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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4478 Beiträge

Erstellt am: 01.01.2007 :  19:41:58 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage
Total euphorisch durch die Sichtung von PuWe 1 machte ich mich am 25. und 27. Dez mit dem 24 Zoll Dobson noch an weitere große extrem schwache Planetaries.

Am 25.12. bei sehr guter Transparenz und Nebel in den Tälern (fst. = 6,6 mag, einige hätten sicher mehr gesehen, Bortle 3+), das Seeing eher schlecht (4 auf meiner Schulnoten Skala:

Abell 16= PK 153+22.1 Lynx:


Hinweis: Meine Zeichnungen sind immer stark überzeichnet, um zu zeigen, was ich gesehen habe. Am Himmel heben sich diese sehr schwachen Objekte nur gerade eben vom Hintergrund ab

Im 20 mm Nagler (125x) + Astronomik OIII gesehen. Im 16 mm Nagler (160x)+ Lumicon OIII etwas einfacher. Genau rund, homogen oder Mitte ganz klein wenig dunkler. Ist 25% der Zeit indirekt zu halten.

Klappt ja super, da machte ich mich an den schweren Abell 28 = PK 158+37.1 im Großen Bären, der inzwischen fast im Zenit stand.



Uff, was für ein harter Brocken. Im 20 mm Nagler (125x) + Astronomik OIII ab und zu die SW-Hälfte aufgeblitzt, wobei die Randlippe scheinbar einfacher geht. Nach langem hinstarren auch auf der anderen Seite Im 13 mm Nagler (195x) + Lumicon OIII auch ein Mal aufgeblitzt. Extrem schwach! An dem Ding kaute ich bestimmt 40 Minuten immer wieder herum und immer noch blieb eine Restunsicherheit, es war leider keiner da, der die Beobachtung besatätigen konnte. Der war deutlich schwerer als PuWe 1, bestimmt einer der schwächsten Abells die ich bisher gesehen habe!

Am 27.12. war ich wieder draußen, der Nebel war aber kaum noch vorhanden und daher war es nicht mehr ganz so dunkel, die Milchstraße etwas weniger knackig (fst=6,4, Bortle 3-, Seeing 4). Trotzdem baute ich die Gerätschaften mit einem Gefühl auf, mich könne nichts erschrecken, also versuchte ich noch so ein Riesen Planetary von Jens Bohles Liste:

WDHS 1 in der neuen Uranometria als PNG 197-6.4 direkt 1,5° NW von My Ori mit Abell 12 eingetragen. Ich musste den DSS1 rot kontrastverstärken um die riesige Blase (22'x17') darauf überhaupt zu erkennen. Besser verwendet man zum Aufsuchen eins der Bilder auf Jens Webseite. Ich habe die Stelle mit dem DSS Ausdruck immer wieder mit dem 32 mm WF (80x) + OIII abgefahren: Nichts als Milchastraßenhintergrundglühen. Er befindet sich am Rande der Milchstraße und dort ist es ungleich schwerer, da die schwächsten Sterne ein Restglühen durch den Filter verursachen. Auch an der 3-er Kette an der NW-Seite, wo er laut rotem DSS am hellsten ist, NIX

Abell 25 = PK 224+15.1:
Liegt 1/2° WNW von Zeta Pupis. Im 20 mm Nagler (125x) + Astronomik OIII ab und zu scheinbar runder Glow ohne jede Struktur. Zeigt nicht die beiden Halbschalen wie im DSS. Manchmal habe ich den Eindruck, dass nur die ca. 14mag hellen Sterne durch den Filter streuen. Im 24 mm WF (105x) + Lumicon OIII nix! Im 13 mm Nagler (195x) + Lumicon OIII zwei Mal was gesehen. Bestimmt 40 Min immer wieder probiert. Bleibe etwas unsicher. Sehr schwer!

Die Nacht war wieder weit fortgeschritten. Etwas demoralisiert und auf den Boden des Machbaren zurück suchte ich zur Auflockerung Leo I direkt 30' nördlich von Regulus auf. Im 20 mm Nagler direkt SW eines Sternpaares mit ca. 12 mag Sternen eine sehr diffuses aber deutlich zusammen mit Regulus sichtbares 2:1 elongiertes Ei von ca. 10' Länge. Keinerlei innere Struktur, nach außen kontinuierlich schwächer werdend und sehr diffus auslaufend.

Oh ha, um Leo I zeigt die Uranometria wieder diverse Hintergrundsgalaxien! Von ihnen ist IC 591 mit ca. 15' Abstand die nächste und deutlich zusammen mit Leo I sichtbar. Weiterhin gibt es in unmittelbarer Nähe CGCG 64-60, UGC 5454, MCG2-26-29, MCG2-36-23, NGC 3134 und schließlich die hellste von allen NGC 3153 (3:1 elongiert, unsymmetrisch und gemottelt).

Bevor die Morgendämmerung einsetzt, wieder einer von Jens Liste, den Jens und Frank Richardsen schon gesehen hatten:

LoTr 5 = PNG 339.9+88.4 im Coma Berenices:



Der 9 mag helle scheinbare Zentralstern IN Com überstrahlt extrem und macht diesen Planetary wieder zu einer Grenzbeobachtung. Vergleiche mit dem Nachbarstern (b) ähnlicher Helligkeit zeigten, dass dieser Stern ein etwas heller streuendes Halo verursachte, das Richtung Stern (c) im NO etwas stufiger erfolgt. Am besten mit 24 mm WF (105x) + Lumicon OIII. Unsicher, sehr gewagte Sichtung! Das hat mehr was von "Nachweisen" als von richtig "sehen". Dabei hatte ich extra für sowas den Spiegel frisch "gewienert"

Bei einsetzender Dämmerung zog ich mir noch bei ziemlich mäßigem Seeing den Saturn mit 5 Monden rein und beendete damit diese Neumondsaison.



Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: Stathis am: 01.01.2007 19:51:50 Uhr

glahn
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1352 Beiträge

Erstellt  am: 02.01.2007 :  11:56:52 Uhr  Profil anzeigen  Besuche glahn's Homepage
Hallo Stathis,

Mensch, da warst du ja nochmal richtig fleißig, schön, dass das Wetter im Süden mitgespielt hat. Ich saß derweilen in der ewigen Nebelsuppe Mitteldeutschlands und hab als einzige astronomische Betätigung "Sternbildererkennung" an der Weihnachtsbaumbeleuchtung geübt.

Die Ausbeute finde ich sehr gut. Trotz negativer Beobachtungen hast du doch ne Menge lichtschwacher Vertreter einfangen können, Respekt!

Abell 16 konnte ich trotz guter Bedingungen (fst 6m7) in der Rhön mit 16" nicht definitiv sehen. Ich hatte das Gefühl kurz davor zu sein, ab und zu ging ein Aufblitzen durch, was aber immer noch zu wenig für "vermutet" war. Heftig, dass du sogar eine Verdunkelung zur Mitte hin gesehen hast. Den muss ich auf jeden Fall noch mal probieren.
Ähnlich erging es mir mit Abell 28, bei dem ich bei durchschnittlichen Bedingungen (fst 6m5) im Steigerwald rein gar nichts gesehen habe...Eintrag in Beobachtungsbuch: "nix"
Bei Abell 25 erging es mir ähnlich wie dir. Bei gleichen Bedingungen wie bei der negativen Abell 28 Beobachtung konnte ich nach intensiver Beobachtung mit AP 3,1mm + Lumicon [OIII] einen indirekt rundlichen Hauch sehen, der sich mehr in Richtung der auf dem DSS etwas helleren SO Schale befand. Alles in allem sehr heftig und nicht 100% sicher, ein harter Brocken, wie viele von den Frühjahrsabells. Dagegen ist Leo I ein blendendes Deep Sky Objekt
WDHS 1 und LoTr 5 hab ich noch nicht probiert.

Viele Grüße, Uwe

www.deepsky-visuell.de

Bearbeitet von: am:
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Jens Bohle
Senior im Astrotreff


246 Beiträge

Erstellt  am: 02.01.2007 :  13:00:56 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jens Bohle's Homepage
Hi Stathis,

eure Session findet ja kein Ende... wahrscheinlich habt ihr nicht nur wolkenfreie Nächte sondern auch 4 Wochen Neumond am Stück ;->

WDHS 1 ist sicher sehr schwierig. Meine (nicht dokumentierte) Beobachtung brachte auch keinen Erfolg. Die großen Dinger sind halt fast alle prominente Strahler in den roten Linien. Aber einen Versuch ist es immer Wert!!

Ich konnte gestern auch eine sehr interessante Beobachtung machen. Ein leichtes Glimmen hinter den Wolken welche ich indirekt in weniger als 50 % der Zeit vermuten konnte ... es könnte der fast volle Mond gewesen sein ;-> (bin mir nicht 100%ig sicher)


Gruß aus cwr (cloudy+windy+rainy) Ostwestfalen, Jens

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Jens Bohle
Senior im Astrotreff


246 Beiträge

Erstellt  am: 02.01.2007 :  13:06:37 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Jens Bohle's Homepage
ach ja... ganz vergessen. LoTr 5 ist wirklich ´ne harte Nuss und der bislang schwächste PN den ich jemals beobachtet habe. Bei mir war es auch der Vergleich zu den Nachbarsternen der das "Nichts" hervorbrachte.

Hier der Logbucheintrag:
>>Jens Bohle, 508/2250mm Newton, fst 6,7 mag am Pol beim ITV 1999, Vergrößerung 86fach und 107fach bei 0,8 ° bzw. 0,5 ° Gesichtsfeld bei 6 mm und 5 mm AP. [OIII] + o. Filter. Extrem schwieriges Objekt!
Erscheint rundlich und ist nur mit [OIII] Filter bei Bewegung des Teleskops zu sehen. Umgibt konzentrisch einen ~ 9 mag Stern.
<<

HIer noch ein kleiner Bericht zum PN welchen ich mal in interstellarum veröffentlichte:
http://www.jens-bohle.de/pn_challenges__lotr_5.htm

cs, Jens



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Bearbeitet von: Jens Bohle am: 02.01.2007 13:08:29 Uhr
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