuche piu58's Homepage
Zitat:
Original erstellt von: SigurRósFan
[Wie passen 65 Hände zu 30 Personen?




Tippfehler - vielen Dank für den Hinweis.

Bleibt dran, am Okular.
--
Uwe Pilz, http://piu58.bplaced.net/ ~ FG Kometen: http://kometen.fg-vds.de

Bearbeitet von: am:
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Weidner
Senior im Astrotreff

Deutschland
165 Beiträge

Erstellt  am: 16.09.2007 :  14:47:58 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Weidner's Homepage
Zitat:
Original erstellt von: piu58

Liebe Beobachter,
ich komme gerate vom Herzberger Teleskoptreffen zurück. In der Nacht vom Freitag zum Samstag hat es geregnet, nur morgens ab 3h30 hatten wir einen schönen klaren Himmel. Dieser wurde jedoch weit überboten durch das, was wir vergangene Nacht sehen durften.


Hallochen,

da muss ich doch gleich die erste Auslese an Bildern zeigen.
Der Anblick kommt dem mit dem bloßen Auge ziemlich nahe.

Gruß
Mario Weidner






Homepage der neue 16er

Bearbeitet von: am:
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Rodger
deaktiviert

Wallis and Futuna Islands
837 Beiträge

Erstellt  am: 16.09.2007 :  15:21:40 Uhr  Profil anzeigen
Dasselbe bei uns auf dem Feuerfeld in den Vogesen (1100 m) - trotz Horizontproblemen (Strassburg /Colmar). Die Sicht wurde die ganze Nacht über ständig besser; ich sah Sterne innerhalb des Kastens des kleinen Wagens - hab leider keine Uhrzeit aufgeschrieben. M 33 mit blossem Auge: yeah !! (würden die Amerikaner sagen). Eine unglaubliche Milchstrasse. M 13 tackscharf mit dem 5 mm am f/5 12 Zoll Newton (300 x). Planeten leider zu wenig hochstehend. Jupiter (zu früh am abend - noch Wolken und 93 % Luftfeuchtigkeit !!, die später total gefallen ist) und Mars (kommt noch zu spät morgens hoch - bin um 2 Uhr 30 schlafen gegangen) waren leider Flops. Aber der Zirrusnebel (beide Seiten ohne Filter) oder Helix (sehr tief) ohne Filter waren schon aussergewöhnlich. Uranus haben wir auch gesehen, aber wir kamen nicht auf die Idee mit dem blossen Auge zu probieren.

Weiteres hier: http://www.astrosurf.com/ubb/Forum13/HTML/001258-9.html

RudiRodger

Bearbeitet von: Rodger am: 16.09.2007 15:30:06 Uhr
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DaRestem
Meister im Astrotreff

Deutschland
597 Beiträge

Erstellt  am: 17.09.2007 :  14:29:49 Uhr  Profil anzeigen  Besuche DaRestem's Homepage
Hallo,
es war wieder ein tolles HTT, die lange Anreise hat sich wieder einmal gelohnt.
Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war komplett klar, allerdings war die Luftfeuchtigkeit extrem und immer wieder zog dünner Bodennebel über den Platz. Zum Glück hatte ich einen Abend vorher meine FS-Heizung zusammen gelötet, denn die Feuchtigkeit bereiteten leider allen große Probleme. Trotzdem war die Transparenz bis fast zum Horizont sehr gut, ich schätze die Grenzgröße ganz grob zu 6m7. Neben einigen Schwätzchen nebenbei gab es so auch wieder viel interessantes zu sehen, wobei wir uns bis auf Stephans Quintett eigentlich nur von Highlights wie Cirrus, Crescent, M 15 und Co. blenden ließen.
Das es in der Nacht von Freitag auf Samstag nach einem bewölkten Beginn gegen 3:00 Uhr auch wieder gut wurde, habe ich leider nicht mehr mitbekommen

Das absolute Highlight war aber dann wirklich die Nacht von Samstag auf Sonntag. Zwar zog es gegen 1:30 Uhr so langsam mit Cirren zu, aber bis dahin war die Transparenz einfach nur fantastisch gut. Da ich noch nie in den Alpen beobachten konnte, kann ich leider nicht sagen, um wie viel besser es vielleicht dort noch sein mag, aber für mich ist der HTT-Himmel (genau wie letztes Jahr auch schon) der beste, den ich bislang überhaupt gesehen habe!
Der Cirrusnebel im 16"er ist ein Objekt für die halbe Nacht. Den zu zeichnen würde ich mir nicht zutrauen, obwohl die Strukturen wunderbar klar und kontraststark schon mit direktem sehen hervor treten – ich wüsste einfach nicht, wo anzufangen und vor allem, wo aufzuhören wäre. Pickerings Triangular Wisp, der Zentralteil, war direkt zu sehen und voller Struktur. Würde der Wisp ganz alleine stehen, er wäre schon ein Showpiece der Sommermilchstraße!
Die Dunkelhöhlen B 142/143 im Adler waren auch schon mit bloßem Auge als kleines Loch in der Milchstraße zu erkennen, im 16"er mit 1° Gesichtsfeld einfach schon zu groß um gut wirken zu können. Leider habe ich es verpasst, mir diese Staubwolken in kleineren Instrumenten mit größerem Gesichtsfeld anzusehen.
Der Saturnnebel enttäuschte mich ein wenig, da ich den schon bei deutlich besserem seeing erwischt hatte. Aber mit Aufsuchvergrößerung sollte jeder der Besucher, die durch meinen 16"er oder Uwes 12"er beobachtet hatten, die sehr starke Einfärbung gesehen haben.
Wunderbar einfach waren die beiden Spiralarme von NGC 6946 zu erkennen, die an einem Balken mit dezentem Kernbereich ansetzen. Nach kurzer Eingewöhnung hat wirklich jeder die Arme gesehen, die schwach gekrümmt bis weit vom Kern zu verfolgen waren. Höhere Vergrößerung hätte hier ganz sicher weitere Strukturen zum Vorschein gebracht, aber wir waren schon auf dem Sprung zu weiteren Galaxien: M 33 mit knotigen Spiralarmen, M 31 mit zwei Staubbändern (und dahinter wieder nebliges Sterngewimmel!), die Sternwolke NGC 206 in M 31 überdeutlich.

NGC 891 zeigte ein einfaches Staubband und der Vergleich zum unbewaffneten Blick Richtung Cassiopeia, Cepheus, Schwan, Adler und runter zur Schildwolke machte offensichtlich, dass wir für die schönste Edge On Galaxie mit Staubband am Himmel noch nicht einmal durchs Teleskop sehen mussten!
Ich weiß nicht, ob es im geschriebenen Wort dem Leser rüber zu bringen ist, aber der Anblick der Milchstraße unter solchen Bedingungen kann eindrücklicher nicht sein. Wir befanden uns mitten drin, in dieser gewaltigen Scheibe aus Sternen und Gewölk und konnte von den Außenbereichen bis fast ins Zentrum sehen! Dabei kam es mir so vor, als würde ich (durch den Horizont) die eine Hälfte von den besten NGC 891 Aufnahmen mit einem Blatt schwarzen Karton abdecken und die andere Hälfte mit der Lupe betrachten – ein so noch nicht erlebter Eindruck mit Tiefeneffekt, der unter weniger guten Bedingungen so einfach nicht zur Geltung kommen kann.
Überhaupt blieben mir die freisichtigen Erlebnisse am eindrücklichsten in Erinnerung, denn den Gegenschein als leichte Aufhellung und Verbreiterung im diffusen Zodiakalband zu erkennen, in dem mitten drin dann auch noch der weit draußen stehende Uranus zu sehen ist, war ein Anblick, mit dem ich unter einem Flachlandhimmel als letztes gerechnet hätte. Die Ekliptikebene unseres Sonnensystems wurde durch das Zodiakalband nachgezeichnet und wieder befand ich mich in der Beobachterperspektive des inneren Sonnensystems in Richtung äußeres Sonnensystem, nur vom Horizontkreis und den Stimmen der Besucher daran erinnert, auf einer ländlichen Wiese auf einem kleinen Felsklumpen zu stehen.

Viele Grüße vom immer noch schwer beeindrucktem,
Daniel

Astro-visuell HP
Planetarische Nebel-visuell HP

Bearbeitet von: DaRestem am: 17.09.2007 14:31:04 Uhr
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cybermudl
Senior im Astrotreff

Österreich
218 Beiträge

Erstellt  am: 17.09.2007 :  16:56:54 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Daniel, Uwe,

Zitat:

Ich weiß nicht, ob es im geschriebenen Wort dem Leser rüber zu bringen ist, aber der Anblick der Milchstraße unter solchen Bedingungen kann eindrücklicher nicht sein.



Da kann ich nur vorbehaltlos beipflichten. Alleine der Anblick des noerdlichen Kohlensacks ist unter wirklich gutem Himmel einfach unbeschreiblich: ein schwarzes Loch inmitten der Milchstrasse, mit Unmengen an fasriger, protuberanzengleicher Struktur in den Aussenbereichen ... und je besser der Himmel, desto finsterer und eindruecklicher das Objekt. Wahnsinn!

CS,

Matthias

Bearbeitet von: am:
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glahn
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1356 Beiträge

Erstellt  am: 18.09.2007 :  17:22:10 Uhr  Profil anzeigen  Besuche glahn's Homepage
Hallo Namensvetter,

Zitat:
Warum auf den Görnergrat?
Du meinst wohl Gornergrat, oder doch Dönergrat? Scherz beiseite, warum?...fahr mal hoch, dann weißt du es, auch wenn es auf dem HTT von den Bedingungen her wie es klingt deutlich besser ist.(visuell ist der Meropenebel nicht wie bei euch 2° sondern lediglich auf 20' zu verfolgen)

Ich lese deine Berichte mit großem Interesse, waren ja doch einige Bekannte bei euch (hallo Daniel, Ekkehard und Phubert) Wir, d.h. ein paar Kumpels und ich saßen bei ebenfalls Wetterglück ein "paar" Kilometer südlicher am Berg und hatten auch Wetterglück und haben an euch gedacht.

Das ihr das Zodiakalband sehen konntet ist sicher ein sehr gutes Zeichen. Dieses sicher zu sehen gelang mir leider erst ein mal aus über 2500m Höhe und SQM Werten von 21,75 mag/arcsek², was für mich damals eine Grenzgröße um die 7m4 bedeutet hat. Ich kenne aber auch Beobachtungen aus Chile und den Wüstenstandorten in den USA...zu sehen ist es also.
Den Gegenschein konnten wir (im Gegensatz zum Zodiakalband) diesmal wie bei euch sehr gut sehen, sogar am Ende der Nacht kurz vor dessen Untergang. Dieser ist ja bei dem momentanen Stand bereits bei weitaus schlechteren Bedingungen als wir hatten zu sehen.

Habt ihr eigentlich einen SQM Wert messen können? Der sagt ja mehr als tausend Worte aus? Wäre super, wenn du den hier mal posten könntest, falls einer so ein Gerät dabei gehabt hat.

Viele Grüße, uwe

www.deepsky-visuell.de

Bearbeitet von: glahn am: 18.09.2007 17:50:43 Uhr
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Ralf_Hofner
Meister im Astrotreff

Deutschland
693 Beiträge

Erstellt  am: 21.09.2007 :  23:10:56 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Ralf_Hofner's Homepage
Hallo Uwe (Glahn),

Zitat:
warum?...fahr mal hoch, dann weißt du es, ...


Fahr doch mal zu uns, dann weisst Du, warum erfahrene DS-Spechtler wie PiU und Daniel unterm HTT-Himmel ins Schwärmen geraten!
7... 7,4 mag gibt es auch im Flachland, wenn es im 50 km Umkreis (!!) nicht einmal größere Kleinstädte gibt...

Sternklare Grüße aus dem Herzberger Land
Ralf

www.herzberger-teleskoptreffen.de

Viele Grüße und CS
Ralf

AstroTeam Elbe-Elster e.V.
www.herzberger-teleskoptreffen.de
www.elsterland-sternwarte.de

Bearbeitet von: am:
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glahn
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1356 Beiträge

Erstellt  am: 23.09.2007 :  22:27:57 Uhr  Profil anzeigen  Besuche glahn's Homepage
Grüß dich Ralf,

keine Angst, ich kenne sehr guten Flachland- und Mittelgebirgshimmel aus eigener Erfahrung ausreichend gut. Ich hab bereits in noch dünner besiedelten Regionen beobachtet, wie das HTT. Die Besiedlungsdichte ist aber nicht der begrenzende Faktor, da gibt es wichtigere Faktoren, wie z.B. die Höhe.

Zitat:
7... 7,4 mag gibt es auch im Flachland
7,4mag im Flachland? Tut mir leid, das kann ich nicht bestätigen.
Aber jetzt mal genauer zu deinen "7...7,4mag". Wer und wie habt ihr/du diese Grenzgröße bestimmt? Welchen Stern habt ihr konkret gesehen? Oder ist diese Grenzgröße einfach geschätzt?

Versteh mich nicht falsch Ralf, ich denke aber erfahren genug zu sein, um eine Grenzgröße und dessen Schätzung genau genug durchzuführen und die erhaltenen Werte einzuschätzen. Eine einigermaßen Grenzgrößenbestimmung, gerade wenn es an und über die 7mag geht dauert in der Regel eine halbe Stunde und länger.

Ganz andere Frage...hat wer von euch am Platz (ist sicher der Fall) ein SQM Gerät gehabt und welche Werte habt ihr bezogen auf die Ortszeit erhalten. Das würde mich sehr interessieren.

Denn vielleicht sind doch alle Amateure (ja...auch sehr viele Erfahrene) die über Jahre ins Hochgebirge gefahren sind auf dem Holzweg und hätte einen 7m4 Himmel besser auf dem HTT genossen?

Viele Grüße, uwe

www.deepsky-visuell.de

Bearbeitet von: am:
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DaRestem
Meister im Astrotreff

Deutschland
597 Beiträge

Erstellt  am: 24.09.2007 :  00:15:03 Uhr  Profil anzeigen  Besuche DaRestem's Homepage
Hallo Uwe und Ralf,
um das Ganze ein klein wenig zu entschärfen:
Eine exakte GG-Bestimmung haben wir nicht durchgeführt und ein SQM hatte meines Wissens auch niemand dabei. Auch denke ich, dass die Besiedlungsdichte nur eine wichtige Voraussetzung für einen guten Himmel ist und die Transparenz des Himmels die letztlich ausschlaggebende Grösse ist.
Aber ich habe schon oft genug einen 6m8 Himmel gesehen, um zu sagen, dass der Himmel am Samstag auf dem HTT deutlich besser war. Wie ich schon oben geschrieben hatte war ich noch nie in den Alpen, dort wird es auf 2500m Höhe wohl noch besser sein. Aber darum geht es ja eigentlich auch nicht, die Transparenz in der besagten Nacht war einfach genial und deswegen denke ich, dass wir für, sagen wir mal, "Flachlandverhältnisse" nahezu perfekte Bedingungen hatten. Ich hatte auch schon mal davon gehört, dass es im Eichsfeld einen 7m Himmel gab, warum nicht auf dem HTT?
Für mich zumindest war es der beste Himmel, den ich je gesehen habe und ganz ehrlich - das reicht mir persönlich schon, um die Nacht nicht so schnell zu vergessen

Viele Grüsse,
Daniel

Astro-visuell HP
Planetarische Nebel-visuell HP

Bearbeitet von: am:
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Ralf_Hofner
Meister im Astrotreff

Deutschland
693 Beiträge

Erstellt  am: 24.09.2007 :  02:38:59 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Ralf_Hofner's Homepage
Lieber Uwe,

auch wenn ich Daniel voll zustimmen kann, von mir persönlich noch einige Anmerkungen, weil ich denke, dass fachlich-sachlicher Streit OK ist.

Zitat:
Versteh mich nicht falsch Ralf, ich denke aber erfahren genug zu sein, um eine Grenzgröße und dessen Schätzung genau genug durchzuführen und die erhaltenen Werte einzuschätzen. Eine einigermaßen Grenzgrößenbestimmung, gerade wenn es an und über die 7mag geht dauert in der Regel eine halbe Stunde und länger.

Klar bist Du ein Profi und deshalb nochmal mein Angebot:
du bist herzlich eingeladen, uns mal zu besuchen, gern auch außerhalb der HTT-Zeit.
Es würde mich sehr interessieren, was ein alpenhimmelgewohnter Beobachter zum HTT-Land sagt bzw. welche Grenzgröße er hier bestimmt.
Ich kenne übrigens auch die Rhön, habe früher einige Jahre in Thüringen gelebt und beobachtet. Wenn Du die Hochrhön für Deutschlamds besten Himmel hälst (siehe Thread auf A.de), sei Dir gesagt, dass wir hier problemlos mithalten können.
Das glaubst Du natürlich nicht, aber ich kenne beide Himmel: den der Rhön und den im Herzberger Land.
Von der Wasserkuppe oder Kaltennordheim... sind Fulda und weitere Lichtglocken deutlich sichtbar!

Höhe allein, ist nicht alles!
Am Stadtrand von Innsbruck oder Salzburg ist der Alpenhimmel garantiert schlechter als im Eichsfeld oder auf dem HTT.
Natürlich habe ich auch schon in den Alpen gestanden... und mehrmals auf dem Roque...

Zur Grenzgröße:
wie Daniel schrieb wurde sie beim 8.HTT nicht exakt bestimmt. 7m4 ist der beste Wert, den ein erfahrener Beobachter hier jemals gesehen (haben will).
Ein anderer langjähriger Beobachter = der Eröffner dieses Threads beschrieb indes den HTT-Himmel 2007 mit Bordle 2 was 7m3 entspräche:
siehe hier:

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showflat/Number/424653#Post424653

http://mitglied.lycos.de/tricky38/bortle.html

Aber eigentlich ist das alles egal..
Komm uns besuchen... und wenn Du dann eine nur mäßige 6m6-Nacht erwischen solltest, wirst Du trotzdem auf der Leiter des 42"-Dobsons interessante kosmische Einblicke bekommen.

In diesem Sinne: das Flachland grüßt die Berge des Südens
clear skies
Ralf

www.herzberger-teleskoptreffen.de

Viele Grüße und CS
Ralf

AstroTeam Elbe-Elster e.V.
www.herzberger-teleskoptreffen.de
www.elsterland-sternwarte.de

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osho
Senior im Astrotreff

Deutschland
196 Beiträge

Erstellt  am: 24.09.2007 :  11:49:48 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Freunde des dunkeln Himmels,

da leider nicht zu allen in diesem Thread genannten Beobachtungsplätzen SQM-Werte vorliegen gibt vielleicht folgende Grenzgrößenkarte (fst im Zenit) ein Anhalt.

"Naked eye star visibility in Europe in V mag"
Cinzano et al. (2001) - http://www.lightpollution.it/dmsp/starvis.html


Credit: P. Cinzano, F. Falchi (University of Padova), C. D. Elvidge (NOAA National Geophysical Data Center, Boulder). Copyright Royal Astronomical Society. Reproduced from the Monthly Notices of the RAS by permission of Blackwell Science.

Diese Grenzgrößenkarte berücksichtig die Höhe des Beobachtungsortes.
Von links nach rechts habe ich folgende Orte rot markiert:
Gornergrat (3089 m) – Kalletal (Selser Berg 278 m) - Rhön (Thüringer Hütte 720 m) – Eichsfeld (Burg Gleichenstein 459 m) – Sudelfeld (bis 1563 m) – HTT (Uebigau-Wahrenbrück 84 m)


Ich selbst habe schon oft im Eichsfeld beobachtet. Das HTT habe ich im vergangenen Jahr besucht und vor knapp zwei Wochen konnte ich den Nachthimmel von der Edelweißspitze aus erleben sowie erneut einen Eindruck von der Rhön gewinnen.

Ohne die Grenzgröße beim HTT 2006 explizit bestimmt zu haben würde ich den Himmel dort zu dem damaligen Zeitpunkt mit dem im Eichsfeld (gute, überdurchschnittliche Nacht) für vergleichbar halten. Den Südhorizont hatte ich dabei im Eichsfeld etwas weniger stark aufgehellt in Erinnerung.
Eine Nacht in der Rhön, wo ich sagen könnte, dass alles stimmte konnte ich bislang leider noch nicht erleben. Ich habe aber den Eindruck, dass der Beobachtungsplatz in der Rhön (in der Nähe der Thüringer Hütte) noch etwas besser – auch hinsichtlich des Südhorizonts – ist als der Platz im Eichsfeld.
Der hochalpine Himmel der Großglocknerregion hebt sich allerdings deutlich von dem der vorgenannten Plätze ab.
So setzt sich die Milchstraße merklich früher gegen die schwindende Helligkeit der Dämmerung durch.
Ein markanter Teil unserer Galaxis, der auf Höhe der kleinen Sagittariuswolke nach Südwesten abzweigt, sich südöstlich an Schlange und Schlangenträger entlang zieht und sich Richtung M 9 und derzeit Jupiter verliert, konnte ich von Deutschland noch nicht beobachten (vgl. Aufnahme von Walter Koprolin - Link).
M 33 flächig mit bloßem Auge, Zodiakallicht, Gegenschein.
Im Teleskop fällt sofort bei Minimalvergrößerung der schwarze Himmelshintergrund auf: beim Schweifen durch sternreiche Milchstraßenregionen springen Dunkelnebel direkt ins Auge, NGC 6520 mit Barnard 86 (Tintenklecks/ink pot) ist einfach klasse. Oder Stephans Quintett im 10" richtig schön deutlich, kaum "Rauschen"... bevor ich jetzt noch die etwas abgedroschene Phrase der "wild zerklüfteten Milchstraße" bemühe (jeder Beobachter wir sie wohl ab einem 6mag Himmel so beschreiben) abschließend ein paar Zahlen:

Am Glockner hatten wir abhängig von Stand der Milchstraße im Zenit SQM-Werte von max. 21,7 mag/arcsec² (durchschnittlich gute Nacht laut drei beobachtungserfahrenen Glocknerfahrern).
In der Rhön hatte ich zwei Tage später max. 21,4 mag/arcsec².

Dunkler Himmel hin oder her. Wer neben der Astronomie Wert auf ein tolles Naturerlebnis legt, wird bei einen Trip in die Hochalpen auch in der Beziehung voll auf seine Kosten kommen.

Gerrit.



Bearbeitet von: osho am: 24.09.2007 12:08:17 Uhr
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Uli_Zehndbauer
Meister im Astrotreff

Deutschland
372 Beiträge

Erstellt  am: 24.09.2007 :  13:56:46 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Uli_Zehndbauer's Homepage
Hallo zusammen!

Ironie an: "Ich finde, dass ihr euch ganz schön verschlechtert habt. Letztes Jahr wurde der HTT-Himmel noch mit 8mag in den Foren beworben. Was lief dieses Jahr schief?" Ironie aus :-)

Mal im Ernst: ohne eine richtige Messung per SQM und ausgiebigen visuellen Einschätzungen mehrerer Beobachter (mit der entsprechenden Erfahrung und dem Kartenmaterial) befinden wir uns mit solchen Angaben stark im Reich der persönlichen Wahrnehmung.
Beispiel BTM: Aus meiner Sicht verlässliche Beobachtungen (Schätzungen) letztes Jahr (als am Samstag ein Nebel über der sonst im Südosten störenden Ingolstädter Lichtglocke lag) sprachen von 6,5mag im Zenith. Es war aus meiner Sicht der beste Himmel den ich an diesem Standort jemals hatte. Soweit so gut. Wir hatten die Möglickeit den Gegeschein und diverse DS Objekte mit dem bloßen Auge zu beobachten was dort sonst nicht möglich ist. Auch an diesem Abend sprachen einige Anwesende von einem Alpenhimmel und 7mag. Naja. Gegen einen Hochalpenhimmel ist das noch immer Kinderfasching gewesen. Auch hier ist der Wunsch wohl oft Vater des Gedankens und es hängt auch stark davon ab, welche Bedingungen man normal gewohnt ist. Auf Treffen gibts dann noch das Phänomen, dass wenn einer sieben mag sieht, es alle sehen (jetzt gaaaanz platt ausgedrückt.)
Was ich damit sagen will: der Standort des HTT bietet mit Sicherheit einen schönen dunklen Standort, aber es mit den Alpen zu vergleichen ist deutlich zu hoch gegriffen. Da hilft auch keine Rückseite.
Die Diskussion über die Grenzgröße ist, wenn man es aus Sicht eines Teleskoptreffens betrachtet, allerdings eher Nebensache. Je besser der Himmel ist natürlich gut, aber ein erfolgreiches Treffen hängt von vielen anderen organisatorischen Dingen ab. Und wie man überall lesen kann haben Ralf und sein Team auch dieses Jahr wieder eine saubere Leistung und ein top Treffen hinbekommen. Gratulation dazu und macht weiter so! Ich konnte leider nicht dabei sein, aber irgendwann wirds schon mal klappen.

Grenzgrößige Grüße und cs,

Uli




Bearbeitet von: am:
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Ralf_Hofner
Meister im Astrotreff

Deutschland
693 Beiträge

Erstellt  am: 24.09.2007 :  14:39:28 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Ralf_Hofner's Homepage
Hallo Gerrit,

hab Dank für Deine Zeilen und persönlichen Beobachtungserlebnisse.
Grenzgrößenkarten wie die von Dir gezeigte (das HTT übrigens einen Tick zu weit südlich eingezeichnet) sind großflächig nicht durch praktische Beobachtungen bestätigt, wirken zuweilen sogar (vorsichtig formulier) merkwürdig.
Erstellt werden sie anhand von Nachtaufnahmen von Satelliten, Bevölkerungsdichte- und Höhenlinien-Karten.
Würde die von dir gezeigte Karte stimmen, müsste bereits 30 km südlich des Berliner Stadtrandes top Bedingungen herrschen, was wirklich ein Witz ist. Der Großraum Berlin mit seinen über 4 Mio Einwohnern verschmiert in mindestens 60 km Umkreis großflächig den Himmel.
Jeder kann es testen und mal in einer klaren Nacht zwischen Luckenwalde und Trebbin anfangen zu beobachten... und dann sich ins Auto setzen und zu uns in den tiefen Süden Brandenburgs fahren.

Klickt man die betreffende Website an und betrachtet sich die mag-Farbzuweisungen, so hätten wir hier auf der HTT-Wiese nur wenig über 5 mag visuell. Nun ja...

Du kennst den HTT-Himmel nur vom letzten Jahr, dort herrscht ganzzeitig stabiler Hochdruckeinfluss bei dementspr. nicht optimaler Transmission.
In diesem Jahr dagegen Rückseitenwetterlagen mit extrem klarer Luft
...
und wenn dann wirklich erfahrene Beobachter wie Uwe und Daniel schreiben, dass sie solch einen Himmel noch nie in ihrem Leben gesehen haben... das M33 nicht nur indirekt sondern als auffälliges Objekt mit freiem Auge zu erkennen war (!!)... der Gegenschein plus gesamtes Zodiakallichtband am Mitternachtshimmel sichtbar wurde!!

... dann kann man natürlich stur bei seiner Philosophie bleiben, Motto:
§1 Flachland kann gar keinen 7 mag - Himmel haben
§2 wenn doch, tritt automatisch § 1 in Kraft

oder
man gesteht anderen Beobachtern, die z.T. schon seit Jahrzehnten am Okular stehen und auch Hochgebirgsstandorte kennen, ein bischen Urteilsvermögen zu.

Wer Uwe (Pilz) kennt, weiss, dass er sich bestimmt nicht durch überzogene oder gar inkompetente Kommentare hervortut. Er kennt übrigens das HTT seit 3 Jahren und ist bislang auch immer von max. bortle3 = 6,8 mag ausgegangen (siehe seine HTT-Beobachtungsberichte der letzten Jahre).
Wenn er jetzt erstmalig von bortle2 (= besser als 7,0 mag) schreibt, sollte das Gründe haben.

Sinnvoll ist es sicherlich, mal einen mitteleuropäischen Beobachtungsstandorte-Atlas zu erstellen, mit genauen Messdaten und Berichten erfahrener Beobachter.
Wenn dieser streitbare Thread dazu beiträgt, ein solches Projekt tatsächlich auf den Weg zu bringen, hätte er bereits seinen Zweck vollauf erfüllt.

Am 6. - 7. Oktober machen wir übrigens hier unseren Zodiakallicht-Event:
http://www.herzberger-teleskoptreffen.de/Verein/zodiakallicht-mond.php
Du, Uwe (Glahn) und alle anderen sind eingeladen dabei zu sein.
Erfahrene und kritische Beobachter sind im HTT-Land stets willkommen.

Gruß und Cs
Ralf

www.herzberger-teleskoptreffen.de

Viele Grüße und CS
Ralf

AstroTeam Elbe-Elster e.V.
www.herzberger-teleskoptreffen.de
www.elsterland-sternwarte.de

Bearbeitet von: am:
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Ralf_Hofner
Meister im Astrotreff

Deutschland
693 Beiträge

Erstellt  am: 24.09.2007 :  14:57:08 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Ralf_Hofner's Homepage
Lieber ULI,

Zitat:
Ironie an: "Ich finde, dass ihr euch ganz schön verschlechtert habt. Letztes Jahr wurde der HTT-Himmel noch mit 8mag in den Foren beworben. Was lief dieses Jahr schief?" Ironie aus :-)


Du verwechselst uns hier mit Wolfi und dem ITT, dieser hatte vor Jahresfrist versehentlich von über 8 mag in einen Thread geschrieben, dementsprechende Kommentare erhalten und dann seine Grenzgröße um 1 mag nach unten korrigiert.

Für Dich gilt auch die Einladung zum 6./7.10. (oder nächstes Jahr zum HTT) - gönn Deinem Magen und Deinen Augen mal was Gutes, statt Weissbier und Weisswust geniesse preussisches Dunkelbier an der Schwarzen Elster bei Herzberg.

Gruß in den weiss-blauen Freistaat
Ralf

www.herzberger-teleskoptreffen.de


Viele Grüße und CS
Ralf

AstroTeam Elbe-Elster e.V.
www.herzberger-teleskoptreffen.de
www.elsterland-sternwarte.de

Bearbeitet von: Ralf_Hofner am: 24.09.2007 15:27:40 Uhr
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