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Seite: von 4

mkoch
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2870 Beiträge

Erstellt am: 25.04.2007 :  11:39:34 Uhr  Profil anzeigen  Besuche mkoch's Homepage
Hallo alle miteinander,

habe gerade in "LaserFocusWorld" einen interessanten Artikel über eine neue Polier-Methode gelesen:

http://www.laserfocusworld.com/display_article/286499/12/ARCHI/none/News/OPTICAL-FABRICATION:-Fluid-jet-polisher-is-deterministic

Gruss
Michael

Bearbeitet von: am:

mkoch
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2870 Beiträge

Erstellt  am: 25.04.2007 :  15:20:30 Uhr  Profil anzeigen  Besuche mkoch's Homepage
Hallo,

noch mehr Links zum Thema:

http://www.optica.tn.tudelft.nl/publications/docs/1998%20pdf%20files/1998.003.pdf

http://www.lightmachinery.com/Fluid%20Jet%20Polishing.html

http://www.fhnw.ch/technik/itfe/forschung/abgeschlossen-2005/fluid-jet-polishing-neuartiger-polierprozess-zum-kinetischen-polieren-asphaerischer-glasoberflaechen/

http://www.swissengineering-stz.ch/pdf/stz0420072008.pdf

http://www.senternovem.nl/mmfiles/Factsh%20POLISH_Robot%20def2%20UK_tcm24-35044.pdf

http://portal.optotech.de/index.php?option=com_content&task=view&id=184&Itemid=213

http://www.optica.tn.tudelft.nl/research/interferometry/booij_fjp.asp
( mit Video !)

Gruss
Michael

Bearbeitet von: am:
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4851 Beiträge

Erstellt  am: 25.04.2007 :  17:25:56 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage
Hallo Michael,

danke für die vielen Infos. Scheinbar eine interessante Alternative vor allem für kleine komplexe Flächen (asphärische Okularlinsen?)

Sehr beindruckend das Video im letzten Link!

Spiegelschleifer, packt die Pechhäute weg und holt die Gartenschläuche raus!

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: Stathis am: 25.04.2007 17:57:34 Uhr
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mkoch
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2870 Beiträge

Erstellt  am: 25.04.2007 :  17:29:22 Uhr  Profil anzeigen  Besuche mkoch's Homepage
Hallo,

> http://www.optica.tn.tudelft.nl/publications/docs/1998%20pdf%20files/1998.003.pdf

Da stehen eigentlich schon alle Daten drin die man wissen muss, um mal einen Fall durchzurechnen:

Nehmen wir mal an, wir haben einen 200mm Spiegel bei dem durchschnittlich 50nm abzutragen sind.
Das abzutragende Volumen ist dann pi * 100mm^2 * 50nm = 1.57mm^3

Der Fluid-Jet Prozess trägt etwa 0.3µm pro Minute ab, auf einem Kreis von etwa 2.5mm Durchmesser. Das macht 0.0015 mm^3 pro Minute.

Also ergibt sich eine Bearbeitungszeit von 1047 Minuten, das sind fast 18 Stunden. Ganz schön lange, aber das macht ja nichts.

Frage: Weiss jemand was für eine Pumpe man da verwenden könnte? Der Druck muss etwa 5 bar sein, und das Poliermittel besteht zu 90% aus Wasser und 10% Schleifpulver mit Körnung 1µm..20µm, die Angaben gehen da etwas auseinander. Welche Pumpe hält das auf Dauer aus?
Ich glaube bei den Wasserstrahl-Schneide-Anlagen wird nur reines Wasser gepumpt und das Schleifpulver wird erst hinterher zugemischt (bin mir aber nicht sicher). Beim Fluid-Jet Prozess haben wir aber einen geschlossenen Kreislauf, also muss das Schleifpulver durch die Pumpe durch.

Gruss
Michael

Bearbeitet von: am:
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4851 Beiträge

Erstellt  am: 25.04.2007 :  17:56:49 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage
Wie wär's mit Membranpumpen oder Schlauchpumpen. Bei beiden Bauarten ist die Mechanik der Pumpe vom Fördermedium getrennt. Membanpumpen kenne ich von der Lebensmittelindustrie. Schlauchpumpen schaffen aber (soweit ich mich errinnern kann), keine 5 bar.

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: am:
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Jens_Averbeck
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1608 Beiträge

Erstellt  am: 25.04.2007 :  18:55:13 Uhr  Profil anzeigen
Hi,

wie wäre es mit einer Leistungsstarken Schmutzwasserpumpe? Angeblich soll zb die Gardena Inox Schmutzwasserpumpe 5.0 bar Druck schaffen.

Gruss
Jens


"Es gibt nur ein Licht der Wissenschaft, und es irgendwo zu entzünden heißt, es überall zu entzünden." - Isaac Asimov (1920 - 1992)

Bearbeitet von: am:
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mkoch
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2870 Beiträge

Erstellt  am: 25.04.2007 :  18:57:37 Uhr  Profil anzeigen  Besuche mkoch's Homepage
Hallo Stathis,

> Membranpumpen

Ich könnte mir vorstellen dass dann die Pulsation stört. Vielleicht eine Mehrzylinder-Membranpumpe. Da wird aber auch das Schleifmittel die Ventile angreifen.

> Schlauchpumpen. ... Schlauchpumpen schaffen aber (soweit ich mich errinnern kann), keine 5 bar.

Glaube ich auch nicht dass eine Schlauchpumpe 5 bar schafft.

Vielleicht geht das mit einer Zahnradpumpe, wenn sie 20µm Luftspalt zwischen den Zahnflanken hat?

Gruss
Michael

Bearbeitet von: am:
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mkoch
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2870 Beiträge

Erstellt  am: 25.04.2007 :  19:14:14 Uhr  Profil anzeigen  Besuche mkoch's Homepage
Hi Jens,

> Angeblich soll zb die Gardena Inox Schmutzwasserpumpe 5.0 bar Druck schaffen.

Wo hast du denn das gelesen? Ich finde da nur Pumpen bis 1 bar.
http://www.gardena.com/servlet/CategoryDisplay?catalogId=10051&storeId=10051&categoryId=12909&langId=-3

Wenn man dann auf "Tauch-Druckpumpen" klickt, dann geht's bis 6 bar, aber die Förderleistung ist viel zu gross.

Mal eine kleine Abschätzung wieviel Förderleistung man braucht:
Die Düse hat 0.84mm Durchmesser und irgendwo hat gestanden dass die Geschwindigkeit des Strahls zwischen 10 und 20 m/s liegen soll. Das ergibt (0.84/2)^2 * pi * 20000 = 11000 mm^3 pro Sekunde, das sind 11 cm^3 pro Sekunde, oder 0.011 Liter pro Sekunde, oder 40 Liter pro Stunde. Die Gardena-Pumpe mit 6 bar schafft 4000 Liter pro Sekunde, also um den Faktor 100 zu viel.

Gruss
Michael

Bearbeitet von: am:
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Fomalhaut
Meister im Astrotreff

Deutschland
325 Beiträge

Erstellt  am: 25.04.2007 :  19:23:03 Uhr  Profil anzeigen
Höchst interessant, schade das die FJP-1150 Maschine wahrscheinlich soviel kostet wie nen Mittelklasse Wagen, oder mehr :( . Bis lambda/100, das ist wirklich sehr exakt.

CS Jan
________________________
6" F5 Newton auf Gussmontierung
7x50 Fernglas

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mkoch
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2870 Beiträge

Erstellt  am: 26.04.2007 :  20:36:32 Uhr  Profil anzeigen  Besuche mkoch's Homepage
Hi,

dieser Link muss der Vollständigkeit halber auch noch genannt werden:

http://www.fhnw.ch/technik/itfe/files/pub/optimization_of_fluid_jet_polishing_cnc_tool_design.pdf

Ich finde dieser Fluid-Jet Prozess ist hochinteressant, und ich überlege ob ich mal so eine Maschine bauen soll. Computergesteuerte Poliermaschienen auf konventioneller Pech-Basis sind bereits erfolgreich von Amateuren gebaut worden.
Dieses neue Verfahren verspricht reproduzierbare Ergebnisse mit einem vertretbaren Aufwand. Jedenfalls _viel_ weniger Aufwand als ein Elektronenstrahl-Polierer. Und ausserdem bessere Ergebnisse, denn beim Elektronenstrahl-Polieren wird die Rauhigkeit der Oberfläche schlechter, während sie beim Fluid-Jet verbessert wird. Das ist der entscheidende Vorteil.

Man macht einfach ein Interferogramm des Spiegels, berechnet wieviel an jede Stelle abzutragen ist, und füttert die Poliermaschine mit diesen Daten. Dann braucht man nur noch warten bis der perfekte Spiegel aus der Maschine fällt.

Wer hat Lust bei dem Projekt mitzumachen?

Gruss
Michael

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ulli_v
Anbieter


732 Beiträge

Erstellt  am: 26.04.2007 :  22:14:52 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Michael,

das ist wirklich eine interessante Technik, danke für die Info.
Für 5 bar sollte eine Kreiselpumpe ausreichend sein, bei einer Zahnradpumpe hätte ich Bedenken hinsichtlich der Haltbarkeit da das zu pumpende Medium abrasiv ist und zwischen den Flächen Gehäuse/ Zahnräder schaben kann, dann ist es schnell vorbei mit Druckaufbau.
Stand irgendwo etwas zur Konzentration der Suspension?

Viele Grüße,

Ulli

Kein Anbieter mehr.

Bearbeitet von: am:
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mkoch
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2870 Beiträge

Erstellt  am: 26.04.2007 :  22:19:25 Uhr  Profil anzeigen  Besuche mkoch's Homepage
Hallo Ulli,

> Stand irgendwo etwas zur Konzentration der Suspension?

90% Wasser, 10% Schleifpulver mit Korngrösse zwischen 1µm und 20µm

Gruss
Michael

Bearbeitet von: am:
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raziel28
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2008 Beiträge

Erstellt  am: 26.04.2007 :  22:24:04 Uhr  Profil anzeigen  Besuche raziel28's Homepage
Hallo Stathis und *.*,

Zitat:
Original erstellt von: Stathis

Wie wär's mit Membranpumpen oder Schlauchpumpen. Bei beiden Bauarten ist die Mechanik der Pumpe vom Fördermedium getrennt. Membanpumpen kenne ich von der Lebensmittelindustrie. Schlauchpumpen schaffen aber (soweit ich mich errinnern kann), keine 5 bar.



Na...doch, den erforderlichen Druck schaffen beide Pumpenarten. Jedoch werden Membranpumpen zu Feindosierzwecken und Schlauchpumpen für zähe Medien (oder Feindosierung) verwendet, sie schaffen also den nötigen Durchsatz nicht*

*Wobei ich irgendwo mal eine kleine Schlauchpumpe für die Bohrmaschine gesehen habe, eine nette selbstansaugende Pumpenvariante.

Das pulsieren einer Membranpumpe lässt sich übrigens auch durch Anbringen eines Druckausgleichbehälters verhindern, früher Windkessel genannt, heute hochtechnisch als Tranquillator bezeichnet.

Für ein Selbstbauprojekt würde ich aber weiterhin zur guten alten Kreiselpumpe raten, jedoch nicht die Gartenpumpe aus dem Billigsektor, da hier die Kreiselräder aus Kunststoff gefertigt sind und dem Poliermittel wahrscheinlich nicht wirklich lange stand halten. Betreibt man so eine Pumpe zu Hause ohne Sandfilter z.B. an einem Brunnen, hält die Pumpe kein halbes Jahr durch. Es sollte also schon eine Edelstahlpumpe sein, das Kreiselrad genormt auf Maschinenpassung,damit man es leicht austauschen kann.

Natürlich fördert so eine Pumpe zunächst mal mehr, als gebraucht wird, aber was hindert denn daran, einen Teilstrom wieder zurück zu führen zum Vorratsbehälter und damit auch gleich das Poliermittel ständig aufzuschlämmen....spart also auch gleich den Rührer
Über ein Ventil im Rücklauf kann somit also der Vordruck auf die Düse genau eingestellt werden...und wem das nicht reicht, kann ja auch gleich mehrere Düsen betreiben

Just my 2 cent

Gruß & CS
Toni

Eine Sache sollte immer so konzipiert sein, dass der gewünschte Zustand auch der Einfachste ist.


Bearbeitet von: raziel28 am: 26.04.2007 22:30:40 Uhr
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Juergen_Jaensch
Galaxienmixer im Astrotreff

Deutschland
3971 Beiträge

Erstellt  am: 26.04.2007 :  22:38:23 Uhr  Profil anzeigen
Moin Leute

Vielleicht klappts ja hiermit:



Hier klicken

CS

Jürgen

Niveau ist keine Hautcreme!

Purus on Tour:

http://www.youtube.com/watch?v=8mp4TNrahPI

Bearbeitet von: am:
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mkoch
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2870 Beiträge

Erstellt  am: 26.04.2007 :  23:00:14 Uhr  Profil anzeigen  Besuche mkoch's Homepage
Hi,

> Für ein Selbstbauprojekt würde ich aber weiterhin zur guten alten Kreiselpumpe raten, ...

Die müsste dann aber mehrstufig sein, sonst schafft sie keine 5 bar.


> Natürlich fördert so eine Pumpe zunächst mal mehr, als gebraucht wird, aber was hindert denn daran, einen Teilstrom wieder zurück zu führen zum Vorratsbehälter

An dem Ventil wo man den Rücklauf einstellt wäre dann aber auch ein netter Verschleiss, wegen der hohen Geschwindigkeit an der Stelle.

> und damit auch gleich das Poliermittel ständig aufzuschlämmen....spart also auch gleich den Rührer

Das ist schlau.

Gruss
Michael

Bearbeitet von: am:
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raziel28
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2008 Beiträge

Erstellt  am: 27.04.2007 :  07:01:36 Uhr  Profil anzeigen  Besuche raziel28's Homepage
Hi Michael,

Zitat:


Die müsste dann aber mehrstufig sein, sonst schafft sie keine 5 bar.

Mhh, kommt auf die Größe an, ich halte mich aber mal bedeckt....muss mal meine 'große' Gartenpumpe messen, ich wär da fast sicher, daß die das zumindest knappt packen könnte. Ansonsten müsste man sich halt mal bei Industrieversorgern umschauen, z.B. Rala oder Sihi.
Letztlich könnte man auch für dieses Einsatzzweck mit dem Sprühbild der Düse und dem Abstand zum Spiegel experimentieren.

Zitat:
An dem Ventil wo man den Rücklauf einstellt wäre dann aber auch ein netter Verschleiss, wegen der hohen Geschwindigkeit an der Stelle.


Jep! Und wenn der Rücklauf mal grob ermittelt ist, schaltet man ein Venturi-Rohr...naja...z.B. aus Edelstahl vor, das minimiert diesen Verschleiß etwas.
Aber, generell, wir können uns schon klar darüber sein, daß ein geschlossener Kreislauf mit einem Fest-Flüssiggemisch egal wo auch immer Abrassion mit sich bringt, am meisten jedoch nicht an den Armaturen, sondern an den Rohrbögen. Will man das gering halten, müsste man eine ungleichmäßige Rohrinnenfläche wählen, z.B. Wellringschlauch um, nun, ich nenne es mal flapsig, die prandelsche Haftschicht zu erhöhen, also die Fließgeschwindigkeit in der Nähe der Rohrwandung deutlich zu reduzieren, das ginge aber für dieses Thema hier zu weit

Zitat:
Das ist schlau.


Gell? Verfahrenstechnik ist schon was geiles
Obwohl die Thematik hier für mich auch neu ist, ich verstehe mich u.a. mehr auf Trockenförderung von Granulaten.


Gruß & CS
Toni

Eine Sache sollte immer so konzipiert sein, dass der gewünschte Zustand auch der Einfachste ist.


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