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 10" f4,8 - warum ist ab 200fach das Bild flau?
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Seite: von 2

Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt am: 07.09.2005 :  09:22:47 Uhr  Profil anzeigen
Hallo zusammen,

ich bin derzeit auf der Ursachensuche, warum mein Selbstbau Reisedobson (siehe hier und hier ) ein flaues Bild bei höheren Vergrößerungen liefert.

Bei mittlerweile ca. 15 bis 20 Nächten war es mir nicht möglich, mit meinem SW Zoom (ab etwa 6,5 mm) oder mit meinem 3,5 mm Stratus ein knackscharfes Bild zu erhalten. Beim Mars habe ich noch keinerlei Struktur erkennen können (ich bin allerdings auch kein erfahrener Beobachter), die Sterne wirken etwas aufgeblasen. Wenn ich unscharf stelle, sehe ich immer deutlich wabernde Schlieren in einer Richtung durchziehen, auch wenn der Spiegel drei Stunden temperiert war. Sind das atmosphärische Schlieren (Seeing) oder lokale am Teleskop? Ich habe ja keine Socke um den Tubus, also könnte auch meine Körperwärme durchs Bild ziehen...

Da ich einen drehbaren Tubus hab, habe ich OAZ rechts und links ausprobiert, kein Unterschied.

Mein üblicher Beobachtungsplatz ist die Terasse direkt vorm Haus, was sicherlich nicht ideal ist, aber neulich war ich mit dem Teleskop im Schwarzwald auf der Wiese und das Bild war das gleiche, wabernde Schlieren bei hohen Vergrößerungen.

Beim Sterntest mit den 3,5er (340 fache Vergrößerung) sehe ich im Fokus einen leicht vergrößerten Stern mit nicht deutlich vom inneren Maximum getrennten, verwaschenen und sternförmig ausfließendem ersten Beugungsring.
Intrafokal (Okular näher am FS) sehe ich eine wabernde Beugungsfigur wobei die Maxima deutlich voneinander durch Minima getrennt sind.
Extrafokal in etwa das Gleiche, der Fangspiegelschatten kommt vielleicht etwas früher als intrafokal. Der äußere Beugungsring ist etwas heller als die inneren und zerfließt sternförmig.

Beim Abblenden der gesamten äußeren Zone sehe ich keine Veränderung, ebensowenig beim Abblenden der inneren Zone (hier habe ich laut Foucault eine Zone, von der ich denke sie fällt in den FS-Schatten, aber man weiß ja nie...).

Mit meiner begrenzten Erfahrung tippe ich auf Justage oder auf die FS Qualität (war ein Schnäppchen). Kann ein schlechter FS die beobachteten Effekte hervorrufen?

Oder ist es vielleicht bei dem relativ schnellen Öffnungsverhältnis normal, daß man keinen Planetenkiller haben kann?

Gibt es hier auf dem Board vielleicht einen erfahrenen Selbstbauer aus dem Heidelberger Raum, mit dem ich mich mal treffen könnte?

Ich hab mein Wissen fast ausschließlich aus dem Netz und aus Büchern, da kann ich einen dummen Fehler meinerseits nicht ausschließen.

Viele Grüße,
Andreas

Bearbeitet von: Andreas_D am: 07.09.2005 09:33:44 Uhr

Clavius
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3221 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  09:48:41 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,

mal vorweg: Für mich hört sich das in puncto Spiegelqualität so an, alsob die Optik global gut korrigiert ist.

Zitat:
Extrafokal in etwa das Gleiche, der Fangspiegelschatten kommt vielleicht etwas früher als intrafokal. Der äußere Beugungsring ist etwas heller als die inneren und zerfließt sternförmig.


Der etwas frühere FS-Schatten extrafokal deutet evtl. auf eine leichte Überkorrektur in der Mitte hin, der hellere äußere Beugungsring auf eine leichte Unterkorrektur in der Randzone. Wenn ich das jetzt richtig interpretiere.

Die Frage, warum du scheinbar flaue Bilde bei hoher Vergößreung erhältst, liegt meiner Meinung nach nicht an der Optik, sonder am schlechten seeing. Du schreibst ja selber:

Zitat:
Wenn ich unscharf stelle, sehe ich immer deutlich wabernde Schlieren in einer Richtung durchziehen, auch wenn der Spiegel drei Stunden temperiert war.


Ich tippe mal aufgrund der langsam einfließenden feuchtwarmen Luft nach Deutschland, daß dies der hauptsächliche Übeltäter ist. Vor allen Dingen, wenn es lang andauernde Seeingstörungen sind.

Die durch Körperwärme oder Atemluft erzeugten Seeingverschlechterungen, die ja grade bei offener Tubusbauweise auftreten, sind meist nur kurzfristig. Kannst ja mal in einer kühlen Beobachtungsnacht in den Strahlengang hineinatmen. Den Effekt wirst du wahrscheinlich gleich sehen.

Diesen Test habe ich nämlich vorgestern an meinem 12"er auch gemacht.

Auch konnte ich weiter feststellen, daß zwar das Bild überwiegend sehr ruhig war, bei aufkommendem leichtem Wind (der dazu auch noch recht warm war) verschlechterte sich das Bild aber zusehends. War der Wind weg, war das Bild wieder ausgezeichnet.

Diesen Effekt kannte ich bisher nicht, da ich bei meinem 8"er einen Volltubus verwende.

Dennoch konnte ich aber bei gutem seeing ein kontrast- und detailreiches Bild von Mars erhalten.

Deshalb würde ich jetzt nicht in tiefe Zweifel verfallen, sondern nochmal eine Nacht mit gutem seeing, also ohne wabernde Strukturen im Beugungscheibchen abwarten.

Gruß und dunklen Himmel,
Ralf

Astrotreffbilder:http://www.astrotreff.de/gallery_user.asp?MEMBER=1880

Bearbeitet von: am:
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quick2002
Senior im Astrotreff

Deutschland
227 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  10:30:44 Uhr  Profil anzeigen
Hallo ,

für mich klingt das nicht nach einem Fangspiegel-Problem , was sich eher in
astigmatischen Effekten äußern würde . Der Hauptspiegel scheint mir nicht ganz
perfekt zu sein ,
C.S.

Bearbeitet von: am:
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Martin_B
Senior im Astrotreff


243 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  11:04:06 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,

was du beschreibst sind Seeing-Effekte.
Ich habe an meinem Standort (Balkon) genau die selben Probleme.
Die letzten Nächte waren schön sternklar; das Seeing allerdings hundmiserabel. Ich sehe auch diese querlaufenden Schlieren, Sterne sind aufgeblasene Klumpen. Am Mars sind keine Details zu erkennen.
Die Bedingungen bei mir sind nach der Dämmerung für einige Stunden gut, sogar kurz nach Marsaufgang sind bei sehr niedrig stehendem Planeten einige Details sichtbar, zu späterer Stunde dann absolut unbrauchbar.

Wenn ich rausfahre habe ich fast immer sehr viel bessere Bedingungen,
deshalb liegt es nachweislich nicht am Teleskop. Die Abbildung bei gutem Seeing ist hervorragend (10" Newton Volltubus).
Allerdings habe ich noch nicht rausgefunden, weshalb das Seeing speziell vom Balkon aus immer so schlecht ist. Einen plausiblen Grund dafür gibt es eigentlich nicht, die Fläche vorm Haus ist auf einer Länge von mehreren Kilometern völlig unbebaut (Wiese). Möglicherweise liegt es am Inn, der in ca 700m Entfernung vorbeifließt.

Mach den Startest mal bei Dämmerung mit einem hellen Stern und berichte, wie die intra/extrafokale Abbildung aussieht. Sollte das Seeing bei Dämmerung gut sein, kannst du auch gleich mal ein paar Doppelsterne trennen; Planeten sind ja nicht zu sehen um diese Zeit.

Gruß
Martin

Bearbeitet von: am:
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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  11:45:47 Uhr  Profil anzeigen
Hallo zusammen,

(==>)Ralf

Zitat:
Ich tippe mal aufgrund der langsam einfließenden feuchtwarmen Luft nach Deutschland, daß dies der hauptsächliche Übeltäter ist. Vor allen Dingen, wenn es lang andauernde Seeingstörungen sind.


Ich kann mir schon vorstellen, daß mir das Seeing an den meisten Nächten hohe Vergrößerungen verhagelt, aber an allen??

Ich hab ja mitlerweile schon etliche Beobachtungsnächte hinter mir, und bei allen war es mehr oder weniger das Gleiche. Das kann doch nicht immer schlechtes Seeing sein, oder?

Zitat:
Die durch Körperwärme oder Atemluft erzeugten Seeingverschlechterungen, die ja grade bei offener Tubusbauweise auftreten, sind meist nur kurzfristig. Kannst ja mal in einer kühlen Beobachtungsnacht in den Strahlengang hineinatmen. Den Effekt wirst du wahrscheinlich gleich sehen.


Das hab ich schon mal gemacht, ebenso hab ich mal meine Hand bei unscharf gestelltem Stern ins Teleskop gehalten und meinte, die Art der Schlieren würden sich von den beschriebenen unterscheiden, aber sicher bin ich mir nicht...

Zitat:
Diesen Test habe ich nämlich vorgestern an meinem 12"er auch gemacht.


Wunderschöner Beobachtungsbericht übrigens...

(==>)quick2002
Zitat:
Der Hauptspiegel scheint mir nicht ganz
perfekt zu sein ,


Das kann natürlich sein, aber müßte ich dann nicht beim Abblenden deutliche Unterschiede sehen? Und warum ist dann der Kontrast in den Beugungsringen intra- wie extrafokal relativ gut? Kann natürlich auch sein, daß was ich als relativ gut empfinde ein erfahrener Beobachter als völlig verwaschen bezeichnen würde...

(==>)Martin

Zitat:
Die Bedingungen bei mir sind nach der Dämmerung für einige Stunden gut, sogar kurz nach Marsaufgang sind bei sehr niedrig stehendem Planeten einige Details sichtbar, zu späterer Stunde dann absolut unbrauchbar.


Leider schaut Mars bei meinem Terassenplatz erst relativ spät über die Baumwipfel der angrenzenden Hügel, daher ist Dämmerungsbeobachtung leider nicht möglich. Aber ich habe Sterne auch schon zu allen Nachtzeiten versucht, und ein klares Beugungsbild habe ich bei Vergrößerungen ab 200fach noch nicht gesehen.

Zitat:
Einen plausiblen Grund dafür gibt es eigentlich nicht, die Fläche vorm Haus ist auf einer Länge von mehreren Kilometern völlig unbebaut (Wiese). Möglicherweise liegt es am Inn, der in ca 700m Entfernung vorbeifließt.


Ein Haus, denke ich, stört immer den laminaren Fluß der Luftmassen und führt zu Verwirbelungen, abgesehen von der Fähigkeit der Mauern Tageswärme zu speichern. Ich denke am optimalsten ist eine freie bewachsene Fläche (oder Wasser um einen rum :-)).

Zitat:
Mach den Startest mal bei Dämmerung mit einem hellen Stern und berichte, wie die intra/extrafokale Abbildung aussieht. Sollte das Seeing bei Dämmerung gut sein, kannst du auch gleich mal ein paar Doppelsterne trennen; Planeten sind ja nicht zu sehen um diese Zeit.


Ich werd mal versuchen, die Beugungsscheibchen zu fotografieren. An Epsilon Lyrae versuche ich mich immer wieder, kann aber die zwei Doppelkomponenten nicht deutlich trennen, sehe immer nur zwei verwaschene Sterne. Bei einer Seite konnte ich in ruhigen Momenten mal eine Acht ohne Zwischenraum erkennen, aber immer wieder verwäscht alles.

Ich denke am Besten ist wirklich, mal mit einem vergleichbaren Teleskop nebendran zu beobachten. Ich muß zugeben, daß ich zeitbedingt wenig astronomischen Anschluß habe. Ich bin einmal auf der Heppenheimer Starkenburg Sternwarte gewesen, das wars aber auch schon. Ich glaube in Heidelberg gibt es auch eine größere Amateurgemeinde, da muß ich mich mal melden.


Viele Grüße,
Andreas

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StephanPsy
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
2127 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  11:50:42 Uhr  Profil anzeigen  Besuche StephanPsy's Homepage
"...weshalb das Seeing speziell vom Balkon aus immer so schlecht ist. Einen plausiblen Grund dafür gibt es eigentlich nicht,..."

... aber doch, hinter den Balkon ist ja das Haus und das gibt nachts Wärme ab, im Sommer von der Tageshitze gespeicherte und im Winter die Heizwärme aus dem Inneren. Nahe bei einem Haus zu beobachten ist nicht gut für das Seeing.

StephanPsy vom Eridanus im ALBiREO mit Phoenix von Goldammer, Penelope von IthakA, femina, Lokomotive, PA-T, Kat:ze von der Almwiese, BlackSeeleScope, Zakyntha

Es gibt keinen Weg zum Glück. - Glücklich-Sein ist der Weg. (Buddha)

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Clavius
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3221 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  12:06:05 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,

Zitat:
Bei einer Seite konnte ich in ruhigen Momenten mal eine Acht ohne Zwischenraum erkennen, aber immer wieder verwäscht alles.



Dann kann es die Optik nicht sein, denn wenn sie schlecht wäre, würdest du nie ein gutes Bild sehen. Das Bild wäre permanent schlecht und nicht mal gut und im nächsten Augenblick wieder nicht.

Aber was heißt gut? Bei epsilon Lyr solltest du mit 10" die Komponenten mit Luftabstand locker trennen können. Glaube aber nach deinen Schlierenbeobachtungen immer noch nicht, daß die Optik schlecht ist.

Zitat:
Ich kann mir schon vorstellen, daß mir das Seeing an den meisten Nächten hohe Vergrößerungen verhagelt, aber an allen??



Sei ehrlich, was heißt "in allen Nächten"? Wie lange hast du dein Gerät schon und hast du wirklich in jeder klaren Nacht seitdem beobachtet?

In der Nähe von Häusern ist das seeing meistens schlecht, eine Wiese ist da wirklich besser. Probier auch mal ne Nacht aus, die etwas diesig ist. Da ist die Luft oft ruhiger, auch wenn die Transparenz ungünstig ist.

Leider wohne ich in Hamburg, sonst wäre ich gern mal vorbeigekommen.

Gruß und dunklen Himmel,
Ralf

Astrotreffbilder:http://www.astrotreff.de/gallery_user.asp?MEMBER=1880

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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  12:42:47 Uhr  Profil anzeigen
Hi Ralf,

Zitat:
Aber was heißt gut? Bei epsilon Lyr solltest du mit 10" die Komponenten mit Luftabstand locker trennen können. Glaube aber nach deinen Schlierenbeobachtungen immer noch nicht, daß die Optik schlecht ist.



Daß der Spiegel schlecht ist, kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, da die Messwerte eigentlich ganz gut sind, und die Foucault Bilder auch nicht schlecht aussehen (siehe hier).

Außerdem hat beim letzten ITV Stathis mal einen Blick drauf geworfen (Foucault qualitativ) und konnte keine abgesunkene Kante oder Zonen (abgesehen von der hinter dem FS-Schatten) sehen. Auch wenn die Testbedingungen sicherlich nicht optimal waren (der Aufbau war von zwei Sternfreunden mit mitgebrachtem Foucaulttester und etwas langsameren 10 Zoll Spiegel, auf zwei Tischen - relativ wackelig), denke ich bei einem größeren Problem hätte man was sehen sollen.


Zitat:
Sei ehrlich, was heißt "in allen Nächten"? Wie lange hast du dein Gerät schon und hast du wirklich in jeder klaren Nacht seitdem beobachtet?


Also den Rohbau hab ich schon seit Mitte Mai und hab mittlerweile so ca. 20 Beobachtungsnächte (einige davon allerdings Schnellspechtel-Aktionen ohne großes Auskühlen) auf dem Buckel, davon eine einzige auf der Wiese (im Urlaub im Schwarzwald).

Ich habe gestern festgestellt, daß sich der FS nicht mehr ganz mittig im OAZ befindet, aber solange die optischen Achsen justiert sind, sollte sich das doch nur an einer ungleichmäßigen Ausleuchtung des Gesichtsfeldes bemerkbar machen, nicht an der Abbildung an sich, oder?

Zitat:
Leider wohne ich in Hamburg, sonst wäre ich gern mal vorbeigekommen.


Da war ich gerade (hab selbst mal in HH gewohnt), nächstesmal bringe ich den Reisedobson mit und melde mich bei Dir.

Viele Grüße,
Andreas

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Clavius
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3221 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  13:11:11 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,

na also, lt. Figure XP sieht die Optik doch gut aus.

Zitat:
20 Beobachtungsnächte (einige davon allerdings Schnellspechtel-Aktionen ohne großes Auskühlen)


Aha!



Zitat:
Ich habe gestern festgestellt, daß sich der FS nicht mehr ganz mittig im OAZ befindet, aber solange die optischen Achsen justiert sind, sollte sich das doch nur an einer ungleichmäßigen Ausleuchtung des Gesichtsfeldes bemerkbar machen, nicht an der Abbildung an sich, oder?



Sofern die optischen Achsen zueinander fluchten und der FS mittig (evtl. den Offset berücksichtigen) über dem HS sitzt nicht. Ist der FS aber deutlich nicht in der Mitte, hast du einen Schiefspiegler... Da gibt´s dann schon astigmatische Bilder!

Am besten doch noch mal alles -auch den Okularauszug- zueinander justieren.

Und dann auf gutes seeing warten...

Zitat:
nächstesmal bringe ich den Reisedobson mit und melde mich bei Dir.



Gerne! Dann können wir deinen Dobson vielleicht sogar mal am dunklen Beobachtungsplatz testen.


Gruß und dunklen Himmel,
Ralf

Astrotreffbilder:http://www.astrotreff.de/gallery_user.asp?MEMBER=1880

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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  14:21:55 Uhr  Profil anzeigen
Hi Ralf,

Zitat:
Sofern die optischen Achsen zueinander fluchten und der FS mittig (evtl. den Offset berücksichtigen) über dem HS sitzt nicht. Ist der FS aber deutlich nicht in der Mitte, hast du einen Schiefspiegler... Da gibt´s dann schon astigmatische Bilder!


Bist Du sicher? Ich dachte ein nicht mittiger FS würde sich nur durch ein ungleichmäßig ausgeleuchtetes Bildfeld bemerkbar machen, also eventuell Vignettierung an einer Seite.

Man kann ja auch einen Newton ohne Offset am FS so justieren, daß die Abbildung auf der Achse einwandfrei ist. Solange die optischen Achsen zueinander justiert sind sollten es doch unerheblich sein, ob die mechanische Achse damit übereinstimmt.

Zitat:
Am besten doch noch mal alles -auch den Okularauszug- zueinander justieren.


Japp, ich muß dazu eine neue Takelage riggen, besser wäre sowieso ein etwas dickerer Draht (mit 0,3mm Durchmesser bin ich sehr auf der dünnen Seite...). Aber ich denke, daran kann es eigentlich nicht liegen.

Zitat:
Gerne! Dann können wir deinen Dobson vielleicht sogar mal am dunklen Beobachtungsplatz testen.


Au ja! Oder wenn Du mal in der Nähe von HD bist meldest Du dich.

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Clavius
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3221 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  14:45:06 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,

Zitat:
Bist Du sicher? Ich dachte ein nicht mittiger FS würde sich nur durch ein ungleichmäßig ausgeleuchtetes Bildfeld bemerkbar machen, also eventuell Vignettierung an einer Seite.




Das ist richtig, aber nur, wenn du mit "mittig" die Position relativ zum OAZ meinst. Wenn der FS (gerade bei großen Öffnungsverhältnissen und f/4,8 ist eins) nicht mittig über dem HS sitzt, hast du einvom Strahlengang her gesehen schiefes System. Durch deinen Vorschlag:


Zitat:
Man kann ja auch einen Newton ohne Offset am FS so justieren, daß die Abbildung auf der Achse einwandfrei ist. Solange die optischen Achsen zueinander justiert sind sollten es doch unerheblich sein, ob die mechanische Achse damit übereinstimmt.


kann man den FS natürlich solange justieren, bis die Lichtstrahlen mittig ins Okular fallen. Aber der gesamte Lichtweg vom HS über den FS bis zum Okular bleibt geometrisch schief. Anders ausgedrückt: Die Brennebene, also da wo das Bild des HS entsteht, ist einem kleinen Winkel gegenüber dem Okular geneigt. Und schon bekommst du kein richtig scharfes Bild mehr.

Bei kleinen Öffnungsverhältnissen mag das nicht so schlimm sein und gerade auch A.Kutter (der mit dem Schiefspiegler) hat ja gezeigt, daß man durch bestimmtes Justieren der optischen Elemente zueinander Koma und Astigmatismus kompensieren kann; das funktioniert befriedigend und ohne Korrektionslinse aber nur bei kleinen Öffnungsverhältnissen.

Vermutlich liegt der Grund für die unbefriedigenden Bilder an zwei Dingen:

1.) Dejustierung
2.) schlechtes seeing.

Denn ich glaube immer noch, daß die Optik (auch der FS) i.O. ist.

Zitat:
Au ja! Oder wenn Du mal in der Nähe von HD bist meldest Du dich.


Möglicherweise bin ich nächste oder übernächste Woche in Lampertheim. Ist ja nicht weit weg!

Ich sag bescheid!


Gruß und dunklen Himmel,
Ralf

Astrotreffbilder:http://www.astrotreff.de/gallery_user.asp?MEMBER=1880

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Copernicus
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
6496 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  15:33:10 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andreas,

auch ich tippe auf das recht schlechte Seeing. Die besten Planeten Ansichten erhälst Du bei leicht dunstigem Himmel - oder nach dem Durchzug einer Regenfront !

So mach klare Nacht zeigte auch mir wabbernde Planeten.

Hinzu kommt die nicht gerade kleine Öffnung von 10". Hier werden Seeingeffekte schon spürbar - während ein 4" FH scharfe Planetenbilder zeigen würde.

Gruß

Copernicus

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Copernicus
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
6496 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  15:34:40 Uhr  Profil anzeigen
Ach ja - f4,8 muss nicht unbedingt für Planeten nachteilig sein. Viel entscheidener ist die Qualität des HS. Ein glatter Spiegel mit einer kurzen Brennw. ist allemal besser als ein rauher HS mit einem f1:10....

Dies nur so nebenbei ....

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Alpha SCO
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3493 Beiträge

Erstellt  am: 07.09.2005 :  21:35:03 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Alpha SCO's Homepage
Hi Andreas,
ich denke auch das es Seeing ist.
Derzeit haben wir es ja tags recht warm, aber nachts gehen hier die Temperaturen weit runter. Hatte dieser Tage grade mal 13 Grad hier. Die Folge ist die Auskühlung des Spiegels rennt den fallenden Temperaturen hinterher, was zu Einbußen bei der Abbildung führt. Kommt dann noch, wie Du es schilderst, Wämre durch Haus oder Beton etc hinzu, kann das m.E. eher weniger gut werden.
CS

Armin
www.deepsky-brothers.de

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Andreas_D
Meister im Astrotreff


507 Beiträge

Erstellt  am: 08.09.2005 :  16:28:55 Uhr  Profil anzeigen
Hallo zusammen nochmal,


(==>)Ralf
Zitat:
Das ist richtig, aber nur, wenn du mit "mittig" die Position relativ zum OAZ meinst. Wenn der FS (gerade bei großen Öffnungsverhältnissen und f/4,8 ist eins) nicht mittig über dem HS sitzt, hast du einvom Strahlengang her gesehen schiefes System. Durch deinen Vorschlag:


D'accord, aber wenn der Reflex des FS im HS mittig in der Filmdose liegt, ist der FS auf alle Fälle optisch in der Mitte des HS, unabhängig ob der FS nicht mittig im Tubus sitzt. Beim Justieren des HS macht man ja nichts anderes als die optische Achse des HS auf den OAZ auszurichten. Solange Reflex des Filmdosenloches mit der Mittenmarkierung des HS übereinstimmen müßten meiner Meinung nach die optische Achse des OAZ und des HS fluchten.

Zitat:
Vermutlich liegt der Grund für die unbefriedigenden Bilder an zwei Dingen:

1.) Dejustierung
2.) schlechtes seeing.


Ich glaube auch, das es nicht nur eine Ursache hat sondern sich zwei oder mehrere Effekte überlagern. Obwohl es mir nichts ausmacht, den Spiegel nochmal zu retuschieren (bin ja auch ein Selbstversilberer), möchte ich vor einem solchen Schritt sicher sein, daß der Hauptspiegel auch die Ursache ist.

Zitat:
Möglicherweise bin ich nächste oder übernächste Woche in Lampertheim. Ist ja nicht weit weg!

Ich sag bescheid!


Mach das bitte! Lampertheim ist ca. 30 bis 40 Minuten von meinem ansonsten recht dunklen Standort entfernt (ich wohne in einer gelben Zone, mitten im Odenwald). Ich schicke Dir eine PN.

(==>) Copernicus

Zitat:
auch ich tippe auf das recht schlechte Seeing. Die besten Planeten Ansichten erhälst Du bei leicht dunstigem Himmel - oder nach dem Durchzug einer Regenfront !

So mach klare Nacht zeigte auch mir wabbernde Planeten.

Hinzu kommt die nicht gerade kleine Öffnung von 10". Hier werden Seeingeffekte schon spürbar - während ein 4" FH scharfe Planetenbilder zeigen würde.


Ich habe jetzt aber wirklich schon seit 4 Monaten bei verschiedenen atmosphärischen Verhältnissen beobachtet, daß es immer schlechtes Seeing hat kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Wenn ich es außerdem recht verstehe, hat man auch bei schlechtem seeing immer mal wieder ruhige Momente, oder? Von denen war aber bisher nichts zu sehen.

Wenn ich die vielen Aussagen und BB's, die ich schon hier und anderswo im Netz gelesen habe zusammenfasse, würde ich doch erwarten, daß man Epsilon lyrae auch bei schlechteren Bedingungen trennen können sollte, oder liege ich da falsch?

(==>)Alpha SCO

Zitat:
Kommt dann noch, wie Du es schilderst, Wämre durch Haus oder Beton etc hinzu, kann das m.E. eher weniger gut werden.


Ich hab ja eine Wiese nicht weit von meinem Haus, aber man ist einfach zu faul... Wenns darum geht den Dob mal eben vier Meter vom Haus auf die Terasse oder die 150 m auf die Wiese zu tragen, gewinnt meist mein Schweinehund...


Viele Grüße,
Andreas

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Alpha SCO
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
3493 Beiträge

Erstellt  am: 08.09.2005 :  20:12:43 Uhr  Profil anzeigen  Besuche Alpha SCO's Homepage
Hi Andreas,
vielleicht überredest Du den Schweinehund mal öfter.
Ich kenne das auch, wenn ich ernsthaft DS gucken will, muß ich mindestens 40-50 Km fahren.
Wenn ich dann aber die Unterschiede sehe - und die sieht man - weiß ich warum der Schweinehund bei mir meist verliert. :-)
CS

Armin
www.deepsky-brothers.de

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