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andiarbeit
notorischer Beitragslöscher

Schweiz
91 Beiträge

Erstellt am: 26.11.2016 :  17:12:17 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Guten Abend zusammen,

da meine Suche sowohl hier im Forum als auch bei Tante google keine praktischen Anleitungen oder Messwerte geliefert hat, wollte ich hier nach praktischen Erfahrungen fragen.
Hintergrund ist ein altes Beobachtungsprotokoll aus dem Jahr 1944, welches ich unlängst auf der Sternwarte fand. Da hat jemand seinen Heimaturlaub genutzt und hat eine Messreihe Ra/Dec von 61 Cygni (A und B) aufgenommen. Klar, das Problem der Entfernung von 61 Cygni war damals schon seit 106 Jahren von Bressel gelöst. Möglicherweise ging es ihm um handwerkliche Kenntnisse oder Nachvollziehbarkeit oder Abstand zur Realität. Damals hat die Sternwarte noch nicht existiert, ich vermute, er hatte einen Theodolit zur Verfügung, da auch Bruchteile von Bogensekunden vermerkt waren.
Strange, solche alten Aufzeichnungen zu lesen.

Was denkt Ihr über solche Aufzeichnungen? Also ich finde, jeder sollte ein Skizzenheft führen.

Viele Grüsse und einen nicht zu nebligen Abend.

Andi

Newton 200/1000, Kutter 110/2720, NEQ-6, Losmandy G11, Celestron C8, JMI Advanced Astromaster, Vixen Super Polaris,

Bearbeitet von: andiarbeit am: 27.11.2016 11:57:23 Uhr

NormanG
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1697 Beiträge

Erstellt  am: 27.11.2016 :  14:06:19 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andi,

Aufzeichnungen sind sehr wichtig. Hab ich früher selbst nicht für voll genommen ... aber Fakt ist, was man vergessen hat, kommt einer Nicht-Beobachtung gleich.

In jedem FAll dokumentieren Aufzeichnungen das eigene Tun, anhand dessen man selber später seine eigenen Erlebnisse nochmal beleben kann. Und nicht nur mir geht es so, auch andere - deutlich akribischere - BeobacherInnen staunen teilweise was sie in der Vergangenheit schon gemacht haben. Und so lassen sich zu neuen Beobachtungen sehr gut Vergleiche ziehen, was eine ganz eigene spannende Komponente ist: persänliche Entwicklung der Fähigkeiten, Vergleich der Bedingungen und daran geknüpften Resultate...

Aber ein Heft - naja. Wenn man das immer mit rausnimmt, laufen alte Notizen Gefahr, verloren zu gehen. Bei mir landet alles auf unsäglichen Zetteleien - rückseiten von Fahrscheinen, google-maps-Ausdrucken, Rechnungen...

Es ist jedem selbst überlassen wie er sein Hobby führt, aber auch ich finde, gute Dokumentation macht die ganze Sache viel reicher. Die Zeit unter klarem gutem Himmel ist auch zu kostbar, um unwissentlich ständig Objekte doppelt und dreifach zu beobachten finde ich.

CS
Norman

gepimpter 12" Sumerian-Dob mit f/4,5-Nauris-HS, 72 mm Lacerta Apo

- who stands the rain deserves the sun! -

Bearbeitet von: am:
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andiarbeit
notorischer Beitragslöscher

Schweiz
91 Beiträge

Erstellt  am: 27.11.2016 :  16:30:29 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Norman,

mindestens drei Generationen von Sternwartenteams haben Aufzeichnungen hinterlassen, kistenweise Negative, dazu akribische Aufzeichnungen der Belichtungszeiten, Wetterverhältnisse, Filmsorte. In heutigen Zeit wird man die EXIF-Informationen der Dateien auslesen, es ist dennoch unvollständig.
Die allgemeine Meinnung ist, dass die Beobachtungsnotizen und Negative aufgearbeitet und archiviert werden sollten. Das könnte wohl etwas länger dauern.

Ja, Zettelwirtschaft: ich bin voll Deiner Meinung. Meine bessere Hälfte neigt dazu, allen Papierkram unbesehen der möglichen Wichtigkeit auf meinem Schreibtisch abzulegen. Alle Monate nutze ich Regentage um die Stapel zu reduzieren, es nimmt aber kein Ende. ;)

Ein Ringbuch oder ein Buch mit festem Einband wäre nicht schlecht.

Viele Grüsse

Andi


Newton 200/1000, Kutter 110/2720, NEQ-6, Losmandy G11, Celestron C8, JMI Advanced Astromaster, Vixen Super Polaris,

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Specht
Altmeister im Astrotreff

Deutschland
1276 Beiträge

Erstellt  am: 27.11.2016 :  18:44:51 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andi,

im Falle der Bahnbestimmung eines Doppelsterns sind genaueste Aufzeichnungen natürlich wichtig. Die zugehörige Mathematik nebst Fehlerrechnung wird einem heute größtenteils vom Computer abgenommen, trotzdem muss man es als Student auch "von Hand" lernen. Für Interessierte sei das Buch Methods of Orbit Determination for the Micro Computer von Dan Boulet empfohlen. Auch in Astronomie mit dem Personal Computer (O.Montenbruck/T.Pfleger) finden sich gute Ansätze, wie man z.B. aus altem belichteten Fotoplattenmaterial Bahnelemente berechnen kann. Ein Kapitel zu Bahnelementen bei Doppelsternen findet sich in den Astronomical Algorithms von Jean Meeus.

Beim visuellen Beobachten von Deep-Sky-Objekten benutze ich ein Diktiergerät. Anfangs fand ich es etwas seltsam, mittlerweile möchte ich aber nicht mehr drauf verzichten, weil man alle visuellen Eindrücke, Okulare, Vergrößerungen, Filter etc. einfach aufsprechen kann. Ein späteres Aufarbeiten zu Hause ist dann bequem möglich.

Salü, Volker.

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Avier50
Altmeister im Astrotreff


1034 Beiträge

Erstellt  am: 03.12.2016 :  08:46:17 Uhr  Profil anzeigen
Hallo Andi,
wenn die alten Beobachtungen mit einem Theodoliten o.ae. gemacht wurden, war es wohl eher das Ziel, die Eigenbewegung des Systems 61 Cyg nachzuweisen. Für eine Parallaxenbestimmung reichen viele der von Amateuren heute genutzten Instrumente nicht einmal aus.
Der Nachweis der Eigenbewegung im Vergleich heutiger Beobachtungen oder Aufnahmen mit denen von 1944 sollte allerdings ein eindrucksvolles Ergebnis erbringen!
Ich selbst habe die Position von Barnards Stern seit 20 Jahren immer mal wieder gezeichnet. Wahnsinn, wie der rennt!
Gruesse
Andreas

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