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 künstl. Stern Beugungsbilder: Bitte um Rat
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app
Meister im Astrotreff

Österreich
967 Beiträge

Erstellt am: 29.09.2005 :  18:40:55 Uhr  Profil anzeigen  Besuche app's Homepage
Hallo,
ich habe mit meinem neuen 10" Newton (254/1200) ein paar Versuche mit einem künstlichen Stern gemacht und auch einige Fotos dazu gemacht.

Da ich, was das Beurteilen von Beugungsscheibchen betrifft, noch Laie bin, wollte ich Euch bitten mir zu helfen. Außerdem habe ich noch ein paar allgemeine Fragen, daher habe ich sie alle durchnumeriert, damit man die Antworten leichter zuordnen kann.


Zunächst in paar Fotos:


(intrafokal, Fokus, extrafokal)

Alle Beugungsbilder haben die gleiche Orientierung. Aufgenommen mit einer 2x Barlow Linse und einer nicht umgebauten Philips Webcam TouCam Pro 2 mit vorgeschaltetem IR-Sperrfilter. Der Komakorrektor war ebenfalls im Strahlengang. Der Abstand der Lichtquelle (Handscheinwerfer) zur Christbaumkugel (Farbe rot, r = 40 mm) war 40 m.

Aufgenommen wurden jeweils 100 Bilder in einem AVI-Film. Die Belichtungszeit betrug 1/25, Bildfolge 5 Bilder / Sekunde. Die Bilder wurden mit Registax mit den Standardeinstellungen mittels „Align & Stack“ bearbeitet. Danach wurde noch im Programm die Helligkeit und der Kontrast angepasst.


Vor dem Prüfen justierte ich den Newton neu, da er nach dem langen Transportweg verstellt war. Da dies mein erster Justagevorgang war, denke ich, dürfte er noch nicht perfekt eingestellt sein.

Zum Versuchsaufbau:

Ich ging nach der Anleitung "Doppelsterne im Wohnzimmer" von Christian Losch http://www.maxon.net/~sterngucker/artikel/_theorie/doublestar/doublestar.html vor:



Die Beugungsringe ermittelte ich mit nur einer eingeschalteten Lampe. Zuerst verwendete ich eine kleine Stabtaschenlampe, allerdings sah ich auf der relativ rauhen Christbaumkugel gar nichts. Daher verwendete ich schlußendlich die Handscheinwerfer.


Trotz der Abdunkelung gibt es ein helles Halo um die Kugel.


Visuell habe ich die Bilder mit einem 14mm ED Okular und der 2x Barlow, bei einer Vergrößerung von ca. 170fach, geprüft.


Nun meine (vielen) Fragen:

1) Ist der Sterntest mit einer Christbaumkugel einigermaßen Vernünftig?
Mir ist nach langem Studium im Web einigermaßen klar, dass bei nur 40m Abstand keine großen Fehler entdeckt werden können, aber möglicherweise können einige Erfahrene unter Euch ein paar Aussagen machen?

2) Macht es einen Unterschied, welche Lampe man benutzt, ob kleine Funzel oder starken Scheinwerfer?

3) Ist die Farbe der Christbaum-Kugel und die Güte der Oberfläche wichtig?

4) Ist der Newton einigermaßen gut kollimiert?

5) Die beiden verwaschenen Stellen (intrafok. unten, extrefok. oben) irritieren mich ein wenig, was könnte das sein?

6) Weiters habe ich auch Versuche mit dem Doppelstern (ebenfalls nach Chr. Losch) gemacht, allerdings konnte ich hier visuell mit 3,8 mm ED und 2x Barlow nur ca. bis auf 1,3" auflösen. Mit der Webcam war sogar noch früher schluß!
Liegt das an meinem Versuchsaufbau, oder daran das meine Augen nicht dunkeladaptiert waren, oder ist mein Newton eine "Gurke"?



Ich hoffe, ich habe nicht zu viele Fragen auf einmal, aber die Antworten dazu interessieren mich brennend.







CS, Armin

http://www.Armin-Pressler.at

Bearbeitet von: am:

Martin_B
Senior im Astrotreff


244 Beiträge

Erstellt  am: 29.09.2005 :  20:54:00 Uhr  Profil anzeigen
Hallo app,

die verwaschenen Stellen kommen von Luftturbulenzen (im Tubus oder kurz davor).
Das Teleskop ist reichlich dejustiert.
Ansonsten sehen die Intra-/Extrabilder recht gut aus; fokal allerdings eher nicht.
Das kann vom Koma-Korrektor kommen oder von der Bildbearbeitung, vielleicht auch vom Streulicht der Kugel (wenn sie wirklich so rauh ist, wie du sagst).
Ich vermute allerdings stark den Korrektor. Ein Koma-Korrektor bläst die Beugungsscheibchen auf. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb du den DS nicht trennen konntest (Dunkeladaption ist dafür nicht nötig).

Mach noch mal ein paar Bilder mit justiertem Teleskop, und ohne Korrektor. Am besten auch Rohbilder ohne Bearbeitung.
Achte darauf, dass der Stern genau in der Mitte des Gesichtsfeldes ist!

An eine 'Gurke' glaube ich eher nicht.

Edit
Auf Grund der Orientierung der verwaschenen Stellen glaube ich, der Tubus ist wegen der Styroporblöcke unten wärmer als oben.
/Edit

Gruß
Martin

Bearbeitet von: Martin_B am: 29.09.2005 21:11:54 Uhr
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app
Meister im Astrotreff

Österreich
967 Beiträge

Erstellt  am: 29.09.2005 :  21:44:40 Uhr  Profil anzeigen  Besuche app's Homepage
Hallo Martin,
vielen Dank für Deine Erläuterungen.

Das mit dem Komakorrektor wusste ich nicht, allerdings diente er mir praktischerweise auch als Verlängerungshülse, da ich sonst mit der WebCam auf die 40m nicht in den Fokus kam.

Mit "reichlich dejustiert" meinst Du da den nicht zentrischen Fangspiegelschatten? Oder Siehst Du an der Ringform noch etwas Verdächtiges?

CS, Armin

http://www.Armin-Pressler.at

Bearbeitet von: am:
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Kurt
Forenautor im Astrotreff

Germany
7058 Beiträge

Erstellt  am: 29.09.2005 :  22:03:34 Uhr  Profil anzeigen
Hi app,
meine Tipps:
1. Pack die Christbaunmkugel gut weg für Weihnachten.

2. Besorg Dir eine LED und blende diese mit Alufolie ab, die in Blickrichtung ein kleines Loch von ca. 0,5 mm hat. Selbiges kannst Du auch mit einer kleinen Halogenlampe machen.

3. Diese Lichtquelle befestige auf eine Leiste.

4. Auf selbige Leiste klemme ein Okular ungefähr im Abstand 10x Okularbrennweite. Dieses projiziert Dir das beleuchtete Loch als super- künstlichen Stern in Richtumg Teleskop- Bei diesem Stern brauchst Du Dir über die Rauheit und richtige Größe keine Gedanken mehr machen.

5. Zur Beobachtung würde ich möglichst ein gutes, kurzbrennweitiges Okular verwenden. Damit kannst Du auch das Bild direkt auf den Chip der Webcam projizieren, d. h. ohne Objektiv.

Sonst:
Derzeit schlecht kollimiert. Das kannst Du bestens am künstlichen Stern nachholen.
Bei 40 m Abstand erscheint ein ideal korrigierter Parabolspiegel noch leicht überkorrigiert. Sonst wäre der Test schon gut. Die Definition der Ringe sieht schon kontrastreich aus. Höchstwahrscheinlich ist das Rohr keine Gurke. Bei Einsatz einer Barlow kann es passieren, dass diese leicht verkippt ist und damit Koma eingeführt wird. Bei f/4,8 könnten schon Korrekturfehler der Barlow durchkommen.

Viel Erfolg
Gruß Kurt

Bearbeitet von: am:
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FrankH
Altmeister im Astrotreff


9881 Beiträge

Erstellt  am: 29.09.2005 :  22:15:07 Uhr  Profil anzeigen
Hallo

das mit dem Reflex an der Christbaumkugel ist so eine Sache, aus der Entfernung wirkt nur eine sehr kleine Fläche (so ist das auch gedacht) aber es wird die Oberflächenrauhigkeit gnadenlos vergrößert (3.).
du könntest eine Halogenbirne hinter einem 0,5mm Loch das sauber rund ist und keinen Grat hat benutzen und einfach vor das Loch noch ein Okular das verkleinert das Loch und verteilt das Licht schön.
Aber zum justieren ist das schon nicht schlecht. Der FS-Schatten gehört in die Mitte wenn der Stern in der Bildmitte ist
zu 5. die Stellen intra zu extrafoval ist das bid um beide Achsen gspiegelt, als beides der selbe Fehler oder Effekt

wegen der Schärfe der Spiegel muß sehr gut ausgekühlt sein (vor allem wenn es bloß Fensterglas ist, auch BK7 hat einen hohen Ausdehnungsfaktor) für scharfe Sterne, der Komakorrektor lässt die Sterne in der Mitte immer etwas matschiger aussehen , oft doppelt so groß, sollte für Doppelsterntrennung wo die Korektur am Rand egal ist nicht verwendet werden, erst mal mit Filmdose und am Stern justieren. 3,8mm ED mit Barlow also 600x Vergrößerung? das ist ganz schön übertrieben zumal das ED eine eigene barlow hat und 2 hintereinander schlecht gehen. Das die 3,8mm ED vorne am Barlowelement oft einen matten unpolierten Ring haben der ordentlich Straulicht erzeugt weist du? sollte eine kleine Ringblende oder kunstvolle Eddingschwärzung vorgenommen werden.

eine Gurke sieht aber in den Beugungsringen anders aus, die sind wenigstens so rund wie es die Dejustage erwarten lässt und zumindest nicht Dreieckig, auch ist der Stern Rund und kein Strich

Gruß Frank

Bearbeitet von: am:
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app
Meister im Astrotreff

Österreich
967 Beiträge

Erstellt  am: 30.09.2005 :  07:15:30 Uhr  Profil anzeigen  Besuche app's Homepage
Hallo Kurt & Frank.
vielen Dank für Eure interessanten Erklärungen und Tipps.

Es wird Muddi sehr freuen, wenn die Kugel wieder zurückkommt

Die Idee mit dem Okular vor der LED kannte ich noch nicht. Ich werde versuchen, das einmal nachzubauen.
Ist die Farbe der LED egal, ich hätte noch ein paar rote herumliegen?

Wie genau müssen die 0,5 mm in der Ablendvorrichtung eingehalten werden? Ich nehme an, das Loch sollte sehr rund sein beim stechen/bohren.
Kann ich auch ein 0,1mm Messingblech (sog. Instrumentenblech) verwenden?

Muß ich für einen Doppelstern zwei mal das Gleiche bauen, oder gibt es einen Trick? (z.B. 2 LEDs, 2 Blenden und nur ein Okular?)
Falls ich alles zwei mal bauen müsste, dürfen die Okus verschiedene Brennweiten haben (z.B. 12mm / 20mm)?

Ich wußte, dass das ED ein Barlow-Element besitzt, daher wunderte ich mich auch, dass ich überhaupt noch etwas sehen konnte... Ich dachte möglicherweise liegt es an den "Laborbedingungen", dass die Kombination 2x Barlow mit 3,8 ED funktioniert.

Die anderen visuellen Tests machte ich mit einem "barlowfreien" 14er ED mit einer externen Barlow. (Somit musste ich nur das Okular mit der WebCam tauschen, die Barlow blieb immer im OAZ.)
Ich klemmte keines der Geräte fest, das nächste mal muß ich aber prüfen, ob das Kabel der WebCam nicht zu stark zieht...

In der Halle gab es ein konstantes Klima, ich war dort 5 Stunden, möglicherweise gibt es durch die Scheinwerfer Luft-Turbulenzen (wie Martin schon vermutete).

CS, Armin

http://www.Armin-Pressler.at

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Hoffi
Meister im Astrotreff

Deutschland
535 Beiträge

Erstellt  am: 30.09.2005 :  09:04:32 Uhr  Profil anzeigen
Hallo.

1. Sollte man meines Wissens für einen solchen Test so wenig Linsen wie möglich im Stahlengang haben, weil deren Fehler nämlich schon auch mit gemessen werden.

2. Was das 0,5mm große Loch angeht: Das geht ganz einfach: Man lege ein Stück Alufolie auf eine Glatte harte Oberfläche und und schlage einmal kurz die Spitze einer (möglichst dünnen) Nadel darauf. Das entstandene Loch ist noch kleiner als 0,5mm und sollte auch einigermaßen rund sein. Zur not kann man die Nadel evtl. auch einmal drehen während sie auf der Alufolie aufsitzt.

Ansonsten würde ich auch sagen, dass die Abbildung eigentlich ganz ordentlich aussieht und weniger an eine Gurke erinnert.

mfg
Sebastian

Bearbeitet von: am:
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Martin_B
Senior im Astrotreff


244 Beiträge

Erstellt  am: 30.09.2005 :  09:22:52 Uhr  Profil anzeigen
Hallo app,

Zitat:
Original erstellt von: app


Ist die Farbe der LED egal, ich hätte noch ein paar rote herumliegen?



im Prinzip ja, aber eine normale rote LED wird zu dunkel sein.
Eine superhelle weiße (9000mcd oder mehr) wäre besser, oder den Scheinwerfer nehmen, wie Kurt schon geschrieben hat.

Nach der Justage muss der FS-Schatten genau zentrisch innerhalb der Beugungsringe liegen; auf beiden Seiten des Fokus.

Gruß
Martin

Bearbeitet von: Martin_B am: 30.09.2005 09:23:50 Uhr
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app
Meister im Astrotreff

Österreich
967 Beiträge

Erstellt  am: 30.09.2005 :  18:47:53 Uhr  Profil anzeigen  Besuche app's Homepage
Hallo Martin und Sebastian,

vielen Dank für Eure weiteren Tipps, es freut mich natürlich auch, von Euch zu hören, dass mein Newton optisch wohl kein schlechter Griff war .

Inzwischen habe ich mich zum Thema KS ein bißchen weiter eingelesen und habe beim Conrad ein paar ultraweiße 10000 mcd LEDs gekauft. Da ich noch irgendwo ein paar cm Lichtwellenkabel 50/125um herumliegen habe, werde ich versuchen, dieses einzusetzen. Ich werde von meine Erfahrungen dann hier berichten.
Im Hinterkopf schwebt mir sogar ein justierbarer Doppelstern vor, schau mer mal...

Zuerst muß ich aber meine Optik korrekt justieren, allerdings zu viele unterschiedliche Beschreibungen (und natürlich 0 Erfahrung meinerseits) verwirren halt schon noch ein bisserl...

CS, Armin

http://www.Armin-Pressler.at

Bearbeitet von: am:
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Stathis
Forenautor im Astrotreff

Greece
4668 Beiträge

Erstellt  am: 30.09.2005 :  22:28:50 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Stathis's Homepage
Noch ein Nachtrag:
Mach beim nächsten mal auch Bilder näher am Fokus, z.B. dort wo die Fangspiegelabschattung sich beginnt zu zeigen. Wenn man zu stark defokusiert, wird der Sterntest zu unempfindlich. Bei extremer Defokusierung sieht jeder Spiegel gut aus.

Hier sehe ich extrafokal:
- etwas größere Fangspiegelabschattung
- Beugungsringe werden nach innen suksessive etwas schwächer (bis auf den Innenring zur Fangspieglabschattung selbst, der wieder heller ist, was gut so ist).
- Insgesamt etwas mehr Kontrast in den Beugungsringen als Intrafokal

Dies würde bei unendlich weit entfernter Lichtquelle auf leichte Überkorrektur hindeuten. Bei dir kann es, wie Kurt schon anmerkte, an den 40 m Abstand liegen. Du kannst ja spaßeshalber die Entfernung halbieren und gucken was sich ändert.

Natürlich alles ohne Komakorrektor!!

Stathis
http://www.stathis-firstlight.de

Bearbeitet von: Stathis am: 30.09.2005 22:30:29 Uhr
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Meister im Astrotreff

Österreich
967 Beiträge

Erstellt  am: 01.10.2005 :  19:57:39 Uhr  Profil anzeigen  Besuche app's Homepage
Hallo Stathis,
vielen Dank für Deine Ratschläge, ich werde sie bei meiner nächsten "Prüfsession" unbedingt beachten!

Da ich ja Beugungsbilder noch nicht lesen kann, werde ich unterschiedliche Fokuslagen aufnehmen. Vieleicht rein interessehalber auch noch einmal eine polierte Stahl- oder kratzerfreie Christbaumkugel zur Gegenüberstellung.

CS, Armin

http://www.Armin-Pressler.at

Bearbeitet von: am:
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FrankH
Altmeister im Astrotreff


9881 Beiträge

Erstellt  am: 01.10.2005 :  21:00:17 Uhr  Profil anzeigen
Hallo

Soweit ich weis wird eine Stahlkugel aussehen wie Sonne mit Granulation

Gruß Frank

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