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 Autokollimation gegen Ölspiegel - Hilfe bitte!
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Seite: von 2

Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt am: 26.01.2006 :  09:20:59 Uhr  Profil anzeigen
Hallo zusammen,

ich habe auf der internationalen ATM-Liste eine Bemerkung von Martti Koskimo zum Testen von Teleskopspiegeln oder eines gesamten optischen Systems in Autokollimation mit Hilfe eines Flüssigkeitsplanspiegels gelesen.

Zum besseren Verständnis habe ich den Original-Post angehängt.

Beim Test in Autokollimation gehen die Fehler der optischen Flächen ja bekanntermaßen doppelt ein, wenn das auch ohne teueren Planspiegel geht wäre das wirklich interessant.

Es hat mal eine Diskussion hier oder bei A.de über Flüssigplanspiegel gegeben (kann mich nicht mehr erinnern und die Suche mit Stichworten Autokollimation und Öl war erfolglos), ich bin mir aber nicht mehr sicher, wie der Test damals aufgebaut war. Es ging meines Wissens nur um den Raleigh-Test von Planspiegeln gegen Flüssigskeitsoberflächen. Es ist vielleicht damals schon ähnlich wie jetzt auf der ATM-Liste diskutiert worden, aber mir ist es jedenfalls jatzt erst richtig aufgefallen und klargeworden, daß sich der Test relativ einfach realisieren lassen müßte. Neu scheint mir der Gedanke, das Teleskop im Nadir-Modus aufzubauen (ist bei verklebtem Spiegel ja nicht schwer, nicht verklebte bekommen einfach Teppichklebeband auf die Auflagepunkte)

Das wollte ich auch mal ausprobieren und habe den Test folgendermaßen aufgebaut:

Teleskop falschrum in der Rockerbox, Pfanne mit Salatöl darunter, selbstgebautes "Testokular" zur Aufnahme von Ronchigitter, Messerschneide o.ä. im Auszug:



Die Justage habe ich so ausgeführt (bin mir aber nicht sicher, ob das richtig ist): erst das Teleskop ganz normal justieren, dann den Reflex der LED durch die Justage des gesamten Teleskopes (M6 Schrauben des Balkens) auf einen Punkt etwa 1 cm oberhalb der LED fokussieren. Jetzt Messerschneiden-Dia oder Ronchi-Dia einlegen. Das Telekop habe ich auf einen Balken mit M6 Einschlagmuttern und Schrauben gelagert, um es justieren zu können.



Der Spiegel ist noch provisorisch mit Teppichklebeband und Moosgummi mit der Zelle verklebt. Hält aber bisher ohne Beanstandung und hat auch den Test überstanden. Es ist natürlich ein komisches Gefühl, den Selbstschliff so baumeln zu sehen, ob das für einen 24-Zöller so empfehlenswert ist, sei dahingestellt, aber Martti sagt er habe so Spiegel bis 70 cm Durchmesser erfolgreich getestet. Für den Fall, daß der Spiegel rausrauscht habe ich jedenfalls Halteclips installiert, das Teppichklebeband hält aber sehr fest.



Die ersten Versuche mit 300 Linien pro Zoll Ronchigitter liefern zumindest ein heftig wirbelndes Bild, man sieht die turbulente, durch die Fußbodenheizung aufgeheizte Luft und seltsame Artefakte, die nicht am Gitter, am Ölspiegel, FS oder HS liegen.




Jetzt ein paar Fragen:
- Hat das so schonmal jemand gemacht (Kurt, Amateurastronom ?)
- Sind Aufbau und Justage so richtig?
- Um den Reflex zu sehen müssen Lichtquelle (superhelle rote LED mit Mattplastik-Diffusor) und Reflex ausseraxial postiert werden (Abstand Quelle - Reflex ca. 2 cm). Werden dadurch Abbildungsfehler generiert bzw. welcher Art und Größenordnung wäre die Fehler? Ich denke, es müßte Asti und Koma dadurch entstehen, liege ich da richtig?

Prinzipiell geht das alles natürlich auch wie es Texereau beschreibt am Stern, jetzt habe ich ja ein entsprechendes "Testokular" mit dem ich Rochigitter, Messerschneide o.ä. in den Strahlengang bringen kann.

Wenn die beschriebene Methode gut klappt wären aber die Vorteile der doppelten Genauigkeit ("Gemeinheit") und die Seeingunabhängigkeit den relativ geringen Mehraufwand wert, oder?

Loht es sich, das weiter zu verfolgen?

Viele Grüße,
Andreas



Zitat von Martti Koskimo (21.01.2006):
Zitat:
The original post:

:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Testing Ultrathin.

I have tested with grate success mirrors up to 700 mm in Diameter using oil
as reference flat. You can even use your favorite salad oil.

The mirror is upside down and the height of the testing setup is 'only'
about focal length of the mirror.

The mirror is supported in its flotation system upside down. The
flotation system needs a little modification.
Doublesided tape functions perfectly in contact points( in this case the
points should be small ' areas' . Non contacting safety clips should be
used ( as usual ) at the edge of the mirror. The problem is merely getting
the mirror of from the flotation system after testing and not the falling
of the mirror during testing.

There is reflection from the mirror and from the liquid surface and
depending on the setup an additional reflection from aluminized secondary
mirror. Just like Newton telescope used at the zenith but now upside down..
More light is needed than in normal testing but 1mW laser(Diode ) or other
bright source is enough
I use 20 mW green laser for interferometer testing and it is enough for four
uncoated reflections.

Collimation is easy with laser collimator.

This testing setup is indeed not difficult.

Consider the advantages:

This is perfect NULL test.

The distortion of the mirror in testing can be calculated and is just like
predicted with PLOP
No more distortions like in sling testing.


If you want to try this testing setup I recommend that you start taking
small Newton telescope
( Or any telescope or objective ) and just turn the whole telescope upside
down ( modify the mirror zell first !!) and oil vessel under the
telescope. Now the whole telescope should be adjustable with three screws to
get it perfectly vertical and in a moment you have excellent undistorted
null test for all your telescopes.


Martti Koskimo

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::


Mirror support in flotation system upside down:

Upside down the levers and triangles ( as always ) must move sensitively and
without restrain. You can design the flotation system so that it
works in any position.

I meant it really that it can be difficult to get mirror out of Zell ( it
can also fall of so don't blame poor me)

Testing mirror over 400 mm in Diameter needs special care. Lifting big
mirrors high up needs special arrangements and safety( for you and the
mirror ) is priority one.

If you have high enough ceiling elliptical plane mirror is not necessary.
Small hole in center of the oil basin ( margin up of course) and you can
test in that point UNDER the oil plane ( I would have done this but did not
want to remove the whole ceiling.)

I had motorized collimation for the 700 (F4.4) . Three bars and two with
motorized screws.

I said that oil autocollimation setup is not difficult. Especially 'easy'
it is for those short Celestron and Meade Schmidt-Cassegrain
telescopes ( I hope the main mirror is not falling of)

Plumb-line and normal laser collimator (only mirror testing) speed up
collimation.


Just try it !!




Bearbeitet von: am:

PeJoerg
Altmeister im Astrotreff


1106 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  10:00:17 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,
das klingt ja alles ganz schön, nur treibt man mit der Spiegelzelle einen riesigen Aufwand, das ja kein Wellenfrontfehler entsteht und nun hängst du den Spiegel verkehrt herum an 3 Auflagepunkten am Rand ?
Ich glaube selbst ein Strehl 1,0 + Spiegel ist dann nur noch ein Rasierspiegel.
Viele Grüße
Jörg

Ausrüstung: Mehr als ausreichend, aber nie ganz zufriedenstellend.

Bearbeitet von: am:
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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  10:10:13 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Jörg,

der Spiegel wird nicht am Rand gehalten sondern in den Kontaktpunkten der Spiegelzelle. Alle Kräfte werden statt Druck- zu Zugkräften, die Auswirkungen und Verformungen sind dabei identisch.

Soweit ich weiß, ist das ganz analog dem Statiker Trick für Kuppelkonstruktionen, der schon im Mittelalter angewand wurde. Dabei wurde die Kuppel erstmal in Form von hängenden Schnüren / Ketten konstruiert. Die Form die sich dabei einstellte, hat man dann einfach umgedreht und als Bauplan für die Kuppel verwendet. Solange alle auftetenden Kräfte in der Ebene der Wände verbleiben ist das Ganze stabil...

Viele Grüße,
Andreas

Bearbeitet von: am:
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otterstedt
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1388 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  10:11:07 Uhr  Profil anzeigen  Besuche otterstedt's Homepage
Hallo Andreas,

schau mal im Nachbarforum:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php/Cat/0/Number/241124/an//page/0/vc/1

und auch hier:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=2419&whichpage=1

Ciao, Heiner


Teleskope bauen in Theorie und Praxis

Bearbeitet von: otterstedt am: 26.01.2006 10:14:28 Uhr
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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  10:43:11 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Heiner,

ah, jetzt, ja!!

Vielen Dank, ich muß mir wohl den Vorwurf gefallen lassen, die Suchfunktion nicht intelligent genug genutzt zu haben.

Steht ja alles drin, was man braucht, Kurt sei Dank!

Obwohl, da ich keinen Teilerwürfel zum Einspiegeln der Lichtquelle habe, weiß ich immer noch nicht, ob die ausseraxiale Messung überhaupt noch Aussagekraft hat. Aber ich denke, was bei Standard-Foucault nicht stört, kann auch hier so schlimm nicht sein, richtig?


Danke und viele Grüße,
Andreas

Bearbeitet von: am:
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otterstedt
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1388 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  10:58:47 Uhr  Profil anzeigen  Besuche otterstedt's Homepage
Hallo Andreas,

ich denke, man muss nicht unbedingt ein Interferogramm machen ;-)

Da der Test doppelt genau und noch dazu ein Nulltest ist müsste er sich
auch mit Ronchi und Foucault gut auswerten lassen.

Übrigens sehe ich das Problem der Lagerung des Spiegels auch etwas
kritisch. Ich bin nicht ganz sicher, aber ich denke es ist zu ungenau
einfach die Durchbiegung anzunehmen die Plop für seitliche Lagerung
ausrechnet und diese dann vom gemessenen Fehler abzuziehen, oder?

Ciao, Heiner

Teleskope bauen in Theorie und Praxis

Bearbeitet von: otterstedt am: 26.01.2006 10:59:45 Uhr
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otterstedt
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1388 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  11:03:09 Uhr  Profil anzeigen  Besuche otterstedt's Homepage
Hallo Andreas,

> der Spiegel wird nicht am Rand gehalten sondern in den Kontaktpunkten der Spiegelzelle.

Wieder mal zu schnell gelesen :-(
Verstehe ich das richtig, der Siegel ist auf die Spiegelzelle geklebt?

Pass auf, dass er dir nicht ins Öl fällt, man bekommt ihn so schlecht wieder sauber ;-)

Ciao, Heiner

Teleskope bauen in Theorie und Praxis

Bearbeitet von: am:
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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  11:17:11 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Heiner,

Zitat:
Wieder mal zu schnell gelesen :-(
Verstehe ich das richtig, der Siegel ist auf die Spiegelzelle geklebt?


Absolut!

Wie gesagt, etwas mulmig wird einem dabei schon, aber die Verklebung mit Teppichklebeband hält sehr fest. Ich denke, folgende Punkte müssen beachtet werden:

1. Ein gutes Klebeband verwenden, vorher testen!
2. Die Kontakt-"Punkte" nicht zu klein machen, schwere Spiegel brauchen Fläche. Insofern ist die Methode besser für dünne Spiegel geeignet, die sind zum einen nicht so schwer, und werden zum anderen i.d.R. auf mehr Punkten gelagert.
3. Für guten Kontakt zwischen Klebeband, Spiegel und Zellwippen/-dreiecken sorgen. Ich habe Moosgummi als Zwischenschicht zwischen zwei Lagen Doppelklebeband genommen um Silikon zu "simulieren". Da hält in der Tat eher etwas zu fest, es ist nicht einfach den Spiegel wieder runter zu bekommen.

Und vor allem: die Halteclips nicht vergessen!!

Viele Grüße,
Andreas

Bearbeitet von: am:
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FrankH
Altmeister im Astrotreff


9745 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  11:17:19 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas
Zitat:

Die ersten Versuche mit 300 Linien pro Zoll Ronchigitter liefern zumindest ein heftig wirbelndes Bild, man sieht die turbulente, durch die Fußbodenheizung aufgeheizte Luft und seltsame Artefakte, die nicht am Gitter, am Ölspiegel, FS oder HS liegen....
Wenn die beschriebene Methode gut klappt wären aber die Vorteile der doppelten Genauigkeit ("Gemeinheit") und die Seeingunabhängigkeit den relativ geringen Mehraufwand wert, oder?



das ist eine seltsamme Aussage, du hast je auch das Seeing doppelt, wenn du doppelte Anzahl zeilen pro zoll im Gitter benutzt reicht es auch am echten Stern sehr schön, und da weis man ja in wie weit man mirt Seeing zu tun hat.
Ich würde aber Lieber nach Foucault vermessen auf drei Achsen, weil wenn du den Spiegel dann gesehen hast, ist das der nächste Schritt ihn zu verbessern??
Zitat:

Obwohl, da ich keinen Teilerwürfel zum Einspiegeln der Lichtquelle habe, weiß ich immer noch nicht, ob die ausseraxiale Messung überhaupt noch Aussagekraft hat. Aber ich denke, was bei Standard-Foucault nicht stört, kann auch hier so schlimm nicht sein, richtig?


bei Ronchi stört es im Foucaultaufbau und Laborstartest ,je nach Winkel des versatzes der vom Öffnungsverhältnis abhängt.
Lediglich beim messen mit Maske geht das mehr oder weniger unter, vor allem wenn die Astigmatische verzerrung nicht auf der Messebene liegt.

Gruß Frank

Bearbeitet von: am:
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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  11:26:41 Uhr  Profil anzeigen
Hi Frank,

Zitat:
das ist eine seltsamme Aussage, du hast je auch das Seeing doppelt, wenn du doppelte Anzahl zeilen pro zoll im Gitter benutzt reicht es auch am echten Stern sehr schön, und da weis man ja in wie weit man mirt Seeing zu tun hat.


Da hast Du natürlich recht, aber im Gegensatz zum Seeing draußen kann ich das Seing drinnen besser beeinflussen :-). Wie Kurt im Link von Heiner schreibt, man kann den Abstand Ölwanne - Teleskop veringern und einen Meßtunnel/-zylinder um die Meßanordung herum benutzen.

Viele Grüße,
Andreas

Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7000 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  18:02:15 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,
Zitat:
Wie Kurt im Link von Heiner schreibt, man kann den Abstand Ölwanne - Teleskop veringern und einen Meßtunnel/-zylinder um die Meßanordung herum benutzen.


bei meinem Versuch war der Luftraum vor dem Teleskop ja wesentlich kürzer, der Fußboden nicht beheizt und das Teleskop, ein C8 auch erheblich volumenärmer. Ebenfalls wesentlich günstiger: Die Basis war die Grundplatte meines freistehenden Hauses, daher recht geringe Störungen durch Erschütterungen. Der Versuch funktionierte sogar mit Wasser als Referenzfläche, allerdings schon wesentlich "zittriger".

Wenn ich das richtig sehe ist Dein Spiegel nicht belegt. Für I- Gramme im Doppelpass sehe ich da wortwörtlich schwarz, weil zu wenig Nutzlicht bei gegebenen unvermeidbarem Streulicht im I- Meter. Startest mit einer nackten Laserdiode als künstlichen Stern müssten gehen, Ronchi vielleicht gerade so eben, Foucault wahrscheinlich nicht mehr. Ich hatte das Problem mit dem Lichtmangel beim Test meines unbelegten Planspiegels im Doppelpass im Ritchey Common- Aufbau. Da war es trotzdem noch etwas günstiger, weil:

1. die blanke Glasfläche des Prüflings bei Reflexion unter 45° fast 3x soviel refletiert wie bei senkrechtem Lichteinfall.

2. meine Referenzfläche belegt war.

Bei der Gelegenheit fällt mir wieder ein, dass eine ordentliche Halogenlampe als Lichtquelle erheblich hellere Bilder lieferte als eine Hochleistungs- LED. Bei üblichem Foucault- Test fällt der Unterschied nicht besonders auf und ist belanglos.

Meine Tipps:

a) Versuch erst mal nach Isolierung gegen Turbulenzen den Startest. Dabei kann man sehr gut erkennen wie ruhig die Prüfstrecke tatsächlich ist. Wenn das befriedigend ist, dann

b) den Prüfling provisorisch versilbern.

Bin sehr neugierug was herauskommen wird und wünsche Dir viel Erfolg dabei.

Gruß
Kurt


Bearbeitet von: am:
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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  21:15:48 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Kurt,


Zitat:
Wenn ich das richtig sehe ist Dein Spiegel nicht belegt.

Doch, doch, der Spiegel ist versilbert und die Lichtmenge reicht für Ronchi und Foucault gut aus.

Ich habe deine Tips heute mal versucht umszusetzen und das Teleskop zum Messen in eine Decke eingewickelt (mangels passendem Karton oder Isomatte; aber auch Teleskope wollen mal kuscheln :-)).

Ich habe noch das Problem, daß der FS relativ klein bemessen ist und ich weder mit dem Auge noch mit der Kamera nah genug rankomme, um den HS voll zu überblicken. Vielleicht gehts besser mit der Webcam, muß ich mal ausprobieren.
Weiterhin sind immer noch die gräuslichen Artefakte zu sehen. Das sieht so aus, als ob der HS oder FS durch den Kuhstall gerollt worden wäre. Die Artefakte erscheinen scharf, im Fokus, was kann das dann sein? Vielleicht ist es doch Staub auf dem Öl, obwohl ich beim Wackeln an der Pfanne den Eindruck hatte, daß sich nichts verändert hat. Die LED scheint es doch nicht zu sein, wie ich zuerst vermutet habe, die habe ich gedreht, ohne Veränderung. Kann auch sein, daß es das Mattplastik ist, das ich als Diffusor verwende. Das hat aber schon beim normalen Foucault seinen Dienst sehr zur Zufriedenheit versehen.

Die Luft ist durch die Verhüllung viel ruhiger geworden, bewegt sich aber immer noch ein bischen. Im 100 lpi Gitter sieht es schon ganz schön aus, im 300er allerdings ziemlich verzogen.

Vielen Dank für deine Tips und die Ermutigung, weiter zu machen.

Viele Grüße,
Andreas

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FrankH
Altmeister im Astrotreff


9745 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  22:18:18 Uhr  Profil anzeigen
Zitat:

Weiterhin sind immer noch die gräuslichen Artefakte zu sehen. Das sieht so aus, als ob der HS oder FS durch den Kuhstall gerollt worden wäre. Die Artefakte erscheinen scharf, im Fokus, was kann das dann sein?


hallo

Kuhkacke mit Chili
ne must du schon besser beschrieben oder ablichten
sagar FS-Streben aus 3mm Gewindestangen machen Ärger die vielen Flanken adieren sich zu seltsam angeordneten Spiekes

300lpi in Autokollimation ist auch ein wenig haarig, in bestimmten Focuslagen verwaschen sich die Linien gegenseitig es gibt aber immer brauchbare Focuslagen dazwichen, wenn die Linien alle durchgängig erkennbar sind und Krumm sind heist das aber nicht gutes.

Gruß Frank

Bearbeitet von: am:
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otterstedt
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1388 Beiträge

Erstellt  am: 26.01.2006 :  22:55:29 Uhr  Profil anzeigen  Besuche otterstedt's Homepage
Hallo Andreas,

Frank schreibt:
> 300lpi in Autokollimation ist auch ein wenig haarig

Das sehe ich auch so. Ich würde es auch mit dem 100lpi Gitter machen, aber dabei
viel dichter an den Fokus gehen, als auf dem Bild oben. Ich persönlich kann das
Ronchigram am besten einschätzen, wenn ich so ca. 5-7 Linien einstelle.

Ciao, Heiner

Teleskope bauen in Theorie und Praxis

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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7000 Beiträge

Erstellt  am: 27.01.2006 :  00:27:01 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,

Zitat:
Doch, doch, der Spiegel ist versilbert und die Lichtmenge reicht für Ronchi und Foucault gut aus.


Dein 3. Bild zeigt eindeutig die hellen Reflexe der Spiegelhalterung. Das hab ich bei der ersten Durchsicht übersehen

Zitat:
Ich habe noch das Problem, daß der FS relativ klein bemessen ist und ich weder mit dem Auge noch mit der Kamera nah genug rankomme, um den HS voll zu überblicken.
Das ist natürlich ungünstig. Evtl. hilft ein Hilfsferrohr mit Vergr. 1x. Das kann man sich z. B. aus langbrennweitigen Plössl- Okus passend stricken.
Zitat:
Weiterhin sind immer noch die gräuslichen Artefakte zu sehen. Das sieht so aus, als ob der HS oder FS durch den Kuhstall gerollt worden wäre. Die Artefakte erscheinen scharf, im Fokus, was kann das dann sein? Vielleicht ist es doch Staub auf dem Öl...
Staub auf dem Öl sinkt nach meiner Erfahrung nach einiger Zeit ein und ist weg, wenn die Öloberfläche nicht stetig neu bestäubt wird. So eine Wolldecke stelle ich mir aber hier als Staubgenerator erster Ordnug vor. Gut geeignetes Iso- Material wäre z. B. Alu- kaschierte Styropor-Tapete.

Für scharfe Ronchi- Bilder brauch ich immer einen Spalt der nicht breiter ist als der Linienabstand oder eine helle Punktquelle. Dabei gibt es wie Frank schon gesagt hat bevorzugte Fokus- Abstände bei denen die Linien richtig kontrastreich kommen. Ohne einigermaßen scharfe Fotos traue ich mir auch keine Ferndiagnose zu. Schimmstenfalls könnte Rauheit der Teleskopoptik z. B. der Versilberung zu "Artefakten" führen.
Zitat:
Die Luft ist durch die Verhüllung viel ruhiger geworden, bewegt sich Im 100 lpi Gitter sieht es schon ganz schön aus, im 300er allerdings ziemlich verzogen.

Wahrscheinlich hast Du die Anordnung noch nicht optimal kollimiert. Das ist nun mal in AC mehr als doppelt so kritisch gegenüber CoC. Ich würde zunächst erst mit 4- 5- LP/mm arbeiten bis die "Nebenproblemchen" unter Kontrolle sind.

Gruß Kurt

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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 27.01.2006 :  09:46:53 Uhr  Profil anzeigen
Hallo zusammen,

(==>)Frank
Zitat:
300lpi in Autokollimation ist auch ein wenig haarig, in bestimmten Focuslagen verwaschen sich die Linien gegenseitig es gibt aber immer brauchbare Focuslagen dazwichen, wenn die Linien alle durchgängig erkennbar sind und Krumm sind heist das aber nicht gutes.


Ich habe durch die starken Beugungseffekte am 300 lpi Gitter ein ziemlich unklares Bild, deine Beschreibung von besserer Sichtbarkeit bei bestimmten Fokuslagen kann ich aber bestätigen, das habe ich genau so gesehen.

(==>) Heiner
Zitat:
Das sehe ich auch so. Ich würde es auch mit dem 100lpi Gitter machen, aber dabei
viel dichter an den Fokus gehen, als auf dem Bild oben. Ich persönlich kann das
Ronchigram am besten einschätzen, wenn ich so ca. 5-7 Linien einstelle.


Das Ronchi mit den vielen Linien war leider das Einzige, daß auf dem Foto einigermaßen gut rauskam (ich knipse freihand). Schon klar, daß Ronchi am empfindlichsten nahe am Fokus ist.
Ich wollte eigentlich nur zeigen, daß die Anordnung prinzipiell überhaupt ein Ronchi liefert.

(==>) Kurt
Zitat:
Das ist natürlich ungünstig. Evtl. hilft ein Hilfsferrohr mit Vergr. 1x. Das kann man sich z. B. aus langbrennweitigen Plössl- Okus passend stricken.

Damit käme ich bei meiner Anordnung aber auch nicht näher ran als mit der Digiknipse (deren Objektiv hat etwa 30 mm Durchmesser. Die Webcam könnte eine Alternative sein, die ich mal ausprobieren werde.

Zur Verdeutlichung hier nochmal ein paar Bilder von meinem Setup:

Der optische Weg ist:
LED-Diffusor-Ronchigitter-FS-HS-Ölspiegel-HS-FS-Ronchigitter-Auge/Kamera

So sieht mein krudes Test"Okular" aus:



Der Meßreflex ist nur im oberen ausgeschnittenen Bereich zugänglich und da stören auf der Rückseite noch die Zuleitungen zur LED.

und hier ein Bild mit 100 lpi (ich trau mich eigentlich nicht, es zu zeigen, weil so schlecht und unscharf...):


Zitat:
So eine Wolldecke stelle ich mir aber hier als Staubgenerator erster Ordnug vor.

Guter Einwand, es ist zwar eine Kunstfaserdecke, aber ich werd mich trotzdem mal um einen besseren Tunnel kümmern. Meine Frau meinte spontan, als sie mich gestern das Teleskop einwickeln sah: "Will dein Teleskop jetzt auch noch kuscheln...". Ich glaube sie zweifelt langsam eh an meiner Zurechnungsfähigkeit...

Viele Grüße,
Andreas


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