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 Was ist der experimentelle Bezug von c?
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Massilia
Neues Mitglied im Astrotreff


12 Beiträge

Erstellt am: 11.05.2006 :  13:13:06 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Massilia's Homepage
Hallo zusammen!

In der Liste meiner offenen Punkte zum Verständnis der Relativitätstheorie möchte ich folgende 3 Punkte aufnehmen, die ich im Forum von Ekkehard Friebe dargelegt habe:

Was ist das Bezugssystem von c?
http://18040.rapidforum.com/topic=100475292625

zum Beispiel mit Ausführungen von Ekkehard Friebe:

Zitat:
Ekkehard Friebe hat geschrieben:

Einstein hat offenbar angenommen, die von H. A. Lorentz stammende „Lorentz-Transformation“ sei ein experimentell überprüftes „Gesetz“, das unverändert übernommen werden müsse. Er hat deshalb seine Eingangsgleichungen so gewählt, daß hinten die „Lorentz-Transformation“ heraus kam. Dies war aber nicht zulässig, da Einstein den von Lorentz vorausgesetzten „Äther“ fallen gelassen hatte.

Bei Lorentz waren nämlich folgende Definitionen für die Geschwindigkeiten c und v getroffen worden:

c = Geschwindigkeit der Lichtausbreitung relativ zum Äther,
v = Geschwindigkeit der Meßanordnung (bzw. des Beobachters) relativ zum Äther.

Bei Einstein waren nun nach Fortfall der Äther-Hypothese die Geschwindigkeiten c und v ohne jede Definition.

Die meines Erachtens richtigen Definitionen wären gewesen:

c = Geschwindigkeit der Lichtausbreitung relativ zur Lichtquelle,
v = Geschwindigkeit der Meßanordnung (bzw. des Beobachters) relativ zur Lichtquelle.

Siehe hierzu: KANTOR, W. (1976): „Relativistic Propagation of Light“, Coronado Press, Lawrence, Kansas
http://www.ekkehard-friebe.de/Dogma-Lichtgeschwindigkeit.pdf

Denn nach Fortfall der Äther-Hypothese war die Lichtquelle das einzige reale Objekt, das in diesem Zusammenhang als Bezugsobjekt in Betracht kommen konnte. Einstein hatte aber ausdrücklich in der Einleitung seiner Arbeit von 1905, Seite 891, letzte Zeile, bis Seite 892, dritte Zeile, gefordert, siehe: http://www.ekkehard-friebe.de/Elektrodynamik.pdf
„und außerdem die mit ihm nur scheinbar unverträgliche Voraussetzung einführen, daß sich das Licht im leeren Raume stets mit einer bestimmten, vom Bewegungszustande des emittierenden Körpers unabhängigen Geschwindigkeit V fortpflanze“

Dies führte - wie gesagt - dazu, daß die Geschwindigkeiten c und v ohne jede Definition waren.
Die fehlende Definition für c wurde dahin gehend interpretiert, daß die Lichtgeschwindigkeit eine absolute Konstante sei. Dies ist aber logisch unmöglich, da eine Geschwindigkeit stets eine Relation ist.

Man hat andererseits gesagt, v sei die Geschwindigkeit des Beobachters relativ zum Lichtausbreitungs-Vorgang. Auch dies ist logisch unmöglich, da unendlich viele Beobachter mit unterschiedlichen Eigengeschwindigkeiten relativ zum Lichtausbreitungs-Vorgang möglich sind.


Könnt Ihr also gezielt auf dieses öfter und schon ewig lange von den Kritikern aufgezeichnetes inneres logisches Problem bei der Relativitätstheorie Stellung nehmen?
Könnt Ihr gezielt meine 3 Fragen beantworten:


1) Was ist Eurer Meinung nach der experimentelle Bezug der von Einstein in seiner Theorie gemeinten absoluten konstanten Geschwindigkeit des Lichts, die wir heutzutage mit „c“ bezeichnen?



2) Welcher Wert von "c" war 1905 als gültig experimentell ermittelt worden und von Einstein bei Aufstellung seiner Relativitätstheorie gemeint und verwendet?

War es der Wert, den zum Beispiel Maxwell 1865 für seine Theorie verwendet hat?

MM. WEBER and KOHLRAUSCH: v = 310,740,000 Meter pro Sekunde
M. FIZEAU: V = 314,858,000 Meter pro Sekunde
M. FOUCAULT: V = 298,000,000 Meter pro Sekunde
Abgeleitet vom Koeffizienten der Aberration: V = 308,000,000 Meter pro Sekunde.



3) War das Experiment von 1983, das in meiner Zusammenstellung der offiziell und international anerkannten Experimente zur Messung der Lichtgeschwidigkeit im meinem Thread „Warum hat man die Maßeinheit Meter neudefiniert?“ zuletzt aufgelistet ist, geeignet, die Anwendbarkeit oder Nicht-Anwendbarkeit des Additionstheorem bei der Lichtausbreitung nachzuprüfen?

1983 – 299.792.458,6 m/s NBS

Wurde dieses Experiment (oder die zuvor 1978 und 1979 von Woods bzw. Blair) mit bewegter Lichtquelle und/oder mit bewegtem Beobachter durchgeführt? Oder auch mit stationärer Lichtquelle und stationärem Beobachter?

http://18040.rapidforum.com/topic=100476294735#p47629473523705264



Ein Teilnehmer im Forum von Ekkehard Friebe hat schon die Frage „Was ist der experimentelle Bezug von c?“ geantwortet:

http://18040.rapidforum.com/topic=100475292625&startid=1#p47529262524733674

Zitat:
3) Der Bezug ist immer der Messapparat. Bei astronomischen Messungen (Doppelsternen) misst man normalerweise nicht den Wert der LG, sondern man überlegt sich was man sehen würde wenn sich die Geschwindigkeiten "normal" addieren würden und vergleicht mit dem was man sieht. Da ist der Messaufbau eben die ganze Strecke vom Stern zu uns.


Seid Ihr damit einverstanden?

Wenn ja, wie ist das zu verstehen? Wenn ich also die Geschwindigkeit eines Autos auf eine Straße mit 70 km/st messe, ist diese Geschwindigkeit relativ zum Messapparat und nicht relativ zur Erdoberfläche zu verstehen?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez

Bearbeitet von: Massilia am: 11.05.2006 13:18:13 Uhr

Hammer_Kruse
Meister im Astrotreff

Deutschland
698 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  14:13:23 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Jocelyne,

es ist nicht erforderlich, dieselben Fragen bei astronews, quanten.de, im politikforum und dann auch noch hier zu posten. Meine Antwort habe ich Dir schon bei http://www.astronews.com/forum/showpost.php?p=10696&postcount=128 geschrieben.

Gruß, mike

Bearbeitet von: am:
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otterstedt
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1387 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  14:23:57 Uhr  Profil anzeigen  Besuche otterstedt's Homepage
Hi Mike,

das nennt sich Forenspam. Ich denke aber nicht, dass es hilft die
Besucherzahlen nachhaltig zu steigern. Sie sollten die Zeit lieber
dazu nutzen dort kompetenten Inhalt zu schaffen.

Ciao, Heiner

Teleskope bauen in Theorie und Praxis

Bearbeitet von: am:
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Caro
Astrophysikerin

Deutschland
2340 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  15:06:26 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Caro's Homepage
Mein Reden. Ich hab absichtlich nix hierauf gepostet, denn das fällt in die Kategorie "Leute mit Geltungssucht, die sich eh durch vernünftige Argumente nicht überzeugen lassen". Am meisten ärgern tut man sie also, indem man einfach nicht drauf reagiert

Ich weiß auch nicht woran es liegt, daß sich irgendwelche Leute immer durch sowas hervortun müssen. Und wenn man dagegen angeht, ist es das gleiche wie mit dem Hypochonder, der jeden Tag beim Arzt auf der Matte steht. Glaubt immer alles besser zu wissen als der Fachmann, und läßt sich einfach nicht vom Gegenteil überzeugen.

Das einzig problematische ist, wenn solche Leute es irgendwie in ein Massenmedium schaffen und unbedarfte Leute Typ "Bildzeitungsleser" den Schwachsinn,den sie von sich geben, tatsächlich glauben.

(Sorry wenn das hier etwas hart klingt, aber ich hab mich ein paar mal erfolglos an Gegenargumenten bei solchen harten Nüssen versucht und werd jetzt einfach nur noch sauer wenn ich sowas seh.)

Caro

Bearbeitet von: am:
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Kalle66
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
4825 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  15:08:32 Uhr  Profil anzeigen
Moin Jocelyne,
es ist wirklich eine interessante Frage, mit welchem Bezugssystem man c definiert. Eine Punktmessung der Geschwindigkeit ist ja nur möglich, wenn man den Ort der Messung im unklaren lässt und umgekehrt.
Man braucht also wenigstens zwei Orte oder hat einen nicht bekannten Ort, um die Geschwindigkeit zu messen, und schwupps beißt die Katze sich in den Schwanz. Aber es gibt ja auch andere logische Folgerungen aus der speziellen und all. Relativitätstherie, die Kopfzerbrechen bereiten. Ich denke da nur an die mathematischen Formulierungen für ein schwarzen Loch. Oder anders gesagt, immer wenn eine Gleichung gegen "null" oder "unendlich" geht.

PS: M.E. kann c nur immer aus Sicht des Beobachters (Messapparat) definiert werden. Wer sonst sollte es tun. Ist vielleicht mehr philosophisch, aber kausal.
PPS: Soweit ich als interessierte Laie informiert bin, ist die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit auch eine Annahme des Modells und nicht ein Ergebnis. Ermittle also das Gegenteil und widerlege das Modell.
Gruß

Kalle - Alles wird gut !

Bearbeitet von: Kalle66 am: 11.05.2006 15:16:47 Uhr
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Hammer_Kruse
Meister im Astrotreff

Deutschland
698 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  15:30:19 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Caro,

ja, mit dem Problem setze ich mich seit Monaten auseinander. Gerade im Zusammenhang mit Jocelyne und dem WumV-Forum. Der Blödsinn, der da verzapft wird, kocht mir auch immer die Galle hoch. Und da gibt es mehrere Möglichkeiten:

1) Man kann solche Postings ignorieren und dazu wissend schweigen. Und das Risiko in Kauf nehmen, das Markus Pössel in "überwiegend harmlos" http://www.physnet.uni-hamburg.de/fs/impuls/81/harmlos_2.html benennt.
2) Man kann dazu aufrufen, solchen Unsinn zu ignorieren. Dann finden sich postwendend welche, die schreien: "Ich lasse mir von Dir doch keinen Maulkorb anlegen." Und die Cranks haben überdies Material für ihre Unterdrückunmgstheorie. (So ist es mir in dieser Sache vor einigen Monaten bei a.de gerschehen)
3) Man kann in der Sache antworten und solche [hier sollte eigentlich Spinner stehen] so vorführen, daß schnell klar wird, daß ihnen jede Ahnung von der Sache fehlt.

Ich entscheide mich, wenn möglich, für den dritten Weg.

Allerdings ist Jocelyne da ein harter Brocken. Weil ihre Erkenntnisresistenz in Fachkreisen inzwischen sprichwörtlich ist:

"Lopezsches Verhalten" besteht darin, Sachdiskussionen gekonnt auszuweichen, wenn es gar nicht mehr geht, den Diskussionspartner und schließlich die Forenbetreiber zu beleidigen, aber auf keinen Fall dabei irgendetwas zu lernen. Weder über das diskutierte Thema, noch über die eigenen Verhaltensmuster.

Und nach einiger Zeit sucht sie sich dann neue Foren und bringt den selben Unsinn wortgetreu erneut. auch wenn es ihr schon x-mal auseinandergesetzt worden ist. Da ist sie völlig schmerzfrei.

Das exerzieren wir schon seit Monaten in einer Handvoll Foren durch. Am vergangenen Wochenende hat sie astrotreff und physikerboard als neue Spielwiesen entdeckt.

Wenn man eines tun kann, dann ist es: Gleich dagegenhalten und die Sache beschleunigen. Denn früher oder später endet es mit persönlichen Auseinandersetzungen und dann meist mit ihrem Ausschluß. Aber dazu brauchen wir hier keinen neuen Megathread. Daher habe ich es vorgezogen, zu reagieren.

Gruß, mike

Bearbeitet von: Hammer_Kruse am: 11.05.2006 15:33:01 Uhr
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Caro
Astrophysikerin

Deutschland
2340 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  16:14:20 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Caro's Homepage
Zitat:
Original erstellt von: Hammer_Kruse
[... Gleich dagegenhalten und die Sache beschleunigen. Denn früher oder später endet es mit persönlichen Auseinandersetzungen und dann meist mit ihrem Ausschluß...


Hey Mike,

da will ich bei der nächsten Gelegenheit gerne meinen Teil dazu beitragen, wenn ich denn dazu motiviert bin auf etwas Zeit zu verwenden (saubere wissenschaftliche Argumentation) was vom ursprünglich Angesprochenen ja sowieso nicht ernst genommen wird.

Wenn ich mir so anschaue, was da in dem von dir verlinkten Forum abgegangen ist , alter Schwede. Da sind wir hier ja noch im im sachlichen Abschnitt und es kann noch viel übler kommen.

Caro

Bearbeitet von: am:
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matss
Forenmeister im Astrotreff

Mitteleuropa
4544 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  16:20:22 Uhr  Profil anzeigen  Besuche matss's Homepage  Sende matss eine ICQ Message
Huhu ...
Zitat:
Original erstellt von: Caro
Da sind wir hier ja noch im im sachlichen Abschnitt und es kann noch viel übler kommen.
... das glaube ich nicht.

Es gibt ja kein verbrieftes Schreibrecht für alles und jeden hier, siehe http://www.astrotreff.de/policy.asp, Punkt 4d:
"Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung."

Ich geh mir nun ne Tyte Chips holen und dann warten wir mal ab.

Matthias


Bearbeitet von: am:
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a_nazgul
Meister im Astrotreff

Deutschland
305 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  16:25:14 Uhr  Profil anzeigen
*mal gemüdlich mir einen tee eingieß.......*

CS und immer ein Auge am Okular!

Andi


Meine Nichthomepage: http://a_nazgul.hat-gar-keine-homepage.de/

Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist. (D.Adams)

Bearbeitet von: am:
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sweeper
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2163 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  16:25:14 Uhr  Profil anzeigen  Besuche sweeper's Homepage
Zitat:
Original erstellt von: matss

Huhu ...
Zitat:
Original erstellt von: Caro
Da sind wir hier ja noch im im sachlichen Abschnitt und es kann noch viel übler kommen.
... das glaube ich nicht.

Es gibt ja kein verbrieftes Schreibrecht für alles und jeden hier, siehe http://www.astrotreff.de/policy.asp, Punkt 4d:
"Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung."

Ich geh mir nun ne Tyte Chips holen und dann warten wir mal ab.

Matthias




Das war hier doch schonmal. und zwar genau da
Ich nehm grad ab und begnüge mich daher mit einem Glas Wasser und einem Apfel.

CS und Gruss
Robert
-------------------
47° 55' 47'' N 10° 17' 18'' E
robert-blasius.de (still Beta)
www.avso.de
-------------------------------------------------
Ich denke wir sind hier schon eine seltsame Truppe von Individualisten. Und als solche sollten wir auch jeden so sein lassen wie er ist...und ihm gründlich den Hosenboden verhauen wenn er nicht so will wie wir, BASTA!

Bearbeitet von: am:
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matss
Forenmeister im Astrotreff

Mitteleuropa
4544 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  16:28:29 Uhr  Profil anzeigen  Besuche matss's Homepage  Sende matss eine ICQ Message
Ja also ... ich warte noch auf ein Posting, welches auch dieses Thema erschöpfend behandelt. Muss vielleicht gar nicht besonders exzellent sein.

*chipsmampf*

Bearbeitet von: am:
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Massilia
Neues Mitglied im Astrotreff


12 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  16:37:15 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Massilia's Homepage
Zitat:
Original erstellt von: Hammer_Kruse

Hallo Jocelyne,

es ist nicht erforderlich, dieselben Fragen bei astronews, quanten.de, im politikforum und dann auch noch hier zu posten.


Hier meine Antwort zur Übersichtlicheit der behandelten Thematik, Du postest nämlich über meine Aussagen und Standpunkte schon lange überall im Internet spamartig etwas rum... Das macht auch nichts, es ist auch nicht maßgebend, wo Du direkt Stellung zu meiner Frage genommen hast, sondern wie Du überhaupt dazu direkt Stellung genommen hast, oder?

Zitat:
Hammer_Kruse hat geschrieben

Mit dem "experimentellen Bezug" meinst Du sicher das Inertialsystem, auf welches sich die Lichtgeschwindigkeit bezieht, um die es in einem Experiment geht?
Einstein setzt sich meines Wissens "in seiner Theorie" (die ist umfangreich) mit den Aussagen über die Lichtausbreitung auseinander, die sich aus dem Michelson-Morley-Experiment gewinnen lassen. (Wohlgemerkt: Ich schreibe nicht von "Messung der Lichtgeschwindigkeit", sondern von "Aussagen über die Lichtausbreitung"). Wo dabei die Lichtgeschwindigkeit ein Rolle spielt, bezieht sie sich auf das Inertialsystem des Interferometers, also gleichzeitig des Labors, der Erdoberfläche usw.

Ist mir schon lange klar. Und ich sage die ganze Zeit nichts Anderes:

Mit dem Michelson-Morley-Experiment kann man überhaupt keine Aussagen zur Anwendbarkeit oder Nicht-Anwendbarkeit des Additionstheorems treffen, aus dem guten Grund, weil Lichtquelle und Beobachter in einer konstanten unbewegten Relation zueinander standen: Sie waren statiönär auf dem Boden befestigt, also ihre relative Geschwindigkeit zueinander war konstant 0, logisch, eine Binsenweißheit...
Das MM-Experiment ist also absolut ungeeignet das Additionstheorem nachzuprüfen und die Herleitung der Relativisten daraus, das Licht sei konstant zu allen bewegten Objekten ist völlig aus der Luft gegriffen und nicht zulässig.


Zitat:
Hammer_Kruse hat geschrieben

Bei der Theorie spielt der konkrete Meßwert der Lichtgeschwindigkeit keine Rolle. Über die historisch ermittelten besten Werte weißt Du besser bescheid als ich. Daraus ergibt sich auch, welcher Wert zu Einsteins Zeit als bester Meßwert galt. Für die Theorie genügt es zu wissen: Das Licht hat im Vakuum eine sehr große Geschwindigkeit. Einstein bezeichnet sie übrigens in seinen ersten Arbeiten mit V (Großbuchstabe) und noch nicht wie heute üblich mit c.
Einstein "meint und verwendet" in der Relativitätstheorie diese Größe, ohne dabei einen bestimmten Zahlenwert dafür zu brauchen.

Ist mir auch schon klar, dass das Licht im Vakuum eine sehr große Geschwindigkeit hat…
Darum geht es mir auch nicht, sondern es geht um einen grundsätzlichen Denkfehler: Wieso kann man sich einbilden, man hätte das Additionstheorem bei den Messungen des Lichts experimentell ausgeschlossen, wenn man bei den Messungen solche riesige Abweichungen immer festgestellt hat?! Jeder kann sich denken, dass das Additionstheorem in einem solchen Fall nicht messbar ist und weit außerhalb unserer Messmöglichkeit liegt.

Du hast vielleicht keine genauen Informationen über die historisch schon ermittelten Werte von c, aber Du hast wohl auch keine genau Vorstellung, um welche Verhältnisse es sich hier handelt: Das Licht breitet sich mit mindestens 300.000 km pro Sekunde aus!! Es ist nicht vorstellbar, dass man das Übertragen der Eigengeschwindigkeit einer Lampe auf die Eigengeschwindigkeit eines Lichtstrahls eindeutig je feststellen wird, das liegt hoffnungslos innerhalb der Messtoleranzen, so streng oder so großzügig man sie auch festlegen mag. Wenn man schon zum Beispiel alleine mit einer Pistole in einen Fluß schießt, bekommt die Kugel nach dem Additionstheorem die Eigengeschwindigkeit des Stroms mit, aber diese Geschwindigkeitszunahme wird auch in diesem Verhältnis technisch nicht messbar sein.


Zitat:
Hammer_Kruse hat geschrieben:

Das "Additionstheorem" heißt eigentlich auch "relativistisches Additionstheorem der Geschwindigkeiten" und sagt aus, wie man zwei beliebige Geschwindigkeiten relativistisch addieren muß. Wenn Du vom "Additionstheorem bei der Lichtausbreitung" sprichst, meinst Du damit sicher, daß jenes Theorem die Aussage liefert, daß c zu irgendeiner Geschwindigkeit v "addiert" immer noch c ergibt? Das ist nichts anderes als die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit gegenüber einem Wechsel des Inertialsystems. Und eben dazu sind die obigen Experiment nicht konzipiert gewesen.

Deine rhetorische Unterscheidung zwischen „Invarianz“ und „Konstanz“ der Lichtgeschwindigkeit ist völlig künstlich: Man hat experimentell weder eine klassische Anwendbarkeit oder Nicht-Anwendbarkeit des Additionstheorems bei der Lichtausbreitung festgestellt, noch eine relativistische Anwendbarkeit oder Nicht-Anwendbarkeit dieses Additionstheorems.

Jocelyne Lopez




Bearbeitet von: Massilia am: 11.05.2006 16:38:53 Uhr
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Caro
Astrophysikerin

Deutschland
2340 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  17:12:40 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Caro's Homepage
Na dann versuch ich mich mal dran, den Schlußpunkt zu setzen. sorry wenn's etwas länger dauert, aber eigentlich sollte ich noch arbeiten

Also: was ist das Bezugssystem von c? Jedes beliebige! c ist unabhängig vom Bezugssystem. Die Lichtgeschwindigkeit ist so definiert.

Der beste Nachweis dazu ist älter als die Relativitätstheorie, nämlich das Michaelson-Morley-Experiment von 1887. Einsteins Relativitätstheorie hat mit dem Experiment als solches überhaupt nichts zu tun, aber er geht von der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit als Axiom aus. Der Mathematiker weiß: Axiome sind grundlegend, man kann sie nicht beweisen. Das gilt für die Theorie. Einstein war kein Experimentator, das hat er anderen überlassen. Das MM-Experiment ist also ein Beleg für seine Theorie.

Grundsätzlich kann man sich natürlich über die Definition einer Geschwindigkeit streiten. Die Physiker sagen v= ds/dt, wobei ds und dt infinitesimal kleine Differenzen sind. Der Pedant sagt dann, wenn die Zeit und Wegdifferenzen gegen Null gehen, wie kann man da noch was messen? Das ist der Unterschied zwischen Mathematikern/theoretischen Physikern und Ingenieuren/angewandten Physikern

All das ist aber irrelevant für den genauen Zahlenwert von c. Er ist exakt so definiert, und wie Jocelyne andeutet, ist der Meter abhängig davon definiert. Nehmen wir mal an, eine neue Messung würde (abstruserweise) ergeben, die Lichtgeschwindigkeit wäre zweimal größer als bisher angenommen. Dann müßten wir uns alle neue Lineale und Tachos kaufen, weil die Lichtgeschwindigkeit weiterhin diese Zahl haben wird

In diesem Sinne ist die Frage nach dem exakten Zahlenwert sinnlos, da der auch gar nicht wichtig für die Theorie als solche ist. Natürlich konnte man die Lichtgeschwindigkeit (mit in Bezug auf den guten alten Urmetermaßstab) vor mehr hundert Jahren noch nicht so genau messen. (mal ganz abgesehen davon, daß es noch ein gutes Dutzend weiterer Messungen in den Jahren nach 1900 gab, die dem heutigen Zahlenwert sehr nahe kommen.)

Zitat:
Wenn ich also die Geschwindigkeit eines Autos auf eine Straße mit 70 km/st messe, ist diese Geschwindigkeit relativ zum Messapparat und nicht relativ zur Erdoberfläche zu verstehen?

Meßapparat und Erdboden sind äquivalent, solange sich der Meßapparat nicht relativ dazu bewegt. Das ist wie mit dem Zivilfahrzeug, daß den Raser auf der Autobahn verfolgt. Die messen einmal ihre eigene Geschwindigkeit, und die des Rasers relativ zu ihnen. Der Auserirdische, der diese Szene von außerhalb der Erde beobachtet, muß aber noch die Erddrehung berücksichtigen, und so weiter. Ansosnsten verweise ich auch bei Frage 3 auf das Michaelson-Morley-Experiment.

So, während ich hierdran gesessen hab, hat Jocelyne doch tatsächlich geantwortet, mit exakt dem gleichen Text, wie in Mike's anderem Forum, wie einfallsreich
Dann mal los: Jocelyne, hast du dir überhaupt mal angeschaut, wie das MM-Experiment überhaupt funktioniert? Die Lichtquellen sind dabei alles andere als stationär am Boden befestigt, wenn das ganze nich drehbar wäre, wäre ja der Witz weg. Im Übrigen führt jedes Flugzeug auf Interkontinentalflug dieses Experiment auf's Neue durch. Und um es nochmal zu betonen: Die Relativitätstheorie leitet die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit nicht her. Man kann sie nur durch Experimente wie dieses belegen.

Reicht das, Matthias?

Caro

Bearbeitet von: Caro am: 11.05.2006 17:18:04 Uhr
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Hammer_Kruse
Meister im Astrotreff

Deutschland
698 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  17:12:53 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Jocelyne,

hast Du gelesen, was ich auf genau diese Antwort von Dir im politikforum schon geschrieben habe?

Es gibt keinen Sinn dieselbe Antwort in allen möglichen Foren zu posten, obwohl dort das, worauf sie sich bezieht, gar nicht steht. Diese Antwort von Dir bezieht sich auf etwas, was ich bei astronews geschrieben habe. Wenn überhaupt, dann antworte ich auch dort darauf. Alles andere würde die Threads unlesbar zusammenhangslos machen.

Gruß, mike

P.S.: Das bezieht sich natürlich auf die Äüßerung von Jocelyne über dem Beitrag von Caro.
(==>)Matthias: Wenn ich Du wäre, würde ich sagen, Caros Beitrag reicht

mike

Bearbeitet von: Hammer_Kruse am: 11.05.2006 17:16:36 Uhr
Zum Anfang der Seite

sweeper
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2163 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  17:20:56 Uhr  Profil anzeigen  Besuche sweeper's Homepage
[...viel von Caro, das auch ich Physik-Depp verstanden hab...]

*apfelmapf*

Danke Caro,

das hab sogar ich kapiert. Ich denke als Schlusswort absolut brauchbar, weil es doch alle Fragen von Jocelyne beantwortet.

So, wohin jetzt mit dem Apfelbutzen? Matss sind deine Chips schon leer?

CS und Gruss
Robert
-------------------
47° 55' 47'' N 10° 17' 18'' E
robert-blasius.de (still Beta)
www.avso.de
-------------------------------------------------
Ich denke wir sind hier schon eine seltsame Truppe von Individualisten. Und als solche sollten wir auch jeden so sein lassen wie er ist...und ihm gründlich den Hosenboden verhauen wenn er nicht so will wie wir, BASTA!

Bearbeitet von: am:
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matss
Forenmeister im Astrotreff

Mitteleuropa
4544 Beiträge

Erstellt  am: 11.05.2006 :  17:21:17 Uhr  Profil anzeigen  Besuche matss's Homepage  Sende matss eine ICQ Message
Zitat:
Original erstellt von: Caro
Reicht das, Matthias?
jap.

*chipswegpack*

*zumach*


Bearbeitet von: am:
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