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 Streulichtmessungen mit Hilfe einer Lyotblende
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Seite: von 2

Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7088 Beiträge

Erstellt  am: 09.09.2007 :  20:04:42 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Robert,

vielen Dank für Dein Lob. Irgendwie war es schon meine Absicht, dass sich Amateure wie Du mit meinen Ergenhissen "vergnügen"
Zitat:
Original erstellt von: RobertS


...Zusätzlich zu der ausführlichen Streulichtanalyse, glaube ich nun
auch die Funktion der Lyotblende ein wenig besser zu verstehen.
Sehr interessant finde ich den Zusammenhang zwischen der im
Phasenkontrastbild 18 gut erkennbaren Rauigkeit eines chemisch
versilberten Spiegels und dem leicht verringerten Reflexionsgrad
gegenüber mit Ag vakuumbedampften Spiegeln.

Gibt es dazu noch
andere Literatur, ich habe das hier zum ersten Mal gesehen?
Gelten die 98% Reflexionsgrad für vakuumbedampfte Ag-Spiegel
für grünes und blaues Licht?


Im Amateur Astronomers´Handbook von J. B. Sidgwick gibt es Daten zum Reflexionsgrad von frisch chemisch versilberten Spiegeln:
300 nm 4%
400 nm 89%
500 nm 93%
600 nm 95%
700 nm 97%
800 nm 97%

1200nm 96%

Sehr ähnliche Werte im vis. Bereich hab ich an meinen eigenen Spiegeln wiederholt gemessen. Leider hat man das Problem der Alterung wegen H2S Angriff.

Von einem perofessionellen Vacuum- Bedampfer wurden mir Werte von 98% über den gesamten visuellen Bereich angegeben. Das hab ich auch an einer Verspiegelung aus seinem Shop messen können. Leider war die Herrlichkeit schnell vorbei,auch wieder wegen H2S Angriff. Offensichtlich hat man dort keine dauerhafte Schutzschicht realisieren können.

Zitat:
... eine Frage an Kurt: Hast Du vielleicht auch Aufnahmen mit

Deinem Versuchsaufbau in der Art gemacht, dass Du die Lyotblende
entfernt hast und an deren Stelle direkt das CCD Deiner Kamera
positionert hast? Solche Aufnahmen wären zumindest didaktisch
interessant, da Sie die starken Quellen des nicht auf Rauigkeit
zurückzuführenden Streulichts zeigen müssten und damit auch die
Funktion der Lyotblende verdeutlichen würden.



Wenn man das Bild des künstl. Planeten direkt auf den Chip projiziert dann sieht man bei Überbelichtung jede Menge Streulicht auf dem Chip. Das wird aber überwiegend im Chip selbst erzeugt. Leider kann man die semitransparente Schneide nicht in die Bildebene auf dem Chip anbringen. Ich werde aber Deinen Tipp gerne realisieren und bei der nächsten Messerie den künstlichen Planeten ohne Lyot- Optik und ohne semitransparente Schneide abbilden.

Gruß Kurt


Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7088 Beiträge

Erstellt  am: 09.09.2007 :  21:00:44 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Plössel,

Zitat:
...Leider kann ich mit der Quantifizierung nicht viel anfangen, vielleicht, weil ich auch das Auswertprogramm nicht kenne.
Was bedeuten die Grauwerte?


Die Grauwerte sind ein Maß für die lokalen Flächenhelligkeiten. Da werden einfach die Pixelwerte entlang einen vorgewählten Pfades abgefragt. Im jpeg- Bildformat ist allerdings der Zusammenhang Grauwert in Abhängigeit von der Helligkeit nicht linear. Das gilt näherungsweise aber für mittlere Grauwertstufen.

Zitat:
...Eine Darstellung in MTF oder Strehl wäre doch sinnvoller, da man dann die Werte noch in anderen Messungen einfliesen lassen könnte und quasi entgültige Aussage darüber treffen könnte, was am Ende von einem Teleskopsystem zu erwarten ist.

Bei meiner Untersuchung ging es vornehmlich um die mehr oder weniger störenden Streulichteffekte in der Nachbarschaft heller, flächiger Quellen. Da kann man mit Strehl und MTF nicht viel Anfangen. Prinzipiell könnte man zwar dieses Streulicht in die Strehlberechnung mit einbinden. Aber i. a. sind die Streulichthelligkeiten im Vergleich zur eigentlichen Bildhelligkeit derart gering, dass man den Strehlwert dadurch nur in der 3. Dezimalstelle oder sogar weniger beeiflussen würde. Ähnliches gilt auch für die MTF.

Zitat:
...Also eine Strehlmessung des Gesamtsystems und eine Streulichtmessung.

Das scheint mir für auch sinnvoll zu sein, wenn man die Qualität eines Teleskopes besonders kritisch beurteilen will.

Zitat:
Mich würde auch interessieren, was Gesamtsysteme an Streulicht erzeugen!
Also ein Newton mit Kante, Fangspiegelstreben und Fangspiegel Rand mit unterschiedlichen Flächenanteil.
Dem gegenüber vielleicht ein Schiefspiegler, oder ein Apochromat, oder ein Maksutow, oder ein Schmidt-Cassegrain.



Mich auch. Aber ich schaff nicht alles auf einmal. Warte ab bis mein Schiefspiegler fertig sein wird. Dann kommt wahrscheinlich noch ein spezieller Nachschlag zu Thema. Für die Messung der kompletten Teleskope müsste man allerdings den versuchsaufbau ändern.
Zitat:
...Auch würde mich interessieren, was Okulare und sonstiger Zubehör an Streulicht erzeugen.

Zur Streulichtmessungen an Okus ist mir schon etwas eingefallen, aber noch nicht realisiert.

Zitat:
Wie ist es mit dem Messaufbau selbst, erzeugt oder absorbiert das Projektionsobjektiv nicht auch Streulicht?



Die deutlich sichtbaten Unterschiede in den Streulichtbildern sind mit ein- und derselben Projektionsoptik und Kamera aufgenommen. Man kann wohl mit gutem Gewissen sagen, dass diese Elemente sich nicht sporadisch derart ändern, dass von einen zum Versuch wesentlich andere Versuchsergebnisse herauskommen.

Das Objektiv erzeugt natürlich in geringen Maße Streulicht. Das ist aber immer propotional dem primären Licht. Wenn davon schlimmstenfalls einige % etwas absorbiert würde, das dürfte kaum auffallen. Außerdenm hab ich ja in meinem Versuchsaufbau das gedimmte Bild der Quelle als Referenzsignal für die Auswertung.
[/quote]

Bearbeitet von: am:
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RobertS
Senior im Astrotreff

Österreich
174 Beiträge

Erstellt  am: 10.09.2007 :  01:05:32 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kurt!
Zitat:
Von einem perofessionellen Vacuum-Bedampfer wurden mir Werte von
98% über den gesamten visuellen Bereich angegeben. Das hab ich auch
an einer Verspiegelung aus seinem Shop messen können.

Der Reflexionsgrad von chemisch versilberten Spiegeln nimmt bei
kleineren Wellenlängen also ab, während er bei bedampften Spiegeln
konstant hoch bleibt. Das scheint mir eine weitere Bestätigung für
Deine Erklärung des verringerten Reflexionsgrads durch die Rauigkeit
der chemischen Silberschicht zu sein. Bei den längeren Wellenlängen
führt die Rauigkeit noch zu keinen ausreichenden Phasenshifts, bei
den kürzeren aber im zunehmenden Maße sehr wohl.
Zitat:
Wenn man das Bild des künstl. Planeten direkt auf den Chip projiziert
dann sieht man bei Überbelichtung jede Menge Streulicht auf dem Chip.

Da habe ich mich schlecht ausgedrückt. Ich meinte unter Beibehaltung
der Schneide und des Projektionsobjektivs nur die Lyotblende durch
den Kamerasensor zu ersetzen. Die Kamera sieht dann die
Helligkeitsverteilung, welche die Lyotblende einschränkt. Also
im Grunde nichts anderes, als wenn man beim Foucaulttest mit der
Schneide zu weit in den Strahl fährt. Man sollte eine relativ
dunkle Spiegelfläche sehen bei leuchtenden Rändern von Obstruktion
und Spiegel und leuchtenden Fangspiegelstreben.

(Randbemerkung:
Demnach kann mit komplizierteren Lyotblenden auch das Kantenstreulicht
von Systemen mit Obstruktion entfernt werden, was, wenn ich es richtig
verstanden habe, auch bei Großteleskopen gemacht wird.
http://lyot.org/background/coronagraphy.html
Ein echtes Problem scheint aber das Seeing zu sein, indem es die
Effizienz der Lyotblende wieder herabsetzt.)

M.f.G.,
Robert

Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7088 Beiträge

Erstellt  am: 11.09.2007 :  02:32:50 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Robert,

Zitat:
...Da habe ich mich schlecht ausgedrückt. Ich meinte unter Beibehaltung
der Schneide und des Projektionsobjektivs nur die Lyotblende durch
den Kamerasensor zu ersetzen. Die Kamera sieht dann die
Helligkeitsverteilung, welche die Lyotblende einschränkt.


OK, das werde ich bei nächster Gelegenheit nachholen.
Zitat:
(Randbemerkung:
Demnach kann mit komplizierteren Lyotblenden auch das Kantenstreulicht
von Systemen mit Obstruktion entfernt werden, was, wenn ich es richtig
verstanden habe, auch bei Großteleskopen gemacht wird.



Über die Möglichkeit z. B. ein normales Amateur- Newton oder auch Cassegrain mit spezieller Lyot- Optik auszurüsten hab ich schon intern diskutiert. Um den Einfluss der Obstruktion bei der Beobachtung zu erfassen scheint es mir aber simpler zu sein einfach einen Refraktor oder Schiefspiegler mit mit ein/ausschaltbarer Obstruktion + Streben auszurüsten.

Gruß Kurt

Bearbeitet von: Kurt am: 11.09.2007 10:06:38 Uhr
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