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 Nutzung von Farbfiltern (visuell)
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Cereso
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Erstellt am: 05.05.2006 :  08:48:10 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Cereso's Homepage
Farbfilter

Farbfilter werden eingesetzt, um vorwiegend bei Planeten- und Mondbeobachtung Kontraste zu verstärken. Filter, die insbesondere das Blaue abschneiden (Langpass-Gelbfilter) sind geeignet, um den (Blau-)Farbfehler von Refraktoren zu minimieren. Man erhält eine Einfärbung des Bildes, aber die blauen Höfe verschwinden, die Abbildungsqualität wird verbessert.

Zum Teil findet man lange Listen im Internet, welcher Farbfilter für welchen speziellen Einsatz besonders geeignet ist. Erstens kann sich das aber kein Mensch merken, und zweitens sind es auch nur mehr oder weniger gut fundierte Empfehlungen. Mit wenigen einfachen Überlegungen kann man sich aber die für seinen Zweck viel versprechenden Filter selbst heraussuchen.

Eine gute Kontrastverstärkung erreicht man immer dann, wenn die Farbe des Beobachtungsobjektes der Filterfarbe entspricht (dann wird das Objekt heller im Vergleich zum Rest) oder komplementär zu ihr ist, also im Farbkreis gegenüber liegt (dann wird das Beobachtungsobjekt dunkler). Komplementärfarben sind gelb und blau, rot und türkis, grün und purpur.




Ein Beispiel: Mars hat an Farben eine rote Grundtönung sowie dunklere, grauere Gebiete und weiße Polkappen. Helle und dunkle Gebiete wird man also mit Hilfe eines Rot- oder Orange-Filters kontrastverstärken können, denn die rötlichen Gebiete werden durch den Filter wenig gedämpft, die dunklen, braun-grauen Gebiete dagegen stärker. Bei den Polkappen empfiehlt sich der komplementäre Filter, also türkis bis blau, denn nun werden die roten Gebiete stark abgedunkelt, während die weißen Polkappen weniger stark geschwächt werden. Ich weiß, oft findet man auch einen Rotfilter für die Polkappen genannt. Da frage ich mich aber, wer nun von wem ohne nachzudenken abgeschrieben hat – nachvollziehen kann ich diese Empfehlung nicht. Ein Blaufilter ist auch gut für die hellen, bläulichen Wolken, die manchmal in der Marsatmosphäre entstehen.

Je deutlicher die Eigenfarben sind, um so kräftiger wird eine Kontrastanhebung ausfallen. Da die Farben meist nicht sehr ausgeprägt sind, sind Farbfilter tatsächlich nur wichtig für die Detailerkennung, es gibt kaum einen Fall, in dem ein Farbfilter einen gewaltigen Effekt erzielt.

Generell kann man und sollte man mit verschiedenen Filtern experimentieren, diese Grundüberlegung hilft aber erst einmal bei der Auswahl der viel versprechenden Filter. Bei der Beurteilung der Wirkung sollte man sich Zeit nehmen und auf einzelne Details, nicht auf die Gesamterscheinung achten.

Ob eine helle, mittlere oder dunkle Tönung gewählt werden sollte, hängt von der Helligkeit des Objektes und der Austrittspupille ab. Je heller das Objekt, und je größer die Austrittspupille (also je kleiner die Vergrößerung), desto dunkler sollte der Filter sein.

Grüße,

Carsten


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